Klassenerhalt und Saisonziel sind erreicht, doch im Sommer muss einiges passieren, sonst wir es schwer – Ein Kommentar

Die Spieler des 1. FC Köln
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Klassenerhalt und Saisonziel sind erreicht, doch im Sommer muss einiges passieren, sonst wir es schwer – Ein Kommentar

Das ausgelobte Ziel des Klassenerhalts haben die Geißböcke erreicht: Der FC spielt auch in der kommenden Saison in der Bundesliga. Dann wollen sich die Kölner dort wieder stabilisieren, ganz einfach wird dieses Unterfangen jedoch angesichts der Leistungen der vergangenen Spielzeit und der anstehenden Aufgaben nicht: Saisonfazit über den 1. FC Köln – ein Kommentar.

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ könnte die abschließende Beurteilung der Spielzeit 25/26 für die Geißböcke lauten. Denn trotz des erreichten Klassenerhalts zeigten sich bei den Kölnern zu häufig eklatante Schwächen, die in der anstehenden Saison kompensiert werden müssen.

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Thomas Kessler wirkte nach der 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München nicht dramatisch geknickt. Gegen den Rekordmeister darf man nun mal verlieren und wenn der Klassenerhalt schon sicher in trockenen Tüchern ist, vielleicht dann auch in der Deutlichkeit wie am 34. Spieltag. Der Geschäftsführer Sport erklärte, dass es für einen Verein wie den 1. FC Köln nicht selbstverständlich sei, bereits am 32. Spieltag die Klasse gehalten zu haben. Und damit hat der Ex-Keeper der Geißböcke durchaus recht. Nach einem Aufstieg, zudem noch in einer Spielzeit, in der eine Transfersperre aus der Vorsaison noch ein wenig nachwirkt, ist der direkte Wiederabstieg durchaus ein realistisches Szenario. Kessler hat im vergangenen Sommer einen gewaltigen Umbruch vollzogen, eine neue Mannschaft musste sich finden. Eine Mannschaft, in der Spieler einen Stammplatz bekamen, die bislang noch nicht so wirklich Bundesliga-Erfahrung gesammelt hatten.

Bloß kein Mund abputzen und weiter

Insofern war der Klassenerhalt für den FC sicher kein Selbstläufer. Geschäftsführer, die beiden Trainer, Teile der Mannschaft wurden nicht müde zu betonen, dass Auf und Abs zu einer Aufstiegs-Saison dazu gehören. Zudem gehört zur Wahrheit, dass Kesslers Transfer-Investitionen im Sommer gepaart mit dem fulminanten Saisonstart zum einen die Erwartungen massiv angehoben, zum anderen spielerische Probleme kaschiert haben, die bereits im Pokal gegen Regensburg, aber auch gegen Mainz deutlich sichtbar waren. Es entstand eine Euphorie, die mit der ersten kleinen ergebnistechnischen Delle wie ein Kartenhaus zusammenfiel und sich ins Gegenteil verkehrte. Und dann ist man schneller beim „Aber“ zu Kesslers Klassenerhalts-Erleichterung als Said El Mala der Bayern-Hintermannschaft die Hacken zeigen kann. Es wäre zu leicht, sich mit dem Erreichten Saisonziel zufrieden zu geben, es abzuhaken, Mund abputzen und weiter.

Die Zeiten, in denen man 40 Punkte brauchte, um die Klasse zu halten sind lange vorbei, hat es eigentlich so auch nie wirklich gegeben. Im Schnitt waren es 33 Zähler, die zum Verbleib ausreichten. In dieser Saison hätten dem FC 30, angesichts der für einen Abstiegskandidaten überragenden Tordifferenz sogar 29 Punkte gereicht – ein erstaunlich schwacher Wert. Und ein – tja vielleicht kurioser, wenn man bedenkt, dass Lukas Kwasniok 26 dieser 29 Zähler nach dem 27. Spieltag eingefahren hatte. Ein Sieg oder drei Unentschieden in den verbleibenden sieben Partien hätten dem Ex-Coach zum erklärten Saisonziel gereicht. Das war zum damaligen Zeitpunkt nicht abzusehen. Und demnach ist es falsch, aus dem reinen Punkteschnitt abzuleiten, dass die Trainer-Entlassung voreilig gewesen sei. Genauso falsch fühlt es sich jetzt aber an, René Wagner den Klassenerhalt als Beförderungs-Grundlage auszulegen. Zumindest bekommt die offensichtliche Schnell-Analyse, die Richtung Wagner läuft, ein Geschmäckle.

Schwächen in der Mannschaft

Rein ergebnistechnisch hat der 37-Jährige weniger Punkte eingefahren als Kwasniok, die Mannschaft in den Spielen nicht mehr überzeugt als unter dem Vorgänger und für eine erkennbare Entwicklung der Spieler fehlte die Zeit. Es wird noch andere Komponenten geben, die die Verantwortlichen in dem jungen Trainer sehen, eine Zukunft, großes Potenzial, eine Expertise. Doch zum Trainer gehört eben auch eine Mannschaft und deren Zusammenstellung. Und auch wenn zu Beginn viel als perfekt passend erschien, sieht die Realität an einigen Stellen anders aus. Im Spiel mit dem Ball fehlte dem FC zu oft das Kreative, die Idee, in der Defensive unterliefen zu viele Patzer, kleine Fehler, die eklatante Folgen hatten. So gut die Tordifferenz für den FC auch war, verdeutlicht sie auf der anderen Seite ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr. Mit 49 Toren gehörte Köln zur oberen Tabellenhälfte, nur drei Teams kassierten mehr Gegentreffer.

Ja, der FC hat den Klassenerhalt und damit das Saisonziel erreicht. Das war wichtig. Aber Kessler hat sich zur Maxime gemacht, dass er eine Mannschaft inklusive Trainer zusammenstellen will, die ähnliches erreicht. Dabei werden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Punkte nötig sein als in dieser Spielzeit. Potenzielle Abgänge von Said El Mala, Jakub Kaminski oder Jahmai Simpson-Pusey würden nur schwer zu kompensieren sein. Schon jetzt scheint klar, damit das Saisonziel auch in der kommenden Saison erreicht wird, müssen nicht nur Mannschaft und Trainer noch eine Schippe drauflegen. Die angekündigte Analyse muss also eine besonders gründliche werden.


