Fünf Talente beim Saisonauftakt des 1. FC Köln: Wer schafft es bis ins Trainingslager nach Kitzbühel?
Simon Bartsch
Am Montag ist der FC mit dem aktuellen Kader in die Saisonvorbereitung gestartet. Mit dabei waren auch fünf Akteure aus dem eigenen Nachwuchs des 1. FC Köln: Welche Talente schaffen den Sprung zu den Profis?
Die Kaderplanungen bei den Geißböcken nehmen zunehmend an Fahrt auf. Während Neuzugang Luka Lochoshvili am Montag schon mit auf dem Platz stand, darf sich Gideon Mensah noch von seinem WM-Einsatz erholen. Zu den Akteuren der vergangenen Saison gesellten sich aber auch junge Talente aus dem Kölner Nachwuchs.
Beim Auftakttraining trainierten junge Talente des 1. FC Köln mit
Die erste Trainingseinheit in der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit absolvierten die Geißböcke am Montag unter den Augen vieler anwesender Fans. Neben den verbliebenen Profis der vergangenen Saison standen auch Neuzugang Luka Lochoshvili sowie fünf Nachwuchsspieler mit auf dem Rasen. Mit einem von ihnen hat der Verein den Vertrag am Dienstag verlängert.
Ein starkes Zeichen für die Zukunft
So unterschrieb DavidFürst seinen ersten Profivertrag beim FC. Die Geißböcke setzen damit ein starkes Zeichen für die Zukunft. Denn der Rechtsverteidiger soll bereits bei anderen Topclubs Interesse geweckt haben. So soll unter anderem Juventus Turin den Abwehrspieler im Fokus gehabt haben. 2025 gewann Fürst mit den A-Junioren der Kölner die Meisterschaft, zeigte gegen Inter Mailand überragende Leistungen, machte dabei Ex-Coach Lukas Kwasniok auf sich aufmerksam und spielte sich auf dessen Zettel. Für ein Debüt bei den Profis reichte es bisher allerdings noch nicht. Gut möglich aber, dass dieses in der anstehenden Spielzeit folgen wird.
Denn die Entwicklung des Defensivspielers verläuft steil bergauf. Seitdem Fürst 2023 aus Düren zur U17 des 1. FC Köln gewechselt ist, habe er sich Jahr für Jahr weiterentwickelt, sagt Lukas Berg, technischer Direktor beim FC. Der 19-Jährige „hat im letzten Jahr in der Youth League, in den U19 Top-Spielen und bereits in der U21 gezeigt, was in ihm steckt“, so Berg weiter. Mit diesem Profil könne er es weit bringen. Eine Teilnahme am Trainingslager in Kitzbühel wäre definitiv keine Überraschung.
Mindset für nächste Schritte im Seniorenbereich
Seinen Vertrag ebenfalls verlängert hat Jonathan Friemel. Das allerdings bereits im April dieses Jahres. Der heute 19-Jährige spielt seit seiner Zeit in der U10 bei den Geißböcken, feierte mit der U19 als Stammspieler die Deutsche Meisterschaft. Von Stefan Ruthenbeck bekam er in der vergangenen Spielzeit das Vertrauen ausgesprochen, übernahm das Amt des Kapitäns und sammelte in 30 Partien zehn Scorerpunkte. Der Außenverteidiger durfte sich ebenfalls bei der U21 in der Regionalliga West beweisen, kam vier Mal zum Einsatz und steuerte einen Treffer bei. Bei seiner Vertragsverlängerung sagte Friemel, er sei „überglücklich, weitere Aufgaben bei diesem besonderen Verein anzugehen.“ Eine Neue bekam der 19-Jährige am Montag beim Training mit den FC-Profis. Ob der Weg ihn bereits in diesem Sommer in die österreichischen Alpen führen wird, ist noch offen.
Mit Nilas Yacobi stand am Montag ein weiteres Talent des Kölner Nachwuchses auf dem Platz. Seit Juni 2025 spielt der von VfL Wolfsburg gekommene Stürmer nun am Rhein. Ausgebildet wurde der gebürtige Däne bei seinem Jugendverein Naestved Boldklub. Über Zwischenstationen bei der U17 von Bröndby IF und eben den Wölfen kam Yacobi vor der vergangenen Saison zu den Geißböcken. Damals sagte Berg über den Mittelstürmer, er bringe „die Persönlichkeit, das Mindset mit, hier in Köln die nächsten Schritte im Seniorenbereich zu gehen.“ Für den Kölner U21 stand der 19-Jährige 16 Mal in der Startelf und steuerte drei Tore sowie drei Vorlagen bei. Am vergangenen Wochenende absolvierte der Angreifer mit der Kölner Reserve das erste Testspiel unter dem neuen Coach Manuel Hartmann und traf beim 6:1-Sieg über den FC Gießen zwei Mal den Kasten. Yacobi wird aktuell auf einen Marktwert von 50.000 Euro geschätzt.
“Eines der spannendsten Talente“
Der seit der Saison 2017/18 bei den Kölner Jugendmannschaften spielende Kristiyan Irmiev stand ebenfalls am Montag mit dem Team von René Wagner auf dem Platz und durfte Profiluft schnuppern. Der 19-Jährige ist aktuell Nationalspieler der bulgarischen U19 und stand bei Duellen während der U19-EM Qualifikation und bei Freundschaftsspielen 2025 insgesamt sieben Mal in der Startelf. Für den FC lief Irmiev in der vergangenen Spielzeit für die U19 auf, wechselt in der aktuellen Saison aber zur U21. Dass für den defensiven Mittelfeldspieler jedoch bereits der Sprung zu den Profis ansteht, ist in dieser Spielzeit noch nicht abzusehen. Oberligaluft durfte das Talent beim Training der Profis aber dennoch schnuppern.
