1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #12: Nicht Yamal oder Jamal, sondern Jahmai!
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #12: Nicht Yamal oder Jamal, sonder Jahmai!
Im Podcast sprechen Simon Hense, Erik Stalleicken und Simon Bartsch von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #12: Nicht Yamal oder Jamal, sonder Jahmai!
Podcast zum 1. FC Köln
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Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
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Folge #12:
In Folge zwölf gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: Es ist zwar aktuell Sommerpause, aber von Sommerloch kann bei den Geißböcken nicht die Rede sein. Mit Jahmai Simpson-Pusey steht der erste Neuzugang in der Kölner Abwehr fest – auch wenn neu dabei wohl eher weniger passend ist. Schließlich war der Innenverteidiger schon für ein halbes Jahr von Manchester City ausgeliehen. Nun folgte die feste Verpflichtung für eine Summe, die unter der im Winter vereinbarten Kaufoption liegt. Was das für die Kölner Kaderplanung bedeutet und wie die aktuelle Transferlage bei den Geißböcken einzuordnen ist, darüber sprechen Simon Bartsch, Podcast-Neuzugang Erik Stalleicken und Simon Hense in der neuen Folge 1948. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Jahmai Simpson-Pusey als lohnender Transfer für den 1. FC Köln – ein Rohdiamant mit enormem Steigerungspotenzial
Simon Bartsch
Fünf Millionen Euro für einen Spieler mit neun Millionen Marktwert, ein Vertrag bis 2030. Der FC hat den Innenverteidiger fest verpflichtet. Und der Deal könnte auf dem Papier kaum besser sein für den 1. FC Köln: Deswegen lohnt sich Jahmai Simpson-Pusey.
Mit dem 2:1-Heimsieg gegen Mainz 05 am 18. Spieltag gelang dem 1. FC Köln ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Im Zentrum der Dreierkette? Ein 20-Jähriger. Doch Jahmai Simpson-Pusey wirkte an diesem Tag nicht wie ein Neuling im Profifußball. Der Engländer spielte routiniert, gewann viele Zweikämpfe, glänzte mit starken Diagonalpässen und hielt dem Mainzer Pressing problemlos stand. Jetzt wechselt der Innenverteidiger fest in die Domstadt. Darum könnte Simpson-Pusey für den 1. FC Köln zum Königstransfer werden.
Jahmai Simpson-Pusey bleibt bis 2030 beim 1. FC Köln
Etwas überraschend verpflichtete der FC in der Winterpause Jahmai Simpson-Pusey. Die Leihgabe von Manchester City hatte zuvor lediglich ein Spiel für seinen Leihclub Celtic bestritten. Natürlich war die Frage berechtigt, ob der 20-Jährige überhaupt eine Soforthilfe sein könne. Unmittelbar nach dem Transfer stand er, aufgrund der Verletztenliste der Kölner, beim 2:2 in Heidenheim sofort in der Startelf, Lukas Kwasniok warf den Youngster ins kalte Wasser. Und „JSP“ lieferte beeindruckend. Auch die nächsten beiden Spiele ging er über die volle Distanz, ehe ihn eine Muskelverletzung ausbremste. Insgesamt kommt Simpson-Pusey auf elf Einsätze in der Bundesliga, in denen er die Verantwortlichen ganz offensichtlich überzeugt hat.
Rohdiamant mit Steigerungspotenzial
Nun wechselt der Innenverteidiger fest in die Domstadt und hat einen Vertrag bis 2030 unterschreiben. Rund fünf Millionen Euro überweist der FC nach Manchester. Ob die Sky Blues eine Weiterverkaufsklausel oder eine Rückkaufoption besitzen, ist unklar. Zuletzt widersprachen sich mehrere Medienberichte. So oder so ist der 20-Jährige bei einem Marktwert von neun Millionen Euro ein echtes Schnäppchen. Zumal er noch eine Menge Entwicklungspotential mitbringt. Das zeigt auch ein Blick auf die Daten. Denn Simpson-Pusey ist zwar ein Rohdiamant, aber einer, der ganz sicher einen Feinschliff benötigt. Das zeigt beispielsweise der Blick auf seine Passstatistiken. Mit 8,34 progressiven Pässen pro 90 Minuten ist er ein wichtiger Faktor die erste gegnerische Linie zu überspielen und gehört damit zu den oberen 40 Prozent im Ligavergleich. Seine Passquote ist hingegen unterdurchschnittlich. Gerade einmal 55,1% dieser kommen beim Mitspieler an. Das bedeutet, dass er zwar die Räume erkennt und den Mut besitzt, einen vertikalen Ball zu spielen, seine Passqualität sich jedoch deutlich verbessern muss.
Zweikampfstark mit Luft nach oben
Weiter scheint das Talent in der Zweikampfführung zu sein. Mit 56,8 Prozent gewonnener Luftduelle steht Simpson-Pusey über dem Ligadurchschnitt. Am Boden sticht er noch stärker heraus. Eine Zweikampfquote von 75 Prozent lässt ihn zu den besten der Bundesliga gehören. Doch die Werte von 3,37 Zweikämpfen und 6,84 defensiven Aktionen pro 90 Minuten zeigen, dass er zu selten den Zweikampf sucht und eher abwartend agiert. In diesen Statistiken gehört er zu den unteren zehn Prozent der Liga.
