Darmstadt überzeugt mit den Eigenschaften, die Baumgart fordert

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Darmstadt überzeugt mit den Eigenschaften, die Baumgart fordert

Nach der 0:1-Pleite gegen die Bayern steht das nächste Endspiel für den FC auf dem Plan. Köln ist zu Gast beim SV Darmstadt 98. Eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe.

Das zweite Freitagsspiel (20.30 Uhr, DAZN) in Serie wartet am 13. Spieltag auf den 1. FC Köln. Die Kölner sind zu Gast am Böllenfalltor. Auf die Kölner wartet eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Das zeigt auch unser Gegnercheck zum SV Darmstadt 98..

Die Bedeutung der Begegnung gegen den SV Darmstadt 98 brachte FC-Trainer Steffen Baumgart am Mittwoch ganz einfach auf den Punkt: „Entweder bekommt Darmstadt die Punkte oder wir“, sagte der Trainer. „Gewinnst du, bist du vorbei, verlierst du, hat der Gegner sechs Punkte Vorsprung. Es geht für beide Mannschaften darum, das Spiel zu gewinnen und Erfolg zu haben.“ Und das, weil sich beide Mannschaften im Abstiegskampf befinden. Dabei sieht es für den Aufsteiger aktuell einen Hauch besser aus als für die Geißböcke. Dass der FC vor einer schweren Saison stehen würde, war abzusehen. Dass die Lilien nach dem zwölften Spieltag vor den Geißböcken stehen würden, nicht unbedingt. Die Kölner belegen mit sechs Zählern den letzten, Darmstadt mit neun Punkten den 15. Platz. Und so überrascht es nicht, dass Baumgart vielleicht sogar mit ein wenig Neid Richtung Hessen schaut.

Statt Hurra-Fußball liegt der Fokus auf der Defensive

Denn die Lilien setzen seit einigen Wochen das um, was der Kölner Coach eigentlich von seiner Mannschaft im Abstiegskampf fordert: Leidenschaft, Körpersprache, unbedingter Wille. Nicht umsonst belegen die Lilien mit Abstand, mit großem Abstand, den letzten Platz der Fairness-Tabelle. „Das hat nichts mit unfair zu tun, sondern mit Abstiegskampf“, sagte Baumgart Anfang der Woche. „Ich sehe Darmstadt sehr aggressiv, aber nicht unfair.“ Bezeichnend: Der FC führt diese Statistik an. Der SV gewinnt allerdings relativ wenige Zweikämpfe, nur Heidenheim weist eine schlechtere Bilanz auf. Doch es ist nicht nur die Zweikampfstärke, das harte, aggressive Spiel, dass den FC vor eine schwere Aufgabe stellen wird. „Man hat in den letzten drei Spielen gesehen, dass sie ihre Spielweise angepasst haben“, sagt Baumgart. „Das heißt, sie haben in den Begegnungen darauf geachtet, dass sie nicht mehr so offen stehen wie zum Beispiel gegen Leipzig. Sie stehen defensiver viel klarer, stabiler und auch besser.“

Tatsächlich hat SV-Coach Thorsten Lieberknecht seine taktische Ausrichtung angepasst. Auch er war ein Verfechter des offensiven Hurra-Fußballs, ließ sein Team offensiv spielen, hoch anrennen. Die Quittung bekam Darmstadt unter anderem beim 0:8 gegen die Bayern, als die Lilien alle acht Gegentreffer im zweiten Durchgang kassierten. Damit ist seit einigen Wochen Schluss. Darmstadt steht in der Defensive sicher und versucht über Konter und schnelles Umschaltspiel gefährlich zu werden. „Wir wollten nicht mehr ganz so krass hoch anlaufen und nicht mehr auf Teufel komm raus auf den Ballgewinn gehen“, sagte Rechtsverteidiger Matthias Bader am Dienstag. „Wir sind nicht inaktiv. Wenn der Ball in die Räume kommt, wollen wir da sein.“

Die Defensive ist nicht sattelfest

Zuletzt trotzten die Lilien Freiburg ein Remis ab. Und Darmstadt hat Köln noch eine nicht ganz unwichtige Sache voraus: Im Gegensatz zum FC haben die 98er bereits zwei Spiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe, vermeintliche Konkurrenten im Abstiegskampf gewonnen. An den Spieltagen sechs und sieben gab es Erfolge über Bremen und Augsburg. Dennoch ist die Defensive alles andere als sattelfest. Auch aufgrund der Klatsche gegen die Bayern verfügt Darmstadt über die schwächste Defensive der Liga mit bereits 33 Gegentreffern. Lieberknecht lässt in aller Regel eine Dreier- respektive Fünferkette spielen. Sein reguläres Konstrukt ist eine 3-4-1-2-Taktik, dabei kann die „1“ schon mal in die defensivere oder offensivere Reihe rutschen. Zuletzt war das Spiel der Hessen sehr linkslastig und auch von individuellen Fehlern geprägt.

Das Online-Portal gool.ai berechnet den Kaderwert auf 56 Millionen Euro, der Wert der Kölner liegt aktuell bei 82 Millionen Euro. Wertvollster Spieler der Hessen ist aktuell Bartol Franjić mit einem Marktwert von 10,5 Millionen Euro. Der Mittelfeldspieler kam im Sommer als Leihspieler des VfL Wolfsburg nach Darmstadt. Bislang will es aber noch nicht so rund laufen. Beim FC ist Dejan Ljubicic der Spieler mit dem höchsten Marktwert. Dieser wird auf 9.5 Millionen Euro berechnet.


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Der FC und die Ungewissheit Transfermarkt

1. FC Köln: Interview mit Fachanwalt Reiter zum CAS-Urteil
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Der FC und die Ungewissheit Transfermarkt

Die Kölner Verantwortlichen sind sich einig darüber, dass im Winter auf dem Transfermarkt nachgebessert werden soll und dennoch herrscht große Ungewissheit beim 1. FC Köln.

Der 1. FC Köln würde im Winter gerne Transfers tätigen. Doch das gestaltet sich aufgrund der drohenden Sanktion der FIFA als besonders schwer. So wirkt sich das CAS-Urteil auf Transferbemühungen des FC aus.

