1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #7: René Wagners Debüt und die Möglichkeit zur Befreiung
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #7: René Wagners Debüt und die Möglichkeit zur Befreiung. Der Podcast zum 1. FC Köln.
Im Podcast sprechen Simon und Simon von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #7: René Wagners Debüt und die Möglichkeit zur Befreiung.
Podcast zum 1. FC Köln
Teil’ diesen Beitrag mit deinen Freunden:
Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Folge #7:
In Folge Sieben gibt es natürlich vor allem ein beherrschendes Thema: Das erste Duell unter dem neuen Kölner Cheftrainer René Wagner. Die doppelte Simon-Kombi bestehend aus Simon Bartsch und Simon Hense wurde erneut ergänzt durch Hendrik Broschart aus dem come-on-fc-Team. Zusammen diskutieren sie, wie das Bundesliga-Cheftrainer-Debüt von Wagner gelungen ist, wie es um die Leistung des FC gegen Frankfurt steht und was das kommende Duell gegen Werder Bremen bereithält. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Premiere für René Wagner – Der neue FC-Trainer will die Mannschaft bestmöglich performen lassen
Simon Bartsch
Die Begegnung gegen Eintracht Frankfurt wird die erste als Chefcoach an der Seitenlinie für René Wagner. Und der neue Trainer steht vor keiner leichten Aufgabe, hat aber einen klaren Plan: So will der 1. FC Köln in Frankfurt punkten.
Die Jagd um Punkte im Klassenkampf geht nach der Länderspielpause in die letzte Runde. Mit den Geißböcken will FC-Interimstrainer René Wagner in Frankfurt die Serie von sieben sieglosen Spielen durchbrechen und drei Punkte mit nach Köln bringen.
Luca Waldschmidt traf im Hinspiel gegen Frankfurt (Foto: Pau Barrena/Getty Images)
Wenn der FC am Sonntagnachmittag zum Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt antritt, ist die Entlassung von Lukas Kwasniok zwei Wochen alt. Und gerade durch die Länderspielpause wirkt es fast so, als sei der Trainerwechsel schon eine gefühlte Fußball-Ewigkeit her. Ist er nicht. Denn das Duell bei den Hessen wird die Premiere für René Wagner. „Die ersten Tage, die ersten fast zwei Wochen waren für mich natürlich eine neue Erfahrung. Ich habe versucht, bei mir zu bleiben und Ruhe auszustrahlen“, so Wagner. „Ich habe versucht, der Mannschaft die Sicherheit zu geben, dass das was wir jetzt hier machen auch Hand und Fuß hat.“ Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Serie und zwei Erfolgen in 18 Begegnungen wird es in den kommenden Partien auch auf eine gewisse Sicherheit der Spieler ankommen.
„Das ist meine Stärke“
Wagner will vor allem über die Motivationsschiene den erhofften Impuls setzen. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben, ruhig zu bleiben, sachlich, analytisch. Das ist, glaube ich, meine Stärke“, sagt der neue Coach. „Emotionen kann man in eine Mannschaft hineintragen über Sprache, über eine Ansprache. Man kann aber auch versuchen, dass in der täglichen Arbeit eine Bindung entsteht und dadurch Emotionen reinkommen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir als Gruppe funktionieren.“ Dass die Gruppe grundsätzlich funktioniert, hatte sie zuletzt im Rheinderby bewiesen, als sie gleich mehrfach zurückgekommen ist und immerhin noch einen Punkt holte, der dann wiederum für Kwasniok am Ende zu wenig war. Nun soll gegen Frankfurt zumindest der Beginn der Wende eingeläutet werden.