„JSP“ zeigt also vielversprechende Ansätze ein sehr starker Innenverteidiger zu werden. Zusätzlich bringt er trotz seinen jungen Jahren eine solide Grundqualität mit und hatte keine Probleme, sich in der Bundesliga zurecht zu finden. Ob sich die Entscheidung pro Simpson-Pusey und gegen Abubacarr Sedi Kinteh bezahlt macht, wird sich zeigen. Auf dem Papier gibt es an dem Deal nichts auszusetzen. Zusätzlich bringt der 20-Jährige einen enormen Wiederverkaufswert mit und könnte in Zukunft einen ordentlichen Transfergewinn bescheren. Dafür ist aber eine Weiterentwicklung notwendig.
Jenseits aller Daten liegt aber genau dort auch der Schlüssel dieses Transfers. Der FC hat einen Spieler verpflichtet, dessen Marktwert schon jetzt auf neun Millionen Euro geschätzt wird – und das, obwohl die Geißböcke nur fünf Millionen bezahlt haben. Simpson-Pusey hat eindrucksvoll bewiesen, dass er das Zeug hat in der Bundesliga mitzuhalten – obwohl er bei Celtic zuvor nicht mehr zum Zug kam. Die Entwicklungsfelder sind benannt. Sie sind keine Warnsignale, sondern eine Chance, dass sich der Engländer eben weiterentwickeln und so sportlich und wirtschaftlich noch wichtiger werden kann. Thomas Kessler hat mit Said El Mala und Jakub Kaminski schon bewiesen, dass er Spieler mit hohem Entwicklungspotenzial findet. Jahmai Simpson-Pusey bringt viel mit, der nächste in dieser Reihe zu sein. Nicht umsonst wurde ein Vertrag bis 2030 geschlossen.
Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar – Von kritisch beäugten Transfers zu Startelf-Dauerbrennern beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Wenig Einsatzzeit, kaum Spielroutine und Vereinswechsel: Die Skepsis gegenüber den zwei Neuzugängen der Geißböcke war zu Beginn groß. Doch die Abwehrspieler haben sich festgespielt beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar sind unumstritten.
Sicherlich ist die Verletzungsmisere, die die Geißböcke besonders hart um den Jahreswechsel herum plagte, mit ein Grund für die Chance, die sowohl der junge Jahmai Simpson-Pusey als auch Cenk Özkacar bekamen. Genutzt haben die beiden Verteidiger diese aber und sind aktuell aus der Startelf beim 1. FC Köln nicht mehr wegzudenken.
Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar vom 1. FC Köln
Die ersten Minuten der Begegnung gegen Union Berlin am vergangenen Samstag waren für Jahmai Simpson-Pusey alles andere als ein einfacher Einstieg in die Partie. Gleich zwei Mal geriet der Kölner Innenverteidiger zu Beginn der Begegnung mit Gegenspieler Ilyas Ansah aneinander, dessen volle Körperhärte der 20-Jährige brutal zu spüren bekam. Doch der Engländer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte beeindruckend souverän weiter und verteilte innerhalb der ersten zehn Minuten ganze 20 Pässe an die Mitspieler – alle kamen an. Die Routine des jungen Akteurs überzeugte abermals beim 1. FC Köln. Und so bestätigte der von Manchester City ausgeliehene Defensivspieler den seit seinem Wechsel zu den Geißböcken entstandenen starken Eindruck.
Vom kritisch beäugten Transfer zum Startelf-Dauerbrenner
Kein Wunder also, dass es Simpson-Pusey sowohl unter Ex-Trainer Lukas Kwasniok als auch unter René Wagner seit Winter neun Mal in die Startelf schaffte, davon sieben Mal durchspielte. Einzig wegen einer Muskelverletzung (vier verpasste Duelle), der beiden Rot-gesperrten Spiele und der Geburt seines Kindes verpasste der 20-Jährige Partien, stand sonst immer auf dem Platz. Der zunächst kritisch beäugte Wintertransfer hat sich als einer der Kölner Stammspieler etabliert.
Der Erfolg mag auch an der Arbeitseinstellung des Engländers liegen. Im Interview mit come-on-fc.com verriet Simpson-Pusey kurz nach dem Trainerwechsel, er werde jede Entscheidung des neuen Coaches akzeptieren. „Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein“, so der Innenverteidiger. Doch auch Wagner setzt auf die Eigenschaften des Defensivmannes und ließ ihn die vergangenen vier Duelle jeweils 90 Minuten auf dem Platz.
Chance bekommen, nutzen und Level beibehalten
Doch nicht nur Simpson-Puseys Transfer sorgte zu Beginn ob seiner fehlenden Einsatzzeit bei Celtic Glasgow und seines jungen Alters für Skepsis beim ein oder anderen Anhänger der Geißböcke. Auch der Wechsel von Özkacar an den Rhein warf zunächst Fragen auf. Denn der Abwehrspieler eilte in der Vergangenheit von Leihe zu Leihe, ohne wirklich viel zu spielen. So auch zunächst in Köln. Auf gerade einmal vier Startelf-Einsätze kam der Türke vor der Winterpause.
Doch die Situation hat sich grundlegend geändert. Der Abwehrmann profitierte – als einziger Innenverteidiger, der verschont geblieben ist – von den vielen Verletzungen seiner Mitspieler, wurde immer wieder in die Anfangsformation berufen und hat sich dementsprechend zum absoluten Stammspieler entwickelt. „Ich bin jemand, der immer 100 Prozent gibt. Ich glaube, wenn man immer alles gibt, dann wird deine Chance kommen“, sagte Özkacar noch Anfang März. Aktuell ist der 25-Jährige unumstrittener Startelf-Kandidat. Das Schwierige sei es nun aber, „dieses Level auch beizubehalten“, so der 25-Jährige.