Die Zuversicht war bei den Kölner Verantwortlichen im Sommer groß, dass der aktuelle Kader das Zeug zum Klassenerhalt hat. Das wurden die FC-Bosse jedenfalls nicht müde zu betonen. Rund drei Monate später sieht die Situation anders aus. Der FC belegt den letzten Tabellenplatz mit gerade einmal sechs Zählern, stellt den schwächsten Angriff der Liga und war zuletzt auch in der Defensive besonders anfällig. Und längst ist man sich auch bei den FC-Bossen einig, dass es aktuell wohl doch nicht so ganz reicht. Zumindest soll im Winter nachjustiert werden. Mindestens einen Stoßstürmer wollen die Kölner verpflichten und unmittelbar auf die anhaltende Sturmflaute reagieren. Denn die Kölner Angreifer haben erst fünf Tore erzielt. Möglicherweise steht aber auch ein gestandener Sechser im Fokus von Christian Keller, Steffen Baumgart und Co. Dieser sollte dem Vernehmen nach schon im Sommer verpflichtet werden, sprang aber aufgrund der unsicheren Situation in Bezug auf die Transfersperre genauso wie Benedict Hollerbach ab.

Gleiche Situation wie im Frühling

Zwar sind die Kölner Verantwortlichen mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass der aktuelle Kader vielleicht doch nicht ausreicht, der FC steckt aber im Grunde in derselben Situation wie vor einem guten halben Jahr. Und damit zu einem Zeitpunkt, als die Kaderplanung für die aktuelle Saison in die heiße Endphase ging. Auch jetzt ist jegliche Bemühung auf dem Transfermarkt ein Fischen im Trüben. Denn das Urteil des internationalen Sportgerichthofs ist komplett offen, genauso wie der Zeitpunkt der Urteilsverkündung. Experten gehen von einer Reduktion der Sperre auf eine Transferperiode aus, der Gerichtshof kann aber genauso gut bei dem von der FIFA ausgesprochenen Strafmaß von zwei Perioden bleiben, beim FC ist man nach wie vor optimistisch, verschont zu werden. Erst am Dienstag gab der Verein bekannt, dass man gegen drei Vertreter des Fußballclubs NK Olimpija Ljubljana Strafanzeige gestellt habe. Der slowenische Klub konterte mit einem Bestechungsvorwurf.

Baumgart: „Wir beobachten die Jungs, die wir haben wollen“

Die Ungewissheit hält die Kölner Verantwortlichen natürlich nicht davon ab, nach Verstärkungen zu suchen und möglicherweise auch erste Gespräche zu führen. Solange das Urteil nicht gesprochen ist, gilt eine Transfersperre nicht. Sollte sie erst nach Eröffnung des Transferfensters ausgesprochen werden, gilt sie für das folgende Transferfenster. Insofern ist es nur logisch, dass der FC sucht. „Wir versuchen, unsere Hausaufgaben zu machen. Wir beschäftigen uns mit personellen Veränderungen im Kader. Und trotzdem weiß auch ich nicht, wohin das Pendel ausschlägt“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Mittwochmittag. „Du kannst zwar Gespräche führen, du hast aber eine Ungewissheit“, betonte der Trainer. Heißt: Vorgespräche finden statt, verbindlich können diese aber nicht werden. Dabei rennt die Zeit. Denn der FC ist nicht der einzige Klub, der sich im Winter noch einmal verstärken will. Vereine, die einem wechselwilligen Spieler eine sichere Perspektive bieten, dürften wohl klar im Vorteil sein. „Wir machen unsere Arbeit genauso normal weiter, wie es ist. Wir beobachten auch die Jungs, die wir haben wollen“, sagte Baumgart am Mittwoch. Jungs bedeutet zumindest, dass sich die Kölner nicht nur mit einem interessanten Spieler beschäftigen.  

Beobachten, Vorgespräche – mehr geht nicht. Dabei wäre eine Transfersperre im Winter – sofern es sich tatsächlich um eine Sanktion für eine Transferperiode handelt – wohl das kleinere Übel. Im Sommer laufen einige Verträge aus, im Falle eines Abstiegs würde wohl der ein oder andere Leistungsträger den Klub verlassen. Sollte der FC dann auch noch absteigen, wäre das Horror-Szenario perfekt. Immerhin darf Köln die Kaufoption der geliehenen Spieler ziehen. Doch wäre das wohl nur im Falle von Rasmus Carstensen ein realistisches Szenario. Luca Waldschmidt und Faride Alidou dürften bei einer kolportierten Kaufsumme von rund vier Millionen Euro zu teuer sein. Der Blick richtet sich weiterhin gespannt Richtung Lausanne.

Bestechungsvorwurf gegen den FC: Ljubljana holt zum Gegenschlag aus

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Bestechungsvorwurf gegen den FC: Ljubljana holt zum Gegenschlag aus

Der Transferstreit um Jaka Potocnik nimmt zunehmend härtere Züge an. Nachdem der FC am Dienstag mitteilte, Strafanzeige gegen drei Mitarbeiter von Olimpija Ljubljana gestellt zu haben, holt der slowenische Klub am Mittwoch zum Gegenschlag aus und wirft dem FC einen Bestechungsversuch vor.

Am Dienstag überraschte der 1. FC Köln mit einer Meldung. Die Geißböcke gaben an, im September Strafanzeige gegen drei Mitarbeiter von Olimpija Ljubljana gestellt zu haben. Nun folgt das nächste Kapitel dieser Schlammschlacht. Der slowenische Klub erhebt einen schweren Bestechungsvorwurf: Ljubljana holt zum Gegenschlag aus.

So kündigte der Conference-League-Teilnehmer an, wegen Verleumdung rechtliche Schritte zu prüfen und dann gegen den FC vorzugehen. Die Kölner waren wegen des Vorwurfs der Anstiftung zum Vertragsbruch beim Wechsel von Jaka Potocnik von der Fifa zu einer Transfersperre von zwei Wechselperioden verurteilt worden. Alle drei Parteien hatten Einspruch vor dem internationalen Sportgerichtshof eingelegt. Dieser hatte die Transfersperre vorerst aufgehoben. Vom Tisch ist sie deswegen aber noch nicht. Zwei Monate nach der Anhörung warten die Beteiligten auf ein Urteil. Wann dieses gesprochen wird, ist komplett offen. Genauso wie das Urteil an sich.

Bestechungsvorwurf gegen den FC

Am Dienstagmittag waren die Kölner in die Offensive gegangen, hatten mitgeteilt, dass sie Strafanzeige gestellt haben. Laut der Mitteilung, hätten sich jene drei Vertreter in Widersprüche verstrickt. Auf „Grundlage falschen Tatsachenvortrags“ versuche Olimpija Ljubljana, „eine ungerechtfertigte Schadenersatzhöhe zugesprochen zu bekommen.“ Der FC teilte weiter mit, dass die Staatsanwaltschaft Köln den Anfangsverdacht bejaht und ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet habe. Am Nachmittag meldete sich der deutsche Vizepräsident von Ljubljana, Christian Dollinger, in verschiedenen Medien zu Wort und zeigte sich über den Kölner Vorstoß „sehr überrascht“.

