Union Berlin hat seine Stärken gerade da, wo der 1. FC Köln schwächelt

Linton Maina vom 1. FC Köln gegen Union Berlin.
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Union Berlin hat seine Stärken gerade da, wo der 1. FC Köln schwächelt

Nach fünf Spielen ohne Sieg wäre ein Erfolg des FC am kommenden Wochenende gegen Union Berlin sehr wichtig für die Stimmung im Umfeld. Aber die Hauptstädter sind dafür ein unangenehmer Gegner: Kann Union Berlin die Schwächen des 1. FC Köln ausnutzen?

Am Wochenende wartet mit Union Berlin ein Gegner auf den 1. FC Köln, gegen den sich die Domstädter durchaus etwas ausrechnen. Dafür müssen sie aber den Köpenickern ihr Spiel aufdrängen, ansonsten wird es gefährlich für die Geißböcke: Kann Union Berlin die Schwächen des 1. FC Köln ausnutzen?

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Fünf Spiele – drei Niederlagen, zwei Unentschieden und kein Sieg: Die Bilanz der vergangenen Partien des 1. FC Köln liest sich sehr ernüchternd. Seit Anfang November ist der FC mittlerweile ohne Erfolg, damals gab es einen 4:1 gegen den Hamburger SV. Seitdem zeigten die Kölner einige schwächere Auftritte wie zuletzt gegen Bayer Leverkusen oder ein sehr unglückliches Spiel inklusive Last-Minute-Gegentor gegen St. Pauli. Umso wichtiger wäre es für die Kölner, am kommenden Samstag gegen Union Berlin mal wieder ein Erfolgserlebnis zu feiern. So könnten die Geißböcke mit positiver Stimmung in die Winterpause gehen und hätten nach der Pause Rückenwind für das wichtige Duell gegen den 1. FC Heidenheim. Dafür muss aber erstmal ein Sieg gegen die Köpenicker her. Und das wird schwer genug für den FC.

Union mit kaum Ballbesitz

Denn die Unioner haben einige Stärken, die ziemlich genau die Schwächen treffen, die die Geißböcke in den vergangenen Wochen gezeigt haben. So sind die Berliner eine Mannschaft, die gerne dem Gegner dem Ball überlasst. Die Köpenicker haben in dieser Spielzeit im Durchschnitt gerade mal 39 Prozent Ballbesitz gehabt. Damit sind sie im Ligavergleich deutlich abgeschlagen auf Platz 18, ganze fünf Prozentpunkte hinter dem Vorletzten Heidenheim. Das kommt daher, dass die Hauptstädter aus einer kompakten Defensive heraus agieren und dann schnell umschalten. So haben sie schon einige Treffer erzielt, zuletzt gleich drei beim Sieg gegen RB Leipzig.

Das könnte für den FC am Samstag zu einer großen Herausforderung werden. Denn es ist wahrscheinlich, dass die Berliner erneut den Kölnern das Spiel überlassen und sich zurückziehen wollen. Aber für die Domstädter war es in dieser Saison schon häufiger ein Problem, wenn der Gegner ihnen den Ball überlassen hat. Den Geißböcken fehlen die Ideen und Qualitäten im Spielaufbau, um einen tief stehenden Gegner zu knacken. Gerade seit der Verletzung von Timo Hübers fehlt der Defensive der Kölner ein wichtiger Aufbauspieler. Außerdem zeigte sich der FC im Spiel mit dem Ball immer wieder anfällig und gab schon einige Chancen und Gegentore durch leichte Ballverluste her. Das Spiel von Union ist aber genau darauf ausgelegt, diese Fehler auszunutzen.

Starke Unioner Standards

Gleichzeitig gibt es für die Kölner aber auch eine gute Nachricht. Denn bisher taten sich die Berliner in Spielen schwer, in denen sie nicht der Underdog waren. So haben die Köpenicker zwar schon gegen gleich mehrere Vereine aus den Top Sieben gewonnen oder unentschieden gespielt und in diesen Partien die Hälfte ihrer Punkte gemacht. Aber in den Begegnungen, in denen sie gegen schwächere oder gleichwertige Mannschaften gespielt haben, konnten sie deutlich weniger überzeugen. So hatte Union bei den fünf Siegen im Schnitt nur 38 Prozent Ballbesitz, bei den sechs Niederlagen dagegen durchschnittlich 43 Prozent. Wenn der FC es also schafft, den Hauptstädtern mehr den Ball zu überlassen, könnten sie andersherum ebenfalls die Schwächen der Berliner im Aufbau ausnutzen.

