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Baumgarts Überraschungs-Elf: Wie wirksam waren die Wechsel?

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte am Freitag Wechsel angekündigt, er machte die Ankündigung gleich auf vier Positionen wahr. Überraschend spielte Florian Kainz zudem wieder auf der Sechs. Doch nicht jede Maßnahme zündete.

Auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag hatte Steffen Baumgart bereits angekündigt, dass er seine Startformation umstellen würde. Das tat er gleich auf mehreren Positionen. Glücklich war nicht jeder Wechsel und nicht erwartbar für die Anhänger des 1. FC Köln: Baumgart überrascht mit seiner Startelf.

Steffen Baumgart hatte am vergangenen Freitag auf der PK vor dem Spiel gegen Augsburg Wechsel angekündigt, der Kölner Trainer setzte nach dem trostlosen Auftritt gegen Leipzig und dem bitteren Pokal-Aus gegen Lautern seine Worte um. Auf vier Positionen brachte der Coach gegen den FCA anderes Personal und überraschte – zumindest bei einigen Wechseln. Dass Rasmus Carstensen für Benno Schmitz auf der rechten Seite starten würde, war nicht wirklich verwunderlich. Dass Dejan Ljubicic nach seinem scheinbar lustlosen Auftritt gegen Lautern der Profi sein würde, der den Platz für Mark Uth räumen müsste, war ebenfalls erwartbar gewesen.

„Luxusproblem“ in der Offensive

Doch genau mit diesem Wechsel fing dann auch das Unerwartbare an. Denn Steffen Baumgart stand mit der Andeutung, Mark Uth von Beginn an bringen zu wollen, vor einem kleinen „Luxusproblem“ – wenn man es in der aktuellen Lage so nennen darf. Uth, Florian Kainz und Luca Waldschmidt – gleich drei potenzielle Zehner hat der Coach im Kader. Drei potenzielle Zehner und drei Leistungsträger, die allesamt die Klasse der ersten Elf in sich tragen und auf die der 51-Jährige nur ungerne verzichten wollte. So musste Baumgart rotieren. Uth spielte hinter der Spitze, Luca Waldschmidt sorgte auf der rechten Außenbahn für Tempo und Florian Kainz?

Der wanderte wieder zurück auf die Sechs, neben Eric Martel. Schon gegen Bremen hatte der Kölner Trainer dieses Experiment gewagt. Damals ging es gründlich daneben. Dieses Mal war Kainz so ziemlich überall zu finden, sogar auf der linken Verteidigerposition. Der Kölner Kapitän versuchte aus der Defensive das Spiel anzukurbeln. Zwar war Kainz deutlich effektiver als noch gegen Bremen, aber sicher nicht effektiv genug, um entscheidende Impulse in der Offensive zu setzen. Zwei Mal schoss Kainz aufs Tor, gab aber immerhin vier Torschussvorlagen.

Tigges nach starker Vorlage kein Thema mehr

Als der Verein eine gute Stunde vor dem Spiel die Start-Elf bekannt gab, hatten nicht wenige mit dem Kapitän auf der Außenbahn und einer Doppelspitze gerechnet. Doch Baumgart blieb bei der Doppelsechs und einer Spitze. Dort stand nun – ebenfalls überraschend – Steffen Tigges. Zwar war Davie Selke in den Begegnungen gegen Leipzig und Lautern überhaupt kein Faktor, doch auf den Wechsel hatte unter der Woche dennoch wenig hingedeutet. Zum einen hatte der Stürmer vor dem Augsburg-Duell noch Extra-Einheiten eingeschoben, zum anderen hatte sich Baumgart noch am Freitag vor den Stürmer gestellt und betont, dass Selke auch nur Tore schießen könne, wenn er von den Mitspielern in die Position gebracht würde. Zudem hatte Tigges bei seinen wenigen Einsatzminuten in dieser Spielzeit ebenfalls nicht überzeugt. Zwar legte der 25-Jährige mit einem Geniestreich beeindruckend los, doch nach seiner Vorarbeit auf Waldschmidt, der fahrlässig vergab, tauchte der Angreifer wieder ab, wart kaum noch gesehen. Allerdings sah das bei Davie Selke, der nach einer guten Stunde kam, nicht anders aus.

Deutlich mehr Gefahr strahlte Rückkehrer Mark Uth aus, der zwar zunächst schwer in die Partie fand, schließlich aber zum Matchwinner hätte werden können. Einmal probierte es der 32-Jährige in den starken 15 Minuten nach dem Wechsel selbst, zwei Mal legte er Waldschmidt den Ball mustergültig auf, doch der ehemalige Nationalspieler vergab auch diese Möglichkeiten. Den vierten Wechsel nahm Baumgart auf der linken Abwehrseite vor. Dominique Heintz gab sein Startelf-Comeback beim FC. Der 30-Jährige hatte gerade zu Beginn des Spiels noch ein paar Probleme bei der Eingewöhnung, der ein oder andere Stockfehler schlich sich ein. Heintz suchte immer wieder den Weg in die Offensive, brachte auch vier Flanken, von denen aber keine einen Abnehmer fand. Dann war der Abwehrspieler aber maßgeblich am Augsburger Gegentor beteiligt, als Robert Gumny den 30-Jährigen links liegen ließ.

Es wird wohl wieder Wechsel geben

Während Uth und Carstensen das Offensivspiel der Kölner im Vergleich zu den Spielen zuvor deutlich belebten, hatten Heintz, Kainz auf der Sechserposition, aber vor allem Tigges nur wenig Zugriff auf die Partie. Zwar trat der FC insgesamt deutlich besser auf als noch gegen Lautern, die Prognose fällt dennoch nicht schwer: es wird auch am kommenden Samstag mit großer Wahrscheinlichkeit wieder Wechsel geben. Vor dem Spiel gegen Augsburg wiederholte der Trainer allerdings im Sky-Interview, dass man sehr gerne über die Aufstellung diskutieren dürfe, er aber sehr froh sei, dass er am Ende die Entscheidung treffe.


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