Mit Maik Afri Akumu trainierte am Montag das fünfte Talent unter den Augen von Chefcoach Wagner. Der Offensivspieler wechselte im August 2025 von Hertha BSC ans Geißbockheim und unterschrieb einen langfristigen Vertrag. Im Zuge der Verpflichtung beschrieb Berg den Youngster als „hochveranlagten Offensivspieler, der sicherlich rund um seinen Jahrgang als eines der spannendsten Talente angesehen werden kann.“ Der 17-Jährige ist aktuell Teil der deutschen U18 Nationalmannschaft und kam in der vergangenen Saison bereits sechs Mal bei der Kölner U21 zum Einsatz. Eine Reise ins Trainingslager nach Kitzbühel kommt für den Linksaußen in diesem Sommer zu früh, eine Perspektive hat sich Akumu allerdings bereits eröffnet.
Der nächste Hochkaräter: Steigt nun auch Liverpool ins Bieten um Said El Mala ein?
Simon Bartsch
Weiterhin beherrscht ein Name diese Sommerpause bei den Geißböcken. Nun soll es einen weiteren prominenten Interessenten im Buhlen um den Shootingstar des 1. FC Köln geben: Der FC Liverpool soll an Said El Mala interessiert sein.
Nachdem zuletzt die Tottenham Hotspurs als möglicher Interessent von Said El Mala gehandelt wurden, ploppt nun das nächste Gerücht auf und dieses Mal wieder von einem Hochkaräter. Demnach soll der FC Liverpool die Fühler vorsichtig nach dem Kölner Shootingstar ausstrecken.
Beendete gegen Hoffenheim seine Torflaute: Said El Mala
Das berichtet der englische Sportjournalist und Kommentator Ben Jacobs. Demnach wollen die „Reds“ neben Victor Muñoz noch einen weiteren Außenstürmer verpflichten. Den Spanier hat der Premier-League-Club gerade erst für 40 Millionen Euro verpflichtet. Dennoch – so Jacobs – will Liverpool einen weiteren Spieler verpflichten. Und zwar einen, der mit Tempo über die Außen das Spiel antreibt. An der Anfield-Road sei man nach wie vor optimistisch eigentlich Yann Diomande von RB Leipzig unter Vertrag zu nehmen. Das Problem: Halb Europa jagt den Spieler, der am Samstag mit der Elfenbeinküste bei der WM auf Deutschland trifft. Unter den Interessenten befinden sich unter anderem Real Madrid und Paris Saint-Germain. Dass der Spieler RB verlässt, gilt als wahrscheinlich. Und für den Fall, dass sich der Spieler nicht für die Reds entscheidet, soll es in Liverpool eine Shortlist geben.
Drei Spieler auf der Shortlist?
Und auf dieser steht wiederum Said El Mala. Der Kölner Shootingstar ist einer von drei Spielern, die Jacobs explizit nennt. Yankuba Minteh von Brighton & Hove Albion sowie Matias Fernandez-Pardo von Lille wären weitere Kandidaten. Tatsächlich handelt es sich bei allen Akteuren um Spieler, die über ihr Tempo für Gefahr sorgen. Dass Said El Mala gerne nach England wechseln würde, ist bekannt. Der Spieler hat bei den Kölner Verantwortlichen den Wunsch hinterlegt, in die Premier League zu gehen. Daher hatten die FC-Verantwortlichen mit Brentford überhaupt erst verhandelt. Nachdem dort eine Einigung erzielt worden war, sagte die Spielerseite überraschend ab. Über die genauen Hintergründe gibt es keine gezielten Informationen. Spekuliert wurde, dass El Mala Brentford abgesagt habe, weil sein Bruder nicht mit unter Vertrag genommen worden wäre, genauso aber hält sich das Gerücht, dass die Familie auf einen besseren Verein hoffe. Das wäre mit Liverpool sicherlich gegeben. Ob Malek ebenfalls mit an die Anfield Road wechseln dürfte, ist unklar.
Allerdings ist ja ohnehin nicht gesagt, dass sich El Mala auf einen Deal einlässt und wie stark das Interesse der Reds wirklich ist. Jacobs ist zwar ein renommierter Journalist, doch käme ein Wechsel nach Liverpool nach der Verpflichtung von Muñoz schon sehr überraschend. Es wäre jedenfalls nicht gesagt, dass El Mala viel Einsatzzeit erhalten würde. Nach wie vor steht auch noch das Gerücht um die Tottenham Hotspurs im Raum. Dort würde aktuell ein Wechsel in Bezug auf mögliche Spielzeit mehr Sinn machen.
Drei Talente verlassen den 1. FC Köln ablösefrei – Warum nicht jeder Youngster gehalten werden kann und soll
Simon Bartsch
Nach der Niederlage im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gibt es Personal-Entscheidungen bei den Geißböcken. Drei Spieler verlassen die Kölner U19 – und das einmal mehr ablösefrei. Doch nicht bei allen, hat sich der FC um Vertragsverlängerungen bemüht. Drei Talente der U19 verlassen den 1. FC Köln ablösefrei.
Zahlreiche ehemalige Nachwuchsspieler der Kölner haben den Sprung zu den Profis in anderen Vereinen geschafft. Besonders Spieler wie Florian Wirtz oder Yann Bisseck schmerzen, aufgrund ihrer beeindruckenden Entwicklung. Doch es gibt auch zahlreiche Gegenbeispiele.
Arian Römers wird künftig nicht mehr für den FC spielen
Die Enttäuschung war nach dem Schlusspfiff am Sonntag in Sinsheim verständlicherweise groß. Die Titelverteidigung war das Ziel, ein guter zweiter Platz nach einer starken Saison konnte die U19 des 1. FC Köln da nicht zufriedenstellen. Und nur einen Tag später zeichneten sich bereits personelle Veränderungen ab, die ebenfalls nicht allen im Kölner Umfeld schmecken. Denn der FC wird einmal mehr einige seiner Talente verlieren – und das ablösefrei. Jason Ponente-Ramirez hat bereits beim Karlsruher SC unterschrieben. Der Transfer wurde am Montagmittag publik gemacht. Am Abend verabschiedete sich dann ein weiterer Spieler via Instagram. Auch Arian Römers wird künftig nicht mehr den Geißbock auf der Brust tragen. „In diesen Jahren durfte ich nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch wachsen. Danke an alle Trainer, Mitspieler, Betreuer und Fans für diese besondere Zeit. Der FC wird immer ein Teil von mir bleiben“, schrieb Römers auf Instagram.
