Nach 2:3-Pleite beim SC Sand: Final-Traum der Frauen des 1. FC Köln im DFB-Pokal geplatzt
Daniel Mertens
Der Traum vom Endspiel im eigenen Wohnzimmer ist einmal mehr geplatzt: Die Fußballerinnen des 1. FC Köln haben ihr Achtelfinal-Duell im DFB-Pokal beim Zweitliga-Spitzenreiter SC Sand mit 2:3 (2:2) verloren.
Das Endspiel 2026 in Müngersdorf steigt einmal mehr ohne FC-Beteiligung. Die Frauen des 1. FC Köln haben im DFB-Pokal gegen SC Sand verloren.
Pauline Bremer vom 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
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Kölns Trainerin Britta Carlson änderte ihre Start-Aufstellung im Vergleich zum 1:0-Heimerfolg in der Bundesliga gegen Hoffenheim vor der Länderspielpause auf drei Positionen: Celina Degen, Laura Donhauser und Laura Feiersinger ersetzten Sara Agrez, Adriana Achcinska und Anna Gerhardt. Die 1.235 Zuschauer in Willstätt sahen im ersten Durchgang eine abwechslungsreiche und torreiche Auseinandersetzung.
Britta Carlson war nicht zufrieden
Den Gastgeberinnen gelang gleich zweimal die Führung durch Kim Schneider (2.) und Pija Reininger (22.). Die Favoritinnen aus dem Rheinland glichen aber beide Male aus. Anna-Lena Stolze verwertete eine Vorarbeit von Pauline Bremer zum 1:1 (8.). Celina Degen wiederum schoss nach einer Ecke zum 2:2 ein (37.). Kölns Trainerin Britta Carlson war offensichtlich mit dem Auftritt ihrer Mannschaft nicht zufrieden, wechselte zur zweiten Hälfte zweimal aus. Weronika Zawistowska und Marina Hegering scheiterten in der Folgezeit mit ihren Kopfbällen jeweils an der Latte.
Plötzlich jubelte allerdings der SC Sand: Leni Fischers Distanzschuss schlug zum 3:2 im Kölner Tor ein (66.). Danach verteidigte der Zweitligist leidenschaftlich, die Kölner Schluss-Offensive blieb erfolglos. Das Pokal-Aus, wie im Vorjahr in Mönchengladbach bei einem Zweitligisten, war besiegelt. Für die FC-Frauen geht es in der Bundesliga am kommenden Sonntag (18:30 Uhr) bei Werder Bremen weiter.
Warum das 1:4 gegen die Bayern dem 1. FC Köln viel Mut machen kann
Simon Bartsch
Mit dem 1:4 gegen die Bayern ist der FC durchaus verdient aus dem Pokal ausgeschieden. Der Rekordmeister war einfach die bessere Mannschaft. Das ist auch zu erwarten gewesen. Allerdings haben sich die Kölner teuer verkauft. Sehr teuer. Warum die Bayern-Pleite dem 1. FC Köln Mut machen kann.
Der Blick auf die Anzeigetafel war heftig. 1:4 stand dort nach 90 Minuten in großen Ziffern. Zwar ging das Ergebnis in Ordnung, der FC hat sich aber teuer verkauft. Warum die Bayern-Pleite dem 1. FC Köln Mut machen kann.
Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln um Duell gegen die Bayern
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Lukas Kwasniok hatte es vor dem Pokalfight gegen den FC Bayern München gesagt und der Trainer wiederholte es auch nach der 1:4-Pleite. Um die Bayern zu „stressen, muss ganz ganz viel zusammenkommen“, sagte der Kölner Coach etwa am Dienstag. „Du brauchst mehr als nur ein Quäntchen Glück. Du brauchst einen schlechten Tag der Bayern“, so Kwasniok weiter, der als zusätzliche Zutaten für das Bayern-Erfolgs-Rezept auch noch die Fans und einen aufopferungsvollen Kampf nannte. Den Kampf lieferten die Kölner, die Fans standen ohnehin als 12. Mann hinter den Geißböcken. Es fehlte aber das Quäntchen Glück und ganz offensichtlich auch der schlechte Tag des Gegners. So stand am Ende eine verdiente 1:4-Niederlage auf der Anzeigetafel und doch war Kwasniok der Meinung, dass alle „ein wenig zufrieden nach Hause“ gehen könnten – „zumindest mit der Leistung“.
Köln bislang Bayerns größte Herausforderung
Angesichts des Ergebnisses und des Pokal-Aus hätte die Aussage überraschen können. Sie tat es nicht, weil der FC durchaus eine gute Leistung gezeigt hat. Eine Leistung, die Mut für mehr machen sollte. Denn der FC Bayern gewann in Köln auch sein 14. Pflichtspiel in dieser Saison. Egal, ob im DFB-Pokal, in der Liga oder der Champions League; egal, ob der FC Chelsea, Borussia Dortmund oder Eintracht Frankfurt – bislang konnte noch kein Team dem Rekordmeister das Wasser reichen. Im Gegenteil: Die Bayern springen auch in dieser Spielzeit wieder von Rekord zu Rekord. Acht Siege in der Liga mit einer Tordifferenz von 30:4 hat noch kein Bundesligist in der Historie abgerissen. Europaweit gibt es aktuell auch kein Team, das eben jene 14 Pflichtspiele gewonnen hat.
