Damion Downs macht mit seiner starken Leistung Hoffnung auf mehr

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Damion Downs macht mit seiner starken Leistung Hoffnung auf mehr

Sein Debüt geriet bei der verdienten 1:2-Niederlage ein wenig in den Hintergrund. Damion Downs spielte am Samstag erstmals bei den Profis. Es war ein kurzes, aber vielversprechendes Debüt.

Bei der 1:2-Niederlage bei Werder Bremen gab es vor allem im zweiten Abschnitt nur wenige Kölner Lichtblicke. Ein Lichtblick war definitiv das Debüt eines Youngsters: Damion Downs macht Hoffnung auf mehr.

Gut zehn Minuten dauerte die Hoffnung. Steffen Baumgart wechselte Damion Downs in der 83. Spielminute gegen Werder Bremen ein, brachte damit auch einen vierten Stürmer für die Schlussoffensive. Der Ausgleich sollte unbedingt her. Während die Maßnahme gegen die TSG Hoffenheim in der Vorwoche noch weitestgehend verpuffte, kamen die Geißböcke in den Schlussminuten tatsächlich noch zu zwei guten Möglichkeiten. Zunächst köpfte Steffen Tigges den Ball aufs Tor, doch Werder-Keeper Jiri Pavlenka riss rechtzeitig die Arme in die Höhe. Dann kam eben Downs nach einem Freistoß von Florian Kainz frei zum Kopfball, traf aber nur den Außenpfosten. „Es wäre möglich gewesen, den rein zu machen“, erklärte Christian Keller nach der knappen Pleite. „Vielleicht muss der sogar fallen, aber man kann von einem 19-Jährigen nicht erwarten, dass er den für uns reinmacht.“ Es wäre ein perfekter Abend gewesen – zumindest für Damion Downs.

Verletzungen verhinderten wohl ein früheres Debüt

Denn im dritten Kader-Anlauf gab der Stürmer sein Profi-Debüt für den 1. FC Köln. Ein Debüt, das von vielen Fans erwartet, in den Sozialen Medien sogar gefordert wurde. Gerade nach dem Ende des Transferfensters und der Sorge eine langfristigen Selke-Verletzung wurden die Stimmen, die für einen Einsatz des Angreifers warben, laut. Dafür hatte Downs mit guten Leistungen in der Vorbereitung sowie in der Regionalliga bei der U21 gesorgt. Dem 19-Jährigen dürfte zweifelsohne neben Jaka Cuber Potocnik die Kölner Sturm-Zukunft gehören. Ein Duo, weil Justin Diehl in den Zukunfts-Planungen aktuell keine Rolle spielt und es Stand jetzt auch nicht mehr wird. Somit ruhen die Hoffnungen auf eine Sturm-Karriere von Downs – zumindest ist das der Plan der Kölner Verantwortlichen. Downs unterschrieb im Mai seinen ersten Profivertrag. Der 1.92 Meter-Angreifer hat sich bis 2026 vertraglich an den FC gebunden.

Sein Potenzial ist unbestritten, sein Talent schon lange bekannt. Downs bringt viel von dem gesuchten Zielstürmer mit, gilt zudem als Tempo-Dribbler und ist variabel einsetzbar. Seinen Torinstinkt hat Downs ebenfalls schon mehrfach unter Beweis gestellt. In 25 A-Junioren-Spielen erzielte er starke 14 Tore, in der aktuellen Regionalliga-Saison war er schon drei Mal erfolgreich. „Wir haben definitiv Jungs dabei – dazu gehört Damion – die das Potenzial haben, bei den Profis Fuß zu fassen“, hatte Stefan Ruthenbeck, U19-Trainer des FC, Ende des vergangenen Jahres erklärt. Tatsächlich hätte der Angreifer dem Vernehmen nach damals sein Debüt unter Baumgart feiern sollen. Diverse Verletzungen machten dem Torjäger einen Strich durch die Rechnung. Unter anderem fiel Downs in der Vorsaison einige Monate mit einer Meniskusverletzung aus.

Downs hinterließ guten Eindruck

Nun das „verspätete“ Profi-Debüt, mit gerade einmal 19 Jahren. Damit ist Downs in diesem Jahr bereits der dritte Debütant aus den eigenen Reihen. Max Finkgräfe debütierte am ersten Spieltag gegen Dortmund, Diehl spielte im Januar das erste Mal für die Kölner Profis – ebenfalls gegen Werder Bremen, allerdings beim 7:1-Erfolg mit einem deutlich besseren Ausgang. Für Downs lief das Debüt dennoch nicht schlecht. Die wenigen Minuten geben natürlich nur wenig Aufschluss über das Leistungsvermögen. Downs war aber direkt im Spiel, hatte mehr Ballkontakte als die ebenfalls eingewechselten Tigges und Sargis Adamyan und eben die dicke Chance in der Schlussminute. Berührungsängste hat der Angreifer mit der Bundesliga jedenfalls nicht, eine Duftmarke hat er definitiv abgegeben. Dass Baumgart Downs in der angespannten Situation Spielzeit gewährte, kann man durchaus als Vertrauen in die Qualität des Stürmers auslegen. Vermutlich wird der 19-Jährige ähnlich wie Finkgräfe auch weiterhin Spielpraxis in der Regionalliga sammeln. Der Einsatz bei den Profis macht aber Lust auf mehr.

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik

Das Puzzle will nicht passen

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Das Puzzle will nicht passen

Gegen Bremen hat der FC eine verdiente Niederlage einstecken müssen. Auch weil die Leistung auf mehreren zentralen Positionen einfach nicht stimmte.

Die 1:2-Niederlage in Bremen hat schonungslos einige Schwierigkeiten im Spiel des 1. FC Köln offenbart. Das Kölner Puzzle will zurzeit nicht so recht passen. Und das gleich an mehreren Stellen.