Verträge laufen aus
Mit Alessandro Puzzo verlässt ein drittes Talent die Geißböcke in diesem Sommer. Auch der Vertrag des 18-Jährigen läuft aus und wird nicht verlängert. Es wird nicht lange dauern, bis die Sorge vor einer weiteren vermeintlichen Talenteflucht unter den Fans die Runde macht. Der Begriff geistert schon seit einigen Jahren rund um das Geißbockheim. Und er ist aufgrund der Causa Florian Wirtz mit einer erstaunlich großen Fallhöhe und offenbar mit viel Emotionalität verbunden. So sorgt der ablösefreie Abgang der Nachwuchsspieler fast schon obligatorisch dafür, dass eine ganze Liste an Talenten herhalten muss, die den Verein verlassen haben und nun nach höherem streben. Yann Bisseck, der gerade von den Bayern umworben wird zum Beispiel, 40 Millionen Euro werden das als mögliche Ablöse genannt. Jens Castrop, der gegen den FC, aber für Gladbach einen Sahnetag in der vergangenen Spielzeit erwischte und nun mit Südkorea zur WM fährt.
Dabei handelt es sich wahrlich nicht um ein rein kölsches Phänomen. Nur ein niedriger einstelliger Prozentsatz schafft es aus dem Juniorenbereich in die Profimannschaft. Und das von Jahr zu Jahr für jeden Jahrgang. Soll heißen: Nur wenige Prozent aus dem jüngsten Jahrgang schaffen den Sprung in den nächsthöchsten. Von dort geht später ein ähnlich großer Anteil an Spielern den nächsten Schritt. Tatsächlich schaffen nur drei Prozent der in NLZs ausgebildeten Spieler auch den Sprung zu den Profis. Insofern kann der Verein gar nicht allen Spielern einen perfekten Weg in die Profiabteilung aufzeigen – und das nicht nur beim FC. Gibt es in der U21 etwa eine zu starke Konkurrenz für die Nachwuchskräfte, ist das Ende des gemeinsamen Weges die logische und folgerichtige Konsequenz. Ein Verein hat sicherlich nicht die Aufgabe, junge Spieler durch schwierige Zeiten zu manövrieren. Und bei allen Wirtz, Bissecks und Co. gibt es eben auch die anderen Beispiele.
„Das ist definitiv eine große Geschichte“
Ein Meiko Wäschenbach hatte enorme Anlaufschwierigkeiten, bevor er seine ersten Einsätze beim KSC sammelte. Justin Diehl wartet beim VfB Stuttgart noch immer auf seinen Durchbruch und auch Justin von der Hitz blieb beim Club bislang hinter den eigenen Einsatzzeit-Erwartungen zurück. Der Sprung in den Profibereich ist dann doch mitunter größer, als es der ein oder andere Berater seinen Schützling wissen oder glauben lässt. Nicht selten war jedenfalls die Rede davon, dass der vom Verein aufgezeigte Weg nicht den Wünschen oder Planungen der Youngster entsprach. Es ist eine komplizierte Gemengelage, bei der unterschiedliche Parteien unterschiedliche Ziele verfolgen. „In der Vergangenheit war es leider viel zu häufig so, dass wir Spieler im falschen Moment vom Hof haben gehen lassen. Das ist definitiv eine große Geschichte, die ich mir anheften lasse. Wir wollen die Spieler halten. Das klappt nicht immer“, hatte Thomas Kessler im vergangenen Sommer gesagt.
Das klappt nicht immer, soll aber auch nicht immer klappen. Im Fall von von der Hitz in der vergangenen Spielzeit oder nun Ponente-Ramirez hätte man die Akteure gerne gehalten. Auch in der Zukunft wird es weitere Abgänge zu geben. Abgänge, die schmerzen würden. David Fürst soll beispielsweise auf der Liste von italienischen Clubs stehen. Spätestens dann wird es wieder Diskussionen geben.
Medienbericht: Talent des 1. FC Köln unterschreibt angeblich bei Trabzonspor
Simon Bartsch
Obwohl die Ligazugehörigkeit der kommenden Spielzeit noch nicht geklärt ist, arbeiten die FC-Verantwortlichen auf Hochtouren am Kader für die nächste Saison. Bei den Junioren gibt es möglicherweise einen Abgang für den 1. FC Köln: Thierry Karadeniz unterschreibt angeblich bei Trabzonspor.
Eigentlich haben sich die Geißböcke auf die Fahne geschrieben, ihre Talente möglichst zu halten. Dass das nicht immer gelingt, ist klar. Zumal auch der Verein nicht bei jedem Nachwuchsspieler verlängern will. Thierry Karadeniz sollte eigentlich gehalten werden, doch der Spieler hat sich offenbar für einen Wechsel in die Türkei entschieden – das vermelden zumindest türkische Medien. In Köln weiß man nichts von einer Einigung.
Thierry Karadeniz im Spiel der U19 gegen Mailand (Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Meusel)
Denn laut türkischen Medien steht der 17-Jährige vor einem Wechsel in die Türkei. Wie „Spor“ berichtet hat sich der gebürtige Bonner mit Trabzonspor auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt. Der Offensivspieler hatte im März sein Debüt für die türkische U19-Nationalmannschaft gegeben und gegen Gibraltar direkt zwei Treffer erzielt – und das innerhalb weniger Minuten. Spätestens damit rief der Akteur zahlreiche türkische Vereine und Interessenten auf den Plan. Damals wurde der Youngster in den Medien als der türkische Mbappé beschrieben. Nun soll eine Einigung mit dem Tabellendritten der Süper Lig erzielt sein. Trabzonspor wird in der kommenden Saison wohl europäisch spielen. Ob Karadeniz dabei eine Rolle spielt, ist angesichts seiner 17 Jahre zumindest offen. Nach Informationen von come-on-fc.com weiß man beim FC von einer Einigung jedoch nichts. Allerdings ist ein Spieler mit auslaufendem Vertrag eben auch nicht dazu verpflichtet, seinen aktuellen Verein über Vertragsgespräche zu informieren – dies wäre also eine normale Art des Vorgehens.