Kommentar: Sportlich gibt es nicht die von den FC-Bossen erhoffte Antwort – und nun?

Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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Kommentar: Sportlich gibt es nicht die von den FC-Bossen erhoffte Antwort – und nun?

Der Klassenerhalt ist geschafft, die Saison beendet, Fragen bleiben. Gerade in den vergangenen Spielen überzeugte der FC nicht. Und so scheint die kolportierte Beförderung von René Wagner fraglich. Oder vielleicht auch eben nicht? Ein Kommentar zur Trainerfrage beim 1. FC Köln.

Ein Treuebekenntnis sprach Thomas Kessler seinem Interimstrainer am Samstagabend nicht aus. Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass der FC in die kommende Spielzeit mit René Wagner startet. So oder so – eine Entscheidung sollte möglichst bald fallen.

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Auch nach der bitteren 1:5-Niederlage beim Rekordmeister präsentierte Thomas Kessler noch nicht die von vielen Fans erhoffte Antwort auf die Frage nach dem kommenden Trainer. Ehrlicherweise hätte es in München auch viel gebraucht, ein sportliches Resultat in dieser Angelegenheit zu finden. Man wolle sich jetzt zusammensetzen und analysieren, so der Tenor des Geschäftsführers. Bei vielen Fans reichte die Analyse als Zuschauer, um ein Urteil zu fällen. Das Spiel gegen die Bayern solle gar nicht so ins Gewicht fallen, Kessler will auf das Gesamte blicken. Es ist eine Analyse, die schnell zu Ergebnissen führen muss. Denn bei der Kaderplanung für die kommende Spielzeit ist die Position des Trainers wohl keine unwichtige. Das weiß man auch in den Gremien und da herrscht wohl nicht die absolute Klarheit. Das hat Gründe.

Uneinig in der Trainerfindung?

Nach dem 32. Spieltag wurde bereits die sichere Beförderung des aktuellen Interimstrainers kolportiert. Tatsächlich ist Kessler ein Befürworter des Coachs. Der Ex-Keeper hat den gebürtigen Dresdner zurück nach Köln geholt und ihn anschließend auch zum zwischenzeitlichen Cheftrainer befördert. Kessler ist von Wagner als Coach überzeugt, schätzt die Akribie, die Kommunikation, die Expertise. Und dennoch gab es auch zwei Spieltage vor dem Saisonende noch Vorbehalte in Köln. Am Geißbockheim malte man sich sicherlich aus, wie die Situation sein würde, wenn die beiden finalen Begegnungen nicht den Erwartungen entsprechen. Nach dem desolaten Auftritt gegen Heidenheim blieb zudem die Frage, welche Leistung der FC bei den Bayern auf die Platte hätte bringen können oder müssen, um die Entscheidung so oder so zu beeinflussen. Dass dem FC in der Anfangsphase der Mut gefehlt habe – wie es René Wagner erklärte -, war nicht von der Hand zu weisen, fällt aber auch in den Aufgabenbereich des Trainers.

Es wirkt ein wenig wie ein Eiertanz um die so wichtige Position der kommenden Mannschaft. Doch das ist dann auch irgendwie verständlich – zumindest aus Sicht des FC. Die Kölner Verantwortlichen befinden sich in einer schwierigen Situation. Eigentlich ist man von Wagner absolut überzeugt, glaubt an die Fähigkeiten des 37-Jährigen. Doch diesen Glaube gab es im vergangenen Sommer auch bei Lukas Kwasniok, der bekanntlich nicht mehr auf der Bank der Kölner sitzt. Auf der anderen Seite sprechen die Ergebnisse und die Leistungen nicht für den aktuellen Interimstrainer. Sechs Punkte aus sieben Spielen, nur ein Sieg in dieser Phase – und den in Überzahl – das klingt nicht nach einer hervorragenden Bewerbungsbilanz.

Kredit schon verspielt?

Es ist leicht zu sagen, Wagner habe mit dem FC die Klasse gehalten, das Saisonziel erreicht und daher die Beförderung verdient, wenn auf der anderen Seite sein Vorgänger Lukas Kwasniok im Schnitt mehr Punkte holte – wenn auch über einen längeren Zeitraum – und ebenfalls nie unter dem Strich gestanden hat. Bei vielen Fans hat der aktuelle Coach seinen Kredit schon verspielt, obwohl der Dresdener eine Mannschaft übernahm, die er nicht mit geformt hat und wenig Zeit zum Drehen an den richtigen Stellschrauben hatte. Unbelastet würde Wagner nicht in die neue Saison gehen. Es ist also auch ein Abwägen der FC-Bosse zwischen der Gefahr, „Siehste“ gesagt zu bekommen, wenn der Start in die Hose geht, eine Reaktion nötig sein wird und dem „Siehste“ zu sagen, wenn Wagner genauso früh beweist, welche Trainer-Qualität in ihm steckt.

So oder so ist davon auszugehen, dass die Entscheidung bald fällt. Und das ist gut so – ein unnötig langer Eiertanz bringt keinem was. Am wenigsten sicherlich René Wagner, dessen Position mit jedem Tag Ungewissheit geschwächt wird.


Kommentar zum 1. FC Köln: Eine Bewerbung sieht anders aus

René Wagner und Thomas Kessler
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Kommentar zum 1. FC Köln: Eine Bewerbung sieht anders aus

Noch zu Beginn der vergangenen Woche verdichteten sich die Anzeichen, dass René Wagner auch in der kommenden Spielzeit Trainer der Geißböcke sein wird. Das scheint nach dem Heidenheim-Spiel aber nicht mehr ganz so sicher. Eine Bewerbung hat Wagner jedenfalls nicht abgegeben. Ein Kommentar zur 1:3-Pleite des 1. FC Köln.

Für das Duell gegen Heidenheim hatte sich der Kölner Trainer viel vorgenommen, umgesetzt hat es seine Mannschaft am Sonntag nicht. Und so ließen die Pfiffe nach dem Spiel nicht lange auf sich warten.