Als die Aufstellung des 1. FC Köln eine gute Stunde vor dem Duell gegen Werder Bremen publiziert wurde, hielt sich die Überraschung in Grenzen. FC-Trainer Steffen Baumgart hatte sich für die Doppelsechs entschieden, die einzige Änderung zur Vorwoche war der Wechsel von Luca Waldschmidt für den gesperrten Rasmus Carstensen. Doppelsechs statt Doppelspitze. Als sich die Mannschaft dann auf dem Feld formierte, war die Verwunderung schon deutlich größer. Florian Kainz übernahm die Rolle im defensiven Mittelfeld, neben Denis Huseinbasic, Dejan Ljubicic spielte auf der rechten Außenbahn, sollte dort für Tempo sorgen. „Kainzi ist als Kapitän vorangegangen. Er hat viele Bälle abgefangen und versucht, mit seinen technischen Möglichkeiten Situationen zu lösen“, so Baumgart.

Überraschende Umstellung

Dennoch kam die Umstellung überraschend. Ljubicic überzeugte bislang durch konstant gute Leistungen auf der Sechs, schien dort alternativlos. Dass gerade er auf der rechten Seite spielte, die defensive Rolle abgab, verwunderte schon. Zumal Denis Huseinbasic auf der Sechs in der Vorwoche nicht vollends überzeugte. Da aber Rasmus Carstensen gesperrt ausfiel, wollte Baumgart eine schnelle Alternative für die rechte Seite finden. Über die Außen sollten also Linton Maina und Ljubicic für Tempo sorgen. Der Gedanke zusätzlich mit Luca Waldschmidt und Florian Kainz zu beginnen, führte notgedrungen dazu, dass der Kapitän auf der Sechs landete. Unter dem Gesichtspunkt beide Leistungsträger spielen lassen zu wollen, ein logisches, dennoch überraschendes und vielleicht auch riskantes Unterfangen. Denn Kainz hatte bislang in seiner Karriere noch nie auf der Sechs gespielt. Eine halbe Stunde ging der Plan für Kainz auf. Der Mittelfeldspieler eroberte Bälle und leitete getreu seiner Spielveranlagung auch einige Offensivaktionen ein.

Es zeigte sich aber auch, dass zwei eher offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler auf der Doppelsechs gewisse Risiken bergen – vor allem gegen eine Mannschaft, die den Weg durch das Mittelfeld, vor allem durch Steilpässe und Tiefenläufe sucht. Dass die offensive Spielweise unter Baumgart den Raum im defensiven Mittelfeld anfällig für Gegenangriffe macht, ist bekannt. Am Samstagabend wurde dieser Umstand besonders deutlich. So war es vor allem immer wieder Romano Schmid, der ins Szene gesetzt wurde, aber in aller Regel an Marvin Schwäbe scheiterte. Rafael Borré und Justin Njinmah machten es besser und verwerteten jeweils problemlos, ebenfalls nach einem flachen Ball in die Schnittstelle. Rein nach dem Ergebnis misslang das Experiment mit Florian Kainz auf der Sechs. Auch, wenn Kainz durchaus eine ansprechende Leistung zeigte und Trainer Baumgart die Schuld für die großen Lücken nicht seinem Kapitän geben wollte. „Wir haben dann die Räume zu groß werden lassen, das hat aber nicht nur was mit ‚Kainzi‘ zu tun, sondern mit dem Verhalten der ganzen Mannschaft“, sagte Baumgart.

Weitere Leistungsträger blieben blass

Unterm Strich legt der Versuch den Finger in die Wunde eines fehlenden Plan Bs. Die Verletzung von Eric Martel scheint aus dem aktuellen Kader offenbar nicht leicht zu kompensieren zu sein. Vielleicht hatte der Kölner Coach auch deswegen über die taktische Ausrichtung mit der Doppelspitze, also nur einem Sechser, nachgedacht. Der Plan misslang aber auch, weil zwei Leistungsträger einen denkbar schlechten Tag erwischte. Dejan Ljubicic wollte auf der rechten Außenbahn recht wenig gelingen. Das Tempo, das Baumgart sich über beide Flügel erhoffte, verpuffte zumindest auf dieser Seite. Nur 29 Prozent der Kölner Offensivaktionen liefen über die rechte Seite, fast 50 über die linke. Insgesamt kam Ljubicic nur auf 36 Ballkontakte, sein Gegenüber Linton Maina auf 56. Symptomatisch war Ljubicics Schussversuch aus 15 Metern, der das Tor weit verfehlte.

Auf gerade einmal 30 Ballkontakte kam Luca Waldschmidt. Der Neuzugang sucht weiterhin nach seiner Form. In der Vorbereitung deutete der ehemalige Nationalspieler seine Qualitäten an, in den Pflichtspielen will es nicht rund laufen. Bei den ersten drei Startelf-Einsätzen begann Waldschmidt auf den Außenpositionen, für Gefahr sorgte er bislang eher selten. Nicht wenige Fans forderten in den Sozialen Medien einen Startplatz hinter der Spitze. Da Baumgart mit Maina und Ljubicic nun auf Tempo über die Flügel setzte, rotierte Waldschmidt tatsächlich ins Zentrum, blieb dort aber enttäuschend blass.

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Der FC offenbart zu große Lücken im Zentrum und zu wenig Mittel in der Offensive

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Der FC offenbart zu große Lücken im Zentrum und zu wenig Mittel in der Offensive

Der 1. FC Köln kassierte gegen Bremen eine völlig verdiente 1:2-Niederlage. Das hatte viele Gründe. Das lief gut, das lief schlecht bei den Geißböcken – eine Analyse.

Der FC musste am Samstagabend seine vierte Saisonniederlage hinnehmen – und das auch noch verdient. Der FC hatte große Lücken im Zentrum, dafür aber nur wenig Mittel in der Offensive. Eine Analyse.

Christian Keller konnte seine Enttäuschung nach dem 1:2 gegen Werder Bremen nur schwer verbergen. „Wir haben richtig gut angefangen und waren bis zum 1:1 die klar überlegene Mannschaft. Der Ausgleich fiel fast aus dem Nichts“, beschrieb der Sportdirektor am Samstagabend seine Eindrücke der Anfangsphase des Duells. Tatsächlich machte der FC in der ersten Halbzeit den deutlich stärkeren Eindruck. Die Kölner setzten viel von dem von Steffen Baumgart geforderten um. Zumindest konzentrierten sich die Geißböcke auf ihre Stärken. Der FC war bemüht, das Spiel zu machen, den Gegner zu stressen und über die Außen für Gefahr zu sorgen. Bei aller „klaren Überlegenheit“ gelang das aber nur bedingt. Die rechte Seite mit Dejan Ljubicic, der nicht wie erwartet auf der Sechs startete, vielmehr für Tempo auf der Außenbahn sorgen sollte, fand zunächst so gut wie gar nicht statt. Mehr als 50 Prozent der Kölner Angriffe liefen über die linke Seite mit Leart Pacarada und Linton Maina.