20 Spiele für die Kölner U19
Der schnelle Linksaußen spielt aktuell in der U19 der Geißböcke. Insgesamt lief Karadeniz in dieser Saison bereits 20 Mal für die U19 auf, erzielte zwei Tore, bereitete einen weiteren Treffer vor. Unter anderem spielte der Kölner auch in der Youth League, da auch im Rekordspiel gegen Inter Mailand. Die Begegnung hatte vor ausverkauftem Haus stattgefunden. Den bisherigen Rekord hatte ausgerechnet Trabzonspor gehalten. Kardeniz wechselte 2024 von der Viktoria zu den Geißböcken. Der FC soll dem Vernehmen nach sehr an einer Vertragsverlängerung interessiert gewesen sein. In der jüngeren Vergangenheit hatten die Kölner Verantwortlichen bereits einige Verträge mit Nachwuchsspielern verlängert. So zum Beispiel Benjamin Ley, der den Geißböcken langfristig erhalten bleiben wird.
Auch David Fürst soll seinen Kontrakt verlängern. Das ist bislang nicht geschehen. Dabei soll es auch das Interesse von internationalen Clubs geben. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte im März von einem Interesse von Juventus Turin berichtet.
Die Talente des 1. FC Köln: Zwischen Juve-Interesse, Profi-Debüt und neuen Verträgen
Simon Bartsch
Noch vor einem guten Jahr geisterte der Begriff „Talenteflucht“ ums Geißbockheim. Und mit Justin von der Hitz haben die Kölner einmal mehr ein großes Talent gehen lassen müssen. Das will man eigentlich vermeiden beim 1. FC Köln: Aber David Fürst steht wohl im Fokus von Juventus Turin.
Mit der Vertragsverlängerung von Benjamin Ley haben die Kölner ein Talent an sich gebunden. Ein anderes könnte die Kölner erneut ablösefrei verlassen. Zumindest gibt es großes Interesse.
David Fürst im Kreise der U19 des 1. FC Köln beim Spiel gegen Inter (2. v. r.)
Für Cenny Neumann war das Derby am Samstag ein Nachmittag zum Vergessen. Dabei hatte der Tag aus seiner Sicht eigentlich gut angefangen. Nur wenige Minuten vor dem Spielstart erfuhr der Rechtsverteidiger, dass er in die Anfangsformationen stehen, sein Profidebüt geben würde. Das Spiel verlief weniger gut. Neumann hatte seine Aktien in den Gegentoren. Zwei davon erzielte ausgerechnet ein ehemaliges Kölner Talent, dass nicht gerade im Besten aus Köln weggegangen ist. Nach dem Derby erklärte Jens Castrop, warum er den Verein damals verlassen hat. „Ich weiß nicht, ich war ein sehr ehrgeiziger junger Spieler und ich wollte so schnell wie möglich mein Debüt machen. Ich habe all die Spieler in meinem Jahrgang um mich herum gesehen, die ganzen Talente, wie sie in ihren Mannschaften zu ihren ersten Spielen kommen und ich stand irgendwie auf der Stelle, kam nicht weiter“, so der Mittelfeldspieler, der aber Köln keinen Vorwurf machen wolle.
Für Castrop der richtige Weg
Tatsächlich steht auch Castrop für eine ganze Reihe an ehemaligen Kölner Talenten, die aus Sicht der Fans gerne hätten bleiben oder zumindest mehr Geld in die Kassen hätten spülen können – wenn nicht müssen. Castrop, Justin Diehl, Justin von der Hitz, Meiko Wäschenbach – die Liste ist noch länger. Und nicht selten war die Rede davon, dass der aufgezeigte Weg nicht den Wünschen oder Planungen der Youngster entsprach. Es ist eine komplizierte Gemengelage, bei der unterschiedliche Parteien unterschiedliche Ziele verfolgen. Mal geht es für die Spieler nicht gut aus, mal sehr gut – wie nun im Fall von Castrop, der in Gladbach mindestens zum erweiterten Kreis der Stammformation gehört und sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme mit Südkorea machen darf.
Dass sich junge Spieler gegen die Wege ihrer Heimatvereine entscheiden, ist nicht ungewöhnlich. Nur haben sie in Köln alleine durch den Fall Florian Wirtz eine andere empfundene Tragweite. Noch im vergangenen Jahr geisterte der Begriff Talenteflucht rund um das Geißbockheim. „In der Vergangenheit war es leider viel zu häufig so, dass wir Spieler im falschen Moment vom Hof haben gehen lassen. Das ist definitiv eine große Geschichte, die ich mir anheften lasse. Wir wollen die Spieler halten. Das klappt nicht immer“, hatte Thomas Kessler im Sommer gesagt, als klar war, dass von der Hitz den Verein verlassen würde. Zur Wahrheit gehört auch, dass der 19-Jährige in Nürnberg erst im Februar sein erstes Spiel gemacht hat. Dann aber gleich vier und sogar einen ersten Assist feierte.
Juve an David Fürst interessiert?
