Krasse Bilanz: Zum ersten Mal seit Spieltag 1 wieder Punkte ohne El-Mala-Torbeteiligung beim 1. FC Köln

Said El Mala blieb gegen den FSV Mainz 05 blass
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Krasse Bilanz: Zum ersten Mal seit Spieltag 1 wieder Punkte ohne El-Mala-Torbeteiligung beim 1. FC Köln

Schon oft hat Said El Mala dem FC diese Saison mit Toren und Vorlagen zu Punkten verholfen. Tatsächlich zeigte sich die Mannschaft meist extrem abhängig von den Leistungen des Youngsters – bis zum Spiel gegen Mainz: Der 1. FC Köln kann es doch noch ohne Punktelieferant Said El Mala.

Kein FC-Spieler hat in dieser Bundesliga-Saison mehr Torbeteiligungen als Said El Mala: Zusammengenommen zehn Tore und Vorlagen hat der Youngster bereits erzielt. Damit ist der 19-Jährige an zahlreichen Punktgewinnen beteiligt – die Offensive aber auch oft von den genialen Momenten des Shootingstars abhängig. Das war beim Rückrundenauftakt am vergangenen Wochenende anders: Der 1. FC Köln kann es doch noch ohne Youngster Said El Mala.

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Es ist wohl mit das größte Diskussionsthema rund um den 1. FC Köln in dieser Saison: Soll Said El Mala von Beginn an auflaufen oder ist sein Einfluss als Joker größer? Lukas Kwasniok war oft vom letzteren überzeugt – zum Unmut vieler FC-Fans. Dass das Thema aber überhaupt so hoch kocht, liegt natürlich an den herausragenden Leistungen des 19-Jährigen in dieser Saison. Auf sieben Tore und drei Vorlagen kommt der Shootingstar bereits. Damit hat der Youngster die meisten Torbeteiligungen aller Kölner Profis in der Liga. Und viele seiner Tore waren dabei wirklich spektakulär. Denn wenn der Linksaußen ins Dribbling geht, hält das ganze Stadion den Atem an. Es lässt sich ganz klar festhalten: El Mala ist einer der Schlüsselspieler der Geißböcke in dieser Saison. Seine überragenden Werte haben aber auch noch eine andere Seite für die Domstädter.

Punktgewinne fast nur mit Beteiligung des Shootingstars

Denn der Linksaußen ist zwar ein absoluter Gewinn für die Mannschaft, gleichzeitig ist der FC jedoch sehr abhängig vom 19-Jährigen. Der Erfolg der Kölner hängt maßgeblich davon ab, ob der „Highlight-Spieler“ mal wieder mindestens einen seiner genialen Momente hat. Wenn El Mala trifft oder eine Vorlage gibt, gibt es die Punkte für die Geißböcke. Wenn nicht, sieht es meistens schlecht aus. Denn gerade gegen tief stehende Gegner taten sich die Domstädter oft schwer, sich Chancen herauszuspielen. In einigen Begegnungen war der Youngster dann der einzige, der mit seinen Dribblings mal ein Mittel gegen gut gestaffelte Defensiven gefunden hat.

Wie groß diese Abhängigkeit ist, zeigt sich an einem Fakt: Seit dem Sieg am ersten Spieltag gegen den 1. FSV Mainz 05 gab es bis zum vergangenen Wochenende keinen Punktgewinn für die Kölner in der Liga ohne eine Torbeteiligung von Said El Mala. Und während der 19-Jährige am zweiten Spieltag gegen Freiburg noch „nur“ das zwischenzeitliche 4:0 erzielte, sich ohne sein Tor also wohl nicht mehr viel am FC-Sieg geändert hätte, sah es danach in fast allen Spielen anders aus. Denn bereits am dritten Spieltag gegen Wolfsburg bereitete er mit einem überragenden Solo das zwischenzeitliche 2:2 von Isak Johannesson vor. Gegen Hoffenheim, Augsburg, Bremen und St. Pauli erzielte El Mala jeweils das einzige Tor der Geißböcke. Alleine in den Partien sicherte der Linksaußen den Domstädtern so gesehen sechs Punkte. Zuletzt traf der deutsche U21-Nationalspieler gegen Heidenheim zum wichtigen 2:2-Endstand.

Gute zweite Hälfte gegen Mainz trotz schwachem El Mala

Für die Kölner hieß es also extrem häufig in dieser Saison: Ohne El Mala keine Punkte. Zumindest bis zum vergangenen Wochenende. Denn da gab es dann das erste Liga-Spiel seit dem ersten Spieltag, an dem der FC ohne Torbeteiligung von El Mala punktete – wie zu Saisonbeginn erneut gegen Mainz. Der Linksaußen stand zwar über die komplette Partie auf dem Platz, blieb jedoch blass und trat kaum mal gefährlich in Erscheinung. Trotzdem kamen die Kölner in der zweiten Hälfte gegen die tief stehenden 05er zu einigen guten Chancen. Gerade über Flanken strahlten die Geißböcke Gefahr aus, konnten sich aber auch einige Male gut durch die Mainzer Reihen kombinieren.

Statt El Mala machten einige andere Spieler auf sich aufmerksam. Zum Beispiel Doppeltorschütze Ragnar Ache, der nach seiner Einwechslung in der Pause der überragende Mann auf dem Platz war. Mit seiner Physis und Lufthoheit machte der Angreifer viele Bälle fest und veränderte die Statik des Kölner Spiels. Mit ihm war außerdem ein Abnehmer für Flanken im Spiel. Beim Ausgleich kam diese von Alessio Castro-Montes. Der Belgier machte auch abgesehen von seiner Vorlage eine gute Partie und überzeugte mit seiner Kreativität. Damit setzte der Schienenspieler seinen Aufwärtstrend aus dem Winter-Trainingslager, in dem er einer der Gewinner war, weiter fort. Und auch Tom Krauß und Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey konnten – wie schon in ihren vorherigen Einsätzen in diesem Jahr – überzeugen.

Köln braucht auch andere Ideen in der Offensive

Mit dem Erfolg gegen Mainz hat der FC gezeigt, dass er auch ohne El Mala gut spielen und vor allem punkten kann. Allerdings muss die Mannschaft das nun regelmäßig zeigen. Denn El Mala kann und wird zwar ein wichtiger Faktor bleiben, jedoch wird der 19-Jährige hin und wieder Spiele wie gegen die 05er oder zuvor gegen die Bayern haben, in denen er seine Stärken nicht so ausspielen kann. Das ist gerade für sein noch sehr junges Alter normal. Dann brauchen die Geißböcke andere Ideen für ihr Offensivspiel – wie am vergangenen Wochenende. Außerdem werden die Kölner sonst schnell leicht auszurechnen, wenn sie für Punktgewinne so abhängig vom Youngster sind wie in der Hinrunde. Der 2:1-Sieg gegen Mainz könnte daher ein wichtiger Schritt gewesen sein, auf dem Kwasniok mit seiner Mannschaft aufbauen kann. Auch wenn wohl niemand im FC-Umfeld etwas dagegen hat, wenn El Mala auch in Zukunft Spiele für die Kölner entscheidet.


