Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: „Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

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Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: „Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

In der vergangenen Saison war der Angreifer einer der Topstürmer der Geißböcke – gegen Ende der Spielzeit verletzte ich der 28-Jährige jedoch. Mit come-on-fc.com spricht der Stürmer über einen schweren Start, seine Fußball-Freie-Zone und seine Ziele beim 1. FC Köln: Ragnar Ache im Exklusiv-Interview.

Während des Trainingslagers in Kitzbühel traf come-on-fc.com FC-Stürmer Ragnar Ache zum Interview. Der 28-Jährige sprach über seine Premierensaison bei den Geißböcken, die Unterschiede zwischen dem Fußball in den Niederlanden und Deutschland – und ob er sich auch in dieser Saison die Haare färben wird.

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Das Interview führte Simon Bartsch für come-on-fc.com

Herr Ache, erst einmal herzlichen Glückwunsch nachträglich. Wofür gab es von den Mitspielern mehr Glückwünsche? Für den Geburtstag oder für die Ernennung zum Top-Tor der Saison?

Ragnar Ache: Eindeutig zum Geburtstag.

Das Tor hat aber auch jeden Glückwunsch wirklich verdient. Sie haben es Mal gegen Fürth mit einem Fallrückzieher versucht – eher mit mäßigem Erfolg. Jetzt gegen Hoffenheim mit großem Erfolg. Kann es ein drittes Mal überhaupt geben? Die Fallhöhe ist doch jetzt extrem hoch.

Ragnar Ache: (Lacht) Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich es nie wieder versuchen werde. So etwas passiert ja mehr oder weniger automatisch. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann sagt mein Körper mir, dass ich es einfach besser lassen sollte.

Fallrückzieher gegen Hoffenheim: „Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe“

Es war eigentlich keine optimale Position, in der Sie sich bei der Flanke befunden haben. Der Ball kam eher in den Rücken. Welche Synapse hat den Impuls gegeben, ich probiere es trotzdem?

Ragnar Ache: Das ging alles instinktiv, ganz schnell. Auf einmal lag ich in der Luft. Dann habe ich durchgezogen. Im Ernst: Man denkt in so einer Situation nicht nach, ob man ansetzt oder nicht. Es passiert einfach.

Ihre akrobatische Einlage als Bild im Louvre, als Meme, die Reaktion von Cenk Özkacar – das Tor ging viral. Erfüllt dieser mediale Hype einen dann auch mit einer Portion Stolz?

Ragnar Ache: Natürlich ist diese Aufmerksamkeit schön – und man ist auch ein wenig stolz. Aber am Ende geht es dann einfach mit der Saison weiter. Cenks Reaktion war aber schon sehr lustig. Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe. Es ist aber nicht so, dass ich morgens aufstehe und denke: ‚Mensch, jetzt könnte ich mir das Tor nochmal anschauen‘.

Wo wir von Stolz reden. Sie sind Europa-League-Sieger, haben aber in einem Interview mal gesagt, dass Sie gar nicht viel dazu beigetragen hätten. Warum so kritisch? Immerhin sind Sie abgesehen von Ron-Robert Zieler der einzige Spieler im Kader, der einen so großen Titel aufweisen kann.

Ragnar Ache: Natürlich ist das ein geiler Titel. Wir haben vor zig Tausend Zuschauern in Barcelona gespielt. Es wird immer ein besonderer Moment meiner Karriere bleiben, in so einem Spiel, gegen so einen Gegner, in diesem Stadion eingewechselt zu werden. Aber es war die 90. Minute. Wirklich viel trägt man dann nicht zum Titel bei, im Gegensatz zu den Jungs, die über 90 Minuten gespielt haben.

„Das war nicht die beste Zeit meiner Karriere“

Ihrem ersten Profitor für Sparta Rotterdam ist noch ein zweites gefolgt. Nach dem Doppelpack haben Sie im Interview gesagt, Sie könnten sich dennoch verbessern.

Ragnar Ache: Ich bin einfach sehr selbstkritisch, manchmal sagen mir meine Mannschaftskollegen sogar zu selbstkritisch. Aber so bin ich: Selbst, wenn man zwei Tore geschossen hat, gibt es immer Dinge, die man verbessern kann. Dieser Gedanke ist mir wichtig. Das Spiel damals ging dann auch nur 2:2 aus.

Ich erinnere mich noch an die erste Mixed Zone in Köln. Da klang so ein wenig die Kritik an Frankfurt durch, dass Sie dort nicht so wirklich viel gespielt haben. Wie kritisch blicken Sie auf die Zeit bei der Eintracht zurück?

Ragnar Ache: Da bin ich ehrlich zu mir selbst, das war nicht die beste Zeit meiner Karriere. Ich habe wenig gespielt – und dementsprechend konnte ich mich auch eigentlich nie so richtig beweisen. Immer wenn ich einigermaßen in den Rhythmus gefunden hatte, habe ich mich wieder verletzt. Frankfurt hat in dieser Zeit zu einem europäischen Top-Club entwickelt, deshalb war es schwierig für mich, Schritt zu halten.

Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
Gibt es da auch Phasen von Selbstzweifel und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Ragnar Ache: Ja, natürlich. Aber ich die Mannschaft hat mir dabei geholfen, positiv zu bleiben.

Schwerer Start in der Bundesliga

Besonders bitter war Ihr erster Einsatz von Beginn an gegen Leverkusen…

Ragnar Ache: In Leverkusen war ich anfangs auf jeden Fall nervös und habe gefühlt jedes Duell gegen Tapsoba verloren. Dann bin ich in der 76. ausgewechselt worden, ohne, dass ich irgendwas zeigen oder beweisen konnte. Das war glaube ich das letzte Spiel, das ich für Frankfurt gemacht habe.

Vor Ihren Anfängen bei Rotterdam haben Sie schon in Deutschland das Trikot von Sparta getragen, sind dann dort hin. Später sind Sie als Profi zurück zu ihrem Heimatclub Frankfurt. Gab es vor dem Wechsel nach Köln eine emotionale Bindung zum FC? Hatten Sie einen heimlichen Stoff-Hennes in Ihrem Zimmer?

Ragnar Ache: (Lacht). Nein. Bei FIFA hatte ich aber schon mit dem FC gespielt…

„Das habe ich nicht verstanden“

In ihrem letzten Saisonspiel für Kaiserslautern haben Sie bereits einen Vorgeschmack auf Ihren kommenden Arbeitgeber bekommen. Hätten Sie gedacht, dass die Saison in Köln so turbulent wird?

Ragnar Ache: Köln ist ein Riesenverein, in einer Riesenstadt. Ich lese aber nur wenige Berichte über den FC und bleibe auch nur selten in den Sozialen-Medien beim FC hängen.

Ein Thema waren die Bilder während und nach dem Union-Spiel, als Sie auf der Bank saßen und von Jan Thielmann getröstet wurden. Ganz Köln hat sich damals gefragt, was ist da los. Also: Was war da los?

Ragnar Ache: Es war die 53. Minute, wir waren erst ein paar Minuten wieder auf dem Platz und der Trainer hat in der Pause gesagt, dass das Spiel gut laufe. Und dann wurde ich ausgewechselt, das habe ich nicht verstanden.

Der gleiche Trainer hat Sie mal als „Herr der Lüfte“ beschrieben, weil sie „Sekunden in der Luft stehen können“. Mit 1,83 Metern sind Sie nicht der größte Spieler, gewinnen aber am zweitmeisten Kopfballduelle der Liga. Woher kommt die Sprungkraft.

Ragnar Ache: Die ist wohl angeboren. Das ist nichts, was ich trainiert habe.

Rollentausch in der Jugend

Und dennoch gab es „nur“ drei Kopfballtore, obwohl Köln die fünfmeisten Flanken geschlagen hat. Ist das ein Punkt, wo Sie sagen, da hätte mehr kommen können oder mehr kommen müssen?

Ragnar Ache: Wir haben schon viele Flanken geschlagen, das stimmt. Aber sie kamen nicht immer in die gefährlichen Bereiche. Flanke ist ja nicht gleich Flanke.

Aber Sie sind ein Zielstürmer, der an Toren gemessen wird und Sie verfügen über eine enorme Kopfballstärke…

Ragnar Ache: Ja, ich würde auch sagen, dass ich diese Stärke noch besser einbringen kann…

Es gibt ja die Binsenweisheit, dass ein guter Torwart auch mal ein guter Stürmer gewesen ist. Bei Ihnen war es anscheinend andersrum oder waren Sie gar nicht so ein guter Torwart?

Ragnar Ache: Wenn man jung ist, empfindet man Dinge anders. Man schätzt sich anders ein. Aber ich würde schon sagen, dass ich ein sehr guter Torwart war. Ob ich als Keeper Profi geworden wäre, kann ich aber nicht sagen. (lacht)

Premierensaison beim FC: „Die Anfangsphase war nicht ganz einfach“

Dann sind Sie mit elf Jahren in die Niederlande gegangen, eine neue Sprache. Es heißt aber, später gab es Menschen im Umfeld von Sparta, die nicht glauben konnten, dass Sie kein Niederländer sind. Fällt es Ihnen leicht, sich anzupassen?

Ragnar Ache: Das stimmt. Ich habe sehr schnell Holländisch gelernt. Aber es ist ja auch ähnlich wie Deutsch. In dem Alter lernt man Sprachen einfach schnell. Auf der anderen Seite wollte ich damals einfach nur Fußball spielen und dafür braucht man keine Sprache. Man nimmt den Ball, geht auf den Platz und spielt. Da muss man nicht viel reden.

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
Und in Köln, wie schnell war da die Anpassungsfähigkeit? Sie standen schon auf dem Rosenmontagszug. Das haben viele Kölner noch nicht geschafft.

Ragnar Ache: Die Anfangsphase war nicht ganz einfach. Gerade vor einem Jahr das Trainingslager. Aber ich habe sehr schnell Freunde gefunden. Mit Denis Huseinbasic habe ich mit direkt gut verstanden. Luca Waldschmidt, Marvin Schwäbe, Linton Maina – das ging recht schnell. Dann ist mit Rav van den Berg auch noch ein Holländer dazugekommen – und Monty.

„Bei mir ist zuhause eine Fußball-Freie-Zone“

Wenn Sie auf den niederländischen Fußball und auf den deutschen blicken, was sind da für Unterschiede?

Ragnar Ache: Von vielen Leuten und von meinen Freunden in Holland höre ich oft, dass der holländische Fußball sehr stark in der Qualität abgenommen hat. Ajax ist beispielsweise nicht mehr die Topmannschaft, die sie mal war. Aber es ist schon so, dass in Deutschland viel mehr auf Athletik geachtet wird, während in den Niederlanden das Fußballerische im Vordergrund steht.

Kann sich denn der DFB – gerade jetzt, wo der nächste Umbruch ansteht – etwas in den Niederlanden abschauen?