Der heutige Geschäftsführer erklärte damals, dass man den jungen Spielern ein attraktives Umeld schaffen wolle. „Und das ist dann eben nicht nur die im sportlichen Bereich, sondern auch eine ganzheitliche Seite zur Verfügung stellen. Wir versuchen ein Rundum-Paket zu bieten, was aber darin münden muss, wenn die Spieler so talentiert sind, dass sie die Plattform bekommen, in Zukunft das Trikot im Stadion zu tragen“, so Kessler. Möglicherweise waren das dann auch Gründe, die Benjamin Ley dazu bewegt haben, den Vertrag beim FC zu verlängern. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt, Ley sprach davon, dass ein Traum in Erfüllung gehen würde. Dass aber nicht jedes Talent automatisch beim FC verlängert, zeigt ein anderes Beispiel.
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Eins, das den Kölnern wehtun könnte. Leys Mannschaftskollege David Fürst fiel erst am vergangenen Wochenende mit einem sehenswerten Treffer in den Winkel im DFB-Pokal-Halbfinale auf. Der Rechtsverteidiger hatte auch schon vor 50.000 Zuschauern in der Youth League gegen Inter Mailand überzeugt. So sehr, dass nun Ex-Trainer Lukas Kwasniok den Youngster auf dem Zettel hatte, ihn einige Male mittrainieren ließ und sogar Einsatzzeit in Aussicht stellte. Die bekam zuletzt Cenny Neumann auf jener Position. Brisant: Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwochabend berichtet, soll Juventus Turin das Talent gleich mehrfach beobachtet haben. Fürst stehe im Fokus der Italiener. Nach Informationen von come-on-fc.com sollen auch weitere italienische Clubs aufmerksam geworden sein.
Starke Zeichen
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet zudem über weiteres Interesse aus Deutschland. Augsburg und Stuttgart sollen die Fühler demnach nach dem Spieler, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, ausstrecken. In Köln weiß man natürlich um die Qualität des Youngsters und wird auch Fürst einen Weg aufzeigen wollen. Auch, wenn es die aktuelle personelle Situation anders vermuten lässt, wartet auf Fürst bei den Profis große Konkurrenz. Schließlich sind die Geißböcke im Falle des Klassenerhalts mit Sebastian Sebulonsen, Alessio Castro-Montes, Jan Thielmann und eben Neumann gut aufgestellt. Und dennoch: Die Vertragsverlängerungen von Ley, aber auch von Fynn Schenten vor einigen Wochen ein gutes, vor allem aber ein starkes Zeichen.
Nebeneffekt der Verletzungsmisere: Der Kölner Nachwuchs bekommt unter Lukas Kwasniok eine echte Chance
Simon Hense
Gegen Borussia Dortmund gab es beim FC gleich zwei Premieren: Youssoupha Niang stand das erste Mal in der Startelf und Cenny Neumann feierte sein Bundesliga-Debüt. Damit bekommen erneut Nachwuchsspieler ihre Chance beim 1. FC Köln: Kwasniok beweist weiter seinen Mut mit Talenten.
Auch durch den Ausfall von Alessio Castro-Montes gab es eine große Überraschung in der Startelf der Geißböcke gegen den BVB. Nicht die erfahrenen Marius Bülter oder Luca Waldschmidt rückten für den Belgier in die Anfangsformation, sondern Youngster Youssoupha Niang. Und auch Cenny Neumann gab in der Partie sein Debüt für die Profis des 1. FC Köln.
Debütant Cenny Neumann im Duell mit Dortmunds Daniel Svensson
Es hatte fast ein bisschen was von Jugend forscht am Samstagabend beim 1. FC Köln: Mit gerade mal 23,6 Jahren im Schnitt bot der FC die jüngste Startelf seit mehr als fünf Jahren auf. Zuletzt war die Anfangsformation am 16. Dezember 2020 bei einem 0:4 gegen Bayer Leverkusen so jung gewesen. Gegen den BVB bestand etwa die Kölner Flügelzange mit Said El Mala und Youssoupha Niang aus zwei 19-Jährigen. Für Letzteren war es nach zuvor vier Kurzeinsätzen das Debüt in der ersten Elf. Dabei bewies Kwasniok mal wieder, dass er sich nicht scheut, auf Talente zu setzen. Denn eigentlich hätte Alessio Castro-Montes als Rechtsverteidiger auflaufen sollen und Jakub Kaminski wohl eine Position weiter vorne. Da der Belgier aber nach Problemen im Abschlusstraining ausfiel, schob der Coach Kaminski nach rechts hinten. Anstatt aber als Rechtsaußen einen erfahrenen Spieler wie Luca Waldschmidt oder Marius Bülter zu bringen, entschied sich der Trainer bewusst für Niang.
Cenny Neumann der nächste Debütant in dieser Saison
Den Ausschlag für den 19-Jährigen gab letztendlich seine Laufstärke. Und der Rechtsaußen zahlte das Vertrauen mit einer engagierten Leistung zurück. So hatte der Youngster einige gute Aktionen, gab am Ende bis zu seiner Auswechslung in der 74. sogar vier Torschüsse ab – der Bestwert auf Seiten der Kölner. Neben Niang feierte außerdem ein weiterer FC-Nachwuchsspieler eine Premiere. Cenny Neumann kam kurz vor Schluss aufs Feld und damit zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz, konnte in der Zeit aber nicht mehr wirklich Einfluss nehmen. Trotzdem war er damit bereits der dritte Debütant aus dem Kölner Nachwuchs in dieser Saison. Denn auch Fynn Schenten kann bereits einige Einsatzminuten in der Bundesliga verzeichnen. So stand der Stürmer etwa beim ersten Spiel im neuen Jahr gegen den 1. FC Heidenheim sogar in der Startelf.
Damit zeigt sich, dass die Geißböcke ihre Philosophie, den Nachwuchs zu fördern, wirklich durchziehen. Und dass Kwasniok sich nicht scheut, die Talente ins kalte Wasser zu schmeißen. Gerade im Kampf gegen den Abstieg eine mutige Entscheidung. Aber auch eine, die dem Verein langfristig helfen kann. Denn durch die Einsatzminuten für die Nachwuchsspieler können die Kölner zum einen natürlich finanziell profitieren, wenn die Debütanten ihre Entwicklung fortsetzen. Zum anderen hilft es den Geißböcken, Jugendspieler zu überzeugen, zum FC zu kommen. Für sie gibt es dort eine realistische Perspektive auf Spielzeit. Neben Niang, Schenten und Neumann zeigt das ebenfalls die Entwicklung von El Mala. Der 19-Jährige, der vor anderthalb Jahren verpflichtet und wegen der Transfersperre erstmal an Viktoria Köln verliehen wurde, feierte schließlich diese Saison auch sein Debüt. Bei ihm erforderte wegen seiner starken Leistungen die Entscheidung des Trainer aber natürlich weniger Mut.
