Personal-Update vor Frankfurt: Zwei Spieler kehren wieder zurück

Alessio Castro-Montes und Joel Schmied wieder im Training
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Personal-Update vor Frankfurt: Zwei Spieler kehren wieder zurück

Mit einer doch dickeren Personaldecke startet der FC in die Vorbereitung auf das Duell gegen Frankfurt. Es gibt ein positives Personal-Update beim 1. FC Köln: Zwei Rückkehrer vor Frankfurt.

In der zweiten Woche im Amt als Cheftrainer stehen René Wagner weitere Optionen zur Verfügung. Mit Alessio Castro-Montes und Joel Schmied kehren zwei Spieler wieder zurück ins Mannschaftstraining.

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Weiterhin befinden sich vier Spieler auf Länderspielreise mit den Nationalmannschaften und doch hat sich die Personalsituation beim FC ein wenig entspannt. Denn es kehren gleich zwei zuletzt verletzte Spieler wieder zurück ins Mannschaftstraining. Joel Schmied hatte sich nach dem Hoffenheim-Spiel im Februar krank gemeldet, Alessio Castro-Montes sollte eigentlich in der Begegnung gegen den BVB seine Startelf-Rückkehr feiern, erlitt dann aber einen Rückschlag und fiel erneut einige Wochen aus. Schon in der vergangenen Woche trainierten die beiden mit Ball auf dem Platz, allerdings noch individuell. Nun gibt es die Rückkehr. Ob beide Spieler bereits für die Startelf am Sonntag in Frage kommen, ist nach der langen Verletzungspause eher fraglich.

Jahmai Simpson-Pusey kehrt zurück

Immer fraglicher wird damit auch ein Einsatz von Tom Krauß. Der Kölner Sechser hatte unmittelbar vor dem Spiel gegen Gladbach über Kniebeschwerden geklagt und kam dann nicht zum Einsatz. Cenny Neumann wurde wie berichtet ins kalte Wasser geworfen. Krauß konnte auch am Montag nur individuell trainieren. Für den bisherigen Leistungsträger könnte es somit eng werden. Und damit könnte es tatsächlich zu einem Problem in der Kölner Zentrale kommen (come-on-fc.com berichtete). Denn Eric Martel fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte im Rheinderby gesperrt. Nach abgesessener Rotsperre kehrt Jahmai Simpson-Pusey wieder zurück und wird damit wieder zu einer Option für René Wagner. Der Abwehrspieler hatte gegen Dortmund die Rote Karte gesehen und seine Strafe nun abgesessen. Das gilt auch für Sebastian Sebulonsen, der nach seiner fünften Gelben Karte wieder dabei ist.

Weiterhin nicht dabei sind die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian. Der neue Cheftrainer René Wagner hatte der Mannschaft über das Wochenende frei gegeben. Nun heißt es mit breiterem Kader wieder auf das Spiel gegen Frankfurt vorbereiten. Erst im Laufe der Woche treffen dann auch die Nationalspieler ein. Said El Mala ist mit der deutschen U21 unterwegs, Rav van den Berg mit der niederländischen. Für Jakub Kaminski steht am Dienstagabend das alles entscheidende Spiel um die WM-Teilnahme an. Isak Johannesson bestreitet mit Island Testspiele. Das Spiel bei der Eintracht findet am Sonntag um 17.30 (Liveticker bei come-on-fc.com) statt.


Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Rene Wagner und Armin Reutershahn beim Training
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Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Nach dem Aus von Lukas Kwasniok richtet sich der Blick nun nach vorn: Kann der neue Coach dem Team rechtzeitig neues Leben einhauchen, bevor es gegen Eintracht Frankfurt ernst wird? So will René Wagner den 1. FC Köln auf Kurs bringen.

Zwischen vorsichtigen Anpassungen, psychologischem Feingefühl und der Hoffnung auf den berühmten Trainereffekt geht es für Köln um mehr als nur Punkte – es geht um Selbstvertrauen, Klarheit und den Glauben an die eigene Stärke.

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Eine knappe Woche als Cheftrainer des 1. FC Köln liegt hinter René Wagner. Nach dem großen Medienrummel um die Entlassung seines ehemaligen Vorgesetzten Lukas Kwasniok kann der 37-Jährige das Wochenende dank der Länderspielpause nochmal zum Durchatmen nutzen, bevor sein erster Auftritt an der Seitenlinie gegen Eintracht Frankfurt ansteht. Mit Spannung wird erwartet, ob Wagner den Bock vielleicht sogar schon gegen die Eintracht umstoßen kann. Hat er, wie von Geschäftsführer Thomas Kessler angepriesen, die engere Verbindung zu seiner Mannschaft nutzen können? Sind alle Wogen geglättet und alle Akteure wieder in einem Boot? Für die kommenden Aufgaben des zweitjüngsten Bundesliga-Trainers stellt sich die alles übertreffende Frage: Was kann Wagner in der kurzen Zeit verändern, damit die Kölner ihren ersten Sieg seit Ende Januar einfahren können?

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Nicht allzu viel, wenn man den Worten Kesslers und Wagners folgt. Denn trotz der schlechten Punkteausbeute seien die Geißböcke meist in der Lage, mehr herauszuholen, als die Tabelle letztendlich hergab. „Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen”, ordnete Kessler am Montag ein. “Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles gibt. Und manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten“, so der 40-Jährige. Dennoch kündigte der Sportchef Veränderungen an: „Ich glaube, es ist von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft in all ihren Stärken und Schwächen kennt. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor.“

Worin genau Wagners Ideen für Veränderungen liegen, dazu wollten weder er selbst noch Kessler Genaueres erzählen. Einzig in einer Angelegenheit ließ sich der Coach in die Karten gucken: „Es gibt immer Jungs, die unzufrieden mit der aktuellen Situation sind. Aber genauso gibt es Spieler, die super zufrieden mit der Situation waren. Um die muss man sich kümmern. Spielern, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert und ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor. Deswegen gibt es nicht nur Jungs, die mit breiter Brust hier rumlaufen, sondern auch solche, die sich Gedanken machen, was mit ihnen passiert“, so Wagner in einer Medienrunde am Dienstag.