Ragnar Ache: Erst einmal muss man zwischen der niederländischen Liga und der Nationalmannschaft differenzieren. Die meisten Nationalspieler spielen im Ausland, abgesehen von ein, zwei Spielern bei Ajax. Ich glaube, bei Nationen wie Spanien kann man sich mehr abschauen.

Sie haben selbst keine WM geguckt, schauen überhaupt wenig Fußball. Das wirkt für einen Fußballprofi untypisch…

Ragnar Ache: Untypisch würde ich jetzt nicht sagen. Aber bevor ich mir eine Begegnung anschaue, analysiere ich lieber meine eigenen Spiele. Bei mir ist zuhause eine Fußball-Freie-Zone. Wenn ich mich den ganzen Tag mit Fußball beschäftige, will ich in den eigenen vier Wänden auch mal abschalten und an andere Sachen denken.

„Vielleicht gibt es spontan eine neue Farbe“

Dann lieber japanische Anime…

Ragnar Ache: Zum Beispiel. Aber vieles anderes auch. Basketball, Baseball, Playstation, ich mache irgendwas, was nichts mit Fußball zu tun hat.

Sie wurden von ihren Mitspielern ganz gerne mal als zurückhaltend beschrieben. Es gibt aber Videos, auf denen sie wild tanzen, hier machen Sie sich gerne mit den Mitspielern einen Spaß, wie passt das zusammen?

Ragnar Ache: Ich habe meine Momente – und ich habe ein gewisses Energielevel. Wenn das leer ist, dann ist es auch wirklich leer. Dann ziehe ich mich eher zurück und rede wenig. In der Regel probiere ich einfach, positiv zu sein und meine Energie mit allen zu teilen.

Nach dem Union-Spiel musste eine Veränderung her, die Haare wurden gefärbt. Welche Haarfarbe werden wir in dieser Saison sehen und was wird vorher passiert sein? Ein weiterer Fallrückzieher?

Ragnar Ache: Ich hätte sie gerne jetzt wieder gefärbt. Aber das ist einfach zu schlecht für meine Haare. Ich will nicht mit 35 schon eine Glatze haben. Jetzt lasse ich die Haare erst ein bisschen wachsen. Vielleicht gibt es spontan eine neue Farbe. Oder ich überrasche euch mit langen Haaren.


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Tom Krauß im Exklusiv-Interview: „Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“

Tom Krauß im Interview mit come-on-fc.com
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Tom Krauß im Exklusiv-Interview: „Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“

Seit Ende der vergangenen Saison hat der 25-Jährige einen festen Vertrag beim FC. Mit come-on-fc.com spricht der gebürtige Leipziger über die abgelaufene Spielzeit, seine Karriereziele und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Tom Krauß im Exklusiv-Interview.

Der 25-Jährige kam im vergangenen Sommer vom 1. FSV Mainz 05 per Leihe mit Kaufoption zum 1. FC Köln. Mit dem Klassenerhalt und einer zuvor vereinbarten festen Anzahl an Einsätzen wurde die Kaufpflicht aktiviert. Nun hat der Mittelfeldspieler einen festen Vertrag bis Sommer 2029. Im Exklusiv-Interview sprach der gebürtige Leipziger mit come-on-fc.com über seine Karriereziele und die Zukunft beim FC.

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Das Gespräch führte Simon Bartsch für come-on-fc.com
Herr Krauß, im September 2023 gab es ein Testspiel in Mainz, bei dem sich der FSV von der Südtribüne des Stadions verabschiedet hat. Damals haben Sie zwei Elfmeter verwandelt, Mainz gegen Duisburg 2:0 gewonnen. Und das unter den Augen des damaligen FSV-Idols und Liverpool-Coach Jürgen Klopp. War das schon eine vorahnende Bewerbung für größere Aufgaben unter dem neuen Bundestrainer?

Tom Krauß: Nein (lacht). Das ist ganz weit weg. Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich gerade nur auf den FC, habe nicht ohne Grund für drei Jahre einen Vertrag unterschrieben. Da mache ich mir jetzt über solche Dinge keine Gedanken. Wichtig ist, dass ich hier die Leistung bringe.  

Aber Sie haben schon sämtliche Nachwuchsmannschaften des DFB durchlaufen. Ist die A-Auswahl dann kein erhofftes Szenario?

Tom Krauß: Das ist natürlich für jeden Profi-Spieler ein Traum. Aber sich jetzt damit zu befassen, das ist Quatsch.

Sie waren in den USA im Sommer. Haben Sie sich die WM auch vor Ort angesehen?

Tom Krauß: Nein, leider nicht. Wir waren in Miami. Da war zwar ein Spiel von Saudi-Arabien gegen Uruguay, das habe ich mir aber nicht angesehen. Ich habe einfach meinen Urlaub genossen und trotzdem das WM-Feeling aufgesogen. Dadurch, dass die deutsche Mannschaft leider sehr schnell aus dem Turnier ausgeschieden ist, war das hier in Deutschland vielleicht nicht so möglich. In den USA war das schon ein besonderes WM-Feeling und es war cool, das mitzuerleben.

Was hat das Feeling so besonders gemacht?

Tom Krauß: Man bekommt einen Eindruck von vielen Nationalitäten. Argentinien, Brasilien, die haben einfach eine komplett andere Mentalität. Es war auch cool zu sehen, wie viele Kolumbianer und viele andere Nationen angereist sind, um bei der WM mitzufiebern. Wie diese Fans den Fußball wirklich leben, das kriegt man hier überhaupt nicht so mit. Es sei denn, die WM ist in Deutschland.

“Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan“

Sie haben die WM-Spiele der Deutschen sicherlich auch verfolgt. Blickt man da als Fußball-Profi anders drauf, ist man besonders kritisch mit den Kollegen?

Tom Krauß: Nein, kritisch nicht. Am Ende ist man genauso voll dabei wie ein normaler Fan. Weil man sich im Erfolgsfall natürlich für das ganze Land freut. Es ist einfach cool, wenn alle mitfiebern, weil es unsere Nation verbindet. Da bin ich dann schon voll mit dabei. Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan.

Nun der Kontrast – Alpenpanorama in Kitzbühel. Statt Erholung am Meer, Arbeiten vor dem Wilden Kaiser. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?

Tom Krauß: Es ist sehr schön. In Österreich hast du immer die besten Bedingungen im Sommer. Die Plätze sind gut, es sind wieder viele Fans mitgekommen. Das Ambiente ist immer schön. Das Training war zu Beginn ein bisschen ruhiger, aber jetzt starten wir dann richtig rein. Es ist wichtig, dass du mit der richtigen Fitness in die Saison gehst. In den Testspielen holst du dir dann dein Selbstvertrauen. Dann sieht man auch sehr schnell, ob alles rund läuft und wo man noch etwas verbessern kann. Am Ende zählt es dann, beim ersten Pflichtspiel in Würzburg voll da zu sein.

Wie groß ist die Vorfreude auf die Saison?

Tom Krauß: Die ist nach der Sommerpause immer groß. Wir hatten dieses Mal einen verhältnismäßig langen Zeitraum, in dem wir frei hatten. Dann bekommt man automatisch wieder die Lust auf Fußball. Und gerade in Köln ist es dann noch einmal besonders, weil du immer vor vielen Zuschauern spielen kannst, diese besonderen Erlebnisse hast.

Erlebnisse sind in Köln aber auch sehr schwankend. Zumindest wird die Stimmung ja gerne als „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“ beschrieben. Die vergangene Saison war da symptomatisch – zwischen Gesängen von Europa und der Sorge vor dem Abstieg. Wie empfindet man das als Spieler, der dann noch nicht einmal aus Köln kommt?

Tom Krauß: Ich habe ja schon mehrere Jahre in der Bundesliga erlebt – das ist im Profigeschäft auch einfach ein Stück weit Normalität. Man muss einfach mit kritischen Tönen rechnen, wenn es nicht die erhofften Ergebnisse gibt. Ich kenne das auch von anderen Vereinen: Du gewinnst zwei Spiele und spielst gefühlt Champions League, dann verlierst du und der Abstieg ist nah. Ehrlich gesagt, mag ich das aber auch, weil es zeigt, dass alle mitfiebern und nur den bestmöglichen Erfolg für den Verein wollen. Ich lasse mich da nicht aus der Ruhe bringen. Man muss als Team da sein. Wenn man als Team zusammenhält, dann bin ich immer sehr zuversichtlich, dass man die Klasse hält.

Jeder muss am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen“

Sind diese Stimmungen denn trotzdem etwas, was man jungen Leuten wie einem 18-jährigen Reigan Heskey erst einmal vermitteln muss?

Tom Krauß: Ich finde, da muss jeder am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen. Ich glaube aber schon, dass man auch ein wenig Hilfe geben kann. Es wird bei jedem Spieler die Phasen geben, in denen es ein bisschen schwieriger ist. Da ist Hilfe von den Routiniers schon hilfreich. Ich bin jetzt auch noch nicht 30, aber ich habe einfach schon gewisse Situationen miterlebt. Jeder junge Spieler wird es ganz sicher Höhen und Tiefen erleben. Das kenne ich aus meiner Karriere.

Wo Sie die Höhen und Tiefen ansprechen, Sie haben sich nach einem komplizierten Beginn in der vergangenen Spielzeit ziemlich eindrucksvoll einen Stammplatz erkämpft. Was waren die Qualitäten, die Lukas Kwasniok und René Wagner dann letztlich überzeugt haben?

Tom Krauß: Zu Beginn steckte ich in einem kleinen Tief, weil ich auf vielen Positionen gespielt habe, die ich tatsächlich erst einmal erlernen musste – obwohl ich auch dort mein Bestmöglichstes gegeben habe. Ich bin einfach drangeblieben und habe weiter an mir gearbeitet. Zudem hatte ich auch ein gutes Umfeld um mich herum, das mich gestärkt hat. Das war mental sehr wichtig. Und dann kam meine Knieverletzung. Damit war es wieder ein bisschen schwieriger für mich. Am Ende wollte ich alles dafür geben, dass der Verein in der Liga bleibt. Dafür habe ich Schmerzen in Kauf genommen. Ich wollte einfach dem Team, dem Verein helfen und konnte nicht mehr zu hundert Prozent da sein. Aber ich habe dem Trainer von Beginn an gesagt, dass ich für den Verein da bin, wenn er mich braucht.

Sie sagen, es ging für die Mannschaft um den Klassenerhalt. Damit verbunden war aber auch die Kaufpflicht, die in Ihrem Vertrag verankert war.

Tom Krauß: Natürlich. Es wäre schon blöd für mich gewesen, auf der Tribüne zu sitzen und nur hoffen zu können, dass sie greift. So konnte ich mithelfen, auch wenn es dann vielleicht nur zehn Minuten waren. Für mich ging es dabei aber nicht um mich persönlich, sondern um den Verein. Der FC gehört in die Bundesliga und ich wollte, dass er ein weiteres Jahr dort spielt und weiter darauf aufbauen kann.