Am Mittwoch holte dann Olimpija-Geschäftsführer Igor Barišić zum Gegenschlag aus. Auf dem slowenischen Online-Portal Sportklub wird der Geschäftsführer mit einem ausführlichen Statement zitiert. „Wir sehen diese Ankündigung als einen verzweifelten Versuch, von der Straftat der Verantwortlichen des 1. FC Köln abzulenken und Einfluss auf die Entscheidung des CAS zu nehmen.“ Der Geschäftsführer wurde anschließend noch deutlicher: „Fakt ist, dass Köln den Spieler zum Vertragsbruch veranlasst hat. Fakt ist, dass Olimpija ausschließlich mit den Vertragsvorgaben des Verbandes arbeitet, die im Einklang mit der Fifa stehen. Tatsache ist, dass Olimpija den Spieler nicht verkaufen wollte. Es ist auch Tatsache, dass Olimpija eine Schadensersatzklage eingereicht hat. Tatsache ist, dass Köln eine Entschädigung angeboten hat, falls Olimpija gegenüber dem CAS eine falsche Aussage macht und erklärt, dass die fristlose Kündigung gerechtfertigt war“, zitiert das Online-Portal weiter. In diesem Fall wäre das Verfahren wohl eingestellt worden.

FC habe 500.000 Euro geboten

Die Vorwürfe bekräftige der Geschäftsführer am Abend dann noch einmal gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Demnach habe der FC Ljubljana vorgeschlagen, den Tatsachenvortrag so anzupassen, dass Potocniks Kündigung am Ende doch rechtmäßig gewesen wäre. „Köln hat eine Entschädigung angeboten, falls NK Olimpija eine Falschaussage vor dem Cas macht und erklärt, dass die fristlose Kündigung berechtigt war“, zitiert der Stadt-Anzeiger Barišić. „Fakt ist, dass dieser Bestechungsversuch von der Geschäftsführung abgelehnt wurde.“ Laut dem Kölner Stadt-Anzeiger habe der FC Olimpija 500.000 Euro sowie weitere 250.000 Euro nach den ersten zehn Profi-Partien des Spielers geboten. Eine Reaktion von Seiten des FC gibt es zu dem Vorwurf noch nicht.

Steffen Baumgart: „Wir müssen uns was Neues einfallen lassen“

1. FC Köln: Baumgart will sich was Neues einfallen lassen
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Steffen Baumgart: „Wir müssen uns was Neues einfallen lassen“

Gegen den FC Bayern München überraschte FC Trainer Steffen Baumgart am vergangenen Freitag mit der Dreierkette. Der Coach ließ am Mittwoch offen, ob er bei der taktischen Formation bleibt. Möglicherweise gibt es aber weitere Veränderungen.

Ausgerechnet gegen den FC Bayern überraschte FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche mit einer offensiv ausgerichteten Dreierketten-Formation. Der Versuch ging schief. Dennoch deutete der Coach an, dass die Dreierkette eine Option bleibt beim 1. FC Köln: Baumgart will sich aber auch „was Neues einfallen lassen“.

1. FC Köln: Baumgart will sich was Neues einfallen lassen

FC-Trainer Steffen Baumgart ist nicht gerade bekannt für seinen Wankelmut. Der Kölner Coach ist in den vergangenen beiden Spielzeiten eher durch eine gewisse Konstanz aufgefallen. Verbal, wenn er an die hohe Intensität oder die Klarheit seiner Mannschaft erinnerte. Aber auch auf dem Feld, gerade in Bezug auf die Taktik, seine Formation, die Ausrichtung. Hohes Anlaufen, stehts offensiv. Es geht beim Fußball schließlich ums Tore schießen. Da darf man sich auch mal hinten einen fangen. Außerdem wird mit einer Viererkette gespielt. Punkt! Seit dem vergangenen Spieltag steht hinter der Aussage wohl eher ein Fragezeichen. Denn im Grunde aus dem Nichts zauberte der Kölner Trainer dann doch die Dreier- respektive Fünferkette aus dem Hut oder der Schlappmütze – getreu dem Motto Not macht erfinderisch. Ausgerechnet gegen die Bayern probierte der Kölner Coach etwas Neues, eine neue Variante, ein Experiment, wie es wahrgenommen wurde.

Baumgart: „Es kann durchaus sein, dass wir mit der Dreierkette weiter agieren“

Wahrgenommen, aber so war es wohl nicht gemeint. Denn Baumgart betonte am Mittwoch, dass es sich ja gar nicht um ein Experiment gehandelt habe. „Das ist auch noch nicht abgeschlossen. Das heißt, es kann durchaus sein, dass wir mit der Dreierkette weiter agieren. Nur weil wir eine Phase hatten, in der etwas nicht funktioniert hat, werfen wir es nicht gleich in die Tonne“, sagte der Coach und klang dabei ein wenig trotzig, so als wolle er nun allen beweisen, dass diese Formation auch beim FC sehr wohl funktionieren kann. Gegen die Bayern misslang der Versuch. Auch wenn nur die ersten 30 Minuten nach Harakiri aussahen, wusste auch Baumgart, dass das 0:1 über den eigentlichen Spielverlauf hinwegtäuschte. Erst in der Schlussphase, als die Bayern ihr Offensivpulver verschossen oder keine große Lust mehr auf Offensivfußball hatten, stellte Baumgart auf seine altbewehrte Viererkette zurück.

Baumgart: „Man muss als Trainer neue Wege finden“

„Hinterher haben mir ganz viele Leute erklärt, wie die Dreierkette besser funktioniert hätte“, sagte der 51-Jährige. „Das höre ich mir gerne an. Trotzdem bin ich derjenige, der entscheidet und mit diesen Entscheidungen auch leben muss.“ Leben musste der Kölner Trainer mit der Einsicht, dass die defensivere Variante der Fünferkette gegen Bayern München durchaus vielversprechender war. Zumindest ließ der FC mit der Mauer-Taktik nicht mehr viel zu. Gegen Darmstadt dürfte es wieder ein offensiveres Spiel geben. Baumgart wird den Aufsteiger wieder früh unter Druck setzen, ihn früh stressen wollen. Das Personal dazu hat der Trainer bereits im Kopf. Zumindest zu „90 Prozent“, aber: „Es kann aber auch im Kader die ein oder andere Veränderung geben.“ Immerhin kann der Coach dazu aus dem Vollen schöpfen. Einzig Sargis Adamyan scheint mit muskulären Problemen auszufallen. Der Armenier stand zuletzt aber ohnehin nicht mehr im Kader.

