Entscheidung am Samstag? So hält der 1. FC Köln heute die Klasse
Simon Bartsch
Zwar greifen die Geißböcke erst am Sonntag in den 33. Spieltag ein, doch die Entscheidung über die kommende Saison könnte bereits vorher fallen. So hält der 1. FC Köln bereits am Samstag die Klasse.
Der Klassenerhalt der Geißböcke ist so gut wie sicher. Nur noch in einer sehr weit entfernten Theorie könnte es noch einmal eng werden. Bereits am Samstag könnte die Entscheidung gefallen sein.
Jubel des 1. FC Köln nach dem Duell gegen St. Pauli (Foto: Stuart Frankin / Getty Images)
Auf große Rechenspiele hatten am Freitag weder René Wagner noch Frank Schmidt große Lust. Die beiden Trainer treffen am Sonntag bekanntlich mit ihren Mannschaften im direkten Duell aufeinander. Während die Kölner nur noch in einer ganz fernen Theorie absteigen können, geht es für das Tabellenschlusslicht ums nackte Überleben. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass sich für eine der beiden Mannschaften am Samstagabend das Fragezeichen in ein Ausrufezeichen verwandelt hat. Sollten St. Pauli und Wolfsburg punkten, steht Heidenheim als Absteiger so gut wie fest. Der Grund: Aktuell hat Heidenheim drei Punkte Rückstand auf die beiden Kontrahenten. Spielen die direkten Gegner in ihren Begegnungen unentschieden, kann der FCH mit einem Sieg bis auf einen Zähler an die Mannschaften heranrücken. Da sich die Kiezkicker und die Wölfe aber am letzten Spieltag direkt gegenüber stehen, könnte Heidenheim in dem Fall nur noch ein Remis der beiden Teams retten.
Schwere Aufgaben für St. Pauli und Wolfsburg
Beim FC verhält es sich im Grunde genau anders herum. Gewinnen Wolfsburg und St. Pauli nicht, ist der Klassenerhalt schon vor der Partie gegen Heidenheim auch rechnerisch sicher. Dabei ist die zweite Variante zumindest auf dem Papier die deutlich wahrscheinlichere. Denn St. Pauli ist zu Gast bei RB Leipzig. Gegen die Sachsen haben die Nordlichter erstaunlich oft gut ausgesehen. Allerdings haben die Hamburger die letzten acht Spiele nicht mehr gewonnen. Die Form zeigt ganz klar Richtung 2. Bundesliga, dabei schlitterte das Team von Alexander Blessin oft an einem Sieg vorbei, wie im Duell gegen die Geißböcke. Ein Sieg gegen RB wäre dennoch überraschend. Zumal Leipzig den Champions-League-Platz nach unten absichern will. Die Sachsen sind im eigenen Stadion zudem seit Januar ungeschlagen. Der VfL Wolfsburg spielt zu Hause gegen den FC Bayern München. Die Erinnerung an die 1:8-Pleite aus dem Hinspiel wird noch tief sitzen.
Überhaupt liegt der letzte Sieg der Wölfe gegen die Bayern mehr als zehn Jahre zurück. Und der Rekordmeister wird wohl eine Reaktion nach dem bitteren Aus in der Champions League zeigen wollen. Für den FC ist die Rechnung ganz einfach. St. Pauli und Wolfsburg haben nur dann überhaupt die Chance, den FC noch zu erreichen, wenn sie ihre Partien gewinnen. Erst dann müsste der FC am Sonntag einen Punkt einfahren, um den Klassenerhalt auch zu 100 Prozent einzutüten. „Wir wollen das Spiel gewinnen und dann ist es fix“, sagte René Wagner am Freitag. Spätestens dann braucht es ohnehin keine großen Rechenspiele mehr.
Vier Spieltage vor Saisonende hat es der FC in der eigenen Hand: Das spricht im Saisonfinale für den 1. FC Köln
Simon Bartsch
Der Auftritt beim FC St. Pauli war alles andere als rosig und auch nicht so wirklich vielversprechend. Und dennoch stehen die Chancen sehr gut, dass der FC auch in der kommenden Spielzeit wieder Bundesliga spielen wird. Darum hält der 1. FC Köln die Klasse.
Die Erleichterung nach dem 1:1-Unentschieden beim FC St. Pauli war bei den Kölnern verständlicherweise groß. Zum einen hatte es bei den Kiezkickern nicht unbedingt noch nach einem Zähler ausgesehen, zum anderen haben die Kölner ihre Situation durch das Remis minimal verbessert. Der Abstand zum Relegationsplatz ist gleich geblieben, nur hat die Konkurrenz nun ein Spiel weniger vor der Brust, in denen der Rückstand aufgeholt werden kann. Dennoch ist der FC natürlich noch nicht durch. Es sind immerhin noch zwölf Zähler zu vergeben. Gerade der Auftritt gegen St. Pauli war besorgniserregend. Und doch gibt es einige Punkte, die für den FC im Kampf um den Klassenerhalt sprechen.
