Union Berlin ist da besonders stark, wo der 1. FC Köln besonders schwach ist

Karol Mets trifft für St. Pauli gegen den 1. FC Köln
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Union Berlin ist da besonders stark, wo der 1. FC Köln besonders schwach ist

Zwischenzeitlich sah es so aus, als haben die Kölner ihre Standardschwäche in den Griff bekommen. Doch zuletzt präsentierte sich der FC wieder anfällig. Und das könnte ein Problem werden für den 1. FC Köln: Union Berlin ist bei Standards besonders gefährlich.

Gerade bei Ecken zeigt sich der FC in dieser Saison besonders anfällig. Das hat sich auch durch den Trainerwechsel nicht geändert. Und nun wartet eine der gefährlichsten Standard-Mannschaften der Liga.

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Eigentlich schien das Problem längst wieder im Griff zu sein. Ein Problem, das die Geißböcke gerade in der Hinrunde massiv schwächte: Die Anfälligkeit bei Standardsituationen und die fehlende Torgefahr bei den eigenen Standards. 13 Tore fingen sich die Kölner in den ersten 17 Spielen nach einem ruhenden Ball. Deutlich mehr als Leverkusen (10) und Werder Bremen (8) auf den Rängen zwei und drei. Auf der anderen Seite erzielte der FC in der gesamten Hinserie dann wiederum nur zwei Treffer nach Standards und belegte damit den letzten Platz.

Wie bekannt musste darauf Hannes Dold seinen Job als Standardtrainer abgeben. Und der Erfolg gab der Maßnahme recht. In den folgenden zehn Begegnungen nahmen die Kölner nur noch einen Gegentreffer nach einem ruhenden Ball hin – die beste Bilanz der Liga in diesem Zeitraum, vorne gab es immerhin drei Treffer. Zwar auch keine gute Bilanz, aber immerhin eine Steigerung.

Eckenstärke trifft auf Eckenschwäche

Und nun unter René Wagner? Ausgerechnet jetzt scheint sich das Blatt wieder ein wenig zu wenden. Die Kölner fingen sich seit dem Trainerwechsel, wieder drei Standardtreffer. Zur Wahrheit gehört auch, dass es sich bei zweien dieser Gegentore um Elfmeter gegen Bremen und Leverkusen handelte. Doch die Torgefahr die der FC St. Pauli beim ruhenden Ball ausstrahlte war schon ein wenig besorgniserregend. Die Kölner Hintermannschaft schwamm gleich mehrfach, kassierte einen viel zu leichten Gegentreffer.

Und da wird das „ausgerechnet“ ein Thema. Denn wie St. Pauli ist auch der 1. FC Union Berlin bei Standards extrem gefährlich. 15 der 35 Tore erzielten die Eisernen nach einem ruhenden Ball. Prozentual sind nur die Kiezkicker besser. Und Union Berlin traf schon sieben Mal nach einer Ecke. Nur Dortmund (11), Freiburg (9) und die Bayern (8) sind vom Eckpunkt aus gefährlicher. Auf der anderen Seite kassierte kein Team mehr Treffer nach Ecken, wie der FC (8). Und das, obwohl die Kölner wahrlich nicht die meisten Standards verursachen. Das Problem scheinen die Geißböcke nach dem oder durch den Trainerwechsel nicht in den Griff bekommen zu haben.


Der 1. FC Köln kann Ecken, Said El Mala kann Kopfballtor – „Ich war auch überrascht“

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Der 1. FC Köln kann Ecken, Said El Mala kann Kopfballtor – „Ich war auch überrascht“

Beim 1:1 in Hamburg haben die Kölner mal wieder an einer der Schwachstellen gearbeitet und das erfolgreich. Der 1. FC Köln trifft mal wieder nach einer Ecke. Zudem erzielte Said El Mala sein erstes Kopfballtor.

Die Torgefahr hielt sich bei den Kölnern nach Standards in dieser Saison in Grenzen. Vor allem bei Ecken strahlte der FC nur selten Gefahr aus. Am Samstagabend gab es mal wieder einen Treffer nach einer Hereingabe. Und das mit einem Kopfball eines Torschützen, der sonst eher durch seine Schüsse auffällt: Said El Mala.

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Nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende wurde es dann wieder zum Thema: Die Standardschwäche der Kölner. Serhou Guirassy hatte nach einer Ecke auf den zweiten Ball gelauert und die Kugel dann tatsächlich gegen die unkonzentrierte Kölner Defensive über die Linie geschoben. 15 Gegentore haben sich die Geißböcke bereits nach ruhenden Bällen gefangen – absoluter Liga-„Bestwert“. Dabei hatte der FC in der Rückrunde die Schwäche lange in den Griff bekommen, 2026 bis zum BVB-Spiel nur ein Gegentor nach einer Standardsituation kassiert. Und auch nach dem HSV-Spiel ist die Statistik für dieses Jahr bislang eine recht ordentliche – trotz des Guirassy-Treffers. Auch, weil die Kölner wenige Minuten vor Schluss Glück hatten, dass Daniel Elfadli das Tor nach einer Ecke nur ganz knapp verpasste.

