Trotz Gegentor in Hamburg: Cenk Özkacar und Rav van den Berg überzeugen erneut
Simon Bartsch
Beim 1:1-Unentschieden in Hamburg am Samstagabend präsentierten sich die Rheinländer in der Offensive mit Ausnahme des Tores von Said El Mala zwar nur wenig torgefährlich, konnten sich aber bis auf einen Ausnahmemoment von Fabio Vieira auf ihre Defensive verlassen. Vor allem das Innenverteidiger-Duo bestehend aus Rav van den Berg und Cenk Özkacar deutete viel Potenzial an beim 1. FC Köln: Innenverteidiger-Duo überzeugt beim HSV.
Gerade aufgrund der Verletzungsmisere war die Kölner Innenverteidigung lange eine Baustelle der Geißböcke. Doch gegen den Hamburger SV erwies sich die Abwehrzentrale bis auf wenige Ausnahmen wieder einmal als sehr sicher. Trotz der vielen Verletzten scheint die Innenverteidigung beim FC zu stehen.
Rav van den Berg im Duell mit Damion Downs (Foto: Start Franklin/GettyImages)
Denn die Kölner agierten wie schon in der vergangenen Woche beim 1:2 gegen Borussia Dortmund auch in Hamburg wieder mit einer Viererkette, für den rot gesperrten Jahmai Simpson-Pusey rückte Cenk Özkacar an die Seite von Rav van den Berg. Zwar geriet die Mannschaft von Coach Lukas Kwasniok durch einen Geniestreich von Fabio Vieira zum dritten Mal in Folge in Rückstand, dennoch leisteten sich die beiden Neuzugänge in den defensiven Zentrale ansonsten wenig bis keine Fehler und könnten so auch gegen Gladbach Seite an Seite auflaufen.
Wenig gemeinsame Spielzeit, viel Stabilität
Gerade gegen die körperlich robusten Hamburger Angreifer bewiesen sowohl der Niederländer als auch der Türke immer wieder ein gutes Timing im Zweikampf und ein sauberes Stellungsspiel. Während van den Berg mit einer Zweikampfquote von 66 Prozent und einer Passquote von starken 97 Prozent überzeugte, erwies sich Nebenmann Özkacar mit 71 gespielten Pässen (die meisten alle Feldspieler der Partie) im Verbund mit Eric Martel im defensiven Mittelfeld immer wieder als Aufbauspieler und Impulsgeber auf dem Weg in die gegnerische Spielhälfte. Insgesamt wirkte die Abstimmung bei dem Duo, das in dieser Konstellation noch relativ wenig gemeinsame Spielzeit gesammelt hat, bereits erstaunlich stabil.
Lukas Kwasniok wechselte für seine Verhältnisse erstaunlich wenig, setzte auf die gleiche taktische und eine ähnliche personelle Formation. Vor allem den vielen Ausfällen geschuldet. Dennoch könnte es nun ein wenig mehr Kontinuität geben. Kristoffer Lund hat sich auf der linken Abwehrseite festgespielt und bestritt gegen den HSV seine fünfte Partie in Folge über die vollen 90 Minuten. Auf der anderen Seite lieferte auch Tom Krauß einmal mehr eine solide Leistung ab. Die durchaus beachtliche Leistung der Hintermannschaft dürfte den Konkurrenzkampf in den kommenden Wochen noch einmal befeuern. Nach und nach werden einige Verletzte wie Joel Schmied oder Alessio Castro-Montes dann aber zurückkehren, auch Jahmai Simpson-Pusey und Sebastian Sebulonsen müssen „nur“ noch das Derby pausieren.
Trotz der vielen Ausfälle kann sich Kwasniok dennoch aktuell auf eine gewisse Stabilität verlassen. Eine Stabilität, die es vor allem jetzt bei noch acht ausstehenden Spielen dringend braucht, um am Saisonende über dem Strich zu stehen und den Klassenerhalt zu erreichen.
Jeder Punkt ist zurzeit wichtig – Nicht, dass die liegen gelassenen am Ende den Unterschied machen
Simon Bartsch
Mit dem 1:1-Remis gegen den Hamburger SV hat der FC einen Punkt hinzugewonnen – aber eben auch zwei liegen gelassen. Am Ende ist jeder Zähler entscheidend im Abstiegskampf – jeder. Gegebenenfalls auch die, die man in Duellen, in denen man eigentlich die bessere Mannschaft gewesen ist, nicht eingefahren hat. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln beim Hamburger SV.
Die Kölner wurden vor der Partie in der Hansestadt nicht müde, zu betonen, dass nun die Spiele kämen, in denen man punkten müsse. Das ist den Geißböcken beim HSV auch gelungen. Jedoch fuhr der FC nur einen statt möglich gewesenen drei Zähler ein – am Ende zu wenig?
Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
Nach dem doch biederen Unentschieden beim Hamburger SV suchte Kölns Trainer Lukas Kwasniok mal wieder Worte, die den FC-Fans gefallen sollten. „Fakt ist: Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zu Hause gegen Gladbach, als umgekehrt“, sagte der Kölner Coach. Grundsätzlich würden das wohl die meisten Anhänger der Geißböcke unterschreiben. Grundsätzlich wären den Fans aber auch Siege gegen Gladbach und (!) Hamburg lieber gewesen. Denn sechs Punkte hören sich besser an als vier (von denen erst einer geholt wurde) – zumal die FC-Protagonisten nach der zugegeben schweren Phase gegen die Top-Teams nicht müde wurden zu betonen, dass es nun gegen die Mannschaften auf Augenhöhe um nichts anderes als Zähler gehe. Nach dem Remis gegen Hamburg stellt sich wieder einmal die Frage: Punkt gewonnen oder zwei verloren?
Jeder Punkt ist wichtig – auch die verpassten
Die Wörter der Kölner Akteure ließen darauf schießen, dass der Punkt zum einen verdient gewesen und zum anderen gegen eine Mannschaft wie Hamburg durchaus als Erfolg zu werten sei. Verdient ja, aber ein Erfolg? Natürlich ist Hamburg nicht irgendwer. Die Rothosen holten aus den fünf Spielen vor dem Aufsteiger-Duell zehn Zähler. Also genau so viele, wie der FC in den vergangenen 16. Während die Kölner in der Formtabelle Rang 16 eingenommen hatten, belegte der HSV Platz vier. Gerade gegen die direkte Konkurrenz waren die Hanseaten zudem gerne erfolgreich. Es ist also nicht gesagt, dass man im Grunde im Vorbeigehen die Punkte aus dem Volksparkstadion einsammelt. Einen Selbstläufer gibt es in der Bundesliga nicht – zumindest nicht für die Teams, die anders als Bayern München heißen.