Tom Krauß bewirbt sich für einen Stammplatz beim 1. FC Köln – was bedeutet das für Eric Martel?

Tom Krauß überzeugt zunehmend
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Tom Krauß bewirbt sich für einen Stammplatz beim 1. FC Köln – was bedeutet das für Eric Martel?

In den Begegnungen gegen die Bayern und Mainz war er einer der besten Kölner, hatte am Erfolg gegen die Rheinhessen einen großen Einfluss. Damit gibt der Sechser eine Bewerbung ab. Tom Krauß erhöht beim 1. FC Köln den Konkurrenzkampf.

Lukas Kwasniok bezeichnete ihn später als Gamechanger. Tatsächlich veränderte sich die Spieldynamik nach seiner Einwechslung. Tom Krauß erhöht beim 1. FC Köln den Konkurrenzkampf. Und das offensichtlich auch auf bisherige Stammspieler wie Eric Martel.

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Im Fokus standen mit Doppeltorschütze Ragnar Ache oder Neuverpflichtung Jahmai Simpson-Pusey nach den aufreibenden 90 Minuten gegen Mainz andere. Den Unterschied machte beim 2:1-Erfolg aber auch ein zentraler Mittelfeldspieler: Tom Krauß kam zur zweiten Halbzeit für Eric Martel und der 24-Jährige veränderte die Spieldynamik. Schon gegen die Bayern war der Sechser einer der absoluten Lichtblicke und hatte sich eigentlich einen Einsatz von Beginn an verdient. Doch zum einen hatte Lukas Kwasniok Sorge vor einer Verschlechterung der leicht lädierten Hüfte des Spielers, zum anderen kehrte mit Martel einer der absoluten Leistungsträger der aktuellen Saison nach abgesessener Sperre zurück.

Krauß für Kwasniok der Gamechanger

„Bis gestern Mittag war er noch in der Startelf“, sagte Lukas Kwasniok über Neuzugang Krauß nach dem Mainz-Spiel. „Ich habe mich dann aber entschlossen, mehr Körpergröße auf das Feld zu bringen und wollte ihn lieber am Ende des Spiels auf dem Platz haben.“ So kam mit Martel ein Spieler, auf den man wohl nur ungerne verzichtet. Doch der 23-Jährige war gegen Mainz nicht so recht bei der Sache, fand nicht ins Spiel und ließ sich beim 0:1 ungewöhnlich leicht vernaschen. Martels Auftritt wirkte insgesamt fahrig und auch deswegen war die Begegnung für den Mittelfeldspieler nach 45 Minuten beendet. So kam eben Krauß und wurde für den Kölner Coach zum „Gamechanger“. Kwasniok lobte vor allem die Energie, die der 24-Jährige in die Begegnung brachte.

Und so stellt sich natürlich durchaus die Frage, ob Krauß nicht auch gegen den SC Freiburg einen Startelf-Platz verdient hat. Nach den vergangenen beiden Spielen eigentlich schon. Eigentlich, weil Krauß den Kölner Trainer wohl in eine gewisse Not bringt. Denn auch in der Innenverteidigung hat Kwasniok keinen großen Grund, die Mannschaft umzustellen. Was würde also mit Eric Martel passieren, wenn Krauß in der Startelf steht? Eine Frage, die angesichts der aktuellen Vertragssituation des Kölner Sechsers durchaus interessant sein könnte. Immerhin läuft Martels Kontrakt im kommenden Sommer aus und zumindest nach außen ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie es dann für den gebürtigen Bayer in der kommenden Spielzeit weitergeht. Zuletzt hieß es, dass diese erst nach der Schließung des Winter-Transferfenster fallen werde.

Wie geht es weiter mit Eric Martel?

Martel hatte im Trainingslager in Bad Waltersdorf im Sommer angekündigt, dass er die Entwicklung in der Hinrunde abwarten wolle. Abwarten, wohin die Reise der Geißböcke, aber auch seine eigene Reise beim FC geht. Bislang war der 23-Jährige unumstrittener Stammspieler, stand immer in der Startelf (abgesehen von der Gelb-Sperre gegen die Bayern). Die Rolle von Martel in der Anfangsformation scheint plötzlich gar nicht mehr so sicher zu sein. Und die sportliche Entwicklung? Die Kölner stehen nach dem 2:1-Erfolg über Mainz mit 20 Zählern und Rang zehn nach dem 18. Spieltag ordentlich da. Allerdings werden die stürmischen Wochen vor Weihnachten und um den Jahreswechsel sicherlich auch an dem Sechser nicht einfach vorbei gegangen sein. Aktuell scheint noch alles möglich.

Krauß kratzt zumindest an der zentralen Position in der Formation der Geißböcke. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag berichtet hat, braucht der 24-Jährige nur noch einen Einsatz, damit die Kaufpflicht des FC greift – wenn die Kölner denn die Klasse halten. Daran wird der FC natürlich alles setzen und ein Tom Krauß in dieser Form wohl in der Anfangsformation.


Ausnahme oder Entwicklungsschritt? Der 1. FC Köln gewinnt erstmals ein Spiel mit mehr Ballbesitz

Ragnar Ache im Spiel gegen den FSV Mainz 05
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Ausnahme oder Entwicklungsschritt? Der 1. FC Köln gewinnt erstmals ein Spiel mit mehr Ballbesitz

Gegen Mainz 05 kam es beim FC zu einer Premiere in dieser Saison: Trotz mehr Ballbesitz gewannen die Geißböcke das Spiel. Und das sogar mit einigen schön herausgespielten Chancen in der zweiten Halbzeit: Der 1. FC Köln überzeugt erstmals auch mit viel Ballbesitz.

Bisher in der Saison taten sich die Geißböcke immer schwer, wenn der Gegner ihnen den Ball überließ. Gegen Mainz war das in der zweiten Hälfte erstmals anders: Der 1. FC Köln überzeugt erstmals auch mit viel Ballbesitz. Ist die zweite Halbzeit ein Zeichen für einen Entwicklungsschritt oder wird sie doch eher die Ausnahme bleiben?