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Als der FC am Sonntag eine Stunde vor Beginn der Begegnung gegen den 1. FC Heidenheim wie gewohnt den Kader präsentierte, da fehlte ungewöhnlich ein Name: Jahmai Simpson-Pusey, einer der Leistungsträger der vergangenen Wochen, ein Transfer, von dem man sich in Köln eigentlich auch für die Zukunft viel verspricht. Die Erklärung ließ keine drei Minuten auf sich warten. Der Engländer, so teilte der Verein mit, sei zu spät zum Anschwitzen gekommen und von René Wagner aus dem Kader gestrichen worden. Eine bemerkenswerte Meldung und das auf unterschiedlichen Ebenen. So war der junge Vater beispielsweise bislang eher nicht durch Disziplinlosigkeit aufgefallen – zumindest nicht nach außen. Bemerkenswert auch, weil der Verein Verfehlung und Strafe so schnell, so deutlich kommunizierte. Immerhin gab es in der jüngeren Vergangenheit auch Vorfälle, bei denen ein anderer Weg gewählt wurde.

Fahriger Auftritt wirft Fragen auf

Über die Beweggründe zu spekulieren, ist von außen schwer. Fakt ist aber, dass der Verein ein deutliches Signal ausgesendet hat – ob bewusst oder nicht. Mit der Entscheidung bewies René Wagner eine beachtliche Konsequenz, die ein Image vom alles tolerierenden, zu nahen Trainer-Freund nicht zulässt. Gleichzeitig untermauerte der Coach seine Worte von Freitag. Dort hatte Wagner betont, dass es seine Aufgabe sei, die Spannung im Team aufrecht zu halten – selbst, wenn der Klassenerhalt sicher sei. Auch deswegen hatte es der 37-Jährige vermieden, den Routiniers Dominique Heintz und Florian Kainz eine Einsatz-Garantie vorab auszusprechen. Nur brachte die Mannschaft die geforderte Spannung eben nicht auf den Platz. Im Gegenteil: Der Auftritt war fahrig, teils wirkte er unkontrolliert, auf jeden Fall unkonzentriert. Er war in der Offensive ideenlos, in der Defensive erschreckend anfällig.

Marvin Schwäbe sagte später zu recht, dass so eine Leistung nicht für die Bundesliga reicht. Und so muss es nicht wundern, dass die Fans die Frage nach dem Trainer so deutlich stellen. Erst wenige Tage zuvor hatten sich die Zeichen verdichtet, dass Wagner im Sommer zum Cheftrainer befördert und den FC in die kommende Spielzeit führen werde. Dem Vernehmen nach wollten aber Teile der Entscheidungsträger die beiden Leistungen aus den ausstehenden Spielen gegen Heidenheim und den FC Bayern München abwarten, wohlwissend, dass gegen den Rekordmeister nicht mit einem Kantersieg zu rechnen ist. Die Bewerbungsunterlagen von Sonntag hätte der Trainer wohl lieber nicht abgegeben. Der Kölner Keeper hat schon recht, wenn er anmerkt, dass man nun nicht alles schlecht reden soll. Wagner hat der Mannschaft zunächst Stabilität verliehen, hat die richtige Ansprache bei einigen Spielern gewählt.

Saison soll analysiert werden

Das kommt an und auch deswegen stehen große Teile des Teams hinter dem Coach. Kessler ist ebenfalls weiterhin von dem Dresdener überzeugt. Doch zeigt die Form- und die Entwicklungskurve augenscheinlich gerade nicht nach oben. Und so erscheint es als nur folgerichtig, dass der Geschäftsführer am Sonntag erklärte, dass man die Saison in ihrer Gänze analysieren werde und dass dann auch noch einmal die Trainerfrage auf den Tisch komme. Kessler wird sich sicher nicht aufgrund der Fanstimmung von Wagner abwenden, doch der ehemalige Kölner Keeper wird mit seinem Team sicherlich den Trainermarkt ebenfalls im Auge behalten. Denn einen Fehlstart in die neue Saison kann sich der FC vermutlich nicht erlauben, ihn zumindest nicht leicht wegstecken. Ohne den (teils glücklichen) Einstand nach Maß zu Beginn dieser Saison würden die Kölner sich nun in einer erschreckend dramatischen Situation befinden. Und das muss um jeden Preis in der kommenden Spielzeit verhindert werden.

Kommentar zum 1. FC Köln: Das Saisonziel ist erreicht, es bleiben aber Fragezeichen

Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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Kommentar zum 1. FC Köln: Das Saisonziel ist erreicht, es bleiben aber Fragezeichen

Dank der Niederlage des FC St. Pauli und dem Remis des VfL Wolfsburg ist den Kölnern der Bundesliga-Verbleib nur noch in der Theorie zu nehmen. Allerdings war dazu schon die Hilfe der Konkurrenz von Nöten. Es bleiben also einige Fragezeichen und Baustellen. Auf der anderen Seite können nun die Planungen beginnen. Ein Kommentar zum Klassenerhalt des 1. FC Köln.

Am 32. Spieltag ist es also nahezu vollbracht: Der 1. FC Köln hat sein Saisonziel erreicht. Denn es ging vom ersten Spieltag an nur um den Klassenerhalt. Und dennoch sind die ein oder anderen Fragezeichen durchaus angebracht.

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Nein, es ist nicht wirklich bekannt, wie Lukas Kwasniok den Sonntagnachmittag verbracht hat. Es könnte aber sein, dass der ehemalige Kölner Coach mit einem breiten Grinsen auf der Couch gesessen hat. Das hatte sich eigentlich sein Nachfolger für den Sonntag vorgenommen. Allerdings nur, wenn denn die Geißböcke mit einem Sieg bei den Eisernen die Vorzeichen auf Klassenerhalt gestellt hätten. Spätestens mit dem 2:1-Erfolg der Mainzer über St. Pauli und dem Ergebnis der Wolfsburger in Freiburg wird wohl auch der 37-Jährige gelächelt haben. Dem FC ist der Klassenerhalt nur noch in einer ganz ganz unwahrscheinlichen Theorie zu nehmen. Dass der Vorsprung von sechs Punkten und 21 Toren, an den verbleibenden beiden Spieltagen nicht mehr eingeholt werden wird, ist alles andere als ein Hot Take. Kwasniok hat gleich doppelt Grund zur Freude. Denn auch der Ex-Coach wird sich als Vater des erreichten Klassenziels sehen. Vielmehr aber hat der 44-Jährige am Ende des Tages recht behalten.