Die Konkurrenz hinter sich gelassen
Gegen Union Berlin lieferte der Abwehrspieler erneut einen sehr routinierten Auftritt. Özkacar überzeugte im Spielaufbau und gewann starke 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Die gute Form hält der Defensivspieler nun bereits seit Längerem. Denn seit dem 20. Spieltag stand der Türke lediglich in zwei von 13 Duellen nicht über die volle Spieldauer auf dem Platz, elf Begegnungen absolvierte der 25-Jährige seit Ende Januar über die vollen 90 Minuten.ie Chance hat Özkacar also genutzt und gemeinsam mit Simpson-Pusey die Kritiker Lügen gestraft. Der nach langer Verletzungspause wieder einsatzfähige Schmied und auch der hochgelobte Kölner Königstransfer van den Berg müssen sich aktuell hinten anstellen und haben Schwierigkeiten, an die beiden Mannschaftskollegen ranzukommen. Und das, obwohl gerade der Niederländer im Sommer als Königstransfer kam. Ein Spieler, für den die Kölner rekordverdächtige acht Millionen Euro auf den Tisch blätterten. Noch nie war haben die Geißböcke einen teureren Abwehrspieler unter Vertrag genommen.
Wie es zukünftig mit den zwei Defensivspielern weitergeht beim 1. FC Köln, werden die kommenden Wochen zeigen. Vor allem Özkacar wird wohl sicher fest verpflichtet. Auch den Engländer würden die Kölner gerne halten. Die Sky Blues haben die Hand auf dem Deal. Dass Simpson-Pusey und Özkacar in den verbleibenden zwei Begegnungen der Saison auflaufen werden, ist wohl nun auch unter den Fans unbestritten. Und auch dann werden sich die Verteidiger wieder der vollen Härte der Gegner entgegenstellen.
So erlebt Jahmai Simpson-Pusey den 1. FC Köln: „Sie wollen sehen, ob du Schwimmen kannst“
Redaktion
Jahmai Simpson-Pusey ist zwar erst im Winter zum FC gestoßen, aber einer der Top-Transfers dieser Saison. In der neuen Folge der FC-Doku äußert sich der Innenverteidiger. So erlebte Jahmai Simpson-Pusey den Start beim 1. FC Köln.
Nach seiner Muskelverletzung stand der Innenverteidiger am vergangenen Wochenende wieder von Beginn an auf dem Platz. Und der Engländer lieferte. Nun äußerte sich Simpson-Pusey über seine Anfangszeit beim FC.
Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
Vor auf den Tag genau zwei Monaten betrat der englische Innenverteidiger spät abends das Team-Hotel im spanischen La Nucia. Jahmai Simpson-Pusey wirkte zurückhaltend und das war sicherlich kein Wunder. Denn der Kölner Neuzugang hatte möglicherweise nicht mit so einer medialen Aufmerksamkeit um seine Person gerechnet. Der aus der U21 von Manchester City nach Glasgow ausgeliehene Innenverteidiger stand in Schottland bisher nicht im Fokus der ganz großen Berichterstattung, kam bei Celtic auf nur einen Einsatz. Der Wechsel zum 1. FC Köln war für den gebürtigen Engländer eine große Umgewöhnung, aber auch eine Chance. „Nach Deutschland zu kommen bedeutet eine Menge mehr Druck, weil ich aus einer langen Periode kam, in der ich nicht gespielt hatte“, so Simpson-Pusey in einem Video der Reihe „Geliebter Fußballclub“ bei fc.de. „Ich habe nun die Möglichkeit, zeigen zu können, was ich kann. Die hatte ich vorher nicht.“
„Sie wollen sehen, ob du Schwimmen kannst“
Und bereits bei der ersten Trainingseinheit in Spanien zeigte der Neuzugang seine Qualitäten und fügte sich in die Mannschaft ein. „Ab dem ersten Tag habe ich mich sehr willkommen gefühlt. Von da an ist alles sehr rund gelaufen“, berichtet der 20-Jährige. „Ich hatte mein erstes Gespräch mit dem Sportdirektor. Ich habe ihn gefragt, ob ich die Möglichkeit bekommen werde, mich zu beweisen und zu zeigen, zu was ich fähig bin. Er sagte mir, als Manager könne er natürlich keine Versprechen machen“, denn letzten Endes entscheidet der Trainer bekanntlich über die Einsatzzeit. Einen Rat bekam der Abwehrspieler jedoch: „Sie schmeißen dich in das kalte Wasser und wollen sehen, ob du schwimmen kannst“, verriet Simpson-Pusey. Und so sollte es kommen. Denn bereits fünf Tage nach seiner Ankunft beim 1. FC Köln berief Lukas Kwasniok den Innenverteidiger auch auf Grund von mangelndem Personal in die Startelf. Und das „an einem kalten Tag in Heidenheim“, erinnert sich der Abwehrspieler.
Sein erstes Spiel Anfang Januar ist bei dem Innenverteidiger noch gut in Erinnerung. „Vor dem Duell in Heidenheim wurde mir gesagt, dass es ein hartes Spiel werden würde. Es war das erste Mal, dass ich im Schnee spielte. Ich war schockiert, aber gleichzeitig war ich glücklich“, berichtet Simpson-Pusey. Die Leistung des Neuzugangs nach nur wenigen Tagen bei der Mannschaft gegen Heidenheim überraschten wohl auch die Zuschauer. Denn der zuletzt mit wenig Spielpraxis ausgestattete Youngster überzeugte mit Ruhe und Übersicht. Kein Wunder also, dass Kwasniok den 20-Jährigen auch im folgenden Heimspiel gegen die Bayern auf den Rasen schickte.