In Sachen Formation und Kader kann es also durchaus Überraschungen geben. Dabei wäre vielleicht auch eine Änderung im Spielsystem mal eine Überlegung wert. Schließlich ist der FC auch in der zweiten Spielzeit nach Anthony Modeste die Flanken-Maschinerie der Liga. Unterm Strich kommt aber erschreckend wenig Zählbares dabei heraus. Die Zielstürmer bleiben nach den Hereingaben meist wirkungslos. „Wir haben in den entscheidenden Momenten vielleicht nicht die Ruhe und die Sicherheit. Vielleicht hat der Gegner aus den vergangenen beiden Spielzeiten gelernt, wo wir die Flanken hinschlagen. Wir müssen uns was Neues einfallen lassen“, sagte Baumgart. „Wir kommen in den Strafraum, wir kommen in die Situationen, wir kommen in diesen Situationen aber nicht zum Abschluss. Da muss man als Trainer neue Wege finden. Das Positive ist, dass wir in die Flankensituation kommen, das Negative, dass das, was ankommt, nicht mal annähernd ausreichend ist.“

Dabei zählen für den FC am Freitagabend nur Punkte. Denn: „Wenn du keinen Dreier holst, kommst du nicht von der Stelle“, sagt Baumgart und verweist auf die große Konkurrenz: „Es ist ein Abstiegskampf zwischen sechs Mannschaften. Das sind Spiele, bei denen du nach dem Abpfiff weißt, wo du stehst. Das Schneckenrennen wird bleiben.“ Für den FC wäre es wichtig, die ersten Zentimeter in dem Rennen gut zu machen.


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Baumgart über Diehl: „Dann muss man sich fragen, warum lehnst du das ab“

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Baumgart über Diehl: „Dann muss man sich fragen, warum lehnst du das ab“

Nach seinen erfolgreichen Einsätzen in der Regionalliga West fordern viele Fans die Rückkehr von Justin Diehl in den Bundesliga-Kader. Dazu äußerte sich am Mittwoch Steffen Baumgart.

Mit elf Toren ist Justin Diehl aktuell der beste Torschütze der Regionalliga West, zudem der erfolgreichste Scorer (acht Vorlagen). Kein Wunder, dass sich viele Fans die Rückkehr des 19-Jährigen in den Bundesliga-Kader wünschen. Doch diese Chance erhält er nicht beim 1. FC Köln: Das sagt Steffen Baumgart zu Justin Diehl.

Mit elf Toren und acht Vorlagen ist Justin Diehl der beste Offensivspieler der Regionalliga West. Der 19-Jährige hat einen großen Anteil an der doch sehr erfolgreichen Saison der Kölner U21. Dagegen ist die Offensive der Profis alles andere als überzeugend. Und so gibt es nicht wenige Fans, die sich die Rückkehr des Angreifers in den Kader der ersten Mannschaft wünschen. Zu Saisonbeginn war der heute 19-Jährige in die Kölner U21 „degradiert“ worden, da der Offensivspieler die Bemühungen der Kölner Verantwortlichen ablehnte. Christian Keller und Co. betonten aber immer, dass er durchaus eine Chance bei den Profis hätte, wenn er sich anders entscheide. Diese Rückkehr wird es aber vorerst auch weiterhin nicht geben. Und das nicht etwa, weil der Kölner Trainer Justin Diehl nicht gerne bei sich hätte. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Eindruck vorliegt, dass wir die Tür zugemacht haben. Wir haben überhaupt keine Tür zugemacht“, betonte der Kölner Trainer am Mittwoch auf der Pressekonferenz. „Dazu gehören aber zwei Parteien.“

Baumgart: „Wenn er das möchte, ist die Tür offen“

Tatsächlich hatte sich der FC lange um eine Vertragsverlängerung des Spielers bemüht. Diehl soll sich dem Vernehmen nach aber für höhere Aufgaben berufen fühlen. Erst am Dienstagabend hatte Erich Rutemöller, Berater des FC-Vorstands, auf einer Veranstaltung betont, dass Diehls Berater jedes Gespräch ablehne. Dass es aktuell wenig Gesprächsgrundlage gibt, betonte auch Steffen Baumgart am Mittwoch noch einmal. „Es gibt ein ganz klares Statement, dass er im kommenden Jahr nicht mehr mit uns arbeiten möchte“, sagte Baumgart. „Also stellt sich die Frage, warum möchte er in seiner Heimatstadt, in seinem Verein, in dem er groß geworden ist, nicht arbeiten, nicht Bundesligaspieler werden.“ Diehl spielt seit seinem sechsten Lebensjahr für den 1. FC Köln und hat erst in der vergangenen Spielzeit sein Debüt für die Geißböcke gegeben.

Der Trainer wiederholte, dass man den Youngster in Köln sehr gerne zu einem Bundesligaspieler formen, mit ihm arbeiten möchte. „Das ist nicht meine Entscheidung. Wenn er das gerne möchte, ist die Tür offen. Aber dann muss er es auch wollen. Es stellt sich die Frage: Wenn du in einer Stadt geboren wurdest, in einem Verein groß geworden bist, in dem du ein großes Standing hast, warum lehnst du das ab.“ Diehl wird also auch weiterhin keine Chance bei den Profis erhalten. „Die Frage ist doch, warum muss ich mich dafür entschuldigen, ihn nicht mitzunehmen. Ich möchte ihn in meiner Mannschaft haben und zum Bundesliga-Spieler ausbilden. Aber nicht als Gast für ein halbes Jahr. Das kann sich auch jeder vorstellen“, sagte der 51-Jährige. „Da kümmere ich mich lieber um Max Finkgräfe, Damion Downs und Meiko Wäschenbach, die ganz klar sagen, unsere Heimat liegt an diesem Standort, in diesem Verein, in dieser Stadt. Das kann auch jeder nachvollziehen.“  

Trotz der vermeintlichen „Degradierung“ lässt sich der Youngster in der Kölner Reserve aber nicht hängen. Im Gegenteil, Diehl ist der absolute Leistungsträger. Das lobt auch Baumgart, der einen Wechsel des Youngsters im Winter nicht sieht. „Wir haben mit ihm die Chance, aus der Regionalliga in die 3. Liga aufzusteigen, wir nutzen seine Stärken für die U21.“ Eine bemerkenswerte Aussage. Schließlich ist die Wintertransferperiode die wohl letzte Chance, eine Ablöse zu kassieren. Der Vertrag des Youngsters läuft im kommenden Sommer aus.