Fragezeichen bleiben

Kwasniok wurde auch in seinen letzten Reden als Trainer der Geißböcke nicht müde zu betonen, dass die Kölner den Klassenerhalt noch vor dem finalen Saisonspiel bei Bayern München unter Dach und Fach gebracht haben werden. Das ist nun (so gut wie sicher) eingetreten. Und bei aller doch – vielleicht auch – berechtigten Kritik, dafür wurde Kwasniok im Sommer geholt, dafür wurde René Wagner als sein Nachfolger ernannt. Gerade Kwasniok fiel möglicherweise auch den hohen Erwartungen, die ein perfekter Saisonstart, eine starke Vorbereitung und einer Vielzahl von Transfers verursacht haben, zum Opfer. Die Art und Weise, wie die Geißböcke die Klasse sicherten steht symptomatisch für den Saisonverlauf. Dem FC fehlte die Konstanz, mitunter schon mal die nötige Klasse, aber auch immer mal wieder das nötige Fortune – und trotzdem standen die Geißböcke als Aufsteiger in dieser Saison nicht ein Mal auf den Plätzen unter dem Strich.

Es gab allerdings gleich einige Spiele, die aus unterschiedlichen Gründen Fragezeichen hinterließen. Mit einer überragenden Leistung spielten die Kölner den amtierenden Vizemeister phasenweise an die Wand und standen mit leeren Händen da. Eine Woche zuvor war man glücklich über ein 1:1 gegen St. Pauli, das lange nach einer ganz bösen Niederlage aussah, eine Woche später ärgerte man sich über ein 2:2 bei Union Berlin, bei dem man ebenfalls sehr lange wie der sichere Sieger wirkte. Alleine diese drei Spiele hatten aber erstaunlicherweise ein ähnliches Fazit. Trotz der Ergebnisse hat sich die Situation im Klassenkampf Stück für Stück verbessert. Ohne den Blick in die Geschichtsbücher zu wagen: Es ist wahrscheinlich nicht besonders oft vorgekommen, dass sich eine Mannschaft mit ähnlichen Leistungen und einer ähnlichen Punkteausbeute an den Spieltagen 30 bis 32 auf diese Art und Weise frühzeitig gerettet hat.

Arbeit wird konkreter

Und das spricht eben nicht unbedingt für die Leistung der Mannschaft und nicht für die des Trainers. Zur Wahrheit gehört eben auch, dass es in dieser Saison einfach einige Mannschaften gab, die noch schlechter waren. Wie in den vergangenen beiden Spielzeiten wurde aus unterschiedlichen Gründen dann doch schon viel gerechnet, wie es am Ende reichen könnten. Das alles ist mit dem Schlusspfiff in München nicht mehr relevant. Die Klasse ist gehalten. Tatsächlich ist die Frage nach dem „Wie?“ aber keine, die man einfach unter den Tisch fallen lassen sollte. Trainer, Kader, Verträge, Qualität – es gibt schon noch viele Fragezeichen und Baustellen, die trotz des erreichten Saisonziels bleiben.

Darin liegt nun die Aufgabe, aber eben auch etwas Positives. Thomas Kessler kann nun die Planung für die kommende Spielzeit auch eingleisig intensivieren. Gespräche mit potenziellen Neuzugängen dürften nun deutlich leichter fallen, die Verhandlungspositionen bei Wackelkandidaten wie Eric Martel und Said El Mala hat sich an diesem 32. Spieltag verändert, der Kader für kommende Saison bekommt nun sicher erste feste Konturen. Und auch die Trainerposition wird wohl nun noch einmal gründlich beleuchtet werden. Das Saisonziel ist also geschafft – und damit kann die Arbeit auf anderer Ebene intensiviert werden.


Kommentar: Der Klassenerhalt ist nah, der 1. FC Köln muss nur noch zugreifen. Aber: „Manchmal ist der Fußball verrückt“

Die Spieler des 1. FC Köln nach dem Nachbarschaftsduell gegen Leverkusen
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Kommentar: Der Klassenerhalt ist nah, der 1. FC Köln muss nur noch zugreifen. Aber: „Manchmal ist der Fußball verrückt“

Spiel verloren, Klassenerhalt in greifbarer Nähe. Der FC spult gegen Leverkusen eine der besseren Saisonleistungen ab, kassiert eine Pleite und kann dennoch mit komfortablen Vorsprung auf das Saisonfinale schauen. Ein Kommentar zur 1:2-Niederlage des 1. FC Köln.

Trotz der Niederlage im Nachbarschafts-Duell hat sich die Ausgangslage vor den finalen drei Spielen für den FC noch einmal verbessert.

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Mit einem breiten Grinsen brachte es Leverkusens Coach Kasper Hjulmand auf den Punkt: „Fußball ist manchmal ein bisschen verrückt“, erklärte der Däne. Eine treffende Beschreibung, vielleicht ist das „bisschen“ sogar ab und an ein wenig untertrieben. Erklärbar sind die beiden Gesichter, die der FC in dieser Spielzeit schon mehrfach gezeigt hat, eben nicht immer. Der überlegene, wenn auch am Ende knappe Erfolg über Bremen wäre dann noch mit der langen Überzahl zu begründen. Die schwache Leistung gegen St. Pauli hatte viel von einem Absteiger. Eine Mannschaft aber, die so gegen Leverkusen auftritt, den Vizemeister an den Rande einer Niederlage führt, zeitweise spielerisch dominiert, die darf mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Der FC setzte das um, was ihn am Anfang der Saison ausgezeichnet hatte: Schnelles Offensivspiel, Vertikalpässe in die Tiefe und gefährliche Torraum-Aktionen. Es fehlten die Tore.

Gute Statistik, wenig Punkte

Die Begegnung erinnerte unweigerlich an so manche Kwasniok-Auftritte der Kölner gegen die Top-Teams, als der FC gefühlt ebenfalls gut spielte, die Überraschung auf dem Fuß hatte und dann doch unglücklich mit leeren Händen da stand. Doch die Wahrheit sieht dann doch ein wenig anders aus. Denn der FC hätte in jenen Partien überraschen können, die Niederlagen gingen rein sportlich aber meist in Ordnung. Die Pleite von Samstag schmerzt dagegen besonders, weil der FC einfach unverdient verloren hat. Köln war gegen den aktuellen Vizemeister die bessere Mannschaft, mit den besseren Chancen. Dass sich die Geißböcke am Ende davon nicht viel kaufen können, ist bitter, weil Köln mit einem Sieg nur noch in der blanken Theorie hätte absteigen können. Acht Punkte hätte St. Pauli in den verbleibenden drei Spielen auf den FC auf keinen Fall aufgeholt. Und dennoch werden die Kölner mit großer Wahrscheinlichkeit nicht absteigen.