Gab es denn auch ein Szenario B oder sogar schon Gespräche, was passiert wäre, wenn der FC die Klasse nicht gehalten hättet?

Tom Krauß: Nein, da gab es keine Gespräche. Wir waren aber auch alle davon überzeugt, die Klasse zu halten.

Tom Krauß beim 1. FC Köln
Auf der Zielgeraden kam es dann zum Trainerwechsel. Wie erlebt man das als Spieler?

Tom Krauß: Die Erfahrung habe ich leider öfter gemacht. Am Ende sind das normale Abläufe im Profifußball. Für die Spieler bedeutet das in erster Linie, dass man sich dann neu beweisen muss. Mit René hat jemand übernommen, der uns schon kannte. Aber trotzdem willst du dich neu beweisen, willst zeigen, dass du spielen willst. Für mich ist das aber ohnehin mein Motto. Der Trainer soll wissen, dass er immer auf mich zählen kann.

„Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will“

War es dann ein Vorteil, dass René Wagner geblieben ist? Er dürfte ihr Motto ja bestens kennen…

Tom Krauß: Er war nah dran an der Mannschaft – und wir hatten ein gutes Verhältnis zu ihm. Ergebnistechnisch war es sicher nicht überragend, aber René kam auch während der Saison. Das Heidenheim-Spiel war ein kleiner Dämpfer. Wir waren zwar rechnerisch durch, aber wir wollten unbedingt einen guten Abschluss haben – gerade für Dominique Heintz und Florian Kainz. Das ist uns nicht gelungen. Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will.

Sie haben die verschiedenen Positionen angesprochen. In welcher Rolle sehen Sie sich denn auf dem Platz?

Tom Krauß: Ich glaube, in den beiden Spielen, bei denen ich Rechtsverteidiger gespielt habe, ging nichts über meine Seite – aber nach vorne ging eben auch nur sehr wenig (lacht). Das kann ich schon solide spielen. Aber natürlich bin ich Sechser, Achter oder auf der Doppel-Sechs. Das ist meine Rolle. Da bin ich Profi geworden.

Wir haben gerade die Trainersuche angesprochen. Eine andere Suche ist die nach neuen Spielern. Es wird ja seit Wochen schon kolportiert, dass noch ein routinierter Sechser dazukommen soll. Was macht das mit einem Spieler? Heizt das an?

Tom Krauß: Es war klar, dass auf Eric ein Neuer folgt. Und Konkurrenz belebt das Geschäft. Am Ende kann ich die Vorbereitung und die Testspiele nutzen, um dem Trainer zu zeigen, dass er auf mich setzen kann. Es liegt ja an mir: Trainiere ich gut und spiele ich gut? Dann muss der Trainer entscheiden. Das ist mein Motto. Wenn man mich braucht, bin ich da. Ich bin entspannt und konzentriere mich auf meine Leistung.

Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Saison?

Tom Krauß: Für mich ist jedes Jahr das Ziel, erstmal mit dem Verein die Liga zu halten. Alles andere kann dann kommen. Für mich ist es wichtig, fit zu bleiben und einfach meine beste mögliche Leistung abzurufen. Und für den FC wollen wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt. Wenn das dann am 33. Spieltag der Fall ist, dann ist es eben am 33. Spieltag. Klar ist auch, dass wir alles dafür tun werden, es besser als letzte Saison zu machen.

„Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“

Sie strahlen auf dem Platz Willen und Leidenschaft aus, gehen voran, übernehmen Verantwortung. Ist das eine Rolle, in der Sie sich wohl fühlen?

Tom Krauß: Ich bin jetzt 25, noch keine 30. Aber trotzdem habe ich schon eine gewisse Anzahl an Bundesligaspielen, an Profi-Spielen. Natürlich will ich diese Erfahrung auch an jüngere Leute weitergeben. Und gleichzeitig muss ich meine Leistung bringen. Dann kann ich auch, wie man es letztes Jahr gesehen hat, die Fans mitziehen und vielleicht auch die Spieler, die sich gerade vielleicht auf einem Hoch befinden.

Sie haben einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Es wirkt so, als ist das jetzt endlich die Konstante, die Sie während den ganzen Leihen gesucht haben. Ist Köln jetzt auch in gewisser Weise zu Hause?

Tom Krauß: Ja, da kann man so sagen. Ein langfristiger Vertrag ist das, was ich wollte. Ich bin einfach sehr froh, dass es geklappt hat. Meine Freundin wohnt jetzt auch in Köln. Also nimmt es jetzt langsam Formen an. Ich bin einfach sehr glücklich, dass es so gekommen ist.

Warum jetzt und nicht vorher schon?

Tom Krauß: Es gibt immer Gründe, warum es letztlich nicht geklappt hat. Bei Schalke haben wir die Klasse nicht gehalten, sonst wäre ich damals wahrscheinlich dortgeblieben. Als ich zurück in Mainz war, hat Trainer nicht so auf mich gesetzt. Auch das ist Teil des Geschäfts und vollkommen okay. In Luton gab es familiäre Probleme. Trotzdem ist meine Hoffnung groß, dass es jetzt hier in Köln klappt.


U21-Coach Manuel Hartmann im Interview: „Ein paar Tränchen sind geflossen“

Manuel Hartmann vom 1. FC Köln
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U21-Coach Manuel Hartmann im Interview: „Ein paar Tränchen sind geflossen“

Nach der Beförderung von Evangelos Sbonias zum Co-Trainer der Profis übernahm Manuel Hartmann die Leitung der Kölner Reserve. Der Coach der Nachwuchstalente blickt im Gespräch mit come-on-fc.com auf den Trainerwechsel und wirft auch einen Blick nach vorne. Manuel Hartmann von der U21 des 1. FC Köln im Interview.

Am kommenden Wochenende ist es soweit. Die jungen Talente des 1. FC Köln starten in die neue Spielzeit. Manuel Hartmann sprach mit come-on-fc.com über seine neue Rolle und die sportlichen Ziele.

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Manuel Hartmann sprach mit come-on-fc.com

Herr Hartmann, Sie waren auf eine neue Saison mit der U17 vorbereitet. Wie groß waren die Herausforderung und Umstellung, plötzlich eine Vorbereitung für die U21 zu erstellen?

Manuel Hartmann: Das Schwierigste war es, mich von meiner Mannschaft zu verabschieden. Ich war darauf eingestellt, sie noch ein Jahr in der U17 zu begleiten. Das war schon sehr emotional und da sind bei den Spielern und auch bei mir ein paar Tränchen geflossen. Das war erst einmal hart, aber ich habe mich auch sehr auf die neue Aufgabe bei der U21 gefreut. Und viel nachdenken konnte ich auch nicht, weil ich am Samstag noch bei der U17 war und am Montag das Trainingslager mit der U21 in Hennef gestartet ist.

Was macht für Sie den Reiz an der neuen Aufgabe aus?

Manuel Hartmann: Ich bin überzeugt davon, dass ich im Übergangsbereich als Ex-Profi und Ex-Leader für die jüngeren Spieler meine Stärken am meisten ausspielen kann und der FC auch den größten Mehrwert bekommt. Ich habe in den letzten Jahren darauf hingearbeitet und mich für diese Rolle weiterentwickelt, um die bestmögliche Performance bringen zu können.

Gab es mit Ihrem Vorgänger Evangelos Sbonias, der als Co-Trainer zu den Profis aufrückte, eine formale Übergabe?

Manuel Hartmann: Das Tolle an der FC-Akademie ist, dass ich von der U10 bis zu den Profis jeden hier am Geißbockheim kenne. Die Kommunikation mit Laki ist seitjeher sehr eng, er saß im Büro immer neben uns. Als er vor drei Jahren U21-Trainer geworden ist, war ich auch in der Endausscheidung. Wir sind damit von Beginn an offen und kollegial umgegangen. Mit Laki habe ich seit den personellen Veränderungen fast jeden Tag telefoniert. Ich habe mich auch bei ihm erkundigt, wie der Kader aussieht, was seine Meinung zu verschiedenen Themen ist und wie er die Vorbereitung angegangen wäre. Von seiner Erfahrung kann ich natürlich profitieren.

Bisher ist es sehr intensiv

Wie fällt Ihr Eindruck nach den ersten Wochen mit der neuen Mannschaft aus und auf welchem Level sehen Sie das Team?

Manuel Hartmann: Zunächst mussten wir uns gegenseitig kennenlernen und ich musste einen Draht zu den Jungs aufbauen. Die ersten Wochen sind als sehr positiv zu bewerten. Wir konnten den Rahmen in den Bereichen Mentalität, Intensität und Professionalität legen. Das sind für mich die Schlagwörter, die für eine U21 essenziell sind. Bisher ist es sehr intensiv, was die Jungs auf dem Platz abliefern, sie sind sehr engagiert. Man merkt aber auch, dass es ein bisschen ruppiger wird, weil es um die Startplätze zum Auftakt gegen Wiedenbrück geht.

Wie viele Ihrer jetzigen Spieler durften Sie zuvor schon im U-Bereich trainieren?

Manuel Hartmann: Da sind einige Jungs dabei. Assad Kotya-Fofana habe ich damals zum FC geholt. Dann sind da Emin Kujovic, Kian Hekmat, Fayssal Harchaoui, Jonathan Friemel, Kristiyan Irmiev, Luis Hauer und so weiter. Da könnten wir ewig weitermachen. Ich habe damals mit dem 2002er Jahrgang hier angefangen und kenne dementsprechend seitdem alle Spieler hier.

Sie haben nominell einen großen Kader bei der U21, beim Trainingsauftakt standen 30 Spieler auf dem Feld. Wie hält man so ein großes Aufgebot bei Laune?

Manuel Hartmann: Zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung ist der Kader gar nicht mehr so groß. Zuletzt waren sieben Spieler im Training der Profis dabei und dazu kommen immer wieder auch kranke oder verletzte Spieler. Es gibt auch Tage da sind wir beispielsweise nur 18 Mann im Training.

Welche Art von Fußball wollen Sie mit der U21 spielen lassen?

Manuel Hartmann: Wir haben in der FC-Akademie seit ein paar Jahren eine klar definierte Spielidee.  Und so wollen wir auch ausbilden. Ich war bei der Erarbeitung dieser Spielidee und Ausbildungsphilosophie Teil des Teams und deswegen ist natürlich jetzt vieles deckungsgleich. Wir müssen die enge Verbindung zwischen der Akademie und den Profis beibehalten und ausbauen, um den Spielern den letzten Sprung zu ermöglichen. Wir wollen im Spiel pressen, aggressiv verteidigen, schnell den Ball wieder haben und variabel und flexibel mit dem Ball agieren – und hoffentlich dann auch attraktiven Fußball spielen. Denn deswegen gehen die Leute ins Stadion. Und natürlich wollen wir erfolgreich sein über die tägliche Arbeit.