Punktepolster: Durch die Ergebnisse vom Wochenende befinden sich noch acht Mannschaften in der (etwas) engeren Verlosung. Auf den FC warten mit Leverkusen und den Bayern zwei Top-Teams, dazu spielen die Kölner noch gegen die direkte Konkurrenz aus Berlin und Heidenheim. Nach dem Papier ist das sicher nicht das schwerste Restprogramm. So spielen Hamburg und Bremen beispielsweise ausschließlich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, gegen Teams, die noch nach Europa oder mehr schielen. Anders ist die Situation bei St. Pauli. Die Kiezkicker spielen noch gegen Leipzig, aber eben auch gegen die beiden Kellerkinder Heidenheim und am letzten Spieltag Wolfsburg. Mit vier Punkten aus den restlichen Partien sollte der Klassenerhalt möglich sein.
Comeback-Könige und Torgefahr
Comeback-Könige: Mit dem späten Treffer gegen die Kiezkicker holten die Geißböcke einmal mehr einen wichtigen Punkt nach einem Rückstand. Das gelang den Geißböcken bereits zum zehnten Mal in der laufenden Saison. Zehn Tore erzielten die Geißböcke in dieser Spielzeit in der Schlussviertelstunde, acht weitere in der Nachspielzeit. Besser sind in dieser Saison nur Stuttgart (16+4) und die Bayern (24+7), der BVB kommt ebenfalls auf 18 Tore (11+7). Einen Großteil der Treffer übernehmen insgesamt die Joker. Gleich elf Mal waren Einwechselspieler in dieser Saison erfolgreich.
Starker Rückhalt: Der FC kann sich seit einigen Wochen wieder komplett auf seinen Keeper verlassen. Marvin Schwäbe hielt schon gegen Eintracht Frankfurt mit einigen starken Paraden den Punkt fest. Nachdem der Torhüter gegen Bremen nicht viel zu tun bekam, einzig mit einem Strafstoß überwunden wurde, war Schwäbe auch gegen St. Pauli wieder bester Kölner, parierte vier Schüsse, einmal sensationell gegen Andréas Hountondji aus kurzer Distanz.
Kölner Torgefahr: Auch, wenn der Auftritt gegen St. Pauli es nicht vermuten lässt. Von den Abstiegskandidaten verfügen die Geißböcke über die höchste Torgefahr. So liegt der xGoals-Wert der Kölner bei 47. Einzig die top-Sechs der Liga erzeugt einen höheren Wert. Die 44 erzielten Tore bedeuten im Ligavergleich immerhin auch noch einen sehr guten achten Platz. Mit so vielen Treffern darf eine Mannschaft nicht in den Abstiegskampf rutschen. Im Gegenteil, die insgesamt ordentliche Torbilanz könnte am Ende noch einmal für die Kölner sprechen – denn es ist die mit Abstand beste der unteren Tabellenhälfte.
Positive Stimmung
Breite des Kaders: Nach der Rückkehr der zahlreicher Rekonvaleszenten kann FC-Coach René Wagner nahezu aus dem Vollen schöpfen. Aber eben nur nahezu. Denn mit Ragnar Ache fällt nun einer der wichtigen Offensivspieler aus, Wagner braucht eine Alternative. Dennoch ist der Kader in der Breite sehr stark, wie die zwölf Jokertore und 23 Torbeteiligungen von Einwechselspielern eindrucksvoll beweisen. Gerade in der Defensive hat der FC aktuell die Qual der Wahl.
Selbstvertrauen & Stimmung: Das ganz große Rad hat René Wagner ganz offensichtlich nicht gedreht – wie der Auftritt gegen St. Pauli vermuten lässt. Vor allem in der Kommunikation hat sich bei den Geißböcken viel verändert. Und das offensichtlich durchaus positiv. Einige Spieler blühen aktuell wieder auf, den Spielern werden negative Entscheidungen frühzeitig mitgeteilt. Da schafft Vertrauen gegenüber dem Trainer. Mit nunmehr vier Spielen ohne Niederlage in Serie dürften sich die Kölner auch genügend Selbstvertrauen für den Endspurt geholt haben.
Form, Restprogramm und Prognose der Abstiegskandidaten: Viel spricht für den FC, zittern muss noch ein ganz anderer
Redaktion
Nach dem 3:1-Erfolg über Werder Bremen hat sich die Ausgangssituation für den FC komplett verändert. Und die Geißböcke können am Freitag den nächsten Schritt gehen. Das Restprogramm des 1. FC Köln ist zudem eins der leichteren.
Fünf Punkte und ein starkes Torverhältnis trennen den FC vom Relegationsrang. Das Polster ist gewachsen, die Ausgangslage hat sich deutlich verbessert. Und die restlichen fünf Spieltage sprechen auch für die Domstädter.
Die Kölner Spieler jubeln nach einem Tor gegen Bremen
Form: Eigentlich wähnten sich die Eisernen schon auf der sicheren Seite. Doch nach nur zwei Siegen aus den vergangenen 14 Spielen geistert das Abstiegsgespenst durch Köpenick. Die Verantwortlichen zogen die Reißleine und entließen Steffen Baumgart. Nun soll Marie-Louise Eta das Ruder rumreißen. Das Polster zum Relegationsplatz ist mit acht Zählern bei fünf Spielen eigentlich ein großes.
Restprogramm: Zumal in den kommenden Gegnern noch Punkte stecken. Union bekommt es von den Top-Teams nur noch mit RB Leipzig zu tun. Neben dem Spiel gegen den FC warten noch die Begegnungen gegen Mainz, Augsburg und am Samstag Wolfsburg. Sollten die Eisernen gegen den Tabellenvorletzten gewinnen, sollte der Klassenerhalt so gut wie sicher sein.