„Da gibt es einen Non-Stop-Support“
Für Simpson-Pusey war die Atmosphäre im Kölner Stadion eine völlig neue Erfahrung. „Es war verrückt. Ich habe es erwartet auf Basis dessen, was ich im Internet gesehen hatte. Zu sehen, wie die Fans sind, ist unfassbar. Da gibt es einen Non-Stop-Support, das ganze Spiel lang“, erinner sich der Engländer. „Meine Familie war da und ich habe nach dem Spiel mit ihnen gesprochen. Und auch sie sagten, das Stadion ist verrückt. Am liebsten würden sie jede Woche zu den Duellen kommen.“ Trotz der Niederlage gegen den Rekordmeister ist der Kölner Innenverteidiger zufrieden mit dem Duell. „Gegen die Bayern haben wir eine gute Performance geliefert und uns gut verkauft“, fasst der 20-Jährige zusammen. Auf die beiden Begegnungen gegen Heidenheim und den FCB folgte für Simpson-Pusey die Partie gegen Mainz – das dritte Spiel in Folge, das der Abwehrspieler in der Bundesliga bestreiten durfte. Es lief rund für den Engländer – eigentlich.
Denn die Serie der Einsätze wurde jäh unterbrochen. „Zwei Tage nach dem Mainz-Spiel in der Trainingseinheit habe ich mich dann verletzt. Das hat mich sehr genervt. Wenn du spielst und du beginnst, dich wieder gut zu fühlen, ist es hart, so einen Rückschlag zu erleben“, erinnert sich der Kölner. „Jetzt bin ich zurück und fühle mich gut.“ Nach seiner Muskelverletzung stand der Engländer gegen die TSG Hoffenheim zunächst als Auswechselspieler auf dem Platz, bekam eine Woche später von Kwasniok gegen den FC Augsburg erneut einen Startelfplatz. „Ich fühle mich jetzt viel wohler. Im ersten Spiel war alles neu, neue Teamkollegen, jetzt kenne ich jeden, bin zurück und kann meine Qualitäten zeigen und auch zeigen, warum ich im Team sein sollte“, so der Defensivspieler. Gegen den BVB wird er wieder zeigen wollen, wie gut er schwimmen kann.
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Ausnahme oder Entwicklungsschritt? Der 1. FC Köln gewinnt erstmals ein Spiel mit mehr Ballbesitz
Simon Hense
Gegen Mainz 05 kam es beim FC zu einer Premiere in dieser Saison: Trotz mehr Ballbesitz gewannen die Geißböcke das Spiel. Und das sogar mit einigen schön herausgespielten Chancen in der zweiten Halbzeit: Der 1. FC Köln überzeugt erstmals auch mit viel Ballbesitz.
Bisher in der Saison taten sich die Geißböcke immer schwer, wenn der Gegner ihnen den Ball überließ. Gegen Mainz war das in der zweiten Hälfte erstmals anders: Der 1. FC Köln überzeugt erstmals auch mit viel Ballbesitz. Ist die zweite Halbzeit ein Zeichen für einen Entwicklungsschritt oder wird sie doch eher die Ausnahme bleiben?
Ragnar Ache im Spiel gegen den FSV Mainz 05
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Die Erleichterung am vergangenen Samstag war groß bei allen im FC-Umfeld. Nach acht sieglosen Partien konnte der FC gegen Mainz endlich wieder mal drei Punkte einfahren. Aber nicht nur deswegen war der Sieg gegen die 05er ein besonderer: Zum ersten Mal in dieser Spielzeit gewannen die Geißböcke, obwohl sie mehr Ballbesitz als der Gegner hatten. 59 zu 41 Prozent zeigte die Statistik am Ende für die Kölner an. Und gerade in der zweiten Hälfte wussten die Domstädter auch etwas mit dem Ballbesitz anzufangen. Bei allen anderen vier Siegen zuvor in dieser Saison hatte dagegen der Gegner noch mehr Spielanteile gehabt.
Häufig Probleme gegen tief stehende Gegner
Wenn sich die anderen Mannschaften jedoch mehr zurückzogen und dem FC das Spiel überließen, taten sich die Kölner immer schwer. Sie kamen nur zu wenigen Chancen, weil ihnen die Kreativität im Spiel mit dem Ball fehlte. So fanden sie gegen gut gestaffelte Defensiven kaum Lücken. Häufig waren die Geißböcke in diesen Spielen davon abhängig, dass vor allem Said El Mala einen genialen Moment hatte. Dann knackte zumindest der Youngster mal mit einem Dribbling die gegnerische Abwehr. Passierte dies nicht, blieben die Domstädter weitestgehend harmlos. Gleichzeitig hatten sie häufiger Schwierigkeiten, wenn der Gegner dann schnell umschaltete. Diese Probleme im eigenen Ballbesitz und in der Absicherung waren ein Grund für die lange Zeit ohne Sieg.
Und auch in der ersten Halbzeit gegen die Mainzer zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Geißböcke konnten sich kaum nennenswerte Möglichkeiten herausspielen. Sie kamen nur vereinzelt zu Abschlüssen, die etwas Gefahr ausstrahlten. In der zweiten Hälfte änderte sich das jedoch. Plötzlich drückten die Kölner und hatten viele gute Situationen. Schon vor dem Ausgleich kam zum Beispiel Marius Bülter zu gleich zwei guten Möglichkeiten. Und auch Ragnar Ache hätte sogar schon früher den Doppelpack schnüren können. Bei einem Schuss aus elf Metern in der 65. Minute zielte der 27-Jährige aber hauchzart am Tor vorbei. So fanden die Kölner im zweiten Durchgang die Lösungen gegen die Mainzer Defensive, nach denen sie zuvor noch so erfolglos gesucht hatten.