Eine andere Stärke der Berliner könnte es den Kölnern am Samstag aber wieder schwerer machen. Denn Union gelangen bereits einige Tore nach Standards. Insgesamt sechs Treffer haben die Köpenicker bereits nach ruhenden Bällen erzielt, zwei davon nach Freistößen, vier nach Ecken. Außerdem waren sie schon zweimal nach einem langen Einwurf in den Strafraum erfolgreich. Gerade nach Standardsituationen waren die Geißböcke aber in dieser Saison sehr anfällig: Drei Elfmeter, drei Gegentreffer nach Freistößen, sechs nach Eckbällen. Starke Berliner Standards treffen also auf eine bei ruhenden Bällen schwache FC-Verteidigung. Daher dürfte es für die Kölner schwierig werden, den ersten Sieg seit fünf Spielen gegen Union zu holen, wenn sie nicht in der Standard-Verteidigung etwas draufpacken und versuchen, weniger solche Situationen zu verursachen.


Isak Johannesson nach dem WM-Aus „geknickt“ – nun also ein gutes Eintracht-Spiel zum Vergessen

Isak Johannesson vom 1. FC Köln
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Isak Johannesson nach dem WM-Aus „geknickt“ – nun also ein gutes Eintracht-Spiel zum Vergessen

Mit dem bitteren WM-Aus im Nacken ist Isak Johannesson von der Länderspielreise nach Köln zurückgekehrt. Das gilt es schnell „abzuschütteln“, denn es warten schwere Aufgaben beim 1. FC Köln: Isak Johannesson will das Erfolgserlebnis gegen Frankfurt.

Zu Beginn der Woche das bittere WM-Aus gegen die Ukraine, nun wieder zurück beim 1. FC Köln: Und Isak Johannesson will dort das Erfolgserlebnis gegen Frankfurt einfahren.

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Die Länderspielpause hätte für die FC-Profis wohl kaum unterschiedlicher laufen können. Said El Mala sollte bei der deutschen Nationalmannschaft mal reinschnuppern und „musste“ sich pflichtspieltechnisch unverrichteter Dinge zum deutschen Nachwuchs begeben, um dort wieder einen starken Auftritt abzuliefern. Rav van den Berg dürfte über seine 60 Minuten Einsatzzeit bei der niederländischen U21-Nationalmannschaft sehr glücklich gewesen sein. Jakub Kaminski fuhr mit Polen in der WM-Quali einen Achtungserfolg gegen die Niederlande (1:1) und einen tatsächlichen Sieg gegen Malta (3:2) ein und darf sich nun auf das Halbfinale um das WM-Ticket gegen Albanien freuen. Für Isak Johannesson platzte dagegen der Traum des Endturniers auf dramatische Art und Weise. Der Isländer dürfte also besonders geknickt nach Köln zurückgekehrt sein.

„Das sind alles Profisportler“

Bei Johannesson sei es schon so gewesen, „dass er zwei Tage ein wenig gebrochen war“, erklärte Lukas Kwasniok am Donnerstag. Kein Wunder, die Isländer hatten sich mit einem harten Stück Arbeit eine gute Ausgangslage für das Playoff-Endspiel gegen die Ukraine erarbeitet. Ein Remis hätte gereicht, das Aus und damit die Enttäuschung kam in der Schlussphase mit zwei späten Gegentreffern. „Das sind alles Profisportler und da gilt es das natürlich abzuschütteln“, so der Kölner Trainer weiter. Zumal Kwasniok auf den Mittelfeldspieler zählt. Johannesson gehört eigentlich zum vierköpfigen Stammpersonal. Eigentlich, weil der Mittelfeldspieler gegen Wolfsburg zunächst nur auf der Bank saß, nachdem sich der Isländer in der Länderspielpause zuvor eine leichte muskuläre Verletzung eingefangen hatte.

Nach dieser Länderspielpause bleibt eher ein mentaler Haken. „Er hat mir gegenüber kurz auch kommuniziert: ,Hey, zum einen ist es so im Fußball und zum anderen haben wir eine sehr junge Mannschaft“, sagte Kwasniok. „So ticken die Jungs, gleich mit dieser Aussage: Die junge Mannschaft hat das nächste Ziel die Europameisterschaft. Das eine Ziel nicht erreicht und das nächste Ziel einfach auch schon wieder ins Visier genommen. Deshalb mache ich mir da jetzt gar keine Gedanken.“ Kwasniok sei sich recht sicher, dass das auch am „Samstag keine Rolle spiele“. In den Planungen des Trainers spielt der 22-Jährige indes eine große Rolle. Allerdings gibt es auch bei Johannesson noch Felder, in denen sich der Isländer verbessern kann, wenn nicht muss. Zum Beispiel in Sachen Torgefahr.