Chancen: Angesichts des noch großen Polsters kam das Aus von Steffen Baumgart trotz der Negativbilanz recht überraschend. Bei fünf ausstehenden Spielen sollten maximal vier Punkte zum sichern Klassenerhalt reichen – vermutlich sogar weniger.
12. Hamburger SV 31 Punkte
Form: Nach einem kurzen Zwischensprint lief es zuletzt nicht mehr ganz so rund für die Rothosen. In den vergangenen acht Spielen holte das Team von Merlin Polzin nur noch einen Sieg – den im direkten Duell gegen Wolfsburg. Mit 31 Zählern ist das Polster zur gefährlichen Zone aber groß.
Restprogramm: Obwohl die Ausgangslage eine gute ist, ist der HSV alles andere als durch. Denn von den restlichen fünf Gegnern spielen mit Hoffenheim, Freiburg, Frankfurt und Leverkusen vier um den internationalen Wettbewerb, zum Teil sogar um die Königsklasse. Das fünfte Duell ist dann ausgerechnet das Derby gegen Bremen.
Chancen: Zwar hat es auch der HSV in den eigenen Händen und ein großes Polster, allerdings könnte tatsächlich das Saisonfinale mit den Spielen gegen die Top-sechs-Teams noch zum Faktor werden. Der HSV rutscht noch einmal rein, die Klasse wird der Aufsteiger dennoch halten.
13. 1. FC Köln 30 Punkte
Form: Dem FC ist gegen Bremen der Befreiungsschlag gelungen. Nach acht sieglosen Spielen in Folge gab es wieder drei Zähler und damit hat sich die Serie ein wenig gewandelt – nun sind es vier Spiele ohne Niederlage. Und die Leistung gegen Bremen lässt auf mehr hoffen.
Restprogramm: Schon am Freitag können die Kölner einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten vom Millerntor stünden die Geißböcke mit mindestens einem Bein auch in der kommenden Saison im Oberhaus. Mit Heidenheim trifft der FC noch auf das Tabellenschlusslicht. Allerdings geht es auch noch gegen den Tabellenführer sowie gegen Bayer Leverkusen und Union Berlin.
Chancen: Durch den Erfolg über Werder hat sich die Situation für den FC deutlich verbessert. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sowie ein starkes Torverhältnis sind vielversprechend. Selbst wenn die Kölner am Freitag nicht gewinnen sollten, sollte die Qualität des Kaders für den Klassenerhalt ausreichen.
14. Borussia Mönchengladbach 30 Punkte
Form: Zwar haben die Fohlen von den jüngsten fünf Spielen nur eins verloren, aber eben auch nur eins gewonnen. Nach dem 0:1 gegen Leipzig befindet sich die Borussia wieder in der Abstiegs-Verlosung. Immerhin hat Mönchengladbach gegen die direkten Konkurrenz stets gepunktet.
Restprogramm: Mit den Begegnungen gegen Dortmund und Hoffenheim warten noch zwei schwere Heimspiele. Zunächst empfängt die Borussia aber noch Mainz. Die beiden Auswärtspartien sind auf dem Papier lösbar. Es geht noch nach Wolfsburg und Augsburg.
Chancen: Ähnlich wie beim Rivalen ist das Polster mit fünf Zählern groß und in den ausstehenden Spielen weitere Zähler möglich. Ähnlich wie beim Rivalen stehen die Chancen auf den Liga-Erhalt demnach auch gut.
15. SV Werder Bremen 28 Punkte
Form: Auf den wichtigen Sieg gegen Wolfsburg folgten zwei Niederlagen. Das zwischenzeitliche Formhoch scheint wieder abgefallen zu sein. Zumal Werder in Köln wahrlich nicht überzeugte und das unabhängig der Unterzahl. Tatsächlich wird Bremen noch reichlich zittern.
Restprogramm: Denn von allen Kellerkindern steht der Mannschaft von Daniel Thioune das schwierigste Restprogramm bevor. Bremen trifft mit Stuttgart, Dortmund und Hoffenheim auf drei Teams aus der Top-sechs. An den letzten beiden Spieltagen stehen die Partie gegen die TSG und die Borussia an. Dazu gibt es am kommenden Spieltag noch das Derby gegen den HSV sowie das Heimspiel gegen Augsburg.
Chancen: Ausgerechnet das Nordderby könnte am Wochenende zum Fingerzeig werden. Sollte Bremen die Partie verlieren, steigt der Druck noch einmal erheblich. Denn das dritte Nordlicht sitzt Werder im Nacken. Durch die drei Top-Teams im Restprogramm könnte es dann für Bremen noch einmal richtig eng werden.
16. St. Pauli 26 Punkte
Form: Seit mittlerweile fünf Spielen wartet St. Pauli auf einen Erfolg. Das 0:5 gegen die Bayern am vergangenen Wochenende war besonders schmerzhaft. In der Formtabelle belegen die Kiezkicker den vorletzten Platz. Gerade in der Offensive hapert es. Nur zwei Tore erzielten die Nordlichter in den vergangenen fünf Spielen – kein Team weniger.
Restprogramm: Mit der Begegnung gegen den Rekordmeister ist die schwerste Aufgabe abgehakt. Von den vermeintlichen Top-Teams steht nun „nur“ noch Leipzig auf der Liste. Dagegen warten mit den Begegnungen gegen Köln, Heidenheim und Wolfsburg aber noch drei direkte Duelle auf St. Pauli. Zudem steht das Heimspiel gegen Mainz an.