Chance für Talente durch Verletzungsmisere
Dass so viele Nachwuchsspieler zum Einsatz kommen, liegt allerdings nicht nur am Mut des Trainers. Die große Verletzungsmisere spielt dabei eine wichtige Rolle. So kam Niang gegen den BVB wie zuvor beschrieben wohl überhaupt erst durch den Ausfall von Castro-Montes zu seinem Startelfdebüt. Ähnlich ist der Fall bei Neumann, der ebenfalls von den vielen Ausfällen auf der rechten Seite profitierte. Denn neben dem Belgier standen auch Sebastian Sebulonsen und Jan Thielmann nicht zur Verfügung. Ohne die Verletzungen hätte das Talent, das im Sommer aus dem Nachwuchs von RB Leipzig in die Domstadt gekommen ist, womöglich nichtmal im Kader gestanden. Somit sind die Chancen für die jungen Spieler vielleicht der einzige positive Nebeneffekt der vielen Verletzungen.
Da die Geißböcke weiter von den Ausfällen gebeutelt sind, werden die Youngster wohl auch in den nächsten Wochen Einsatzzeit bekommen. Zumindest wird Kwasniok sich mit Sicherheit nicht scheuen, sie selbst in anspruchsvollen Situationen reinzuwerfen. Und damit haben die Talente die Chance, sich nachhaltig für mehr zu empfehlen. Wenn ihnen das gelingt, wird es bestimmt schon sehr bald wieder eine Startelf mit einem ähnlich geringen Altersdurchschnitt wie gegen den BVB geben – und nicht erst in fünf Jahren.
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Die DFL plant Einführung einer U21-Liga – Lukas Berg im Interview über die Bedeutung für den 1. FC Köln
Daniel Mertens
Die Deutsche Fußball-Liga stimmt bei ihrer nächsten Mitglieder-Versammlung am Dienstag über die Einführung einer neuen U21-Liga zur Saison 2026/27 ab. Die Teilnahme daran soll für die 36 Vereine freiwillig sein und die Durchlässigkeit der Talente in den Profi-Fußball erhöhen. Das könnte auch beim 1. FC Köln der Fall sein: Lukas Berg spricht im Interview über die mögliche Einführung der U21-Liga und die FC-Bedeutung.
Lukas Berg, technischer Direktor beim 1. FC Köln, sprach im Interview mit come-on-fc.com über die Gedanken, die sich der FC zur möglichen U21-Liga macht und äußerte seine Wünsche zur Verbesserung der Talent-Förderung.
Lukas Berg vom 1. FC Köln
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Das Gespräch führte Daniel Mertens für come-on-fc.com
Herr Berg, wie stehen Sie und der 1. FC Köln zu den Planspielen rund um die Einführung einer neuen U21-Liga?
Lukas Berg: Wir begrüßen es, dass man sich im gesamten Land Gedanken darüber macht, wie wir den Übergang von Spielern aus dem Nachwuchs- in den Profifußball meistern. Wenn ich für uns hier am Geißbockheim spreche, investieren wir bereits unheimlich viel auf und neben dem Platz in der Akademie – insbesondere im Übergangsbereich – um das zu schaffen. Das ist an anderen Standorten auch so, weil es eine Lizenzierungsvorgabe ist. Aber wie viele selbst ausgebildete Talente schaffen wirklich den Sprung in die Profiligen? Im europäischen Vergleich sind das gemessen an dem Aufwand, der in Deutschland betrieben wird, zu wenig. Deswegen ist es gut, dass sich in Deutschland Gedanken gemacht werden und auch ins Ausland geschaut wird, um sich erfolgreiche Maßnahmen abzuschauen. Wir begrüßen das sehr.
Wie passt eine solche Liga in die Ausrichtung der Nachwuchsarbeit beim 1. FC Köln?
Lukas Berg: Wir müssen natürlich schauen, wie der Vorschlag in unsere Welt beim FC passt. Wir haben etwa vor knapp drei Jahren das Konzept der U21 komplett verändert. Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie wir den Übergang aus dem Nachwuchsbereich zu unseren Profis durchlässiger gestalten können. Wir sind, anders als andere Vereine, wirklich darauf angewiesen, dass wir hervorragende Jugendarbeit machen und diese auch Früchte trägt. Titel im NLZ-Bereich sind relativ wenig wert, wenn wir keinen der Jungs in der Profimannschaft sehen.
Wir müssen beim FC unsere Eigengewächse in den Profifußball bringen, weil wir uns nicht so auf dem Transfermarkt bewegen können wie andere Clubs, die für hohe Geldsummen am Ende der Ausbildungszeit junge Spieler aus dem Ausland transferieren. Das ist nicht unser Ansatz. Nicht nur, weil wir das nicht in diesem Maße können, sondern auch, weil wir es nicht wollen. Dementsprechend ist unsere Struktur im Übergangsbereich seit drei Jahren schon darauf ausgelegt, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass möglichst viele selbst ausgebildete Nachwuchsspieler durchkommen.
“Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich brauchen“
Was genau wurde beim 1. FC Köln seinerzeit verändert mit Blick auf die U21?
