Warum die 17 Millionen Kaminski-Einnahmen nicht 17 Millionen Spieler-Ausgaben sind

Jakub Kaminski soll ein Angebot aus England vorliegen
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Warum die 17 Millionen Kaminski-Einnahmen nicht 17 Millionen Spieler-Ausgaben sind

Mit Jakub Kaminski hat der FC den zweitteuersten Abgang der Vereinsgeschichte zu vermelden. 17 Millionen Euro haben die Geißböcke für den Spieler erhalten. Doch Eins-zu-Eins werden die nicht in neue Spieler fließen beim 1. FC Köln: Warum Millionen-Einnahmen nicht gleich Ausgaben sind.

Zwar nicht die erhofften 20, aber immerhin 17 Millionen Euro hat der FC für Offensivspieler Jakub Kaminski aus Lissabon erhalten. Die sollen wieder in den Kader gesteckt werden. Doch es werden eben nicht 17 Millionen sein. Denn Einnahmen sind nicht gleich Ausgaben.

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Der Name ist klangvoll: Edson Álvarez – zumindest ist der Mexikaner in seiner Heimat eine Art Volksheld. Mehr als 100 Begegnungen hat der Mittelfeldspieler für sein Land bestritten, wurde einst für knapp 40 Millionen Euro nach West Ham verkauft. Und jener Edson Álvarez hat es nun in das Notizbuch von Thomas Kessler geschafft. Die Gespräche laufen, doch eine Einigung wird nicht leicht zu erreichen sein. Das hat zwei Gründe: Zum einen dürften die Gehaltsvorstellungen dann doch sehr weit auseinanderklaffen, zum anderen erscheint zumindest ein Kauf bei einem Marktwert von 15 Millionen Euro schwierig. Zumal West Ham eben 38 Millionen für den Spieler bei Ajax auf den Tisch gelegt hat. Nun steht auch eine Leihe im Raum. Und dann gibt es da die Idee, dass der FC doch gerade für Jakub Kaminski 17 Millionen kassiert hat, die könnte man doch nun gut in den neuen Kader stecken und plötzlich erscheint zumindest der Kauf von Álvarez gar nicht mehr utopisch. Oder doch? Mal ganz abgesehen davon, dass die Kölner gleich mehrere Baustellen zu schließen haben, bedeuten 17 Millionen Euro Einnahmen eben nicht 17 Millionen Euro für neue Spieler.

„Fallen die jetzt einfach in die Kasse? Die Antwort ist Nein!“

Das erklärt Philipp Türoff auch im aktuellen Podcast bei fc.de. Allerdings an einem Beispiel um einen (sich nicht anbahnenden, beispielhaften) Transfer von Said El Mala. „Die einfache Vorstellung, so ein Transfer würde zustande kommen und der 1. FC Köln bekommt jetzt mal 40 Millionen Euro. Fallen die jetzt einfach in die Kasse? Kann ich die einfach ausgeben? Die Antwort ist erst einmal: Nein“, sagt Türoff. „Wenn ich für einen Spieler, den wir für ein deutlich geringeres Geld gekauft haben, für eine solche Summe verkaufe, dann haben wir erst einmal als Unternehmen einen außerordentlichen Gewinn in unserem Geschäftsjahr erwirtschaftet und auf diesen Gewinn guckt als aller erstes Mal das Finanzamt.“

Die Rechnung 40 Millionen Euro für einen Spieler erhalten und die direkt in neue Spieler zu investieren, um auf eine Plusminus-Null-Bilanz vor dem Finanzamt zu kommen, sei auch nicht gegeben. „Wenn wir beispielsweise einen El Mala für 40 Millionen verkaufen und ich kaufe einen Spieler für 40 Millionen und gebe ihm einen Vierjahresvertrag, dann kostet er mich in den kommenden vier Jahren zehn Millionen bilanziell. Für die 30, die dann übrig bleiben, will das Finanzamt Steuern“, sagt Türoff. Eins-zu-eins können die kompletten Einnahmen aus rein steuerlichen Gründen schon gar nicht ausgegeben werden. Türoff unterscheidet dabei zwei Perspektiven, die im öffentlichen Diskurs regelmäßig vermischt werden. Auf der Liquiditätsebene kann ein Transfer tatsächlich nahezu neutral verlaufen — Geld kommt rein, Geld geht raus. Auf der steuerlichen Ebene sei das jedoch eine völlig andere Rechnung.