Chancen: Über eine lange Phase zeigte sich St. Pauli sehr stabil und auf einem guten Weg, die Abstiegsplätze zu verlassen. Zuletzt stimmten die Ergebnisse nicht mehr. Dennoch spricht das Restprogramm dafür, dass Pauli mindestens den Relegationsplatz halten kann. Am letzten Spieltag könnte es zum Endspiel mit Wolfsburg kommen.
17. VfL Wolfsburg 21 Punkte
Form: Dass ein Trainerwechsel nicht immer die erhoffte Wirkung hat, zeigt der VfL Wolfsburg. Mit Paul Simonis und Daniel Bauer wurden bereits zwei Coachs bei den Niedersachsen entlassen. Der Erfolg ist bislang überschaubar. In der Formtabelle belegen die Wölfe mit nur einem Pünktchen den letzten Platz, in der gesamten Rückrunde gab es noch keinen Sieg, erst drei Unentschieden. Den letzten Sieg feierte der VfL am 17. Spieltag gegen St. Pauli.
Restprogramm: In den verbleibenden fünf Spielen stehen noch zwei gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte an – gegen Bayern und Freiburg. Die direkten Duelle gegen St. Pauli, Union Berlin und Gladbach werden bei vier Zählern Rückstand zum Relegationsplatz eigentlich zu Pflichtaufgaben.
Chancen: Wolfsburg steuert dem ersten Abstieg der Vereins-Geschichte entgegen. Mittlerweile ist auch der Effekt des Trainerwechsels zu Dieter Hecking wirkungslos verpufft. Für die Wölfe wird es in dieser Spielzeit wohl sehr sehr eng. Die Entscheidung dürfte am letzten Spieltag fallen.
18. 1. FC Heidenheim 19 Punkte
Form: Eigentlich sah die Mannschaft von der Ostalb bereits wie der sichere Absteiger aus. Seit Anfang Dezember hatte das Team von Frank Schmitt keinen Dreier mehr eingefahren. Bis zum vergangenen Spieltag. Da gab es ein 3:1 gegen Union Berlin und damit ein kleiner Befreiungsschlag. Fünf Punkte holte Heidenheim aus den jüngsten drei Spielen und zumindest der Relegationsplatz scheint wieder möglich.
Restprogramm: Dennoch spricht nicht viel für den Klassenerhalt der Heidenheimer. Ein kleiner Vorteil liegt im Saisonfinale. Das Tabellenschlusslicht spielt nur noch gegen eine Mannschaft aus der Top-Sechs (Bayern), hat dafür aber noch zwei Partien gegen direkte Konkurrenten vor der Brust.
Chancen: Und dennoch sind die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wohl nur noch sehr geringe. Heidenheim liegt sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. Für eine Mannschaft, die einen Sieg aus den vergangenen 16 Partien holte, fehlt die Fantasie, wie der Rückstand aufgeholt werden kann. Seit dem 2. Spieltag belegt das Team von der Ostalb durchgehend einen der letzten drei Tabellenplätze.
Form, Restprogramm und Chancen der Abstiegskandidaten: Das spricht für den FC, das dagegen
Simon Bartsch
Sieben Spieltage vor dem Saisonende hat der FC noch einmal den Trainer gewechselt, um einen positiven Impuls zu setzen. Aktuell belegt Köln Rang 15. Nach wie vor liegt also alles in den Händen des FC. Der 1. FC Köln und die Konkurrenz im großen Abstiegscheck.
Zwei Punkte trennen den FC vom Relegationsrang. Das Polster ist klein, die Ausgangslage aber noch akzeptabel. Es müssen nur Punkte her. Und die Konkurrenz muss ebenfalls Zähler einfahren. Das wird nicht unbedingt einfach.
Form: Nachdem Urs Fischer das Team übernommen hat, ist es kaum wiederzuerkennen. Sechs Zähler sammelten die Rheinhessen an den ersten 13 Spieltagen. Seit Fischer da ist, waren es 18. Mainz hat sich auf den elften Platz hoch gearbeitet. Auch, weil die Defensive besser steht. So hat der Schweizer den Gegentor-Schnitt von 1,8 auf 1,3 mit seiner Mannschaft drücken können. Von den vergangenen fünf Spielen verlor Mainz keins und holte gute neun Punkte.
Restprogramm: Das Team von Urs Fischer hat nur noch zwei Top-Teams der Liga vor der Brust. Am Wochenende steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim an, Ende April erwartet der FSV noch die Bayern. Es gibt aber auch noch direkte Duelle mit Gladbach, St. Pauli und Heidenheim.
Chancen: Die Ausgangslage ist für die Rheinhessen mittlerweile eine sehr gute. Mit den 30 Zählern steht Mainz mit einem Bein auch für die kommende Spielzeit in Liga eins. Zudem können die 05er Abstiegskampf – zumindest sind die Mainzer in all den Jahren nur einmal abgestiegen. Das dürfte auch in diesem Jahr so bleiben.
12. Hamburger SV 30 Punkte
Form: Nach einem kurzen Zwischensprint lief es zuletzt nicht mehr ganz so rund für die Rothosen. Aus den vergangenen sechs Spielen holte das Team von Merlin Polzin nur noch einen Sieg – den im direkten Duell gegen Wolfsburg. Mit 30 Zählern ist der HSV allerdings auch schon so gut wie durch.