Die Regionalliga ist als Trainer Neuland für Sie. Welches Gefühl überwiegt da zum Start: Anspannung, Nervosität oder Vorfreude?

Manuel Hartmann: Ich sehe es nicht viel anders als bei den Stationen davor. Mein Anspruch ist immer, dass man im Spiel sieht, was wir uns in der Trainingswoche erarbeitet haben. Ich verspüre dann diese Elektrizität im Körper und darauf freue ich mich einfach. Das werden viele neue Erfahrungen für mich. Vielleicht wird man mal irgendwo vor 2000 Zuschauern die ganze Zeit auf der Bank bepöbelt. Dann musst du klar bleiben, denn der Auftrag ist es, den Jungs zu helfen. Das wird eine Herausforderung, aber ich bin optimistisch, dass wir diese gemeinsam meistern werden. Ich freue mich riesig darauf.

Das sportliche Ziel muss es sein, die Jungs für René Wagner vorzubereiten

Mit welchem Ziel gehen Sie in die neue Saison? Ist der Aufstieg möglich?

Manuel Hartmann: Ich arbeite getreu dem Motto: Wenn ich zu weit in die Ferne schaue, sehe ich den Stock nicht, der vor mir liegt. Das sportliche Ziel muss es sein, die Jungs für René Wagner vorzubereiten. Je mehr Spieler wir an den Bundesliga-Kader heranführen oder sogar reinbringen, desto besser wird unsere Saison-Bilanz ausfallen. Natürlich wird sich keiner dagegen wehren, wenn wir am Ende oben mitspielen können. Es wird aber sicher auch mal Phasen geben, in denen man nach hinten schauen muss. Das gehört zur Entwicklung dazu. Am Ende wollen wir uns in gesicherten Regionen bewegen.

Haben Sie die Hierarchie innerhalb der Mannschaft verändert oder beibehalten?

Manuel Hartmann: Wir werden das in der letzten Woche vor dem ersten Spiel final entscheiden. Mein Ansatz ist aber ohnehin der einer geteilten Führung innerhalb der Mannschaft. Nicht jeder Spieler ist lautstark auf dem Platz, aber vielleicht ist er trotzdem extrem wichtig für die soziale Bindung in der Kabine. Dann hat er entsprechend auch einen Führungsauftrag. Es wird nicht der Fall sein, dass ich mit dem Mannschaftsrat oder Kapitän rede und der Rest ist mir egal. Jeder Spieler wird einen wichtigen Auftrag haben in dieser Mannschaft, sei es für das soziale Gefühl, die richtige Emotionalität, taktische Dinge oder andere Aufgaben. So wird auch jeder merken, wie wertvoll er ist und dass er gebraucht wird. Klar ist aber natürlich auch, dass die Ü-Spieler vorangehen sollen.

Sie sind seit 2018 beim FC. Was ist das Besondere an diesem Verein?

Manuel Hartmann: Ich komme aus Süddeutschland und bin mit dem VfB Stuttgart groß geworden. In meiner Jugend war ich Fan von Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona, das hat auch meine Idee vom Fußball geprägt. Die Wucht des FC habe ich zum ersten Mal gespürt, als ich hier mit Koblenz in der zweiten Liga gespielt habe, in das Stadion gekommen bin und die Hymne gehört habe. Zur Pause stand es 0:0 und die Fans haben gegen die eigene Mannschaft gepfiffen. Das fand ich als Gegner zunächst toll. Aber dann haben sie in der zweiten Hälfte aufgedreht und wir sind völlig hinten reingedrückt worden. Und du hast dich gefragt: Was ist denn hier los, die sind wahnsinnig hier. Die Liebe zum Verein spürt man, wenn man durch die Stadt geht. Diese Verbindung ist schon bemerkenswert. Meine Kinder werden jetzt mit dem FC groß. Meine Tochter läuft im FC-Trikot herum und mein Sohn möchte ins Stadion und kennt jeden Spieler.

Sie haben aktuell die A+-Lizenz. Streben Sie die Pro-Lizenz an?

Manuel Hartmann: Ich habe mich immer als Ausbilder gesehen und dafür war die A+ ideal, weil ich nicht die Ambition gehegt habe, im Profi-Bereich an der Linie zu stehen. Aber natürlich ist es schon auch der Wunsch, die höchstmögliche Lizenz zu besitzen, weil man natürlich auch nie weiß, welche Neuerungen irgendwann kommen. Vielleicht braucht man für die Regionalliga vielleicht eines Tages auch die Pro-Lizenz. Die notwendigen Punkte für das Auswahlverfahren habe ich, aber mir fehlt noch die Zulassungsberechtigung. Die hätte ich nach der nächsten Saison. Dann werden wir sehen, ob ich es mache. Mein Ziel ist es mittlerweile aber schon.

Ich möchte so vielen Spielern wie möglich helfen

Was ist Ihr persönliches Ziel beim FC?

Manuel Hartmann: Ich möchte zeigen, dass ich wertvoll für den Verein bin. Der Fußball ist meine erste große Liebe nach meiner Mutter und es ist ein Privileg, dass ich mein Hobby zu meinem Beruf machen durfte. Ich möchte mich immer weiterentwickeln und möchte die Jungs auf ihrem Weg in den Profi-Bereich bestmöglich begleiten. Ich möchte so vielen Spielern wie möglich helfen, dass sie sich den Sprung selbst ermöglichen können.

Wie ist denn eigentlich die Zusammenarbeit beim FC mit Stefan Ruthenbeck aus der U19 und René Wagner aus dem Profi-Bereich?

Manuel Hartmann: Mit Stefan habe ich ein Verhältnis, das über das Berufliche hinausgeht. Er ist ein Mentor und enger Freund für mich. Wir tauschen uns oft aus und auch unsere Fußball-Ideen decken sich sehr. In der U17 war ich Zulieferer für ihn, jetzt ist er Zulieferer für mich und wir beide sind Zulieferer für René Wagner. Wir gehen hier alle Hand in Hand und das zeichnet unsere Akademie auch aus. Mit Laki ist die Schnittstelle nach oben jetzt natürlich noch einmal enger. Das ist ein toller Austausch mit allen Seiten. Laki kann ich auch nachts um drei anrufen und er hilft mir weiter. Das ist ein gutes Gefühl, dass vom Lizenz-Cheftrainer bis zur U10 alles Hand in Hand geht und keiner sein Ego wichtiger als den Verein nimmt. Es geht immer darum, das Bestmögliche für den FC abzuliefern. Das ist das Spezielle an diesem Verein.   

Das Interview führte Daniel Mertens

U21-Coach Sbonias im Interview: „Puzzle hat sich sehr gut zusammengefügt“

Evangelos Sbonias von der U21 des 1. FC Köln
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U21-Coach Sbonias im Interview: „Puzzle hat sich sehr gut zusammengefügt“

Hinter der U21 des 1. FC Köln liegt eine Saison ohne sportliche Sorgen in der Regionalliga West. Die FC-Reserve landete am Ende mit 45 Punkten auf dem zehnten Platz. Der Trainer der Nachwuchstalente blickte im Gespräch mit come-on-fc.com auf die Spielzeit zurück und warf auch einen Blick nach vorne. Evangelos Sbonias von der U21 des 1. FC Köln im Interview.

Am 22. Juni ist es soweit. Die jungen Talente des 1. FC Köln starten mit dem Training nach der Sommerpause. Evangelos Sbonias sprach mit come-on-fc.com über die Kaderpläne der kommenden Saison und persönliche Ziele.

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Evangelos Sbonias sprach mit come-on-fc.com über…

…das Erfolgsrezept nach dem holprigen Saisonstart mit dem Sturz ans Tabellen-Ende: „Klar bleiben, ruhig weiterarbeiten, weiterhin an die Dinge glauben, die uns stark machen, weil wir diese über drei Jahre nachgewiesen haben. Und natürlich galt es, den Jungs weiter Mut zuzusprechen. Auch in der Phase waren keine schlechten Leistungen dabei, die alarmierend waren.“

…seine positiven Eindrücke der vergangenen Spielzeit: „Wir hatten einen großen Umbruch im Sommer, was im Laufe der Saison schnell mal in Vergessenheit gerät. Wir haben viele neue, talentierte Jungs zusammengebracht und eine komplett neue Mannschaft geformt. Diese war noch mal deutlich jünger als in den beiden Jahren davor. Am Ende hat sich das Puzzle sehr gut zusammengefügt. Die Wellenbewegungen, die dann im Laufe der Saison auftreten, sind völlig normal. Insgesamt haben wir seine sehr stabile Saison gespielt.“

„Wirklich etwas zu bemängeln, gibt es nicht“

…Verbesserungsmöglichkeiten bei seiner Mannschaft: „Es gab Phasen, in denen wir vermeintlich stabil waren, aber die Punkte dann nicht geholt haben. Das hätte besser laufen können. Und natürlich hätte der Saisonbeginn deutlich besser laufen können. Aber wirklich etwas zu bemängeln, gibt es nicht.“

…die Negativphase in der Rückrunde mit fünf Niederlagen am Stück: „Das hat die Jungs beschäftigt, das hat man klar gemerkt. Wenn man dann aus dieser Phase herauskommt, trägt so etwas zur Entwicklung bei. Das ist ein wertvoller Erfahrungsschatz, den man daraus ziehen kann. Die Jungs hatten in der Phase aber definitiv daran zu knabbern.“

…die Kaderpläne für die kommende Saison: „Da gibt es keine feste Größe. Das hängt an vielen Faktoren, die wir noch gar nicht beeinflussen können. Das hängt beispielsweise mit der Kadergröße der U19 und Kaderentscheidungen bei unserer Lizenz-Mannschaft zusammen. Wir sind da die Scharnierstelle, deshalb gibt es bei uns keine festgeschriebene Kadergröße. Es wird einen mittelgroßen Umbruch geben, der bei einer U21 völlig normal ist. Es wird schon Bewegung in beide Richtungen reinkommen.“

„Wenn beides zusammenkommt, bin ich happy“

…Spieler, die aus der U19 aufrücken könnten: „Wir müssen die Dinge noch final festzurren. Das werde ich den Spielern zu gegebenem Zeitpunkt aber selbst mitteilen, wie die Planung zum Trainingsstart am 22. Juni aussieht.“

…seine persönlichen Ziele im Vertragszeitraum bis 2028: „Das oberste Ziel ist es, weiterhin so stabil, fokussiert und detailliert die Spieler weiterzuentwickeln wie in den vergangenen drei Jahren. Das persönliche Ziel ist der nächste Anlauf für die UEFA-Pro-Lizenz. Das wird im Herbst wieder anstehen für den Lehrgang 2027. Wenn beides zusammenkommt, bin ich happy.“

Das Interview führte Daniel Mertens

Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen“ – Teil 2

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
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Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen“ – Teil 2

Der Engländer wechselte im Winter leihweise an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 20-Jährige über die Zeit bei Manchester City, seine Karriereziele und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview – Teil 2

Der 20-Jährige kam im Winter aus England und wurde von Manchester City bis zum Sommer an den 1. FC Köln ausgeliehen. Wie es für den Innenverteidiger weitergeht, ist bislang noch offen. Im ersten vereinsexternen Exklusiv-Interview sprach der Engländer mit come-on-fc.com über seine Karriereziele, die Zukunft beim FC und die Zeit bei Manchester City. Jahmai Simpson-Pusey im Interview – Teil 2.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
In den Spielen für den FC haben Sie absolut überzeugt. Und das mit 20 Jahren. Ganz Köln fragt sich, wieso hat so ein Innenverteidiger mit dieser Klasse genau ein Spiel für Celtic gemacht. Was waren die Gründe, dass es nicht funktioniert hat?