„Wir haben das trainiert“

Die Standardschwäche scheint dennoch nicht mehr die größte Baustelle – zumindest in der Defensive. In der Offensive hapert es beim FC nach wie vor nach dem ruhenden Ball. Erst drei Treffer hatten die Kölner nach Standards bis zum Duell am Samstagabend erzielt, davon einen nach einer Ecke. Diese Bilanz hat der FC verdoppelt. Denn gegen die Rothosen klingelte es mal wieder nach einer Hereingabe von der Grundlinie. Die wurde von Rav van den Berg verlängert, am langen Pfosten lauerte Said El Mala und vollendete zum verdienten Ausgleich. Zuvor hatte Fabio Vieira mit einem Lupfer die Hamburger in Führung gebracht. Schon zuvor hatten die Kölner so ziemlich jegliche Variante ausprobiert. Mal die kurze Ecke, die dann mit einer eher schwachen Hereingabe verpuffte, mal eine Ecke zum, mal weg vom Tor. Die ganz große Gefahr strahlten die Geißböcke aber nicht aus.

Eben bis zum verdienten 1:1 kurz vor dem Seitenwechsel. Der Treffer bedeutete gleichzeitig aber auch zwei Premieren. Denn für den HSV war es das erste Gegentor nach einer Ecke. Die Rothosen waren noch das letzte Team, bei dem die „Null“ stand. Nun trafen die Geißböcke. „Wir hatten da eine Thematik und haben dann leider handeln müssen – auch personell“, so Kwasniok. „Es ist einfach so, dass die Überzeugung da ist, dass man sich da verbessern kann. Wir haben ein Tor gemacht nach einem Standard. Wir hatten auch acht Ecken und sind keine Kopfball-Ungeheuer.“ So traf Said El Mala zum ersten Mal im Trikot der Geißböcke mit dem Kopf ins gegnerische Tor. „Wir haben das trainiert, weil wir wussten, dass die Hamburger am zweiten Pfosten nicht so stark verteidigen“, sagte Said El Mala. „Ich hatte das Glück dahin zu laufen. Dass der Ball dann auf den Kopf fällt, umso schöner – da musste ich nicht mehr viel machen.“

Der Kölner Youngster kommt mittlerweile auf neun Tore. Als Kopfball-Ungeheuer ist der 19-Jährige wahrlich nicht bekannt. „Ich war auch ein wenig überrascht, aber ich musste nicht viel machen.“


Hamburg weist eine Schwäche auf, die dem 1. FC Köln gerade recht kommt

Luka Vušković verfehlt bei einem Standard das Leverkusener Tor
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Hamburg weist eine Schwäche auf, die dem 1. FC Köln gerade recht kommt

Lange sah die Kölner Defensive bei gegnerischen Standards wieder stabilisiert aus. Doch gegen den BVB gab es den nächsten Gegentreffer nach einem ruhenden Ball. Ein Aspekt macht am Samstag aber Hoffnung für den 1. FC Köln: Der HSV strahlt bei Standards keine große Gefahr aus.

Wie ein roter Faden hat sich die Standardschwäche der Kölner durch die Hinrunde gezogen. Auch deswegen wurden bereits personelle Entscheidungen bei den Geißböcken im Trainerteam getroffen. Hannes Dold wurde von seinen Aufgaben als Standardtrainer entbunden. Zuletzt waren die Kölner auch stabilisiert, bis gegen Dortmund Serhou Guirassy zuschlug. Immerhin droht vom HSV bislang nicht die ganz große Gefahr.

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Die Bilanz ist schon ein wenig kurios: In der Hinrunde kassierten die Kölner mit Abstand die meisten Gegentreffer nach Standards. 13 Mal musste Marvin Schwäbe in Folge eines ruhenden Balls hinter sich greifen. Im Jahr 2026 stand bis zum Dortmund-Duell nur ein Gegentor nach einer Standardsituation auf dem Kölner Konto – Liga-Bestwert. Gegen den BVB zeigte der FC aber einmal mehr seine Unkonzentriertheit in der Hintermannschaft. Nach einem Eckball, dem schon ein unnötiger Fehlpass von Isak Johannesson vorausgegangen war, stand Serhou Guirassy beim zweiten Ball völlig blank vor Torhüter Marvin Schwäbe und schob ein. Die Westfalen hatten bis zu diesem Zeitpunkt recht wenig Gefahr ausgestrahlt und befanden sich damit bereits nach 15 Minuten auf dem Erfolgskurs.

Wenige Hereingaben, wenige Tore

Abgestellt ist die Schwäche bei Standards demnach noch nicht. Insofern kommt der Hamburger SV den Kölnern möglicherweise – zumindest in dieser Hinsicht – gerade recht. Denn die Rothosen sind in dieser Saison ähnlich wie der FC alles andere als Spezialisten mit dem ruhenden Ball. Der HSV kommt zwar auf sieben Tore durch Standardsituationen, darunter aber immerhin drei verwandelte Elfmeter. Nach Ecken waren die Nordlichter erst einmal erfolgreich – genauso oft wie der FC. Die beiden Aufsteiger sind in dieser Bilanz die schlechtesten Teams der Liga. Tatsächlich scheinen Flanken bei einem ruhenden Ball auch kein taktisches Mittel von Merlin Polzin zu sein. Der HSV hat in dieser Spielzeit erst 85 Hereingaben nach einem Standard gebracht – kein Team weniger, der FC immerhin rund 30 mehr.