Restprogramm: Obwohl die Ausgangslage eine gute ist, ist der HSV alles andere als durch. Denn das Restprogramm hat es durchaus in sich. Zum einen, weil Hamburg noch vier Mal in der Fremde ran muss. Zum anderen stehen noch Begegnungen gegen einige Topteams wie Leverkusen, Stuttgart und Hoffenheim an. Als direktes Duell gibt es noch den Leckerbissen gegen Bremen – das Nordderby.
Chancen: Zwar hat es auch der HSV locker in den eigenen Händen, allerdings könnte tatsächlich das Saisonfinale mit den Spielen gegen die Top-sechs noch zum Faktor werden. Der HSV rutscht noch einmal rein, aber die Klasse wird dennoch gehalten.
13. Borussia Mönchengladbach 29 Punkte
Form: Die Situation ist kompliziert, kann man wohl sagen. Zwar haben die Fohlen aus den vergangenen fünf Spielen ordentliche sieben Punkte geholt. Allerdings hat die Borussia von den vergangenen elf Partien auch nur zwei Spiele gewonnen. Zu allem Gladbacher Überfluss leidet Topscorer Haris Tabakovic aktuell unter Ladehemmungen. In den vergangenen fünf Spielen traf der Stürmer nicht.
Restprogramm: Das ist auch für die Borussia alles andere als einfach. Zwar hat die Mannschaft von Eugen Polanski noch vier Heimspiele vor der Brust. Und doch könnten die Partien in der Fremde das Zünglein an der Waage sein. Denn Gladbach hat von den letzten acht Auswärtsspielen nicht eins gewonnen. Zudem stehen auch noch einige schwere Spiele an. Unter anderem gegen den BVB, Heidenheim und Leipzig. Es gibt aber auch noch zwei direkte Duelle gegen die beiden Kellerkinder Heidenheim und Wolfsburg.
Chancen: Mit einem Erfolg gegen Heidenheim im Heimspiel am kommenden Wochenende könnten die Fohlen schon ziemlich viel in trockene Tücher bringen. Bei einer Niederlage würde Gladbach dann aber noch einmal ein wenig unter Druck geraten.
14. Werder Bremen 28 Punkte
Form: Nach kleineren Startschwierigkeiten hat Daniel Thioune den Zündschlüssel in Bremen gefunden. Von den vergangenen vier Spielen hat Werder drei Begegnungen gewonnen und ist damit auf Rang 14 geklettert. Mit neun Zählern aus den vergangenen fünf Spielen belegt Werder den sechsten Platz der Formtabelle. Allerdings hat sich ein Kernproblem noch nicht verändert. Bremen benötigt die meisten Versuche, um ein Tor zu erzielen.
Restprogramm: Das hat es so richtig in sich. Zwar stehen noch die direkten Duelle gegen Köln und Hamburg an, doch das Team von Daniel Thioune trifft auch noch auf vier Mannschaften aus der Top-Sechs. Zu Hause stehen noch die Spiele gegen Dortmund und Leipzig an, auswärts geht es gegen Stuttgart und Hoffenheim.
Chancen: Werder befindet sich aktuell in guter Verfassung, hat sich aus der größten Not herausgespielt. Doch auf der Zielgeraden warten noch Stuttgart, Hoffenheim und am letzten Spieltag Dortmund. Bremen sollte also alles daran setzen, den Klassenerhalt in den kommenden Wochen in trockene Tücher zu bringen. Nicht aus Sicht der Kölner Anhänger. Denn in zwei Wochen wird das Spiel gegen den FC angepfiffen.
15. 1. FC Köln 26 Punkte
Form: Die Form ist bekannt – sie ist schlecht. Kein Sieg in den vergangenen sieben Spielen, zwei Erfolge in den jüngsten 18 und in dieser Phase zwölf Punkte. Beim FC hofft man natürlich auf einen Trainereffekt durch die Beförderung von René Wagner. Allerdings zeigen Studien, dass sich jene Effekte in Grenzen halten. Immerhin: Wenn es eine Auswirkung gibt, dann meist eine kurzfristige – und genau die braucht es in Köln.
Restprogramm: Da können sich die Geißböcke eigentlich nicht beschweren. Denn im Vergleich zu einigen Konkurrenten ist das auf dem Papier nicht das Allerschwerste. Allerdings steht am letzten Spieltag noch das Auswärtsspiel gegen die Bayern an. Bis dahin sollte der FC also nach aller Möglichkeit durch sein. Zwar steht mit Leverkusen noch ein weiteres Topspiel an, doch die Geißböcke haben auch noch drei Partien gegen die direkte Konkurrenz (St. Pauli, Bremen und Heidenheim).
Chancen: Wenn René Wagner die richtigen Stellschrauben findet, kann es für den FC gut ausgehen. Immerhin stehen die Geißböcke noch über dem Strich. Allerdings sind dafür auch einige Siege unerlässlich und daran haperte es bekanntlich zuletzt. Mit drei direkten Duellen vor der Brust ist alles möglich.
16. St. Pauli 24 Punkte
Form: Nach der kleinen Hochphase mit drei Siegen in vier Spielen im Februar, unter anderem mit Stuttgart und Hoffenheim, fehlten zuletzt wieder die Siege. Im März folgte nur ein Zähler. Immerhin zeigt sich die Defensive der Kiezkicker sehr stabil. In den vergangenen fünf Spielen gab es insgesamt nur fünf Gegentore. Mit sieben Punkten aus den vergangenen fünf Partien steht Pauli aber noch immer recht ordentlich in der Formtabelle da.