Fünf Punkte drei Spieltage vor Schluss hört sich nicht nur komfortabel an, es ist komfortabel. Aufgrund der besseren Tordifferenz müsste St. Pauli in den verbleibenden drei Spielen sechs Punkte einsammeln, um Köln noch abzufangen, die dürften dann aber keinen Zähler einfahren. Angesichts der Formkurve der Kiezkicker ist damit wahrlich nicht zu rechnen. Der FC hingegen kann schon am Wochenende alles klar machen. Die Kölner stehen bereits mit anderthalb Beinen in der kommenden Bundesliga, nun gilt es nur noch zuzugreifen. In der aktuellen Tabellensituation deutet viel darauf hin, dass schon ein Punkt reichen könnte. Da es die Geißböcke noch mit zwei direkten Konkurrenten zu tun bekommen, scheint alles möglich und ist somit nur eine Frage der Zeit. Das Spiel gegen Leverkusen dürfte die Mannschaft für den Saisonendspurt mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet haben.

Möglicherweise ist die Entscheidung schon am kommenden Spieltag gefallen, gerne auch am übernächsten. Ein Finale am letzten Spieltag sollte unbedingt vermieden werden. Dann geht es gegen siegeshungrige Bayern. Ein Sieg wäre mehr als nur eine Überraschung, ist eher unwahrscheinlich. Aber, Moment. Ach ja: „Fußball ist manchmal ein bisschen verrückt!“


Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

René Wagner vom 1. FC Köln
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Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

In drei Spielen unter René Wagner haben die Kölner nun gepunktet und mit dem Remis am Freitagabend den Abstand auf den Relegationsplatz gehalten. Eigentlich eine gute Nachricht mit Blick auf den Klassenerhalt, doch die Geißböcke spielten eher wie ein Absteiger: Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln bei St. Pauli.

Eigentlich wollte der FC am 30. Spieltag den Erhalt der Klasse schon nahezu besiegeln und sich einen soliden Acht-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Aber weit gefehlt. Am Ende der Partie gegen St. Pauli dürfen die Kölner sich sogar über einen eingefahrenen Punkt noch freuen.

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„Europa wir kommen“, heißt die aktuelle Folge des Podcasts von Jonas Hector und Fabian Köster, in der sich die beiden FC-Verbundenen zu Beginn der vergangenen Woche über eine Rechnung amüsiert haben, nach der die Kölner nur drei Punkte vom internationalen Geschäft entfernt seien. Tatsächlich eine skurrile Vorstellung, nachdem sich der Club vor lauter Abstiegsangst vor gerade einmal vier Wochen vom Trainer trennte. Sollte es wirklich Optimisten geben, die diese Rechnung ernsthaft aufmachen wollten, so dürften diese spätestens am Freitagabend ihre Europa-Rechenschieber wieder in der Schublade verstaut haben. Und das nicht etwa, weil Mainz in der Conference League doch scheiterte und damit ein wichtiger Faktor dieser Rechnung wegfällt. Vielmehr, weil der FC im Duell beim FC St. Pauli eindrucksvoll bewiesen hat, dass er vielleicht doch noch nicht so weit ist, wie es die Euphorie rund ums Geißbockheim zuvor vermuten ließ.

Schwacher Auftritt

Die Bilanz des neuen Trainers ist zweifellos eine ordentliche. Immerhin haben die Kölner seit dem Ende von Lukas Kwasniok in Köln kein Spiel verloren. Doch auch die Stellschrauben von René Wagner haben ganz offensichtlich Grenzen. Wie schon unter Kwasniok des Öfteren tat sich Köln am Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten ungewohnt schwer. Einen Konkurrenten, der bislang nicht durch die ganz große Torgefahr aufgefallen ist und auch gegen Köln über weite Strecken harmlos war. Nur waren die Kölner am Ende noch harmloser und hätten sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Nicht umsonst sprach Kapitän Marvin Schwäbe von einer der schlechteren Spiele, die er beim FC erlebt habe. In den meisten relevanten Statistiken waren die Kiezkicker sogar besser. Nur hat Wagner offenbar das unter Kwasniok abhanden gekommene Spielglück wieder für die Kölner entdeckt. Eine einzige Aktion in den Schlussminuten veränderte das Spiel, vor allem das Ergebnis, so dass der Vorsprung vor den Relegationsplätzen einigermaßen komfortabel erscheint.

Einigermaßen, denn mit Leverkusen kommt am 31. Spieltag eine Mannschaft nach Köln, gegen die der FC seit 2019 vor eigenem Publikum nicht mehr gewonnen hat und die nach dem schwachen Auftritt gegen Augsburg um den sicher geglaubten Champions-League-Platz bangen muss und dementsprechend kämpfen dürfte. Sollte der FC verlieren und Pauli gegen das Tabellenschlusslicht aus Heidenheim gleichzeitig gewinnen, dann betrüge der Vorsprung der Kölner eben nur noch zwei Punkte. Auch das ist natürlich spekulativ. Nur ist ein Eintreten dieses Szenarios doch deutlich realistischer und die Folge kann am Ende dramatischer sein. Der Druck dürfte dann zumindest noch einmal steigen. Und die Leistung von Freitag dürfte die ein oder andere Alarmglocke schrillen lassen. Im Gegensatz zu „hat Europa verpasst“ ist „hat den Klassenerhalt verpasst“ jedenfalls das weitaus schlimmere Übel.

Fakt ist: Rein nach dem Papier haben Wolfsburg und St. Pauli am Ende des Tages das leichtere Restprogramm. Das Gute: Die Kölner haben mit einem guten Polster alles weiter in der eigenen Hand. Doch René Wagner tut gut daran, möglichst schnell die richtigen Stellschrauben für das Saisonfinale zu finden. Es wäre ziemlich katastrophal, wenn schon bald eine Podcast-Folge „2. Liga, wir kommen“ heißen würde.