Zudem haben die Kölner im achten Anlauf das erste Mal an einem Samstagabend gepunktet. Eine gewisse Zufriedenheit ist also durchaus verständlich. Ob sie aber deswegen auch angebracht ist, darf wiederum durchaus hinterfragt werden. Jeder Punkt ist im Abstiegskampf wichtig, so das allgemeine Credo der FC-Akteure in der Mixed Zone nach dem 1:1. Und das ist absolut richtig. Das schließt aber auch die Punkte ein, die man hat liegen lassen. Und man darf nur hoffen, dass diese am Ende nicht noch wichtiger sind. Auch mit der Einordnung, dass der FC am Samstag die bessere Mannschaft war, liegen die Kölner richtig. Nur hätten es gerade da doch drei Punkte sein können. Am Ende der Saison wird keiner mehr fragen, wer in den Spielen denn besser war oder wer den Sieg einen Hauch mehr verdient hätte.
Zehn Siege werden immer unwahrscheinlicher
Am Ende zählen die Punkte. Und zum wiederholten Male muss man sagen, dass die Kölner gegen einen vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe trotz Überlegenheit nicht gewonnen haben, zu wenig Punkte geholt haben. Elf Punkte in 17 Spielen, heißt elf Punkte in einer Halbserie. Es sind nur noch acht Spiele zu gehen. Zieht man die Begegnungen gegen Leverkusen, Frankfurt und Bayern ab, bleiben noch fünf Spiele gegen Teams auf Augenhöhe. Für Kwasnioks Mit-zehn-Siegen-zum-Klassenerhalt-Rechnung fehlen noch vier Siege. Schon allein statistisch wird die Umsetzung dieser Vorgabe immer unwahrscheinlicher. Und das unabhängig davon, wie gut die Leistungen gewesen sind. Nah dran, reicht auch gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte nicht, wenn die Siege ausbleiben.
Am Samstag bietet sich die nächste Chance. Selbst, wenn der FC die bessere Mannschaft ist, das Derby seine eigenen Gesetze hat, die Kölner dann auch alles gegeben haben, weniger als drei Punkte sind dann ganz sicher zu wenig,
Ordentliche Leistung, aber der 1. FC Köln lässt schon wieder Punkte liegen
Tim Vrastil
Der FC hat sich im Kampf um den Klassenerhalt gegen den HSV nicht mit einem Sieg belohnt. Trotz ordentlicher Leistung gelang es der Mannschaft von Lukas Kwasniok auswärts nicht, die drei Punkte aus Hamburg mitzunehmen. Vor allem die harmlose Offensive gibt acht Spiele vor Saisonende Grund zur Sorge. Der 1. FC Köln verpasst gegen den HSV einen Befreiungsschlag.
Es hätte für den 1. FC Köln ein wichtiger Schritt im Kampf um den Klassenerhalt und ein echter Mutmacher für die kommenden Aufgaben werden können. Gegen den direkten Konkurrenten aus Hamburg zeigten die Geißböcke über weite Strecken eine engagierte und ordentliche Leistung, mussten sich am Ende jedoch „nur“ mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Ein Ergebnis, das sich für viele Kölner mit Blick auf den Spielverlauf eher nach zwei verlorenen Punkten anfühlen dürfte.
Eric Martel vom 1. FC Köln im Duell mit dem HSV (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
In einer von Beginn an eher zähen Partie spielte sich in den ersten halben Stunde wenig ab. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend im Mittelfeld, ohne sich dabei wirklich gute Gelegenheiten herauszuspielen. Wie so oft in dieser Saison agierte der FC mindestens auf Augenhöhe, geriet nach einem Geniestreich von HSV-Spielmacher Fabio Vieira aber wieder einmal in Rückstand (39.) – zum dritten Mal in Folge. Die Mannschaft von Kwasniok suchte im Anschluss aber noch vor der Pause nach einer Antwort und fand sie schließlich nach einer sehenswert einstudierten Eckballvariante in Form von Offensiv-Juwel Said El Mala, der per Kopf für den Ausgleich sorgte (45.) Nach dem Seitenwechsel wurde es dann wieder zäher, viele Zweikämpfe zwischen den Strafräumen dominierten das Geschehen weitestgehend.
„Das ist schon ein Nackenschlag“
Die Rheinländer hatten zwar ein leichtes Übergewicht in Sachen Ballbesitz, konnten dies aber (bis auf einen Kopfball von Eric Martel in der Nachspielzeit) nicht mehr in gute Torchancen und somit den zweiten bzw. Siegtreffer ummünzen. Was am Ende bleibt, ist unterm Strich zwar immerhin ein Punkt – überwiegen dürfte aber die Enttäuschung über einen wieder einmal verpassten Dreier. Die Kölner warten nach dem Remis in Hamburg nunmehr seit sechs Partien auf einen Sieg und haben nach dem Wochenende und Spieltag 26 nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Der bittere Beigeschmack über die verpassten drei Punkte war auch Geschäftsführer Sport Thomas Kessler nach Abpfiff anzumerken: „Ich glaube wir hätten heute schon drei Punkte holen können. Wenn du natürlich mit der einzigen Chance, die der HSV hat, vielleicht mit Ausnahme jetzt kurz vor Schluss nochmal, ein Gegentor bekommst, dann ist es gut, dass wir in der ersten Halbzeit noch so reagiert haben. Das ist schon ein Nackenschlag für die Mannschaft.“
Ähnlich äußerte sich auch Coach Kwasniok über das Spiel. „Es fühlt sich irgendwie komisch an. Wir haben in der ersten Halbzeit eine Aktion zugelassen. Das macht Fabio Vieira natürlich dann auch überragend mit dem Lupfer. Es ist kein Spektakel gewesen, das war aber auch nicht zu erwarten, wenn der HSV gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga spielt. Zwei Aufsteiger, es geht um viel. Ich finde, dass wir die bessere Mannschaft gewesen sind.“ Am Ende des Tages stellte aber auch er nüchtern fest: „Da kannst du dir nichts für kaufen, das ist schon klar. Aber es ist immer so ein Gefühl, dass es immer weitergeht und der Groschen wird dann irgendwann auch komplett fallen. Heute war das noch nicht der Fall. Wir können mit dem Punkt leben.“
Ab jetzt zählen nur noch Ergebnisse
Während die Leistung der Mannschaft in vielen Spielen in dieser Saison stimmen mag, die Punkteausbeute entspricht diesen Leistungen in erschreckend großer Regelmäßigkeit nicht. Mit jetzt 25 Punkten ist der Aufsteiger nach wie vor mittendrin im Abstiegskampf, dazu verbleiben nur noch acht Ligaspiele bis Saisonende. Nachdem in den letzten Spielen gegen den VfB Stuttgart, die TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund wohl nicht unbedingt mit Punkten zu rechnen war, hätte man gegen den HSV im direkten Aufeinandertreffen zweier Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen, ein echtes Ausrufezeichen setzen können. Der mögliche Hallo-Wach-Effekt blieb aus, mit dem Remis bleiben die Norddeutschen fünf Punkte voraus und haben zudem weiter das (um ein Tor) bessere Torverhältnis.