Bremen erhält im Zentrum zu viel Platz

So war es auch der schnelle Außenspieler, der zur ersten Kölner Chance kam. Sein Distanzschuss stellte Jiri Pavlenka im Werder-Kasten vor keine großen Herausforderungen. Ansonsten lief und ackerte Maina viel, der letzte Pass wollte aber auch gegen Bremen nur selten ankommen. Die Geschwindigkeit des 24-Jährigen ist eine Waffe, durch seine schwachen Pässe im letzten Drittel aber eine stumpfe. Ansonsten wurden die Kölner nur bei Standards gefährlich, der Treffer durch Davie Selke war folgerichtig. Der Kölner Stürmer fiel vor dem Tor, aber auch danach nur selten auf. Allerdings vergaß Keller bei seiner Feststellung, dass der Ausgleich fast aus dem Nichts gefallen sei, dass Werder unmittelbar vor dem 0:1 eine Drangphase hatte, in der die Bremer Führung durchaus hätte fallen können, möglicherweise nicht unverdient gewesen wäre. Zumindest retteten Denis Huseinbasic und Pacarada in höchster Not.

Immerhin schien in dieser Anfangsphase das Experiment mit Florian Kainz als kreativem Sechser aufgehen zu können. Der Österreicher lenkte von der defensiven Position das Spiel, leitete die Angriffe ein und gestaltete das Spiel so variabel. Es war aber auch zu diesem Zeitpunkt schon zu erkennen, dass die Kölner dem Gegner bei Ballverlust zu viele Räume ließen, das Zentrum nicht kompakt halten konnten. Dass Bremen den direkten Pass in die Tiefe, Steilpässe als probates Mittel einsetzen würde, sollte bekannt gewesen sein. Der Pass von Marvin Ducksch auf Rafael Borré war dennoch so stark, dass das Kölner Innenverteidiger-Duo Jeff Chabot und Timo Hübers an seine Grenzen geführt wurde. Tatsächlich zeigte sich die Kölner Überlegenheit zur Halbzeit auf dem Statistik-Papier sogar nur minimal.

Köln im zweiten Abschnitt erstaunlich schwach

Maximal war dagegen der Leistungsabfall der Kölner nach dem Wechsel. Die guten Vorsätze waren plötzlich dahin. Bremen dominierte nun das Spiel, gewann die wichtigen Zweikämpfe und blieb auch weiterhin das insgesamt gefährlichere Team. War es in den bisherigen Spielen die rechte Seite, über die die Bremer mit Vorlieb für Gefahr sorgten, hatte Werder nun auch durch das Zentrum viel Platz. Zu viel Platz. „Wir haben das Spielfeld zu groß werden lassen, so hat es Bremen gut gemacht“, sagte Baumgart. Vor allem machte es Bremen weiterhin gut mit gefährlichen Steilpässen. Wie der vor dem 2:1. Der FC erzeugte dagegen lange keine Gefahr mehr. Luca Waldschmidt, der auf der von vielen Fans gewünschten Zehn agierte, fand nicht ins Spiel, kam in dieser zentralen Position auf erstaunlich wenige 30 Ballkontakte und 20 Pässe, dafür aber keinen Torabschluss.

Baumgart wechselte, spielte erneut zeitweise mit vier Angreifern. Dadurch ging die Ordnung erst recht verloren. Der FC versuchte es zunehmend mit langen Bällen. 66 davon schlugen die Geißböcke insgesamt. Ein Mittel, das der Kölner Trainer nicht gerne sieht. Das probate Mittel der Geißböcke bleiben die Flanken, die auch noch zu zwei Chancen führten. Unter anderem hätte Damion Downs beinahe ein perfektes Debüt gefeiert. Sein Kopfball landete aber am Pfosten. So kassierte der FC die vierte Niederlage im fünften Spiel. Dieses Mal aber absolut verdient.  

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Ratlosigkeit ist ein schlechter Begleiter in der Krise

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Ratlosigkeit ist ein schlechter Begleiter in der Krise

Stark angefangen, stark nachgelassen – lautete das Motto des 1. FC Köln bei Werder Bremen. Eine knappe Stunde fand der FC gegen einen schlagbaren Gegner kein Mittel. Vermutlich auch ein Grund für die ratlosen Gesichter in Köln. Der FC ist in der Krise angekommen. Ein Kommentar.

Nach gut 30 Minuten deutete für den FC bei Werder Bremen recht wenig auf eine Niederlage hin, nach 90 Minuten gingen die Kölner als verdiente Verlierer vom Platz. Die Leistung ließ bei den Kölner Verantwortlichen fragende Gesichter zurück. Dabei ist Ratlosigkeit ein denkbar schlechter Begleiter in der Krise. Ein Kommentar.

Der Begriff „Krise“ ist im Fußball schwer greifbar, auf jeden Fall subjektiv unterschiedlich wahrnehmbar. Am vergangenen Donnerstag sagte FC-Trainer Steffen Baumgart etwa, man sei von der kolportierten Krise beim FC noch weit entfernt. Die Jungs seien mit Spaß bei der Sache. Der Spaß ist den Kölnern am Samstag vergangen und da man das Wort „Krise“ durchaus mit einer schwierigen, bedrohlichen Situation definieren kann, ist diese vielleicht dann doch nicht so weit entfernt, wie es der Trainer sieht. Die Lage ist ernst, sie ist bedrohlich. Da macht auch Baumgart keinen Hehl draus. Sie hat sich seit Samstag sicherlich nicht verbessert.