Vielleicht auch, weil die Hanseaten recht wenig Gefahr bei Kopfbällen ausstrahlen. So erzielten die Rothosen bislang drei Treffer und damit halb so viele wie die Kölner. Zwar strahlt der Mitaufsteiger so wenig Gefahr in der Offensive aus, in der Defensive stehen die Rothosen bei Standards aber umso sicherer. Erst sechs Gegentore musste Hamburg so hinnehmen, beim FC sind es mittlerweile 15. Lukas Kwasniok und die Köln Fans würden sich freuen, wenn am Samstag nicht das nächste dazu kommt.


Eine Schwäche des 1. FC Köln: Dortmunds Kopfballstärke ist eine echte Waffe

Daniel Svensson vom BVB beim Kopfball gegen Linton Maina vom 1. FC Köln
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Eine Schwäche des 1. FC Köln: Dortmunds Kopfballstärke ist eine echte Waffe

Für die Kölner steht am Samstagabend die schwere Begegnung gegen den BVB auf dem Spielplan. Und vor allem eine Stärke der Dortmunder könnte dem FC empfindlich wehtun: Der BVB ist extrem kopfballstark, der 1. FC Köln nicht.

Mit dem Duell gegen Borussia Dortmund steht für den FC am Samstagabend das nächste schwere Spiel auf dem Programm. Vor allem die Kopfballstärke der Westfalen könnte Lukas Kwasniok und Co. vor große Probleme stellen.

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Vor dem schweren Duell gegen den BVB zeigen sich die Geißböcke unter der Woche überraschend mutig. Lukas Kwasniok hatte schon am vergangenen Wochenende angekündigt, die Negativserie von sechs verlorenen Topspielen an Samstagabenden durchbrechen zu wollen. Am Dienstag erklärte Cenk Özkacar, dass man auch vor den Spielen gegen vermeintlich gute Gegner, nie wisse, was passiert. Und Tom Krauß sagte am Mittwoch in einem Podcast, dass er die ein oder andere Schwäche bei den Westfalen ausgemacht haben will. Natürlich betonte der 24-Jährige auch, dass er um die Qualität des Gegners wisse, man aber nicht mit Sorge oder gar Angst in eine solche Partie gehen dürfe. Dass der FC im eigenen Stadion gegen den BVB bestehen kann, haben die Kölner bekanntlich in den vergangenen Jahren dann auch ab und an bewiesen.

17 Tore nach Standards

Doch gerade auf die Kölner Defensive um Özkacar und Krauß dürfte gegen die Borussia besonders viel zukommen. Denn der BVB besitzt mit 51 Toren die zweitbeste Offensive der Liga. Dabei ist Dortmund besonders kaltschnäuzig. Die Westfalen haben bereits sieben Treffer mehr erzielt, als es der xGoals-Wert erwarten lässt. Tatsächlich können die Geißböcke beweisen, ob die zuletzt erfreulich stabile Defensive bei Standards mehr als nur eine zufällige Phase ist. Denn mit dem BVB kommt die zweiterfolgsreichste Mannschaft nach einem ruhenden Ball nach Köln. 17 Tore und damit ein Drittel aller 51 Liga-Treffer erzielte die Borussia nach einem Standard. Der FC zeigte sich in der Hinrunde bekanntlich besonders anfällig, kassierte 13 Gegentore nach Standards – der schlechteste Wert der Liga. In der Rückrunde kam nur noch ein Tor dazu, wiederum der Bestwert.

Vor allem aber werden Özkacar und Co. die Kopfbälle des Gegners in den Griff bekommen müssen. Die Westfalen erzielten in der Liga die meisten Tore mit dem Kopf. Zwölf Mal war der BVB so erfolgreich, die Bayern nur elf Mal. Die Dortmunder erzielten zudem die meisten Tore nach Flanken und die meisten Treffer nach Ecken. Für den FC eine besondere Gefahr, denn nur Freiburg und Mainz kassierten jeweils einen Kopfball-Gegentreffer mehr als die Geißböcke. Vor allem ein alter Bekannter scheint spezialisiert auf Kopfballtore. Kölns Ex-Spieler Serhou Guirassy traf wettbewerbsübergreifend in dieser Saison fünf Mal mit dem Kopf. „Er ist ein guter Stürmer. Aber ich habe auch schon gegen andere Mannschaften mit guten Stürmern gespielt. Es ist schon etwas anderes, gegen solche Leute zu spielen, aber ich bin bereit“, sagte Özkacar. Drei Mal war Nico Schlotterbeck so erfolgreich – zuletzt am vergangenen Wochenende gegen die Bayern.


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Von wegen Standardschwäche: Der FC ist auf einmal das stabilste Team des Jahres

Marvin Schwäbe ist ein starker Rückhalt des 1. FC Köln
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Von wegen Standardschwäche: Der FC ist auf einmal das stabilste Team des Jahres

Auf die Standardschwäche hat der FC jüngst mit einer Personal-Entscheidung reagiert. Dabei ist die Bilanz des Jahres 2026 keine schlechte. Im Gegenteil: Der 1. FC Köln erreicht bei Standards plötzlich den Topwert.

14 Gegentore nach einem ruhenden Ball, erst drei erzielte Standard-Treffer. Die personelle Reaktion erscheint folgerichtig. Allerdings haben sich die Zahlen im neuen Jahr krass verändert.

