Mentalitätsmonster vs. Konzentrationsschwäche? Die zwei Gesichter des 1. FC Köln

Tom Rothe erzielt den Anschlusstreffer gegen den FC
,
Startseite » 1. FC Köln Gegentore

Mentalitätsmonster vs. Konzentrationsschwäche? Die zwei Gesichter des 1. FC Köln

In dieser Saison zeigten sich die Kölner mit später Treffern schon oft als Mentalitätsmonster und Comeback-Könige. Doch Tore fielen beim FC in der Schlussphase eben nicht nur auf der einen Seite. Die Bilanz zeigt eine Kuriosität in der Schlussphase beim 1. FC Köln: Der FC offenbart zwei Gesichter.

Beim 2:2 gegen Union Berlin haben die Kölner einen sicher geglaubten Sieg verspielt. Es war nicht das erste Mal in dieser Spielzeit, dass die eigentlichen Mentailtätsmonster Punkte noch weggaben.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com und bleibt immer informiert mit come-on-fc.com.

Ein wenig kurios erschienen die reinen Fakten schon. Bislang glänzten die Kölner Trainer durch ihr Goldenes Händchen bei ihren Jokern in der Schlussphase. Erst nach dem 1:1 gegen St. Pauli war René Wagner für die Hereinnahme von Luca Waldschmidt noch gelobt worden. Auch gegen Leverkusen kam der Joker spät und traf. Am vergangenen Samstag dann ein anderes Bild. Wagner nahm nach 70 Minuten gleich drei Wechsel vor, wechselte die Aktivposten Said El Mala, Jakub Kaminski und Marius Bülter aus und in diesem Moment kippte das Spiel. Der FC gab eine sichere 2:0-Führung bei den Eisernen noch aus der Hand, fing sich zwei Gegentreffer in der Schlussphase und verpasste damit die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt. Die folgte dann am Sonntag. Aufgrund der Tordifferenz ist Köln wohl nicht mehr von St. Pauli und dem VfL Wolfsburg einzuholen. Das 2:2 war schmerzhaft, führte Köln aber einen Schritt weiter Richtung Ziel.

Viele Gegentore in der Nachspielzeit

Und dennoch bleibt der bittere Beigeschmack, denn die Kölner haben nicht das erste Mal eine Führung verspielt. Und das wirkt dann ebenfalls ein wenig kurios. Denn eigentlich wurden die Geißböcke in der Liga bislang nicht grundlos als die Mentalitätsmonster und Comeback-Könige beschrieben. Neun Mal gelang dem FC nach einem Rückstand noch ein Remis, einmal feierten die Geißböcke sogar noch einen Sieg. Heißt: Ganze zehn Mal kamen die Kölner nach einem Rückstand zurück und fuhren noch Punkte ein. Nur eine Mannschaft feierte in dieser Spielzeit noch öfter ihr Comeback – zuletzt gleich zwei Mal in Folge. Der FC Bayern München führt die Liste mit 13 Spielen, in denen der FCB nach Rückstand noch punktete, an. Gerade in der Schlussphase sind die Kölner besonders erfolgreich, erzielten bereits 19 Tore in der Schlussviertelstunde sowie in der Nachspielzeit. Nur die Bayern und Stuttgart waren noch erfolgreicher.

Mentalitätsmonster also schon, aber irgendwie dann auch nur in Teilen. Denn die Kölner haben in dieser Spielzeit eben auch schon einige Male Führungen noch verspielt. Ganze neun Mal vergaben die Kölner ihre gute Ausgangslage. Fünf Mal stand nach einer Führung noch ein Remis, vier Mal gab es sogar noch eine Niederlage. Nur der VfL Wolfsburg ist in dieser Bilanz schwächer als der FC. Und auch bei den Gegentreffern sind die Geißböcke oft spät anfällig. Elf der 55 Kölner Gegentore fielen in der Schlussphase – eigentlich ein ordentlicher Wert. Nur kassierte der FC bereits sechs Gegentreffer in der Nachspielzeit. Nur Frankfurt und Wolfsburg waren kurz vor Spielende noch anfälliger. Das Hinspiel gegen Heidenheim könnte da als gutes Omen dienen. Die Kölner kamen gleich zwei Mal nach Rückstand zurück, spielten Remis. Allerdings würde das am Sonntag die Kölner Klassenerhalt-Party schon ein wenig trüben.