In der Liga ließen die Münchner bislang im Schnitt acht gegnerische Torschüsse zu, von denen wiederum nur zwei auch aufs Tor kamen, der gegnerische xGoals-Wert lag im Schnitt bei 0,6. Der FC schloss insgesamt 13 Mal Richtung gegnerischen Kasten ab, so viel wie noch kein Gegner in dieser Saison, brachte davon auch sieben Versuche aufs Tor und erreichte einen xGoals-Wert von 1,52. Eine halbe Stunde sah es so aus, als könne der FC im Pokal für die nächste Überraschung sorgen. Und das eben nicht nur durch Wille und Leidenschaft, also die Zutaten, die für eine Pokal-Sensation nötig sind. Der FC spielte mutig mit. Und das war auch der Masterplan. „Wenn du die Bayern nicht Mann gegen Mann anläufst, dann verteidigst du nur dein eigenes Tor. Und über 90 Minuten ist es dann nicht möglich, die Null zu halten“, sagte der Trainer. „Das ist unmöglich und du kommst gleichzeitig nicht in die Möglichkeit, ein Tor zu erzielen.“
Niederlage darf durchaus Mut machen
Und genau das darf dem FC auch Mut machen. Lukas Kwasniok hat wie am vergangenen Wochenende gegen Borussia Dortmund nun auch gegen den Rekordmeister einen taktischen Plan ausgeheckt, der mit eben jenem Quäntchen Glück, ein erfolgreicher hätte sein können. Der Kölner Coach hat in dieser Spielzeit schon mehrfach bewiesen, dass er mit seinen taktischen Kniffen richtig gelegen hat. Gegen die individuelle Klasse und Qualität der Top-Mannschaften ist es dann aber noch ein weiter Schritt. „Die vier Niederlagen sind alles Niederlagen gegen Mannschaften, mit denen wir uns noch nicht messen können“, sagte der Coach. Immerhin wäre gegen den VfB Stuttgart wohl durchaus ein wenig mehr drin gewesen. Gegen Leipzig, Dortmund und nun München setzte sich dann doch die qualitativ stärkere Mannschaft durch.
Und so machen auch die Aussagen des Trainers Sinn, dass nun die eigentlichen Highlight-Spiele kommen. Denn die bevorstehenden Aufgaben heißen nun einmal Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Teams, mit denen sich der FC durchaus auf Augenhöhe wähnt. Teams, gegen die die Kölner nun aber auch liefern müssen. Obwohl sich das Ergebnis doch deutlich anhört, kann der FC aus der 1:4-Pleite Selbstvertrauen mitnehmen. Und genau das ließ der Kölner Coach dann auch schnell wieder aufblitzen: „Die Bayern kommen im Januar nochmal nach Köln und dann versuchen wir, noch ein bisschen näher dranzusein.“
Der Bann ist gebrochen: Der 1. FC Köln überzeugt mit seinen Standards
Hendrik Broschart
In der Liga warten die Kölner nach wie vor auf das erste Tor nach einem ruhenden Ball. Gegen die Bayern hat der FC diesen Bann im Pokal gebrochen: Der 1. FC Köln trifft nach einem Standard. Gegen den HSV soll das nun auch in der Liga gelingen.
In der Liga warten die Geißböcke noch darauf, im Pokal ist es gelungen: Der 1. FC Köln trifft nach einem Standard. Ragnar Ache verwertet eine Ecke von Isak Johannesson.
Ragnar Ache, Eric Martel und Jonas Urbig gehen zum Ball
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In der Bundesliga ist die Statistik noch immer verheerend. Der FC ist nach wie vor die einzige Mannschaft der Liga, die noch nicht nach einer Standardsituation getroffen hat. Ein bitteres Zahlenwerk, denn auch Lukas Kwasniok weiß natürlich um die Bedeutung des ruhenden Balls. Und hob diese auch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Bayern hervor. „Es gibt nur ganz wenige Teilbereiche in einem Fußballspiel, in dem du eine völlig überlegene Mannschaft auf dein Niveau heben kannst. Dazu gehören eben auch Standardsituationen“, hatte der Coach noch am Dienstagnachmittag betont. Und den Plan verfolgten die Kölner gegen die Bayern. Vor allem die Ecken von Isak Johannesson sorgten für ordentlich Gefahr.
Ache trifft nach einer Ecke
Und das auch schon gegen den BVB am vergangenen Wochenende. Da hatte der Isländer eine Ecke in die Box gebracht und Eric Martel war scheinbar so überrascht, dass er Nico Schlotterbeck den Vortritt ließ. Der Nationalspieler brachte den Ball unfreiwillig auf das eigene Tor. Nun kamen die Hereingaben ebenfalls so gefährlich vor das Tor, dass man sich über die bisherige Ausbeute von keinem Treffer, der aus einem ruhenden Ball resultiert, wundern durfte. So hätte Ragnar Ache bereits früh für den FC treffen können. Auch der Schussversuch von Johannesson, den Urbig aus dem Giebel kratzte, war die Folge eines Eckballs, genauso wie der Abschluss von Joel Schmied, den Jonathan Tah noch gerade so blockte. Abgesehen von dem Pfostenschuss von Linton Maina ging die größte Gefahr der Kölner tatsächlich von den Standards aus.
Und so war es auch eine Ecke, die dem FC die Hoffnung auf die Sensation gab. Ache setzte sich bei einer weiteren Hereingabe von Johannesson gegen Dayot Upamecano durch und nickte zur Führung ein. Auch, wenn die Statistik in der Liga bitter ist, haben die Kölner bewiesen, dass sie Standardsituationen doch können. Allerdings bestätigte der Pokalfight noch eine andere Statistik. Nämlich die der Kölner Anfälligkeit bei Standards. Auch bei den Gegentoren nach einem ruhenden Ball liegen die Geißböcke in der Liga auf dem letzten Rang. Und auch gegen die Bayern gab es im Pokal nach der Ecke den Treffer zum 1:3. „Der Ball auf den ersten Pfosten. Ich habe noch versucht hinzukommen, aber die Bayern haben einen Block gestellt und ich kam nicht mehr ran“, sagte Keeper Ron-Robert Zieler, der nicht die beste Figur machte.
Am Sonntag geht es nun gegen den Hamburger SV. Und auch die Rothosen sind in dieser Spielzeit alles andere als torgefährlich, wenn es um den ruhenden Ball geht. Erst einen Treffer hat der HSV nach einem Standard in der Liga erzielt. Der FC würde sicherlich gerne nachziehen.