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Eric Martel: Kölns „Holding Six“ mit 21 Jahren schon unersetzlich

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Eric Martel: Kölns „Holding Six“ mit 21 Jahren schon unersetzlich

Seit vergangenem Sommer geistert der Begriff der „Holding Six“ durch die Bundesliga. Auch aktuell ist die Position vor allem bei den Bayern wieder ein Thema. Was der Rekordmeister sucht, befindet sich bereits in den Kölner Reihen.

Nur wenige Feldspieler konnten beim 1. FC Köln in dieser Saison weitestgehend überzeugen. Einer auf konstant ordentlichem Niveau ist erst 21, aber schon jetzt eine feste Größe beim 1. FC Köln: Eric Martel ist beim FC unersetzlich.

Mal abgesehen von der möglichen Transfersperre gegen den 1. FC Köln und Bayerns Verpflichtung von Harry Kane hat wohl kaum ein Thema die Transferperiode im Sommer so bestimmt wie die „Holding Six“. Der Begriff meint nichts anderes als einen defensiven Sechser. Entscheidet sich ein Trainer für die Doppelsechs, erfüllt meist ein Spieler die offensivere Variante, der andere spielt direkt vor der Abwehrkette. Er ist wenn man so will der Mann für das Grobe. Die „Holding Six“ stopft Lücken, hält das Zentrum kompakt, um Konter zu unterbinden und unterstützt die Defensive. Doch er ist auch mehr als nur ein Abräumer, wie man ihn früher zweifelsohne gesehen hat. Der Sechser gibt den Takt vor und leitet eigentlich den eigenen Spielaufbau ein. Er ist damit der Balancegeber zwischen Defensive und Offensive.

Martel bringt viele Attribute mit

Im Sommer wurde die „Holding Six“ zum Thema, weil Thomas Tuchel Joshua Kimmich eben nicht als solche ansieht. Der FC Bayern suchte eine, verpflichtete aber keine. Das soll nun im Winter geschehen. Die Suche gestaltete sich auch schwer, weil Spieler dieser Marke auch im eigenen Land eher eine Seltenheit sind. Spieler wie Sami Khedira oder vielleicht auch Bastian Schweinsteiger, die Deutschland zum Weltmeister-Titel verhalfen, sucht man in dieser weltmeisterlichen Kategorie bislang meist vergebens. Emre Can war für die Rolle angedacht. Aber auch der BVB-Spieler überzeugte in der Nationalmannschaft nur selten. Robert Andrich, Rani Khedira und Pascal Groß sind aktuell genannte Optionen. Bis auf Andrich aber Optionen, die wohl ein wenig offensiver ausgerichtet sind.

Während die Bayern und der DFB nach Alternativen auf dieser Position suchen, befindet sich eine „Holding Six“ in den Reihen des 1. FC Köln: Eric Martel erfüllt wohl viele der gewünschten Attribute einer defensiven Sechs. Sogar noch mehr als ein Ellyes Skhiri, dem ja durchaus ein gewisser Offensivdrang und eine gewisse Torgefahr angerechnet werden. Martel ist ein starker Balleroberer, läuft mittlerweile ebenfalls rund 13 Kilometer und hat eine überragende Passquote von 87 Prozent, einzig Jeff Chabot ist beim FC in dieser Kategorie leicht besser. Martel ist zudem im zarten Alter von 21 Jahren ein Leadertyp. Nicht umsonst wurde er bei der U21 der Nationalmannschaft zum Kapitän ernannt. In der vergangenen Woche erzielte Martel auch seinen ersten Treffer für den deutschen Nachwuchs.

Unausgesprochene Stammplatzgarantie

Toreschießen gehört sicher nicht zu den Kernaufgaben des Mittelfeldspielers, eher Tore verhindern. Und das macht er selbst in dieser schweren Spielzeit meist recht ordentlich. Im krisengebeutelten Kader der Kölner ist Martel eine der wenigen Konstanten, Stammspieler, Leistungsträger. Neben Marvin Schwäbe, Jeff Chabot und Florian Kainz hat der Sechser wohl eine unausgesprochene Stammplatzgarantie. Und Martel dürfte neben Jan Thielmann das größte Versprechen des aktuellen Kaders für die Zukunft sein. Schon jetzt wird der Marktwert von gool.ai auf mehr als sechs Millionen Euro berechnet, für den kommenden Sommer aber einer von zehn prognostiziert. Die Leistungen dürfte den ein oder anderen Interessenten auf den Plan rufen. Martels Vertrag läuft noch bis 2026. Die ersten Gerüchte sind bereits im Umlauf, wenn auch ohne seriöse Quelle. Wie wichtig der Sechser für den FC ist, zeigte die Zeit, in der der 21-Jährige verletzt ausfiel. Die Sucher nach dem Ersatz verlief ehrlicherweise wenig zufriedenstellend.

Die A-Nationalmannschaft ist trotz der Suche nach einer „Holding Six“ noch kein Thema, wird sie bis zum Sommer auch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Im direkten Duell dürften Spieler wie Andrich und Groß aktuell die Nase vorne haben. Aber es sind auch noch ein paar Monate Zeit bis zum Turnier im eigenen Land. Letztendlich landete Martel 2022 übrigens in Köln, weil er den Durchbruch in Leipzig nicht schaffte. Nur zwei Minuten Spielzeit erhielt der damals 18-Jährige bei RB, bevor er nach Wien verliehen wurde. Trainer damals: Julian Nagelsmann.


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Justin Diehl: In der Regionalliga Top-Torjäger, bei den Profis chancenlos

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Justin Diehl: In der Regionalliga Top-Torjäger, bei den Profis chancenlos

In der Regionalliga West ist der 19-jährige Justin Diehl der absolute Torjäger, bei den Kölner Profis herrscht Sturmflaute. Und dennoch wird das Talent wohl auch weiterhin keine Chance in der Bundesliga erhalten.

Sechs Siege verbuchten die vier Nationalspieler auf ihrer Länderspielreise, viel besser hätte die Ausbeute nicht sein können. Oder? Doch, drei der vier Spieler trugen sich in die Scorerliste ein. Die FC-Profis kehren mit Selbstvertrauen von der Länderspielreise zurück.