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So ein wenig schien die Nachricht die Feierlichkeiten trüben zu können. Am Rosenmontag sickerte durch, dass der FC auf die anhaltende Standard-Schwäche reagieren und Hannes Dold von seinen Aufgaben als Standard-Trainer entbinden würde. Eine harte, aber von außen betrachtet wohl folgerichtige Entscheidung. Die Probleme nach einem ruhenden Ball waren weder in den Vorwärtsbewegung noch im Rückwärtsgang von der Hand zu weisen. 14 Bälle haben sich die Kölner nach einem ruhenden Ball gefangen – so viel wie kein anderer Bundesligist. Dagegen hat Köln aber auch erst drei Treffer nach einer Standardsituation selbst erzielt – weniger erfolgreich ist kein anderer Bundesligist. Ähnlich wie die Verletztenmisere zieht sich auch das Standardproblem wie ein roter Faden durch die Saison.

Verkehrte Welt in 2026

Und so könnte es am Wochenende durchaus spannend werden, ob es weitere Treffer nach ruhenden Bällen gibt. Zumindest nach der Statistik wäre das nicht unwahrscheinlich. Denn mit dem FC Augsburg treffen die Geißböcke auf die zweitanfälligste Mannschaft. Der FCA kassierte bereits 13 Gegentore nach einem Standard. Davon fünf nach einer Ecke, der FC sieben. Während Lukas Kwasniok die Schwäche zu Saisonbeginn noch kleinreden wollte, erklärte er zuletzt, dass man sich ja durchaus gefangen hätte, die Bilanz der Rückrunde gar nicht mehr so schlecht sei. Und tatsächlich hält der Blick auf die Jahresstatistik dann sogar eine echte Überraschung bereit. Nicht nur, dass der Trainer recht hat, er hätte durchaus viel mehr aus der Statistik machen können. Denn die liest sich für das Jahr 2026 nun mal komplett anders.

In den acht Ligaspielen des Jahres 2026 haben sich die Geißböcke genau einen einzigen Gegentreffer nach einem ruhenden Ball gefangen – so wenig wie keine andere Mannschaft. Selbst der FC Bayern kassierte so drei Gegentore, Leverkusen immerhin zwei. Nach einer Ecke musste Marvin Schwäbe in diesem Jahr noch gar nicht hinter sich greifen. Das ist logischerweise ebenfalls Bestwert – wenn auch ein geteilter (Leverkusen, Hoffenheim, Hamburg). Und das, obwohl der FC noch überdurchschnittlich viele Ecken verursacht hat. Ganz anders die Bilanz des kommenden Gegners. Der FC Augsburg kassierte in diesem Jahr neun Gegentore nach Standards – der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Das gleiche gilt auch für Ecken. Dort musste Finn Dahmen bereits fünf Mal hinter sich greifen. Auch das ist der Liga-Höchstwert.

Zu den offensiven Standards hat Kwasniok allerdings nichts gesagt. Vielleicht nicht ohne Grund. Denn da hat sich der FC auch im neuen Jahr nicht verbessert. Mit einem Treffer nach einem ruhenden Ball gehört Köln nach wie vor zu den harmlosesten Teams.


Die TSG Hoffenheim offenbart eine erstaunliche Parallele zum 1. FC Köln

Hoffenheim im Duell gegen die Bayern vor einer Ecke
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Die TSG Hoffenheim offenbart eine erstaunliche Parallele zum 1. FC Köln

Wie ein roter Faden zieht sich die Standardschwäche bei den Kölnern durch die gesamte Saison. Nun hatte sie auch Konsequenzen. Dabei ist es nicht nur eine Baustelle des 1. FC Köln: Hoffenheim ist ebenfalls sehr schwach bei Standards.

Der FC hat unter der Woche auf die Schwäche bei den Standards reagiert und Hannes Dold von seinen Aufgaben als Standard-Coach entbunden. Dabei handelt es sich nicht um eine Baustelle, die es nur beim FC gibt.

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14 Gegentreffer waren dann am Ende doch zu viel. Hannes Dold wurde von der Aufgabe des Standard-Trainers entbunden. Lukas Kwasniok erklärte am Donnerstag die Maßnahme, deutete an, dass man in Teilen das Vertrauen verloren habe. Schon in den vergangenen Spielen mussten die weiteren Co-Trainer ab und an aushelfen und das offenbar erfolgreich. „Man muss einfach sagen in der Rückserie haben wir noch kein Standard Gegentor nach Ecken bekommen und das ist glaube ich schon auch etwas, wo eine Verbesserung herbeigeführt worden ist“, sagte Kwasniok. Und die Gefahr vor weiteren Ecken-Gegentreffern hält sich im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim auch ein wenig in Grenzen. Zumindest nach der Statistik. Zwar spielt Hoffenheim aktuell die beste Saison der Vereinsgeschichte, das bedeutet aber nicht, dass die Sinsheimer keine Schwächen hätten.

Hoffenheim ebenfalls nach Standards anfällig

Eine dürfte den FC-Fans durchaus bekannt vorkommen, denn die TSG hat am vergangenen Wochenende das erste Mal in dieser Saison nach einer Ecke getroffen. Ozan Kabak köpfte den Ball ins Netz. Nur Werder Bremen ist bislang ohne Treffer nach einer Ecke, neben Hoffenheim waren vor dem 23. Spieltag Köln, der Hamburger SV und der 1. FC Heidenheim nur einmal erfolgreich. Allerdings haben die Sinsheimer im Gegensatz zu den Abstiegskandidat insgesamt acht Mal mit dem ruhenden Ball getroffen, bei den Keller-Kindern sind es maximal vier. Auf der anderen Seite erhielt Hoffenheim im Vergleich zum FC viele Eckbälle, kommt auf 110 Versuche (Platz sieben), die Kölner auf 92 (Platz 16). Damit kommt die TSG hinter Werder auf die zweitschlechteste Quote der Liga.