Der FC kann sich nicht mehr viel erlauben

Auf den ersten Blick hat sie sich aber auch nicht dramatisch verschlechtert. Grund zur Panik besteht wohl auch weiterhin nicht. Der FC hat noch 29 Spiele in dieser Saison zu absolvieren, eine Kurskorrektur ist jederzeit möglich. Zumindest in der Theorie. Denn der Auftritt in Bremen lies gerade diejenigen ratlos zurück, die vor der Spielzeit von der Qualität des Kaders überzeugt gewesen sind. Nur um das vorweg klarzustellen: Der Kölner Kader hat Qualität, auch für die Bundesliga. Das haben die Leistungen gegen den BVB, in Teilen auch gegen Hoffenheim und eine halbe Stunde auch gegen Bremen gezeigt. In Teilen, und das betonte Baumgart nach der 1:2-Niederlage gegen Bremen, reicht für die Bundesliga eben nicht. Nun ist Baumgart in Köln als Krisenmanager gefordert.

Das ist für ihn auch beim FC grundsätzlich nichts neues: Ein Punkt aus fünf Spielen, 1:13 Tore – in der vergangenen Spielzeit erlebte der FC eine ganz ähnliche Situation. Katerstimmung an Karneval, hieß es damals. Nur hatte sich Köln damals bereits ein ordentliches Polster angefuttert, belegte nach der Misere immer noch Rang 13 mit sechs Punkten Puffer auf den Relegationsplatz. Köln gab die Chance auf mehr aus der Hand, mehr aber auch nicht. Dieses Polster fehlt bislang. Viel kann sich der FC nicht mehr erlauben. Und das wird sich auch in den Köpfen der Spieler festsetzen. Baumgart deutete zumindest an, dass seine Akteure „mit dem Kopf arbeiten“.

Keine feste Rolle für Kainz, kein Plan B

Die Alarmglocken könnten in Köln aber auch aus weiteren Gesichtspunkten schrillen. Zum einen lässt sich die Lücke auf der Sechs nicht weiter wegdiskutieren. Dass FC-Trainer Baumgart auf der Suche Florian Kainz auf die Position im zentralen, defensiven Mittelfeld setzt, ist erstaunlich, vielleicht ein Zeichen. Tatsächlich hat der Kölner Kapitän es auch eine halbe Stunde recht ordentlich gemacht. Das „Experiment“ hat aber einen Beigeschmack. Denn auch nach dem fünften Spieltag hat weder der zentrale Leistungsträger Kainz seine Rolle auf dem Platz, noch Baumgart einen Plan B für den möglichen Ausfall eines Sechsers gefunden. Für Experimente ist diese zentrale Position zu wichtig, der Zeitpunkt eigentlich zu weit fortgeschritten.

Denn der oft genannte schwere Saisonauftakt mit großen Brocken zu Beginn ist absolviert. Baumgart betonte unter der Woche, dass es acht, neun Mannschaften in der Liga gebe, die auf andere Ziele schielen, in andere Sphären vorrücken wollen. Da gehörten die Gegner des Auftaktprogramms allesamt dazu. Werder Bremen nicht. Soll heißen: Der FC ist durchaus in der Lage, auch gegen die Topteams zu punkten. Er muss es aber nicht. Gegen die Mannschaften auf Augenhöhe müssen aber die Zähler her, sonst wird es am Ende des Tages eng. Dass der FC gegen einen sicherlich nicht übermächtigen Gegner eine Stunde lang kein Mittel fand, lässt die Kölner Verantwortlichen zusätzlich ratlos zurück. Und Ratlosigkeit ist kein guter Begleiter in einer Krise.

„Wir müssen intern ansprechen, was wir verbessern können“

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„Wir müssen intern ansprechen, was wir verbessern können“

Der 1. FC Köln hat den ersten Ligasieg auch gegen Bremen verpasst, die Situation wird so langsam ernst. Die Stimmen zum Bremen-Spiel.

„Dieser Start tut jedem weh. Jedem, der zu uns hält und natürlich auch uns Spielern. Wir müssen einfach schauen, dass wir es gegen Stuttgart besser machen. Wir müssen uns unser Glück zurückerarbeiten. Unsere Leistungen waren nicht schlecht, trotzdem stehen wir nur mit einem Punkt da. Jeder gibt jede Woche alles, aber im Moment läuft es einfach nicht.“ 

Benno Schmitz

„Wir hatten heute eine große Chance, den Bock umzuschmeißen. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Wir gehen in Führung und müssen dann den Anspruch an uns haben, das Ganze auch in etwas Zählbares zu verwandeln. Nach der zweiten Hälfte von Bremen, in der sie es gut und mit viel Power machen, war es dann leider eine verdiente Niederlage. Wir bleiben auf unserem Weg, wir probieren auch weiterhin alles, um zu gewinnen. Auch heute haben wir alles reingehauen. Das war nicht der Start, den wir uns vorgestellt haben, aber wir haben nächste Woche die nächste Chance auf einen Erfolg.“ 

Davie Selke

„Natürlich sind wir enttäuscht. Wir haben wieder verloren. Wir sind verdient in Führung gegangen, haben es dann aber nicht geschafft, unser Können weiter auf den Platz zu bringen. Es ist eine schwierige Situation, die es zu analysieren gilt. Wir müssen einfach effizienter werden, unsere Umschaltmomente besser ausspielen und Tore machen. Bremen hat aus wenigen Chancen zwei Tore gemacht. Wir müssen jetzt zusammenstehen und intern ansprechen, was wir verbessern können.“

Florian Kainz

„Wir hatten in der ersten Halbzeit die besseren Möglichkeiten. Das 1:1 fällt aus dem Nichts, als wir eigentlich alles im Griff hatten. Die zweite Halbzeit, das muss ich deutlich sagen, war nicht annähernd so, wie ich mir Fußball vorstelle. Wir haben das Spielfeld zu groß werden lassen, so hat es Bremen gut gemacht. Ich stelle mir die Frage, warum das passiert ist. Zum Schluss machen wir dann unsere Chancen nicht, deshalb gehen wir nicht unverdient als Verlierer vom Platz. Wir haben vieles nicht mehr so gemacht, wie wir es wollen. Wir haben zu viel mit langen Bällen gearbeitet, obwohl das nicht unser Spiel ist. Da merkt man, dass die Jungs mehr mit dem Kopf arbeiten. Da ist es meine Aufgabe, sie wieder klar zu kriegen.“