Verschiedene Faktoren nach Verkauf

Hinzu kommen weitere Faktoren, die den tatsächlichen Spielraum eines Transfers erheblich einschränken: Weiterkaufsbeteiligungen für den abgebenden Verein, Beraterkosten, Gehaltspakete für neu verpflichtete Spieler. Jeder Vertrag, den der FC abschließt, ist nicht nur eine einmalige Ausgabe — er ist eine langfristige Verpflichtung. „Mit jedem Vertrag lege ich fest, dass wir das Gehalt in den Folgejahren stemmen müssen.“ Und auch der Solidaritätsbeitrag, von dem die Geißböcke in der Vergangenheit immer mal wieder profitierten, ist ein Faktor. Im Fall von Jakub Kaminski erhalten Lech Posen, Szombierki Bytom und selbst der VfL Wolfsburg 800.000 Euro. Zudem betonte Türoff, dass die aktuellen Verkäufe ja auch in eine Zeit fallen, in der größere finanzielle Projekte wie der Bau des Leistungszentrums anstehen.

Nichtsdestotrotz hat der FC nun eine stolze Summe kassiert. Dem Vernehmen nach soll das Budget vor dem Abschied von Kaminski bei rund zehn Millionen Euro gelegen haben, nun kommt ein zweistelliger Millionenbetrag dazu. Der FC kann sich durchaus ein Regalfach höher anschauen. Eine Ausgabe von 15 Millionen Euro für einen Edson Álvarez macht das nicht wahrscheinlicher. Dort werden die Kölner nach einer anderen Lösung suchen.

Für die Anhänger, die sich also fragen, warum der 1. FC Köln nach dem Kaminski-Verkauf nicht sofort mit großen Neuverpflichtungen aufwartet, lautet die nüchterne Antwort: Weil Fußball-Transfers Unternehmenstransaktionen sind — mit Steuerpflicht, Bilanzregeln und langfristigen Verpflichtungen. Die Millionen, die ankommen, sind nicht dieselben Millionen, die ausgegeben werden können.


Philipp Türoff gibt Kaderbudget und Saisonziel des 1. FC Köln für die kommende Saison vor

Philipp Türoff vom 1. FC köln
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Philipp Türoff gibt Kaderbudget und Saisonziel des 1. FC Köln für die kommende Saison vor

Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga steht der 1. FC Köln wieder da, wo er als Traditionsverein hingehört, in der Bundesliga. Doch nicht nur sportlich hat sich bei den Geißböcken einiges getan. Auch finanziell steht der FC wieder auf beiden Beinen und hat wieder Handlungsspielraum. Das sagt Philipp Türoff zur finanziellen Entwicklung des 1. FC Köln und den Zielen.

Im vereinseigenen Interview äußert sich der Geschäftsführer der Geißböcke zur Situation des FC. Das sagt Philipp Türoff zur finanziellen Entwicklung des 1. FC Köln und den Zielen.

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Die verangenen Jahre hielten für den 1. FC Köln ein Auf und Ab bereit. Mit der Transfersperre, der desolaten finanziellen Situation und dem Abstieg in die 2. Bundesliga blickt der Verein auf eine schwere Zeit zurück. Doch nun hat sich die Lage am Geißbockheim deutlich verbessert. Die FIFA-Sanktionen liegen in der Vergangenheit, der FC spielt wieder erstklassig und auch die finanzielle Situation hat sich merklich verbessert. Im vereinseigenen Interview im GeißbockEcho sprach Geschäftsführer Philipp Türoff über seinen „geil krassen Höllenritt“ der vergangenen drei Jahre im Amt. Besonders gegen Ende der Saison hätte der Blick aufs Spielfeld seinen Puls beschleuningt. Dabei wäre laut des Geschäftsführers der FC sowohl im Aufstiegs- als auch im Nicht-Aufstiegs-Szenario handlungs- und entwicklungsfähig gewesen. „Wir haben in den vergangenen Jahren gut gehaushaltet und uns dadurch stabilisiert“, so der 49-Jährige.