Starker Pokal-Auftritt: Ragnar Ache betreibt beim 1. FC Köln Eigenwerbung
Hendrik Broschart
Bislang kam der Angreifer nur selten über die Rolle des Edeljokers hinaus. Gegen die Bayern zeigte der 27-Jährige eine starke Leistung und das nicht nur aufgrund seines Treffers. Ragnar Ache wird beim 1. FC Köln zur Option.
Die 1:4-Niederlage war verdient und fiel doch irgendwie besonders bitter aus. Auch, weil einige Kölner eine richtig starke Partie ablieferten. Vor allem der Angreifer: Ragnar Ache wird beim 1. FC Köln zur Option.
Ragnar Ache im Kopfball-Duell im Spiel gegen den FC Bayern München
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Der Fuß war mit einem dicken Eisbeutel versehen, als sich die Protagonisten des Kölner Pokalfights Richtung Katakomben bewegten. „Das Eis ist nur für die Sicherheit“, erklärte Ragnar Ache nach dem Duell gegen den FC Bayern. Der Stürmer hatte zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startformation gestanden. Bereits nach einer Viertelstunde war Ache von Aleksandar Pavlović unsanft von den Beinen geholt worden. Die Erinnerung trug der Stürmer also nun noch nach dem Spiel. Doch für den 27-Jährigen gab es an diesem Abend auch gute Erinnerungen. Denn der Angreifer stand nicht nur wieder überraschend in der Startelf, der Sommer-Neuzugang war gegen den FC Bayern auch noch einer der besten Kölner. Und das über die gesamte Spielzeit. „Ich bin richtig froh darüber, vor allem mit meiner Verletzungsgeschichte. 90 Minuten gegen die Bayern ist kein einfaches Spiel“, sagte Ache.
“Das war ein geiles Gefühl“
Der Stürmer blickt auch auf keinen einfachen Saisonstart zurück. Zumindest aus seiner Sicht. Ache war im Sommer die erste Neuverpflichtung der Geißböcke und direkt mit hohen Erwartungen versehen. Trotz guter Auftritte in der Vorbereitung kam der 27-Jährige aber nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Dabei hatte Ache unter anderem die Partie der ersten Runde des DFB-Pokals nach seiner Einwechslung entscheidend verändert. Der Stürmer hatte gleich beide Kölner Tore in der Schlussphase vorbereitet. Ache sammelte zwei weitere Assists, unter anderem im Duell gegen den VfB Stuttgart, als er ebenfalls von Beginn an auflief. Nun, bei seinem zweiten Startelf-Einsatz, erzielte der Stürmer dann auch endlich sein erstes Tor im FC-Trikot. „Das war ein geiles Gefühl“, sagte Ache. „Wenn man dann endlich das Tor schießt, dann ist man erleichtert.“
Schon zuvor hatte Ache ein Kopfball-Duell gegen die Hintermannschaft der Bayern nach einer Ecke gewonnen. Aber Jonas Urbig bekam noch im rechten Moment den Arm in die Höhe gerissen. Anschließend machte es der Angreifer besser. Ache nickte die Kugel präzise ins Eck ein. Insgesamt gab der Stürmer drei Torschüsse gegen die Bayern ab. Wohlgemerkt gegen die Mannschaft, die in der Liga im Schnitt gerade einmal acht Torschüsse pro Spiel zulässt. Ache bereitete drei weitere Abschlüsse vor. Dazu gewann der Stürmer nahezu 60 Prozent seiner Zweikämpfe, die meisten in der Luft. Und damit betrieb der Stürmer natürlich ordentlich Eigenwerbung. „Ragnar hat ein gutes Spiel gemacht“, lobte also auch Trainer Lukas Kwasniok.
Eine Einsatzgarantie für die Aufgabe gegen den Hamburger SV am Sonntag war das aber nicht. „Das Spiel war extrem auf ihn zugeschnitten“, fuhr Kwasniok fort. „Gegen den HSV können wir das nicht so 1:1 machen. Wir müssen neue Lösungen finden. Aber er hat auf sich aufmerksam gemacht.“ Bereit wäre der Stürmer. Der Fuß ist wohl nicht schwerer verletzt. „Wenn der Trainer mit mir rechnet, dann bin ich da würde ich sagen“, sagte Ache, der sicher mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen „da“ wäre.
Kampfgeist, Chaos, Kontroversen: Kölns großer Abend gegen die Bayern
Hendrik Broschart
Köln kämpft wie die alten Römer, Bayern siegt wie gewohnt. Ragnar Ache brachte das Kölner Stadion erst zum Beben, doch dann lassen Schiedsrichterpech und Münchner Abgeklärtheit den Traum vom Fußballwunder platzen beim 1. FC Köln: Ein beeindruckender Abend für die Geißböcke.
In der laufenden Spielzeit konnte noch kein Team Rekordmeister FC Bayern München die Stirn bieten wie am gestrigen Abend der 1. FC Köln: Ein beeindruckender Abend für die Geißböcke.
Eindrucksvolles Tifo am Pokalabend: „Des Römers Erbe bleibt bestehen- Köln wird niemals untergehen!“ (Photo by Lars Baron/Getty Images)
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Pokalnächte haben ihren eigenen Zauber. Sie entfachen die Leidenschaft der Fußball-Romantiker: Im Pokal schrieb der Fußball seine schönsten Geschichten. Hier wurden schon die Wundertaten von Drittligisten wie in der Vorsaison von Arminia Bielefeld zur Legende. Das Aufeinandertreffen zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München passte perfekt in dieses Muster. Es war ein Abend voller Emotionen, Wendungen und kleiner Dramen, wie sie nur der DFB-Pokal hervorbringen kann. Ein kämpfender Außenseiter, der sich mit Leidenschaft gegen die übermächtigen Bayern stemmte. Die Rückkehr von Torhüter Jonas Urbig ins Müngersdorfer Stadion. Und schließlich sorgte eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz und seinem Gespann für das Gesprächsthema des Abends.
