Die Rote Karte war unnötig und wird den FC in den Januar begleiten, spielentscheidend war sie nicht

Rav van den Berg sieht die Rote Karte
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Die Rote Karte war unnötig und wird den FC in den Januar begleiten, spielentscheidend war sie nicht

Mit der Roten Karte gegen Rav van den Berg veränderte sich die Dynamik des Spiels der Geißböcke gegen Union. Möglicherweise war sie spielentscheidend für den 1. FC Köln: Der Platzverweis war unnötig und verschärft die Abwehr-Misere.

Lange war es ein typisches 0:0-Spiel gegen die Köpenicker. So richtig überlegen war keine der beiden Mannschaften am Samstagnachmittag im Kölner Stadion. Nach der Roten Karte für Rav van den Berg gab es in der Nachspielzeit noch den Gegentreffer für den 1. FC Köln: Der Platzverweis war unnötig und verschärft die Abwehr-Misere.

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Eigentlich hatte Rav van den Berg einen mindestens soliden Abend abgerissen. Der Innenverteidiger der Kölner, der in den vergangenen Wochen so ein wenig als Hoffnungsträger der Kölner Abwehrmisere diente, kam auf die meisten Ballkontakte der Viererkette, baute das Spiel mit zahlreichen Pässen auf, von denen überragende 98 Prozent auch den Mitspieler fanden. Dann verpennte der Niederländer ein Abspiel von Marvin Schwäbe, bog den Fehler aber mit einer Grätsche geradeso noch aus. Anschließend folgte die folgenschwere Fehleinschätzung des Abfangens eines Diagonalpasses. Van den Berg unterband den Pass mit einem Handspiel, sah zur Überraschung der Zuschauer umgehend die Rote Karte. Nach Ansicht der Fernsehbilder eine mindestens vertretbare Entscheidung.

Lies auch: DFB spricht Strafe für Rav van den Berg aus

„Eine hundertprozentige Torchance“

Zwar wies van den Berg immer wieder daraufhin, den Ball mit der Schulter gespielt zu haben, doch die Bilder waren eindeutig. „Ich habe den Schiedsrichter nach dem Spiel kurz darauf angesprochen.
Er sagt zu mir, dass der Spieler blank alleine aufs Tor zuläuft. Ich habe ehrlicherweise nicht die gleiche Wahrnehmung gehabt“, sagte Thomas Kessler später. „Er sagt zu mir, es ist für ihn eine hundertprozentige Torchance, wenn er den Arm nicht dazu nimmt. Was soll ich jetzt anders dazu sagen, außer dass ich ihm das ja glauben muss.“ Tatsächlich gab es keinen Grund, die Rote Karte zurückzunehmen. „Wenn ich es jetzt so sehe auf dem Bild, dann geht er klar zur Hand und wenn der Schiri sagt, der geht danach allein aufs Tor, dann ist es eine Rote Karte“, sagte Dominique Heintz.

In Unterzahl war es für die Geißböcke natürlich fortan schwer. Für Lukas Kwasniok war sie am Ende des Tages „spielentscheidend“. Doch zur Wahrheit gehört eben auch, dass der FC bereits nach gut 20 Minuten den Faden zunehmend verloren hatte, ihn in der zweiten Halbzeit schon gar nicht mehr fand. So hatte Leopold Querfeld die Führung schon nach einer Stunde auf dem Kopf, aber Marvin Schwäbe rettete weltklasse. Die Kölner fanden dagegen in der Offensive überhaupt kein Mittel mehr, steigerten den xGoals-Wert von 0,3 zur Pause nur noch auf 0,5, während Union im Schlussdrittel erst in der letzten halben Stunde des Spiels in Erscheinung trat. Die Rote Karte veränderte sicherlich die Dynamik des Spiels, aber ob sie Spiel entscheidend war, ist im Nachhinein nicht zu klären.

Und wieder fehlt ein Innenverteidiger

Fakt ist, Union war in dieser Phase schon am Drücker, dem FC unterliefen in der Rückwärtsbewegung zunehmend Fehler und die Offensive war harmlos. Allerdings war die Kölner Hintermannschaft bei der gegnerischen Ecke absolut unsortiert. „Du kannst natürlich auch eine Standardsituation verteidigen. Aber gerade das Tor fällt aus dem Rückraum. Da rückt dann einer ins Zentrum, weil ein Mann weniger auf dem Platz ist und der Ball fällt ihm dann genau vor die Füße“, sagte Kessler. Sicher hätte sich der FC aber auch in Unterzahl besser sortieren können. So oder so wird van den Berg den Kölnern nun erst einmal fehlen. Wie lange ist noch unklar. Eine Rote Karte zieht bekanntlich mindestens ein Spiel Sperre mit sich. Bei der Verhinderung einer klaren Torchance kann es auch mehr geben.

Ein bitterer Rückschlag. Denn der FC ist bekanntlich besonders in der Defensive gebeutelt. Gerade ist Dominique Heintz als dritter nomineller Innenverteidiger wieder in den Kader zurückgekehrt. Joel Schmied wird frühestens im Trainingslager wieder eingreifen können. Ob es für Heidenheim schon reicht, erscheint aber mehr als fraglich. Die Rote Karte war also nicht nur unnötig und für die Begegnung gegen Union besonders ungünstig, sie wird dem FC auch zum Jahresbeginn noch wehtun.