Funkel: „Du musst ihnen Vertrauen aussprechen“

Wie so ein Feintuning aussehen kann, beschreibt einer, der diese Rolle in Köln bereits mehrfach eingenommen hat. Im Sportschau-Interview betonte Feuerwehrmann Friedhelm Funkel, was in seinen Augen der Erfolgsweg für Interimstrainer sei. Von entscheidender Bedeutung sei es, „eine Mannschaft zu überzeugen, ohne sie mit Informationen zu überfrachten“, so Funkel. Zu viele Vorgaben und Details lähmen laut Funkel die Kreativität sowie das situative Denken und Handeln auf dem Platz. Taktische Vorgaben seien zwar wichtig, aber nur in einem Maß, das den Spielern noch eigene Entscheidungen und Vertrauen lässt. Auch der Blick in die Zahlen stützt die These, dass Köln kein klassischer Abstiegsfall einer überforderten Mannschaft ist, sondern eher ein Team, das unter Wert punktet.

So zeichnen aktuelle Daten ein Bild, in dem Köln zwar einen leicht negativen xG-Saldo aufweist (1,43 xG for gegenüber 1,54 xG against pro Spiel), die tatsächlichen Gegentore mit 1,74 pro Partie aber deutlich höher liegen. Dies legt nahe, dass die Ergebnisse schlechter aussehen als die zugrunde liegende Leistung.

Durchschnaufen vor wegweisenden Wochen

Klarheit, eine gemeinsame Vision und die Überzeugung, Spiele gewinnen zu können. Darum wird es dem neuen Kölner Coach in den verbleibenden Tagen bis zu seiner Premiere als Cheftrainer auch gehen. In seinen Augen hat er noch ein Ass im Ärmel: „Ich glaube, dass mir meine Erfahrung beim 1. FC Köln jetzt beim zweiten Mal zugutekommt. Ich kenne die Leute und auch ein bisschen ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, gemeinsam etwas erreichen zu können.“ Es bleibt abzuwarten, ob Wagners Maßnahmen bereits im Spiel gegen Frankfurt fruchten können. Zunächst gilt es jedoch, die Länderspielpause zu nutzen, um für das Saisonfinale noch einmal alle Kräfte zu bündeln – und natürlich den Nationalspielern die Daumen zu drücken.

Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Luca Waldschmidt und Florian Kainz werden eingewechselt
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Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Der FC geht mit einem neuen Trainer in die letzten Saisonspiele. René Wagner erklärte, dass es kleinere Stellschrauben gebe, an denen nun gearbeitet werden soll beim 1. FC Köln: Gibt es eine neue Chance unter René Wagner?

Überraschend kam der Trainerwechsel am Sonntag dann nicht mehr. Nun leitet René Wagner die Geschicke bei den Geißböcken. Und sicherlich gibt es den ein oder anderen Spieler, der sich nun mehr Einsatzzeit verspricht.

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René Wagner unterhielt sich am Dienstagvormittag bereits mit den Medien, da war die Mannschaft noch auf dem Platz und übte sich vergnügt im Torschuss. Als Außenstehender konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass eine gewisse Last bei dem ein oder anderen abgefallen sei, sich der ein oder andere Spieler freier fühle. „Das Gefühl habe ich definitiv“, sagte Wagner. „Ich glaube, das bringt die Sache eines Trainerwechsels mit sich. Es gibt immer Jungs, die unzufrieden sind mit der aktuellen Situation.“ Das dürften in der jüngeren Vergangenheit wohl mehrere Akteure gewesen sein. Spieler, die unter Lukas Kwasniok nicht die erhoffte Spielzeit bekommen haben. Spieler, die noch in der vergangenen Saison Stammspieler der Aufstiegsmannschaft gewesen sind.

Zuletzt wenig Spielzeit

Luca Waldschmidt hatte sich im Winter beispielsweise kritisch über seine Einsatzzeit geäußert. Noch im vergangenen Frühling hatte der ehemalige Nationalspieler betont, er könne sich einen Verbleib bei den Kölnern vorstellen, wenn er denn auf die erhofften Einsatzminuten käme. Zwar stand der Siegener in 27 Ligaspielen 18 Mal auf dem Platz, aber nur sechs Mal von Beginn an. Sieben Mal saß Waldschmidt 90 Minuten auf der Bank. Auch Florian Kainz stand in dieser Saison nur noch selten auf dem Feld. Der Österreicher spielte seit Mitte Dezember ganze drei Mal – insgesamt 20 Minuten. Mittlerweile hat der 33-Jährige sein Karriere-Ende angekündigt – allerdings, so betonte er zuletzt bei Sky Austria, sei seine Situation beim FC nicht ausschlaggebend gewesen.

Denis Huseinbasic spielte seit dem 2:2 gegen Heidenheim Mitte Januar nur noch einmal und das fünf Minuten. Und auch Said El Mala soll dem Vernehmen nach mit seiner Spielzeit bei Lukas Kwasniok nicht zufrieden gewesen sein. Zumal es für das Talent auch um die WM-Teilnahme ging und wohl auch noch geht. Es wird also sicherlich einige Profis geben, die sich unter Wagner nun mehr Spielzeit erhoffen, die auf eine neue Chance zählen.