Tapfere Römer bereiten Bayern ernsthafte Probleme
Um die Mannschaft vor dem Fight gegen die in der laufenden Saison übermächtig erscheinenden Bayern einzustimmen, tat der Support aus der Kurve in Müngersdorf sein Übriges. Dort spannten die Fans kurz vor Anpfiff ein Tifo, das bei den Spielern einen Nerv getroffen zu haben schien. Die Südkurve zierte das Abbild eines Römischen Soldaten mit gezücktem Schwert in Angriffstellung, geschmückt mit dem Wappen der Stadt Köln. Darunter das Banner: “Des Römers Erbe bleibt bestehen – Köln wird niemals untergehen” Und die elf Kölschen Legionäre wurden den Ansprüchen, die so eine Inszenierung erweckt, mehr als gerecht.
FCB-Coach Vincent Kompany schickte seine erste Garde aufs Feld, nachdem er am Wochenende gegen Borussia Mönchengladbach noch rotiert hatte. Mit Superstar Harry Kane in der Spitze trat der Rekordmeister in Bestbesetzung an und bekam es mit einem 1. FC Köln zu tun, der von Beginn an keinerlei Ehrfurcht zeigte. Der Effzeh stellte sich der Herausforderung mit den Gästen in einem kampfbetonten Spiel Mann-gegen-Mann. Müngersdorf wurde gestern Abend phasenweise zu einer Gladiatorenarena. Auffällig war dabei vor allem Eric Martel, der als eine Art persönliche Leibgarde von Harry Kane agierte. Der 23-Jährige wich dem englischen Stürmer kaum von der Seite. Kölns Trainer Lukas Kwasniok hatte seine Mannschaft perfekt auf den Favoriten eingestellt. In den ersten 35 Minuten fehlte den Bayern sowohl die gewohnte Dominanz als auch die absolute Kontrolle über das Geschehen.
Erstes Tor von Ache lässt Müngersdorf beben
Das Tor von Ragnar Ache nach einer scharfen Hereingabe fiel zwar etwas überraschend, war angesichts des Spielverlaufs in der Anfangsphase jedoch absolut verdient. Der Angreifer, dessen Trainer nach dem Spiel gegen Augsburg noch eine fehlende Körperlichkeit attestiert hatte, setzte sich im Luftzweikampf gegen den robusten Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano durch und erzielte in der 31. Minute das 1:0. Es war Aches erster Treffer im Trikot des 1. FC Köln. Der Neuzugang aus Kaiserslautern hatte bereits in der ersten Pokalrunde entscheidenden Anteil am Weiterkommen, als er gegen Regensburg als Joker beide Treffer vorbereitete. Auch diesmal ging der Plan von Trainer Kwasniok auf, der besonders auf Standardsituationen vertraute. Köln nutzte jede Gelegenheit, den Favoriten bei ruhenden Bällen zu fordern und zeigte sich in diesen Momenten zielstrebig und entschlossen.
Ache selbst zeigte sich nach dem Abpfiff erleichtert: „Das war ein geiles Gefühl. Die letzten Wochen und Monate waren es nur Assists und keine Tore. Wenn man dann endlich das Tor schießt, dann ist man erleichtert“, sagte der Stürmer. Doch das Momentum der Kölner währte nicht lange. Der amtierende Tabellenführer schüttelte den Schock des Rückstands schnell ab und begann, das Spiel zunehmend an sich zu reißen.
Bayern kämpft sich zurück – mit tatkräftiger Unterstützung des Schiedsrichtergespanns.
Zwei gute Aktionen reichten dem FC Bayern aus, um die Partie noch vor dem Wechsel auf den Kopf zu stellen. Mitten in der Drangphase der Kölner zeigte der Favorit, warum er in Deutschland das Maß aller Dinge ist. Es brauchte einen Moment individueller Klasse, um den Spielverlauf zu drehen. In der 36. Minute marschierte Konrad Laimer dynamisch durch die Kölner Hälfte und legte quer auf Josip Stanišić, der zentral vor Ron-Robert Zieler zum Abschluss kam. Dabei stand jedoch nicht nur der Torschütze im Mittelpunkt, sondern auch das Schiedsrichtergespann um Tobias Welz. Zieler parierte den ersten Versuch stark, doch der Abpraller landete bei Luis Diaz, der den Ball aus einer klaren Abseitsposition über die Linie drückte. Das Tor hätte nicht zählen dürfen, wurde aber dennoch gegeben. Die Proteste der Kölner verhallten wirkungslos und der Ausgleich sorgte für hitzige Diskussionen auf dem Rasen und auf den Rängen.
Nur wenige Minuten später bestraften die Bayern die Gastgeber ein zweites Mal. Harry Kane setzte sich mit einem cleveren Körpereinsatz gegen seinen Manndecker Eric Martel durch und schlenzte den Ball aus spitzem Winkel unhaltbar ins Tor. Kurz vor der Pause hatten die Gäste das Spiel gedreht. Marius Bülter fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte: „Das ist extrem bitter. Vor allem, weil es auch nicht knapp Abseits war. Noch mehr ärgert mich, dass ich in der Halbzeit mit dem Schiedsrichter spreche und er mir erzählen will, er habe es sich in der Halbzeit nicht angeguckt und wolle mich ein Stück weit für doof verkaufen. Das nervt mich. Ich habe ihm ja schon auf dem Spielfeld gesagt, dass es Abseits war, und ihn dann in der Halbzeit noch einmal darauf angesprochen. Ich finde, man sollte dazu stehen.“
Leistungsunterschied wird in Halbzeit zwei deutlich
In der 64. Minute sorgten die Bayern für die Vorentscheidung. Mit einer Ecke von der linken Seite zirkelte Joshua Kimmich den Ball mit viel Effet in den Fünfmeterraum. Kölns Torhüter Zieler wurde dabei eng zugestellt und kam nicht mehr rechtzeitig an den Ball. Kane nutzte den Moment, stieg am höchsten und köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Umringt von Tom Krauß und Martel setzte sich der englische Stürmer dennoch durch und schnürte seinen Doppelpack.