Johannesson der „Lieblingsspieler“

Bei Fortuna Düsseldorf war der Isländer im Schnitt in jedem zweiten Spiel an einem Tor direkt beteiligt. Aktuell kommt der Mittelfeldspieler auf einen Treffer in den zehn Liga-Spielen und einen xGoals-Wert von 0,6. Bislang stehen auch erst vier Torschüsse auf der Haben-Seite. Eine Vorarbeit gab es in der Meisterschaft auch noch nicht. Kwasniok hatte sich schon vor der Verpflichtung beim FC als Johannesson-Fan geoutet. „Wenn ich mir einen aussuchen könnte, würde ich mir bei Fortuna genau den aussuchen. Der linke Fuß hat etwas Kreatives, etwas Geniales. Er ist mein absoluter Lieblingsspieler in Düsseldorf“, sagte der Kölner Coach bei „At Broski“. Johannessons Stärken liegen tatsächlich bislang in seinen Spiel eröffnenden Pässen und zuletzt auch den Standards. Diese sollen am Samstag die Eintracht aus Frankfurt aushebeln. Dann würde die schmerzhafte Länderspielpause sicher schnell verblassen.

Standards, Zweikampfwerte und Balleroberungen: An diesen Baustellen muss der 1. FC Köln arbeiten

Denis Huseinbasic und Kristoffer Lund im Duell mit Giorgi Gocholeishvili
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Standards, Zweikampfwerte und Balleroberungen: An diesen Baustellen muss der 1. FC Köln arbeiten

Unter dem neuen Trainer Lukas Kwasniok zeigte der FC schon einige starke Auftritte. Aber noch nicht alles greift perfekt ineinander. So offenbarten die Geißböcke auch Schwächen: An diesen Baustellen muss Kwasniok beim 1. FC Köln arbeiten.

14 Punkte und Rang Neun nach knapp einem Drittel der Saison bedeuten einen guten Start für den FC. Trotzdem gibt es auch einiges an Verbesserungspotential: An diesen Baustellen muss Kwasniok beim 1. FC Köln arbeiten.

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Am Donnerstagnachmittag fand Lukas Kwasniok mal wieder deutliche Worte. Mit klarer Kante gab der Trainer seine Marschroute für die finalen Spiele des Jahres vor. „Ich habe den Jungs einfach heute eins mit auf dem Weg gegeben. Wir sind jetzt viereinhalb Monate zusammen und jetzt geht’s darum, die nächsten vier Wochen den Schnabel zu halten, die Arschbacken zusammen zu kneifen und persönliche Befindlichkeiten hinten anzustellen. Was sie sowieso tun“, sagte Kwasniok. „Das was uns zu Beginn sehr erfolgreich gemacht hat und die ersten sechs Punkte gebracht hat, das ist jetzt das Credo und die Zielsetzung für die nächsten fünf Partien bis zur Winterpause.“ Doch es bleiben einige Schwächen, an denen der FC noch arbeiten muss.

Große Standardschwäche

Bei gegnerischen Standards offenbarte der FC bisher große Probleme. So fielen zehn der 15 Gegentore in der Liga durch Standards – vier davon nach Ecken sowie jeweils drei nach Freistößen und Elfmetern. Eine Schwäche, die auch Lukas Kwasniok schon länger bekannt ist. „Es gilt weniger Standards zuzulassen. Das ärgert mich schon am meisten. Es ist schon so, dass wir Eckbälle wegschenken. Das ist etwas, an dem wir arbeiten werden und es auch tun“, sagte der Coach etwa bereits nach dem Spiel gegen Leipzig am vierten Spieltag. Alleine abstellen konnte der Trainer diese Probleme, die den Geißböcken schon mehrere Punkte gekostet haben, bei seiner Mannschaft noch nicht.

Gleichzeitig nutzen die Kölner auch ihre eigenen Standardsituationen noch nicht. Bei 17 Ligatoren stehen ein direkt verwandelter Freistoß von Florian Kainz gegen den HSV und ein verwandelter Elfmeter von Luca Waldschmidt in Gladbach zu Buche. Dazu kommt noch ein Treffer nach einer Ecke im Pokal gegen Bayern München. Gerade als Aufsteiger sollten Standards ein wichtiges Element sein, um zu Torchancen zu kommen, da man diese am besten planen und eintrainieren kann. Bislang macht der FC aus diesen Situationen jedoch deutlich zu wenig und muss sich steigern.