Doch Wagner will eben nicht nur auf jene Akteure schauen. „Es gibt auch die Spieler, die super zufrieden waren mit der Situation“, sagte der neue Coach. „Die Spieler, die einfach auch eine tragende Rolle die letzten Spiele gespielt haben, denen geht’s vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil die wissen nicht, was passiert die nächsten Tage, die nächsten Wochen, habe ich noch die gleiche Position, die ich davor hatte und deswegen gibt es ja nicht immer nur Jungs, die mit der breiten Brust hier rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, auch die, die sich vielleicht Gedanken machen, was passiert mit mir.“

Eine neue Chance erhoffen sich dann aber die Spieler, die diese immer seltener erhielten. Denn Tatsache ist auch, dass Kwasniok in den vergangenen Wochen weniger rotierte, einer Stammachse vertraute. Und laut Wagner haben die Kölner in der jüngeren Vergangenheit auch nicht so sonderlich viel falsch gemacht. Eben bis auf die Ergebnisse.

Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

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Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

Ein neuer Impuls mit bekanntem Gesicht: Kann Co-Trainer René Wagner den 1. FC Köln im Abstiegskampf wachrütteln? Hat Geschäftsführer Thomas Kessler mit seiner Entscheidung das richtige Gespür bewiesen – oder pokert er zu hoch beim 1. FC Köln: Kann René Wagner Chefcoach?

Nach Lukas Kwasnioks Entlassung übernimmt Co-Trainer René Wagner beim 1. FC Köln. Thomas Kessler setzt auf dessen Nähe zur Mannschaft und hofft auf frische Energie im Kampf um den Klassenerhalt. Ob Wagner die Wende schafft, wird man sehen müssen.

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Geschäftsführer Thomas Kessler kann die Länderspielpause gut gebrauchen. Hinter dem 40-Jährigen liegt ein Wochenende voller belastender Entscheidungen. So musste er sich nicht nur dazu durchringen, seinen Cheftrainer vor die Tür zu setzen und damit auch eine erste persönliche Niederlage in seiner strategischen Funktion einzugestehen. Zudem musste er schnell einen Nachfolger finden, der den Club aus dem Abwärtsstrudel der letzten Wochen wieder auf Kurs Klassenerhalt führen kann. Seine Wahl fiel auf den bisherigen Co-Trainer Kwasnioks, René Wagner. Eine Entscheidung, die nicht allzu naheliegend war. Kessler begründete die Entlassung Kwasnioks mit dem Bedürfnis nach einem frischen Impuls für das Saisonfinale. Doch ist der ehemalige Co-Trainer, der noch nie eine Partie als Cheftrainer auf Bundesliganiveau an der Seitenlinie stand, wirklich die richtige Wahl?

Neuer Impuls durch gleiches Personal?

Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, wenn man den Begriff „Impuls“ genauer betrachtet. Die Geißböcke spielten unter Kwasniok keinen schlechten Fußball. Die ausbleibenden Erfolge sind vielmehr eine Folge unglücklicher Verkettungen von Umständen, auf die der geschasste Coach wenig Einfluss hatte. Verletzungen und individuelle Fehler haben den Kölnern wohl mehr Punkte gekostet als fragwürdige Trainerentscheidungen. Der gewünschte Impuls bezieht sich daher weniger auf das Sportliche.

Kessler setzt auf Wagner, weil dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins ein hohes Ansehen genießt. „Ich nehme die Jungs auch so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der ein oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat.“ Der Haussegen am Geißbockheim hing unter Vorgänger Kwasniok zuletzt schief. Vielleicht traf der 44-Jährige ein oder zwei unpopuläre Entscheidungen zu viel und unterschätzte den Effekt der Ausbootung langjähriger FC-Profis wie Luca Waldschmidt oder Florian Kainz.

Wagenburgmentalität adé

Auf einer Medienrunde am Dienstagmittag erklärte Wagner, er wolle ein offenes Ohr für Sorgen und Zweifel seiner Spieler haben: „Es gibt immer Spieler, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind“, so der 37-Jährige. Missverständnisse will Wagner nicht nur bei Spielern aus der zweiten oder dritten Reihe ausräumen. Er wolle für alle da sein, machte der Interimscoach deutlich: „Aber genauso gibt es Spieler, die mit der Situation super zufrieden waren. Die gilt es aufzufangen. Die Spieler, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, denen geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor.“

Gelingt es Wagner, den Störfaktor Unzufriedenheit bis zum Spiel gegen Frankfurt auszumerzen, hätte er eine große Baustelle geschlossen. Denn Unzufriedenheit und Grüppchenbildung haben nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Solche Spannungen hemmen insbesondere in entscheidenden Zweikämpfen die letzte Überzeugung. Eine neue Gesprächskultur, wie Wagner sie pflegt, kann diesen negativen Emotionen entgegenwirken. Offenheit, Vertrauen und weniger Stress in Trainings- und Spielsituationen fördern Motivation und Zusammenhalt – die Grundlagen für sportlichen Erfolg.

Kann Wagner Chefcoach?

Ob Kessler mit Wagner als Interimscoach zu viel riskiert, lässt sich womöglich mit einem Blick nach Wales beantworten. Forscher der Universität Cardiff haben in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich ein Trainerwechsel auf die Leistung einer Mannschaft auswirkt. Das Ergebnis: Der Erfolg nach einem Wechsel hängt nicht von der bisherigen Trainererfahrung ab. Weder fehlende Erfahrung noch der Status als ehemaliger Spitzenspieler schmälern laut den Forschern die Wirkung eines Trainerwechsels. Entscheidend scheint vor allem der Effekt der Veränderung selbst, nicht die Eigenschaften des neuen Trainers.