Die hat wiederum die Eintracht schon vollzogen. Mitte Januar wurde Dino Toppmöller entlassen und nach der 1:3-Heimniederlage gegen Leverkusen Ende Januar Albert Riera als neuer Coach installiert. Und seitdem ist die Eintracht im eigenen Stadion eine Macht. Die SGE fuhr zuletzt gegen Mönchengladbach, Freiburg und Heidenheim drei Heimsiege in Folge ein – und alle zu Null. Frankfurt sei eine Mannschaft, „die vielleicht ein oder zwei Gegentore zu viel bekommen, dann den Trainer gewechselt und somit das Problem auf jeden Fall erst einmal gelöst hat“, sagt Wagner. „Dass dann die Offensive ein bisschen ins Straucheln kommt, ist glaube ich logisch. Ich gehe aber stark davon aus, dass die Frankfurter jetzt die letzten Tage versucht haben, an ihrer Offensive zu arbeiten.“ Daran hätten aber auch die Kölner gearbeitet, erklärte der Trainer weiter.
„Ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft am Wochenende performt“
Und Wagner präsentierte auch einen Lösungsansatz wie die starke Frankfurter Defensive dann doch zu knacken sei. Schließlich gäbe es in der Mannschaft Unterschiedsspieler. „Wir müssen gucken, dass wir die ins Spiel bekommen. Ich glaube, dass wir über eine mannschaftliche Geschlossenheit gemeinsam ins letzte Drittel kommen können, vielleicht auch mal den Ball ein bisschen länger am letzten Drittel halten können, um einfach da gefährlicher die Box zu besetzen“, so Wagner. „Wir müssen schauen, dass die Jungs an dem Tag vielleicht einen guten Flankenfuß haben und sie den Ragy dann in der Box auch finden. Aber der Ragy wird es nicht alleine machen können.“ Dabei sind Flanken – wie berichtet – das große Manko der Hessen. Die Eintracht kassierte bereits 13 Gegentreffer nach Flanken – ist in dieser Kategorie das Liga-Schlusslicht.
Personell hat sich die Situation bei den Kölnern entspannt. Neben den beiden Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian fehlen der gesperrte Eric Martel sowie Joel Schmied, der laut Wagner noch keine Option für den Kader sei. Dennoch wird der Co-Trainer auch noch Akteure aus dem Kader streichen müssen. „Ich muss ein paar Entscheidungen treffen, die vielleicht nicht für jeden cool sind. Damit muss ich jetzt leben können, aber damit müssen auch die Jungs leben“, so Wagner. „Das hat nichts damit zu tun, dass ich vielleicht einige persönlich nicht leiden kann, sondern ganz im Gegenteil, bei den Jungs, die ich halt schon lange kenne wird es mir wahrscheinlich am meisten weh tun.“ Das werde bei der Entscheidungsfindung keine Rolle spielen. „Ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft am Wochenende bestmöglich performt“, sagt der Coach.
Der richtige Ton als die erhoffte Stellschraube: René Wagner sucht den Schlüssel zur Wende
Simon Bartsch
Am Sonntag leitet René Wagner erstmals bei einem Pflichtspiel die Geschicke der Geißböcke. Über den viel zitierten Impuls hat der Trainer noch nicht gesprochen, aber es gibt Lösungsansätze beim 1. FC Köln: René Wagner will mit der richtigen Ansprache zum Erfolg.
Die Leistungen der Geißböcke waren in den vergangenen Spielen sicherlich nicht schlecht, das letzte Quäntchen zum Punktgewinn fehlte jedoch häufig. Interimstrainer René Wagner will kleine Dinge anpassen, damit sich der Erflog einstellt im Kampf um den Klassenerhalt und sieht dabei eine Möglichkeit in der Kommunikation.
René Wagner will vor allem den richtigen Ton treffen
Auch zwei Tage vor dem so wichtigen Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt stehen noch Fragezeichen hinter der jüngsten personellen Veränderung bei den Geißböcken. Zumindest wollte sich René Wagner am Freitag nicht aus der Reserve locken lassen, an welchen Stellschrauben denn so ganz konkret gedreht wurde. Zumindest zur taktischen Ausrichtung und dem Personal wurde der 37-Jährige nur selten deutlich. Klar ist eigentlich nur, dass Said El Mala wie berichtet mit sehr großer Wahrscheinlichkeit beginnen wird, dagegen Joel Schmied keinen Kaderplatz für das Duell bei den Hessen erhalten wird. Am ganz großen Rad wird also nicht gedreht. „Wir kennen alle die Spieltagsleistungen der Jungs und die waren in der Regel gut. Bei den Sachen, die wir sehr gut gemacht haben, werden wir auch bleiben und stattdessen an den zwei, drei Dingen arbeiten, bei denen wir glauben, dass wir da noch ein paar Prozentpunkte mehr herausholen können“, so Wagner.