>>>Update: Mittlerweile hat sich Steffen Baumgart zu der Causa Diehl geäußert. Das sagt Baumgart zu Diehl.<<<

Bis auf das Ergebnis war eigentlich viel wie immer. Nach Vorarbeit von Meiko Wäschenbach traf Justin Diehl am vergangenen Freitag zur 2:0-Führung gegen die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf. Für den Kölner Angreifer war es bereits der elfte Treffer im 17. Regionalliga-Spiel, zudem bereitete der Youngster acht weitere Tore vor. Diehl hat damit bislang die meisten Tore der Regionalliga West geschossen, die zweitmeisten vorbereitet und kommt damit auf den besten Scorerwert der Liga. Geholfen hat das den Kölnern aber nicht. Die U21 des FC unterlag dem rheinischen Rivalen 2:3 und erlebte damit einen herben Rückschlag im Kampf um die 3. Liga. Der Torschütze zum 2:0 wird in der kommenden Saison wohl weder 3. noch Regionalliga spielen. Spätestens im Sommer wird Diehl den FC mit großer Wahrscheinlichkeit verlassen.

Justin Diehl ist ein Kölner Eigengewächs

Dabei täte der Torriecher den Kölner Profis generell nicht schlecht. Auch wenn der Vergleich aufgrund der Höhe der Klasse mächtig hinkt, der gesamte FC-Sturm kommt in der bisherigen Bundesliga-Saison auf fünf Treffer, die gesamte Kölner Mannschaft auf neun. Kein Wunder also, dass ein Großteil der Kölner Anhängerschaft den Youngster auch gerne in der Bundesliga spielen sehen würde. Zumal Diehl der Prototyp eines Eigengewächses ist. Seit seinem sechsten Lebensjahr trägt der Angreifer den Geißbock auf der Brust. Der 19-Jährige kam in der vergangenen Spielzeit bekanntlich zu seinem ersten Einsatz bei den Profis und ist damit der sechstjüngste Debütant der FC-Geschichte. Der Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga ist und bleibt ein großer, bei der offensichtlichen Regionalliga-Torgarantie wäre aber die Rolle des Jokers sicherlich auch bei den Profis keine verkehrte.

Selbst die Chance auf Kurzeinsätze bleibt dem 19-Jährigen aber verwehrt. Und das nicht, weil Baumgart ein grundsätzliches Problem mit der Jugend hat, wie es von einigen Fans kolportiert wird. Tatsächlich gibt der Kölner Trainer dem Nachwuchs eine Chance. Max Finkgräfe und Damion Downs kamen in dieser Saison bekanntlich zu ihren Debüts, standen schon mehrfach im Kader. Ob die Einsatzzeit der Youngsters aber der aktuellen Krise gerecht wird, ist ein diskutables Thema. Baumgart hält es mit den Vorstellungen des DFB. Der Verband erklärte aufgrund einer Studie, dass der punktuelle Einsatz von Jung-Profis in der Bundesliga die Akteure eher hemme, viele Einsätze in den Nachwuchsmannschaften auf hohem Niveau dagegen förderlich seien. Baumgart sieht die Spieler, ist immer im Austausch mit den Nachwuchstrainern und wird mit Sicherheit einschätzen können, welches Talent wie weit ist – zumindest besser als Außenstehende.

Diehl sieht Zukunft nicht in Köln

Dass der Kölner Trainer aber einen Bogen um Diehl macht, hat nichts mit einer Studie oder einem etwaigen Unvermögen des Spielers zu tun. Diehl ist, wenn man so will, aus persönlichen Gründen außen vor – und das von beiden Seiten. Denn der Kölner Youngster weiß um seinen Wert, weiß, dass er Begehrlichkeiten geweckt hat und ahnt, welche große Karriere da vielleicht möglich ist. Eine Karriere, die er aber nicht beim 1. FC Köln sieht. Bemüht haben sich die Kölner, boten der Nachwuchshoffnung eine Vertragsverlängerung an, haben sich dem Vernehmen nach sehr gestreckt. Denn auch in Köln sieht man das außerordentliche Talent. Man befinde sich in guten Gesprächen, hieß es damals. Doch offenbar waren sie nicht gut genug. „Justin hat uns mitgeteilt, dass er seine Zukunft nicht beim FC sieht. Wir haben ihm eine klare sportliche Perspektive aufgezeigt und er hat sich gegen diese Perspektive entschieden“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Sommer. Dem Vernehmen nach sollen Diehl und oder sein Umfeld bereits an höhere Aufgaben denken.

Und das hat sich anscheinend nicht geändert. „Meine letzte Information von Jörg Jakobs ist, dass der Berater, Herr Wittmann, jedes Gespräch über eine weitere Zusammenarbeit mit Justin Diehl ablehnt“, sagte Erich Rutemöller, sportlicher Berater des FC-Vorstands, am Dienstag auf einer Talkrunde. Das FC-Problem: Der Vertrag des Youngsters läuft im kommenden Sommer aus. Will Köln noch etwas an dem Stürmer verdienen, wird der Angreifer den Verein wohl schon im Winter verlassen müssen. Und das dürfte auch im Interesse des Offensivspielers liegen. Diehl wird beim FC in dieser Saison nicht über das Regionalliga-Team hinauskommen, kann sich nicht auf höherem Niveau zeigen oder empfehlen. Denn die Absage hatte bekanntlich auch sportliche Konsequenzen. „Damit ist nicht mehr die Grundlage gegeben, dass wir ihn im Profi-Kader entwickeln. So oder so gilt es eben dann seine Entscheidung zu respektieren“, sagte Baumgart im Sommer. „Genauso gilt es dann aber auch unsere Entscheidung zu respektieren, dass wir unseren Fokus auf die Förderung anderer Nachwuchstalente legen.“

Der FC will das Thema nicht groß werden lassen

Und an dieser Aussage halten die Kölner Verantwortlichen weiterhin fest, versuchen, das Thema zu keinem großen werden zu lassen, weisen lieber auf die anderen Kölner Talente hin. Dabei ist Diehl alleine schon aufgrund der Schwächen der Kölner Offensive und seiner überragenden Leistungen ein großes Thema. Und sollten die Profis weiterhin kriseln, der FC-Sturm eher einer Flaute gleichen und Diehl in der Regionalliga weiterhin nach Belieben treffen, wird das Thema größer und größer. Dabei ist alles andere als gesagt, dass Diehl dem FC in der Bundesliga sofort weiterhelfen würde. Ein Stoßstürmer, den der FC bekanntlich sucht, ist Diehl mit seinen gut 1,70 Metern nicht. Bei seinen bisherigen Auftritten bei den Profis fehlte ihm die Körperlichkeit. Ein Abstiegskrampf erprobter Bundesliga-Spieler, einer, der durch seine Routine und Erfahrung umgehend für Gefahr sorgen kann, ebenfalls nicht. Die Fans, die Christian Keller für die Verpflichtung von unfertigen Spieler kritisieren, sollten den 19-Jährigen möglicherweise nicht als den Heilsbringer erwarten.