Die Länderspielpause verschafft den Geißböcken nun etwas Zeit für die fußballerische Feinjustierung. Dabei komme es vor allem darauf an, trotz der Tabellensituation einen kühlen Kopf zu bewahren, so Wagner: „Ich glaube, dass wir jetzt einfach fokussiert und ein bisschen locker bleiben wollen. Durch meine Erfahrung beim 1. FC Köln kenne ich die Leute und ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.“

Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

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Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

René Wagners ungewöhnlicher Weg führte ihn vom College-Fußball in den USA über Stationen im Nachwuchsbereich und als Analyst auf die Trainerbank des 1. FC Köln. Nun befindet sich der 35-Jährige mitten im Abstiegskampf und nimmt seine bislang größte Herausforderung als Interimstrainer an. 1. FC Köln: Das Wagnis René Wagner beginnt.

Montagnachmittag war es soweit: Interimscoach René Wagner betrat zum ersten Mal in seiner Rolle als Cheftrainer das Trainingsgelände am Geißbockheim. Geschäftsführer Sport Thomas Kessler setzt große Stücke auf das Trainertalent, dass gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen die Wende einläuten soll.

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Bei bestem Frühlingswetter betrat der Interimstrainer zum ersten Mal in seiner neuen Funktion das Grün am Geißbockheim. Weniger als zwei Wochen bleiben ihm, um seine Mannschaft auf das Duell gegen Eintracht Frankfurt vorzubereiten. Thomas Kessler äußerte, er habe vollstes Vertrauen in Wagner. „Wir waren sehr froh, dass wir ihn im Sommer davon überzeugen konnten, dann wieder zum ersten Mal zu Köln zu kommen.“ Kessler begründete die Entscheidung für Wagner mit dessen persönlicher Bindung zu ihm und seiner Überzeugung, dass dieser auch fachlich der Aufgabe gewachsen sei: „Ich kenne ihn schon lange und begleite ihn schon eine Weile. Ich bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. René ist ein sehr smarter Mensch, der einen guten Umgang mit dem Staff und der Mannschaft hat. Und ich traue ihm absolut zu, jetzt diese Rolle einzunehmen.“

Spannender Werdegang

Doch wer ist dieser Mann, dem Kessler die Wende im Abstiegskampf zutraut? Wagners Weg auf den Chefsessel am Geißböcke (Wenn auch zunächst nur Interimsweise) kann man als atypisch beschreiben. Der gebürtige Dresdener feierte den Höhepunkt seiner aktiven Karriere in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden und beim VfL Oldenburg, bekam als Akteur auf dem Platz allerdings nie so richtig einen Fuß in die Tür, wie er in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärte. “In meiner Zeit als Spieler habe ich in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden gespielt und auch immer mal wieder mit den Profis mittrainiert. Aber mir wurde relativ schnell klar, dass das nichts wird mit der Profikarriere. Dann sprach mich eine Agentur an, die junge Sportler an Colleges in die USA vermittelt. Ich hatte die Möglichkeit, dort mit einem Stipendium zu spielen. Das fand ich spannend.”

So zog es ihn im Jahr 2013 nach Hawaii. Bald schon machte er in Übersee seine ersten Schritte an der Seitenlinie – zunächst als Nebenjob neben dem Studium, später dann als Jugendtrainer in einer Akademie in Florida. Von dort aus ging es weiter zu Inter Miami, wo er die U17 und U19 des damals neu gegründeten Vereins von England-Legende David Beckham trainierte. Über einen Kontakt gelangte er aus dem Sunshine State nach Ostwestfalen, wo er unter Steffen Baumgart als Analyst und im Scouting Fuß fasste. Baumgart folgte er nach Köln und weiter in den Norden zu den Vereinen HSV und Union Berlin. Zu Beginn der laufenden Spielzeit sorgte er nach fünf Jahren für einen Tapetenwechsel: Er und seine Frau zogen zurück in die Domstadt. Dort wurde er nach Vermittlung durch Thomas Kessler Teil des Teams von Lukas Kwasniok.

Neue Impulse durch engere Bindung zur Mannschaft

Nun trägt Trainertalent Wagner die Hauptverantwortung in der Domstadt. Am Montag erklärte Kessler, warum dies aus seiner Sicht der richtige Weg sei, worin Wagners große Stärke liege und was ihn von seinem ehemaligen Chef Lukas Kwasniok unterscheide. „Er ist ein sehr kommunikativer Mensch, hat auch eine Art, Leute mitzunehmen. René hat natürlich auch den großen Vorteil, dass er in unserer internationalen Mannschaft quasi sein eigener Simultandolmetscher sein kann. Ich habe selbst jemanden erlebt, der in Ansprachen zur Mannschaft auf Deutsch und Englisch sehr natürlich mit der Mannschaft sprechen kann, sodass auch die Emotionen übertragen werden“, schlussfolgerte der Geschäftsführer. Einer der Gründe für die Trainerentlassung sieben Spieltage vor Saisonende war, dass man sich für das Saisonfinale frische Impulse wünschte.

Wie diese Entscheidung für die interne Lösung Pro-Wagner damit zusammenpasse, erläuterte Kessler wie folgt: „Es hat eben nicht so viel gefehlt. Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen. Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles dafür gibt. Manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten. Ich glaube, dann ist es von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft mit all ihren Stärken und Schwächen kennt. Es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor“. Ausschlaggebend war auch die enge Beziehung zwischen Wagner und den Spielern. In diesem Aspekt geriet Ex-Coach Kwasniok bekanntlich mehrfach in die Kritik. „Ich nehme die Jungs so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der eine oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat“, sagte Kessler.