Grund zur Sorge macht zudem die weitestgehend harmlose Offensive der Kölner in Hamburg. Auch wenn El Mala mit seinem neunten Saisontor weiter Eigenwerbung betrieb, blieb Mittelstürmer Ragnar Ache diesmal beispielsweise meist blass. Aus dem Mittelfeld heraus fehlte es sowohl an kreativen Pässen ins letzte Drittel als auch an guten Schussversuchen aus der Distanz. Vor allem mit Blick auf das kommende Ligaspiel, nämlich das Derby gegen den direkten Tabellennachbarn Borussia Mönchengladbach, kommt diese Negativ-Entwicklung in Sachen Torgefahr zur Unzeit. Nach dem HSV-Spiel ist das Derby gegen den ungeliebten Rivalen ein immens wichtiges Spiel, sowohl aus Prestige- als auch aus tabellarischen Gründen. Mit einem Sieg könnte der FC ein großes Zeichen setzen und würde die „Fohlen“ auch in der Tabelle überholen. Für die Geißböcke ist spätestens nach dem verpassen Sieg in Hamburg klar:
Jetzt beginnt die sogenannte „Crunch-Time“. Es müssen dringend Punkte her, egal wie. Ob die Mannschaft dabei dann am Ende des Tages auch gute Leistungen abruft und seine Gegner spielerisch beherrscht, dürfte so ziemlich jedem FC-Anhänger egal sein. Denn soviel ist sicher, am Saisonende zählt nur eins: nämlich der Klassenerhalt.
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Remis trotz klarer Überlegenheit gegen den HSV- Punktgewinn oder verpasster Sieg?
Hendrik Broschart
Der FC nimmt beim Hamburger SV ein 1:1 mit. Doch wie gerecht ist das Ergebnis? Während HSV-Coach Merlin Polzin von einem leistungsgerechten Remis spricht, hadert FC-Trainer Lukas Kwasniok mit der Punkteteilung. 1. FC Köln: Punktgewinn oder verpasster Sieg?
Mit dem 1:1 in Hamburg haben die Kölner einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf gesammelt. Doch eigentlich wäre doch mehr drin gewesen, oder?
Auf der Pressekonferenz nach dem zähen 1:1-Unentschieden wurde es zwischenzeitlich sogar ausgelassen. FC-Trainer Lukas Kwasniok forderte die anwesenden Medienvertreter etwa zu einem Applaus für seinen Kollegen Merlin Polzin auf. Für den HSV-Coach war das Spiel gegen die Domstädter das 50. als Cheftrainer der Rothosen. Dafür erhielt er auch die Anerkennung von Kwasniok. Neben Heiterkeit und Wertschätzung traten jedoch auch Unterschiede in der Bewertung der Partie zutage. Während Polzin von einem leistungsgerechten Unentschieden sprach, machte Kwasniok mit verzogener Mine deutlich, was er von dieser Einschätzung hielt. Aus Sicht des FC-Trainers sprach vieles für seine Mannschaft. Die Geißböcke waren in vielen Bereichen überlegen. Sie gaben doppelt so viele Torschüsse ab wie die Gastgeber, hatten mehr Ballbesitz, liefen mehr und zeigten eine höhere Intensität. Insgesamt schnürte Kwasnioks Elf ein Gesamtpaket, das den Punktgewinn für die Hamburger eher glücklich als leistungsgerecht erscheinen lässt.
Der FC beendete gegen Hamburg den „Topspiel-Fluch“
Der Punkt aus dem Duell mit dem HSV bedeutet zugleich, dass die Geißböcke im achten Anlauf erstmals in einem Topspiel am Samstagabend etwas Zählbares mitnehmen. „Für uns ist es so, dass wir am Samstagabend bislang noch nicht allzu häufig gepunktet haben. Deshalb nehmen wir den Punkt mit, auch wenn es sich insgesamt so angefühlt hat, als hätten wir einen Sieg mitnehmen können“, ordnete Kwasniok ein. Zudem steht nach der Niederlage des FC St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag fest, dass der FC mit 25 Punkten in jedem Fall über dem Strich bleibt. Damit lässt sich das Unentschieden leichter verdauen. Zumal auch Kwasniok anerkennen musste, dass das Führungstor durch Hamburgs Fabio Silva eines der besonderen Sorte war. „Wir wollen aber nicht vermessen sein, vor allem, wenn der Gegner mit so einem sensationellen Tor in Führung geht. Wir mussten dann wieder hinterherlaufen, obwohl zu dem Zeitpunkt nichts auf einen Rückstand hingedeutet hatte. Jeder Punkt ist im Kampf um den Verbleib in der ersten Liga goldwert.“
Kwasniok: „Haben etwas gutzumachen“
Lange wird die Punkteteilung die Domstädter nicht verfolgen. Denn in der kommenden Woche empfangen sie Borussia Mönchengladbach zum Rheinderby in der RheinEnergieArena (Samstag, 15.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com). Und dann sei ein Sieg für seine Mannschaft nochmal ungleich wichtiger, meinte Kwasniok. “Fakt ist: Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zu Hause gegen Gladbach, als umgekehrt. Das wird man höchstwahrscheinlich wieder als Ansage nehmen, aber das ist auch völlig in Ordnung. Wir haben etwas gutzumachen. Und wir wollen in unserem Wohnzimmer gewinnen. Damit wir die Fans und uns glücklich machen und die Ausgangssituation für die restlichen Wochen noch mal verbessern.” Am Samstag gegen Gladbach bekommt der FC die nächste Gelegenheit. Dann wollen die Kölner nicht nur überzeugen, sondern diesmal auch die drei Punkte behalten.