Lukas Berg: Früher hatten wir eine U23-Mannschaft. Das war eine Art Klub im Klub, wo es eher darum ging, die Klasse zu halten. Dementsprechend wurden auch viele Spieler von außen dazugeholt, die bereits Seniorenerfahrung hatten. Heute haben wir auf eine U21 umgestellt – also quasi unsere letzte Juniorenmannschaft, die aber unter Vollprofibedingungen arbeitet. Die Mannschaft ist so zusammengestellt, dass die Spieler, die für diese Mannschaft spielen, anschließend eine Profi-Perspektive besitzen. Es geht darum, in der U21 so viele Jungs so früh wie möglich aufs Feld zu bekommen, denen wir den Sprung in den Profi-Fußball zutrauen, ob nun bei uns oder in einem anderen Verein, das wird sich zeigen. Aber wir übernehmen oder verpflichten in der Regel keine Spieler mehr, bei denen wir annehmen, dass die Regionalliga schon das höchste der Gefühle ist. Das gilt natürlich nicht für unsere erfahrenen Spieler, die eine andere Rolle im Kader einnehmen. Natürlich wissen wir, dass die Mannschaft dadurch sehr jung wird und wir sportliche Ausschläge nach oben und nach unten in Kauf nehmen müssen.
Gibt es schon eine finale Entscheidung nach dem Abgleich der U21-Liga mit der Ausrichtung beim 1. FC Köln?
Lukas Berg: Aktuell sind in der Regionalliga West sieben Zweitvertretungen vertreten. Damit haben wir schon einmal zwölf Spiele nur unter U-Mannschaften über die gesamte Saison auf sehr hohem Niveau. Dazu kommen die Spiele gegen gestandene Seniorenteams. Die Regionalliga West bietet für uns aktuell in dieser Konstellation sehr gute Voraussetzungen, um unsere jungen Spieler frühzeitig an den Seniorenbereich heranzuführen. Wir haben für uns also schon viele Probleme gelöst, die an anderer Stelle jetzt unter anderem mit der U21-Liga angegangen werden. Diese ist natürlich für jene Vereine hoch interessant, die derzeit keine eigene U21 haben und ihre Top-Talente auf Spielzeit bringen müssen. Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich benötigen.
„Wir wägen aktuell noch ab“
Was würde eine U21-Liga folglich für den 1. FC Köln bedeuten?
Lukas Berg: Da sprechen wir von vielleicht zehn Spielen, die noch einmal dazukommen. Das führt zu einer deutlich höheren Belastung und dazu, dass man die Kader vielleicht noch einmal anders aufstellen muss. Der Vorschlag sieht ja vor, dass Spieler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren zum Einsatz kommen dürfen. Was nicht passieren darf, ist, dass wir auf einmal zu viele Spiele haben und dann die Vereine in der neuen Spielrunde vermehrt Ergänzungsspieler einsetzen. Wir wägen daher aktuell noch ab, wie dieser Vorschlag zu unserer Ausrichtung passt, weil wir eben in dieser Stoßrichtung bereits einiges unternommen haben.
Eine Entscheidung, wie der FC Anfang abstimmen wird, ist folglich noch nicht gefallen?
Lukas Berg: Nein, wir wurden mitten in der Transferphase erst im Detail über die Pläne informiert. Wir wissen also noch gar nicht so lange, wie der detaillierte Modus aussieht, wer zum Einsatz kommen darf, wie viele Spiele es geben wird und wie die Organisation konkret ausgestaltet ist.
Wäre die Organisation für den 1. FC Köln stemmbar?
Lukas Berg: Das ist die Frage, die wir uns stellen: Wie kriegen wir das überhaupt mit unseren Platzkapazitäten am Geißbockheim hin? Da kommt wieder die altbekannte Problematik ins Spiel. Wenn man an der neuen Liga teilnimmt, verpflichtet man sich eben auch dazu, seine Plätze zur Verfügung zu stellen, sodass beispielsweise ein Spiel zwischen Hamburg und Mainz in der Mitte ausgetragen werden kann. Das ist für uns faktisch nicht möglich, weil wir bei den Platzkapazitäten jetzt schon an unsere Grenzen stoßen.
Wie schaut der Weg zur Entscheidungsfindung beim FC bis zur Mitglieder-Versammlung der DFL im März aus?
Lukas Berg: Wir sind dabei, eine interne Haltung zu entwickeln. Wir schließen noch gar nichts aus oder ein, weil wir es aus verschiedenen Perspektiven betrachten müssen. Was gewinnen wir dadurch und was ist sowieso schon über unsere eigene Struktur abgedeckt? Aktuell sind wir aber noch ergebnisoffen und es gibt keine Tendenz in eine Richtung. Ich sehe aber andere Probleme viel akuter.
„Das lässt das System nicht zu“
Welche?
Lukas Berg: Das sind die Parallelansetzungen der Spiele unserer Lizenzmannschaft und den U21-Junioren. Ich habe einmal mit Frank Schaefer über diese Thematik gesprochen. Und er sagte, dass man sich selbst zu seiner Zeit als Akademieleiter zwischen 2013 und 2015 die Zähne an diesem Thema ausgebissen habe. Er sagte: Das kannst du vergessen, da wird sich keiner bewegen. Aber das ist ein Thema, bei dem unsere Ausbildung ad absurdum geführt wird.
Bitte erläutern Sie uns die Auswirkungen der Parallel-Ansetzungen auf die Ausbildung der Talente.
Lukas Berg: Was passiert denn mit den Spielern im Übergangsbereich, die vielleicht fünf, sechs Wochen am Stück im Kader der Profis sind, weil sie gut trainieren, dadurch eine Kaderoption sind, aber dann in der Bundesliga kaum Einsatzzeiten bekommen? Es wäre perfekt, wenn die Jungs einen Tag danach 90 Minuten in der Regionalliga spielen könnten. Das lassen die parallelen Ansetzungen der Spiele aber nicht zu und behindern dadurch die Entwicklung der Spieler im Übergangsbereich massiv. Hinzu kommen zahlreiche Aspekte, die verloren gehen, wenn die Spiele parallel stattfinden. Es macht für die Entwicklung eines Spielers einen Unterschied, ob er vor 2000 oder 300 Zuschauern spielt.