Rekordverdächtige und katastrophale Bilanz: Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff

Christoph Baumgartner trifft zur 1:0-Führung
,
Startseite » 1. FC Köln Gegentore

Rekordverdächtige und katastrophale Bilanz: Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff

Die Schwäche nach Standards zieht sich beim FC wie ein roter Faden durch die Saison. 14 Gegentore haben die Kölner in der Liga schon nach einem ruhenden Ball kassiert. Auch gegen Leipzig hat es wieder geklingelt. Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff.

Es ist das Kernproblem beim FC. Mehr als 40 Prozent aller Gegentreffer fallen bei den Geißböcken nach Standards. Die Schwäche nach dem ruhenden Ball zieht sich durch die gesamte Saison. Den Schlüssel hat der Kölner Trainer bislang nicht gefunden.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den ersten 5000 Instagram Followern verlost come-on-fc.com einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

So wirklich entscheiden konnte sich Marvin Schwäbe offenbar nicht und trug damit am Sonntagnachmittag sicherlich auch eine Teilschuld an der Leipziger Führung. Der Keeper ging nach einem von David Raum getretenem Freistoß aus dem Halbfeld zu zögerlich aus seinem Kasten, sah bei dem Kopfball von Christoph Baumgartner nicht so wirklich glücklich aus. Doch es spielten noch weitere Geißböcke ein Hauptrolle. Unter anderem Kristoffer Lund, der das vorausgegangene Foul verursachte oder Eric Martel, der beim Kopfball des Österreichers nur Zuschauer war. Unterm Strich war es das 14. Standardgegentor in der Liga, das 16. der Saison. Und das ist schon fast rekordverdächtig. Absteiger Bochum kassierte beispielsweise in der Vorsaison 17 Tore nach Standards – aber in der gesamten Spielzeit.

„… dann klingelt’s“

Der FC ist damit auch weiterhin das Schlusslicht in dieser Bilanz und das doch mit einem gewissen Abstand. Zwar kommt Augsburg auch schon auf zwölf Gegentore nach einem ruhenden Ball, allerdings sechs nach einem Strafstoß. Der FC verursachte erst drei Elfmeter, die die Gegner zu Treffern nutzten. Tatsächlich hatte Lukas Kwasniok noch in der Hinrunde erklärt, dass die Bilanz ja deutlich besser aussähe, wenn man die Elfmeter abziehen würde. Aber auch dann würde der FC die Liste deutlich mit elf Gegentreffern anführen, vor Leverkusen mit acht. Das gleiche gilt für die Tore nach Ecken. Da kommt Köln auf sieben, es folgen gleich fünf Mannschaften mit vier Gegentreffern.

Mittlerweile wird auch der Kölner Coach bei dem Thema deutlicher. „Das macht mich einfach fuchsteufelswild. Wenn du als Aufsteiger in der liga bestehen willst, dann musst du dich bei Standards auch besser anstellen“, sagte Kwasniok. „Ich hatte vorher das Gefühl, wenn der Raum den halbwegs trifft und es ist kein Abseits, dann klingelt’s.“ Auch, wenn der Kölner Coach die Problematik selbst erkennt, einen Schlüssel hat Kwasniok bislang nicht gefunden. Und das, obwohl es lange bekannt ist. Denn ausgerechnet nach dem Hinspiel in Leipzig sprach der 44-Jährige das Thema erstmals an. Damals regte den Coach aber noch die Vielzahl der verursachten Standards auf. Der Trainer sprach davon, dass man einfach weniger gegnerische Standardsituationen zulassen, klarer Situationen klären müsse. Tatsächlich mussten die Kölner bislang die zweitmeisten Ecken hinnehmen (125). Nur Wolfsburg noch mehr (160).

Freistöße vermeiden die Geißböcke dann aber doch schon. Zumindest spielt der FC die wenigsten Fouls der gesamten Liga. Gegen Stuttgart werden die Kölner also erneut bemüht sein, den ruhenden Ball beim Gegner zu unterbinden. Ob die Kölner bei noch drei ausstehenden Einheiten den Schlüssel gefunden haben werden, ist eher unwahrscheinlich. Immerhin: Der VfB Stuttgart ist nicht gerade gefährlich bei Standards, erzielte erst fünf Treffer nach einem ruhenden Ball. Nicht vielle Mannschaften sind in der Liga schlechter – der FC ist eine davon.