Steffen Baumgart

„Die Intensität, die wir in der ersten Halbzeit auf den Platz bekommen haben, war genauso wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir waren bis zum Tor die klar bessere Mannschaft und haben genau das umgesetzt, was das Trainerteam gefordert hat. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann etwas den Schneid abkaufen lassen. Jetzt müssen wir nach den Ursachen dafür forschen. Die Situation ist schwierig, es ist aber alternativlos, dass wir im Kollektiv weitermachen.“

Thomas Kessler

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Beim fC herrscht große Ratlosigkeit

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Beim fC herrscht große Ratlosigkeit

Nach einer ordentlichen ersten halben Stunde hat der 1. FC Köln das Spiel gegen Bremen vollkommen aus der Hand gegeben und zu recht verloren. Eine Erklärung fanden die Kölner Verantwortlichen nicht.

Nach der Niederlage gegen Bremen herrscht große Ratlosigkeit beim FC. Vor allem die Leistung der zweiten Halbzeit hinterließ bei den Kölner Verantwortlichen viele Fragezeichen.

Nein, zu Scherzen war FC-Trainer Steffen Baumgart wirklich nicht aufgelegt. Noch am vergangenen Donnerstag hatte sich der Kölner Coach auf der Pressekonferenz vor dem Bremen-Spiel zu einer Spitze Richtung Leverkusen hinreißen lassen. Nun, auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, der verdienten 1:2-Niederlage, wirkte der Kölner Coach enttäuscht, vielleicht konsterniert, auf jeden Fall ratlos. Nach einer starken halben Stunde brach der FC förmlich ein, gab ein bis dato ordentliches Spiel aus der Hand und wurde laut FC-Sportdirektor Christian Keller im zweiten Durchgang von Bremen „aufgefressen“. „Die zweite Halbzeit, das muss ich deutlich sagen, war nicht annähernd so, wie ich mir Fußball vorstelle“, sagte Baumgart. „Wir haben das Spielfeld zu groß werden lassen, so hat es Bremen gut gemacht. Ich stelle mir die Frage, warum das passiert ist.“

Keller: „Werder hat uns aufgefressen“

Denn nach der ersten halben Stunde deutete in der Partie der Kölner in Bremen nichts, rein gar nichts auf die Niederlage hin. Die Kölner Akteure setzten viel von Baumgarts Forderungen vom Donnerstag um. Der FC machte das, was er kann, spielte mit einer hohen Intensität, stresste den Gegner, versuchte über die Außen, für Gefahr zu sorgen. Mehr als ein Schuss von Linton Maina kam aber nicht auf das Tor von Jiri Pavlenka, der mit diesem keine großen Probleme hatte. Immerhin zeugten die Standards der Kölner von einer gewissen Gefahr. Ein Freistoß von Kainz kam dem Tor schon sehr nahe, eine Ecke brachte die Führung. Jeff Chabot verlängerte, Luca Waldschmidt störte, Davie Selke erzielte sein zweites Saisontor. „Mein Tor ist ehrlich egal, wenn wir hier nicht gewinnen“, sagte der Torschütze ernüchtert. „Wir fahren die Siege nicht ein, das ist scheiße.“

Dass Selke nicht sonderlich glücklich mit seinem Tor werden konnte, lag auch daran, dass das Tor der Wendepunkt der Begegnung, vielleicht der Wachmacher für Bremen war. Denn plötzlich kippte die Überlegenheit. Auch, weil den Bremern der schnelle Ausgleich gelang. Wieder einmal suchte Bremen den direkten Weg in die Spitze. Marvin Duksch spielte Rafael Borré den Ball in die Schnittstelle, der Kolumbianer ließ sich nicht zwei Mal bitten und traf zum Ausgleich. „Das 1:1 fällt aus dem Nichts, als wir eigentlich alles im Griff hatten“, sagte Baumgart. Nur hatte der FC nach dem Treffer nur noch relativ wenig im Griff. Bremen kam stark aus der Kabine, drückte auf das nächste Tor, das die Kölner wiederum mit einer Spur Glück verhinderten. „Mit Beginn der zweiten Halbzeit war alles anders, Werder hat uns aufgefressen. Wir hatten extrem große Abstände, keiner wollte den Ball im Spielaufbau“, sagte Keller.

Njinmah trifft 25 Sekunden nach Einwechslung

Der Kölner Auftritt verwunderte. Der bis dato auf der Sechs ordentlich aufspielende Florian Kainz verlor zunehmend die Kontrolle, die Räume waren ungewohnt groß, die Lücken darin auch. Köln entwickelte so gut wie keine Torgefahr mehr. „Wir haben vieles nicht mehr so gemacht, wie wir es wollen. Wir haben zu viel mit langen Bällen gearbeitet, obwohl das nicht unser Spiel ist“, sagte der Trainer. Und in dieses fanden die Kölner auch nicht mehr zurück. Auch, weil Justin Njinmah nur 25 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt den Siegtreffer der Bremer erzielte. Der FC übernahm zwar wieder die Initiative. Viel fiel den Kölnern aber nicht ein. Einzig die beiden eingewechselten Steffen Tigges und Damion Downs hätten dem Spiel noch eine andere Wendung geben können. „Am Ende war trotzdem das 2:2 möglich, aber das Glück müssen wir uns hart erarbeiten – es fällt einfach nichts für uns“, sagte Benno Schmitz. „Dieser Saisonstart tut jedem weh – jedem aus der Mannschaft, jedem Kölner. Das haben wir uns alle anders vorgestellt.“ 

So blieb am Ende die vierte Niederlage im fünften Spiel, insgesamt ein Punkt und der 16. Tabellenplatz. „Ich kann nicht erklären, warum wir uns nichts mehr zugetraut haben. Wenn ich nur die erste Halbzeit sehe, hätte ich gedacht, wir gehen als klarer Sieger vom Platz. Aber das sind wir leider nicht. Stattdessen waren wir am Ende der verdiente Verlierer, und das ist schon bitter“, sagte Christian Keller.

