Darum sollte Kölns kreative Krise gegen den FC Augsburg niemanden überrascht haben

Said El Mala vom 1. FC Köln im Zweikampf gegen den FC Augsburg
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Darum sollte Kölns kreative Krise gegen den FC Augsburg niemanden überrascht haben

Gegen Augsburg wurde wieder einmal eine Schwäche der Geißböcke deutlich: Der Mannschaft von Coach Lukas Kwasniok fällt gegen tief stehende Gegner nur wenig ein. Die Niederlage am Freitag war dabei nicht der erste ideenlose Auftritt. Der 1. FC Köln verzweifelt gegen tief stehende Gegner.

Die Schlappe gegen Augsburg zeigte auf, was die Geißböcke eigentlich schon die gesamte Saison über verfolgte. Gegen tief stehende Gegner fehlen den Kölnern die Mittel.

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Nach der Niederlage gegen Augsburg hielt FC-Mittelfeldmann Tom Krauß wenig von Ausreden. Der 24-Jährige kritisierte die spielerische Leistung seiner Mannschaft: „Augsburg war in den entscheidenden Momenten besser. In solchen Spielen musst du punkten“, stellte er fest und führte aus: „Wir waren sehr statisch und haben wenig mit dem Ball kreieren können. Das müssen wir uns ganz klar ankreiden, dass wir viel zu wenig nach vorne gemacht haben. Wenn das nicht klappt, muss die Null hinten stehen.“ Krauß genügten zudem die zahlreichen Ausfälle auf Kölner Seite nicht als Begründung für den schwachen Auftritt gegen die Fuggerstädter. Er forderte eine Reaktion: „Man sieht, dass die Teams von unten auch mal gegen die Großen gewinnen können. Das müssen wir auch. Die Mannschaften unten schlafen nicht. Wir müssen nächste Woche auf jeden Fall liefern.“ Krauß‘ Kritik am Mangel kreativer Lösungen trifft ins Schwarze. Betrachtet man Spiele oder Spielphasen der Kölner, in denen sie über hohe Ballbesitzanteile verfügen, fällt insbesondere eines auf: Die spielerischen Mittel der Kölner sind schnell ausgereizt.

Die Geißböcke tun sich in Ballbesitz schwer

Das schärfste Schwert der Offensive der Domstädter ist die Umschaltbewegung nach gegnerischem Ballbesitz mit Said El Mala oder Jakub Kaminski, die durch ihre Geschwindigkeit schnell viel Raum überbrücken können und somit in gefährliche Abschlusspositionen kommen. Das ist mal mehr und mal weniger von Erfolg gekrönt. Der Ausgleichstreffer von El Mala zum 2:2 gegen Hoffenheim dürfte etwa noch in frischer Erinnerung sein. Damals legte der Offensivspieler einen Befreiungsschlag von Cenk Özkacar mit dem Kopf auf Kaminski, der die Hoffenheimer Restverteidigung mit einem hohen Ball aushebelte und den durchgestarteten El Mala fand, der zum ersehnten Ausgleich traf.

Über dieses durchaus wirksame Mittel hinaus wird es allerdings dünn. Zu sehen im Spiel gegen Augsburg: Für El Mala war am vergangenen Spieltag nicht mehr als eine halbe Stunde drin. So musste Kwasniok auf Marius Bülter umschwenken, der auf dem Flügel keinen guten Tag erwischte. Im Umschaltspiel mangelte es den Geißböcken an Tempo, sodass sie nach alternativen Lösungen suchten. Gegen tief stehende Augsburger bestand diese dann in erster Linie darin, den Stürmer Ragnar Ache über den Aufbau-Spieler Jahmai Simpson-Pusey mit langen Bällen zu beliefern, der den Ball wiederum seinen Kollegen servieren sollte. Diese Idee zerschellte jedoch an Augsburgs Hintermannschaft, bestehend aus Noah Kai Banks, Keven Schlotterbeck und Cedric Zesiger, die Ache in Schach hielten.

Wird dem FC die Ideenlosigkeit zum Verhängnis?