Umstellung auf Viererkette ein Erfolgsfaktor
Ein Grund für die starke zweite Hälfte waren die Umstellungen von Lukas Kwasniok in der Pause. So brachte der Trainer zum einen mit Tom Krauß, Kristoffer Lund und eben Ache gleich drei neue Leute, von denen vor allem der Stürmer überragte. Durch ihn veränderte sich die Statik im Kölner Spiel. Sowohl in der Luft als auch am Boden machte der 27-Jährige viele Bälle fest und gab dem Angriff der Geißböcke so mehr Durchschlagskraft. Dabei bestritt der Doppelpacker in nur einer Hälfte 22 Zweikämpfe am Boden, von denen er 55 Prozent gewann, und 13 Luftzweikämpfe mit einer starken Erfolgsquote von 69 Prozent. Zum anderen stellte sein Trainer mit den Wechseln von einer Fünfer- auf eine Viererkette um. Eine Maßnahme, die sich bezahlt machte. In der neuen Formation lief der Ball flüssiger durch die eigenen Reihen und der FC konnte Mainz noch häufiger und mehr in die Defensive drängen.
Dadurch erhöhten die Kölner den Druck auf die 05er. Durch den zusätzlichen Mann in der Offensive, der durch das Auflösen der Fünferkette frei wurde, fanden die Domstädter aber auch in diesen Momenten Lösungen. Gerade über Flanken entstand häufig Gefahr, da sie mit Ache und Bülter gleich zwei physisch starke Angreifer in der Offensive hatten. Außerdem waren die Geißböcke nach der Umstellung deutlich präsenter bei zweiten Bällen und im Gegenpressing. Zum Beispiel beim Ausgleich war der Ausgangspunkt eine gute Balleroberung durch Innenverteidiger Sebastian Sebulonsen auf der rechten Seite, bei der der Norweger stark nach vorne verteidigte. Weil die Geißböcke, wie sich an der Szene zeigt, auch gegen den Ball aufmerksam waren, schafften sie es, die meisten Mainzer Umschaltmomente zu unterbinden.
Mehr Kreativität im Passspiel
Neben den Einwechslungen und Umstellungen gibt es noch einen weiteren Faktor für die gute spielerische Leistung. So hatte der FC vor allem zwei Spieler auf dem Feld, die in der Hinrunde noch keinen Einfluss genommen hatten beziehungsweise nehmen konnten. Zum einen Winterneuzugang Jahmai Simpson-Pusey, der wie schon in seinen Einsätzen zuvor überzeugte. Der 20-Jährige dirigierte die Kölner Abwehr und war mit seinem starken Stellungsspiel und gutem Zweikampfverhalten entscheidend daran beteiligt, dass Mainz in der zweiten Hälfte kaum Chancen hatte. Darüber hinaus war der Engländer mit seinen Qualitäten am Ball wichtig für das Aufbauspiel. So kommt der Innenverteidiger mit 58 auf die meisten Pässe im Spiel. Von denen kamen starke 91 Prozent an. Daher lobte auch Sportdirektor Thomas Kessler den Abwehrspieler: „Das ist schön, dass er zeigt, dass er fußballerisch sehr gut ist, das wussten wir vorher, aber es ist auch schon ein Stück weit beeindruckend, dass er es auch schafft, hier in so einem Stadion.“
Ebenso viele Pässe wie Simpson-Pusey spielte Alessio Castro-Montes. Der Sommerneuzugang scheint nach einem halben Jahr in Köln angekommen zu sein. Der Belgier bringt den Geißböcken nochmal mehr Kreativität. Diese Qualität lobte Kwasniok bereits vor dem ersten Spiel nach der Winterpause gegen Heidenheim: „Er bringt einfach ein anderes Attribut mit. Er hat natürlich eine gewisse Spielstärke, eine gewisse Kreativität von der Wing-Back-Position.“ Dass er diese Stärke inzwischen einbringen kann, unterstrich der Außenspieler gegen Mainz. Mit einer schönen Flanke legte der 28-Jährige Ragnar Ache den Ausgleich auf. Zusätzlich zu seinen starken Hereingaben kann Castro-Montes aber genauso mit guten Pässen Chancen einleiten. Zu sehen etwa in der 50. Minute, als der Belgier Bülter mit einem schönen Steckpass schickte. Der Winkel für den Angreifer wurde aber etwas zu spitz. Trotzdem ein starker Pass, bei dem der Schienenspieler seine Übersicht zeigte.
Ausnahme oder Entwicklungsschritt?
Die entscheidende Frage nach der Partie ist aber, ob der FC eine Leistung wie in der zweiten Hälfte in Zukunft öfter abrufen kann gegen tiefer stehende Gegner. Dafür spricht, dass die Kölner mit der Viererkette anscheinend ein System gefunden haben, dass in solche Situationen besser funktionieren kann. So können die Geißböcke in Partien mit viel Ballbesitz mehr offensiven Druck aufbauen, als es ihnen bisher meistens mit der Fünferkette gelungen ist. Darauf kann Kwasniok mit seiner Mannschaft aufbauen. Wichtig ist jedoch auch, dass die gegen Mainz wichtigen Spieler wie Simpson-Pusey, Castro-Montes und Ache ihre Leistungen bestätigen. Ob sie das schaffen, bleibt natürlich abzuwarten. Aber zumindest zeigen ihre vergangenen Einsätze in eine gute Richtung. Wenn ihnen das gelingt, ist die Chance hoch, dass der Sieg gegen Mainz nicht der einzige bleibt, bei dem der FC mehr Ballbesitz hatte.