Ist Kesslers Lösung zu gewagt?

Es bleibt abzuwarten, ob Wagner, für den es die erste Cheftrainerposition im Profifußball ist, die Geißböcke aus der Krise führen kann – zunächst gegen Frankfurt und dann gegen Bremen. Dabei schwebt über dem Wagner-Experiment insbesondere die Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf einen unerfahrenen Coach zu setzen? Ja, meint Kessler. Mit der Unterstützung des jüngst verpflichteten Co-Trainers Armin Reutershahn gebe man Wagner geballte Bundesliga-Erfahrung mit auf den Weg. „Was man natürlich nicht wegdiskutieren kann, ist, dass er in der Bundesliga noch nie eine Mannschaft als Cheftrainer geleitet hat. Und da war für uns klar, dass wir ihm jemanden zur Seite stellen wollen, der sowohl charakterlich als auch fachlich zu ihm passt und eben auch die Erfahrung hat.“

Lukas Kwasniok scheitert am 1. FC Köln: Ein Trainer-Aus auf Etappen

Lukas Kwasniok hat seinen Kader um drei Spieler reduziert
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Lukas Kwasniok scheitert am 1. FC Köln: Ein Trainer-Aus auf Etappen

Acht Monate leitete Lukas Kwasniok die Geschicke am Geißbockheim. Nun muss der 44-Jährige gehen. Es gibt einen Neuanfang beim 1. FC Köln: Gleich mehrere Gründe für das Aus von Lukas Kwasniok.

Dem fulminanten Start folgt nun ein bitteres Ende. In seiner Zeit am Geißbockheim war der 44-Jährige Teil des neuen Gesichts des 1. FC Köln und erzielte zu Beginn der Saison überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Zuletzt blieben diese allerdings aus – und so musste der Coach am Sonntagabend die Koffer nehmen.

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Mit einem Rucksack bepackt und dem Smartphone am Ohr tauchte Lukas Kwasniok am Sonntagvormittag am Geißbockheim auf, gut gelaunt. Keine halbe Stunde später war der Besuch dann auch schon wieder beendet und der 44-Jährige verließ ähnlich strahlend den Parkplatz des Trainingsgeländes, auf dem er rund acht Monate die Geschicke der Geißböcke leitete. Kwasniok ist lang genug im Fußballgeschäft, beschäftigt sich so akribisch mit dem Business, dass er zu diesem Zeitpunkt mindestens geahnt hat, in welche Richtung die Gespräche am Sonntag laufen würden. Am Nachmittag bekam er dann von Thomas Kessler die Bestätigung in einem persönlichen Gespräch. Der 44-Jährige ist nicht mehr länger Trainer der Geißböcke, seine Mission Klassenerhalt gescheitert.

Euphorie durch den Entertrainer

Angesichts der Punkteausbeute war die Trainerentlassung wohl unausweichlich. Vielleicht nicht, weil sie wirklich richtig ist – immerhin gibt es ja zahlreiche Statistiken und Studien, die selbst in der Abstiegsnot von einem Wechsel der doch so wichtigen Position abraten. Vielmehr, weil die Maschinerie in diesem Geschäft nun mal so läuft. Bleiben die erhofften Erfolge aus, muss der Trainer gehen – so einfach ist die Fußball-Matrix auf diesem Gebiet. Doch Kwasniok scheiterte eben nicht nur an der Zählerausbeute. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt für das Aus im März dürfte erstaunlicherweise schon mit der Verpflichtung begonnen haben. Nach dem Aus von Gerhard Struber und dem Aufstieg in die Bundesliga wollte der FC eine Veränderung herbeiführen.

Wie schon bei Steffen Baumgart 2021 auf Markus Gisdol (mit Zwischenspiel von Friedhelm Funkel) schien die Wahl nach einem eher biederen Fußball unter Gerhard Struber wieder auf einen Trainer fallen zu müssen, der mit seiner Spielidee, aber auch mit seiner Art Euphorie auslösen kann (wieder mit Zwischenspiel von Friedhelm Funkel). 2021 hatte der FC mit Ach und Krach die Klasse gehalten. Unter Gisdol schien die Marschroute „Niederlage verhindern“ zu lauten – unter Baumgart „Spiele gewinnen“ und das höchst attraktiv. Kwasniok trat das Amt beim FC ebenfalls mit dem Versprechen von Unterhaltung an, erfand für sich selbst den Begriff des „Entertrainers“.

Das Aus war folgerichtig

Und der 44-Jährige bekam von Thomas Kessler einen Kader dahingestellt, mit dem genau das gelingen sollte. Rund 25 Millionen Euro investierte der jetzige Geschäftsführer Sport in einen Kader, der Offensivfußball leben sollte. Und tatsächlich: Mit dem erfolgreichen Saisonauftakt wuchs die Euphorie rund um das Geißbockheim. Trainer und Sportdirektor wurden über den grünen Klee gelobt und das eigentliche Saisonziel Klassenerhalt schien schon damals längst überholt – war es aber nicht. Kwasnioks trefflichste extern geäußerte Analyse der vergangenen Wochen war wohl die Einschätzung, dass der FC in dieser Phase überperformte und damit die Realität extrem vernebelte. So sehr, dass der nun Ex-Coach den Verein zu einem Zeitpunkt verlassen muss, in dem er sich rein nach der Tabelle noch – wenn auch geradeso – im Soll befindet.