„Das ist meine Stärke“
Der Kölner Trainer wiederholte damit den Tenor der vergangenen Wochen. Da die Leistungen durchaus in Ordnung waren, seien ganz großer Veränderungen also nicht zu erwarten. Und so dürften die großen Skeptiker, die sich nach der Entlassung von Lukas Kwasniok große Veränderungen versprochen hatten, vergeblich auf das Umkrempeln warten. Denn der Schlüssel zur ergebnistechnischen Grenze liege, so der Subtext, eben nicht an der sportlichen Leistung, vielmehr auf einer anderen Ebene. „Ich versuche immer sachlich und analytisch zu bleiben, das ist meine Stärke. In Richtung Frankfurt müssen wir jetzt den Fokus und die Spannung erhöhen. Damit haben wir heute im Training begonnen und dann werde ich am Sonntag ein paar Worte wählen, die ich bislang als Co-Trainer noch nicht finden durfte“, so Wagner.
Motivation, Einstellung, Willen könnten also ein Teil der Lösung sein. „Emotionen kann man in die Mannschaft über die Ansprache hineintragen. Man kann aber auch versuchen, in der täglichen Arbeit eine Bindung zu den Spielern herzustellen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir alle als Gruppe funktionieren. Ich werde mir die Jungs im ein oder anderen Moment vor dem Spiel packen. Das ist einfach mein Weg und den werde ich jetzt die nächsten Spiele verfolgen“, so der neue Coach. Der Interimstrainer hatte schon unter der Woche versucht, möglichst viele Gespräche zu führen – möglichst jeden seiner Spieler zu erreichen.
„Solche Sachen sind mir wichtig“
Denn auch wenn Wagner angibt, dass sich durch seine Rolle auch das Verhältnis zur Mannschaft verändert habe, der persönliche Draht ist ihn nach wie vor wichtig. „Ich habe unter der Woche mit Matthias Köbbing gesprochen, weil ich auch von den Spielern gerne Sachen mitnehme. Vor vier Jahren hat er mir mal gesagt, dass Steffen Baumgart bisher der einzige Cheftrainer war, der von vier Torhütern gesprochen hat. Vom ersten, vom zweiten, vom dritten und vom vierten. Und das hat ihm einfach ein gutes Gefühl gegeben als vierter Trainingstorhüter auch Part der Mannschaft zu sein. Solche Sachen sind mir wichtig und wenn ich sowas höre, dann nehme ich das auf, nehme das für mich mit“, erklärte Wagner.
Am Ende des Tages wird es nicht nur über Motivation und die richtige Tonalität gehen. Das weiß natürlich auch Wagner, der auch spielerische und taktische Stellschrauben finden wird. Ob diese wiederum von Erfolg gekrönt sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Welchen Impuls kann René Wagner dem 1. FC Köln geben? Der Kopf spielt nun laut Experten eine wichtige Rolle
Simon Bartsch
Der FC hat kurz vor Saisonende die Reißleine gezogen und hofft, so den anhaltenden Negativtrend abwenden zu können. Dabei setzen die FC-Bosse aber auf den bisherigen Co-Trainer und sorgen damit bei dem ein oder anderen Fan für Unverständnis rund um den 1. FC Köln: Diesen Impuls soll René Wagner setzen. Come-on-fc hat mit einem Experten über die Auswirkungen der Psyche im Abstiegskampf gesprochen.