Jahmai Simpson-Pusey: Es lief einfach nicht wie geplant. Ich hatte schon die Hoffnung, auf Einsatzminuten zu kommen. Im  Grunde habe ich alles gemacht, was von mir verlangt wurde und irgendwann kam ich einfach nicht mehr zum Einsatz. Dann kam ein neuer Trainer und auch unter ihm spielte ich keine Rolle. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich mich ganz gut geschlagen habe. Auch, weil ich nicht auf meiner Stammposition gespielt habe. Letztendlich hat es zwischen mir und Celtic einfach nicht gepasst.

Sie beschreiben die Zeit in Schottland dennoch als sehr wichtig…

Jahmai Simpson-Pusey: Das war sie definitiv. Viele Spieler machen eine solche Erfahrung mit 23, 24 oder 25 Jahren und lernen, mental damit umgehen. Für 18- oder 19-Jährige ist es hart, keine Spielzeit zu bekommen, nicht im Kader zu stehen und mit der Jugendmannschaft trainieren zu müssen. Das kann ziemlich demoralisierend sein. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben. Irgendwann bekommt man seine Chance. Es gibt diese Redewendung: Bevor du ganz oben ankommen kannst, musst du immer erst einmal unten gewesen sein. Diese Erfahrung war für mich wichtig. Das bringt mir einiges für die Zukunft.

Sie sind 20 Jahre alt und strahlen eine beeindruckende Ruhe am Ball aus, lösen Druck-Situationen spielerisch. Woher kommt diese Ruhe? Ist das die Schule von ManCity?

Jahmai Simpson-Pusey: Ja, definitiv. Diese Spielweise gehört zur Philosophie bei der Ausbildung in Manchester. Ich war aber auch nicht immer Innenverteidiger und denke, dass ich am Ball wahrscheinlich etwas besser bin als der durchschnittliche Innenverteidiger. Vielleicht hilft es, dass ich schon zahlreiche andere Positionen gespielt habe, im zentralen Mittelfeld oder als Kind im Sturm. Ich habe das Gefühl, dass Dribblings und der Druck von anderen Spielern mich nicht so sehr aus der Ruhe bringen.

Dann ist dies eine Ihrer Stärken, wo liegen Ihre Schwächen?

Jahmai Simpson-Pusey: Gerade in der Phase, in der ich nicht gespielt habe, gab es einige Themen. Ich habe aber das Gefühl, dass ich jetzt wieder an mein altes Niveau anknüpfen kann. Aber natürlich gibt es auch noch Themen, an denen ich arbeite.

Im Moment haben wir noch sehr gute Chancen, in der Liga zu bleiben

Gibt es bei Pep Dinge, die Sie von ihm gelernt haben, die Sie der Mannschaft weitergeben können?

Jahmai Simpson-Pusey: Er hat mir sehr viel mit auf den Weg gegeben. Als Innenverteidiger sagte er mir immer, dass es die kleinen, einfachen Dinge sind, die einen zum Top-Spieler machen. Den Gedanken lasse ich in mein Spiel einfließen, auch wenn ich wahrscheinlich riskanter spiele als andere. Aber es sind immer die einfachen Dinge, die die Defensive zusammenhalten. Die Abwehrreihe ist quasi das Herzstück des Teams.

Sie haben Ihre Ausbildung bei einem der besten Vereine der Welt erlebt. Sie standen für ManCity schon einige Male auf dem Platz, haben Champions League gespielt. Und das unter einem der besten Trainer der Welt. Stellt die Ausbildung die Weichen für Karriereziele?

Jahmai Simpson-Pusey:  Ich habe mit den besten Spielern und dem besten Trainer auf höchstem Niveau gespielt, da bekommt man einen Einblick in deren Arbeitsweise. Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen. Ich würde sagen, dass diese Erfahrung eine gute Voraussetzung ist, um auf Top-Niveau anzukommen. Aber ich lasse die Dinge einfach auf mich zukommen.

Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson -Pusey vom 1 FC Köln
Was sind denn Ihre langfristigen Karriereziele?

Jahmai Simpson-Pusey: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil man daran später auch gemessen wird. Ich will einfach mein Bestes geben und dann schauen wir, wohin das führt.  

Und kurzfristig? Wie stehen die Chancen aus Ihrer Sicht, dass wir Sie nächste Saison in Köln sehen werden? Der FC hat eine Kaufoption…

Jahmai Simpson-Pusey: Dazu kann ich aktuell nicht viel sagen. Ich weiß es selbst noch nicht. Es liegt ja auch nicht alles in meiner Hand. Im Fußball kann so viel passieren. Es macht keinen Sinn, Dinge zu versprechen, die dann doch anders kommen.

Der Weg mit ManCity ist zwangsläufig ein erfolgreicher. Bei Celtic ging es auch um Titel. Nun stecken Sie das erste Mal mit einer Mannschaft im Abstiegskampf. Wie erleben Sie das mental?

Jahmai Simpson-Pusey: Ich denke da eigentlich nicht drüber nach. Ich spiele einfach die Spiele und versuche, immer mein Bestes für die Mannschaft zu geben. Ich glaube, meine Mitspieler machen das genauso. Deshalb beunruhigt mich die Situation im Moment auch nicht. Es sind ja noch ein paar Spiele zu gehen. Ich bin mir sicher, dass wir weiterhin gut performen werden. Im Moment haben wir noch sehr gute Chancen, in der Liga zu bleiben.

Wer ist fußballerisch Ihr Vorbild? Welche Eigenschaften hätten Sie gerne von ihm?

Jahmai Simpson-Pusey: Was die Qualitäten auf dem Platz angeht, ist es John Stones. Ich mag seine Spielweise sehr, besonders die der letzten Saison. Er spielt genauso, wie ich selbst gerne spielen würde. Seine Rolle auf dem Platz ist mit viel Verantwortung verbunden. Über die gesamte Saison hinweg war er ein herausragender Spieler.

Sie kennen Erling Haaland von ManCity, haben gegen Harry Kane gespielt. Wer ist der unangenehmere Stürmer? Und wie unangenehm ist es gegen „Mr Fallrückzieher“ Ragnar Ache im Training zu spielen?

Jahmai Simpson-Pusey: Persönlich würde ich sagen, Erling Haaland ist definitiv schwerer zu bespielen. Weil er eher ein Stürmer ist, der sich in deinem Rücken immer wieder davonstehlen kann. Er ist super athletisch, springt einfach über dich hinweg, um zu köpfen. Und Kane – Kane ist ein wahnsinnig guter Spieler, aber er spielt eigentlich nie gegen die letzte Abwehrkette. Er lässt sich immer zurückfallen und holt sich den Ball. Er ist eher ein Spielmacher im Sturm. Die beiden spielen sehr unterschiedlich. Ragy ist einfach eine Bestie, ein Top-Spieler und ein sehr aufgeschlossener Typ. Er ist immer bereit, an Dingen zu arbeiten, von denen er denkt, er könne da besser werden. Da habe ich größten Respekt vor.

Hier geht es zu Teil 1


Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Es war ein perfektes Match“ – Teil 1

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Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Es war ein perfektes Match“ – Teil 1

Der Engländer wechselte im Winter leihweise an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 20-Jährige über die Ankunft in Köln, seine Rolle und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview – Teil 1.

Nach seiner Ankunft bei den Geißböcken wurde der Engländer vom damaligen Coach Lukas Kwasniok sofort in kalte Wasser geworfen. Der 20-Jährige machte seine Sache ordentlich und überzeugte in der Kölner Innenverteidigung durch Ruhe und Übersicht. Im ersten vereinsexternen Exklusiv-Interview sprach der 20-Jährige mit come-on-fc.com über den Trainerwechsel beim 1. FC Köln und das anstehende Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
Herr Simpson-Pusey, seit drei Monaten sind Sie jetzt in Köln. Wie ist Ihr Eindruck von der Stadt und vom Verein?

Jahmai Simpson Pusey: Mein erster Eindruck von den Menschen und der Stadt ist durchweg positiv. Ich bin herzlich empfangen worden – auch von den Mitspielern. Sie waren unglaublich freundlich. Ich bin dankbar und glücklich, jetzt in diesem Umfeld sein zu dürfen.   

Es waren turbulente erste Wochen. Sie haben in diesen drei Monaten am Geißbockheim schon viel miterlebt. Man sagt, die Menschen in Köln schwanken in ihrer Stimmung schnell zwischen „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“. Würden Sie das so unterschreiben? 

Jahmai Simpson-Pusey: In gewisser Weise schon. Die Fans freuen sich für uns und leiden auf der anderen Seite mit uns mit. Es hängt natürlich viel von den Ergebnissen ab. Die waren zuletzt nicht so gut. Wir wissen, dass wir besser werden müssen.

Sind die Emotionen der Fans anders als die in England?

Jahmai Simpson-Pusey: Es ist ein ganz anderes Niveau. Es ist hier lauter, viel lauter und verrückter. Die Fans singen 90 Minuten am Stück. Das spürt man im Spiel. Egal, ob man gewinnt, verliert oder unentschieden spielt, man wird immer unterstützt. Die Fans in Köln sind großartig.

Bei Ihrer Ankunft im Trainingslager in La Nucia, in Spanien warteten nachts eine Handvoll Journalisten auf Sie, haben Fotos und Videos gemacht. Was haben Sie in dem Moment gedacht?

Jahmai Simpson-Pusey: Das war für mich schon neu. Ich kam aus Schottland, war dort praktisch ein Niemand. Ich habe eine halbe Saison nicht gespielt, saß auf der Bank, stand nicht im Kader, war aber trotzdem topfit. Dann bin ich an einen Ort gekommen, an dem ich mich vom ersten Tag an willkommen gefühlt habe – von meiner Landung in Köln am Flughafen bis hin zur Ankunft im spanischen Trainingslager. Es war ein großer Unterschied, aber es war eine sehr sehr gute Erfahrung für mich.

