Fünf Spieler hat der 1. FC Köln im Sommer verliehen. Die jungen Akteure sollen bei ihren Leihklubs Spielpraxis sammeln, um sich für den FC zu empfehlen oder den Wert zu steigern. Das Konzept scheint aufzugehen.
Nach zum Teil anfänglichen Schwierigkeiten sind die fünf Leihspieler bei ihren Klubs angekommen, sind Stammspieler und erfolgreich. Doch habe sie deswegen eine Zukunft beim 1. FC Köln: Wie geht es weiter mit der Leihspielern?

10 Tore, sieben Assists – die Bilanz der Kölner Offensivspieler kann sich wahrlich sehen lassen. Zumindest die der verliehenen FC-Profis. Tim Lemperle war für Greuther Fürth in der 2. Bundesliga bereits drei Mal erfolgreich, bereitete zwei Tore vor, Marvin Obuz erzielte für Rot-Weiss Essen sogar schon vier Tore und lieferte drei Assists. Und auch Maxi Schmid scheint sein Glück gefunden zu haben. Drei Tore, zwei Vorlagen lautet die Zwischenbilanz des Offensivspielers. Die Idee einer Leihe scheint sich für die Profis genauso wie für den Klub zu lohnen. Und das nicht nur aufgrund der Scorerpunkte. Denn die drei Stürmer, genau wie auch Nikola Soldo und Jonas Urbig, erhalten bei ihren Leihklubs auch die erhoffte Einsatzzeit. „Leihen können sehr sinnvoll sein, um junge Spieler in ihrer Entwicklung zu fördern“, sagt FC-Sportdirektor Christian Keller im aktuellen Geißbockecho. „Für diese Spieler macht es Sinn, dass sie auf einem höheren Niveau als Regionalliga Wettkampfpraxis sammeln und so im Idealfall während des Leihzeitraums weitere Entwicklungsschritte in Richtung Lizenzmannschaft gehen.“
Win-Win-Win-Situation
Genau deswegen haben die Kölner Verantwortlichen im Sommer einige Verträge kurzfristig verlängert, um den jungen Spielern, an deren Durchbruch der FC noch glaubt, die Leihe und damit Spielpraxis zu ermöglichen. Dabei geht es mittelfristig noch nicht einmal zwingend darum, die Spieler im eigenen Team zu integrieren. Denn eine positive Entwicklung kann natürlich auch einen positiven wirtschaftlichen Erfolg bedeuten, gerade wenn sich der Marktwert steigert. „Auch jeder Spieler, der es aus unserem Nachwuchs in die zweite oder dritte Liga schafft, ist für uns ein Erfolg“, sagt Keller, der schon im Sommer keinen Hehl daraus machte, dass er ein großer Fan von Leihgeschäften ist.
Kein Wunder, Leihen sind wenn man so will eine Win-Win-Win-Situation: Der Spieler erhält Spielpraxis, kann sich weiterentwickeln und gleichzeitig für höhere Aufgaben empfehlen. Eine Leihe kann den Karriereschub, in einigen Fällen den Durchbruch bedeuten. Der aufnehmende Verein erhält einen Akteur für kleines Geld, der allerdings darauf brennt, seine Karriere voranzutreiben. Dabei geht der Klub ein denkbar geringes Risiko ein. Funktioniert der Spieler nicht, kehrt er mit dem Ende der Leihe zu seinem Heimatklub zurück, hat der Verein eine Kaufoption vereinbart und der Spieler entwickelt sich positiv, steht ein Schnäppchen im Raum. Und: In der Branche ist es üblich, die Leihgebühr an die Anzahl der Einsätze zu koppeln. Je häufiger der Spieler zum Einsatz kommt, desto weniger Gebühr muss der Verein bezahlen.
Für den FC wird sich allerdings früher oder später die Frage stellen, wie es mit den Leihspielern konkret weitergeht. Kehren die Spieler wieder zum FC zurück, werden sie abgegeben oder folgt eine weitere Vertragsverlängerung mit der nächsten Leihe? Das wird vermutlich auch mit der Ligazugehörigkeit zusammenhängen. Sollten die Kölner im Sommer tatsächlich den Gang in die zweite Liga antreten müssen, werden wohl einige Akteure den FC verlassen. Und das auch im Falle der Transfersperre. Denn die Sanktion gilt nicht für abgehende Spieler. Diese dürfen nicht unter einer Sperre gegen den Verein leiden. Im Worst-Case-Szenario wird dem FC demnach nicht viel anderes übrig bleiben, als auf die eigenen Leihspieler und Akteure aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen.
Wie geht es mit den Leihspielern weiter?
Bei Jonas Urbig ist die Zukunft schon jetzt ziemlich eindeutig. Der Keeper ist Stammspieler bei Greuther Fürth, hat sich nach einer kleinen Krise gefangen und ist jetzt sicherer Rückhalt der Franken. Der 20-Jährige wird im kommenden Sommer nach Köln zurückkehren und soll dann den Platz hinter Marvin Schwäbe als Nummer zwei einnehmen. Mittelfristig soll er Schwäbe herausfordern und irgendwann wohl auch beerben. Zwar haben sich die vier Feldspieler in ihren „Gastvereinen“ ebenfalls festgespielt und sammeln die erhoffte Spielpraxis. „Er macht das richtig gut, spielt jedes Spiel von Anfang an und erzielt auch seine Tore. Das ist genau das, was wir mit der Leihe zu Fürth bezweckt haben. Wir freuen uns, dass Tim diese Leistungen zeigt und auch zu seinen Spielzeiten kommt. Wir schauen weiter gespannt auf seine Entwicklung“, sagt Baumgart beispielsweise über Tim Lemperle. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Akteure in der kommenden Spielzeit nicht für den FC auflaufen werden.
Denn sowohl für Soldo in der Innenverteidigung als auch für Schmid, Lemperle und Obuz in der Offensive ist die Konkurrenz weiterhin groß. Aktuell würden Jeff Chabot, Timo Hübers und Luca Kilian weiterhin beim FC unter Vertrag stehen – sollten die Abwehrspieler in Köln bleiben. Die Situation hätte sich für den jungen Kroaten nicht verbessert. Tatsächlich hat sich der Marktwert von Soldo seit seinem Wechsel zum FCK wieder verbessert. Auch wenn Davie Selke, Steffen Tigges und Florian Dietz bislang nicht durchweg überzeugen konnten, dürften sie vorerst die Nase gegenüber den möglichen offensiven Rückkehrern vorne haben. Zudem steht mit Damion Downs bereits das nächste Talent in der Startlöchern. Zwar kam Downs bislang nur auf wenige Einsatzminuten, doch das soll sich mittelfristig wohl ändern.
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