Restprogramm: Das Millerntor zeigte sich in den vergangenen Wochen als wahre Festung. Von den vergangenen sieben Heimspielen ging nur das letzte verloren. Da passt es für die Kiezkicker, dass noch vier Partien vor dem eigenen Publikum ausgetragen werden. Zudem stehen mit Mainz, Heidenheim, Köln und Wolfsburg noch vier direkte Duelle an. Allerdings trifft St. Pauli noch auf die Bayern und auf Leipzig.
Chancen: Über eine lange Phase zeigte sich St. Pauli sehr stabil und auf einem guten Weg, die Abstiegsplätze zu verlassen. Zuletzt stimmten die Ergebnisse nicht mehr. Dennoch spricht das Restprogramm dafür, dass Pauli mindestens den Relegationsplatz halten kann. Am letzten Spieltag könnte es zum Endspiel mit Wolfsburg kommen.
17. VfL Wolfsburg 21 Punkte
Form: Dass ein Trainerwechsel nicht immer die erhoffte Wirkung hat, zeigt der VfL Wolfsburg. Mit Paul Simonis und Daniel Bauer wurden bereits zwei Trainer bei den Niedersachsen entlassen. Der Erfolg ist bislang überschaubar. In der Formtabelle belegen die Wölfe mit nur einem Pünktchen den letzten Platz, in der gesamten Rückrunde gab es noch keinen Sieg, erst drei Unentschieden.
Restprogramm: In den verbleibenden sieben Spielen stehen noch fünf gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte an – unter anderem gegen Bayern, Frankfurt und Leverkusen. Die direkten Duelle gegen St. Pauli und Gladbach werden also absolute Pflichtaufgaben.
Chancen: Wolfsburg steuert dem ersten Abstieg der Vereins-Geschichte entgegen. Zumal nun erst einmal die Partien gegen Leverkusen und Frankfurt anstehen. Kein leichter Auftakt in das Saisonfinale. Sollten beide Partien verloren gehen, ist auch der Effekt des letzten Trainerwechsels zu Dieter Hecking wirkungslos verpufft. Für die Wölfe wird es also sehr eng.
18. 1. FC Heidenheim 15 Punkte
Form: Seit 14 Begegnungen wartet das Tabellenschlusslicht mittlerweile auf einen Sieg. Damit ist Heidenheim das einzige Team der Liga, das in diesem Jahr noch keinen Dreier eingefahren hat. Immerhin luchste die Mannschaft von Frank Schmitt den Schwergewichten Leverkusen und Stuttgart zuletzt jeweils einen Punkt ab.
Restprogramm: Nicht mehr viel spricht für den Klassenerhalt der Heidenheimer. Ein kleiner Vorteil liegt im Saisonfinale. Das Tabellenschlusslicht spielt nur noch gegen eine Mannschaft aus der Top-Sechs (Bayern), hat dafür aber vier Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte vor der Brust.
Chancen: Und dennoch sind die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wohl nur noch sehr geringe. Heidenheim liegt mittlerweile neun Punkte hinter dem Relegationsplatz. Für eine Mannschaft, die seit 14 Spielen auf einen Sieg wartet, fehlt die Fantasie, wie der Rückstand aufgeholt werden kann. Seit dem 2. Spieltag belegt die Mannschaft von der Ostalb durchgehend einen der letzten drei Tabellenplätze.
Umgekehrte Vorzeichen: Der 1. FC Köln kann sich nicht wie 2024/25 auf eine schwache Konkurrenz verlassen
Simon Hense
Vor einem Jahr gelang dem FC der Aufstieg auch deshalb, weil die anderen Top-Teams der zweiten Liga viele Punkte liegen ließen. Diese Saison punkteten zuletzt aber viele der anderen Abstiegskandidaten besser: Der 1. FC Köln kann sich nicht auf Fehler der Konkurrenz verlassen.
Seit mittlerweile sechs Partien haben die Geißböcke keinen Sieg mehr geholt. So hat der FC seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze verspielt. Denn im Gegensatz zur Vorsaison, als es im Aufstiegskampf bei allen Teams nur sehr langsam voranging, holte die Kölner Konkurrenz im Gegensatz zu den Domstädtern dieses Jahr zuletzt wichtige Punkte.
Es hatte ein bisschen was von einem Schneckenrennen in der vergangenen Saison. Im Aufstiegskampf in der zweiten Liga ließen die Kölner immer wieder Punkte liegen. Das führte bekanntlich letztendlich zur Entlassung von Trainer Gerhard Struber nach einem schwachen Unentschieden gegen den späteren Absteiger Jahn Regensburg. Dann rettete aber mit zwei Siegen aus den letzten beiden Partien Friedhelm Funkel den Geißböcke doch noch den Aufstieg. Dass das überhaupt noch möglich war, lag allerdings zu großen Teilen an der Konkurrenz im Kampf um die vorderen Plätze. Denn nicht nur der FC strauchelte häufig. Die anderen Aufstiegskandidaten wie der HSV, Elversberg, Paderborn, Magdeburg oder Düsseldorf zeigten ebenfalls einige Schwächen und konnten die Kölner Patzer nicht nutzen. Etwa ein Jahr später im Abstiegskampf der Bundesliga stellt sich die Situation der Geißböcke jedoch anders dar.