Gegen Augsburg wurde deutlich, was sich im bisherigen Saisonverlauf bereits mal mehr, mal weniger deutlich abgezeichnet hat. Wenn gegnerische Teams den Kölnern die Initiative überlassen, ist ihr offensiver Ideen-Baukasten nur spärlich gefüllt. Kwasnioks Spielidee ist nicht darauf ausgerichtet, viel Ballbesitz zu verwalten. Man erinnere sich an die erste Hälfte der schwer verdaulichen Niederlage gegen Union Berlin. Abgesehen von Rav van den Bergs unglücklichem Handspiel und weiteren individuellen Fehlern, die den Ausgang der Begegnung maßgeblich beeinflusst hatten, fiel den Kölnern gegen die Köpenicker, die wie keine andere Mannschaft der Bundesliga für das Spiel mit wenig Ballbesitz stehen, nichts ein. Gleiches galt für das Last-Minute-Unentschieden gegen St. Pauli am 13. Spieltag. Auch hier bot sich zunächst eine extrem chancenarme Partie, bis El Mala fünf Minuten nach Wiederanpfiff einen von Luca Waldschmidt geklärten Ball ersprintete und an Kiezkicker-Keeper Vasilj vorbei ins Tor legte.

Kwasniok: „Dann ist das nicht ganz so einfach“

Lukas Kwasniok bemühte sich nach der Schlappe gegen Augsburg um eine Erklärung, weshalb seine Mannschaft derart harmlos war: „Es war schon so, dass beide Mannschaften versucht haben, eine Lücke im gegnerischen Abwehrverbund zu finden. Aber beide spielen dann im 5-2-3/5-4-1, das ist dann nicht ganz so einfach“, argumentierte der 44-Jährige. „Mit dem 0:1 haben wir dann immer offensiver gewechselt, auch schon zur Halbzeit […], haben mit Johannesson nochmal einen guten Fußballer auf den Platz gebracht und danach eigentlich nur noch offensiv gewechselt. Aber am Ende hat es leider nicht sollen sein“, fügte der Coach hinzu. Am Samstag startet der Countdown für die letzten zehn Spiele bis zum Saisonende. Zu Gast ist Niko Kovacs Dortmund. Es bleibt abzuwarten, ob die Geißböcke gegen den Tabellenzweiten wieder für mehr Torgefahr sorgen können. Mehr Ballbesitz werden sie gegen den BVB nicht unbedingt haben.


Die Wahrheit liegt nicht auf dem Platz, sie liest sich in der Tabelle – ein Kommentar

Gerhard Struber nach der Begegnung des 1. FC Köln in Düsseldorf
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Die Wahrheit liegt nicht auf dem Platz, sie liest sich in der Tabelle – ein Kommentar

Nach dem Erfolg über die SpVgg Greuther Fürth hat sich die Tabellensituation beim FC wieder grundlegend verändert. Von der Krise vor 14 Tagen ist jedenfalls nicht viel geblieben. Wer für die Wende verantwortlich ist oder eben nicht, wird diskutiert. Doch gibt die jüngste Bilanz den Entscheidungen des Trainers recht. Ein Kommentar zum 1:0-Erfolg des 1. FC Köln.

Vor 14 Tagen war Gerhard Struber angezählt, stand wohl vor den kolportierten Schicksalsspielen. Zwei Wochen später ist von der Krise nicht viel geblieben. Dabei läuft nicht alles rund in Köln, doch der jüngste Erfolg gibt dem Trainer recht. Ein Kommentar zum 1:0-Erfolg des 1. FC Köln.

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Ob sich Gerhard Struber die fünfte Jahreszeit am Montag in der Kölner Innenstadt antut, ist offen. Ein Karnevalstraining wird es jedenfalls nicht geben, die Spieler haben frei. Der Österreicher im Schweinhorn-Kostüm á la Baumgart 2021 ist ehrlich gesagt auch nur schwer vorstellbar. Dennoch wird auch Karneval für den 47-Jährigen eine ganz neue Kölner Erfahrung. Eine andere macht der Trainer dieser Tage durch. Struber erlebte in den vergangenen 14 Tagen wohl eine besonders rasante Achterbahnfahrt seiner Gefühle, der Fan-Emotionen und dem geschriebenen Worten der Journalisten. Vor zwei Wochen schien der Abschied des Trainers aus Köln unausweichlich, das Ziehen der Reißleine nur noch eine Frage der Zeit. Ein Plan B wurde schon namentlich in den Ring geworfen, über den richtigen Zeitpunkt des personellen Schnitts spekuliert.