„Nicht in Superlative verfallen“ bei Jahmai Simpson-Pusey, aber die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?
Simon Bartsch
Bei seinen ersten drei Pflichtspielen hat die Neuverpflichtung der Geißböcke einen bislang mehr als ordentlichen Eindruck hinterlassen. Ist Jahmai Simpson-Pusey die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?
Auch gegen Mainz 05 zeigte der Engländer eine beeindruckende Leistung. Und somit stellt sich die Frage: Ist Jahmai Simpson-Pusey die erhoffte Soforthilfe beim 1. FC Köln?
Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
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Als Jahmai Simpson-Pusey vor knapp zwei Wochen das Fünf-Sterne-Hotel des 1. FC Köln im spanischen La Nucia betrat, wirkte der 20-Jährige doch ein wenig verschüchtert. Und auch nach den ersten Trainingseinheiten mit der Mannschaft schien die Frage, ob der junge Engländer eine Soforthilfe sein könne, durchaus berechtigt. Simpson-Pusey wirkte zwar direkt sehr ballsicher, überzeugte durch ein gutes Passspiel, doch insgesamt war das alles noch sehr zurückhaltend. Zwei Wochen später macht die Neuverpflichtung einen absolut gefestigten Eindruck, wirkt so, als ob er schon seit Monaten die Kölner Hintermannschaft delegiert.
Hohe Qualität nach schwieriger Zeit
So auch beim 2:1-Erfolg gegen Mainz am Samstagnachmittag. „Das ist ein Junge, der eine hohe Qualität hat, das wussten wir vorher“, sagte Thomas Kessler nach dem Abpfiff. „Er kommt aus einer sehr schwierigen Zeit bei Celtic, hat ein halbes Jahr gar nicht stattgefunden in dem Club, wo unerfreulicherweise oft der Trainer getauscht wurde und dann vielleicht eher auf den erfahrenen Mann in der Innenverteidigung gesetzt wurde. Da hat er einen schwierigen Stand gehabt, aber das am Ende hat uns ja überhaupt die Chance gegeben, dass wir uns mit ihm auseinandersetzen können“, so Kessler weiter.
Daher war die bisherige Leistung dann vielleicht doch nicht so erwartbar. Immerhin kommt der 20-Jährige aus der missglückten Leihe. Denn bei Celtic Glasgow kam der Innenverteidiger bekanntlich in der Liga auf nur einen Einsatz. Nach den Eindrücken, die er in Köln hinterlassen hat, eine erstaunlich niedrige Zahl. Denn nach den letzten drei Auftritten erscheint es schon sehr wahrscheinlich, dass es am Sonntag in Freiburg den nächsten geben könnte. „Gerade dafür, dass er in der ersten Hälfte der Saison einfach nicht richtig zum Zug kam, macht er jetzt drei Spiele, bei denen wir sagen können, dass er direkt reingepasst hat“, sagte Marvin Schwäbe. „Er ist gut in die Mannschaft reingekommen und wir haben ihn gut aufgenommen. Das spricht alles für sich und für ihn.“
Braucht der FC überhaupt noch weitere Verstärkung?
Dass es gut passt, zeigt der Engländer beeindruckend auf dem Platz. Und das mit einem überragenden Stellungsspiel, gutem Zweikampfverhalten und für seine Größe einer doch erstaunlichen Kopfballstärke. Dazu strahlt der Verteidiger für sein Alter eine enorme Ruhe aus, die sich auf die Hintermannschaft überträgt. Und Simpson-Pusey hat das Selbstbewusstsein, die Mannschaft zu delegieren. So gab der 20-Jährige auch etwa Kapitän Marvin Schwäbe gestikulierend Anweisungen. “Er hat bei Manchester City ein paar Spiele gemacht, hat natürlich logischerweise in einem extremen Star-Ensemble seine Qualität schon gezeigt“, sagte Kessler. „Das ist schön, dass er zeigt, dass er fußballerisch sehr gut ist, das wussten wir vorher, aber es ist auch schon ein Stück weit beeindruckend, dass er es auch schafft, hier in so einem Stadion.“
Simpson-Pusey scheint damit selbst die Antwort auf die Frage zu geben, ob der 20-Jährige eine Soforthilfe sein kann, hinterlässt aber gleichzeitig ein anderes Fragezeichen. Nämlich das nach weiteren Verstärkungen. Denn wie berichtet, wollten die Kölner noch einen erfahrenen Abwehrspieler verpflichten. Mit Senastiaan Bornauw sollen sich die FC-Verantwortlichen rund um den Jahreswechsel auch einig gewesen sein. „Wir schauen uns auf dem Markt einfach um, aber das bedeutet nicht, dass wir was machen müssen oder machen werden, sondern das heißt wir haben jetzt noch ja knapp zwei Wochen Zeit“, so Kessler. Soll heißen: Eine weitere Neuverpflichtung ist nicht ausgeschlossen, durch die starken Auftritte von Jahmai Simpson-Pusey aber nicht mehr zwingend nötig. Zumal ja auch weitere Abwehrspieler in den kommenden Wochen zurück erwartet werden. Mit der Verpflichtung des Engländers scheint Kessler einiges richtig gemacht zu haben, der aber auch eine Warnung ausspricht: „Wie wollen nicht in Superlativen verfallen.“
Jahmai Simpson-Pusey feiert ein unglückliches, aber sicher kein schlechtes Debüt für den 1. FC Köln
Simon Bartsch
Nur vier Tage nach seiner Verpflichtung hat der Innenverteidiger seine Premiere bei den Geißböcken gegeben. Einfach waren die Voraussetzungen sicher nicht für den Neuzugang: Jahmai Simpson-Pusey mit ordentlichem Debüt beim 1. FC Köln.