Und wieder Ärger mit den Unparteiischen beim 1. FC Köln – „Das geht mir alles auf den Sack“
Simon Bartsch
Das 1:1-Unentschieden gegen den HSV hat für die Geißböcke in der Tabelle recht wenig verändert. Immerhin haben die Kölner einen wichtigen Zähler eingefahren. Doch es gab auch Unmut beim 1. FC Köln: Wieder gerät der Schiedsrichter in die Kölner Kritik.
Hier ein Rempler, der nicht gepfiffen wurde, da eine Gelbe Karte, die nicht ansatzweise an das Foulspiel heranreichte, das noch nicht einmal einen Freistoß mit sich brachte. Schiedsrichter Tobias Welz geriet gerade bei den Kölnern in die Kritik.
Tobias Welz zeigt Said El Mala die Gelbe Karte (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
Lukas Kwasniok war schon nach einer guten Viertelstunde außer sich. Wild gestikulierend redete der Trainer im Duell beim HSV auf den vierten Offiziellen, Dr. Max Burda, ein – mal wieder. Denn schon in der vergangenen Woche war der Trainer gegenüber den Unparteiischen deutlich geworden. Kein Wunder, gegen den BVB gab es gleich mehrere diskutable Situationen und VAR-Eingriffe oder Nicht-Eingriffe. Wie berichtet hatte Jahmai Simpson-Pusey nach einem Tritt an Maximilian Beier die Rote Karte gesehen. Nach Ansicht der Videobilder eine vertretbare Entscheidung. Simpson-Pusey hatte Beier in der Achillessehne erwischt, war einen Schritt zu spät gekommen. Für Aufregung sorgte dann aber ein Handspiel von Yan Couto, für das es in der Nachspielzeit keinen Elfmeter gab, obwohl es ihn wohl hätte geben müssen.
„Das Problem ist die unterschiedliche Bewertung“
Tagelang war das Handspiel noch Thema. Wohl auch, weil der FC mit einem Elfmeter möglicherweise in der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielt hätte. Dieses Mal ging es nicht um einen Strafstoß. Eigentlich ging es gleich um mehrere Situationen. Hier wurde Rav van den Berg mit einem Bodycheck gestört, Schiedsrichter Tobias Welz sah kein Foul, entschied sogar auf Freistoß für den Gegner, auf der anderen Seite zog ein leichter Check der Kölner ebenfalls einen Hamburger Freistoß mit sich. Luka Vušković hatte schon in den ersten Minuten nach einem Pfiff noch den Ball weggespielt, eine Verwarnung gab es nicht. Auf der anderen Seite fing sich Sebastian Sebulonsen in der Nachspielzeit für eine ähnliche Situation die Gelbe Karte ein. Eine besonders bittere, denn der Norweger fällt nun mit der fünften Verwarnung für das Derby kommende Woche aus.
„Das Problem ist ja immer die unterschiedliche Bewertung. Ich bin ein totaler Freund davon, immer Gelb zu zeigen, wenn die Jungs einfach den Ball wegspielen. Lass den Ball liegen, sonst ist es Gelb“, sagte Lukas Kwasniok. „Das Problem ist, dass es inkonsequent gehandhabt wird. Beim Seb war es so, weil er den Ball außerhalb des Feldes ein bisschen bei Seite geschoben hat.“ Eine Konsequenz nehme er nicht wahr, sagte der Trainer weiter, eine Kultur wie im Handball könne sich so nicht entwickeln. „Inkonsequenz führt dazu, dass es Diskussionen gibt.“ Eine ganz offensichtlich unterschiedliche Bewertung gab es dann noch bei einer anderen Situation, die durchaus dem Spiel einen anderen Verlauf hätte bescheren können.
„Am Ende ist es müßig“
Denn Hamburgs William Mikelbrencis war beim Versuch Kristoffer Lund den Ball abzulaufen, in die Achillessehne des Kölners gestiegen. Das Trefferbild entsprach einem doch sehr ähnlichem wie in der Vorwoche bei dem Duell Simpson-Pusey gegen Beier. Auch hier erfolgte das Foulspiel ohne Absicht, aber auch hier von hinten, ohne die Chance auf den Ball, dafür aber die Verletzung in Kauf nehmend. Genauso wie in der Vorwoche die Kölner hätten sich die Rothosen wohl nicht über einen Platzverweis beschweren können. Es wurde aber noch nicht einmal auf Foulspiel entschieden. „Das geht mir alles auf den Sack. Ich will es genauso klar ausdrücken“, sagte Kölns Trainer. „Ich will weder bei Jahmai vergangene Woche, noch diese Woche, dass es eine Rote Karte ist. Aber ich verstehe nicht, dass es so unterschiedlich gehandhabt wird.“
Tatsächlich gab es „nur“ Ecke für die Kölner, die aber für keine große Gefahr sorgte. „Nach meinen Maßstäben ist es weder bei Jahmai noch bei Mikelbrencis eine Rote Karte. Aber nach den Maßstäben, die uns mitgeteilt werden, dann ist es vergangene Woche Rot, aber dann kann ich nicht verstehen, dass es diese Woche keine Rote Karte ist.“ Auch Kölns Geschäftsführer Thomas Kessler ordnete die Situation ähnlich ein. „Ich bin absolut kein Freund davon, Rote Karten zu fordern. Aber da liegt ein Spieler am Boden und bekommt den Fuß voll auf die Achillessehne“, so der ehemalige Keeper. „Ich bin mir sicher, dass es in diesem Jahr schon die ein oder andere Situation gegeben hat, wo der Schiedsrichter richtig hingeschaut hat, oder der VAR sich gemeldet hat. Am Ende ist es müßig darüber zu sprechen.“
Denn am Ergebnis wird das ohnehin nichts mehr ändern. Ein bitterer Beigeschmack bleibt nach dem Spiel dennoch.
Ordentliche Leistung, einheitliches Bild – Die Einzelkritik des 1. FC Köln beim Hamburger SV
Luca Kaiser
Der 1. FC Köln entführt im Topspiel einen Punkt aus Hamburg. Die Geißböcke zeigten eine ordentliche Leistung, ohne jedoch deutlich besser als der Gegner zu sein. Die Einzelkritik des 1. FC Köln gegen Hamburg.
Auch im nächsten Samstagabend-Spiel bleibt der 1. FC Köln ohne Sieg. Allerdings konnten die Kölner dieses Mal nach einer soliden Leistung einen verdienten Punkt aus Hamburg mitnehmen. Gegen Ende wurde es beim Kopfball von Eric Martel sogar nochmal spannend und die Partie hätte auch Zugunsten des FC enden können.