Mit neuem Coach geht der FC in die letzten sieben Saisonspiele. Und da René Wagner bislang an der Seite des gefeuerten Lukas Kwasniok arbeitete, sorgen sich einige Fans um den erhofften Neuanfang. Eine wichtige Komponente könnte der Kopf im Kampf um die Klasse spielen.
Trotz des aufopferungsvollen Kampfes und des späten Ausgleichs wollte sich bei den Spielern des 1. FC Köln nach dem 3:3 im Rheinderby gegen Mönchengladbach nicht so wirklich die ganz große Freude einstellen. Die Mannschaft hatte sich einen Sieg auf die Fahne geschrieben. Zudem dürften auch die Akteure geahnt haben, dass es nun für Lukas Kwasniok in der Funktion des Cheftrainers eng werden könne. Nur zwölf Punkte aus den vergangenen 18 Spielen, sieben sieglose Begegnungen in Serie werden bei den Akteuren ihre Spuren hinterlassen haben. Auch in den Köpfen. Und daraus kann sich für eine angeschlagene Truppe ein Problem ergeben. „Die Gefahr, nach einer Niederlagenserie in eine Abwärtsspirale zu fallen, ist generell durchaus vorhanden. Man reibt sich auf, strengt sich an und dennoch belohnt man sich nicht und steht am Ende mit leeren Händen da“, sagt der sportpsychologische Experte Thorsten Loch gegenüber come-on-fc.com.
Es droht die Abwärtsspirale
Es kann zu einer Dynamik kommen, in der wiederholte Misserfolge trotz hoher Anstrengung zu einer Form von „Learned Helplessness“ führen können. In dieser entwickeln Spieler das Gefühl, ihr Einsatz habe keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis, wodurch Motivation und Selbstvertrauen zersetzen. Auf Teamebene ist dann häufig von wachsender Frustration, schwindender Überzeugung und der Tendenz die Rede, in engen Momenten zu verkrampfen oder Aktionen zu erzwingen. Dieses Muster wird in Studien als typischer Mechanismus eines „collective team collapse“ beschrieben und kann von neuen Trainern mit einem klaren, aber nicht überladenen Plan durchbrochen werden. Und alleine der Wechsel auf der Chefetage kann bereits etwas auslösen.
Gerade Akteure, die zuletzt eher außen vor waren oder kritisiert wurden wie Luca Waldschmidt, Florian Kainz, Denis Huseinbasic, zeigen sich dementsprechend mehr, scheinen motivierter, die Leistung innerhalb der Mannschaft steigert sich und hat damit auch Einfluss auf alle Spieler. „Aus jener Kraft soll ein Team wieder den Glauben entwickeln, aus eigener Kraft erfolgreich agieren zu können und eine realistische Chance zu haben“, sagt Loch. Die Chance ist bei den Geißböcken ja definitiv da. Immerhin belegen die Kölner aktuell einen Platz über dem Strich. Es stehen noch sieben Spiele aus, darunter auch noch direkte Duelle. „Modelle wie die Theory of Challenge and Threat States in Athletes zeigen, dass Leistung stark davon abhängt, ob Athlet:innen eine Situation als Herausforderung oder Bedrohung wahrnehmen“, erklärt der Experte.
Positiver Impuls
Eine mögliche Euphorie kann aber schnell umschwappen. „Vorsicht ist geboten, wenn sich die Pläne und Visionen schnell als unrealistisch erweisen. In diesem Fall hat es den gegenteiligen Effekt“, erklärt Loch. Tatsächlich gibt es in der Psychologie den Honeymoon-Effekt, der besagt, dass auf eine Veränderung eine euphorisierende Phase folgen kann. Alles ist neu, neue Chancen, ein neuer Ton. Doch oft stellt sich schon bald die Ernüchterung ein. Beim FC gibt es zudem einen etwas anderen Ansatz. Immerhin ist mit der Beförderung von René Wagner kein ganz neuer Trainer am Start. Gerade das wurde von vielen Fans hinterfragt. Wie kann der bisherige Co-Trainer für einen neuen Impuls sorgen? „Ein ,Impuls auf der Kopfebene‘ ist im Leistungssport ein zentraler Wirkfaktor. Allerdings wird dieser häufig zu stark an die Person des Trainers geknüpft“, sagt Loch.