Der schnelle Startelf-Einsatz war sicherlich den Umständen geschuldet, kam aber dennoch überraschend. Der Kölner Neuzugang war gegen Heidenheim nicht fehlerlos, zeigte aber in Anbetracht der Umstände eine solide Leistung: Jahmai Simpson-Pusey mit ordentlichem Debüt beim 1. FC Köln.
Jahmai Simpson-Pusey feierte sein Debüt für die Geißböcke (Foto: come-on-fc.com)
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Es hat nicht viel gefehlt und der Einstand von Jahmai Simpson-Pusey wäre doch noch ein erfolgreicher geworden. Der Neuzugang stand bei einer Ecke genau richtig am langen Pfosten, stieg hoch und Heidenheims Keeper Diant Ramaj klärte, den Nachschuss kratzte dann FCH-Kapitän Patrick Mainka von der Linie. Gut 20 Minuten zuvor stand der Innenverteidiger auf der anderen Seite im Mittelpunkt. Einen eher harmlosen Flachpass klärte der 20-Jährige verunglückt zur Ecke, die nutzte Julian Niehues zur erneuten Heidenheimer Führung. Simpson-Pusey stolperte dabei die Kugel über die Linie. Auch beim ersten Heidenheimer Treffer hätte der Innenverteidiger vielleicht energischer eine Flanke verteidigen können. Marvin Pieringer traf per Fallrückzieher.
Starke Zweikampfwerte, guter Spielaufbau
Tatsächlich war das Debüt des englischen Youngsters ein doch unglückliches. Unglücklich, weil es keine schlechte Premiere im Geißbock-Trikot und vor allem eine unter schwierigen Bedingungen war. Der Innenverteidiger war am vergangenen Montagabend erst zur Mannschaft gestoßen, hatte anschließend drei Trainingseinheiten mit dem Team absolviert und stand vier Tage nach seiner offiziellen Vorstellung erstmals für den FC auf dem Feld. Erstmals für den FC und zum zweiten Mal überhaupt in dieser Spielzeit. Für Celtic Glasgow hatte der Innenverteidiger in der Hinrunde genau ein Duell in der Premiership gespielt und das Anfang November. Umso erstaunlicher, dass Lukas Kwasniok den Abwehrspieler gegen Heidenheim von Beginn an aufbot.
Das war natürlich auch dem kurzfristigen Ausfall von Dominique Heintz geschuldet, doch hatte der Kölner Coach mit Cenk Özkacar einen weiteren Innenverteidiger auf der Bank sitzen – 90 Minuten lang. Doch der Engländer machte seine Sache insgesamt sehr ordentlich. Selbst unter Druck blieb der Innenverteidiger für sein Alter erstaunlich ruhig und deutete mit guten Pässen an, dass er für den Spielaufbau besonders wichtig sein kann. Von seinen 20 Zweikämpfen gewann er starke 14. „Er hat es ganz schnell sehr, sehr gut gemacht. Auf den Jungen können wir uns freuen. Er hat definitiv auch Lösungen mit dem Ball und traut sich viel zu und konnte seine Fähigkeiten heute direkt zeigen“, lobte Kapitän Marvin Schwäbe den Abwehrspieler.
Die Frage, ob Simpson-Pusey eine Soforthilfe sein kann, ist zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht beantwortet. Doch der erste Eindruck ist mindestens ein solider.
Lukas Kwasniok vor dem Pflichtspielstart 2026: „Es wird ein harter Kampf bis zum Schluss!“
Simon Hense
Einem Tag nach dem Ende des Trainingslagers in La Nucia steht für den FC am Samstag eine sehr wichtige Partie an. Mit dem 1. FC Heidenheim wartet der 17. der Bundesliga auf die Geißböcke. Dort soll es wieder einen Sieg geben für den 1. FC Köln: Kwasniok richtet den Fokus auf den Klassenerhalt.
Nach sechs sieglosen Pflichtspielen in Folge wollen die Geißböcke am Wochenende gegen den 1. FC Heidenheim unbedingt wieder gewinnen. Dafür schläft der Trainer den Blick auf das Wesentliche beim 1. FC Köln: Kwasniok richtet den Fokus auf den Klassenerhalt.
FC-Trainer Lukas Kwasniok
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Vier Niederlagen, zwei Unentschieden: Die Bilanz des 1. FC Köln aus den letzten sechs Spielen vor der Winterpause war mehr als ausbaufähig. Zufrieden war nicht nur Trainer Lukas Kwasniok mit der Ausbeute definitiv nicht. Trotzdem betonte der Coach auf der Pressekonferenz vor dem ersten Liga-Spiel des neuen Jahres gegen den 1. FC Heidenheim, dass man sich von dieser Phase nicht zu sehr beeinflussen lassen dürfe. „Wir werden uns nicht von Phasen leiten lassen, sondern wir lassen uns leiten von der Gesamtperfomance über einen langen Zeitraum. Ich glaube einfach, dass wir eine gute Ausgangssituation für die restlichen 19 Spiele haben. Das ist das A und O“, so der Trainer. In der Partie gegen den FCH sieht Kwasniok direkt eine Chance: „Wir können gleich zeigen, wir haben diese Punkte nicht geschenkt bekommen, sondern die haben wir uns hart erarbeitet und mit harter Arbeit können wir auch weiter punkten.“
„Harter Kampf bis zum Schluss“
Dabei betont der Coach auch, dass die Geißböcke mit Platz 11 auch historisch betrachtet nicht schlecht dastehen. „In den letzten 32 Jahren ist der 1. FC Köln dreimal einstellig in der Bundesliga eingelaufen. Und wenn wir den 11. Platz als Aufsteiger nicht zu schätzen und zu würdigen wissen, dann wird das hier ein dauerhaftes Problem sein. Wir müssen einfach akzeptieren und respektieren, dass andere Mannschaften in den vergangenen Jahren einfach an diesem großen Tanker vorbeigekommen sind. Unsere Aufgabe mit meiner Unterschrift war, diesen Verein in der Bundesliga zu etablieren. Und da sind wir jetzt nach der Vorrunde sehr, sehr gut im Wind. Und wir werden versuchen, das in der Rückserie fortzuführen“ meinte Kwasniok.