Kristoffer Lund vom 1. FC Köln im Duell mit dem HSV (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
Blieb über den ganzen Abend nahezu beschäftigungslos. Zeigte sich bei Hereingaben sicher. Stand aber beim Gegentreffer von Vieira etwas zu weit vor dem eigenen Tor und ermöglichte so überhaupt den Heber.
Kristoffer Lund
Probierte es in der ersten Halbzeit mit einem Ausflug an den Hamburger Strafraum und hätte dabei einen Freistoß bekommen müssen. Zog nach einem schnellen Gegenstoß gegen Mikelbrencis ein taktisches Foul und sah dafür zu Recht Gelb. Machte seine Seite im Verbund mit Kaminski und El Mala dicht. Zeigte gerade nach dem Wechsel wieder einige Schwächen.
Cenk Özkacar
Rückte für den gesperrten Jahmai Simpson-Pusey in die Viererkette. Übernahm neben van den Berg den Part des linken Innenverteidigers. Machte seine Sache wie gewohnt sehr ordentlich. Brachte so gut wie jedes Zuspiel zum Mitspieler.
Rav van den Berg
Hielt die Defensive mit Özkacar über weite Strecken des Spiels sauber. Ließ Vieira beim Gegentreffer in seinem Rücken laufen und dadurch zu viel Platz. Legte El Malas Ausgleich mit dem Rücken vor. Zeigte sich sonst robust und abgeklärt und kam auf eine Passquote von 97 Prozent.
Tom Krauß
Agierte wie in der Vorwoche als Rechtsverteidiger. War kaum gefordert und wenn, dann zur Stelle. Rückte nach der Einwechslung von Sebulonsen ins Mittelfeld. Konnte keine Aktionen in der Offensive beisteuern. Musste kurz vor Ende angeschlagen ausgewechselt werden.
Ordentliche Vorstellung
Eric Martel
Übernahm im Zentrum den defensiveren Part. Ging in viele Zweikämpfe und musste einiges einstecken. Ließ dem HSV im Mittelfeld kaum Raum. Hatte in der Nachspielzeit per Kopf die Chance auf den späten Siegtreffer, traf allerdings nur das Außennetz.
Versuchte, das Spiel der Kölner aus dem Zentrum heraus zu gestalten. Seine ersten drei Zuspiele auf Ache waren zu ungenau. Zwang Heuer Fernandes mit seinem strammen Schuss zur Parade und holte dadurch die Ecke vor dem Ausgleich heraus.
Jakub Kaminski
War wie gewohnt sehr umtriebig und überall auf dem Feld zu finden. Sein erster Versuch wurde von Omari per Kopf zur Ecke geklärt. Brachte die Ecke zum Ausgleich scharf in den Strafraum. Sah in der zweiten Hälfte eine harte Gelbe Karte.
Said El Mala
Hatte mit Mikelbrencis einen guten Gegenspieler. Holte sich nach einem Foul und anschließendem Ballwegschießen eine unnötige Gelbe Karte. Blieb nach einer schönen Einzelaktion mit einem Schuss an Torunarigha hängen. Schlich sich kurz vor der Pause aus dem Rücken seines Gegenspielers und erzielte nach Vorlage von van den Berg per Kopf den Ausgleich.
Ragnar Ache
Hatte gegen Vuskovic, Torunarigha und Omari einen schweren Stand. Zeigte sich bemüht und ging auch immer wieder in die Tiefe. Blieb jedoch ohne gefährliche Aktion.
Youssoupha Niang
Stand nach seinem Startelfdebüt gegen Dortmund erneut von Anfang an auf dem Platz. Eroberte zu Beginn gegen Muheim stark den Ball, war dann jedoch zu unsauber. Machte seine Sache sonst solide, blieb aber eher unauffällig. Wurde in der Halbzeit ausgewechselt.
Linton Maina
Wurde zur zweiten Halbzeit für Niang eingewechselt. Hatte nach nicht einmal zehn Minuten seinen ersten Abschluss, setzte diesen jedoch deutlich über das Tor von Heuer Fernandes. Zog kurz vor Schluss den Freistoß, aus dem fast das 2:1 für den FC fiel.
Es wurden lediglich die Spieler bewertet, die mindestens 30 Minuten der regulären Spielzeit gespielt haben
„Da kannst du dir nichts für kaufen“- Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
Simon Bartsch
Am Samstagabend war der FC zu Gast im Hamburger Volksparkstadion. Nach der Partie äußerten sich unter anderem Said El Mala und Lukas Kwasniok: Die Stimmen zum Duell des 1. FC Köln gegenden Hamburger SV.
Der Top-Spiel-Fluch ist gebrochen. Denn der FC holte am Samstagabend gegen den HSV einen Punkt beim 1:1-Unentschieden.
Lukas Kwasniok von 1. FC Köln beim Auswärtsspiel in Hamburg (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
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„Wir haben das trainiert„
Said El Mala
“Der Punkt ist extrem wichtig. Auch, wenn man hier sicherlich drei Punkte mitnehmen kann. Auf den Punkt können wir auf jeden Fall aufbauen. Wir waren heute im letzten Drittel nicht so gefährlich. Wir waren vielleicht auch ein bisschen unsauber. Wir haben aber dennoch ein recht gutes Auswärtsspiel gemacht.