Unerwartete Einnahmen verbesserten die Situation

Es sei zwar „keineswegs so, dass wir auf einem Festgeldkonto sitzen und nun viel Geld ausgeben können, aber der FC ist wieder gesund und wir haben Handlunspielräume“, so Türoff. Und genau diese hätte der FC in beiden Szenarien dazu genutzt, um „die höchste Priorität anzugehen und uns sportlich wieder dahin zu bewegen, wo wir den 1. FC Köln sehen – nämich als fest etablierter Bestandtiel der Bundesliga.“ Dabei war das Abstiegsjahr rein finanziell mit deutlichen Einbußen für den FC verbunden. „Alleine die deutlich gesunkenen Medienerlöse tun finanziell weh. Dadurch müssen die Ausgaben reduziert werden“, so der Geschäftsführer. Durch die Zweitliga-Verträge und -Gehälter seien beim Lizenzspielkader die Kosten gesunken. Und auch die Stadionpacht reduzierte sich im Zweitligajahr bei gleichbleibend ausverkauftem Stadion. Dies helfe dabei „auch in einer Zweitliga-Saison stabil zu bleiben“.

Wie bewertet ihr die FC-Profis?

Doch nicht nur die Einnahmen aus den Ticketverkäufen verhalfen dem FC zu Einkünften. Auch die nicht vorhersehbaren Sondererlöse spülten Geld in die Kassen des Vereins. Mit den „Einnahmen im DFB-Pokal und durch den Einzug ins Viertelfinale und ausverrkauften Spielen bei Flutlicht haben wir einstprechend einer vorsichtigen Planung nicht gerechnet“, so Türoff. “ Diese Effekte haben uns gestärkt, sodass wir auch die Zweitliga-Saison mit einem positiven Ergebnis abschließen werden.“ Hinzu kommen die Einnahmen des Transfers von Jonas Urbig. Der Keeper der Geißböcke wechselte bekanntermaßen im Winter zum FC Bayern München und brachte dem FC eine kolportierte Ablöse von sieben Millionen Euro Sockelablöse zuzüglich Bonuszahlungen von drei Millionen Euro die die Gesamtsumme auf zehn Millionen Euro ansteigen lassen könnten.

„Wir wollen eine Mannschaft zusammenhaben, die Spaß macht“

Der Transfer des Kölner Kronprinzen „zahlt positiv aufs Ergebnis ein und schafft wiederum Handlungsspielräume, um den Kader substanziell weiterzuentwickeln“, sagte Türoff. In erster Linie gehe es um die sportlichen Ziele. Aber auch in „anderen Bereichen werden Ressourchen gebraucht. Etwa in der physischen und digitalen Infrastruktur und auf der Geschäftsstelle. Die kolportierten zwölf Millionen Euro Etat für die Kaderplanung sollen nun tatsächlich zur Verfügung stehen. „Das ist in etwa die Größenordnung, die wir brauchen, um richtig handlungsfähig zu sein“, bestätige der 49-Jährige gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Und das Ziel für die kommende Saison ist auch bereits ausgemacht: „Wir wollen drinbleiben und uns an der Spitze des letzten Liga-Drittels einsortieren“, so der Geschäftsführer. Bedeutetnalso, dass sich der FC Tabellenplatz 13 oder 14 als angstrebtes Ziel setzt.

„Das würde in etwa auch unsere wirtschaftliche Kraft dokumentieren. Wir gehen das finanziell nicht naiv an, sondern wollen absolut wettbewerbsfähig sein und im Zweifel gegenüber unseren Konkurrenten auch mal die Nase vorne haben“, sagte Türoff weiter. „Wir wollen eine Mannschaft zusammenhaben, die Spaß macht und die auch in der Bundesliga eine gute Rolle spielen kann, um unser Ziel, den Klassenerhalt, zu schaffen.“ Und somit wäre wohl auch die spielerische Ausrichtig des FC für die kommende Saison als Marschroute abgesteckt. Eine mannschaft, die Spaß macht wird eher nicht auf destruktiven Fußball setzen, sondern viel eher versichen, offensiv zu agieren, früh zu pressen und das Spiel zu machen. Die Aussichten für die kommende saison hören sich zumindest auf der plnerischene Ebene vielversprechend an. Nun muss der 1. FC Köln diese Ziel nur noch umsetzen.