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Die Erleichterung am vergangenen Samstag war groß bei allen im FC-Umfeld. Nach acht sieglosen Partien konnte der FC gegen Mainz endlich wieder mal drei Punkte einfahren. Aber nicht nur deswegen war der Sieg gegen die 05er ein besonderer: Zum ersten Mal in dieser Spielzeit gewannen die Geißböcke, obwohl sie mehr Ballbesitz als der Gegner hatten. 59 zu 41 Prozent zeigte die Statistik am Ende für die Kölner an. Und gerade in der zweiten Hälfte wussten die Domstädter auch etwas mit dem Ballbesitz anzufangen. Bei allen anderen vier Siegen zuvor in dieser Saison hatte dagegen der Gegner noch mehr Spielanteile gehabt.

Häufig Probleme gegen tief stehende Gegner

Wenn sich die anderen Mannschaften jedoch mehr zurückzogen und dem FC das Spiel überließen, taten sich die Kölner immer schwer. Sie kamen nur zu wenigen Chancen, weil ihnen die Kreativität im Spiel mit dem Ball fehlte. So fanden sie gegen gut gestaffelte Defensiven kaum Lücken. Häufig waren die Geißböcke in diesen Spielen davon abhängig, dass vor allem Said El Mala einen genialen Moment hatte. Dann knackte zumindest der Youngster mal mit einem Dribbling die gegnerische Abwehr. Passierte dies nicht, blieben die Domstädter weitestgehend harmlos. Gleichzeitig hatten sie häufiger Schwierigkeiten, wenn der Gegner dann schnell umschaltete. Diese Probleme im eigenen Ballbesitz und in der Absicherung waren ein Grund für die lange Zeit ohne Sieg.

Und auch in der ersten Halbzeit gegen die Mainzer zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Geißböcke konnten sich kaum nennenswerte Möglichkeiten herausspielen. Sie kamen nur vereinzelt zu Abschlüssen, die etwas Gefahr ausstrahlten. In der zweiten Hälfte änderte sich das jedoch. Plötzlich drückten die Kölner und hatten viele gute Situationen. Schon vor dem Ausgleich kam zum Beispiel Marius Bülter zu gleich zwei guten Möglichkeiten. Und auch Ragnar Ache hätte sogar schon früher den Doppelpack schnüren können. Bei einem Schuss aus elf Metern in der 65. Minute zielte der 27-Jährige aber hauchzart am Tor vorbei. So fanden die Kölner im zweiten Durchgang die Lösungen gegen die Mainzer Defensive, nach denen sie zuvor noch so erfolglos gesucht hatten.

Umstellung auf Viererkette ein Erfolgsfaktor

Ein Grund für die starke zweite Hälfte waren die Umstellungen von Lukas Kwasniok in der Pause. So brachte der Trainer zum einen mit Tom Krauß, Kristoffer Lund und eben Ache gleich drei neue Leute, von denen vor allem der Stürmer überragte. Durch ihn veränderte sich die Statik im Kölner Spiel. Sowohl in der Luft als auch am Boden machte der 27-Jährige viele Bälle fest und gab dem Angriff der Geißböcke so mehr Durchschlagskraft. Dabei bestritt der Doppelpacker in nur einer Hälfte 22 Zweikämpfe am Boden, von denen er 55 Prozent gewann, und 13 Luftzweikämpfe mit einer starken Erfolgsquote von 69 Prozent. Zum anderen stellte sein Trainer mit den Wechseln von einer Fünfer- auf eine Viererkette um. Eine Maßnahme, die sich bezahlt machte. In der neuen Formation lief der Ball flüssiger durch die eigenen Reihen und der FC konnte Mainz noch häufiger und mehr in die Defensive drängen.

Dadurch erhöhten die Kölner den Druck auf die 05er. Durch den zusätzlichen Mann in der Offensive, der durch das Auflösen der Fünferkette frei wurde, fanden die Domstädter aber auch in diesen Momenten Lösungen. Gerade über Flanken entstand häufig Gefahr, da sie mit Ache und Bülter gleich zwei physisch starke Angreifer in der Offensive hatten. Außerdem waren die Geißböcke nach der Umstellung deutlich präsenter bei zweiten Bällen und im Gegenpressing. Zum Beispiel beim Ausgleich war der Ausgangspunkt eine gute Balleroberung durch Innenverteidiger Sebastian Sebulonsen auf der rechten Seite, bei der der Norweger stark nach vorne verteidigte. Weil die Geißböcke, wie sich an der Szene zeigt, auch gegen den Ball aufmerksam waren, schafften sie es, die meisten Mainzer Umschaltmomente zu unterbinden.

Mehr Kreativität im Passspiel

Neben den Einwechslungen und Umstellungen gibt es noch einen weiteren Faktor für die gute spielerische Leistung. So hatte der FC vor allem zwei Spieler auf dem Feld, die in der Hinrunde noch keinen Einfluss genommen hatten beziehungsweise nehmen konnten. Zum einen Winterneuzugang Jahmai Simpson-Pusey, der wie schon in seinen Einsätzen zuvor überzeugte. Der 20-Jährige dirigierte die Kölner Abwehr und war mit seinem starken Stellungsspiel und gutem Zweikampfverhalten entscheidend daran beteiligt, dass Mainz in der zweiten Hälfte kaum Chancen hatte. Darüber hinaus war der Engländer mit seinen Qualitäten am Ball wichtig für das Aufbauspiel. So kommt der Innenverteidiger mit 58 auf die meisten Pässe im Spiel. Von denen kamen starke 91 Prozent an. Daher lobte auch Sportdirektor Thomas Kessler den Abwehrspieler: „Das ist schön, dass er zeigt, dass er fußballerisch sehr gut ist, das wussten wir vorher, aber es ist auch schon ein Stück weit beeindruckend, dass er es auch schafft, hier in so einem Stadion.“

Ebenso viele Pässe wie Simpson-Pusey spielte Alessio Castro-Montes. Der Sommerneuzugang scheint nach einem halben Jahr in Köln angekommen zu sein. Der Belgier bringt den Geißböcken nochmal mehr Kreativität. Diese Qualität lobte Kwasniok bereits vor dem ersten Spiel nach der Winterpause gegen Heidenheim: „Er bringt einfach ein anderes Attribut mit. Er hat natürlich eine gewisse Spielstärke, eine gewisse Kreativität von der Wing-Back-Position.“ Dass er diese Stärke inzwischen einbringen kann, unterstrich der Außenspieler gegen Mainz. Mit einer schönen Flanke legte der 28-Jährige Ragnar Ache den Ausgleich auf. Zusätzlich zu seinen starken Hereingaben kann Castro-Montes aber genauso mit guten Pässen Chancen einleiten. Zu sehen etwa in der 50. Minute, als der Belgier Bülter mit einem schönen Steckpass schickte. Der Winkel für den Angreifer wurde aber etwas zu spitz. Trotzdem ein starker Pass, bei dem der Schienenspieler seine Übersicht zeigte.