Wer hat Ihnen beim FC von Ihren Mannschaftskollegen besonders bei der Eingewöhnung geholfen und wer sind die Spieler, mit denen Sie den engsten Kontakt haben?

Jahmai Simpson-Pusey: Die Mannschaft hat mich komplett gut aufgenommen. Aber es gibt schon ein paar Spieler wie Ragnar Ache, Denis Huseinbasic, Rav van den Berg oder Kristoffer Lund, mit denen ich mehr zu tun habe.

Ihr Wechsel im Winter hat den ein oder anderen FC-Fan überrascht. Wie liefen die Gespräche ab? Was hat den Ausschlag für den FC gegeben?

Jahmai Simpson-Pusey: Das Transferfenster rückte immer näher und ich hatte keinerlei Spielpraxis gesammelt. Ich wollte spielen, mich beweisen und Einsatzzeit sammeln. Dann bekam ich im Dezember eine Nachricht von meinem Berater: „Du bekommst heute Abend oder morgen einen Anruf“, hieß es. Meine Agentur hat mir viel über Club und Stadt erzählt – und das hat sich gut angehört. Seit meiner Kindheit wollte ich immer im Ausland spielen. Es war ein perfektes Match. Es gab viele Gespräche mit meinem Berater und dann war klar: Das passt. So ein Angebot kann man eigentlich nicht ablehnen, vor allem nicht nach einer langen Spielpause. Man wechselt von der schottischen Liga in die Bundesliga – ein riesiger Sprung. Eigentlich eine klare Sache.

Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt

Wie haben Sie Lukas Kwasniok als Trainer wahrgenommen? Immerhin hat er Ihnen direkt den Kaltstart zugetraut, nachdem Sie bei Celtic nicht gespielt haben?

Jahmai Simpson-Pusey: Für mich ist er ein Top-Trainer. Ich bin ihm sehr dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat. So konnte ich mich direkt beweisen. Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt. Wahrscheinlich hat er mich vorher nicht oft spielen gesehen.

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
Drei Monate später hat sich die FC-Welt weitergedreht. Wie haben Sie persönlich den Trainerwechsel wahrgenommen?

Jahmai Simpson-Pusey: Als ich in Schottland war, hatte ich bereits drei Trainer in einer Halbserie. Ein Trainerwechsel ist für mich also nichts Neues – solche Dinge gehören im Fußball dazu.

Mit René Wagner kommt der Nachfolger aus den eigenen Reihen. Was ist er für ein Trainer-Typ? Was macht er anders?

Jahmai Simpson-Pusey: Er hat sehr gute Ansätze. Er ist ebenfalls ein toller Typ, der mir sehr geholfen hat. Er spricht sehr gut Englisch, versteht, dass ich kein Deutsch spreche und es mir daher schwerfällt, manchmal die anderen Trainer zu verstehen. Er ist sehr hilfsbereit und ab und zu auch ein bisschen nachsichtiger mit mir (lacht). René weiß einfach, wie es ist, in ein anderes Land zu kommen. In den Trainingseinheiten haben wir einen ersten Eindruck gewonnen, aber wir haben noch kein Spiel unter ihm bestritten. Am Sonntag werdet Ihr sehen, was er vorhat.

Sie mussten zuletzt zwei Spiele zuschauen. Rav van den Berg und Cenk Özkacar haben ihre Sache aber gut gemacht, Joel Schmied ist wieder fit. Jetzt der Trainerwechsel. Machen Sie sich Gedanken darum, dass sie unter dem neuen Trainer eine andere Rolle einnehmen können?

Jahmai Simpson-Pusey: Egal, wie die Entscheidung ausfällt, werde ich sie respektieren. Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch  härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein.  

Am kommenden Sonntag steht das Spiel gegen Frankfurt auf dem Plan. Was rechnet sich das Team aus? Worauf wird es ankommen?

Jahmai Simpson-Pusey: Wir müssen zusammenhalten. In fast allen Spielen seitdem ich hier bin, haben wir eine gute Leistung gezeigt. Uns fehlen manchmal einfach die Tore. Und damit meine ich nicht, dass es etwas mit den Angreifern zu tun hat, sondern ich sehe das eher strukturell. Am Sonntag werden wir wieder unser Bestes geben.

In Teil 2 des Interviews spricht Jahmai Simpson-Pusey über seine Karriereziele und die Zukunft beim 1. FC Köln. Das Interview erscheint am Dienstag.


Interview: Damion Downs über das Derby-Tor, sein Wiedersehen mit dem FC und einem möglichen Trikottausch

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Interview: Damion Downs über das Derby-Tor, sein Wiedersehen mit dem FC und einem möglichen Trikottausch

Der Angreifer wechselte vergangenen Sommer vom Rhein zum FC Southampton. Im Winter zog es den Stürmer dann zurück in die Bundesliga. Seit Januar stürmt der 21-Jährige nun für den Hamburger SV. Mit come-on-fc.com spricht der Ex-Kölner über das vergangene Jahr, die Zeit bei den Geißböcken und das Duell des HSV gegen den 1. FC Köln: Damion Downs im Interview.

Beim FC Southampton lief es für den Ex-Kölner nicht immer glücklich, beim HSV fühlt sich der Stürmer sehr wohl. Der 21-Jährige sprach mit come-on-fc.com unter anderem über seine Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten und die Vorfreude auf die Begegnung.

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Die Fragen stellte Hendrik Broschart für come-on-fc.com

Herr Downs, Sie haben den 1. FC Köln im vergangenen Jahr mit Ihren Toren maßgeblich zurück in die Bundesliga geschossen. Wie blicken Sie heute, mit ein paar Monaten Abstand, auf Ihre Zeit in Köln zurück – was sind die ersten Bilder, die Ihnen in den Kopf kommen?

Damion Downs: Als erstes kommt da natürlich der Aufstieg. Das war für jeden von uns ein extrem schöner Moment. Aber ich habe in der Jugend auch einige gute Momente gehabt. Zum Beispiel den DFB-Pokal der Junioren gewonnen. Allgemein waren die zahlreichen Erfahrungen, die ich in den vielen Spielen für den FC machen durfte, etwas Besonderes. Ich habe den 1. FC Köln schon in besonderer Erinnerung behalten.

Ihr erstes Bundesligator im Derby in Mönchengladbach und der Last-Minute-Treffer gegen Union Berlin haben viele FC-Fans geprägt. Welche dieser Momente sind für Sie persönlich die größten Highlights Ihrer Kölner Zeit – und warum?

Damion Downs: Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als das erste Bundesliga-Tor im Derby gegen Gladbach zu erzielen. Der Treffer gegen Union war aber auch ein extrem wichtiges Tor – das am vorletzten Spieltag. Es waren beides schöne Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere.

Sie haben sich im Sommer 2025 bewusst für Southampton und damit für den Schritt nach England entschieden. Was hat damals den Ausschlag gegeben, Deutschland zu verlassen und in die Championship zu gehen?

Es war eine sehr gute Erfahrung

Damion Downs: Ich wollte immer in England spielen. Als sich dann die Möglichkeit ergeben hat, habe ich mich gefreut, den nächsten Schritt machen zu können. Ich wollte weitere Erfahrungen im Fußball sammeln.

Der Unterschied ist aber vermutlich ein großer. Die Championship gilt als extrem physische, dichte Liga mit hohem Rhythmus. Was waren die größten Umstellungen für Sie?

Damion Downs: Das stimmt. Man merkt in vielen Situationen, dass es in England einfach viel physischer ist, dass man vielleicht mit ein, zwei blauen Flecken mehr nach Hause geht. Du hast nach dem Spiel dann auch mal ein paar Schmerzen mehr (schmunzelt).

Aus der Ferne betrachtet, erscheint die Phase bei Southampton nicht die glücklichste. Wie blicken Sie auf die Zeit in England zurück?

Damion Downs: Es war eine sehr gute Erfahrung – persönlich, aber auch fußballerisch. Es war für mich eine sehr lehrreiche und deswegen auch eine gute Zeit.

Damion Downs wird künftig das Köln-Trikot nicht mehr tragen
Sie sind im Winter nach Hamburg gewechselt und waren der erste Neuzugang des HSV in diesem Transferfenster. Wie haben Sie Ihre ersten Wochen im Klub erlebt – in der Kabine, in der Stadt, im Alltag am Volkspark?

Damion Downs: Extrem gut. Es ist eine sehr geile Truppe. Das ganze Trainerteam, der Staff – das ist alles top. Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt. Die Jungs haben es mir aber auch sehr einfach gemacht. Die Erlebnisse, die ich bisher machen durfte, waren sehr schön.

Sportlich sind Sie beim HSV bislang noch nicht so zum Zug gekommen, wie Sie es sich wahrscheinlich erhofft hatten. Wie gehen Sie mit dieser Situation um, gerade mit Blick auf das Duell gegen Köln, das für Sie ja eine besondere Bühne ist?

Damion Downs: Ich bin ein junger Spieler, der sich weiterentwickeln muss. Ich bin kein fertiges Produkt, wie man im Fußball sagt. Dementsprechend nehme ich jeden Tag so, dass ich mich bestmöglich weiterentwickeln kann.

Es überwiegt die Vorfreude

Was überwiegt vor diesem Wiedersehen mit Ihrem Ausbildungsverein: Vorfreude, Nervosität, Sentimentalität – oder letztlich doch der ganz nüchterne Profi-Blick auf ein wichtiges Ligaspiel?

Damion Downs: Es überwiegt die Vorfreude, aber es ist natürlich auch ein sehr wichtiges Spiel. Es wird schon ein besonderes Spiel für mich, aber ich versuche, mir nicht den Kopf zu sehr darüber zu zerbrechen.

Haben Sie schon mit ehemaligen Mitspielern aus Köln über das Duell gesprochen – gibt es kleine Wetten, Sticheleien oder besondere Abmachungen für den Moment, wenn Sie sich im Volksparkstadion wiedersehen?

Damion Downs: Mit Denis Huseinbasic bin ich immer mal wieder im Austausch. Aber auch mit Spielern, mit denen ich in der Jugend zusammengespielt habe. Vor dem Spiel gab es jetzt aber keinen Austausch mehr. Sticheleien auch nicht. Der Trikottausch mit Denis Huseinbasic war eigentlich schon geplant, aber da muss man mal sehen, wie das am Wochenende wird…

Was nehmen Sie sich für das Wochenende vor?

Damion Downs: Ein Tor schießen und gewinnen. Aber Jubeln muss ich dann nicht.


