Zum ersten Mal seit seinem Aus bei den Geißböcken hat sich Christian Keller nun in einem Interview geäußert. Bemerkenswert sind unter anderem seine Ansichten zu den Kölner Eigengewächsen beim 1. FC Köln: Das sagt Christian Keller zu Damion Downs.
Knapp zwei Monate nach seinem Aus beim FC hat sich nun Christian Keller erstmals in einem Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ und dem „Express“ geäußert zum Abgang beim 1. FC Köln: Das sagt Christian Keller zu Damion Downs.

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Christian Keller weilt dieser Tage auf Mallorca. Das erklärte der ehemalige Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln in einem Interview, das er der „Kölnischen Rundschau“ und dem „Express“ gegeben hat. Der 46-Jährige fühlt sich nach der Trennung vom FC im Reinen, wirkt aber dennoch ein wenig enttäuscht, fühlt sich wohl auch ein wenig um den Lohn des Aufstiegs gebracht. „Das Haus ist saniert und die Zimmer neu. Jetzt fängt es an, richtig Spaß zu machen. Das hätte ich gerne gemacht, aber nicht auf Kosten meiner eigenen Glaubwürdigkeit“, sagt Keller. Der 46-Jährige war und ist ein Mann der Prinzipien und vielleicht auch daran bei den Geißböcken gescheitert. Dennoch verfolgt er das Geschehen beim FC auch weiterhin, habe sich über den Aufstieg dementsprechend natürlich auch gefreut.
„Am Schluss hat jeder Spieler seinen eigenen Kopf“
Keller gibt auch zu, Fehler gemacht zu haben. Etwa als im Sommer 2023 einige Leistungsträger wie Ellyes Skhiri oder Jonas Hector den Verein verlassen haben und der FC nicht adäquat nachbesetzte. Doch nicht alle Kritikpunkte, die Keller in den vergangenen Jahren zu hören bekommen hat, lässt der ehemalige Sportdirektor auf sich sitzen. Ein zentraler Punkt, der in den Sozialen Medien immer wieder aufgegriffen wird, ist die fehlende Bindung des eigenen Nachwuchses, der Begriff „Talenteflucht“ macht nach wie vor rund ums Geißbockheim immer wieder die Runde. Natürlich auch durch den Abgang von Florian Wirtz in Köln ein sensibles Thema. Justin Diehl, Jens Castrop, Tim Lemperle oder zuletzt Justin von der Hitz – die Liste der Abschiede beim FC ist lang, ablösefreie Abgänge noch einmal besonders ärgerlich.
„Ich finde, da macht man es sich in Köln teilweise zu leicht. Es gibt ab und an den Irrglauben, dass man die Spieler einfach mit Geld zuschütten kann, und dann wird alles gut“, sagt Keller. Tatsächlich war das Thema Gehalt ein viel diskutiertes. „Aber am Schluss hat jeder Spieler seinen eigenen Kopf und entscheidet mit“, sagt Keller. Soll heißen: Es geht bei den Talenten durchaus auch um andere Dinge, zum Beispiel das Thema Einsatzzeit oder Perspektive. Und die haben wohl nicht alle junge Spieler als vielversprechend bei den Geißböcken angesehen.
„Nehmen wir das Beispiel Justin von der Hitz. Der Junge hat eine brutale Entwicklung hingelegt, die so nicht absehbar war und die erst dadurch zustande gekommen ist, dass wir ihn von rechts hinten nach vorne auf die offensive Außenbahn gestellt haben“, so Keller. „Wenn sich Justin unseren Kader anschaut, sieht er da Linton Maina und Jan Thielmann, also zwei gestandene FC-Spieler. Dann weiß er, dass Said El Mala kommt, der nochmal eine andere Talentkategorie und auch nochmal ein Jahr jünger ist. Und dann weiß er – und diese Antwort kriegt er dann sehr offen und ehrlich – dass auf der Position nochmal ein Spieler geholt werden soll, der bestenfalls Bundesliga-Format hat. Da liegt es nahe, dass er zum Ergebnis kommt, dass es für ihn herausfordernd sein könnte, Spielzeit zu kriegen.“
„Da würden alle mit den Ohren schlackern“
Dennoch drohen weitere Abgänge. Denn auch in dieser Transferphase gibt es talentierte Eigengewächse, deren Verträge im Sommer 2026 auslaufen. So zum Beispiel bei Damion Downs. Der Stürmer hat sich offenbar noch nicht entschieden. Und Keller würde den Angreifer nicht um jeden Preis halten. „Es muss doch aber auch der Weg sein, Spieler zum richtigen Zeitpunkt abzugeben“, sagt Keller. „Damion Downs hat ein Verlängerungsangebot vorliegen, da würden alle mit den Ohren schlackern. Die Entscheidung liegt nun beim Spieler. Die FC-Gespräche mit seiner Agentur und ihm laufen bereits seit Spätherbst. Damion hatte damals schon den Anspruch, Bundesliga zu spielen und nur für den Erstligafall zu verlängern.“ Der ist zwar eingetreten, die Entscheidung steht dennoch aus. Möglicherweise weil weitere Angebote vorliegen sollen.
Zu lange würde Keller offenbar nicht mehr warten wollen, wenn er denn noch im Amt wäre. „Dann müssen gewünschte Rahmendaten wie beispielsweise Ausstiegsklauseln aber auch für den FC lohnenswert sein, ansonsten kann es unter Umständen attraktiver sein, einen Transfer zu realisieren und mit dem Transfererlös einen neuen Spieler mit ähnlichem oder bestenfalls besserem Leistungsniveau zu verpflichten“, sagt der ehemalige Sportdirektor. Tatsächlich schauen sich die Kölner aktuell nach weiteren Stürmern um. Ob als Ergänzung zu oder Ersatz für Downs, ist nicht bekannt.