Ausnahme oder Entwicklungsschritt?

Die entscheidende Frage nach der Partie ist aber, ob der FC eine Leistung wie in der zweiten Hälfte in Zukunft öfter abrufen kann gegen tiefer stehende Gegner. Dafür spricht, dass die Kölner mit der Viererkette anscheinend ein System gefunden haben, dass in solche Situationen besser funktionieren kann. So können die Geißböcke in Partien mit viel Ballbesitz mehr offensiven Druck aufbauen, als es ihnen bisher meistens mit der Fünferkette gelungen ist. Darauf kann Kwasniok mit seiner Mannschaft aufbauen. Wichtig ist jedoch auch, dass die gegen Mainz wichtigen Spieler wie Simpson-Pusey, Castro-Montes und Ache ihre Leistungen bestätigen. Ob sie das schaffen, bleibt natürlich abzuwarten. Aber zumindest zeigen ihre vergangenen Einsätze in eine gute Richtung. Wenn ihnen das gelingt, ist die Chance hoch, dass der Sieg gegen Mainz nicht der einzige bleibt, bei dem der FC mehr Ballbesitz hatte.


1. FC Köln: Vier Unterschiedsspieler, die die Wende mit eingeläutet haben

Tom Krauß und Ragnar Ache jubeln
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1. FC Köln: Vier Unterschiedsspieler, die die Wende mit eingeläutet haben

Nach einem engagierten Auftritt gegen Bayern und dem wichtigen Sieg gegen Mainz herrscht kollektives Aufatmen beim 1. FC Köln: Vier Gewinner der Englischen Woche.

Am Geißbockheim blickt man zufrieden auf die vergangene Englische Woche zurück. Ein engagierter Auftritt gegen den Tabellenführer FC Bayern München und ein 2:1-Sieg im Sechs-Punkte-Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 sorgten dafür, dass Trainer Lukas Kwasniok die nervöse Stimmung im Verein und Umfeld zumindest vorübergehend eindämmen konnte. Durchstarter, neue Schlüsselspieler und harte Arbeit, die sich auszahlt beim 1. FC Köln: Das sind vier Gewinner aus der Englischen Woche.

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„Wenn du acht Mal in Folge nicht gewinnst – und das hat man uns in der ersten Halbzeit noch streckenweise angemerkt –, dann steigt natürlich auch der Druck in der Stadt. Wir wussten, dass es heute um sechs Punkte geht, weil Mainz die Chance gehabt hätte, sehr nah an uns ranzukommen. Und es ist sehr schön, gerade wenn man in Rückstand gerät, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt hat“, kommentierte Geschäftsführer Thomas Kessler die Leistung der Domstädter im Nachklapp der Partie gegen Mainz am Samstag. Dass die Kölner inmitten der enormen Last, die eine Englische Woche ohnehin schon aufbürdet, aufatmen können, zeigt sich insbesondere anhand vierer Geißböcke, die sich in den zurückliegenden Tagen in den Vordergrund gespielt haben.

Erkenntnis 1: Tom Krauß mausert sich zum Unterschiedsspieler

Im Duell mit dem FC Bayern durfte Tom Krauß neben Allrounder Kaminski von Beginn an ran. Dass der Effzeh die Elf von Vincent Kompany lange in Schach halten konnte, lag auch am unermüdlichen Sechser. Mit einer Zweikampfquote von 62,5 Prozent war Krauß der beste Zweikämpfer im Kölner Dress. Besonders eine Szene blieb in Erinnerung, die das Geschehen im RheinEnergieStadion schon in der zweiten Minute auf den Kopf hätte stellen können: Im Aufbauspiel eroberte Krauß den Ball gegen Konrad Laimer und leitete damit einen schnellen Konter ein. Der Steckpass landete bei Said El Mala, der an Minjae Kim vorbeikam und unter Bedrängnis aus kurzer Distanz und spitzem Winkel an einer starken Fußabwehr von Manuel Neuer scheiterte. Es fehlten nur Zentimeter zur frühen Kölner Führung.

Am Samstag stand Krauß zunächst nicht in der Startelf und wurde erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Nach dem Pausenrückstand der Domstädter reagierte Trainer Lukas Kwasniok und brachte den 24-Jährigen in die Partie. Zuvor hatte der Coach auf den größer gewachsenen Eric Martel gesetzt, um gegen robuste Mainzer mehr Präsenz auf der Wiese zu haben. Zur Pause verwarf er jedoch diese Idee, Krauß betrat das Feld. Und der bestätigte seine starke Form in den anschließenden 45 Minuten eindrucksvoll. Gegen seinen Ex-Club lenkte er die Geschicke im Mittelfeld, gewann zahlreiche Zweikämpfe, fing Bälle ab und brachte die Mainzer mit seiner Spielweise zunehmend zur Verzweiflung. Für seine Leistung erhielt er ein Sonderlob von Kwasniok: „Man muss sich nur seine Emotionen nach dem Spiel anschauen. Er hat hier noch nicht so viele Schlachten geschlagen, aber er war schon sehr aufgewühlt. Es war ein toller Moment für ihn und für uns als Mannschaft. Toll, dass er diese Energie hier reinbringt.“

Erkenntnis 2: Alessio Castro-Montes ist endgültig angekommen

Er scheint beim 1. FC Köln endgültig Fuß gefasst zu haben. Der Belgier, der sich bereits im Wintertrainingslager in Spanien in den Vordergrund gespielt hatte, knüpft nahtlos an seine positive Entwicklung an. Schon in Heidenheim bereitete er mit viel Effet den Treffer von Eric Martel sehenswert vor und war auch beim Tor von Said El Mala entscheidend beteiligt. Am Samstag folgte der nächste überzeugende Auftritt gegen Mainz. Castro-Montes schlug die maßgenaue Flanke zum 1:1 durch Ragnar Ache und ackerte auf der rechten Außenbahn unermüdlich.