Welchen Anteil der Trainer an der Kehrtwende hat, ist schwer zu sagen

Besonders häufig wurde die anstehende Länderspielpause in diesem Zusammenhang genannt. Diese hat für den FC am Sonntag begonnen. Eine Diskussion über den Trainer wird es hinter den verschlossenen Geißbockheim-Türen aber ganz bestimmt nicht geben. Struber sitzt wieder fest im Sattel und aktuell ist es eigentlich nicht vorstellbar, dass der Coach bis zum Jahresende noch einmal ähnlich angezählt sein wird. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr beeindruckend, wie schnelllebig der Profifußball doch ist. Welchen Anteil der Trainer an der Kehrtwende hat, ist schwer zu sagen. Hätte Jonas Urbig gegen die harmlosen Gegner nicht genauso zu Null gespielt? Wären mit dem alten System mit zwei Spitzen nicht vielleicht noch höhere Ergebnisse gegen schwache Kontrahenten möglich gewesen? Hätte ein Marvin Obuz das Spiel gegen Fürth nicht noch mehr belebt?

Viele Fragen, die man allesamt einfach nicht beantworten kann und wenn nur in rein spekulativen Sphären. Es gibt keine Vergleichsmöglichkeit mehr. Welche Maßnahme letztendlich die Wende herbeigeführt hat, ist unterm Strich auch nur zweitrangig. Genauso zweitrangig erscheint es nun auch, nach den Ursachen der Mini-Krise zu suchen. Der Tenor der Fans war: Trainer und Sportdirektor müssen sich am Ende des Tages an den Ergebnissen und der Tabelle messen lassen. Zwölf von 30 möglichen Punkten, Tabellenplatz zwölf und nur ein Sieg in sechs Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache, rechtfertigen jegliche Kritik und erlauben auch eine Trainerdiskussion. Zumal nach zehn Spieltagen die Zeit des „Hätte, wenn und aber“ vorbei ist, Glück oder Pech sich bereits nivelliert haben – und das unabhängig der Attraktivität des Spiels, die damals meist eine recht hohe war.

Es warten schwere Aufgaben

Damals hatte der FC von sechs Pflichtspielen in Folge nur eins gewonnen. Zwei Wochen später sind es vier Siege ebenfalls in sechs Pflichtspielen. Gut möglich, dass der Trainer bei der ein oder anderen Entscheidung auch nun daneben gelegen hat, Baustellen aufmacht, die besser geschlossen geblieben wären und vielleicht auch die falschen personellen Veränderungen trifft. Doch auch jetzt muss das Maßband dann doch ebenso lauten: Trainer und Sportdirektor müssen sich am Ende des Tages an den Ergebnissen und der Tabelle messen lassen. Der FC hat nun 18 von möglichen 36 Zählern, steht in der 3. Runde des DFB-Pokals, belegt den 7. Tabellenplatz, der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt drei, der zur Spitze vier Zähler. Das ist natürlich weit entfernt von überragend, entspricht aber exakt dem Plan der Kölner, bis zur Winterpause auf Tuchfühlung mit den Aufstiegsplätzen zu liegen.

Struber, aber auch Thomas Kessler tun gut daran, jetzt die Euphoriebremse zu treten und schon vor den kommenden Aufgaben zu warnen. Denn zweifelsohne war in der Begegnung gegen Fürth eine gehörige Portion Spielglück für die Geißböcke dabei. Der FC hätte sich nicht über ein torloses Remis beschweren dürfen, tat sich bedenklich schwer, bei der Arbeit mit dem Ball gegen einen tiefstehenden Gegner. Die Aufgaben werden ganz sicher nicht einfacher. Gerade in den Begegnungen vor der Winterpause warten noch weitere Teams, die wohl ebenfalls ihren Bus vor dem eigenen Tor parken und das Spielgerät den Kölnern überlassen werden. Unterm Strich ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass diese Mannschaft so gefestigt ist, bis zum Jahresende von Sieg um Sieg zu springen. Es werden weitere Niederlagen folgen.

Am Ende des Tages kann man Thomas Kesslers Warnung vor dem Blick auf die Tabelle verstehen. Vermeiden lassen wird sich der Blick aber nicht. Denn die einzige aussagekräftige Wahrheit spricht die Tabelle und die aktuell wieder für Gerhard Struber.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Länderspiele

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

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