Routine statt Rochade: René Wagner setzt beim 1. FC Köln auf eine andere Marschroute im Abstiegskampf

René Wagner beim Training des 1. FC Köln
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Routine statt Rochade: René Wagner setzt beim 1. FC Köln auf eine andere Marschroute im Abstiegskampf

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Lukas Kwasniok geht der aktuelle FC-Chefcoach wohl eher auf Nummer sicher. Denn der 37-Jährige vertraut bei seiner ersten Elf eher auf die Routiniers anstatt auf die Youngster beim 1. FC Köln: René Wagner setzt auf Erfahrung und eine gewisse Eingespieltheit.

Der Ausflug in die Bundesliga dauerte für junge Talente wie Fynn Schenten oder Cenny Neumann nicht lange. Unter Lukas Kwasniok bekamen die Nachwuchsspieler der Geißböcke noch Einsatzzeit, René Wagner hingegen setzt auf die älteren und erfahreneren Akteure und hofft auf deren Routine im Klassenkampf.

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Zu Beginn der Woche ploppte mal wieder ein Transfergerücht über ein mögliches Talent auf, an dem die Kölner aktuell interessiert seien. Der 16-jährige Matej Diket soll es den Kölnern angetan haben. Mit zahlreichen Toren hat der Youngster schon Aufmerksamkeit auf sich gezogen, auch weitere Clubs aus Europa sollen interessiert sein. Unweigerlich fühlt man sich an andere Nachwuchsspieler erinnert, die bislang auf ihren Durchbruch bei den Kölnern warten. Spieler, wie Patrik Kristal, der estnischer Nationalspieler ist und in der Kölner U21 Spielpraxis sammelt. Kristal gilt als großes Talent, dem man durchaus mittelfristig den Sprung zu den Profis zutraut. Ob er gelingt, ist natürlich noch offen. Aktuell sind Spieler wie Fynn Schenten und vor allem Youssoupha Niang schon ein großes Stück weiter. Und doch nicht mehr so weit, wie es vor einigen Wochen schien. Denn unter René Wagner hat sich gerade in Sachen Aufstellung dann doch etwas verändert.

Schenten spielt aktuell keine Rolle

Fynn Schenten spielt seit seiner Erkrankung keine Rolle mehr bei den Profis, wurde seit seinem letzten Auftritt gegen den FC Augsburg nicht mehr berücksichtigt. Im Trainingslager in La Nucia hatte der Youngster den damaligen Trainer Lukas Kwasniok offenbar gänzlich überzeugt. Gegen den 1. FC Heidenheim lief der 18-Jährige bei seinem Profi-Debüt von Beginn an auf, spielte auch gegen den FC Bayern München mehr als 20 Minuten und kommt mittlerweile auf sieben Profi-Einsätze. Seit Februar spielt der Stürmer im Nachwuchs, hauptsächlich bei der U21. Eigentlich war er nun für die U19 vorgesehen, doch eine muskuläre Verletzung bremst Schenten aus. Niang war schon im vergangenen Sommer nah an Kader-Einsätzen, doch der Angreifer verletzte sich im Trainingslager, fiel lange aus. Sein Debüt gab es ebenfalls gegen Heidenheim, auch der 19-Jährige kommt mittlerweile auf sieben Einsätze. Bis zum Spiel gegen Leverkusen hatte es für den Youngster unter René Wagner nicht für den Kader gereicht.

Vermutlich aufgrund der Verletzung von Ragnar Ache wurde Niang gegen Leverkusen zur Option, kam in der Schlussphase. Aktuell deutet viel daraufhin, als würde Wagner in der heißen Saisonphase lieber auf Erfahrung statt Youngster setzen. Das erklärte der Coach zuletzt an dem Beispiel Felipe Chávez. Das Talent ist von Bayern München ausgeliehen, konnte sich bislang aber nicht durchsetzen. „Felipe ist ein Spieler, der in jedem Training Gas gibt. Er hat eine unfassbare Qualität mit dem Ball“, sagte Wagner. „Er ist aber noch sehr jung und hat wenig Bundesliga-Erfahrung. Da kann er nichts für, aber für mich als Trainer, der dafür sorgen muss, dass wir in der Klasse bleiben, greift man unter Stress auf den Spieler zurück, der die Situation schon kennt. In zehn Jahren ist er selbst der erfahrene Spieler. Dann muss der Trainer entscheiden, ob er den jungen oder den erfahrenen bringt.“

Zudem scheint Wagner ein für ihn festes Gerüst gefunden zu haben. Der Großteil der Mannschaft ist gesetzt. Vor der Saison hatte Lukas Kwasniok angekündigt, keine Stammelf zu haben, aber einen Pool aus potenziellen Start-Spielern, die zum Einsatz kommen können. Und als wollte der Trainer mit Nachdruck zu seinem Wort stehen gab es in der Hinrunde nicht zwei Spiele mit der gleichen Startelf. Das natürlich auch der Verletzungsmisere geschuldet, die setzte aber so richtig erst ab Spieltag zwölf ein. Auch Wagner wechselte bislang seine Anfangsformation immer wieder. Das aber auch aufgrund der Verletzung von Ragnar Ache oder der Sperre von Eric Martel und am kommenden Wochenende Isak Johannesson. Ganz offensichtlich ist die Marschroute für den Klassenerhalt Routine statt Rochade. Erfahrung und eine gewisse Eingespieltheit.