Kommentar: Der FC hat die Chance auf die frühe Vorentscheidung – Baustellen darf das 3:1 aber nicht kaschieren

Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
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Kommentar: Der FC hat die Chance auf die frühe Vorentscheidung – Baustellen darf das 3:1 aber nicht kaschieren

Nach acht sieglosen Spielen in Folge haben die Kölner wieder einen Dreier eingefahren und sich damit die Chance auf die Vorentscheidung am kommenden Freitag erspielt. Geschafft ist der Klassenerhalt aber noch nicht. Ein Kommentar zum wichtigen Sieg des 1. FC Köln gegen Bremen.

Mit dem ersten Sieg seit Ende Januar haben die Kölner einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. In Köln hat man das Gefühl eines kollektiven Aufatmens. Dabei ist das Ziel noch nicht erreicht.

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Es trägt schon eine gewisse Komik in sich, dass Lukas Kwasniok am Ende recht behalten könnte. Der Ex-Trainer der Geißböcke wurde bis kurz vor seinem Aus nicht müde zu betonen, dass seine Mannschaft das Zeug zum Klassenerhalt habe. Dass eben nur ein Quäntchen fehle und dass das Spielglück nicht auf Seiten der Kölner sei. Als Argumente hielten unter anderem die 50:50-Schiedsrichter-Entscheidungen her, der mitunter seltsame Eingriff oder eben Nicht-Eingriff des VARs und ja, auch der Ausfall zahlreicher Spieler wurde selten, aber ab und an genannt. Durch den 3:1-Erfolg gegen Werder Bremen hat sich die Situation beim FC grundlegend verändert. René Wagner hat in den vergangenen beiden Spielen mehr Punkte eingefahren als sein Vorgänger in den sieben Partien zuvor. Der FC hat nun ein beruhigendes Polster von fünf Zählern auf Rang 16, von neun auf Rang 17. Gewinnt Köln am Freitag, ist die Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt gefallen.

Eine andere Ausgangslage

Und das dann vier Spieltage vor Saisonende. Tatsächlich hat sich die Ausgangslage innerhalb von zwei Spieltagen komplett verändert. Rund um das Geißbockheim ist wieder eine gewisse Euphorie zu spüren. Das Ziel Klassenerhalt scheint plötzlich so greifbar nahe. Denn nun lautet die Bilanz nicht mehr acht sieglose Spiele in Folge, sondern vier Partien ohne Niederlage in Serie. Wagner spielt bei seiner bisherigen Ausbeute als Cheftrainer in die Karten, dass die Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Bremen zum Großteil mal pro FC ausgefallen sind (zu Recht!) und dass dem Interimscoach nahezu der gesamte Kader wieder zur Verfügung steht. Bis auf die beiden Langzeitverletzten hat der 37-Jährige die Qual der Wahl, muss schmerzhafte Entscheidungen treffen. Quantitativ stellt sich der Kader nicht mehr von alleine auf.

Vor allem aber profitierten die Kölner am Sonntag von dem von Kwasniok angesprochenen Spielglück, das dem FC lange fehlte. Und da liegt dann auch wieder der andere Teil der Wahrheit. Denn auf Glück alleine können und sollten sich die Geißböcke im Saisonfinale nicht verlassen. Der 3:1-Erfolg gegen Bremen darf nicht die Probleme kaschieren, die auch unter René Wagner (noch) nicht abgestellt sind. Der Sieg war zweifelsfrei verdient, die Leistung gegen ein dezimiertes Werder aber ganz sicher nicht beeindruckend. Und das nicht nur aufgrund der eklatant schwachen Chancenverwertung. Der FC tat sich gerade im Spielaufbau in Überzahl doch schwer. Die Geißböcke offenbarten erneut Unkonzentriertheiten, Stockfehler, Ungenauigkeiten und gerieten am Ende des Spiels sogar noch einmal in Bedrängnis.

Der FC kann am Freitag einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, eine Art Vorentscheidung herbeiführen. Acht (durch die Torbilanz eigentlich neun) Punkte Vorsprung wären schon ziemlich nah am Klassenerhalt. Er kann! Gespielt ist die Begegnung noch nicht, gewonnen erst recht nicht – wie das Hinspiel in Köln (1:1) enttäuschend bewiesen hat. Aber: Der FC hat die Rettung in der eigenen Hand, hat den Ball im Grunde auf dem Elfmeterpunkt liegen und es wirkt so, als haben die Kölner unter dem neuen Trainer auch eine ergebnisorientierte Idee, wie Siege gelingen können. Mit dem ersten Erfolg seit Ende Januar dürfte sich das Team das nötige Selbstvertrauen geholt haben, am Millerntor die nächsten Punkte einzufahren – möglicherweise die entscheidenden. Sollte dem FC der Klassenerhalt gelingen, hätte Kwasniok recht gehabt. Nur würde der Erfolg der personellen Entscheidung unterm Strich genauso recht geben.


Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Rene Wagner und Armin Reutershahn beim Training
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Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Nach dem Aus von Lukas Kwasniok richtet sich der Blick nun nach vorn: Kann der neue Coach dem Team rechtzeitig neues Leben einhauchen, bevor es gegen Eintracht Frankfurt ernst wird? So will René Wagner den 1. FC Köln auf Kurs bringen.

Zwischen vorsichtigen Anpassungen, psychologischem Feingefühl und der Hoffnung auf den berühmten Trainereffekt geht es für Köln um mehr als nur Punkte – es geht um Selbstvertrauen, Klarheit und den Glauben an die eigene Stärke.

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Eine knappe Woche als Cheftrainer des 1. FC Köln liegt hinter René Wagner. Nach dem großen Medienrummel um die Entlassung seines ehemaligen Vorgesetzten Lukas Kwasniok kann der 37-Jährige das Wochenende dank der Länderspielpause nochmal zum Durchatmen nutzen, bevor sein erster Auftritt an der Seitenlinie gegen Eintracht Frankfurt ansteht. Mit Spannung wird erwartet, ob Wagner den Bock vielleicht sogar schon gegen die Eintracht umstoßen kann. Hat er, wie von Geschäftsführer Thomas Kessler angepriesen, die engere Verbindung zu seiner Mannschaft nutzen können? Sind alle Wogen geglättet und alle Akteure wieder in einem Boot? Für die kommenden Aufgaben des zweitjüngsten Bundesliga-Trainers stellt sich die alles übertreffende Frage: Was kann Wagner in der kurzen Zeit verändern, damit die Kölner ihren ersten Sieg seit Ende Januar einfahren können?