Doch zwei Siege in 18 Spielen überleben Trainer nicht nur in Köln nicht – das Aus war also folgerichtig. Der sportliche Erfolg blieb zum zweiten Mal über einen längeren Zeitraum aus. Schon im Winter stand Kwasniok auf der Kippe. Auch, weil es zu Misstönen zwischen ihm und der Mannschaft und ihm und den Fans gekommen war. Die Ausbootung einiger arrivierter Kräfte kam intern und extern nicht so richtig an. Dazu wurden auch die – zum Teil verletzungsbedingten – Rotationen kritisiert. Kwasniok bot in der Hinrunde beispielsweise nicht einmal die gleiche Startelf auf. Der Umgang mit Said El Mala bot ebenfalls viel Gesprächsstoff. Zudem eckte der Trainer mit einigen Äußerungen empfindlich an, sorgte auch damit für Unmut bei den eigenen Fans.

Externe Faktoren

Dazu gab es noch ein beachtliches Ausmaß an externen Faktoren, die Kwasniok durchaus öfter hätte kommunizieren können. Etwa die unglaubliche Verletzungsmisere, die sicher nicht nur auf eine Trainingssteuerung zurückzuführen ist. Immerhin waren neben Lukas Kwasniok noch etliche andere Trainer in die Einheiten involviert, die sich wohl bemerkbar gemacht hätten, wenn eine Über- oder Fehlbelastung offensichtlich gewesen wäre. Und so ganz anders als das Training anderer Bundesligisten wird wohl auch das Kwasnioksche nicht gewesen sein. Dazu tatsächlich ein erstaunliches Ausmaß an 50:50-Entscheidungeen, die gegen den FC ausgelegt wurden.

Nun übernimmt René Wagner. Die Aufgabe ist sieben Spieltage vor Saisonende keine einfache. Immerhin haben es die Kölner in der eigenen Hand und die Euphorie ist aktuell nicht mehr die größte.


Kommentar: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Kommentar: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Kommentar: Der 1. FC Köln zieht die Reißleine und trennt sich von Lukas Kwasniok. Doch hinter der Entlassung steckt mehr als nur eine schwache Punkteausbeute. Warum ein Trainer mit klarer Idee, aber fehlender Balance am Ende an sich selbst und seinem Umfeld scheiterte beim 1. FC Köln: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Seit Sonntagabend ist das Aus von FC-Trainer Lukas Kwasniok offiziell. Die Gremien, die über die Entscheidung diskutierten, tagten lange, bis ein Ergebnis feststand.

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Am Sonntagabend machte der Verein das Unausweichliche offiziell: Der 1. FC Köln und Lukas Kwasniok gehen noch vor der Länderspielpause getrennte Wege. Trainer-Talent Robert Wagner, im Sommer als Co-Trainer von Union Berlin ans Geißbockheim gekommen, übernimmt die Mannschaft vorerst. Die Entlassung nach dem Derby ist die logische Folge der desaströsen Kölner Durststrecke. Der letzte Sieg liegt mehr als fünf Wochen zurück. Sportdirektor Thomas Kessler äußerte sich folgendermaßen: „Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten. Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität“.

Zwei Siege in fünf Monaten sowie drei Punkte aus den Duellen gegen Hoffenheim, Hamburg und Gladbach waren am Ende zu wenig. Mit 0,96 Punkten pro Spiel weist Kwasniok eine Bilanz auf, die historisch schwach ist für einen Trainer mit vergleichbarer Amtszeit beim FC. Und doch dürfte die Entscheidung den Verantwortlichen alles andere als leicht gefallen sein.

Der Trainerposten beim FC wird einmal mehr zum heißen Stuhl

Denn zur Wahrheit gehört, dass Kwasniok genau für das verpflichtet wurde, was ihm nun möglicherweise zum Verhängnis wurde. Seine Emotionalität, seine Energie und seine klare fußballerische Idee passten perfekt zur Aufbruchstimmung nach dem Aufstieg. Er sollte Euphorie entfachen, dem Spiel eine Handschrift verpassen, welche den neuen Ansprüchen der Domstädter gerecht wird. Das gelang ihm in der Anfangsphase eindrucksvoll. Doch spätestens im Winter geriet dieses Konstrukt aus der Balance. Kwasniok verlor zunehmend das richtige Maß zwischen dem Anspruch, Dinge zu verändern sowie das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen, und dem Gespür dafür, wann er Spieler und Umfeld überfordert. Seine Intensität wurde offenbar vom Erfolgsfaktor zum Risiko.

In dieser Entwicklung trägt auch die sportliche Leitung Verantwortung. Es wäre die Aufgabe von Thomas Kessler gewesen, moderierend einzugreifen, den Trainer einzufangen und in kritischen Phasen zur Mäßigung zu mahnen. Dass dies offenbar nicht gut genug gelungen ist, hinterlässt die erste sichtbare Delle in seiner Amtszeit als Sportdirektor. Denn am grundsätzlichen Profil Kwasnioks lässt sich wenig kritisieren. Es fehlte weder an Leidenschaft noch an Überzeugung oder Qualität, um mit Köln die Klasse zu halten. Auch das Verletzungspech spielte eine Rolle, etwa vor dem Derby mit dem Ausfall von Tom Krauß. Entscheidend war jedoch die Gemengelage aus Aufstiegseuphorie, vielversprechenden Transfers, starkem Saisonstart und wachsendem Erwartungsdruck.

Hinzu kamen personelle Entscheidungen, deren Tragweite Kwasniok womöglich unterschätzt hat. Die Degradierung etablierter Führungsspieler mit großem Einfluss auf die Kabine blieb nicht folgenlos. Spätestens seit dem „Kwasni Yok“-Protest aus der aktiven Fanszene war erkennbar, dass auch intern etwas mächtig ins Wanken geraten sein musste. So stellt sich die Frage, ob Kwasniok am Ende weniger an den sportlichen Herausforderungen scheiterte als an fehlender Feinfühligkeit im Umgang mit Mannschaft und Öffentlichkeit.