Dabei war der Weg dorthin alles andere als einfach. Abgesehen von einem kurzen Einsatz in Wolfsburg zum Saisonauftakt blieb ihm meist nur die Rolle des Zuschauers. Zeitweise wurde er sogar ganz aus dem Kader gestrichen. Vor dem Trainingslager hatte er lediglich drei Kurzeinsätze absolviert. Zu wenig für einen Spieler, den Trainer Lukas Kwasniok im Oktober noch vollmundig als Mischung aus Neymar und Messi bezeichnet hatte. Auftritte wie der gegen Mainz lassen diese Startschwierigkeiten jedoch schnell in den Hintergrund rücken. Nach dem holprigen Beginn scheint Castro Montes nun endgültig in Köln angekommen zu sein. Das bestätigt auch Sportdirektor Thomas Kessler: „Er hat sicherlich keinen ganz so einfachen Start gehabt bei uns, er hat nicht die Einsatzzeiten gehabt, die er sich erhofft hatte. Manchmal benötigt der ein oder andere Spieler ein paar Wochen länger, um anzukommen. Man hat jetzt gesehen: Er hat einfach Qualitäten, die uns helfen können.“

Erkenntnis 3: Jahmai Simpson-Pusey funktioniert ansatzlos

Jahmai Simpson Pusey benötigte keinerlei Eingewöhnungszeit. Angesichts von zeitweise sechs Ausfällen in der Innenverteidigung war der FC gezwungen, zu improvisieren. Mit Blick auf den 20-Jährigen lässt sich jedoch festhalten, dass Trainer Lukas Kwasniok aus der Not eine Tugend gemacht hat. Simpson-Pusey gelang der bemerkenswerte Sprung von der Ersatzbank in der schottischen Premier League direkt in die Startelf der Bundesliga. Seit seiner Ankunft am Geißbockheim stand der Innenverteidiger in jeder Partie über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Das ist umso bemerkenswerter, da der Youngster aus einer schwierigen Phase seiner noch jungen Karriere kommt. Bei seiner letzten Leihstation in Glasgow blieb ihm ein Pflichtspieleinsatz lange verwehrt, fast sieben Monate wartete er auf Spielpraxis.

In Köln hingegen fügte sich Simpson Pusey sofort ein und macht seine Sache bislang ausgesprochen souverän. Es wirkt, als sei er nicht erst seit wenigen Wochen Teil des Vereins. Das bestätigt auch Kapitän Marvin Schwäbe: „Gerade dafür, dass er in der ersten Hälfte der Saison einfach nicht richtig zum Zug kam, macht er jetzt drei Spiele, bei denen wir sagen können, dass er direkt reingepasst hat. Er ist gut in die Mannschaft reingekommen, und wir haben ihn gut aufgenommen. Das spricht alles für sich und für ihn.“ Simpson-Puseys Zweikampfstärke, seine Fähigkeiten im Spielaufbau und die Ruhe, die er trotz widriger Umstände ausstrahlt, haben dazu beigetragen, dass der FC nach der Englischen Woche eine positive Bilanz ziehen kann.

Erkenntnis 4.: Ragnar Ache trifft (doppelt)

Nach der vergangenen Woche dürfte kaum ein Spieler im FC-Kader so erleichtert sein wie Ragnar Ache. Nach einer langen Durststrecke meldete sich der Stürmer gegen Mainz eindrucksvoll zurück und erzielte beim 2:1 beide Treffer der Kölner. Es waren seine Saisontore Nummer drei und vier und zugleich ein Signal, die Hoffnung in die Goalgetter-Fähigkeiten des 27-Jährigen nicht vorschnell aufzugeben. Trainer Lukas Kwasniok stellte nach der Partie klar: „Es gibt immer nur diese Momente, in denen die Jungs treffen, oder eben Kritik, wenn sie nicht treffen. Aber das, was er Woche für Woche abspult, seit er da ist, hat ihn jetzt eben dazu gebracht, doppelt in der Bundesliga zu treffen.“

Harte Arbeit, die sich auszahlt. Auch Sportdirektor Thomas Kessler betonte, dass Ache sich von den ausbleibenden Erfolgserlebnissen nicht entmutigen ließ. Stattdessen habe er diszipliniert und mit viel Geduld daran gearbeitet, dass sich seine Leistungen auch in Toren widerspiegeln. Kessler weiter: „Ich habe jetzt im Wintertrainingslager auch noch einmal das Gespräch mit ihm gesucht, weil ich es einfach bemerkenswert finde. Er kommt mit einer hohen Erwartungshaltung hierhin. In Köln geht es ja auch schnell, dass man der Königstransfer ist und er hat einfach zwei, drei Monate sehr, sehr intensiv mit unserer Athletikabteilung, dem Trainerteam und auch seinem privaten Trainer gearbeitet.“ In der vergangenen Woche hat Ache gezeigt, dass er der an ihn gestellten Erwartungshaltung gewachsen ist. Nicht nur, indem er sich, wie in der bisherigen Saison zu beobachten war, mit seinem Spiel in den Dienst der Mannschaft stellte, sondern auch, indem er selbst den Unterschied machte.

Kwasniok: „Schwierige Phasen prägen deinen Charakter“

Der 1. FC Köln ist also zurück auf dem Erfolgspfad. Die erste Krise der Saison scheint sowohl sportlich als auch atmosphärisch vorerst überwunden. Kwasniok ordnete die Entwicklung seiner jungen Mannschaft jedoch mit Bedacht ein: „Man darf nicht vergessen: Die Jungs sind alle so um die 25 Jahre alt. Sie haben noch nicht so viele stressige Situationen in ihrem Leben überstehen müssen. Ich bin schon ein Tick älter. Ich durfte schon das eine oder andere Mal härtere Phasen überstehen. Schwierige Phasen prägen deinen Charakter“, analysierte Kwasniok am Samstag. Trotz der vielen positiven Signale sollte man sich in Köln jedoch nicht zu früh in Sicherheit wiegen. In der Domstadt liegen Optimismus und Pessimismus traditionell nur einen Spieltag auseinander. Bereits am Sonntag gegen den SC Freiburg wird sich zeigen, in welche Richtung das Stimmungspendel in den kommenden Wochen ausschlagen wird.


„Nicht in Superlative verfallen“ bei Jahmai Simpson-Pusey, aber die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
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„Nicht in Superlative verfallen“ bei Jahmai Simpson-Pusey, aber die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?

Bei seinen ersten drei Pflichtspielen hat die Neuverpflichtung der Geißböcke einen bislang mehr als ordentlichen Eindruck hinterlassen. Ist Jahmai Simpson-Pusey die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?

Auch gegen Mainz 05 zeigte der Engländer eine beeindruckende Leistung. Und somit stellt sich die Frage: Ist Jahmai Simpson-Pusey die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?