Konkurrenz macht Druck
Denn erneut hat der FC bereits einige Chancen liegen gelassen, um dem eigenen Saisonziel – dem Klassenerhalt – ein Stück näher zu kommen. Nur zwei Siege aus den vergangenen 17 Spielen, also quasi nach einer kompletten Hin- beziehungsweise Rückrunde, sprechen eine deutliche Sprache. Während 2024/25 die Konkurrenz jedoch häufig für die Kölner spielte, feierten viele der anderen Abstiegskandidaten diese Spielzeit gerade in den vergangenen Wochen wichtige Erfolgserlebnisse. Von den Mannschaften zwischen einschließlich Platz Elf und Platz 17 holte kein Team weniger Punkte in den vergangenen fünf Spielen als die Geißböcke. Nur der VfL Wolfsburg kam ebenso wie die Domstädter auf magere zwei Zähler.
Der Hamburger SV konnte in dieser Zeit fünf Punkte einholen, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05 und Werder Bremen sogar jeweils sechs. Die meisten Zähler heimste der FC St. Pauli mit sieben ein. Daran zeigt sich, dass sich die Kölner nicht wie in der vergangenen Saison darauf verlassen können, dass die Konkurrenz gerade in der Endphase schwächelt. Der Vorsprung, den die Geißböcke nach dem starken Start in die aktuelle Spielzeit hatten, ist inzwischen durch die vergangenen Wochen aufgebraucht. Ein Zähler beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz noch.
Noch einige Duelle mit der direkten Konkurrenz
Gleichzeitig haben es die Geißböcke aber noch in der eigenen Hand. Denn gegen einige der Konkurrenten stehen noch direkte Duelle an. Zum Beispiel am Wochenende das Derby gegen Gladbach oder zwei beziehungsweise drei Partien später gegen Bremen und St. Pauli. Punkte in diesen Begegnungen sind für Lukas Kwasniok und seine Mannschaft Pflicht. Hoffnung macht dafür vielleicht, dass der FC in vielen Spielen zuletzt zumindest ordentliche Leistungen zeigte.
Das sah vor einem Jahr noch anders aus. Denn 2024/25 spielte der FC häufig spielerisch dürftigen Fußball, holte so aber trotzdem genügend Punkte, um dank der Schwächen der anderen Top-Mannschaften am Ende aufzusteigen. Während die Auftritte diese Saison – gemessen natürlich jeweils am Niveau im Vergleich zum Rest der Liga – besser sind, fehlen jetzt jedoch noch mehr als vor einem Jahr die Ergebnisse. Und wegen der zuletzt erfolgreicheren Konkurrenz können die Geißböcke nicht darauf vertrauen, dass sich der Abstiegskampf wie vor einem Jahr der Aufstiegskampf zu einem Schneckenrennen entwickelt.
Zwei Punkte zum Relegationsplatz: Die Konkurrenz überrascht und erhöht den Druck auf den 1. FC Köln
Simon Bartsch
Die 0:2-Niederlage gegen den FC Augsburg gewinnt am Samstag noch ein wenig an Brisanz für den 1. FC Köln: Die Konkurrenz überrascht und erhöht den Druck.
Für den FC wird die Situation im Abstiegskeller noch ein wenig brisanter. Die Kölner unterlagen bekanntlich dem FC Augsburg 0:2. Am Samstag überraschten aber die Keller-Kinder. Bis auf Heidenheim punktete die direkte Kölner Konkurrenz. Zum Teil sogar dreifach.
St.Pauli feiert das Tor gegen die TSG Hoffenheim. (Foto: Sebastian Widmann / Getty Images)
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Lukas Kwasniok brachte es nach dem 0:2 gegen den FC Augsburg am Freitagabend auf den Punkt. Der Trainer der Geißböcke sprach davon, dass der Druck natürlich nun weiter wachsen würde. Kein Wunder, der FC holte aus den vergangenen vier Spielen gerade einmal einen von zwölf möglichen Punkten. Die Folge: Die Abstiegsplätze kommen immer ein Stückchen näher. „Wir haben immer das Gefühl, ein Spiel gewinnen zu können. De facto ist es so, dass wir zu viele nicht gewinnen“, sagte Lukas Kwasniok. „Wir holen zu wenig Punkte. Das ist einfach zu wenig, wenn du dich von unten absetzen willst. Ansonsten bist du bis zum Schluss dabei.“ Nach den Samstagsspielen hat sich die Situation für den FC noch einmal deutlich verstärkt und der Druck ist nochmal gewachsen.
St. Pauli überrascht Hoffenheim
Sollten die Kölner Anhänger auf Erfolge der Favoriten gegen die direkte Konkurrenz gehofft haben, so wurden sie in den Begegnungen eines besseren belehrt. Der FC rutscht auf den 13. Tabellenplatz ab, das ist aber eher das kleinere Problem. Mit dem Last-Minute-Elfmeter setzte sich Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Union Berlin durch und zog an den Kölnern vorbei. Da aber St. Pauli überraschend 1:0 in Hoffenheim dreifach punktete und Werder Bremen das Keller-Duell gegen den 1. FC Heidenheim 2:0 gewann, beträgt der Vorsprung der Kölner auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte. Sollte der VfL Wolfsburg in Stuttgart die Überraschung gegen den VfB schaffen und am Sonntag auch drei Punkte einfahren, würde der Vorsprung sogar nur noch einen Punkt betragen.