Zu Vieira: Er macht das überragend. Mit einem Ballkontakt das ist schon weltklasse. Der direkte Ausgleich vor der Halbzeit war extrem wichtig. Wie wir aus der Halbzeit gekommen sind, war auch gut. Wir haben ihnen eigentlich keine Chance gelassen. Dann ärgert man sich schon, dass man nicht drei Punkte mitnimmt.“
„Wir haben das trainiert, weil wir wussten, dass die Hamburger am zweiten Pfosten nicht so stark verteidigen. Ich hatte das Glück, dahin zu laufen. Dass der Ball dann auf den Kopf fällt, umso schöner – da musste ich nicht mehr viel machen. Ich war auch ein wenig überrascht, aber ich musste nicht viel machen. Dass, was wir heute geleistet haben, können wir ins Derby mitnehmen. Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir haben ein Heimspiel. Mit den Fans im Rücken wollen wir auch wieder alles geben und hoffentlich alle drei Punkte holen.“
„Ich kann nur ein großes Lob aussprechen„
Marvin Schwäbe
„Ich glaube, es war sehr hart umkämpft. Wir haben den Kampf angenommen. Man sieht trotzdem, dass wir unsere Leistung abrufen, nach vorne marschieren, dass wir alles geben und dass wir nach einem Rückstand auch wieder zurückkommen. Das überrascht in dem Moment, weil er es auch einfach gut macht. Diesen Heber macht er richtig gut mit seinem linken Fuß. Das muss man dann neidlos anerkennen.“
„Ich kann nur ein großes Lob aussprechen, was die heute wegverteidigt haben, war absolut sehenswert. Die Hamburger waren definitiv nicht ungefährlich und doch wir haben es einfach aussehen lassen, wie wir es verteidigt haben. Jeder Punkt ist im Abstiegskampf wichtig. Wir haben jetzt gegen Hamburg vier Punkte eingefahren, das ist nicht verkehrt.“
„Es freut mich, dass er wieder ein Tor gemacht hat„
Thomas Kessler
„Ich glaube wir hätten heute schon drei Punkte holen können. Wenn du natürlich mit der einzigen Chance, die der HSV hat, vielleicht mit Ausnahme jetzt kurz vor Schluss nochmal, ein Gegentor bekommst, dann ist es gut, dass wir in der ersten Halbzeit noch so reagiert haben. Das ist schon ein Nackenschlag für die Mannschaft. Ich finde, dass wir das in der ersten Halbzeit schon gut gemacht haben. In der zweiten Halbzeit waren wir dann zu wenig zwingend in den Situationen, wo wir dann auch mal Ballgewinne hatten. Dann musst du mit dem Punkt heute hier zufrieden sein.“
Zur Frage, ob die Position von Schwäbe beim Gegentor unglücklich war: “Von der Tribüne aus würde ich jetzt klar nein sagen, ich habe es aber auch noch nicht im Fernsehen gesehen. Ich glaube, wir einigen uns darauf, nicht bei jeder Situation, die in der Bundesliga passiert immer einem die Schuld zu geben. Vielleicht sagen wir einfach, dass es ein schönes Tor war.“
Zu El Mala: “Wenn man einen guten Fußballer in Köln hat, dann wird über den auch gesprochen. Es freut mich, dass er wieder ein Tor gemacht hat. Sehr untypisch für ihn, dass er es mit dem Kopf getan hat, aber ich glaube, das wird dem Jungen sicherlich gut tun, dass er in der Bundesliga auch mal wieder ein Tor gemacht hat.“
Zur Chance, dass El Mala von Nagelsmann für die Länderspiele eingeladen wird: “Das wird jetzt nicht unser Thema sein. Er hat sich sehr klar dazu geäußert, ich habe mit ihm auch darüber gesprochen. Er arbeitet jeden Tag sehr hart dafür, sich zu verbessern. Wir haben gute Spieler in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Wenn Julian Nagelsmann auf die Idee kommt, ihn einzuladen, dann wird er sich freuen und wenn nicht, dann wird er weiter Gas geben, arbeiten und für uns wichtige Tore schießen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er mal wieder dabei ist.“
Zur Foul-Situation an Lund: „Ich bin absolut kein Freund davon, Rote Karten zu fordern. Aber da liegt ein Spieler am Boden und bekommt den Fuß voll auf die Achillessehne. Ich bin mir sicher, dass es in diesem Jahr schon die ein oder andere Situation gegeben hat, wo der Schiedsrichter richtig hingeschaut hat, oder der VAR sich gemeldet hat. Am Ende ist es müßig darüber zu sprechen. Im Gesamten hat der Schiedsrichter heute eine vernünftige Leistung gezeigt. Aber in dieser Situation auf Eckball zu entschieden, war sicherlich die falsche Entscheidung.“
„Der Fluch ist besiegt“
Lukas Kwasniok
“Es fühlt sich irgendwie komisch an. Wir haben in der ersten Halbzeit eine Aktion zugelassen. Das macht Fabio Vieira natürlich dann auch überragend mit dem Lupfer. Es ist kein Spektakel gewesen, das war aber auch nicht zu erwarten, wenn der HSV gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga spielt. Zwei Aufsteiger, es geht um viel. Ich finde, dass wir die bessere Mannschaft gewesen sind. Da kannst du dir nichts für kaufen, das ist schon klar. Aber es ist immer so ein Gefühl, dass es immer weitergeht und der Groschen wird dann irgendwann auch komplett fallen. Heute war das noch nicht der Fall. Wir können mit dem Punkt leben. Der Fluch ist besiegt.“
ZuGegentor: „Vieira mach das sensationell. XG-Wert ist bei 0,04 gewesen, also vier von hundert. So viele, die das können, findet man in der Bundesliga nicht. In dem Moment glaubst du, du bist im falschen Film. Woche für Woche das Gleiche. Machen wir uns nichts vor, das wäre typisch gewesen, wenn dann hier in der 95. das 2:1 aus dem Nichts heraus fällt. Da haben wir Glück gehabt.“
Zur letzten Torchance von Eric Martel: „Als der Ball gekommen ist, haben wir schon gesehen, dass Eric da rankommt. Der Verteidiger arbeitet dann noch gut in den Mann rein und lässt ihn nicht komplett frei köpfen.“
Wenig Tore, harte Spielweise und viele Dribblings – Das erwartet den 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
Luca Kaiser
Nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende steht für den 1. FC Köln das nächste Topspiel auf dem Programm. Am Samstagabend gastiert das Team von Trainer Lukas Kwasniok in der Hansestadt. Das erwartet den 1. FC Köln beim Hamburger SV.
Der 1. FC Köln ist am 26. Spieltag in Hamburg gefordert. Gegen den Mitaufsteiger möchten die Kölner den ersten Sieg an einem Samstagabend einfahren und damit auch die seit fünf Spielen bestehende Sieglosserie beenden. Die Aufgabe im Volkspark wird jedoch alles andere als leicht.
Kristoffer Lund vom 1. FC Köln gegen den HSV (Foto Lars Baron / Getty Images)
Form: Der Hamburger SV ist sehr gut in die Rückrunde gestartet. Nach drei Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach, St. Pauli und Bayern München gelangen den Hanseaten zwei wichtige Siege in Heidenheim und gegen Union Berlin. Im Anschluss an ein umkämpftes Remis in Mainz musste der HSV in den beiden Heimspielen gegen Leipzig und Leverkusen zwei knappe Pleiten hinnehmen. Am vergangenen Wochenende war das Team von Trainer Merlin Polzin beim VfL Wolfsburg gefordert. In der Autostadt feierten die Rothosen nach Rückstand einen 2:1-Auswärtssieg. Aktuell steht Hamburg mit 29 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz.