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Als Jahmai Simpson-Pusey vor knapp zwei Wochen das Fünf-Sterne-Hotel des 1. FC Köln im spanischen La Nucia betrat, wirkte der 20-Jährige doch ein wenig verschüchtert. Und auch nach den ersten Trainingseinheiten mit der Mannschaft schien die Frage, ob der junge Engländer eine Soforthilfe sein könne, durchaus berechtigt. Simpson-Pusey wirkte zwar direkt sehr ballsicher, überzeugte durch ein gutes Passspiel, doch insgesamt war das alles noch sehr zurückhaltend. Zwei Wochen später macht die Neuverpflichtung einen absolut gefestigten Eindruck, wirkt so, als ob er schon seit Monaten die Kölner Hintermannschaft delegiert.

Hohe Qualität nach schwieriger Zeit

So auch beim 2:1-Erfolg gegen Mainz am Samstagnachmittag. „Das ist ein Junge, der eine hohe Qualität hat, das wussten wir vorher“, sagte Thomas Kessler nach dem Abpfiff. „Er kommt aus einer sehr schwierigen Zeit bei Celtic, hat ein halbes Jahr gar nicht stattgefunden in dem Club, wo unerfreulicherweise oft der Trainer getauscht wurde und dann vielleicht eher auf den erfahrenen Mann in der Innenverteidigung gesetzt wurde. Da hat er einen schwierigen Stand gehabt, aber das am Ende hat uns ja überhaupt die Chance gegeben, dass wir uns mit ihm auseinandersetzen können“, so Kessler weiter.

Daher war die bisherige Leistung dann vielleicht doch nicht so erwartbar. Immerhin kommt der 20-Jährige aus der missglückten Leihe. Denn bei Celtic Glasgow kam der Innenverteidiger bekanntlich in der Liga auf nur einen Einsatz. Nach den Eindrücken, die er in Köln hinterlassen hat, eine erstaunlich niedrige Zahl. Denn nach den letzten drei Auftritten erscheint es schon sehr wahrscheinlich, dass es am Sonntag in Freiburg den nächsten geben könnte. „Gerade dafür, dass er in der ersten Hälfte der Saison einfach nicht richtig zum Zug kam, macht er jetzt drei Spiele, bei denen wir sagen können, dass er direkt reingepasst hat“, sagte Marvin Schwäbe. „Er ist gut in die Mannschaft reingekommen und wir haben ihn gut aufgenommen. Das spricht alles für sich und für ihn.“

Braucht der FC überhaupt noch weitere Verstärkung?

Dass es gut passt, zeigt der Engländer beeindruckend auf dem Platz. Und das mit einem überragenden Stellungsspiel, gutem Zweikampfverhalten und für seine Größe einer doch erstaunlichen Kopfballstärke. Dazu strahlt der Verteidiger für sein Alter eine enorme Ruhe aus, die sich auf die Hintermannschaft überträgt. Und Simpson-Pusey hat das Selbstbewusstsein, die Mannschaft zu delegieren. So gab der 20-Jährige auch etwa Kapitän Marvin Schwäbe gestikulierend Anweisungen. “Er hat bei Manchester City ein paar Spiele gemacht, hat natürlich logischerweise in einem extremen Star-Ensemble seine Qualität schon gezeigt“, sagte Kessler. „Das ist schön, dass er zeigt, dass er fußballerisch sehr gut ist, das wussten wir vorher, aber es ist auch schon ein Stück weit beeindruckend, dass er es auch schafft, hier in so einem Stadion.“

Simpson-Pusey scheint damit selbst die Antwort auf die Frage zu geben, ob der 20-Jährige eine Soforthilfe sein kann, hinterlässt aber gleichzeitig ein anderes Fragezeichen. Nämlich das nach weiteren Verstärkungen. Denn wie berichtet, wollten die Kölner noch einen erfahrenen Abwehrspieler verpflichten. Mit Senastiaan Bornauw sollen sich die FC-Verantwortlichen rund um den Jahreswechsel auch einig gewesen sein. „Wir schauen uns auf dem Markt einfach um, aber das bedeutet nicht, dass wir was machen müssen oder machen werden, sondern das heißt wir haben jetzt noch ja knapp zwei Wochen Zeit“, so Kessler. Soll heißen: Eine weitere Neuverpflichtung ist nicht ausgeschlossen, durch die starken Auftritte von Jahmai Simpson-Pusey aber nicht mehr zwingend nötig. Zumal ja auch weitere Abwehrspieler in den kommenden Wochen zurück erwartet werden. Mit der Verpflichtung des Engländers scheint Kessler einiges richtig gemacht zu haben, der aber auch eine Warnung ausspricht: „Wie wollen nicht in Superlativen verfallen.“


Kommentar: Ein Sieg um fünf vor Zwölf, aber die Uhr tickt weiter

Die Spieler des 1. FC Köln nach ihrem Sieg gegen Mainz 05.
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Kommentar: Ein Sieg um fünf vor Zwölf, aber die Uhr tickt weiter

Mit dem 2:1-Erfolg über Mainz ist den Kölnern der Befreiungsschlag gelungen. Nach zuvor acht sieglosen Spielen in Serie wäre es bei einer weiteren Pleite wohl ungemütlich geworden. Das ist nun abgewendet, ausruhen kann sich der FC darauf aber nicht. Ein Kommentar zum 2:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Mainz 05.

Ein vorläufiger Turnaround ist den Geißböcken am vergangenen Samstagnachmittag gelungen. Nun wird es darauf ankommen, auch weiterhin zu bestehen: Ein Kommentar zum 2:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Mainz 05.

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Glaubt man den Worten von Lukas Kwasniok, gab es am Samstagnachmittag vor allem einen Grund für den ersten Erfolg seit Anfang November: Die Unterstützung der Fans. Der Kölner Coach wurde nicht müde, „die Süd“, die Fans und die Stimmung im Stadion zu loben. Natürlich kann man einen rein zeitlichen Zusammenhang nur wenige Tage nach der deutlichen und plakativen Kritik der Fans an dem 44-Jährigen nicht von der Hand weisen und damit den Versuch, den Schulterschluss zu suchen. Tatsächlich war die Unterstützung der Fans und die Stimmung im Stadion groß, als der FC eben einige Partien nicht für sich entscheiden konnte. Ob Kwasniok die richtigen Worte gefunden hat und der Handshake die Wogen glättet, wird sich wohl zeigen.

Kwasniok hat seine Chance genutzt

Dass der Trainer sie aber nach der ersten Halbzeit gegen Mainz in der Kabine gefunden hat, steht wohl außer Frage. Denn die Kölner traten im zweiten Durchgang ganz anders als in den ersten 45 Minuten und vor allem in den vergangen Wochen gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe auf. Der FC war Spiel bestimmend, erspielte sich zahlreiche Chancen und nutzte diese am Ende auch. Und das zum ersten Mal als Mannschaft mit mehr Ballbesitz. Tatsächlich wussten die Geißböcke ihre Überlegenheit endlich dann auch zu nutzen und sich für ein gutes Spiel zu belohnen. Chance genutzt, heißt das wohl in mehrerlei Hinsicht. Der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze beträgt wieder acht Zähler (St. Pauli hat noch ein Nachholspiel), der auf den Relegationsplatz sieben. Die Kölner haben das Polster wieder vergrößert.