Nicht allein ein Trainerproblem

Am Ende bleibt ein ambivalentes Bild: ein Trainer, der das Spiel des FC belebt hat, dessen Intensität aber auch das Binnenklima überforderte. Kwasniok wollte vielleicht zu viel, zu schnell und verlor dabei das Gespür für den richtigen Ton in einer Stadt, die Emotionalität schätzt, aber ebenso Klarheit verlangt. Für den 1. FC Köln beginnt damit einmal mehr die Suche nach Stabilität – sportlich, strategisch und auf der Trainerbank. Und vielleicht sogar die Erkenntnis, dass dieses Kapitel mehr ist als nur das Scheitern eines Trainers.


Nach Trainer-Aus! Das sagen Thomas Kessler und René Wagner: „Wir haben zu wenige Punkte geholt“

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln beim Duell gegen den VfL Wolfsburg
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Nach Trainer-Aus! Das sagen Thomas Kessler und René Wagner: „Wir haben zu wenige Punkte geholt“

Lukas Kwasniok ist also nicht mehr Trainer des 1. FC Köln. Der FC und der 44-Jährige gehen getrennte Wege. René Wagner übernimmt vorerst beim 1. FC Köln: Das sagt Thomas Kessler zum Kwasniok-Aus.

Die große Überraschung war die Nachricht am Sonntagabend nicht mehr. Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer der Geißböcke. Dazu äußerte sich auch Thomas Kessler.

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Lange wurde am Sonntag am Geißbockheim diskutiert, am Abend gab es dann die Meldung. „Wir haben uns am Sonntag sehr intensiv mit unserer aktuellen Situation beschäftigt und sind zu der Entscheidung gekommen, für die letzte Phase der Saison auf der Cheftrainer-Position einen Impuls zu setzen. Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten“, sagte Thomas Kessler. „Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement auf die Spiele vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher und ordentlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend in unserer Entwicklung erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität. Vor diesem Hintergrund sind wir nach intensiver Analyse zu der Entscheidung gekommen, Lukas freizustellen. Wir danken ihm für seine Arbeit beim FC und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“

Wagner übernimmt interimsmäßig

Nun übernimmt René Wagner die Geißböcke vorerst. Das erste Training wird der bisherige Co-Trainer am Montagnachmittag leiten. „Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. Dafür bringt unser Team die Qualität, die Mentalität und die notwendige Bereitschaft mit. René kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann“, so der Geschäftsführer weiter. „In der Zwischenzeit hat er beim Hamburger SV und Union Berlin, in seiner Rolle seit Saisonbeginn bei uns sowie durch den Erwerb der UEFA Pro Licence in England wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen.“ 

Für den 37-Jährigen ist es der erste Posten als Cheftrainer. „Die Verantwortung, die mir der FC übertragen hat, werde ich mit dem gleichen Engagement und der gleichen Hingabe angehen wie meine bisherigen Aufgaben“, so Wagner. „Gemeinsam mit der Mannschaft, meinen Trainerkollegen, unserem Staff und mit der Unterstützung des gesamten Vereins werde ich alles daransetzen, um in der Bundesliga zu bleiben.“


Der 1. FC Köln stellt Lukas Kwasniok frei – René Wagner übernimmt vorerst

Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer des 1. FC Köln
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Der 1. FC Köln stellt Lukas Kwasniok frei – René Wagner übernimmt vorerst

Es hatte sich nach dem 3:3-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach bereits angedeutet, nun ist es auch offiziell: Der 1. FC Köln entlässt Trainer Lukas Kwasniok. René Wagner soll die Mannschaft vorerst übernehmen.

Es war ein emotionales Spiel, es war ein vorentscheidendes Spiel und am Ende stand wieder nur ein Punkt. Der FC bleibt auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg. Und das hat nun Konsequenzen. Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer der Geißböcke.

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Bis zuletzt hat der 44-Jährige gekämpft, doch sieben sieglose Spiele in Folge oder zwölf Punkte aus 18 Begegnungen waren am Ende dann doch zu wenig. Lukas Kwasniok und der 1. FC Köln gehen ab sofort getrennte Wege. Am Samstagnachmittag war der FC im Rhein-Derby nicht über ein 3:3-Unentschieden hinausgekommen und hatte den erhofften Befreiungsschlag demnach verpasst. Schon nach dem Spiel deutete sich das Ende der Liaison an. Thomas Kessler hatte bei Sky und auch in der Mixed Zone ein Treuebekenntnis vermieden. Man wolle die Situation sachlich und rational analysieren. „Wir werden uns in Ruhe Gedanken machen und ich werde auch eine Nacht drüber schlafen“, sagte Kessler. Es sei klar, dass man „an irgendwelchen Stellschrauben“ drehen müsse.

Wagner übernimmt interimsmäßig

Noch am Samstagabend hatte es am Geißbockheim Gespräche mit Geschäftsführung und Vorstand gegeben. Am Sonntag folgten weitere Gespräche. Auch Lukas Kwasniok war noch einmal am Geißbockheim. Das Votum fiel am Ende gegen Kwasniok aus. Sicherlich auch, weil der Nachfolger in der bevorstehenden Länderspielpause fast zwei Wochen Zeit hat, das Team wieder in Spur zu bringen. Bereits am Samstagabend wurde Co-Trainer René Wagner als möglicher Nachfolger auf der Cheftrainerposition heiß gehandelt. Der 37-Jährige kam im vergangenen Sommer von Union Berlin in Kwasnioks Stab und gehörte zuvor zum Kernteam von Trainer Steffen Baumgart. Wagner übernimmt die Mannschaft vorerst. Auch das kommt nicht überraschend. Wagner war am Sonntag bereits am Geißbockheim als die FC-Bosse nach und nach eintrafen.