Wenige Tore aber harte Spielweise
Wenig Tore: Der HSV hat in dieser Saison Probleme, Tore zu schießen. Mit lediglich 28 eigenen Treffern stellen die Hamburger gemeinsam mit Borussia Mönchengladbach die drittschlechteste Offensive der Liga. Nur Heidenheim und St. Pauli feierten bislang noch weniger Erfolgserlebnisse.
Harte Spielweise: Der kommende Gegner zeichnet sich in dieser Saison durch teils rustikale Auftritte aus. In den bisherigen 25 Ligaspielen begangen die Rothosen bereits 288 Mal ein Foul. Nur die TSG 1899 Hoffenheim und Union Berlin führten noch mehr Fouls am Gegner durch.
Gute Dribblings: Die Spieler des HSV probieren es häufig mit Dribblings. So gewannen die Hamburger bereits 179 direkte Duelle und damit die viertmeisten der Liga. Pro Spiel weist der Mitaufsteiger im Durchschnitt 7,2 erfolgreiche Dribblings auf.
Gefährliche Konter: Der HSV ist gemeinsam mit den Bayern das gefährlichste Konter-Team der Liga. Bereits zehn Umschaltmomente führten zu Treffern. Die Kölner liegen gemeinsam mit Leverkusen und Heidenheim mit sechs Kontertoren auf Rang drei.
Im Fokus
Im Fokus: Mit Luka Vuskovic hat der HSV einen echten Diamanten in der Innenverteidigung. Der Kroate, der am letzten Tag des Sommertransferfensters per Leihe von Tottenham nach Hamburg gewechselt war, entwickelte sich sofort zum Leistungsträger und ist aus der Mannschaft von Trainer Polzin nicht mehr wegzudenken. In der laufenden Spielzeit kommt der 19-Jährige in 22 Ligaspielen bereits auf fünf Tore sowie einen Assist. Der Innenverteidiger wirkt für sein junges Alter sehr abgeklärt und geht bei den Rothosen als Führungsspieler voran. Besonders in der Luft ist Vuskovic eine Waffe. Gemeinsam mit Ragnar Ache gewann der Abwehrmann mit 124 erfolgreichen Kopfballduellen die meisten Luftzweikämpfe der Liga. Macht Vuskovic in den letzten Saisonspielen so weiter, wird der HSV im Sommer kaum eine Chance auf einen längeren Verbleib des Youngsters haben.
3-4-3-System
Formation: Polzin lässt seine Mannschaft in einem 3-4-3-System auflaufen. Zwischen den Pfosten ist Daniel Heuer Fernandez gesetzt. Vor dem Schlussmann haben Vuskovic zentral, Jordan Torunarigha links und Nicolas Capaldo rechts ihren Platz sicher. Während Miro Muheim auf der linken Schiene die Nase vorn hat, wechseln sich auf der rechten Seite Bakery Jatta, William Mikelbrencis und Giorgi Gocholeishvili ab. Im zentralen Mittelfeld verfügt der HSV mit Nicolai Remberg, Fabio Vieira und Albert Sambi Lokonga über drei gute Spieler, die je nach Gegner in unterschiedlichen Kombinationen auflaufen. In der Offensive hat Hamburg die Qual der Wahl. Mit Jean-Luc Dompe, Philip Otele, Ransford Königsdörffer, Yussuf Poulsen, Damion Downs, Ryan Phillippe, Fabio Balde, Otto Stange und Robert Glatzel kann Polzin in jedem Spiel aus mehreren verschiedenen Profilen auswählen.
Ausfälle Hamburg: Der HSV muss gegen den FC auf Albert Grönbaek (Trainingsrückstand), Bakery Jatta (Oberschenkelverletzung), Yussuf Poulsen (Oberschenkelblessur) und Alexander Rössing-Lelesiit (Syndesmoseriss) verzichten.
Startelfgarantie für Abwehrmann und wenig Änderungen: So könnte der 1. FC Köln beim Hamburger SV spielen
Luca Kaiser
Mit dem Spiel beim Hamburger SV steht für die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok das nächste Spiel an einem Samstagabend vor der Tür. Wer im Topspiel im Volkspark von Beginn an auf dem Platz steht, ist aber noch offen. So könnte der 1. FC Köln beim Hamburger SV spielen.
So richtig hat sich die Personalsituation beim 1. FC Köln unter der Woche nicht entspannt. Zwar ist mit Sebastian Sebulonsen wieder ein Abwehrspieler dabei, dafür fehlt Jahmai Simpson-Pusey gesperrt. Lukas Kwasniok muss also wieder umbauen.
Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
Der 1. FC Köln muss gegen Hamburg weiterhin auf die Langzeitverletzten Luca Kilian und Timo Hübers sowie auf Jan Thielmann, Denis Huseinbasic und Joel Schmied verzichten. Auch Alessio Castro-Montes fehlt weiterhin. Überdies steht Jahmai Simpson-Pusey den Kölnern aufgrund seines gegen den BVB erhaltenen Platzverweises nicht zur Verfügung. Der Engländer verpasst durch seine Sperre nicht nur die Partie beim HSV, sondern auch das darauffolgende Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Allerdings kann der FC in Hamburg wieder auf Sebastian Sebulonsen zurückgreifen, der die vergangenen beiden Partien aufgrund einer Muskelverletzung verpasste. Dass der Norweger jedoch bereits eine Option für die Startelf darstellt, ist wohl eher auszuschließen. Lukas Kwasniok kündigte auf der Pressekonferenz an, nicht viele Wechsel an seiner Aufstellung vorzunehmen.
Wenige Veränderungen in der Startelf
Zwischen den Pfosten wird Marvin Schwäbe beginnen. Vor dem Schlussmann muss der FC Simpson-Pusey ersetzen. Wer die Lücke des Engländers füllt, steht bereits schon fest. „Cenk Özkacar wird spielen“, so Kwasniok. Damit werden Kristoffer Lund links und Cenk Özkacar sowie Rav van den Berg drei der vier Positionen in der Abwehr bekleiden. Auf der rechten Seite könnte wohl wieder Tom Krauß als Verteidiger aushelfen.