Deutliche Worte des 1. FC Köln Richtung Schiedsrichter – „Ich finde das fast ein bisschen übermütig“

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Deutliche Worte des 1. FC Köln Richtung Schiedsrichter – „Ich finde das fast ein bisschen übermütig“

Nach dem Duell des 1. FC Köln gegen Hannover fand FC-Trainer Gerhard Struber deutliche Worte. Und das nicht Richtung eigener Mannschaft. Zufrieden mit der Leistung des Unparteiischen war man nicht beim 1. FC Köln: Deutliche Worte zum Schiedsrichter nach dem Duell gegen Hannover.

FC-Trainer Gerhard Struber und Keeper Marvin Schwäbe waren nicht zufrieden mit der Leistung des Unparteiischen. Und nach der 0:1-Niederlage war die Stimmung nicht die beste beim 1. FC Köln: Deutliche Worte zum Schiedsrichter nach dem Duell gegen Hannover.

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Gerade einmal zwei Fouls erlaubte sich Leart Pacarada am Sonntagmittag gegen Hannover 96. Zwei Verstöße, die so wohl Alltag im Ligabetrieb der zweiten Bundesliga sind. Doch Schiedsrichter Timo Gansloweit führte während der Partie in Niedersachsen ein hartes Regiment – zumindest hin und wieder. So sah Pacarada bereits für sein erstes Foul in der 23. Minute der Begegnung gegen Hyun-ju Lee den ersten gelben Karton. Dabei sollte es allerdings nicht bleiben. Sowohl für den Kölner als auch für seine Teamkollegen und Gegner hatte Gansloweit weitere Karten zu vergeben. Besonders schmerzlich war allerdings die kurz nach Wiederanpfiff. In der 50. Minute kam es zu einem Zweikampf zwischen Pacarada und Monju Momuluh. Dabei legte der Kölner den Hannoveraner kurz vor dem Sechzehner und sah dafür ebenfalls Gelb. Somit musste der 29-Jährige mit Gelb-Rot vom Platz – die Kölner mussten die Begegnung in Unterzahl zu Ende spielen.

„Das sollte man vielleicht mal überdenken“

„Das ist der spielentscheidende Moment. Es gab einen Austausch auf dem Platz, aber da rede ich dann auch gegen eine Wand“, sagte Timo Hübers, der tatsächlich auf Gansloweit einredete. Allerdings gab es nach der Entscheidung wenig Spielraum. Der VAR darf bei einem gelben Karton bekanntlich nicht eingreifen. „Mir fehlt da ein bisschen das Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter“, so der Kölner Kapitän weiter, der schon die frühe Verwarnung an Pacarada monierte. „Er bringt sich selber damit in die Bredouille, dann vielleicht auch Gelb-Rot geben zu müssen.“ Und die gab er dann auch. Der FC spielte nahezu eine komplette Hälfte in Unterzahl. Ehrlicherweise zum Teil aber besser als in Gleichzahl. Wohl auch, weil Hannover nicht mehr All-in gehen musste.

Dass der Platzverweise dem FC aber nicht in die Karten spielte, war klar. Zumal der Gastgeber die erste Chance nach der Ampelkarte zur Führung nutzte. „Grundsätzlich waren es heute schon grobe Kartenspiele. Ich weiß nicht, ob man gut beraten ist, so einen jungen Schiedsrichter, der so wenige Spiele hat, dann so ein Spiel zuzumuten“, sagte Gerhard Struber. Gansloweit gab neun Gelbe Karten und den Platzverweis. „Ich bin ein Förderer der Talente, aber man sollte schon hinterfragen, ob man so einen jungen Kerl darauf loslässt, hier zu lernen, in so einer Phase, in der wir alle drinstecken. Ich finde das fast ein bisschen übermütig und das sollte man vielleicht auch mal überdenken.“ Bei aller Kritik an dem Unperteiischen sollte aber auch nicht untergehen, dass die Kölner bis dato überhaupt keine spielerischen Mittel fanden und ein verwarnter Verteidiger einen Zweikampf auch anders angehen kann.

„Das Foul war clever gezogen“

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Auf der anderen Seite war die Kartenvergabe des Schiedsrichters nicht immer nachvollziehbar. So gab es Mal eine Verwarnung für ein Allerweltsfoul, das wiederum in der nächsten Situation ungeahndet blieb. „Am Ende sollte ein Schiedsrichter ein gutes Gefühl haben und ein Selbstverständnis aufbauen und mit diesem Kartenspiel mit Karten auf beiden Seiten in diesem Ausmaß, da tue ich mich heute sehr schwer mit zu leben. Man hat eine gewisse Unerfahrenheit gesehen und die (Erfahrenheit, Anm. d. Red) wünsche ich mir in solchen Spiele schon, damit die Schiedsrichter das in der Hand haben und nicht auf so einfache Dinge reinfallen. Denn das Foul war schon clever gezogen. Und dass das dann mit Gelb bestraft wird, ist schon ein hartes Ding.“ Struber betonte aber, dass er den Schiedsrichter nicht vorschieben wolle, sondern sein Team einfach nicht gut genug war.