Der Rekordmeister spielte die Partie anschließend routiniert zu Ende. In der 72. Minute leistete sich Kölns Sebastian Sebulonsen einen folgenschweren Ballverlust. Aleksandar Pavlović schaltete schnell, zog über die rechte Seite an und fand im Zentrum Luis Diaz. Der Kolumbianer legte quer auf den einlaufenden Michael Olise, der überlegt einschob und damit den Endstand herstellte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Klassenunterschied deutlich sichtbar.
Kölns Trainer Kwasniok zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch und realistisch. „Wir haben dann Mann gegen Mann versucht, sie von unserem Tor wegzuhalten. 30 Minuten ist das ganz ordentlich gelungen. Dann kam das 1:1, dann das 1:2 innerhalb von drei, vier Minuten, und dann wurde es schwer“, sagte der FC-Coach.
Kwasniok: “Hatte Sorge, dass das Stadion auseinanderfällt”
Von diesem Pokalabend werden wohl nur die ersten 45 Minuten in wohliger Erinnerung bleiben, da ist sich Lukas Kwasniok sicher. Besonders die Phase rund um das Führungstor werde ihm im Gedächtnis bleiben: „Es hat uns ein wenig leidgetan um die Stimmung im Stadion, weil die in den Minuten um das 1:0 natürlich unglaublich war. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass das Stadion auseinanderfällt. Aber am Ende gehen alle irgendwie zufrieden nach Hause. 1:4 hört sich hart an, aber wir sind nicht die Ersten, die am Ende von den Bayern den Hintern versohlt bekommen, weil sie einfach gut sind“, sagte der Kölner Trainer nach dem Schlusspfiff.
Für den FC Bayern war es der 14. Sieg im 14. Pflichtspiel der Saison. Das hat vor ihnen noch kein Team der Top-fünf-Ligen Europas erreicht. Zugleich waren es die ersten fünf Minuten in dieser Spielzeit, in denen die Münchner in Rückstand gerieten. Und kein Gegner hatte bislang so häufig auf das Tor der Bayern geschossen wie der 1. FC Köln mit ganzen 13 Abschlüssen. Zahlen, die verdeutlichen, dass die Kölner auch mit den mächtigsten Kräften des deutschen Fußballs mithalten können. Am Sonntag steht für die Mannschaft von Kwasniok bereits das nächste Spiel an. Dann empfangen die Domstädter den Mitaufsteiger Hamburger SV.
Offensivpower, Dominanz und stabile Defensive: Das erwartet den 1. FC Köln gegen Bayern München
Luca Kaiser
In der 2. Runde des DFB-Pokals hat der FC ein schweres Los gezogen. Mit den Bayern treffen die Geißböcke auf einen dominanten Gegner mit Offensivpower und stabiler Defensive. Das erwartet den 1. FC Köln im DFB-Pokal gegen Bayern München.
Am Mittwochabend steht das nächste „Kracher-Spiel“ an für die Mannschaft von Lukas Kwasniok. Das erwartet den 1. FC Köln im DFB-Pokal gegen Bayern München.
Harry Kane gegen Florian Kainz
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Form: Der FC Bayern blickt auf eine bislang fehlerfreie Saison zurück. Bereits im ersten Spiel im Supercup gegen den VfB Stuttgart fuhren die Bayern ihren ersten Titel ein. In der Liga belegen die Münchener mit acht Siegen aus acht Spielen sowie einem Torverhältnis von 30:4 souverän den ersten Platz. Auch in der Champions League grüßt das Team von Trainer Vincent Kompany von oben. Nach den Siegen gegen Chelsea, Pafos und Brügge stehen die Münchener dort punktgleich mit Tabellenführer PSG auf dem zweiten Platz. Im Pokal war der FC Bayern in der ersten Runde beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden zu Gast. Gegen den Gastgeber aus Hessen lag Bayern mit 2:0 vorn, kassierte innerhalb weniger Minuten jedoch zwei Gegentreffer und setzte sich am Ende dann durch einen Treffer von Harry Kane knapp durch. Aktuell ist der FCB auf Rekordjagd. 13 Siege zum Auftakt einer Saison gelangen lediglich dem AC Milan im Jahr 1992.
Power im Angriff und starke Abwehr
Offensivpower: Der FC Bayern stellt aktuell die beste Offensive der Bundesliga. In den ersten acht Spieltagen erzielten die Münchener 30 Tore. Überdies kommen noch zwölf weitere Tore in der Champions League, zwei Treffer im Supercup sowie drei Tore im Pokal aufs Konto der Rot-Weißen. Im Durchschnitt gelingen dem FCB 3,6 Treffer pro Partie. Auch in Sachen Torschüsse sind die Bayern mit 153 Versuchen die Spitze der Liga.
Starke Defensive: Mit lediglich vier Gegentoren stellt der FC Bayern die beste Defensive der Bundesliga. Auch in den fünf Pflichtspielen in den drei anderen Wettbewerben kassierten die Jungs von Trainer Vincent Kompany nur fünf Treffer des Gegners. Allgemein bekommt der FCB lediglich rund 0,7 Gegentore.
Laufstark: In der bisherigen Bundesligasaison legten die Profis des FC Bayern bereits 974,6 Kilometer zurück. Keine andere Mannschaft lief bislang mehr als Bayern. Auch bei den intensiven Läufen gehört der Rekordmeister mit 5669 zur Spitze der Liga. In dieser Statistik sind nur Hoffenheim (5910) und St. Pauli (5710) besser als der FCB.