Allerdings bietet sich nicht nur für die Mannschaft aus dem Kraichgau am Samstag die große Möglichkeit, die Bilanz ordentlich aufzupolieren. Denn wie der FC ist auch Hoffenheim erstaunlich anfällig bei gegnerischen Standards. Wie berichtet kommen die Kölner bereits auf 14 Gegentreffer nach einem ruhenden Ball. Keine andere Mannschaft muss nach Standards so oft hinter sich ins eigene Netz greifen. Hinter dem FC Augsburg (12) und Bayer Leverkusen (11) folgt eben Hoffenheim auf Rang vier. Zehn Gegentore kassierte das Team von Christian Ilzer eben nicht aus dem Spiel heraus, immerhin vier nach einem Eckball. „Schlechter“ sind nur Mainz, Freiburg (je 5) und eben der FC (7).


Rekordverdächtige und katastrophale Bilanz: Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff

Christoph Baumgartner trifft zur 1:0-Führung
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Rekordverdächtige und katastrophale Bilanz: Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff

Die Schwäche nach Standards zieht sich beim FC wie ein roter Faden durch die Saison. 14 Gegentore haben die Kölner in der Liga schon nach einem ruhenden Ball kassiert. Auch gegen Leipzig hat es wieder geklingelt. Der 1. FC Köln bekommt die Standardschwäche nicht in den Griff.

Es ist das Kernproblem beim FC. Mehr als 40 Prozent aller Gegentreffer fallen bei den Geißböcken nach Standards. Die Schwäche nach dem ruhenden Ball zieht sich durch die gesamte Saison. Den Schlüssel hat der Kölner Trainer bislang nicht gefunden.

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So wirklich entscheiden konnte sich Marvin Schwäbe offenbar nicht und trug damit am Sonntagnachmittag sicherlich auch eine Teilschuld an der Leipziger Führung. Der Keeper ging nach einem von David Raum getretenem Freistoß aus dem Halbfeld zu zögerlich aus seinem Kasten, sah bei dem Kopfball von Christoph Baumgartner nicht so wirklich glücklich aus. Doch es spielten noch weitere Geißböcke ein Hauptrolle. Unter anderem Kristoffer Lund, der das vorausgegangene Foul verursachte oder Eric Martel, der beim Kopfball des Österreichers nur Zuschauer war. Unterm Strich war es das 14. Standardgegentor in der Liga, das 16. der Saison. Und das ist schon fast rekordverdächtig. Absteiger Bochum kassierte beispielsweise in der Vorsaison 17 Tore nach Standards – aber in der gesamten Spielzeit.

„… dann klingelt’s“

Der FC ist damit auch weiterhin das Schlusslicht in dieser Bilanz und das doch mit einem gewissen Abstand. Zwar kommt Augsburg auch schon auf zwölf Gegentore nach einem ruhenden Ball, allerdings sechs nach einem Strafstoß. Der FC verursachte erst drei Elfmeter, die die Gegner zu Treffern nutzten. Tatsächlich hatte Lukas Kwasniok noch in der Hinrunde erklärt, dass die Bilanz ja deutlich besser aussähe, wenn man die Elfmeter abziehen würde. Aber auch dann würde der FC die Liste deutlich mit elf Gegentreffern anführen, vor Leverkusen mit acht. Das gleiche gilt für die Tore nach Ecken. Da kommt Köln auf sieben, es folgen gleich fünf Mannschaften mit vier Gegentreffern.

Mittlerweile wird auch der Kölner Coach bei dem Thema deutlicher. „Das macht mich einfach fuchsteufelswild. Wenn du als Aufsteiger in der liga bestehen willst, dann musst du dich bei Standards auch besser anstellen“, sagte Kwasniok. „Ich hatte vorher das Gefühl, wenn der Raum den halbwegs trifft und es ist kein Abseits, dann klingelt’s.“ Auch, wenn der Kölner Coach die Problematik selbst erkennt, einen Schlüssel hat Kwasniok bislang nicht gefunden. Und das, obwohl es lange bekannt ist. Denn ausgerechnet nach dem Hinspiel in Leipzig sprach der 44-Jährige das Thema erstmals an. Damals regte den Coach aber noch die Vielzahl der verursachten Standards auf. Der Trainer sprach davon, dass man einfach weniger gegnerische Standardsituationen zulassen, klarer Situationen klären müsse. Tatsächlich mussten die Kölner bislang die zweitmeisten Ecken hinnehmen (125). Nur Wolfsburg noch mehr (160).

Freistöße vermeiden die Geißböcke dann aber doch schon. Zumindest spielt der FC die wenigsten Fouls der gesamten Liga. Gegen Stuttgart werden die Kölner also erneut bemüht sein, den ruhenden Ball beim Gegner zu unterbinden. Ob die Kölner bei noch drei ausstehenden Einheiten den Schlüssel gefunden haben werden, ist eher unwahrscheinlich. Immerhin: Der VfB Stuttgart ist nicht gerade gefährlich bei Standards, erzielte erst fünf Treffer nach einem ruhenden Ball. Nicht vielle Mannschaften sind in der Liga schlechter – der FC ist eine davon.