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Nicht allzu viel, wenn man den Worten Kesslers und Wagners folgt. Denn trotz der schlechten Punkteausbeute seien die Geißböcke meist in der Lage, mehr herauszuholen, als die Tabelle letztendlich hergab. „Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen”, ordnete Kessler am Montag ein. “Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles gibt. Und manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten“, so der 40-Jährige. Dennoch kündigte der Sportchef Veränderungen an: „Ich glaube, es ist von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft in all ihren Stärken und Schwächen kennt. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor.“

Worin genau Wagners Ideen für Veränderungen liegen, dazu wollten weder er selbst noch Kessler Genaueres erzählen. Einzig in einer Angelegenheit ließ sich der Coach in die Karten gucken: „Es gibt immer Jungs, die unzufrieden mit der aktuellen Situation sind. Aber genauso gibt es Spieler, die super zufrieden mit der Situation waren. Um die muss man sich kümmern. Spielern, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert und ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor. Deswegen gibt es nicht nur Jungs, die mit breiter Brust hier rumlaufen, sondern auch solche, die sich Gedanken machen, was mit ihnen passiert“, so Wagner in einer Medienrunde am Dienstag.

Funkel: „Du musst ihnen Vertrauen aussprechen“

Wie so ein Feintuning aussehen kann, beschreibt einer, der diese Rolle in Köln bereits mehrfach eingenommen hat. Im Sportschau-Interview betonte Feuerwehrmann Friedhelm Funkel, was in seinen Augen der Erfolgsweg für Interimstrainer sei. Von entscheidender Bedeutung sei es, „eine Mannschaft zu überzeugen, ohne sie mit Informationen zu überfrachten“, so Funkel. Zu viele Vorgaben und Details lähmen laut Funkel die Kreativität sowie das situative Denken und Handeln auf dem Platz. Taktische Vorgaben seien zwar wichtig, aber nur in einem Maß, das den Spielern noch eigene Entscheidungen und Vertrauen lässt. Auch der Blick in die Zahlen stützt die These, dass Köln kein klassischer Abstiegsfall einer überforderten Mannschaft ist, sondern eher ein Team, das unter Wert punktet.

So zeichnen aktuelle Daten ein Bild, in dem Köln zwar einen leicht negativen xG-Saldo aufweist (1,43 xG for gegenüber 1,54 xG against pro Spiel), die tatsächlichen Gegentore mit 1,74 pro Partie aber deutlich höher liegen. Dies legt nahe, dass die Ergebnisse schlechter aussehen als die zugrunde liegende Leistung.

Durchschnaufen vor wegweisenden Wochen

Klarheit, eine gemeinsame Vision und die Überzeugung, Spiele gewinnen zu können. Darum wird es dem neuen Kölner Coach in den verbleibenden Tagen bis zu seiner Premiere als Cheftrainer auch gehen. In seinen Augen hat er noch ein Ass im Ärmel: „Ich glaube, dass mir meine Erfahrung beim 1. FC Köln jetzt beim zweiten Mal zugutekommt. Ich kenne die Leute und auch ein bisschen ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, gemeinsam etwas erreichen zu können.“ Es bleibt abzuwarten, ob Wagners Maßnahmen bereits im Spiel gegen Frankfurt fruchten können. Zunächst gilt es jedoch, die Länderspielpause zu nutzen, um für das Saisonfinale noch einmal alle Kräfte zu bündeln – und natürlich den Nationalspielern die Daumen zu drücken.

Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Luca Waldschmidt und Florian Kainz werden eingewechselt
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Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Der FC geht mit einem neuen Trainer in die letzten Saisonspiele. René Wagner erklärte, dass es kleinere Stellschrauben gebe, an denen nun gearbeitet werden soll beim 1. FC Köln: Gibt es eine neue Chance unter René Wagner?

Überraschend kam der Trainerwechsel am Sonntag dann nicht mehr. Nun leitet René Wagner die Geschicke bei den Geißböcken. Und sicherlich gibt es den ein oder anderen Spieler, der sich nun mehr Einsatzzeit verspricht.

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René Wagner unterhielt sich am Dienstagvormittag bereits mit den Medien, da war die Mannschaft noch auf dem Platz und übte sich vergnügt im Torschuss. Als Außenstehender konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass eine gewisse Last bei dem ein oder anderen abgefallen sei, sich der ein oder andere Spieler freier fühle. „Das Gefühl habe ich definitiv“, sagte Wagner. „Ich glaube, das bringt die Sache eines Trainerwechsels mit sich. Es gibt immer Jungs, die unzufrieden sind mit der aktuellen Situation.“ Das dürften in der jüngeren Vergangenheit wohl mehrere Akteure gewesen sein. Spieler, die unter Lukas Kwasniok nicht die erhoffte Spielzeit bekommen haben. Spieler, die noch in der vergangenen Saison Stammspieler der Aufstiegsmannschaft gewesen sind.

Zuletzt wenig Spielzeit

Luca Waldschmidt hatte sich im Winter beispielsweise kritisch über seine Einsatzzeit geäußert. Noch im vergangenen Frühling hatte der ehemalige Nationalspieler betont, er könne sich einen Verbleib bei den Kölnern vorstellen, wenn er denn auf die erhofften Einsatzminuten käme. Zwar stand der Siegener in 27 Ligaspielen 18 Mal auf dem Platz, aber nur sechs Mal von Beginn an. Sieben Mal saß Waldschmidt 90 Minuten auf der Bank. Auch Florian Kainz stand in dieser Saison nur noch selten auf dem Feld. Der Österreicher spielte seit Mitte Dezember ganze drei Mal – insgesamt 20 Minuten. Mittlerweile hat der 33-Jährige sein Karriere-Ende angekündigt – allerdings, so betonte er zuletzt bei Sky Austria, sei seine Situation beim FC nicht ausschlaggebend gewesen.

Denis Huseinbasic spielte seit dem 2:2 gegen Heidenheim Mitte Januar nur noch einmal und das fünf Minuten. Und auch Said El Mala soll dem Vernehmen nach mit seiner Spielzeit bei Lukas Kwasniok nicht zufrieden gewesen sein. Zumal es für das Talent auch um die WM-Teilnahme ging und wohl auch noch geht. Es wird also sicherlich einige Profis geben, die sich unter Wagner nun mehr Spielzeit erhoffen, die auf eine neue Chance zählen.

