Seit vergangenem Sommer geistert der Begriff der „Holding Six“ durch die Bundesliga. Auch aktuell ist die Position vor allem bei den Bayern wieder ein Thema. Was der Rekordmeister sucht, befindet sich bereits in den Kölner Reihen.
Nur wenige Feldspieler konnten beim 1. FC Köln in dieser Saison weitestgehend überzeugen. Einer auf konstant ordentlichem Niveau ist erst 21, aber schon jetzt eine feste Größe beim 1. FC Köln: Eric Martel ist beim FC unersetzlich.

Mal abgesehen von der möglichen Transfersperre gegen den 1. FC Köln und Bayerns Verpflichtung von Harry Kane hat wohl kaum ein Thema die Transferperiode im Sommer so bestimmt wie die „Holding Six“. Der Begriff meint nichts anderes als einen defensiven Sechser. Entscheidet sich ein Trainer für die Doppelsechs, erfüllt meist ein Spieler die offensivere Variante, der andere spielt direkt vor der Abwehrkette. Er ist wenn man so will der Mann für das Grobe. Die „Holding Six“ stopft Lücken, hält das Zentrum kompakt, um Konter zu unterbinden und unterstützt die Defensive. Doch er ist auch mehr als nur ein Abräumer, wie man ihn früher zweifelsohne gesehen hat. Der Sechser gibt den Takt vor und leitet eigentlich den eigenen Spielaufbau ein. Er ist damit der Balancegeber zwischen Defensive und Offensive.
Martel bringt viele Attribute mit
Im Sommer wurde die „Holding Six“ zum Thema, weil Thomas Tuchel Joshua Kimmich eben nicht als solche ansieht. Der FC Bayern suchte eine, verpflichtete aber keine. Das soll nun im Winter geschehen. Die Suche gestaltete sich auch schwer, weil Spieler dieser Marke auch im eigenen Land eher eine Seltenheit sind. Spieler wie Sami Khedira oder vielleicht auch Bastian Schweinsteiger, die Deutschland zum Weltmeister-Titel verhalfen, sucht man in dieser weltmeisterlichen Kategorie bislang meist vergebens. Emre Can war für die Rolle angedacht. Aber auch der BVB-Spieler überzeugte in der Nationalmannschaft nur selten. Robert Andrich, Rani Khedira und Pascal Groß sind aktuell genannte Optionen. Bis auf Andrich aber Optionen, die wohl ein wenig offensiver ausgerichtet sind.
Während die Bayern und der DFB nach Alternativen auf dieser Position suchen, befindet sich eine „Holding Six“ in den Reihen des 1. FC Köln: Eric Martel erfüllt wohl viele der gewünschten Attribute einer defensiven Sechs. Sogar noch mehr als ein Ellyes Skhiri, dem ja durchaus ein gewisser Offensivdrang und eine gewisse Torgefahr angerechnet werden. Martel ist ein starker Balleroberer, läuft mittlerweile ebenfalls rund 13 Kilometer und hat eine überragende Passquote von 87 Prozent, einzig Jeff Chabot ist beim FC in dieser Kategorie leicht besser. Martel ist zudem im zarten Alter von 21 Jahren ein Leadertyp. Nicht umsonst wurde er bei der U21 der Nationalmannschaft zum Kapitän ernannt. In der vergangenen Woche erzielte Martel auch seinen ersten Treffer für den deutschen Nachwuchs.
Unausgesprochene Stammplatzgarantie
Toreschießen gehört sicher nicht zu den Kernaufgaben des Mittelfeldspielers, eher Tore verhindern. Und das macht er selbst in dieser schweren Spielzeit meist recht ordentlich. Im krisengebeutelten Kader der Kölner ist Martel eine der wenigen Konstanten, Stammspieler, Leistungsträger. Neben Marvin Schwäbe, Jeff Chabot und Florian Kainz hat der Sechser wohl eine unausgesprochene Stammplatzgarantie. Und Martel dürfte neben Jan Thielmann das größte Versprechen des aktuellen Kaders für die Zukunft sein. Schon jetzt wird der Marktwert von gool.ai auf mehr als sechs Millionen Euro berechnet, für den kommenden Sommer aber einer von zehn prognostiziert. Die Leistungen dürfte den ein oder anderen Interessenten auf den Plan rufen. Martels Vertrag läuft noch bis 2026. Die ersten Gerüchte sind bereits im Umlauf, wenn auch ohne seriöse Quelle. Wie wichtig der Sechser für den FC ist, zeigte die Zeit, in der der 21-Jährige verletzt ausfiel. Die Sucher nach dem Ersatz verlief ehrlicherweise wenig zufriedenstellend.
Die A-Nationalmannschaft ist trotz der Suche nach einer „Holding Six“ noch kein Thema, wird sie bis zum Sommer auch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Im direkten Duell dürften Spieler wie Andrich und Groß aktuell die Nase vorne haben. Aber es sind auch noch ein paar Monate Zeit bis zum Turnier im eigenen Land. Letztendlich landete Martel 2022 übrigens in Köln, weil er den Durchbruch in Leipzig nicht schaffte. Nur zwei Minuten Spielzeit erhielt der damals 18-Jährige bei RB, bevor er nach Wien verliehen wurde. Trainer damals: Julian Nagelsmann.
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