Auswärtsspiel des 1. FC Köln: Der Standard-Spezialist trifft auf pure Standard-Schwäche

Freiburg ist die erfolgreichste Mannschaft bei Standards, der FC die schwächste
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Auswärtsspiel des 1. FC Köln: Der Standard-Spezialist trifft auf pure Standard-Schwäche

Nach wie vor sind Standards die große Schwäche der Geißböcke. Keine Mannschaft kassierte nach dem ruhenden Ball so viele Gegentreffer, kein Team erzielte so viele Tore wie der kommende Gegner des 1. FC Köln: Standard-Schwäche trifft auf Standard-Spezialisten.

Die meisten Tore nach Standards, die meisten Gegentreffer nach dem ruhenden Ball, die meisten Treffer nach Ecken, die meisten Gegentore – oder anders der SC Freiburg trifft auf den 1. FC Köln: Pure Standard-Schwäche trifft am Sonntag auf die Standard-Spezialisten der Liga.

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Die Erleichterung war den Spielern auf dem Feld, aber auch noch in den Katakomben anzusehen. Der 2:1-Erfolg über Mainz verschaffte den Geißböcken drei wichtige Punkte und vor allem ein wenig Luft nach zuletzt eher enttäuschenden Ergebnissen. Doch der Triumph brachte auch zwei wichtige Erkenntnisse: Der FC kann noch gewinnen und vor allem Tore nach Ecken schießen. Nach acht sieglosen Spielen in Serie entschieden die Geißböcke ausgerechnet mit einem ruhenden Ball die Begegnung gegen die Rheinhessen für sich. Ragnar Ache verwertete eine Hereingabe von Luca Waldschmidt, die Marius Bülter verlängert hatte. Es war für den FC der erste Treffer nach einer Ecke in der gesamten Spielzeit, der dritte nach einem Standard.

Freiburg ist der absolute Spezialist

Die Kölner verbesserten sich damit in der Standard-Tor-Tabelle auf einen gemeinsamen 14. Rang (mit dem Hamburger SV und Werder Bremen). In der defensiven Variante sind die Geißböcke aber nach wie vor absolutes Schlusslicht. Köln kassierte bereits 13 Gegentore nach Standards, auf Rang zwei folgt Leverkusen mit elf, dann Hoffenheim und Augsburg mit acht. „Ich finde schon, dass wir jetzt über die Rückserie die Dinge deutlich besser und stabiler verteidigen“, sagte Kwasniok am Freitag. „Wir sind jetzt mehr in der Mann-Orientierung oder Manndeckung zu Hause.“ Doch alles würde Vor- und Nachteile mit sich bringen. „Es war Thema und es ist immer noch ein Thema. Ich habe schon das Gefühl, dass die Jungs jetzt auch mit einer Überzeugung an die Sache rangehen, dass uns die Umstellung ganz gut getan hat.“

Besonders anfällig sind die Geißböcke nach Ecken. Bereits sieben Mal musste Marvin Schwäbe anschließend den Ball aus dem eigenen Netz holen. Leverkusen und Hoffenheim folgen mit jeweils vier Gegentreffern nach der Hereingabe von der Eckfahne. Zwar kassierten die Geißböcke im Jahr 2026 erst ein Eckball-Tor, dennoch ist es auch weiterhin eine große Baustelle, an der Lukas Kwasniok arbeitet. Und ausgerechnet jetzt treffen die Geißböcke auf die absoluten Standardspezialisten. 15 Tore erzielte der SC Freiburg mit dem ruhenden Ball und damit mehr als die Hälfte aller Tore des Sportclubs (29 insgesamt). Die Bayern kommen auf zwölf, Leverkusen auf neun. Alleine Vincenzo Grifo hat in dieser Spielzeit bereits fünf Standardtreffer erzielt, zwei mehr als der gesamte FC zusammen.

Und auch nach den Ecken ist die Mannschaft von Julian Schuster besonders erfolgreich. Sieben Tore erzielten die Freiburger so bereits. Die Bayern und Borussia Mönchengladbach jeweils fünf. Kwasniok hofft nach dem Eckentor nun auch in der Offensive auf den „Turnaround“. „Hoffentlich auch für die Zukunft. Das ist natürlich schon etwas, was dir hilft, wenn du ein positives Verhältnis hast: Vorne Tore erzielst und hinten keins kassierst.“

Mit Mut, den richtigen Umstellungen und „der Süd“ erzwingt der 1. FC Köln den Sieg

Ragnar Ache bejubelt seinen Siegtreffer gegen Mainz 05
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Mit Mut, den richtigen Umstellungen und „der Süd“ erzwingt der 1. FC Köln den Sieg

Nach acht Spielen konnte der FC mal wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen. Nach einer schwachen ersten Hälfte brachte Lukas Kwasniok mit einem Dreier-Wechsel die Wende: Der 1. FC Köln erzwingt gegen Mainz sein Glück.

Nach einem Rückstand zeigte die Mannschaft von Lukas Kwasniok gegen Mainz Moral: Der 1. FC Köln erzwingt gegen Mainz 05 sein Glück. So können die Geißböcke dank Doppelpacker Ragnar Ache nach acht sieglosen Spielen wieder jubeln.