Dabei sieht er einen „harten Kampf bis zum Schluss“ auf den Verein zukommen. Bereits bereits das Duell gegen den 1. FC Heidenheim werde ein schweres Spiel: „Das wird kein Zuckerschlecken und dann musst du deinem Mann stehen. Aber ich glaub schon, dass wir einfach auch Jungs haben, die sich genau auf diese Art von Spiel auch freuen.“ Daher sieht der Coach seine Mannschaft für die Partie mit dem FCH bereit.
Kader-Debüt für Simpson-Pusey
Eine Option für das Spiel könnte auch Jahmai Simpson-Pusey sein. Mit dem Engländer hat der FC während des Trainingslagers schonmal einen Spieler verpflichtet, der die Innenverteidigung der Kölner verstärken sollen. Direkt starten wird der 20-Jährige aber wohl nicht: „Ich glaube daran, ihn ankommen zu lassen, die Namen der Jungs mal zu lernen. Es ist ja nicht nur, dass du den Verein wechselst, sondern der Sprache auch nicht mächtig bist. Deswegen ist er auf jeden Fall mit im Kader, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass er beginnen wird“, so Kwasniok.
Ebenfalls im Kader stehen wird erneut Talent Fynn Schenten, der sich im Trainingslager empfehlen konnte. So erneuerte der Coach sein Lob von nach dem Testspiel gegen Lugano auch auf der Pressekonferenz vor der Partie in Heidenheim: „Genau dieses Profil, Tiefgänger mit körperlicher Wucht und extremen Tempo, das haben wir in der Form nicht. Da spielt das Alter dann keine Rolle, sondern das Profil ist entscheidend plus die gezeigte Leistung. Darum ist er für uns eine zusätzliche Option, die man reinwerfen kann. Und die einer Mannschaft auch in der Bundesliga situativ weh tun kann.“ Das möchte Kwasniok aber nicht als Kritik an anderen Angreifern wie Ragnar Ache verstanden wissen: „Auch wenn das dann immer eine gewisse Interpretation auch mit sich bringt, wenn ich einen Stürmer lobe, dass man vielleicht auf der anderen Seite interpretiert, dass ein Anderer oder Andere kritisiert werden, das ist mitnichten so.“
Castro-Montes ein Gewinner des Trainingslagers
Ein weiterer Gewinner des Trainingslager sei Alessio Castro-Montes. Der Sommerneuzugang konnte sich in La Nucia empfehlen, nachdem er bisher in der Spielzeit durch seine späte Verpflichtung einen schweren Start in der Domstadt hatte. Jetzt konnte er seinen Trainer aber überzeugen. „Er hat sich vorgenommen, auch wenn es nur eine Woche Trainingslager ist, ein bisschen weg vom Geißbockheim, neues Umfeld, ich nutze einfach diese Woche, um auf mich aufmerksam zu machen voller Selbstvertrauen. Und er bringt einfach ein anderes Attribut mit. Er hat natürlich eine gewisse Spielstärke, eine gewisse Kreativität von der Wing-Back-Position. Und deswegen haben wir ihn ja auch verpflichtet. Und er scheint jetzt angekommen zu sein“, sagte Kwasniok über seinen Schützling.
Einen kleinen Hinweis auf die Startelf am Samstag in Heidenheim hat es bereits beim Testspiel gegen Lugano gegeben. So seien laut dem Coach vor allem die Spieler, die im Test in der ersten Halbzeit auf dem Platz standen, Kandidaten für einen Platz in der ersten Elf. „Bis auf ein, zwei Personalien wissen auch schon, wie wir aufdribblen werden jetzt in Heidenheim. Und da werden vermehrt die Jungs dabei sein, die in der ersten Halbzeit auf dem Platz standen“, so Kwasniok.
Weitere Transfers möglich
Weiteren Verstärkungen für seine Mannschaft im weiteren Verlauf der Transferperiode würde der FC-Coach offen gegenüberstehen. Die müssten jedoch dafür die Qualität des Kaders erhöhen: „Wenn wir das Gefühl haben, wir müssen nochmal was nachlegen und eine Tür geht auf, dann machen wir das. Wenn nicht, weil die Jungs einfach sehr gut performen, dann hat sich die Frage erübrigt. Dann ist es so, dass wir das Gefühl haben, mit denen packen wir es. Bisher haben sie es unter Beweis gestellt, dass sie es können.“ Ob seine Spieler das auch weiter unter Beweis stellen können, wird sich dann schon gegen Heidenheim zeigen. Ein Beenden der Serie von sechs sieglosen Partien wäre auf jeden Fall ein gutes Zeichen.