Doch Wagner will eben nicht nur auf jene Akteure schauen. „Es gibt auch die Spieler, die super zufrieden waren mit der Situation“, sagte der neue Coach. „Die Spieler, die einfach auch eine tragende Rolle die letzten Spiele gespielt haben, denen geht’s vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil die wissen nicht, was passiert die nächsten Tage, die nächsten Wochen, habe ich noch die gleiche Position, die ich davor hatte und deswegen gibt es ja nicht immer nur Jungs, die mit der breiten Brust hier rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, auch die, die sich vielleicht Gedanken machen, was passiert mit mir.“

Eine neue Chance erhoffen sich dann aber die Spieler, die diese immer seltener erhielten. Denn Tatsache ist auch, dass Kwasniok in den vergangenen Wochen weniger rotierte, einer Stammachse vertraute. Und laut Wagner haben die Kölner in der jüngeren Vergangenheit auch nicht so sonderlich viel falsch gemacht. Eben bis auf die Ergebnisse.

Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

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Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

Ein neuer Impuls mit bekanntem Gesicht: Kann Co-Trainer René Wagner den 1. FC Köln im Abstiegskampf wachrütteln? Hat Geschäftsführer Thomas Kessler mit seiner Entscheidung das richtige Gespür bewiesen – oder pokert er zu hoch beim 1. FC Köln: Kann René Wagner Chefcoach?

Nach Lukas Kwasnioks Entlassung übernimmt Co-Trainer René Wagner beim 1. FC Köln. Thomas Kessler setzt auf dessen Nähe zur Mannschaft und hofft auf frische Energie im Kampf um den Klassenerhalt. Ob Wagner die Wende schafft, wird man sehen müssen.

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Geschäftsführer Thomas Kessler kann die Länderspielpause gut gebrauchen. Hinter dem 40-Jährigen liegt ein Wochenende voller belastender Entscheidungen. So musste er sich nicht nur dazu durchringen, seinen Cheftrainer vor die Tür zu setzen und damit auch eine erste persönliche Niederlage in seiner strategischen Funktion einzugestehen. Zudem musste er schnell einen Nachfolger finden, der den Club aus dem Abwärtsstrudel der letzten Wochen wieder auf Kurs Klassenerhalt führen kann. Seine Wahl fiel auf den bisherigen Co-Trainer Kwasnioks, René Wagner. Eine Entscheidung, die nicht allzu naheliegend war. Kessler begründete die Entlassung Kwasnioks mit dem Bedürfnis nach einem frischen Impuls für das Saisonfinale. Doch ist der ehemalige Co-Trainer, der noch nie eine Partie als Cheftrainer auf Bundesliganiveau an der Seitenlinie stand, wirklich die richtige Wahl?

Neuer Impuls durch gleiches Personal?

Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, wenn man den Begriff „Impuls“ genauer betrachtet. Die Geißböcke spielten unter Kwasniok keinen schlechten Fußball. Die ausbleibenden Erfolge sind vielmehr eine Folge unglücklicher Verkettungen von Umständen, auf die der geschasste Coach wenig Einfluss hatte. Verletzungen und individuelle Fehler haben den Kölnern wohl mehr Punkte gekostet als fragwürdige Trainerentscheidungen. Der gewünschte Impuls bezieht sich daher weniger auf das Sportliche.

Kessler setzt auf Wagner, weil dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins ein hohes Ansehen genießt. „Ich nehme die Jungs auch so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der ein oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat.“ Der Haussegen am Geißbockheim hing unter Vorgänger Kwasniok zuletzt schief. Vielleicht traf der 44-Jährige ein oder zwei unpopuläre Entscheidungen zu viel und unterschätzte den Effekt der Ausbootung langjähriger FC-Profis wie Luca Waldschmidt oder Florian Kainz.

Wagenburgmentalität adé

Auf einer Medienrunde am Dienstagmittag erklärte Wagner, er wolle ein offenes Ohr für Sorgen und Zweifel seiner Spieler haben: „Es gibt immer Spieler, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind“, so der 37-Jährige. Missverständnisse will Wagner nicht nur bei Spielern aus der zweiten oder dritten Reihe ausräumen. Er wolle für alle da sein, machte der Interimscoach deutlich: „Aber genauso gibt es Spieler, die mit der Situation super zufrieden waren. Die gilt es aufzufangen. Die Spieler, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, denen geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor.“

Gelingt es Wagner, den Störfaktor Unzufriedenheit bis zum Spiel gegen Frankfurt auszumerzen, hätte er eine große Baustelle geschlossen. Denn Unzufriedenheit und Grüppchenbildung haben nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Solche Spannungen hemmen insbesondere in entscheidenden Zweikämpfen die letzte Überzeugung. Eine neue Gesprächskultur, wie Wagner sie pflegt, kann diesen negativen Emotionen entgegenwirken. Offenheit, Vertrauen und weniger Stress in Trainings- und Spielsituationen fördern Motivation und Zusammenhalt – die Grundlagen für sportlichen Erfolg.

Kann Wagner Chefcoach?

Ob Kessler mit Wagner als Interimscoach zu viel riskiert, lässt sich womöglich mit einem Blick nach Wales beantworten. Forscher der Universität Cardiff haben in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich ein Trainerwechsel auf die Leistung einer Mannschaft auswirkt. Das Ergebnis: Der Erfolg nach einem Wechsel hängt nicht von der bisherigen Trainererfahrung ab. Weder fehlende Erfahrung noch der Status als ehemaliger Spitzenspieler schmälern laut den Forschern die Wirkung eines Trainerwechsels. Entscheidend scheint vor allem der Effekt der Veränderung selbst, nicht die Eigenschaften des neuen Trainers.

Die Länderspielpause verschafft den Geißböcken nun etwas Zeit für die fußballerische Feinjustierung. Dabei komme es vor allem darauf an, trotz der Tabellensituation einen kühlen Kopf zu bewahren, so Wagner: „Ich glaube, dass wir jetzt einfach fokussiert und ein bisschen locker bleiben wollen. Durch meine Erfahrung beim 1. FC Köln kenne ich die Leute und ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.“