Tatsächlich zeigen zahlreiche Studien, dass der Trainerwechsel wenn nur einen kurzfristigen Schub auslöst. „Entscheidend ist dabei jedoch weniger der Wechsel selbst, sondern die Frage, ob sich für die Spieler die Bewertung der Situation verändert“, so der Experte weiter. „Auch ein bereits bekanntes Trainerteam kann einen positiven Impuls auslösen, wenn es gelingt, glaubwürdig neue Orientierung zu geben und die Wahrnehmung der Spieler zu verändern. Bleiben hingegen zentrale Faktoren wie Kommunikation, Rollenverständnis oder der Umgang mit Fehlern unverändert, ist auch kein nachhaltiger mentaler Effekt zu erwarten – unabhängig davon, ob eine neue Person an der Seitenlinie steht oder nicht.“
Und so lautet das generelle Fazit des Experten: „Der entscheidende Hebel liegt weniger im Trainerwechsel selbst, sondern darin, ob es gelingt, bei den Spielern einen echten Perspektivwechsel zu erzeugen und ihre Überzeugung zu stärken, die Situation aus eigener Kraft bewältigen zu können.“
Thomas Kessler und das Wagnis Wagner – Der Geschäftsführer Sport geht ins Risiko
Simon Bartsch
Am vergangenen Sonntag hat sich der FC von Lukas Kwasniok als Cheftrainer getrennt und den bisherigen Co-Trainer René Wagner befördert. Ob die Entscheidung am Ende die richtige war wird sich zeigen beim 1. FC Köln: Thomas Kessler steht vor spannenden Wochen der Entscheidung.
Nach dem Aus von Lukas Kwasniok gab sich Thomas Kessler zuletzt selbstkritisch. Der Geschäftsführer hatte sich im Sommer für eine Verpflichtung des Trainers stark gemacht. Nun gestand er sich ein, dass der Plan nicht aufgegangen sei. Mit René Wagner setzt der 40-Jährige auf einen Cheftrainer-Neuling ein und geht damit ins Risiko.
Thomas Kessler wirkte durchaus aufgeräumt, als der ehemalige Keeper der Geißböcke gewohnt sachlich am vergangenen Montag vor die Presse trat. Der Geschäftsführer erklärte noch einmal, warum er Lukas Kwasniok am Sonntagabend freigestellt hatte und wieso man glaubt, dass René Wagner der richtige Mann sei. Kessler war allerdings auch selbstkritisch. „Wir würden lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich zufrieden damit bin, dass wir uns jetzt von einem Trainer trennen mussten“, erklärte der 40-Jährige. „Natürlich werde ich mir in der Rückbetrachtung Gedanken machen, was man hätte anders machen können, damit es nicht zu diesem Punkt kommt.“ Kessler hatte sich im Sommer für eine Verpflichtung von Lukas Kwasniok stark gemacht, der 44-Jährige war die Wunschlösung. Der gemeinsame Weg ist nicht aufgegangen. „Das ist mir in dem Fall nicht geglückt.“
Erste kleine Niederlage
Man könnte also durchaus in die Trainerentlassung eine erste kleine Niederlage für Kessler interpretieren. Der Geschäftsführer hatte viel investiert, um dem Trainer eine starke Truppe auf den Rasen zu stellen. Mal abgesehen von den externen Umständen wie Verletzungen und Schiedsrichter-Entscheidungen ist das Scheitern des Coachs auch ein Stückweit in der Verantwortung der FC-Bosse. Und das, nachdem Kessler im Sommer noch als Chefkoch von den Fans gefeiert wurde. Dass der Kader der Kölner aber die Qualität zum Klassenerhalt und vielleicht sogar noch ein wenig mehr hat, sehen Vereinsverantwortliche, Fans und Experten ähnlich. Die meisten Verpflichtungen sind eingeschlagen, in der Gänze ergeben sie Sinn und gerade die jungen Spieler lassen auf eine sportliche, vor allem aber wirtschaftliche Entwicklung hoffen.