Die DFL plant Einführung einer U21-Liga – Lukas Berg im Interview über die Bedeutung für den 1. FC Köln

Lukas Berg vom 1. FC Köln
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Die DFL plant Einführung einer U21-Liga – Lukas Berg im Interview über die Bedeutung für den 1. FC Köln

Die Deutsche Fußball-Liga stimmt bei ihrer nächsten Mitglieder-Versammlung am Dienstag über die Einführung einer neuen U21-Liga zur Saison 2026/27 ab. Die Teilnahme daran soll für die 36 Vereine freiwillig sein und die Durchlässigkeit der Talente in den Profi-Fußball erhöhen. Das könnte auch beim 1. FC Köln der Fall sein: Lukas Berg spricht im Interview über die mögliche Einführung der U21-Liga und die FC-Bedeutung.

Lukas Berg, technischer Direktor beim 1. FC Köln, sprach im Interview mit come-on-fc.com über die Gedanken, die sich der FC zur möglichen U21-Liga macht und äußerte seine Wünsche zur Verbesserung der Talent-Förderung.

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Das Gespräch führte Daniel Mertens für come-on-fc.com
Herr Berg, wie stehen Sie und der 1. FC Köln zu den Planspielen rund um die Einführung einer neuen U21-Liga?

Lukas Berg: Wir begrüßen es, dass man sich im gesamten Land Gedanken darüber macht, wie wir den Übergang von Spielern aus dem Nachwuchs- in den Profifußball meistern. Wenn ich für uns hier am Geißbockheim spreche, investieren wir bereits unheimlich viel auf und neben dem Platz in der Akademie – insbesondere im Übergangsbereich – um das zu schaffen. Das ist an anderen Standorten auch so, weil es eine Lizenzierungsvorgabe ist. Aber wie viele selbst ausgebildete Talente schaffen wirklich den Sprung in die Profiligen? Im europäischen Vergleich sind das gemessen an dem Aufwand, der in Deutschland betrieben wird, zu wenig. Deswegen ist es gut, dass sich in Deutschland Gedanken gemacht werden und auch ins Ausland geschaut wird, um sich erfolgreiche Maßnahmen abzuschauen. Wir begrüßen das sehr.

Wie passt eine solche Liga in die Ausrichtung der Nachwuchsarbeit beim 1. FC Köln?

Lukas Berg: Wir müssen natürlich schauen, wie der Vorschlag in unsere Welt beim FC passt. Wir haben etwa vor knapp drei Jahren das Konzept der U21 komplett verändert. Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie wir den Übergang aus dem Nachwuchsbereich zu unseren Profis durchlässiger gestalten können. Wir sind, anders als andere Vereine, wirklich darauf angewiesen, dass wir hervorragende Jugendarbeit machen und diese auch Früchte trägt. Titel im NLZ-Bereich sind relativ wenig wert, wenn wir keinen der Jungs in der Profimannschaft sehen.

Wir müssen beim FC unsere Eigengewächse in den Profifußball bringen, weil wir uns nicht so auf dem Transfermarkt bewegen können wie andere Clubs, die für hohe Geldsummen am Ende der Ausbildungszeit junge Spieler aus dem Ausland transferieren. Das ist nicht unser Ansatz. Nicht nur, weil wir das nicht in diesem Maße können, sondern auch, weil wir es nicht wollen. Dementsprechend ist unsere Struktur im Übergangsbereich seit drei Jahren schon darauf ausgelegt, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass möglichst viele selbst ausgebildete Nachwuchsspieler durchkommen.

“Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich brauchen“

Was genau wurde beim 1. FC Köln seinerzeit verändert mit Blick auf die U21?

Lukas Berg: Früher hatten wir eine U23-Mannschaft. Das war eine Art Klub im Klub, wo es eher darum ging, die Klasse zu halten. Dementsprechend wurden auch viele Spieler von außen dazugeholt, die bereits Seniorenerfahrung hatten. Heute haben wir auf eine U21 umgestellt – also quasi unsere letzte Juniorenmannschaft, die aber unter Vollprofibedingungen arbeitet. Die Mannschaft ist so zusammengestellt, dass die Spieler, die für diese Mannschaft spielen, anschließend eine Profi-Perspektive besitzen. Es geht darum, in der U21 so viele Jungs so früh wie möglich aufs Feld zu bekommen, denen wir den Sprung in den Profi-Fußball zutrauen, ob nun bei uns oder in einem anderen Verein, das wird sich zeigen. Aber wir übernehmen oder verpflichten in der Regel keine Spieler mehr, bei denen wir annehmen, dass die Regionalliga schon das höchste der Gefühle ist. Das gilt natürlich nicht für unsere erfahrenen Spieler, die eine andere Rolle im Kader einnehmen. Natürlich wissen wir, dass die Mannschaft dadurch sehr jung wird und wir sportliche Ausschläge nach oben und nach unten in Kauf nehmen müssen.

Gibt es schon eine finale Entscheidung nach dem Abgleich der U21-Liga mit der Ausrichtung beim 1. FC Köln?

Lukas Berg: Aktuell sind in der Regionalliga West sieben Zweitvertretungen vertreten. Damit haben wir schon einmal zwölf Spiele nur unter U-Mannschaften über die gesamte Saison auf sehr hohem Niveau. Dazu kommen die Spiele gegen gestandene Seniorenteams. Die Regionalliga West bietet für uns aktuell in dieser Konstellation sehr gute Voraussetzungen, um unsere jungen Spieler frühzeitig an den Seniorenbereich heranzuführen. Wir haben für uns also schon viele Probleme gelöst, die an anderer Stelle jetzt unter anderem mit der U21-Liga angegangen werden. Diese ist natürlich für jene Vereine hoch interessant, die derzeit keine eigene U21 haben und ihre Top-Talente auf Spielzeit bringen müssen. Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich benötigen.

Lukas Berg mit Thomas Kessler vom 1. FC Köln

„Wir wägen aktuell noch ab“

Was würde eine U21-Liga folglich für den 1. FC Köln bedeuten?

Lukas Berg: Da sprechen wir von vielleicht zehn Spielen, die noch einmal dazukommen. Das führt zu einer deutlich höheren Belastung und dazu, dass man die Kader vielleicht noch einmal anders aufstellen muss. Der Vorschlag sieht ja vor, dass Spieler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren zum Einsatz kommen dürfen. Was nicht passieren darf, ist, dass wir auf einmal zu viele Spiele haben und dann die Vereine in der neuen Spielrunde vermehrt Ergänzungsspieler einsetzen. Wir wägen daher aktuell noch ab, wie dieser Vorschlag zu unserer Ausrichtung passt, weil wir eben in dieser Stoßrichtung bereits einiges unternommen haben.

Eine Entscheidung, wie der FC Anfang abstimmen wird, ist folglich noch nicht gefallen?

Lukas Berg: Nein, wir wurden mitten in der Transferphase erst im Detail über die Pläne informiert. Wir wissen also noch gar nicht so lange, wie der detaillierte Modus aussieht, wer zum Einsatz kommen darf, wie viele Spiele es geben wird und wie die Organisation konkret ausgestaltet ist.

Wäre die Organisation für den 1. FC Köln stemmbar?

Lukas Berg: Das ist die Frage, die wir uns stellen: Wie kriegen wir das überhaupt mit unseren Platzkapazitäten am Geißbockheim hin? Da kommt wieder die altbekannte Problematik ins Spiel. Wenn man an der neuen Liga teilnimmt, verpflichtet man sich eben auch dazu, seine Plätze zur Verfügung zu stellen, sodass beispielsweise ein Spiel zwischen Hamburg und Mainz in der Mitte ausgetragen werden kann. Das ist für uns faktisch nicht möglich, weil wir bei den Platzkapazitäten jetzt schon an unsere Grenzen stoßen.

Wie schaut der Weg zur Entscheidungsfindung beim FC bis zur Mitglieder-Versammlung der DFL im März aus?

Lukas Berg: Wir sind dabei, eine interne Haltung zu entwickeln. Wir schließen noch gar nichts aus oder ein, weil wir es aus verschiedenen Perspektiven betrachten müssen. Was gewinnen wir dadurch und was ist sowieso schon über unsere eigene Struktur abgedeckt? Aktuell sind wir aber noch ergebnisoffen und es gibt keine Tendenz in eine Richtung. Ich sehe aber andere Probleme viel akuter.

„Das lässt das System nicht zu“

Welche?

Lukas Berg: Das sind die Parallelansetzungen der Spiele unserer Lizenzmannschaft und den U21-Junioren. Ich habe einmal mit Frank Schaefer über diese Thematik gesprochen. Und er sagte, dass man sich selbst zu seiner Zeit als Akademieleiter zwischen 2013 und 2015 die Zähne an diesem Thema ausgebissen habe. Er sagte: Das kannst du vergessen, da wird sich keiner bewegen. Aber das ist ein Thema, bei dem unsere Ausbildung ad absurdum geführt wird.

Bitte erläutern Sie uns die Auswirkungen der Parallel-Ansetzungen auf die Ausbildung der Talente.

Lukas Berg: Was passiert denn mit den Spielern im Übergangsbereich, die vielleicht fünf, sechs Wochen am Stück im Kader der Profis sind, weil sie gut trainieren, dadurch eine Kaderoption sind, aber dann in der Bundesliga kaum Einsatzzeiten bekommen? Es wäre perfekt, wenn die Jungs einen Tag danach 90 Minuten in der Regionalliga spielen könnten. Das lassen die parallelen Ansetzungen der Spiele aber nicht zu und behindern dadurch die Entwicklung der Spieler im Übergangsbereich massiv. Hinzu kommen zahlreiche Aspekte, die verloren gehen, wenn die Spiele parallel stattfinden. Es macht für die Entwicklung eines Spielers einen Unterschied, ob er vor 2000 oder 300 Zuschauern spielt.

Natürlich gibt es Sicherheitsaspekte, die bei den U21-Spielen beachtet werden müssen. Die möchten wir nicht wegdiskutieren – ganz im Gegenteil. Das Spiel muss sicher ablaufen können. Aber eine pauschale Parallelansetzung, um allen organisatorischen Herausforderungen aus dem Weg zu gehen, kann und darf nicht die Lösung sein. Hierdurch greift eine Drittpartei natürlich massiv in den Wettbewerb und in unsere tägliche Arbeit ein. Hier macht man sich das Leben durchaus einfach und uns ungleich schwerer.

Hat der 1. FC Köln schon mal etwas unternommen, um weniger Parallel-Ansetzungen zu erreichen?