Ideen gegen tiefe Gegner

Schon in den ersten Pflichtspielen der Saison gegen Jahn Regensburg im Pokal und in der Liga gegen Mainz 05 hatte der FC Probleme, sich Chancen zu erarbeiten, wenn der Gegner tief stand. Das gleiche Bild gab es zuletzt im Derby erneut zu sehen. Die Kölner hatten zwar 64 Prozent Ballbesitz, wirklich zwingend wurden sie gegen kompakt verteidigende Gladbacher aber nur selten. So fehlte dem Kölner Spiel die Kreativität, um sich durch die gegnerischen Reihen zu kombinieren. Das könnte in den Partien bis zur Winterpause jedoch noch öfter zum Problem werden. Denn zum Beispiel in den Begegnungen mit St. Pauli oder Union Berlin ist es wahrscheinlich, dass beide Mannschaften dem FC mehr den Ball überlassen.

Ein Teil der Lösung für das Problem könnte Ragnar Ache sein. Mit seiner Präsenz im Strafraum und seiner Kopfballstärke gibt der Stürmer der Mannschaft neue Optionen über Flanken oder indem er Bälle festmacht. So verändert der Angreifer die Dynamik des Spiels. Das der 27-Jährige dem Team so helfen kann, hat er zum Beispiel mit zwei Vorlagen im Pokal gegen Regensburg bewiesen. Aber auch gegen Gladbach sorgte seine Einwechslung für mehr Gefahr. Alleine lösen kann Ache das Problem aber natürlich nicht. Dafür sind zusätzlich etwa Kreativspieler wie Isak Johannesson oder Denis Huseinbasic gefragt, die Ideen im Spielaufbau liefern müssen. Außerdem kann Said El Mala mit seinen Dribblings helfen, Lücken in der gegnerischen Defensive aufzureißen, auch wenn er dazu gegen die Borussia nicht in der Lage war und ein schwaches Spiel machte.

Schlechte Zweikampfwerte

Eine Problemstelle, die eher überraschen daherkommt, sind die Zweikampfwerte der Geißböcke. So führt der FC mit großem Abstand die wenigsten Bodenzweikämpfe der Liga mit gerade etwas mehr als 1300. Die zweitwenigsten führt der FC Bayern mit 1500, also schon einigen mehr als die Kölner. Anscheinend kommen die Spieler im Vergleich zum Rest der Liga nicht wirklich in die Zweikämpfe. Das kann natürlich gerade in der Defensive problematisch werden, wenn man den Gegner zu sehr gewähren lässt.

Aber nicht nur, dass die Domstädter wenig Zweikämpfe führen, von diesen gewinnen sie gleichzeitig nur unterdurchschnittlich viele. Gerade mal bei 47 Prozent liegt die Zweikampfquote, Platz 17 im Ligavergleich. Der Mannschaft fehlt in dieser Hinsicht noch die Durchsetzungskraft. Dazu passt auch, dass der FC selten Fouls zieht. Mit 90 liegen die Kölner ebenfalls im Schlussdrittel im Ligaverglich. Spitzenreiter ist Union Berlin mit 140. Gerade gegen ein Team wie Eintracht Frankfurt am kommenden Wochenende, das eine sehr starke Offensive hat und wahrscheinlich auch mehr den Ball haben wird, wird es für die Geißböcke wichtig, mehr Duelle für sich zu entscheiden und den Angriff der SGE gar nicht erst ins Rollen kommen zu lassen.

Zu wenig Balleroberungen

Eine Folge der schlechten Zweikampfwerte ist, dass den Kölnern nur wenig Balleroberungen gelingen. Nur 120 waren es bis jetzt in dieser Spielzeit. Das ist gerade dadurch schlecht für den FC, dass der Ansatz von Kwasniok auch darauf ausgelegt ist, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Gerade gegen stärkere Gegner sind die Geißböcke auf solche Situationen angewiesen. Wie gut das funktionieren kann, wenn die Domstädter mal den Ball erobern, zeigten sie gegen den FC Augsburg. Vor dem 1:1 gewann erst Huseinbasic den Ball im Mittelfeld. Über Marius Bülter und El Mala ging es dann schnell nach vorne, wo der Youngster den Ausgleich erzielte. Das Potential für diese Situationen ist also da, aber nur, wenn sich die Geißböcke in der Zahl der Ballgewinne steigern.