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Durchwachsene Noten für die FC-Profis gegen Bremen

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Durchwachsene Noten für die FC-Profis gegen Bremen

Mit dem 1:2 gegen Bremen hat der 1. FC Köln im fünften Spiel die vierte Liga-Niederlage kassiert. Der FC begann stark, ließ aber genauso stark nach. Die Noten.

Der FC wartet weiterhin auf die ersten Sieg in der Liga. Gegen Werder Bremen kassierten die Kölner eine verdiente 1:2-Pleite. Langsam wird es ungemütlich für die Geißböcke. Dabei hatten die Kölner vielversprechend angefangen, dann aber stark nachgelassen. Das zeigt die Einzelkritik der FC-Profis gegen Bremen.

Mit seinem Treffer zur Kölner Führung erarbeitete sich Davie Selke eine ordentliche Note. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Angreifer vor und nach dem Treffer eher wenig in Erscheinung trat. Insgesamt erreichten viele Spieler eine doch noch befriedigende Leistung. Mehr aber auch nicht. Dafür gab es aber auch zwei Ausreißer nach unten.

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FC unterliegt Bremen 1:2

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FC unterliegt Bremen 1:2

Der 1. FC Köln hat im fünften Ligaspiel die vierte Niederlage kassiert. Bei Werder Bremen unterlagen die Kölner verdient 1:2. Bereits in der vergangenen Woche hatte FC-Trainer Steffen Baumgart den Abstiegskampf ausgerufen – offenbar zu recht.

Die Lage des 1. FC Köln wird in der Bundesliga noch ein Stück ernster. Der FC verliert auch gegen Bremen. Dabei hatte Davie Selke (31.) die Kölner zunächst in Führung gebracht. Rafael Borré (37.) und Justin Njinmah (68.) drehten den Spielstand. Der FC belegt damit weiterhin den 16. Tabellenplatz, unmittelbar hinter Borussia Mönchengladbach.

Noch am vergangenen Donnerstag war sich FC-Trainer Steffen Baumgart alles andere als sicher, ob er mit einer Doppelsechs oder der Doppelspitze agieren wolle. Er entschied sich für die Doppelsechs. Somit veränderte der Kölner Coach seine Aufstellung nur auf einer Position. Für den gesperrten Rasmus Carstensen rückte wie angekündigt Luca Waldschmidt in die Startformation, ansonsten schickte der 51-Jährige die gleiche Mannschaft auf den Platz wie gegen Hoffenheim. Allerdings übernahm Florian Kainz eine etwas defensivere Rolle als zuletzt. Dafür spielte Dejan Ljubicic deutlich offensiver. Die Geißböcke setzten die Anforderungen des Trainers von Beginn an um, stressten den Gegner früh, versuchten, das Spiel zu kontrollieren und kamen auch zur ersten Chance. Allerdings erst nach einer Viertelstunde. Maina versuchte es aus der Distanz, scheiterte aber an Jiri Pavlenka.

Selke trifft, Borré kontert

Der FC blieb dran. Ein Schuss von Dejan Ljubicic wurde noch abgefälscht, ein Freistoß von Kainz landete knapp über dem Tor. Dennoch: der FC gab in der Anfangsphase den Ton an. Mitte der ersten Halbzeit steigerten sich die Hausherren aber. Einen Schuss von Stage fälschte Jeff Chabot zur Ecke ab, diese brachte eine weitere Chance durch Amos Pieper ein, Leart Pacarada rettete. Genauso wie kurz darauf Huseinbasic gegen Romano Schmid. Der FC überstand die Druckphase nicht nur, er gab die richtige Antwort. Nach einer Ecke verlängerte Chabot, Waldschmidt kam gefährlich an den Ball, Bremen konnte nicht klären und Selke war mit dem Kopf zur Stelle. Die Bremer Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Marvin Duksch spielte Rafael Borré den Ball in die Gasse, Timo Hübers kam nicht hinterher: 1:1. Und Bremen wollte mehr. Stage legte ab auf Olivier Deman, der aus gut zwölf Metern abzog, doch Schwäbe war dieses Mal zur Stelle. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff kam nach einem Freistoß noch einmal zum Kopfball, verfehlte das Tor aber.

Bremen kam deutlich aktiver aus der Halbzeit. Bereits nach wenigen Sekunden kam erneut Schmid zum Abschluss, scheiterte aber an Schwäbe. Bremen übernahm aber erneut die Kontrolle, der FC benötigte knapp zehn Minuten, um das Spielgeschehen wieder einigermaßen zu beruhigen. Offensiv fiel den Kölnern in dieser Phase jedoch recht wenig ein. Wenn der FC mal über die Außen kam, landeten die Flanken meist im Nirgendwo. Genauso wie ein Schuss von Ljubicic aus knapp 15 Metern. Zuvor war Schmid einmal mehr deutlich genauer, aber auch dort blieb Schwäbe der Sieger. Nicht so gegen Justin Njinmah. Senne Lynen schickte den Offensivspieler, Chabot kam dieses Mal zu spät und Njinmah schob zum 2:1 ein.

Downs gibt sein Debüt

Der FC versuchte nun wieder mehr Zugriff auf das Spiel zu finden. Baumgart brachte Steffen Tigges für Huseinbasic, kam also spät doch noch zur Doppelspitze. Zunächst blieb Werder aber das gefährlichere Team, einmal mehr scheiterte Schmid an Schwäbe. Doch auch der FC hatte noch Möglichkeiten, unter anderem kam Tigges nach einer Flanke frei zum Kopfball, vergab aber deutlich. Für die Schlussphase brachte Baumgart mit Sargis Adamyan und Damion Downs zwei weitere Stürmer. Und der 19-jährige Debütant hätte beinahe noch für ein glückliches Ende gesorgt. Eine Ecke von Kainz setzte der Stürmer an den Pfosten. Der eingewechselte Naby Keita hätte mit dem 3:1 alles klar machen müssen, verzog aber. Es blieb beim verdienten 2:1. Am kommenden Wochenende empfängt der FC dann den VfB Stuttgart.