Im Fokus: Lennart Karl
Standardstark: Der FC Bayern konnte in dieser Saison bereits sieben Treffer nach Standardsituationen erzielen. Darunter waren vier Strafstöße, die Harry Kane alle verwandelte. Auch bei den gegnerischen Standards zeigt sich der FCB sehr robust und kassierte aus solchen Situationen noch keinen Gegentreffer.
Ruhe am Ball: Das Team von Trainer Vincent Kompany hat mit 60 Prozent Ballbesitz den höchsten Ballbesitzanteil aller Bundesligisten. Auch bei der Passquote ist der FCB der Primus der Liga. So bringen die Bayern-Profis 90,3 Prozent aller Pässe zum Mitspieler.
Im Fokus: Lennart Karl gehört zu den Entdeckungen der noch jungen Saison. Der 17-Jährige rückte in der Sommervorbereitung ins Team von Kompany und zeigte bereits in den Testspielen, was in ihm steckt. In dieser Saison kommt der Offensivspieler wettbewerbsübergreifend auf bislang elf Einsätze. Nachdem Karl bereits einen Assist bei den Profis gesammelt hatte, feierte der deutsche U17-Nationalspieler im Spiel gegen Brügge seinen Premierentreffer für den FCB. Am vergangenen Samstag erzielte Karl beim Spiel in Mönchengladbach auch direkt seinen ersten Bundesligatreffer. Der Linksfuß zeichnet sich durch sein Tempo, seinen Abschluss sowie sein Dribbling aus. Mit dem 17-Jährigen haben die Münchener wieder einen Youngster aus dem eigenen Nachwuchs, der dem Verein aber auch den Fans in den nächsten Jahren eine Menge Freude bereiten dürfte.
Klares System
Formation: Trainer Vincent Kompany lässt seine Mannschaft in einem 4-2-3-1-System auflaufen. Dabei ist Manuel Neuer normalerweise im Kasten des Rekordmeisters gesetzt. Vor dem ehemaligen Welttorhüter bilden Jonathan Tah und Dayot Upamecano die Innenverteidigung. Auf der linken Außenverteidigerposition hat sich nach der Verletzung von Alphonso Davies Konrad Laimer etabliert. Rechts kam in den vergangenen Wochen überwiegend Sacha Boey zum Einsatz. In der Mittelfeldzentrale hat Joshua Kimmich seinen Platz sicher. Neben dem deutschen Nationalspieler wechseln sich meist Tom Bischof, Leon Goretzka und Aleksandar Pavlović ab.
Auf den offensiven Außenbahnen sind Luis Diaz links und Michael Olise rechts gesetzt. Variabel sind die Münchener auf der Zehner-Position sowie in der Spitze. Jedoch geht eine Position immer an Kane, der mal als Stürmer und mal als Zehner eingesetzt wird. Spielt der Engländer auf der Zehn, übernimmt Nicholas Jackson die Position des Stürmers. Im anderen Fall agierte Serge Gnabry vor seiner Verletzung auf der Position hinter der Spitze.
Kwasniok über die Bayern: „Aktuell, so gut wie unmöglich„
Lukas Kwasniok über den FCB: „Gegen die Bayern ist es immer schwierig. Aktuell, so gut wie unmöglich. Das ist die Wahrheit, weil sie unglaublich gut sind. Fußballinhaltlich, aber eben auch was die Bereitschaft angeht, habe ich ganz selten so eine Topmannschaft gesehen, die bereit ist, so viel zu investieren. Ich glaube, sie haben Großes vor diese Saison und haben gesehen, wie Paris es letztes Jahr auch gemacht hat. Es wird extrem schwer. Es gibt ganz wenige Teilbereiche, in denen du eine völlig überlegene Mannschaft auf dein Niveau hieven kannst. Da muss ganz viel zusammenkommen. Du brauchst einen herausragenden Torhüter, mehr als nur dieses Quäntchen Glück und einen schlechten Tag der Bayern. Du brauchst die Fans über 90, vielleicht auch über 120 Minuten und die gleiche Aufopferungsbereitschaft wie in Dortmund. Ich glaube, wir haben eine Mannschaft, die bereit ist für die nächste Schlacht. Wir sind kein Team, das sagt, wir haben keine Chance. Es geht um die Taten auf dem Platz, und dann wächst der Glaube, wie beispielsweise durch einen Zweikampf, minimal.“
Kompany lobt den FC
Vincent Kompany über den FC: „Es ist sehr deutlich, was der FC bisher sehr gut gemacht hat. Erst einmal muss man schätzen, was sie in der Verteidigung machen. Sie betreiben eine intensive Boxverteidigung, was ich als ehemaliger Innenverteidiger auch mag. Ich glaube, dass sie die Räume immer sehr schnell schließen, damit man nicht viel Raum beim Abschluss bekommt. Auch die Flankenverteidigung ist beim FC wichtig. Der FC ist unglaublich gefährlich beim Kontern und hat damit Mannschaften auch schon wehgetan. Neben der Boxverteidigung hat der FC auch einen guten Mittelblock. Dass der FC morgen an seine Chance glaubt, ist vollkommen normal. Sie spielen zu Hause. Wir nehmen viel Motivation und Hunger mit in den Pokal und haben auch unsere Stärken.“
Ausfälle beim FC Bayern: Vincent Kompany muss in Köln auf Manuel Neuer (Rotsperre), Alphonso Davies (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Jamal Musiala (Aufbautraining nach Wadenbeinbruch) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch) verzichten.
Für Trainer Lukas Kwasniok und die Geißböcke steht am Mittwochabend die zweite Runde des DFB-Pokals auf dem Plan. Um 20:45 Uhr erfolgt der Anstoß im RheinEnergieSTADION. Wer überträgt das Duell des 1. FC Köln gegen Bayern München?
Kommentar zum 1. FC Köln: Ein Abend zum Vergessen? Nicht ganz!