Aber auch Kwasniok hat seine Chance genutzt. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Begegnung gegen Mainz ein Endspiel für den 44-Jährigen gewesen wäre, wenn es der Coach mit seiner Mannschaft verloren hätte. Es ist aber ganz sicher, dass bei einer Pleite ziemlich dunkle Wolken über dem Geißbockheim aufgezogen wären. Dem FC ist um fünf vor Zwölf der Befreiungsschlag gelungen. Mit einem weiteren sieglosen Spiel hätten die Kölner den Negativrekord aus der Spielzeit 20/21 eingestellt. Mit einer Niederlage gegen die direkten Konkurrenz wäre die bedrohliche Zone erschreckend nahe gekommen, die Stimmung wenige Wochen vor Karneval alles andere als feucht fröhlich. Vor allem aber sprach Kwasniok davon, dass seiner Mannschaft erstmals das Selbstvertrauen fehlte. Auch das wäre mit einer Niederlage nicht wiedergekommen.

Nun ist ein vorläufiger Turnaround gelungen. Der FC hat am Samstag bewiesen, dass er das Zeug hat, Bundesliga zu spielen. Dass dieser Kader stark genug ist für die höchste deutsche Spielklasse. Kwasniok hat gezeigt, dass er auch in der Krise ruhig und besonnen bei seiner Linie bleibt und auf taktische Schwierigkeiten reagiert, sie korrigiert. Genauso ruhig und besonnen gilt es nun auf den ersten Dreier seit November zu reagieren. Denn ein Sieg über Mainz wird nicht die Schwierigkeiten der vergangenen Wochen wegwischen. Der Befreiungsschlag ist um fünf vor Zwölf gelungen, die Uhr läuft aber weiter.


Von Zweifeln bis zur Erlösung: Ragnar Ache befreit sich und den 1. FC Köln

Ragnar Ache und Said El Mala nach dem 2:1-Erfolg über Mainz
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Von Zweifeln bis zur Erlösung: Ragnar Ache befreit sich und den 1. FC Köln

Es hatte lange gedauert, doch am Samstagnachmittag gelang dem Stürmer der Kölner der Befreiungsschlag. Gleich zweimal traf der Angreifer und sicherte den Geißböcken mit seinem Doppelpack drei Punkte gegen den 1. FSV Mainz 05: Ragnar Ache wird zum Matchwinner beim 1. FC Köln.

Mit seinen beiden Toren verdoppelte der 27-Jährige seine bisherige Trefferquote der Saison. Viermal versenkte der Angreifer die Kugel nun im Kasten der Gegner. Am Samstag war der Doppelpack der Befreiungsschlag für die Kölner: Ragnar Ache wird zum Matchwinner beim 1. FC Köln.

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Viel unterschiedlicher hätten die Gefühlswelten wohl nicht sein können. Vor genau vier Wochen saß Ragnar Ache auf der Auswechselbank der Geißböcke, den Tränen mindestens nahe. Der Stürmer war nach einer knappen Stunde im Duell gegen Union Berlin ausgewechselt worden – das beim Stand von 0:0. In der Schlussphase trafen die Eisernen zum 1:0. Ache saß anschließend auf der Bank, musste offensichtlich von Jan Thielmann getröstet werden. 28 Tage später stand der Stürmer auf dem Rasen und flachste mit Said El Mala herum, machte ein Selfie mit seinem Offensivkollegen, wirkte glücklich. „Das war heute schon sehr erlösend“, sagte der Angreifer – nach seiner Gala. Denn der Stürmer avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner im Duell gegen Mainz.


„Ich freue mich einfach sehr für ihn“

Dabei war Ache erst zur Pause eingewechselt worden. Marius Bülter hatte den Vorrang erhalten. „Ich habe lange überlegt, ihn sogar von Beginn an auflaufen zu lassen. Aber ich habe schon das Gefühl gehabt, dass drei Mal zu starten in einer Woche vielleicht ein Tick zu viel ist“, sagte Lukas Kwasniok und erklärte, warum er in der Vergangenheit mit einem Stürmer agiert hatte. Nun aber der Versuch mit Bülter und Ache. „Das war eigentlich zum ersten Mal in dieser Saison möglich. Dadurch, dass wir hinten lagen, haben wir uns für diese Variante entschieden. Das hat super geklappt und wir hoffen, dass sie mir so in Zukunft öfter zur Verfügung stehen.“ Tatsächlich änderte sich mit der Einwechslung des Angreifers die Spieldynamik. Der FC war gegen die Rheinhessen fortan drückend überlegen und erspielte sich zahlreiche Torchancen.


Schon nach einer knappen Stunde machte sich die Einwechslung von Ache bezahlt. Der Stürmer stand bei einer perfekten Flanke von Alessio Castro-Montes genau richtig und wuchtete den Ball über die Linie. In der Schlussphase, als die meisten Fans bereits mit dem nächsten Remis rechneten, war der Angreifer erneut zur Stelle. Dieses Mal mit Glück und mit dem Gesicht, aber das störte wohl keinen der 50.000 Zuschauer. „Es ist natürlich schön, dass du heute so jemanden wie Ragnar hast, der dann so einen Impact auf das Spiel hat“, sagte Thomas Kessler. „Ich freue mich einfach sehr für ihn, weil ihm die beiden Tore auch guttun werden.“ Guttun, weil die vergangenen Wochen nicht immer einfach für den Stürmer waren.

So gab es gerade zu Jahresbeginn auch Gerüchte, dass Ache mit seinen Einsatzzeiten nicht sonderlich glücklich wäre. „Als Stürmer werden wir immer nach Toren beurteilt. Wenn man keine Tore schießt, dann kommen gewisse Berichte, gewisse Sachen in die Welt. Und das macht natürlich auch ein bisschen was mit dem Selbstvertrauen, man zweifelt“, sagte Ache. „Jetzt mit den zwei Toren tut das natürlich sehr sehr gut.“ Zumal der 27-Jährige seine Saisontore verdoppelt hat.