1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers, Pacarada – Ljubicic (83, Adamyan), Kainz – Maina (83. Downs), Huseinbasic (75. Tigges), Waldschmidt (64. Alidou) – Selke Tore: 0:1 Selke (31.), 1:1 Borré (38.), 2:1 Njinmah (66.)

Werder Bremen im Gegnercheck: Anfällige Defensive, namhafte Verstärkungen

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Werder Bremen im Gegnercheck: Anfällige Defensive, namhafte Verstärkungen

Am Samstagabend tritt der 1. FC Köln bei Werder Bremen an. Es sollte ein Spiel auf Augenhöhe werden. Zumindest sind die Klubs ähnlich in die Saison gestartet und brauchen beide dringend Punkte.

Auch am 5. Spieltag der Bundesliga steht der 1. FC Köln vor einer schweren, aber lösbaren Aufgabe. Am Samstag ist der FC zu Gast bei Bremen – alles andere als ein Selbstläufer. Das zeigt auch der Gegnercheck: Anfällige Defensive, namhafte Verstärkungen.

Der Name ist ein wenig irreführend. Wenn der FC am Samstagabend bei Werder Bremen antritt, lässt wenig auf das vom übertragenden TV-Sender Sky vergebene Attribut „Topspiel“ schließen. Nun ist eben jenes „Topspiel“ an den Sendeplatz und -termin gebunden und eben nicht an die Mannschaften, die es bestreiten. Denn rein vom Tabellenplatz hat das Duell zwischen Werder und den Geißböcken sehr wenig mit einem Topspiel gemein. Hier die Wundertüte Bremen, die mit immerhin einem Sieg aus vier Spielen ein Erfolgserlebnis verzeichnen kann, dort der 1. FC Köln, der nur einen Punkt aus den bisherigen Ligaspielen holte, den Relegationsplatz belegt und laut Trainer Steffen Baumgart bereits im Abstiegskampf angekommen sei. Vielleicht ist das dann die Überleitung zum Topspiel. Denn das kann bekanntlich auch im Tabellenkeller stattfinden und die Bremer Verantwortlichen haben vor der Saison den Klassenerhalt ähnlich wie der FC als oberstes Saisonziel ausgerufen.

Anfällige Defensive

Und ähnlich wie beim FC lässt der Saisonauftakt der Bremer ein ähnlich schweres Unterfangen vermuten. Zumindest was die Abwehrleistung bislang angeht. Bremen schied im Pokal gegen Drittligisten Viktoria Köln aus, kassierte zum Liga-Auftakt ein erwartbares 0:4 gegen die Bayern und war dort vor allem im ersten Durchgang überfordert. Es folgte die 0:1-Niederlage gegen Freiburg sowie ein überraschender 4:0-Erfolg über Mainz. In der vergangenen Woche zeigte sich die Bremer Defensive wieder von der anfälligen Seite. So anfällig, dass Trainer Ole Werner schon zur Halbzeit gegen Heidenheim drei Mal wechselte. Zwar zeigte sich Bremen verbessert, kam auch wieder ran, war aber in der Defensive einfach zu schwach, um einen Punkt über die Zeit zu retten.

Einen Trend will Baumgart nicht erkennen. „Ich finde, man muss das immer einzeln betrachten, wir haben ja im Pokal selbst erlebt, wie schwer es ist. Wenn du nach einer Viertelstunde eine Rote Karte siehst, dann verändert das das Spiel“, sagt der 51-Jährige. „Heidenheim ist ein Aufsteiger, aber ein Bundesligist. Ein Auswärtsspiel kann man auch mal verlieren. Ich glaube schon, dass solche Mannschaften gewisse Heimspiele gewinnen können“ Dennoch: Schon in der vergangenen Spielzeit gehörte die Werder-Defensive zu den toranfälligsten der Liga. Das scheint sich nun fortzusetzen. Gut möglich, dass der Kölner Coach daher auch mit einer Doppelspitze agieren wird, die bisherigen Versuche verliefen allerdings nicht wirklich erfolgsversprechend. „Wir haben einen kleinen Umbruch und müssen uns in der Arbeit sehr auf die Entwicklungsschritte konzentrieren. Diese Entwicklung kann positive Momente wie gegen Mainz aber auch Momente wie in Heidenheim liefern“, sagt Werder Coach Ole Werner.

Werner bevorzugt die Dreierkette

Vor allem die Abgänge von Nationalspieler Niclas Füllkrug und Ilia Gruev schmerzen Werder sehr. Der Aderlass ist groß. Allerdings haben die Bremer auch für prominenten Ersatz gesorgt. Rafael Borré tritt die Nachfolge von Füllkrug an. Der Kolumbianer kam kurzfristig von Eintracht Frankfurt, aber bei Bremen erst zu 25 Minuten Einsatzzeit. Bei den Hessen konnte der Angreifer mit zwei Toren und zwei Vorlagen in der vergangenen Saison wenig überzeugen, die Konkurrenz war aber auch groß. Für das Zentrum haben die Bremer Naby Laye Keïta vom FC Liverpool verpflichtet. Ebenfalls alles andere als ein Unbekannter. Allerdings fiel der Nationalspieler Guineas zuletzt verletzt aus, gegen den FC soll er im Kader stehen und auch zu den ersten Einsatzminuten kommen.