Simon Bartsch
Die schwere Verletzung von Timo Hübers, der bittere Lastminute-Gegentreffer. Wenn es nach Lukas Kwasniok geht, müsste der Samstagabend aus dem Kalender gestrichen werden. Sportlich gesehen wäre das schade, denn der FC legte genau die Eigenschaften an den Tag, die es im Pokal braucht. Ein Kommentar zur BVB-Niederlage des 1. FC Köln.
Die Enttäuschung nach dem 0:1 in Dortmund war bei den Kölnern verständlicherweise groß: Die Verletzung von Timo Hübers, der späte Gegentreffer, die Großchance von Said El Mala. Dabei zeigte der FC auch einige Ansätze, die am Mittwoch wichtig sein könnten. Ein Kommentar zur BVB-Niederlage des 1. FC Köln.
Enttäuschung bei den Spielern des 1. FC Köln
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Lukas Kwasniok wurde am Samstagabend ziemlich unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Der Kölner Trainer neigt bekanntlich nicht gerade dazu, zu übertreiben oder in eine Was-wäre-wenn-Welt abzudriften. Doch die Vorfreude auf das Flutlichtspiel gegen die Borussia war bei dem 44-Jährigen groß. Nur wenige Minuten nach dem Spiel hätte der Kölner Coach die Begegnung gerne aus dem Kalender gestrichen, sagte Kwasniok zumindest auf der Pressekonferenz. Und das ist angesichts der letzten dann tatsächlich auch dramatischen Minuten im Signal Iduna Park mehr als nur verständlich. Die Verletzung von Timo Hübers schockte nicht nur die Spieler und das Trainerteam. Auch die Fans werden angesichts der Bilder und hastigen Reaktionen auf dem Feld mitgelitten haben.
Ein Abend zum Vergessen
Mit Hübers fällt beim FC sicherlich kein unumstrittener Abwehrspieler, aber mindestens ein absolut vorbildlicher Leader – sowohl sportlich als auch menschlich – aus. Hübers wird dem FC monatelang fehlen und Lukas Kwasniok steht vor der schweren, aber nicht unlösbaren Aufgabe, die Innenverteidigung nun umzukrempeln. Nur wenige Minuten später folgte dann auch noch das entscheidende Gegentor, zu einem Zeitpunkt, bei dem sich wohl die Zuschauer schon längst mit einem torlosen Remis angefreundet hatten – zumindest die Kölner Fans. Ein Gegentor, das angesichts der vorherigen glasklaren Großchancen der Borussen eher wie eine Anreihung von unglücklichen Umständen und somit als besonders bitter wahrgenommen werden konnte.
Gefühlt hatte sich der FC durch seinen aufopferungsvollen Kampf einen Zähler verdient – auch, wenn so ziemlich jede Statistik von Samstagabend den Gegenbeweis liefert. Dass Kwasniok diesen Samstagabend möglichst schnell vergessen wollte, ist also durchaus verständlich, wird aber wohl aus rein sportlichen Gründen nicht den Tatsachen entsprechen. Zumindest nicht mehr. Denn der Coach sagte auf derselben Pressekonferenz auch, dass es nach solchen Niederlagen auch darum gehe, wieder aufzustehen. Und spätestens dann wird der Blick auf das Dortmund-Spiel auch seine guten Aspekte haben. Denn der FC war gerade in der ersten halben Stunde deutlich gefährlicher als die Borussia, besser im Spiel. Der Plan des Kölner Coachs ging in diesen 30 Minuten im Duell gegen den BVB fantastisch auf.
Der FC muss den gleichen Tugenden vertrauen
Said El Mala hätte mit seinen starken Tempoläufen die Geißböcke in Führung bringen können, vermutlich sogar müssen. Zu diesem Zeitpunkt war der BVB noch nicht einmal annähernd gefährlich vor das Kölner Gehäuse gekommen. Doch im Laufe des Spiels zeigte sich immer mehr, dass der FC spielerisch mit der Borussia nicht mithalten konnte. Die Dominanz des BVB war eindeutig. In Sachen Leidenschaft, Kampfgeist und Willen machte dem FC an diesem Abend aber dann keiner etwas vor. Die Kölner Profis gewannen 56 Prozent ihrer Zweikämpfe. Ein beeindruckender Wert für eine Mannschaft, die im Ligavergleich bis zum Dortmund-Spiel zu den schlechtesten der Liga gezählt hat. Die Erkenntnis, dass der FC also die Zweikämpfe sucht und auch gewinnen kann, ist eine besonders wichtige.
Eine wichtige für die Aufgabe am kommenden Mittwoch. Denn auf den BVB folgen die Bayern. Kwasniok betont bewusst, dass die Begegnung für ihn kein Highlight-Spiel sei. Das seien die Begegnungen gegen den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Gegner, mit denen sich der FC auf Augenhöhe befindet. Die Spiele gegen die Bayern und Dortmund scheinen also eher Richtung Kür zu tendieren. Kwasniok will diese Gegner überraschen. So, wie er es eine halbe Stunde gegen den BVB getan hat. Die Grundtugenden für den Pokal haben die Kölner zum richtigen Zeitpunkt ausgepackt. Und dass sich damit die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs verschieben können, ist hinlänglich bekannt.
„War nicht das einfachste Spiel“: Frauen-Coach Carlson lobt Gegner nach Pokal-Kantersieg
Daniel Mertens
Eins steht bereits nach dem ersten Auftritt fest: Die Saison 2025/26 wird erfolgreicher als die vorherige. Nach dem K.O. im Vorjahr in der ersten Runde meisterten die FC-Frauen ihre Pflichtaufgabe bei einem Zweitligisten diesmal ohne große Mühe. Die Frauen des 1. FC Köln sammeln vor allem aber viel Selbstvertrauen. Die Trainerin lobte ihre Mannschaft und den Gegner, die Kapitänin und Doppel-Torschützin haderte derweil ein wenig mit dem Untergrund.