Liveticker zum Duell des 1. FC Köln gegen Mainz 05: Doppelpacker Ache schießt den FC zum 2:1-Sieg

Linton Maina und Said El Mala
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Liveticker zum Duell des 1. FC Köln gegen Mainz 05: Doppelpacker Ache schießt den FC zum 2:1-Sieg

Am Samstagnachmittag steht für den FC das 18. Bundesligaspiel auf dem Plan. Die Geißböcke empfanden den Tabellensechzehnten: Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05.

Nach der 1:3-Niederlage gegen die Bayern am vergangenen Mittwoch steht für die Kölner nun das nächste Heimspiel an. Zum Rückrundenauftakt hat der FC die Mainzer zu Gast: Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05.

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Herzlich Willkommen zum Liveticker zum Bundesligaduell zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05. Nach dem aufopferungsvollen Fight gegen die Bayern konnten sich die Geißböcke nicht belohnen – ein wenig Selbstvertrauen sollte ihnen der Auftritt gegen den Rekordmeister aber dennoch gegeben haben. Für Lukas Kwasniok gibt es zudem gute Nachrichten. Rav van den Berg und Eric Martel sind nach ihrer jeweiligen Sperre wieder einsetzbar und können die geschwächte Kölner Defensive verstärken. So hat der Kölner Coach wieder etwas mehr Spielraum.



Der 1. FC Köln steht vor dem Balanceakt zwischen dunklen Wolken und einer großer Chance

Isak Johannesson gegen Mainz 05
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Der 1. FC Köln steht vor dem Balanceakt zwischen dunklen Wolken und einer großer Chance

Nach der guten Leistung gegen die Bayern sollen nun aber auch wieder Punkte gegen den 1. FSV Mainz folgen. Ein Dreier muss her, um die Wogen weiter zu glätten. Und in dem Spiel steckt eine große Chance, das Polster wieder wachsen zu lassen. So will der 1. FC Köln zu Hause gegen Mainz 05 punkten.

Am Samstagnachmittag steht für Lukas Kwasniok und sein Team das Duell gegen den Tabellensechzehnten an. Nach dem aufopferungsvollen Spiel gegen die Bayern sollen nun endlich drei Zähler her: So will der 1. FC Köln zu Hause gegen Mainz 05 punkten.

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Angefasst oder niedergeschlagen ob des doch stürmischen Jahresauftakts und des anhaltenden Negativ-Trends wollte sich Lukas Kwasniok am Tag vor dem Duell gegen den 1. FSV Mainz nicht mehr geben. „Wir sind nicht super happy, dass es so ist, wie es gerade ist“, sagte der Kölner Coach. „Wir laufen aber auch nicht schlecht gelaunt durch die Katakomben. Bei mir zu Hause stehen die drei Worte „Lebe!“, „Liebe!“, „Lache!“ und das werde ich immer beherzigen.“ Dabei ist die Situation natürlich schon so, dass dem Trainer mit einer Niederlage gegen Mainz das Lachen schon ein wenig vergehen könnte. Kwasniok scheint von einem Endspiel sicher ein Stück weit entfernt zu sein, eine Pleite gegen die direkte Konkurrenz würde die Stimmung in Köln aber sicher nicht verbessern und wohl dunkle Wolken aufziehen lassen.

„Die Handschrift ist klar“

Und das weiß natürlich auch Kwasniok. Die Bilanz gegen die direkte Konkurrenz aus dem unteren Tabellendrittel ist zumindest ausbaufähig und acht sieglose Spiele in Folge hatte es noch nicht einmal in dem desaströsen Abstiegsjahr vor zwei Spielzeiten gegeben. Doch der Kölner Coach hat eine ganz andere Sichtweise. „Es ist doch normal: Jede Mannschaft hat die Chance, sich abzusetzen oder den Abstand zu verkürzen“, sagte der Trainer. Die Rechnung ist eine relativ einfache: Gewinnt der FC gegen die Rheinhessen, beträgt der Vorsprung auf den Konkurrenten acht Punkte. Und da St. Pauli und Heidenheim mit den Auswärtsspielen gegen Dortmund und Wolfsburg schwere Gegner vor der Brust haben, ist die Chance eben sogar eine große, das Polster zu den Abstiegsplätzen wieder enorm wachsen zu lassen.

Und Kwasniok blickt sogar noch einen Schritt weiter. „Wir haben von den kommenden vier Spielen drei Heimspiele und das ist die Chance, das Punktepolster jetzt auszubauen. Wir wollen gegen Mainz damit beginnen“, so der Coach. So weit so gut. Doch da stehen eben noch die acht sieglosen Spiele in Folge. Zudem treten die Rheinhessen seit einigen Wochen viel gefestigter auf. „Seit Urs Fischer übernommen hat, ist die Handschrift klar. Sie kommen über eine stabile Defensive, viel Körperlichkeit und ein gutes Umschaltspiel“, sagte der Coach. Und das auch erfolgreich. Unter Fischer haben die Mainzer keins ihrer sechs Pflichtspiele verloren, obwohl sie auch gegen die Bayern oder in der Conference League spielten. Zuletzt gab es einen 2:1-Erfolg im direkten Duell gegen den 1. FC Heidenheim.

Stellt der Kölner Trainer wieder um?

Und dennoch ist die Marschroute der Kölner natürlich auf drei Punkte ausgelegt. Personell wollte sich Kwasniok nicht so wirklich in die Karten schauen lassen, auch wenn für ihn die Aufstellung „sehr klar“ sei. „Es wäre ganz cool, wenn jetzt alle Mal zur Verfügung stehen. Damit ich die Jungs dann auch mal da einsetze, wo ich sie sehe. Es ist ja nicht so, dass ich scharf darauf bin, immer irgendetwas kredenzen zu müssen“, sagte Kwasniok. Alle Akteure stehen dem Coach zwar nicht zur Verfügung, allerdings hat sich die Personalsituation durch die Rückkehr der zuletzt gesperrten Rav van den Berg und Eric Martel deutlich verbessert. So sehr, dass der Kölner Coach durchblicken ließ, dass Neuverpflichtungen nicht zwingend nötig sind. Veränderungen sind aber im Vergleich zum Duell gegen die Bayern wahrscheinlich, immerhin hatte der FC nach dem Flutlichtspiel nur zwei „freie“ Tage zur Regeneration.

„Jetzt gilt es die Mischung zu finden zwischen frischen Beinen und den Spielern, die jetzt in einem guten Flow sind“, sagte der Trainer. In einem guten Flow bewegte sich ein Großteil der Mannschaft. Den wird es auch am Samstagnachmittag brauchen. Und sollten die Kölner wirklich gewinnen, das Polster auf acht Zähler ausbauen, dann wird Kwasnioks Motto „Lebe!“, „Liebe!“, „Lache!“ sicherlich auch wieder einige enttäuschte Fans erreichen.