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Es gibt wohl kaum eine Szene, die besser zeigt, wie sehr die Geißböcke in der zweiten Hälfte gegen Mainz alles reinwarfen, als der Siegtreffer von Ragnar Ache. Luca Waldschmidts gute Ecke verlängerte Marius Bülter an den zweiten Pfosten. Dort lenkte zwar Danny da Costa den Ball zuerst ans Aluminium, aber Ache verwertete den Abpraller etwas glücklich mit dem Gesicht zum 2:1. Eine Szene, die gleich in mehrerlei Hinsicht eine enorme Symbolkraft hat: Zum einen, weil ausgerechnet der Neuzugang aus Kaiserslautern den Ball über die Linie drückte. Der Doppelpack war die Erlösung für den Angreifer nach seinem bislang schwierigen Start in Köln. „Als Stürmer werden wir immer nach Toren beurteilt. Wenn man keine Tore schießt, dann kommen gewisse Berichte, gewisse Sachen in die Welt. Und das macht natürlich auch ein bisschen was mit dem Selbstvertrauen, man zweifelt. Dann geht der in Heidenheim nicht rein. Dann denkt man nach. Jetzt mit den zwei Toren tut das natürlich sehr sehr gut“, so der 27-Jährige.

Zum anderen wegen der Art und Weise des Treffers: Der Angreifer erzwang mit wortwörtlich vollem Körpereinsatz das Glück der Kölner, das in den vergangenen Partien so oft gefehlt hatte. Außerdem sorgte ausgerechnet eine Standardsituation, sonst eine große FC-Schwäche auf beiden Seiten des Spielfeldes, für den ersten Dreier seit Anfang November. Und damit für Erleichterung bei Mannschaft und Verantwortlichen.

Schwache erste Hälfte

Dabei war die Leistung der Geißböcke in der ersten Hälfte noch deutlich schwächer als in der starken zweiten. Zwar hatten die Kölner einige Torannäherungen, wirklich zwingend wurden sie dabei aber nicht. Ganz anders als die Mainzer, die zumindest ein paar große Chancen hatten. Und eine nutzten sie im Anschluss an einen Einwurf in Person von Stefan Bell. Der Mainzer legte sich den Ball an Eric Martel vorbei und schloss mit Wucht unter die Latte ab. „In der ersten Halbzeit haben wir kaum Chancen zugelassen, aber eben auch wenig kreiert. Wir waren einfach zu passiv“, kritisierte Alessio Castro-Montes.

Und die Kölner konnten sich bei Keeper Marvin Schwäbe bedanken, dass sie zur Pause nicht schon höher zurücklagen. So parierte der Schlussmann unter anderem stark im Eins-gegen-Eins einen Abschluss von Silas. So gab es zur Pause schon einige Unmutsbekundungen von den Rängen. „Du hattest zum ersten Mal das Gefühl, dass die Jungs in ihrem Handeln nicht so richtig frei sind. Die ersten 20 bis 25 Minuten haben sie es schon versucht. Aber mit dem 0:1 hat man schon gemerkt, dass das Selbstvertrauen nicht mehr da war“ meinte Trainer Lukas Kwasniok.

Umstellungen zur zweiten Halbzeit zeigen Wirkung

In der Pause fand der Coach aber genau die richtigen Worte, um seine Schützlinge aufzubauen. „Wenn du dann mit Pfiffen in die Halbzeit verabschiedet wirst und dass dann auch irgendwie zu recht, dann gilt es in der Pause ruhig und sachlich zu bleiben. Vor allem wenn du das Gefühl hast, dass die Jungs Support brauchen“, so der Trainer. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie nicht gewollt haben. Sie waren etwas gehemmt. Wir haben dann umgestellt und ihnen gesagt, dass sie mutig sein sollen. Doch wenn du ihnen von Mut erzählst, dann musst du auch selbst mutig sein.“ Also stellte Kwasniok um und vollzog zur zweiten Halbzeit gleich drei Wechsel. Mit den Einwechslungen von Kristoffer Lund, Tom Krauß und eben Ache stellte der Coach außerdem auf Viererkette um.

Genau die richtigen, mutigen Entscheidungen. Denn nach der Pause war der FC die deutlich aktivere Mannschaft – und kam endlich auch zu einigen großen Chancen. Besonders das Zusammenspiel von Ache und Bülter funktionierte in einigen Situationen hervorragend. „Nach dem Wechsel hatten wir nichts mehr zu verlieren und sind All-in gegangen. Wir haben alles reingeworfen und uns am Ende belohnt“, bewertete Castro-Montes die Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. So erzwangen die Gastgeber letztendlich zuerst den Ausgleich, bei dem der Belgier eine schöne Vorlage lieferte, und kurz vor Schluss auch noch den Siegtreffer.