Lukas Berg: Und ob! Wir haben vor einiger Zeit ein seitenlanges Positionspapier mit unserer Haltung an den Westdeutschen Fußballverband, den Deutschen Fußball-Bund und die ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze bei der Polizei, Anm. d. Red.) geschickt, leider ohne Erfolg. Wir waren als FC die treibende Kraft und alle anderen Lizenz-Vereine mit U21-Mannschaften in der Regionalliga West haben mitunterzeichnet. Wir haben detailliert argumentiert, warum wir in der Talente-Entwicklung behindert werden. Leider kam hier monatelang keine Reaktion, was schon sehr verwunderlich war. Nach mehrmaligen Nachfragen ist das Thema dann aber mehr oder weniger abgebügelt worden – sehr schade.

Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die 3. Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?

Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch aufsteigen. Die 3. Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammenhätten, würden wir vielleicht direkt von Beginn an eine gute Rolle spielen . Aber wir haben einige Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über den nächsten Schritt nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben – entweder durch den Sprung in unseren Profikader oder über eine Leihe in eine höhere Liga. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung der Spieler steht immer im Vordergrund. Da nehmen wir größere Umbrüche zu Beginn einer Spielzeit gerne in Kauf.

Letztlich wäre das am Ende auch dieselbe Problematik in einer U21-Liga, oder?

Lukas Berg: Genau, die Sicherheitsaspekte würden auch in der neuen U21-Liga zum Thema, wenn es dann nochmals einen Wettbewerb gegen Borussia Mönchengladbach zum Beispiel gäbe. Da bin ich mal gespannt, ob die ZIS dann wieder sagt, dass wir aber morgens um 11 Uhr ohne Zuschauer spielen müssen. Dann erfüllst du wieder nicht den Auftrag, einen 17-Jährigen mal mit Zuschauern und der aktiven Fanszene in Kontakt zu bringen und mal zu erleben, wie gejubelt wird, wenn ein Tor fällt.

Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die Dritte Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?

Lukas Berg: Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch raus aus der Liga. Die Dritte Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammen haben, steigert sich die Wahrscheinlichkeit natürlich. Aber wir haben Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über eine Leihe nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben.

Dadurch leidet dann natürlich wieder die Kader-Qualität. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung steht absolut im Vordergrund. Und natürlich ist da auch Druck drauf, weil die Akademie Teil des Profi-Bereichs ist und auch liefern muss.

Würde dieser Grundgedanke bei einem etwaigen Aufstieg bestehen bleiben oder würde sich die U21 in der 3. Liga wieder zu einem Club im Club wandeln, wie Sie die ehemalige U23 bezeichneten?

Lukas Berg: Wir würden nichts verändern.


Shootingstar des 1. FC Köln: So erklärt Lukas Kwasniok die Joker-Rolle von Said El Mala

Lukas Kwasniok, Said El Mala und Sebastian Sebulonsen bei der Einwechslung
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Shootingstar des 1. FC Köln: So erklärt Lukas Kwasniok die Joker-Rolle von Said El Mala

Erst am vergangenen Samstag zeigte Said El Mala einmal mehr, warum er als Joker so wichtig für den FC ist. Doch viele Fans fordern den wertvollsten Spieler der FC-Historie von Beginn an beim 1. FC Köln: So erklärt Lukas Kwasniok die Rolle von Said El Mala.

Er ist der wertvollste Spieler der FC-Historie und untermauerte am Samstag einmal mehr, warum er so wichtig für die Kölner ist. Dennoch kommt Said El Mala meist nicht über die Rolle des Jokers hinaus. Dazu äußerte sich am Dienstag Trainer Lukas Kwasniok.

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Keine 180 Sekunden benötigte Said El Mala am vergangenen Samstag, um ein Mal mehr eine besondere Qualität unter Beweis zu stellen. Der 19-Jährige zeigte beeindruckend, dass er sofort zündet, keine lange Anlaufzeit benötigt. El Mala wurde gegen den 1. FC Heidenheim zur Pause eingewechselt und traf prompt zum 2:2-Ausgleich – wieder einmal bescherte der Youngster dem FC damit einen wichtigen Zähler. Es war bereits das vierte Joker-Tor in dieser Spielzeit, zudem bereitete der Youngster drei weitere Treffer nach seinen Einwechslungen vor. Vor allem Dank El Mala ist Köln das zweiterfolgreichste Team bei den Jokern. Köln kommt auf 16 Torbeteiligungen der Einwechselspieler, die Bayern auf 18 – auf Rang drei folgt Borussia Dortmund mit elf.

„Das ist ein Unterschied“

Und obwohl El Mala der erfolgreichste Joker der Liga ist, wird über genau diese Position unter den Anhängern der Geißböcke fleißig diskutiert. Viele Kölner Fans fordern den Shootingstar von Beginn an. Kein Wunder, El Mala ist wohl das größte Talent, das der FC seit Jahren in seinen eigenen Reihen spielen hat. Der 19-Jährige darf sich sogar berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. Und El Mala ist zunächst sportlich, später wirtschaftlich das große Zukunftsversprechen der Kölner. Noch nie wurde ein FC-Profi auf einen annähernden Marktwert geschätzt. Das Online-Portal transfermarkt.de gibt dieses mittlerweile mit unglaublichen 40 Millionen Euro an. Am vergangenen Samstag saß der Youngster aber zunächst auf der Bank, Fynn Schenten stand in der Anfangsformation.

Ebenfalls ein großes Talent. Aber eins, für den transfermarkt.de erst nach dessen Einsatz gegen Heidenheim einen Marktwert von 800.000 Euro angegeben hat. Zwar erzielte El Mala am Samstag den wichtigen Ausgleich, eine Startelf-Garantie bekam der 19-Jährige für die Bayern-Begegnung aber nicht. „Mir steht vielleicht der beste Einwechsler der ganzen Liga zur Verfügung, aber er ist – und da sind wir uns hoffentlich einig – definitiv nicht der beste Spieler der Bundesliga“, sagte Lukas Kwasniok am Dienstag. „Das ist ein großer Unterschied.“ Der Kölner Coach betonte, dass man es gemeinsam geschafft habe, den Marktwert des Youngsters in die Höhe zu treiben. „In allererster Linie der Junge mit seiner Qualität, aber auch der Verein, das Trainerteam und auch meine Wenigkeit – ein wenig, vielleicht fünf, vielleicht zehn Prozent“, so der Trainer weiter.

„Das ist das Entscheidende“

„Das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass nicht alles so schlecht gelaufen ist. Und den Marktwert hat er durch seine Scorer generiert, nicht durch Startelf-Einsätze und die Scorer generiert er wiederum zu 95 Prozent in der zweiten Halbzeit“, erklärte der Kölner Coach. So gesehen ein richtiger Wert, nur wäre die Zahl möglicherweise eine andere, wenn der Spieler öfter der Startelf angehören würde. „Unser Ziel ist es ihn auch immer besser von Beginn an zu machen, dass er aber trotzdem am Ende des Spiels auf dem Feld sein kann“, sagte Kwasniok. In diesem Entwicklungsprozess befände sich der Spieler. „Den nimmt er auch total an. Der Junge ist so klar im Kopf für 19, für all das, was um ihn herum geschieht, dass er – und da bin ich mir relativ sicher – dem Trainerteam, dem Verein und mir mehr vertraut als dem ganzen Hype drumherum und das ist das Entscheidende.“


Lukas Kwasniok gibt überraschende Startelf-Zusage und spricht über das Banner sowie Said El Mala

Lukas Kwansiok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bayern
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Lukas Kwasniok gibt überraschende Startelf-Zusage und spricht über das Banner sowie Said El Mala

Für den FC steht am Mittwoch das Heimspiel gegen den Rekordmeister an. Eine schwere Aufgabe. Auf der obligatorischen Pressekonferenz äußerte sich der Trainer des 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok zum Banner und Personal.

Es war das Thema in den vergangenen Tagen beim 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok zum Banner, das die Ultras gegen Heidenheim ausgerollt hatten und zum Personal, das dem FC gegen die Bayern zur Verfügung steht.

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Drei Tage nach dem Heidenheim-Spiel richtet FC-Trainer Lukas Kwasniok seinen Fokus wieder auf das Sportliche. Zuletzt war viel über das Banner der aktiven Fanszene gesprochen worden, das die Ultras am Samstag ausgerollt hatten. Nun aber gilt die volle Konzentration dem Duell gegen den FC Bayern München am Mittwochabend. „Es ist wichtig, die Dinge ganz ruhig einzuordnen und so wie wir das besprochen haben, hat sich der Verein eben mit der Ultra Szene über diese Dinge unterhalten, die dazu geführt haben. Die sind jetzt ausgeräumt“, sagte der Kölner Coach. Natürlich habe ihn das Thema emotional berührt. Auch mit dem Mannschaftsrat wurden Dinge besprochen. Schließlich sei es Ron-Robert Zieler gewesen, der betonte, dass es nun um das Duell gegen den Rekordmeister gehe.

„Er wird dann auch beginnen“

Der Kölner Coach steht damit auch vor eine besonders heiklen Aufgabe. Denn gegen die stärkste Offensive der Liga muss der 44-Jährige in der Defensive wieder besonders improvisieren. „Die Situation in der Innenverteidigung ist jetzt nicht großartig besser geworden. Wir konnten die Sperre nicht wegwischen, die Verletzungen nicht so schnell heilen“, sagte der Coach. Tatsächlich stehen nominell als Innenverteidiger nur Cenk Özkacar und Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey zur Verfügung. Und da mit Eric Martel ein weiterer wichtiger Spieler gesperrt fehlt, heißt es tatsächlich improvisieren. Und dazu verteilte der Kölner Coach dann auch eine Startelf-Garantie, die sich in den vergangenen Wochen nicht unbedingt abgezeichnet hat. Özkacar werde „dann auch beginnen und eben seine Bewährungsprobe bekommen, so wie er sie gegen Dortmund auch bekommen hat und auch solange er auf dem Feld war eine gute Leistung abgeliefert hat“, sagte der Trainer.

Ob Luca Waldschmidt und Florian Kainz in den Kader zurückkehren, wollte Kwasniok nicht kommentieren. Doch generell habe bei ihm jeder die Chance, so der Tenor. „Grundsätzlich treffe ich Entscheidungen, die sind eben nie für die Ewigkeit bestimmt, sondern jeder kann eben auf sich aufmerksam machen und dann auch wieder Teil des Kaders sein“, sagte Kwasniok. Eine Startelf-Nominierung für Said El Mala wollte der Trainer ebenfalls noch nicht aussprechen. „Ich habe den besten Einwechsler der Liga zur Verfügung. Aber wir sind uns einig, dass ich nicht den besten Spieler der Liga habe“, sagte Lukas Kwasniok. „Das ist ein großer Unterschied und wir haben es gemeinsam geschafft – in allererster Linie der Junge mit seiner Qualität, aber ich glaube auch der Verein, das Trainerteam und auch meine Wenigkeit – , dass er jetzt nach 15, 16, 17 Spielen einen Marktwert von 40 Millionen hat. Den hat er durch seine Scorer generiert und nicht durch seine Startelf-Einsätze.“