Lange Durststrecke: Muss Jan Thielmann um seinen Stammplatz beim 1. FC Köln fürchten?

Jan Thielmann wurde gegen Mainz 05 erst spät eingewechselt
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Lange Durststrecke: Muss Jan Thielmann um seinen Stammplatz beim 1. FC Köln fürchten?

Bisher galt beim FC in dieser Saison in der Liga immer: Ist Jan Thielmann fit, steht er in der Startformation. Gegen Mainz am vergangenen Wochenende saß der Angreifer dann aber lange auf der Bank beim 1. FC Köln: Muss Jan Thielmann nun um seinen Stammplatz kämpfen?

Nach einigen durchwachsenen Auftritten stand das Eigengewächs das erste Mal in dieser Saison nicht in der Startelf des 1. FC Köln: Muss Jan Thielmann um seinen Stammplatz bei den Geißböcken kämpfen? Gegen Mainz wurde der Angreifer erst in der Schlussphase eingewechselt.

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Bisher war Jan Thielmann einer der Dauerbrenner beim 1. FC Köln. Immer wenn der 23-Jährige fit war, stand er in der Liga auch von Anfang an auf dem Platz. Denn der Angreifer und sein Trainer Lukas Kwasniok sind eigentlich ein perfektes Match. Der Coach fordert von seinen Schützlingen immer maximalen Einsatz und Leidenschaft. Tugenden, die Thielmann wie kaum ein anderer verinnerlicht hat und vorlebt. Am vergangenen Wochenende gegen den FSV Mainz 05 saß der Flügelspieler dann aber das erste Mal in der Bundesliga zu Beginn auf der Bank. Erst in der 83. Minute kam das Kölner Eigengewächs für Alessio Castro-Montes ins Spiel. Zeigen konnte er sich in der kurzen Zeit aber nicht mehr.

Monatelange Durststrecke in der Offensive

Dass Thielmann nun das erste Mal in der Liga nicht in der Startformation stand, war aber eigentlich gar nicht so überraschend. Denn der 23-Jährige konnte gerade in den vergangenen Wochen nicht immer überzeugen. Seine Leistungen schwankten zwischen durchschnittlich und durchwachsen. Wirklich gute Partien gab es nur wenige. So wartet der Angreifer auch seit seinem Tor gegen RB Leipzig am vierten Spieltag auf eine Torbeteiligung. Gerade offensiv konnte der Flügelspieler dem Kölner Spiel kaum Impulse geben. Vor allem wenn der FC gegen tief stehende Gegner spielen musste, kam vom Eigengewächs im Angriff oft zu wenig.

Allerdings musste Thielmann aufgrund des großen Verletzungspechs beim 1. FC Köln in den vergangenen Begegnungen häufig auf der rechten Schiene spielen und nicht auf seiner Lieblingsposition weiter vorne. In der ungeliebten Rolle konnte man ihm in Sachen Wille und Einsatz nichts vorwerfen. Auch im Trainingslager in La Nucia beeindruckte der Spieler mit Einsatz. Offensive Gefahr strahlte der gelernte Rechtsaußen von dieser Position aber eben meistens nicht aus. Und auch wenn das Eigengewächs in dieser Rolle etwas defensiver agiert, kann ein Außenverteidiger in einer Fünferkette schon einen gewissen Einfluss auf die Offensive nehmen. Gerade dann, wenn die Position mit Thielmann ein gelernter Angreifer besetzt.

Konkurrenz schläft nicht

Während der 23-Jährige also nur selten überzeugen konnte, haben sich andere Spieler mehr in den Vordergrund gespielt. Zudem dürfte Sebastian Sebulonsen bald wieder als Rechtsverteidiger in der Fünferkette eingeplant sein, wenn sich die Personalsituation in der Innenverteidigung mit der sich langsam abzeichnenden Rückkehr von Joel Schmied und Dominique Heintz verbessert. In der Offensive muss sich Thielmann unter anderem gegen Jakub Kaminski, der gegen Mainz auf Rechtsaußen startete, oder Linton Maina, der im Spiel gegen die Bayern überzeugte, behaupten. Und auch Marius Bülter oder Luca Waldschmidt könnten dort auflaufen, wenn Kwasniok eher auf Spieler setzen möchte, die im Spiel zentraler und weniger auf der rechten Seite agieren.

