Nur vier FC-Profis waren mit ihren Teams auf Länderspielreise. Die Bilanz fällt allerdings erfreulich aus. Alle Spiele wurden gewonnen, dazu gab es die ersten Debüt-Treffer.
Sechs Siege verbuchten die vier Nationalspieler auf ihrer Länderspielreise, viel besser hätte die Ausbeute nicht sein können. Oder? Doch, drei der vier Spieler trugen sich in die Scorerliste ein. Die FC-Profis kehren mit Selbstvertrauen von der Länderspielreise zurück.

Ähnlich wie Steffen Baumgart ist auch Thomas Tuchel ein Freund der offenen Worte. Zumindest wenn die beiden Trainer etwas stört, werden sie schon mal energisch. Erst vor wenigen Tagen kritisierte Tuchel die Sky-Experten Didi Hamann und Lothar Matthäus, brach das Interview nach einem Spiel kurzerhand ab. Zuletzt kritisierte der Bayern-Coach die Ansetzung des Freitagabend-Spiels gegen den FC. Kein Wunder, sein Starensemble wird nach den Länderspielen erst Mittwoch und Donnerstag in München zurück erwartet, viel Zeit für eine Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel bleibt da nicht. „Wenn du international unterwegs bist und schon das halbe Jahr damit zu tun hast, dann hast du eine Länderspielpause, die auch keine Pause ist und dann kommen die Jungs einen Tag vor dem Spiel – da finde ich es verständlich, dass ein Trainer da nicht überglücklich ist“, stärkte Baumgart seinem Kollegen den Rücken.
FC-Kicker kehren mit Selbstvertrauen zurück
Tatsächlich erwischte es Baumgart, der ebenfalls kein großer Freund der Länderspiel-Unterbrechungen ist, in dieser Pause alles andere als schlecht. Nur vier Spieler gingen mit ihren Teams auf Reise. Dagegen waren weitere vier eigentliche Nationalspieler in Köln geblieben. Leart Pacarada aus organisatorischen Gründen, aber Dimtrios Limnios, Sargis Adamyan und Dejan Ljubicic wurden von ihren Nationaltrainern nicht berücksichtigt, weil sie momentan weit von ihrer Topform agieren. Vor allem bei den eigentlichen Stammspielern Pacarada und Ljubicic ein für Baumgart erfreulicher Umstand. Ob der Einsatz oder die späte Rückkehr der zahlreichen Münchner Nationalspieler nun ein Vorteil für den FC ist, glaubt Baumgart indes nicht. „Wer die Bayern im Moment spielen sieht, der weiß, dass es da wohl leider keine Vorteile geben wird“, sagte der 51-Jährige am Montag. Mit Eric Martel und Florian Kainz waren ebenfalls zwei Stammspieler der Geißböcke unterwegs.
Von Vorteil könnte für den FC allerdings ein anderer Faktor sein. Gleich mehrere der eigenen Nationalspieler haben sich eine gehörige Portion Selbstvertrauen auf der Länderspielreise geholt. Denn während Leroy Sané, Serge Gnabry oder Leon Goretzka mit ordentlich Frust die Heimreise aus der Nationalmannschaft angetreten haben dürften, gab es für die FC-Profis Grund zur Freude. So feierten alle vier Akteure in ihren Länderspielen ausschließlich Siege. Florian Kainz verbuchte mit Österreich jeweils einen 2:0-Erfolg über Estland und Deutschland. Mathias Olesen kam mit Luxemburg zu einem 4:1-Sieg über Bosnien-Herzegowina sowie einem knappen 1:0 gegen Liechtenstein. Und Eric Martel und Jan Thielmann feierten mit der U21 sowohl gegen Estland als auch gegen Polen jeweils einen 3:1-Erfolg und machten damit einen großen Schritt Richtung EM. Und nicht nur das: Eric Martel traf im Duell gegen die Polen zum ersten Mal im U21-DFB-Trikot und leitete damit die Wende gegen die starken Polen ein.
Frust bei Florian Kainz?
Auch Mathias Olesen erzielte sein Premieren-Tor für Luxemburg. Jan Thielmann bereitete immerhin einen Treffer vor, meldete sich aber mit starken Offensivaktionen auch im Nationaldress beeindruckend zurück. Einzig für Kainz dürfte die Länderspielreise mit ein wenig Frust verbunden gewesen sein. Beim 2:0-Erfolg über das Land seines Heimatklubs kam der FC-Kapitän nicht zum Einsatz, schmorte auf der Bank. Der Frust nach der 0:2-Pleite der DFB-Kicker, die am Freitag für München auflaufen, dürfte allerdings deutlich höher sein. Ob das am Ende ein Vorteil ist, wird man dann am Freitag sehen.
Die Nationalspieler des 1. FC Köln

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