Lukas Kwasniok kann nicht mehr hingucken
René Wagner übernimmt

Kessler gilt als großer Befürworter des bisherigen Co-Trainers, holte ihn im Sommer zurück ans Geißbockheim, obwohl Wagner Union Berlin und Steffen Baumgart den Rücken kehrte, um in eine Cheftrainer-Rolle zu schlüpfen. Der 37-Jährige gilt als Vertrauter der Spieler und wird intern als taktisches Mastermind gesehen. Kwasniok hatte die Mannschaft im Sommer übernommen. Der ehemalige Trainer des SC Paderborn wollte eigentlich eine Pause vom Profifußball machen, nach eigener Aussage sei er aufgrund des FC-Angebots von diesem Plan abgewichen. Nach starkem Saisonauftakt hatte der FC bereits im Winter eine erste Formdelle, die zweite nun mit sieben sieglosen Spielen in Folge hat der 44-Jährige nicht als Trainer des FC überstanden. Auch Assistent Frank Kaspari wurde ebenso wie Kwasniok von seinen Aufgaben entbunden.


Die Zeichen stehen für Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln offenbar auf Abschied: So könnte es weitergehen

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln ist nicht glücklich mit der Situation (Foto: Sebastian Widmann/Getty Images)
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Die Zeichen stehen für Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln offenbar auf Abschied: So könnte es weitergehen

Nach dem Derby gegen Gladbach betonte der Kölner Coach noch einmal, dass er der richtige Mann für das Traineramt bei den Geißböcken sei. Ganz so sicher schien sich Geschäftsführer Thomas Kessler hingegen da nicht mehr. Trennt sich der 1. FC Köln von Lukas Kwasniok?

Zwei Siege aus den vergangenen 18 Spielen könnten dann zu wenig gewesen sein. Die Zeichen stehen bei Lukas Kwasniok und dem 1. FC Köln offenbar auf Trennung. Auch, wenn der FC am Samstag leidenschaftlich gegen den Rivalen vom Niederrhein agierte, am Ende stand erneut kein Sieg.

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Lukas Kwasniok fand nach dem Remis gegen Mönchengladbach noch einmal deutliche Worte. Der 44-Jährige stemmte sich wie ein kämpfender Löwe verbal gegen das drohende Aus. Es sei das Normalste der Welt, dass man Dinge in Ruhe analysiere, sagte der Coach. „Das Wichtigste an einem Trainer in einem Verein ist die Überzeugung von dem Kollegen, der vor der Mannschaft steht. Man muss erst einmal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt.“, so Kwasniok. „Ich werde um diesen verdammten Job kämpfen, mit allem was ich hab. Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft im richtigen Verein.“ Er habe die Überzeugung zu 100 Prozent, dass er die Wende noch herbeiführen würde. Er spüre zudem die Rückendeckung des Vereins – ebenfalls zu 100 Prozent. Er habe nichts Gegenteiliges gehört oder gespürt.

„Es gibt natürlich Gründe“

Doch nach ganz großer Rückendeckung klang es bei den FC-Verantwortlichen dann nicht. „Wenn du jetzt wieder zum wiederholten Mal das Spiel nicht gewinnst und die Tabellensituation natürlich von Woche für Woche prekärer wird, steht eins über allem. Und das, was über allem steht, ist, dass der 1. FC Köln in der Bundesliga bleibt“, sagte Thomas Kessler schon im Anschluss an die Begegnung. „Ich glaube, alle beteiligten Personen haben die absolute Überzeugung, dass wir mit der Qualität, mit der wir beisammen sind, die Klasse halten können. Aber es gibt natürlich Gründe, und die muss man dann auch erörtern und auch offen erörtern, warum man es heute wieder nicht geschafft hat, drei Punkte zu holen.“ Der Geschäftsführer hatte erklärt, man wolle die Situation nun in Ruhe analysieren und er noch einmal eine Nacht darüber schlafen.

Doch nach Informationen von come-on-fc.com tat der Geschäftsführer das nicht, ohne sich vorher noch einmal mit weiteren Verantwortlichen auszutauschen. Am Samstag hat es Gespräche gegeben, am Sonntagmorgen sollen weitere folgen. Dann mit dem gemeinsamen Ausschuss, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Das Training ist abgesagt. Allerdings steht aufgrund der Länderspielpause auch keine „normale“ Trainingswoche an. Und tatsächlich soll bereits hinter den Kulissen über mögliche Nachfolger diskutiert werden. So stehen der bisherige Assistenz-Trainer René Wagner sowie U19-Coach Stefan Ruthenbeck im Fokus. Ruthenbeck hatten den FC bekanntlich schon einmal 2017/18 übernommen, damals den Klassenerhalt aber knapp verpasst. Friedhelm Funkel soll in den aktuellen Planungen – zumindest stand jetzt – keine große Rolle spielen.

Schon vor drei Spieltagen hatte die „Bild“ von einem Ultimatum berichtet, Kwasniok müsse aus den bevorstehenden drei Spielen vier Punkte holen, es wurden zwei Zähler – und das gegen die direkte Konkurrenz. Kwasniok hatte eine etwaige Vorgabe immer bestritten. Nun erscheint sie zumindest möglich. Nach wie vor befinden sich die Geißböcke in der Tabelle in freiem Fall. Am Sonntag könnte St. Pauli die Geißböcke noch überholen, der FC würde erstmals in der Saison einen Rang unter dem Strich einnehmen.