Für den Gegner, das Zweitliga-Schlusslicht VfR SW Warbeyen war das Pokal-Duell sicherlich das Spiel des Jahres. Doch anders als im Vorjahr ging der FC diesmal nicht am Niederrhein baden. Die Frauen des 1. FC Köln sammelten viel Selbstvertrauen. 2024 schied der FC beim Zweitligisten Borussia Mönchengladbach nach Elfmeterschießen aus.
Britta Carlson fand lobende worte für den Gegner (Foto: Christof Koepsel/GettyImages)
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Diesmal gab sich das Team von Trainerin Britta Carlson unweit der niederländischen Grenze in Kleve jedoch keine Blöße. Die Kölnerinnen erzielten ein halbes Dutzend Tore – und hätten noch viel deutlicher gewinnen können, eigentlich sogar müssen. Dies war auch der einzige Kritikpunkt, den Carlson nach dem Spiel ansprach: „Ich muss sagen, dass wir eine bessere Chancenverwertung brauchen und das Ergebnis sicher noch höher hätte ausfallen können.“
Lobende Worte für den Gegner
Die FC-Trainerin fand aber auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lobende Worte für den Gegner: „Vielen Dank für die tollen Bedingungen hier, für die ganze Atmosphäre und das Spiel. Es ist sehr deutlich und verdient für uns ausgegangen. Ihr seid aber eine Mannschaft gewesen, die sich nicht nur hinten reingestellt hat, das weiß ich sehr zu schätzen. Das ist das, worauf man auch ein bisschen hinfiebert im Pokal, dass man auf einen Gegner trifft, der selbst auch eigene Aktionen hat. Insofern war es für uns nicht das einfachste Spiel, ihr habt es für uns schon recht schwer gemacht.“ Carlson ergänzte: „Großen Respekt an den Gegner, wie er uns bis zum Schluss immer wieder gechallenged hat, wir mussten dafür arbeiten, die Tore zu erzielen.“
Etwas überraschend trug sich mit Marina Hegering eine Innenverteidigerin gleich zweimal in die Torschützenliste ein. „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Wir hatten einen perfekten Start, sodass man relativ ruhig in das Spiel reingehen konnte“, äußerte die Kapitänin. Dem FC waren zwei Tore in den ersten drei Minuten geglückt. Hegering hatte jedoch auch zwei Kritikpunkte: „Wir haben ein paar Chancen liegengelassen, hätten es zur Halbzeit schon höher ausfallen lassen können. Der Platz war nicht einfach zu bespielen, war sehr holprig. Mit der Zeit wurde er auch immer stumpfer, weil es immer trockener wurde.“ Dennoch gab sich die ehemalige Nationalspielerin versöhnlich: „Wir freuen uns über sechs geschossene Tore.“
Die FC-Frauen konnten mit wettbewerbsübergreifend zwei Siegen in Folge nun Selbstvertrauen tanken und sind in der Saison angekommen. Dies gilt es am Sonntag zu veredeln, wenn in der Bundesliga das Nachbarschaftsduell zuhause gegen Bayer Leverkusen ansteht.
Kantersieg beim Zweitligisten: FC-Frauen springen mühelos ins Pokal-Achtelfinale
Daniel Mertens
Die Kölnerinnen hatten in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals keine Mühe mit dem Duell beim klassentieferen VfR SW Warbeyen und setzten sich souverän mit 6:0 (3:0) durch. Die Frauen des 1. FC Köln erreichen das Pokal-Achtelfinale.
Die FC-Frauen haben ihre englische Woche mit dem zweiten Sieg in Folge beendet: Die Frauen des 1. FC Köln erreichen das Pokal-Achtelfinale.
Marina Hegering für den 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)
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Kölns Trainerin Britta Carlson änderte ihre Start-Aufstellung im Vergleich zum 2:1-Bundesliga-Erfolg in Essen vier Tage zuvor auf drei Positionen. Laura Vogt und Laura Donhauser rückten auf die Bank, Sylwia Matysik fehlte komplett. In Essen war sie bereits angeschlagen zur Pause ausgewechselt worden. Dafür starteten Ella Touon, Martyna Wiankowska und Vanessa Leimenstoll in die erste Elf. Anders als vor einem Jahr, als der FC in der ersten Runde im Pokal-Derby in Mönchengladbach nach Elfmeterschießen ausschied, wurden die Kölnerinnen diesmal ihrer Favoriten-Rolle beim Zweitliga-Schlusslicht in Kleve von Anfang an gerecht. Schon nach drei Minuten war die Partie nach einem FC-Doppelschlag vorentschieden.
Torefest der Kölnerinnen
Zunächst traf Vanessa Leimenstoll zum 1:0 (2.). Nur wenige Augenblicke später köpfte Marina Hegering eine Ecke zum 2:0 ein (3.). Und die Kölner Kapitänin, etatmäßige Innenverteidigerin, avancierte zur Torjägerin, ließ noch vor der Pause ihren zweiten Treffer folgen. Hegering zog in den Strafraum und vollstrecke mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 3:0. Zu diesem Zeitpunkt bereits überfällig (35.).
Nach der Pause baute der FC die Führung standesgemäß aus. Sandra Jessen setzte ihren Lauf dieser Woche nach den zwei Treffern in Essen fort und erhöhte per Doppelpack auf 5:0 (62./79.). Die für Jessen eingewechselte Lydia Andrade setzte den Schlusspunkt zum 6:0 (87.). Die Auslosung des Achtelfinals findet am kommenden Sonntag ab 16.30 Uhr statt bei der Sendung „Skylights: Die #SkySportShow“. Dietmar Hamann wird die Lose ziehen unter der Aufsicht des DFB-Sportdirektors Rudi Völler. Die Achtelfinals werden zwischen dem 15. und 17. November ausgetragen. Das Endspiel steigt am 14. Mai 2026 im Müngersdorfer Stadion.