Und der FC hatte sogar noch ein wenig Glück im Unglück. Denn der 1. FSV Mainz stand ebenfalls vor einer großen Überraschung, führte bis kurz vor Schluss 1:0 bei Bayer 04, bevor Laterkusen wieder einmal zuschlug. Am kommenden Samstag empfängt der FC den BVB. Ebenfalls eine schwere Aufgabe. Sollten die Kölner gegen Dortmund verlieren, könnten die Geißböcke auf einen der Abstiegsplätze abrutschen.
Nach Pleite des 1. FC Köln: „Willkommen in der Bundesliga“? Willkommen im Abstiegskampf
Simon Bartsch
Nach dem furiosen Saisonstart lief es zuletzt nicht mehr rund bei den Geißböcken. Das erarbeitete Punkte-Polster auf die Abstiegsränge ist aktuell auf vier Zähler geschmolzen für den 1. FC Köln: Der FC ist im Abstiegskampf angekommen.
Die beiden verbleibenden Duelle der Hinrunde gegen Heidenheim und die Bayern werden nicht einfach werden für Trainer Lukas Kwasniok und sein Team beim1. FC Köln: Der FC ist im Abstiegskampf angekommen.
Lukas Kwasniok ist nicht zufrieden
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Dominique Heintz hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Der ehemalige U21-Nationalspieler kommt auf mehr als 300 Pflichtspiele in den höchsten beiden deutschen Spielklassen, Europa League und DFB-Pokal. Der 32-Jährige weiß, wovon er spricht, wenn er denn vor den Mikrofonen spricht. „Willkommen in der Bundesliga, jeder kleine Fehler wird sofort bestraft“, sagte der Innenverteidiger beispielsweise nach dem bitteren 0:1 gegen Union Berlin. Fußball gilt tatsächlich als Fehlersport, es gibt Experten, die behaupten, jedes Spiel würde ohne individuelle Fehler torlos ausgehen. Rein statistisch unterliefen den Eisernen am Samstagnachmittag mehr Fehler als den Geißböcken, doch waren die der Kölner folgenschwerer. Der schwache Klärungsversuch vor dem 0:1, die Rote Karte von Rav van den Berg.
Das Punkte-Polster beim FC schmilzt
Der FC hat vor allem durch individuelle Fehler in den vergangenen Wochen den Faden des Saisonauftakts verloren und eben viel zu wenig Spiele gewonnen. Sei es durch die kapitale Aussetzer wie von Kristoffer Lund, die zu den Elfmetern gegen Gladbach führten oder Aktionen wie jüngst die Rote Karte von Rav van den Berg. Nur zwei von möglichen 18 Punkten gab es seit dem Erfolg über den Hamburger SV Anfang November. In den Duellen gegen vermeintliche Gegner auf Augenhöhe wie Bremen, Union, St. Pauli oder Gladbach erzielten die Geißböcke insgesamt drei Treffer. Vor allem die spielerischen Elemente fehlten, die dem FC Punkte hätten bescheren können. Auf der anderen Seite liegt das letzte Duell ohne Gegentreffer fast zwölf Wochen zurück.
„Wir müssen nüchtern und ruhig einordnen“, sagte Lukas Kwasniok. „Ein Punkt hätte uns heute sicher gutgetan, aber wir sind mittendrin in diesem Klassenerhaltskampf. Mittendrin statt nur dabei.“ Am Ende des Spieltags konnten die Kölner sogar glücklich sein, dass sich das 0:1 gegen die Truppe von Steffen Baumgart nicht noch negativer auswirkte. Die beiden Abstiegskandidaten aus Mainz und St. Pauli trennten sich torlos, der 1. FC Heidenheim kassierte eine derbe 0:4-Klatsche gegen die Bayern. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt zur Winterpause noch satte vier Zähler. Auch die Ausbeute von 16 Punkten aus den bisherigen 15 Spielen ist durchaus eine, mit der ein Aufsteiger leben kann.
Als nächstes ein richtungweisendes Spiel gegen Heidenheim
Auf den ersten Blick scheint die Situation also noch recht komfortabel zu sein für den FC. Doch der Schein trügt. Denn nach der Winterpause geht es zunächst auswärts gegen Heidenheim. Sollten die Geißböcke Anfang Januar dort ebenfalls keine Punkte mitnehmen, schmilzt das Polster auf das Team von der Ostalb auf nur noch einen Zähler an. Während Heidenheim gegen den Abstiegskonkurrenten Mainz spielt, wartet auf den FC der FC Bayern München. Ein Duell, bei dem Kwasniok und Co. wohl eher keine Punkte eingeplant haben dürften. Mit zwei Niederlagen in den verbleibenden beiden Spielen würde sich der FC also ausgerechnet zum Ende der Hinrunde Richtung Abstiegsrang bewegen. Mit der Ruhe wäre es dann in Köln gänzlich vorbei.
Heintz kommt nicht nur auf mehr als 300 Pflichtspiele, der Innenverteidiger hat in seiner Karriere gleich mit mehreren Clubs gegen den Abstieg gespielt. Der Routinier weiß also nicht nur, wovon er redet, er weiß, dass die Stunde bereits jetzt geschlagen hat. Der FC ist im Abstiegskampf angekommen.