Die Konkurrenz wartet nur auf ihre Chance. Helfen würde Thielmann dabei bestimmt ein Ende seiner inzwischen vier Monate langen Durststrecke ohne Torbeteiligung. Wenn ihm das gelingt, dürfte der Bankplatz zu Beginn gegen Mainz wohl eine Ausnahme bleiben. Denn das Kwasniok an für sich von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, zeigt sich alleine daran, dass Thielmann immer gespielt hat, wenn er fit war.


Lukas Kwasniok hält Wort: Die rotierende Startelf

Denis Huseinbasic rotierte gegen Freiburg in die Startelf
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Lukas Kwasniok hält Wort: Die rotierende Startelf

Oft hatte Lukas Kwasniok in der Vorbereitung betont, dass er keine Stamm-, sondern nur eine Startelf hat. Und zumindest in den ersten Partien hat der neue Coach Wort gehalten beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok hat Stammspieler, aber keine Stammelf.

Drei Pflichtspiele, drei verschiedene Startformationen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok hat Stammspieler, aber keine Stammelf. Damit bleibt der Coach seinen Ankündigungen aus der Vorbereitung bisher treu.

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Zum Ende der Vorbereitung, speziell um das Testspiel gegen Atalanta Bergamo herum, wurde Lukas Kwasniok sehr oft gefragt, ob die Aufstellungen schon Hinweise auf seine Stammelf sind. Aber der Trainer wurde nicht müde, eine Sache wieder und wieder zu betonen: „Es wird keine Stammelf geben, es wird aber eine Startelf geben. Je nach Bedarf und Verfassung der jeweiligen Spieler.“ Nach den ersten drei Pflichtspielen der Saison lässt sich fürs Erste festhalten: Der Coach hat Wort gehalten. Denn in jeder Partie setzte er auf eine andere Anfangsformation. So haben bereits jetzt bis auf Dominique Heintz, dem dritten Torwart Matthias Köbbing, dem Re­kon­va­les­zent Luca Kilian sowie dem gerade erst verpflichteten Alessio Castro-Montes alle Profis Einsatzzeit bekommen, viele davon auch von Beginn an.

Stammspieler, aber keine Stammelf

Dabei gab es schon einige Akteure, die ihren Platz in der Startelf in allen Begegnungen sicher hatten und wahrscheinlich auch in nächster Zeit erstmal haben werden. Dazu gehören in der Abwehr Timo Hübers und Sebastian Sebulonsen. Im Mittelfeld durften bis jetzt immer Eric Martel und Isak Johannesson starten. Und auch Jakub Kaminski und Marius Bülter waren gesetzt. Aber das passt ebenfalls zu Kwasnioks Ankündigungen, dass es schon einige Spieler geben wird, die ein Gerüst bilden und Stammspieler sind. Dabei dürfen sie sich jedoch nicht zu sicher sein, denn es kann durchaus sein, dass sie bei schlechten Leistungen dann doch raus müssen oder wenn sich jemand anderes mehr anbietet. „Ich habe noch nie eine Saison mit der Mannschaft beendet, mit der ich sie angefangen habe“, sagte der Trainer bereits in der Vorbereitung im Interview mit come-on-fc.com.

Auf den verbliebenen Postionen nahm der Coach bis jetzt in jedem Spiel je nach Gegner Wechsel vor. So stand Denis Huseinbasic im Pokal gegen Jahn Regensburg gar nicht im Kader. Am zweiten Spieltag der Liga gegen den SC Freiburg war der Bosnier dann aber in der Startelf und lieferte eine solide Leistung ab. Ein weiteres Beispiel gibt es links in der Innenverteidigung. In Regensburg startete dort Cenk Özkacar und Tom Krauß saß 90 Minuten auf der Bank. Im ersten Ligaspiel in Mainz wiederum war Letzterer in der Startelf, während der frühere türkische Nationalspieler nur eingewechselt wurde. Eine Woche später saßen beide auf der Bank und Neuzugang Rav van den Berg durfte das gesamte Spiel machen.

Druck durch Konkurrenten in der Offensive

Die gegen Freiburg überragende Offensive aus Kaminski, Bülter und Jan Thielmann durfte beide Partien in der Bundesliga absolvieren. Aber auch hier gab es schon Wechsel. So startete im Pokal noch Luca Waldschmidt. In Mainz kam der Angreifer dann noch von der Bank kam, um in Überzahl für mehr Kreativität zu sorgen. Und Ragnar Ache, Florian Kainz und Said El Mala bekamen ebenfalls alle schon Einsatzzeit als Joker und bewiesen dabei, dass sie bei einer Schwächephase der Konkurrenten bereit stehen. Besonders El Mala hat sich mit guten Dribblings und seinem Tor gegen Freiburg empfohlen. Es zeigt sich daher bereits jetzt, dass Kwasniok Wort hält und seinen vollen Kader nutzt, um auf den Gegner reagieren zu können. Egal, ob vor der Begegnung mit der Startelf oder im Spiel. Und so werden wohl auch weiter (fast) alle Profis ihre Chance erhalten, sich zu zeigen.