Und die Leihkonstrukte bieten zudem die Chance, jene Entwicklung der Spieler abwartend zu beobachten. Die Vertragsverlängerung von Said El Mala ist wohl der größte Transfercoup, der dem FC möglicherweise schon im kommenden Sommer eine hübsche Summe einspielen kann. Und doch steht auch Kessler nach der Trainer-Entlassung ein wenig unter Druck. Und mit der Nachbesetzung durch den Bundesliga-Cheftrainer-Novizen René Wagner gehen die Geißböcke auch ein gewisses Risiko ein. Die Kritik wächst in den Sozialen Medien. Viele, aber nicht jeder Kölner Anhänger sieht in Wagner eine Chance. Die Kommentare sind durchaus kritisch, skeptisch. Der 37-Jährige hat in der Tat sein Können noch nicht beweisen können. Und der Abstiegskampf ist da gefühlt schon ein Kopfsprung ins kalte Wasser.
Wie viele Spiele bekommt René Wagner?
Kesslers Einsatz ist hoch. Sollten die Kölner am Ende der Spielzeit absteigen, würde der Druck auf den Geschäftsführer dann doch immens steigen. Rund 25 Millionen Euro hat der Sportchef im Sommer investiert. Wie der Kader im Falle des Abstiegs aussehen würde, ist schwer zu sagen. Nur ist es kaum vorstellbar, dass Spieler wie Rav van den Berg und Said El Mala trotz Vertrag mit in die 2. Bundesliga gehen – selbst ohne Ausstiegsklausel. Das dürfte auch für den ein oder anderen Leihkandidaten gelten. Zwar könnte der FC die Kaufoption von beispielsweise Jakub Kaminski ziehen, nur soll der Vertrag dem Vernehmen nach dann über eine Ausstiegsklausel verfügen. Und Kaminski würde man keinen Gefallen damit tun, eine Liga tiefer zu spielen.
Der FC würde also ganz sicher einen weiteren dann doch größeren Umbruch angehen und vermutlich auch wieder Geld in die Hand nehmen müssen. Wie viel dafür dann reinkommt, ist ebenfalls offen. Nur dürften die Ablösen beim Absteiger dann deutlich niedriger ausfallen. Um dieses Szenario zu verhindern, ist nun der Trainer gewechselt worden. Ob René Wagner den FC in Spur bringen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sollte das nicht der Fall sein, wäre auch ein weiterer Wechsel noch vor dem Saison-Aus ein mögliches Szenario. Nur wäre das dann auch keine Klassenerhalt-Garantie und ein weiterer Fehlgriff von Kessler.
1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen. Der Podcast zum 1. FC Köln.
Im Podcast sprechen Simon, Hendrik und Simon von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen.
Podcast zum 1. FC Köln
Teil’ diesen Beitrag mit deinen Freunden:
Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Folge #6:
In Folge Sechs gibt es natürlich vor allem ein beherrschendes Thema: Die Entlassung von Lukas Kwasniok nach dem Rheinderby. Und bei so einem großen Thema trifft es sich gut, dass es eine Premiere bei 1948 gibt: Neben der doppelten Simon-Kombi von der vorherigen Folge bestehend aus Simon Bartsch und Simon Hense gibt Hendrik Broschart aus dem come-on-fc-Team seine Premiere. Zusammen diskutieren sie, ob die Entlassung die richtige Entscheidung war, was sich Kwasniok (nicht) vorwerfen lassen muss und wie die Ernennung des vorherigen Co-Trainers René Wagner zu bewerten ist. Zum Schluss machen sie dann noch einen kleinen Abstecher in Richtung Nationalmannschaft, wieso sich Said El Mala wieder (nur?) bei der U21 zeigen darf. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.