Der Bremer Trainer bevorzugt auch in dieser Spielzeit wie in der vergangenen Saison die Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Vor allem über die rechte Seite, meist über den Ex-Kölner Mitchell Weiser, versucht Werder, das Spiel nach vorne zu treiben, sucht dann aber nur selten die Flanke als Mittel, das Mittelfeld bevorzugt bislang eher die Steilpässe in die Tiefe. Mit gerade einmal 27 Hereingaben aus dem Spiel belegt Bremen in dieser Statistik den vorletzten Platz, einzig Frankfurt schlägt noch weniger Flanken. Der FC kommt in dieser Bilanz auf 66 Hereingaben, ist einsame Spitze vor den Bayern mit 49. Im Vergleich zu den Kölnern fehlt es Bremen bislang auch an der läuferischen Intensität. Die Hanseaten sind insgesamt 20 Kilometer weniger gelaufen als Köln, der FC hat 300 intensive Läufe und 100 Sprints mehr als Werder absolviert. Ein Mittel der Norddeutschen ist dagegen die robuste Spielweise. 415 Zweikämpfe hat Bremen in dieser Saison gewonnen, mehr als jeder andere Bundesligist.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht deutlich für die Gäste. Werder erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 110 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei knapp 77 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (8.4 Mio), gäbe es in Bremen eine interne Liste der wertvollsten Spieler, würde sich der Österreicher auf Rang 6 einsortieren. Der wertvollste Spieler der Hanseaten ist Keïta, dessen Wert Gool.ai auf 18,7 Millionen Euro berechnet. Die Bilanz ist komplett ausgeglichen. Beide Teams feierten 39 Siege, zudem gab es 30 Remis. Die Torbilanz spricht mit 181:173 knapp für den FC. 98 dieser Partien fanden in der Bundesliga statt. Auch da ist die Bilanz äußerst knapp. 36 Kölner Siege stehen 35 Werder Erfolgen gegenüber. Weitere Zahlen und Fakten zum Duell gibt es hier.

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Downs-Debüt: So wahrscheinlich ist es beim 1. FC Köln

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Downs-Debüt: So wahrscheinlich ist es beim 1. FC Köln

Schon in der vergangenen Spielzeit berief Steffen Baumgart den Youngster Damion Downs in den Kader der Profis. Auch am Samstag steht der 19-Jährige im Kölner Kader. Dieses Mal könnte Downs sein Profi-Debüt feiern.

Erstmals in dieser Saison steht Damion Downs im Kader der Profis. Ob der Youngster zum Einsatz kommt, ist offen. So wahrscheinlich ist das Debüt von Downs

Als die Mannschaft des 1. FC Köln am Freitagnachmittag zum Auswärtsspiel nach Bremen aufbrach, hatte der Kölner Tross eine kleine Überraschung im Gepäck. Damian Downs steht für die Begegnung bei Werder (18.30 Uhr, Sky) etwas überraschend im Profi-Kader der Geißböcke. Dass die FC-Verantwortlichen den Angreifer auf dem Schirm haben, ist kein Geheimnis. Im Mai erhielt der 19-Jährige seinen Profivertrag, nahm an weiten Teilen der Vorbereitung teil und wurde von Trainer Steffen Baumgart nicht erst einmal gelobt. Auch in der vergangenen Spielzeit stand Downs bereits zwei Mal im Kölner Kader. Auf Einsatzzeit kam er noch nicht.

Erhält Downs seine Chance?

Das könnte sich am Samstagabend ändern, die Chancen stehen zumindest nicht schlecht, dass das Kölner Talent am Samstagabend sein Bundesliga-Debüt feiert, wenn auch nur für ein paar Minuten. Dass der Kölner Coach kein Problem damit hat, junge Spieler ins kalte Wasser zu werfen, bewies der Trainer zuletzt bei Max Finkgräfe, der sein Debüt ausgerechnet gegen Vizemeister Borussia Dortmund gegeben hatte. Finkgräfe überzeugte, hätte beinahe sogar in der Schlussminute getroffen und kam folgerichtig gegen Wolfsburg erneut zum Einsatz. Zuletzt sollte er wieder vermehrt in der U21 der Geißböcke eingesetzt werden, um mehr als nur ein paar Minuten Spielzeit zu erhalten. Baumgart hatte schon mehrfach betont, dass für die Kölner Youngsters die U21 nach wie vor der Hauptspielplatz bleiben wird.

Dort spielte Downs wiederum seit Beginn der Saison und das erfolgreich. In der Regionalliga war der 19-Jährige schon drei Mal erfolgreich, zuletzt erzielte er den Siegtreffer gegen die U21 von Schalke 04. Und auch im Testspiel der Profis gegen Bergisch Gladbach war der 1,92 Meter Hüne doppelt erfolgreich. Das imponierte. Auch einigen Fans, die in der Folge Downs als Ersatz für den angeschlagenen Davie Selke sahen und in den Sozialen Medien auch forderten. Der Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga ist allerdings ein großer. Und auch das Testspiel gegen Bergisch Gladbach ist natürlich alles andere als ein Maßstab. Dennoch war die Leistung überzeugend, Downs erzeugte zumindest deutlich mehr Gefahr als seine direkte Konkurrenz.

Spielt der FC mit Doppelspitze?

Dass Downs nun im Kader steht, könnte ein Zeichen für die mögliche Doppelspitze im Spiel gegen Bremen sein. Baumgart hatte unter der Woche gesagt, dass er entweder mit der Doppelsechs und einer Spitze oder mit einer Sechs, dafür aber mit Doppelspitze spielen wolle. Downs stößt für den gesperrten Rasmus Carstensen in das Aufgebot. Auf dieser Position wären Max Finkgräfe oder Meiko Wäschenbach wohl die besseren Alternativen. Downs wird also eine Option werden, wenn die Doppelspitze Davie Selke und Steffen Tigges keine Durchschlagskraft entwickeln sollte. Die bisherigen Versuche in der vergangenen Spielzeit blieben meist blass. Und gerade Tigges hatte bei seinen bisherigen Einsätzen in dieser Saison wenig Zugriff auf das Spiel, erarbeitete sich so gut wie keine Chancen, obwohl der läuferische Einsatz groß war.

Als vierten Stürmer hat der Kölner Trainer Sargis Adamyan in den Kader berufen, der allerdings kein klassischer Mittelstürmer ist. Baumgart wird nicht müde zu betonen, dass der FC einige potenzielle Talente in seinen Reihen habe, diese ihm sehr viel Spaß machen. Neben Wäschenbach und Finkgräfe konnte in der Vorbereitung vor allem Downs überzeugen, schien sich in die Nähe des Kaders gebracht zu haben. Erst in der vergangenen Woche sagte der Coach, dass er im Falle einer Transfersperre erst recht auf die jungen Spieler setzen würde. Ein Einsatz von Beginn ist für Downs indes eher unwahrscheinlich. Dass FC-Trainer Steffen Baumgart aber gut für Überraschungen ist, hat er schon oft bewiesen. Zuletzt eben am Freitagnachmittag.

 

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