Ein Versuch könnte sich in Zeiten der Krise dennoch lohnen. Zwar öffneten die Kölner Verantwortlichen dem 19-Jährigen im Sommer noch einmal die Tür, aber nur, wenn er sich anders „entscheide“. Was von einigen Fans als Sturheit angesehen wird, kann vielleicht auch als Festhalten an Prinzipien ausgelegt werden, vielleicht auch als Zeichen, sich von Spielern oder deren Umfeld nicht beeinflussen zu lassen. So oder so ist die jetzige Situation für keine Seite eine befriedigende. Interessant wäre, wie sich der Worst-Case einer bestätigten Transfersperre auf diesen Fall auswirken würde.

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Rasmus Carstensen: „Ich weiß, dass ich noch mehr kann“

Max Finkgräfe
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Rasmus Carstensen: „Ich weiß, dass ich noch mehr kann“

Rasmus Carstensen ist innerhalb weniger Monate zum Stammspieler geworden. Ob er auch in der kommenden Saison beim FC spielt, ist offen.

Der dänische Rechtsverteidiger Rasmus Carstensen wechselte im Sommer auf Leihbasis zum 1. FC Köln. Der FC soll dem Vernehmen nach eine Kaufoption haben. Wie geht es nach der Leihe weiter mit Rasmus Carstensen?

Den Zweikampf mit Benno Schmitz scheint Rasmus Carstensen beim 1. FC Köln bereits für sich entschieden zu haben – und das innerhalb weniger Monate. Dabei war das bei der Verpflichtung des Dänen alles andere als klar. Wie Christian Keller Anfang November erzählte, war man sich beim FC sogar uneins, ob man den Außenbahnspieler überhaupt verpflichten wolle. Grund war die wenige Spielzeit bei seinem eigentlichen Arbeitgeber aus Genk. Beim FC hat Carstensen diese Einsatzzeit schon lange erreicht, ist Stammspieler und wohl der Königstransfer. „Ich bin froh, dass ich so viel gespielt habe. Aber ich kann noch mehr zeigen. Ich kann zeigen, dass ich in der Offensive und Defensive noch mehr bringen kann“, sagte der 22-Jährige am Dienstag nach dem Training, gerade im Eins-gegen-eins sieht Carstensen noch Verbesserungsbedarf.

Carstensen: „Die Medien thematisieren das mehr als wir“

Zwar hat sich die persönliche Situation für den Dänen in Köln verbessert, doch ganz anders als Titelkandidat Genk spielt der FC bekanntlich gegen den Abstieg, ist Tabellenletzter. „Ich wünschte mir, wir hätten ein paar Spiele mehr gewonnen und mehr Tore geschossen“, sagt Carstensen. „Bis jetzt ist es schon ein wenig schwierig für mich und uns. Aber ich versuche, dem Team so gut zu helfen, wie ich kann.“ Das funktioniert recht gut – wenn man das in dieser schwierigen Saison sagen. Carstensen versucht, in der Offensive für Schwung zu sorgen. Zählbares ist allerdings auch noch nicht dabei rumgekommen. Somit ist auch er Teil der Krise, die der Abwehrspieler aber nicht besonders hoch hängen will. „Die Medien thematisieren das mehr, als wir es tun. Wir Fußball-Profis wissen, dass es Hochs und Tiefs gibt. Man muss weiterarbeiten“, sagt Carstensen, der auch gegen die Bayern wieder einmal die meisten Sprints absolvierte.

Dass sich der FC in der Krise befindet und die Situation ernst ist, lässt sich dennoch nicht wegdiskutieren. Und so wurden die beiden kommenden Spiele schon als Schicksalsspiele für den FC ausgemacht. „Wenn wir die beiden Spiele verlieren, aber die anderen gewinnen, ist es egal. Wenn wir die beiden gewinnen und die anderen verlieren, ist es das gleiche“, sagt der Däne. „Es sind zwei Spiele, in denen wir alles probieren. Diese beiden Spiele sind sicherlich nicht entscheidend für den Rest der Saison.“ So oder so ist Carstensen einer der Gewinner der Saison. Laut gool.ai wird der Marktwert des Abwehrspielers auf knapp sechs Millionen Euro berechnet, das Online-Portal prognostiziert dem Spieler einen Marktwert von neun Millionen Euro bis zum Sommer 2025, die Kaufoption liegt dem Vernehmen nach bei 1.5 Millionen Euro.

Wie geht es weiter mit Carstensen?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der FC die Kaufoption zieht. Und das unabhängig von einer möglichen Transfersperre. Leihspieler dürfen so oder so fest verpflichtet werden. Es deutet also viel auf einen Verbleib in Köln. „Ich bin froh, dass ich in Köln spiele und so viel Einsatzzeit bekomme. Ich mag die Mannschaft und das Umfeld“, sagt Carstensen. „Am Ende des Tages ist es aber nicht meine Entscheidung. Wir werden sehen, was passiert.“ Bis dahin wird Baumgart dem Dänen mit Sicherheit weitere Einsatzzeit verschaffen. Die Position scheint dem etatmäßigen Abwehrspieler dabei nicht so wichtig zu sein. „Es ist nicht meine Entscheidung zu sagen, wo ich spiele. Wenn der Trainer sagt, ich soll Torwart spielen, würde ich probieren, mein bestes zu geben“, sagt Carstensen.


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Nach CAS-Urteil: FC will Strafanzeige stellen

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Nach CAS-Urteil: FC will Strafanzeige stellen

Der 1. FC Köln hat im Zusammenhang mit der von der FIFA verhängten Transfersperre Strafanzeige wegen versuchten Betrugs gegen drei Vertreter des slowenischen Fußballclubs NK Olimpija Ljubljana gestellt. Das teilte der Klub am Mittag mit.

Das CAS-Urteil ist noch nicht gesprochen, doch es gibt eine weitere Entwicklung im Transfer-Zoff um den jungen Offensivspieler Jaka Potocnik und rund um das CAS-Verfahren: Der FC stellt Strafanzeige gegen Vertreter des slowenischen Fußballclubs NK Olimpija Ljubljana.