Erlösender Erfolg

Dabei fiel mit dem ersten Dreier nach acht sieglosen Spielen auch einiges von den Spielern ab. „Das war heute schon sehr erlösend. Im Stadion war es schon ein bisschen unruhig. Wir haben uns vorgenommen, weiterzumachen, alles zu geben, 120 % zu geben und zu probieren, das Spiel zu drehen und am Ende des Tages hat es auch geklappt“, erklärte etwa Ache. Und auch Marvin Schwäbe war ob des erkämpften Sieges erleichtert: „Wir sind natürlich gerade überglücklich, dass die lange Leidenszeit, wo wir natürlich alles gegeben haben und nicht belohnt wurden, heute ein Stück weit belohnt wurde. […] Wir wollten es unbedingt. Und es ist umso schöner, dass wir das dann auch zu Hause erleben durften.“

Während Kwasnioks Worte und Umstellungen zur Halbzeit daran einen maßgeblichen Anteil hatten, betonte der Coach selber nach Anpfiff noch einen anderen Faktor. „Ich hatte schon das Gefühl, dass die Süd heute das Spiel auf unsere Seite gezogen hat. Gerade in der zweiten Halbzeit haben sie nicht von uns gelassen und waren unser 12. Mann und haben das Stadion wieder zum Leben erweckt“, bedankte sich der Trainer bei den Fans, die ihn zuletzt auch kritisiert hatten. Um diese zumindest sportlich wieder zufrieden zu stellen, haben die Kölner jetzt einen Schritt gemacht. Mit viel Einsatz, mutigen Entscheidungen und am Ende dem nötigen Quäntchen Glück. Letzteres hatte die Mannschaft aber selber erzwungen und sich damit eben auch verdient.


Von Zweifeln bis zur Erlösung: Ragnar Ache befreit sich und den 1. FC Köln

Ragnar Ache und Said El Mala nach dem 2:1-Erfolg über Mainz
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Von Zweifeln bis zur Erlösung: Ragnar Ache befreit sich und den 1. FC Köln

Es hatte lange gedauert, doch am Samstagnachmittag gelang dem Stürmer der Kölner der Befreiungsschlag. Gleich zweimal traf der Angreifer und sicherte den Geißböcken mit seinem Doppelpack drei Punkte gegen den 1. FSV Mainz 05: Ragnar Ache wird zum Matchwinner beim 1. FC Köln.

Mit seinen beiden Toren verdoppelte der 27-Jährige seine bisherige Trefferquote der Saison. Viermal versenkte der Angreifer die Kugel nun im Kasten der Gegner. Am Samstag war der Doppelpack der Befreiungsschlag für die Kölner: Ragnar Ache wird zum Matchwinner beim 1. FC Köln.

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Viel unterschiedlicher hätten die Gefühlswelten wohl nicht sein können. Vor genau vier Wochen saß Ragnar Ache auf der Auswechselbank der Geißböcke, den Tränen mindestens nahe. Der Stürmer war nach einer knappen Stunde im Duell gegen Union Berlin ausgewechselt worden – das beim Stand von 0:0. In der Schlussphase trafen die Eisernen zum 1:0. Ache saß anschließend auf der Bank, musste offensichtlich von Jan Thielmann getröstet werden. 28 Tage später stand der Stürmer auf dem Rasen und flachste mit Said El Mala herum, machte ein Selfie mit seinem Offensivkollegen, wirkte glücklich. „Das war heute schon sehr erlösend“, sagte der Angreifer – nach seiner Gala. Denn der Stürmer avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner im Duell gegen Mainz.


„Ich freue mich einfach sehr für ihn“

Dabei war Ache erst zur Pause eingewechselt worden. Marius Bülter hatte den Vorrang erhalten. „Ich habe lange überlegt, ihn sogar von Beginn an auflaufen zu lassen. Aber ich habe schon das Gefühl gehabt, dass drei Mal zu starten in einer Woche vielleicht ein Tick zu viel ist“, sagte Lukas Kwasniok und erklärte, warum er in der Vergangenheit mit einem Stürmer agiert hatte. Nun aber der Versuch mit Bülter und Ache. „Das war eigentlich zum ersten Mal in dieser Saison möglich. Dadurch, dass wir hinten lagen, haben wir uns für diese Variante entschieden. Das hat super geklappt und wir hoffen, dass sie mir so in Zukunft öfter zur Verfügung stehen.“ Tatsächlich änderte sich mit der Einwechslung des Angreifers die Spieldynamik. Der FC war gegen die Rheinhessen fortan drückend überlegen und erspielte sich zahlreiche Torchancen.


Schon nach einer knappen Stunde machte sich die Einwechslung von Ache bezahlt. Der Stürmer stand bei einer perfekten Flanke von Alessio Castro-Montes genau richtig und wuchtete den Ball über die Linie. In der Schlussphase, als die meisten Fans bereits mit dem nächsten Remis rechneten, war der Angreifer erneut zur Stelle. Dieses Mal mit Glück und mit dem Gesicht, aber das störte wohl keinen der 50.000 Zuschauer. „Es ist natürlich schön, dass du heute so jemanden wie Ragnar hast, der dann so einen Impact auf das Spiel hat“, sagte Thomas Kessler. „Ich freue mich einfach sehr für ihn, weil ihm die beiden Tore auch guttun werden.“ Guttun, weil die vergangenen Wochen nicht immer einfach für den Stürmer waren.

So gab es gerade zu Jahresbeginn auch Gerüchte, dass Ache mit seinen Einsatzzeiten nicht sonderlich glücklich wäre. „Als Stürmer werden wir immer nach Toren beurteilt. Wenn man keine Tore schießt, dann kommen gewisse Berichte, gewisse Sachen in die Welt. Und das macht natürlich auch ein bisschen was mit dem Selbstvertrauen, man zweifelt“, sagte Ache. „Jetzt mit den zwei Toren tut das natürlich sehr sehr gut.“ Zumal der 27-Jährige seine Saisontore verdoppelt hat.