Im zentralen Mittelfeld dürfte dann wieder Eric Martel starten. Neben dem ehemaligen Leipziger gibt es verschiedene Varianten. So sind Isak Johannesson oder Jakub Kamiński Optionen. In der offensiven Dreierreihe hat Said El Mala seinen Platz auf der linken Außenbahn sicher. Hinter der Spitze dürfte erneut Jakub Kaminski spielen, sofern der Pole, der beim FC schon so gut wie jede Position besetzte, nicht ein Stück nach hinten gezogen wird. Rechts wird wohl die Entscheidung zwischen Linton Maina und Youssoupha Niang fallen. Aufgrund der höheren Erfahrung sowie des leicht besseren Tempos könnte Maina hier die Nase vorn haben. Spielt Kaminski allerdings neben Martel, könnten sowohl Maina als auch Niang von Beginn an auf dem Feld stehen. Auf der verbliebenen Position in der Sturmspitze wird es keine Überraschung geben. So wird wie bereits in den vergangenen Wochen Ragnar Ache als Mittelstürmer agieren und versuchen, mit Treffern für ein positives Resultat zu sorgen.
Lukas Kwasniok will mit dem 1. FC Köln gegen den HSV dem steigenden Druck und der schweren Aufgabe trotzen
Simon Bartsch
Auf Lukas Kwasniok steigt der Druck. Vor dem Duell gegen den HSV scheint der Trainer angezählt und in Hamburg wartet auf die Geißböcke wahrlich keine leichte Aufgabe. Der Kölner Coach ist dennoch zuversichtlich, Punkte aus der Hansestadt mitzunehmen: So will der 1. FC Köln beim HSV punkten.
Nach der Niederlage gegen den BVB trotz der ordentlichen der Kölner Mannschaft hat sich die Tabellensituation des FC zugespitzt. Am Samstagabend will sich das Team bei den Rothosen wieder etwas Luft verschaffen und einen Dreier gegen den HSV einfahren.
Ragnar Ache vom 1. FC Köln im Duell gegen den HSV (Foto: Lars Baron / Getty Images)
Endspiel oder kein Endspiel – darin scheiden sich aktuell in Köln die Geister rund um das Geißbockheim. Während gerade in den Sozialen Medien viele Fans die Ablösung des Trainers fordern, hat Lukas Kwasniok ganz offensichtlich eine andere Vision. Der Trainer ist guter Dinge, die Wende noch zu schaffen und prophezeit dem Verein sogar noch mehr. „Ich glaube, dass dem Verein einfach auch eine gute und gesunde Zukunft bevorsteht“, sagte der 44-Jährige. „Und ich glaube, je fokussierter wir jetzt auf die Dinge sind, die wir beeinflussen können, desto schneller werden die Ergebnisse kommen und desto wunderbarer wird die Zukunft aussehen.“ Allerdings sprach der Coach nicht davon, dass es dabei um eine gemeinsame Zukunft gehe.
Zwischen Vision und Druck
Fakt ist, der FC hat aus den vergangenen 16 Spielen gerade einmal zehn Punkte geholt, ist in der Formtabelle (der vergangenen fünf Spiele) auf Rang 16 angekommen, punktgleich mit den Plätzen 17 und 18, liegt ebenfalls punktgleich auf dem Relegationsrang. Die Ergebnisse blieben zuletzt aus, auch, wenn die Leistung oft stimmte. Zur Wahrheit gehört auch, dass in diesen Spielen der FC aber selten als unverdient Geschlagener vom Platz ging. Dass die Geißböcke sich in einer Krise befinden, ist also alles andere als von der Hand zu weisen. Und so wirken die Visionen des Trainers wohl nicht für Jedermann überzeugend. Auch wenn sich die Anhänger sicherlich eine wunderbare Zukunft ihres Vereins wünschen würden.
Für einen Lichtblick oder einen Hoffnungsschimmer würde sicherlich eine gute Leistung und vor allem drei Punkte in Hamburg sorgen. Der FC, vor allem aber Lukas Kwasniok würden sich wieder ein wenig Luft verschaffen, mit Selbstvertrauen in das Derby gegen Gladbach starten und vor allem den HSV wieder mit in die Abstiegs-Verlosung reißen. Doch die andere Seite der Medaille wäre dann ein doch schon ordentlicher Druck auf der Kölner Brust. Denn auch wenn Lukas Kwasniok am Donnerstag sicher schien, dass die Performance auch über seine Situation mit entscheide, wird es am Ende dann doch um Punkte gehen. Heißt: Verliert Köln in Hamburg, sind die Rothosen wohl gesichert, der FC könnte aber auf den Relegationsplatz abrutschen, zum ersten Mal in dieser Spielzeit.
Kwasniok weiß um die Stärke des Gegners
Dass die Aufgabe im Volksparkstadion keine leichte wird, weiß auch Kwasniok. „Sie haben noch relativ spät in der Sommer-Transferperiode etwas gemacht. Dadurch haben die Jungs ein bisschen gebraucht. Aber es ist keine Überraschung, dass sie sich dann einfach mit guter kontinuierlicher Arbeit da rausgearbeitet haben“, sagte der Trainer. „Sie haben dann echt zugeschlagen mit Vieira, Lokongo und vor allem dann auch Vuskovic, der einfach ein Gamechanger ist für sie. Es ist jetzt einfach so, dass sich die Vorzeichen so ein wenig geändert haben zum Hinspiel.“ Damals hatten die Kölner bekanntlich 4:1 gewonnen. Auch, weil der VAR dem FC damals wohlgesonnen war.
Dieses Mal wäre sicher ein knapper Sieg ebenfalls im Sinne des Trainers. „Ich glaube einfach, dass wir sehr wohl in der Lage sind, dort zu bestehen“, sagte Kwasniok und schränkte direkt ein: „wohlwissend um die Qualitäten vor allem in der Rotation ihrer Spielanlage, plus eine Defensive, eine Kompaktheit, die es einfach schwer macht, sie zu bespielen.“ Personell steht dem FC wieder Sebastian Sebulonsen zur Verfügung, Jahmai Simpson-Pusey fällt gesperrt aus. Für den Engländer wird Cenk Özkacar beginnen, sonst sind keine weiteren Wechsel im Vergleich zum BVB-Spiel zu erwarten. Die Leistung des Teams sei gut gewesen, sagt Kwasniok und deutet dann doch den Ernst der Lage der beiden kommenden Partien an. „Der Weg ist das Ziel und ein Weg führt uns jetzt nach Hamburg und der nächste dann zum Heimspiel gegen Gladbach, um am Ende dann das Ziel zu erreichen.“