Wie der Klub am frühen Nachmittag mitteilte, hat der FC bereits Mitte September vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) erfolgten Hearing eine Strafanzeige wegen versuchten Betrugs gegen drei Vertreter des slowenischen Fußballclubs NK Olimpija Ljubljana gestellt. Laut Mitteilung habe die Staatsanwaltschaft Köln den Anfangsverdacht mittlerweile bejaht und ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Sperre wurde ausgesetzt

Seit Mitte September warten die Parteien auf ein Urteil im Transfer-Streit um den Offensivspieler Jaka Potocnik. Der FC hatte den Angreifer unter Vertrag genommen, einen Tag nachdem er bei seinem Ex-Verein Ljubljana gekündigt hatte. Daraufhin forderte der Klub vom FC 2,5 Millionen Euro Schadenersatz für Potocnik. Der Fall landete beim Verband, die FIFA sah den Verdacht der Anstiftung zum Vertragsbruch und hat den FC mit einer Transfersperre belegt. Gegen die Entscheidung der FIFA hatten alle drei Parteien Einspruch eingelegt. Der internationale Sportgerichtshof setzte die Sperre dann im Mai aus. Die Anhörung fand schließlich im September statt. Damals hatte der FC auch Zeugen, unter anderem den ehemaligen Präsidenten sowie einen leitenden Mitarbeiter von Ljubljana, vorgebracht, die den Sachverhalt aus Kölner Sicht bestätigten. Demnach habe sich Ljubljana an mündliche Zusagen, die bei der damaligen Vertragsschließung mit Potocnik getroffen worden sein, nicht gehalten.

„Die von NK Olimpija Ljubljana benannten Zeugen und beim CAS aussagenden Clubvertreter haben sich hingegen in Widersprüche verwickelt und in Teilen den von NK Olimpija Ljubljana schriftsätzlich vorgebrachten Tatsachenvortrag selbst widerlegt“, heißt es in der Mitteilung der Geißböcke. Und weiter: „Hierdurch sowie durch weitere Aussagen von FC-Seite benannter Zeugen konnte nach Überzeugung des 1. FC Köln belegt werden, dass NK Olimpija Ljubljana auf Grundlage falschen Tatsachenvortrags versucht, eine ungerechtfertigte Schadenersatzhöhe zugesprochen zu bekommen.“ Um wen es sich bei den Vertretern handelt, nannte der FC nicht.

CAS-Entscheidung offen

Ob die Strafanzeige Auswirkungen auf das Urteil des Sportgerichtshofs hat, ist vollkommen offen. Genau wie der Zeitpunkt und das Ergebnis des Urteilspruchs. Experten rechnen aber noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung. Der Sportrechtler Dr. Gregor Reiter erklärte gegenüber come-on-fc.com, dass er eine gänzliche Aufhebung der Sperre für unwahrscheinlich halte (Hier geht es zum Interview). Der Experte hält eine Transfersperre von einer Transferperiode für wahrscheinlich. Der Schaden dürfte aber schon jetzt groß bei den Kölnern sein. Da der Ausgang der Verhandlung komplett offen ist, gestalten sich mögliche Transfergespräche schwierig. Das zeigte bereits die Transferphase im Sommer, als den Kölnern unter anderem Benedict Hollerbach noch vor Vertragsabschluss absprang. Dem Vernehmen nach soll sich auch ein Sechser noch umentschieden haben.

Weitere Infos in Kürze

U17-WM: FC-Talent Harchaoui überragt bei Halbfinal-Erfolg über Argentinien

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U17-WM: FC-Talent Harchaoui überragt bei Halbfinal-Erfolg über Argentinien

Die U17 des DFB hat das Endspiel der Weltmeisterschaft erreicht. Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft von Christian Wück im Elfmeterschießen gegen Argentinien durch. Fayssal Harchaoui nahm das argentinische Supertalent Claudio Echeverri aus dem Spiel.

Der Traum vom WM-Titel geht für die deutsche Auswahl weiter. Die U17 des DFB erreicht das WM-Finale in Singapur. Die Mannschaft von Christian Wück setzte sich im Endspiel im Elfmeterschießen gegen Argentinien durch.

Dabei hatte die DFB-Auswahl in der regulären Spielzeit bereits wie der sichere Sieger ausgesehen, lag bis in die Nachspielzeit 3:2 in Führung und hätte gleich mehrfach den Deckel draufmachen können. Agustín Ruberto traf in der siebten Minute der Extrazeit zum 3:3-Ausgleich. Allerdings war Argentinien von Beginn an die Spiel bestimmende Mannschaft, hatte schon nach zehn Sekunden die erste Einschussmöglichkeit. Doch den ersten Treffer erzielten die Deutschen. Paris Brunner, der Deutschland mit seinem Treffer im Viertelfinale die Tür zum Halbfinale erst geöffnet hatte, traf nach einer schönen Einzelaktion. Gerade in der ersten halben Stunde passierte in der Offensive recht wenig bei der deutschen Auswahl. Argentinien drückte auf den Ausgleich. Erfreulich: FC-Youngster Fayssal Harchaoui nahm dabei Ausnahmetalent Claudio Echeverri die Freude am und den Mittelfeldspieler weitestgehend aus dem Spiel.

Harchaoui trifft vom Punkt

So war es auch da schon Ruberto, der Argentinien in der 35. Minute mit dem 1:1 zurück ins Spiel bringen musste. Noch vor dem Wechsel drehte der Gegner die Partie – wieder war es Ruberto. Doch die DFB-Auswahl kämpfte sich im zweiten Abschnitt zurück, war nun deutlich aktiver und erarbeitete sich einige Möglichkeiten. Zunächst traf erneut Brunner aus der Distanz, dann brachte Max Moerstedt Deutschland in Führung. In der Nachspielzeit glich Ruberto mit seinem dritten Treffer erneut aus.

Im direkt anschließenden Elfmeterschießen behielt die DFB-Auswahl die Nerven. Einmal mehr Brunner verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die deutsche Mannschaft. Der erstmals bei dem Turnier eingesetzte Torwart Konstantin Heide hatte die ersten beiden Schüsse vom Punkt pariert. Überhaupt überzeugte der DFB-Keeper. Auch der überragende Fayssal Harchaoui, der als vierter Profi angetreten war, traf sicher. Justin von der Hitz wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Im zweiten Halbfinale stehen sich am Mittag Frankreich und Mali gegenüber. Das Endspiel findet am kommenden Samstag (13 Uhr) statt und wird ebenfalls im Livestream übertragen. Seit 1985 hat keine deutsche U17 mehr das Endspiel einer WM erreicht. Damals unterlag die DFB-Elf, für die Ralf Sturm im Kader stand, 0:2 gegen Nigeria. 2011 scheiterte die DFB-Auswahl letztmals in einem Halbfinale. Damals stand Mitchell Weiser im Aufgebot.