Natürlich gibt es Sicherheitsaspekte, die bei den U21-Spielen beachtet werden müssen. Die möchten wir nicht wegdiskutieren – ganz im Gegenteil. Das Spiel muss sicher ablaufen können. Aber eine pauschale Parallelansetzung, um allen organisatorischen Herausforderungen aus dem Weg zu gehen, kann und darf nicht die Lösung sein. Hierdurch greift eine Drittpartei natürlich massiv in den Wettbewerb und in unsere tägliche Arbeit ein. Hier macht man sich das Leben durchaus einfach und uns ungleich schwerer.
Hat der 1. FC Köln schon mal etwas unternommen, um weniger Parallel-Ansetzungen zu erreichen?
Lukas Berg: Und ob! Wir haben vor einiger Zeit ein seitenlanges Positionspapier mit unserer Haltung an den Westdeutschen Fußballverband, den Deutschen Fußball-Bund und die ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze bei der Polizei, Anm. d. Red.) geschickt, leider ohne Erfolg. Wir waren als FC die treibende Kraft und alle anderen Lizenz-Vereine mit U21-Mannschaften in der Regionalliga West haben mitunterzeichnet. Wir haben detailliert argumentiert, warum wir in der Talente-Entwicklung behindert werden. Leider kam hier monatelang keine Reaktion, was schon sehr verwunderlich war. Nach mehrmaligen Nachfragen ist das Thema dann aber mehr oder weniger abgebügelt worden – sehr schade.
Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die 3. Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?
Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch aufsteigen. Die 3. Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammenhätten, würden wir vielleicht direkt von Beginn an eine gute Rolle spielen . Aber wir haben einige Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über den nächsten Schritt nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben – entweder durch den Sprung in unseren Profikader oder über eine Leihe in eine höhere Liga. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung der Spieler steht immer im Vordergrund. Da nehmen wir größere Umbrüche zu Beginn einer Spielzeit gerne in Kauf.
Letztlich wäre das am Ende auch dieselbe Problematik in einer U21-Liga, oder?
Lukas Berg: Genau, die Sicherheitsaspekte würden auch in der neuen U21-Liga zum Thema, wenn es dann nochmals einen Wettbewerb gegen Borussia Mönchengladbach zum Beispiel gäbe. Da bin ich mal gespannt, ob die ZIS dann wieder sagt, dass wir aber morgens um 11 Uhr ohne Zuschauer spielen müssen. Dann erfüllst du wieder nicht den Auftrag, einen 17-Jährigen mal mit Zuschauern und der aktiven Fanszene in Kontakt zu bringen und mal zu erleben, wie gejubelt wird, wenn ein Tor fällt.
Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die Dritte Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?
Lukas Berg: Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch raus aus der Liga. Die Dritte Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammen haben, steigert sich die Wahrscheinlichkeit natürlich. Aber wir haben Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über eine Leihe nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben.
Dadurch leidet dann natürlich wieder die Kader-Qualität. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung steht absolut im Vordergrund. Und natürlich ist da auch Druck drauf, weil die Akademie Teil des Profi-Bereichs ist und auch liefern muss.
Würde dieser Grundgedanke bei einem etwaigen Aufstieg bestehen bleiben oder würde sich die U21 in der 3. Liga wieder zu einem Club im Club wandeln, wie Sie die ehemalige U23 bezeichneten?
Vom Zettel ins Profitraining: Mit David Fürst bekommt das nächste Talent eine Chance
Redaktion
Vor genau einer Woche erlebte David Fürst beim Youth-League-Spiel gegen Inter Mailand vor 50.000 Zuschauern sicherlich sein persönliches Karriere-Highlight. Nun wurde der 18-Jährige zum Training bei den Profis hochgezogen. Mit David Fürst steht das nächste Talent beim 1. FC Köln bereit.
Einige Spieler der U19 performen beim Rekord-Duell in der Youth League stark und spielten sich in den Fokus von FC-Coach Lukas Kwasniok. David Fürst trainierte am Mittwoch mit den Profis und kann seine Chance vielleicht nutzen.
David Fürst im Kreise der U19 des 1. FC Köln beim Spiel gegen Inter (2. v. r.)
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Es war sicherlich das Highlight der Kölner Youngster: Genau vor einer Woche rollte der Ball im „großen“ Stadion vor 50.000 Zuschauern – Flutlichtspiel in der Königsklasse des Nachwuchses, dann auch noch gegen Inter Mailand. Auch, wenn das Ergebnis am Ende eine Enttäuschung war, es war sicherlich ein einmaliges Erlebnis. Bislang – zumindest für den Großteil der Spieler. Denn nicht viele schaffen am Ende den Sprung zu den Profis. Einer, der einen richtig starken Eindruck gegen die Italiener hinterließ war David Fürst. Der 18-Jährige zeigte mit starken Grätschen, einem guten Stellungsspiel, dass er durchaus ein Hoffnungsträger der Kölner sein kann. Unter anderem Fürst scheint seine Chance sich zu zeigen, genutzt zu haben. Denn seine Leistung blieb wohl auch FC-Cheftrainer Lukas Kwasniok nicht verborgen.
„Zwei, drei Jungs auf dem Zettel“
Und so stand der Rechtsverteidiger am Mittwoch zusammen mit den FC-Profis auf dem Rasen am Geißbockheim und absolvierte gemeinsam mit der Mannschaft das Training zur Vorbereitung auf das Duell gegen den VfB Stuttgart. Der U19-Spieler ist mit seinen 1,85 Metern nicht nur als Rechtsverteidiger einsetzbar, Fürst kann ebenfalls Positionen im rechten oder linken Mittelfeld bekleiden. Seine Jugend verbrachte der Youngster bei Borussia Mönchengladbach, wechselte im Sommer 2022 zur U17 des 1. FC Düren. Nur ein Jahr später, im Sommer 2023 kam der heute 18-Jährige ablösefrei zum 1. FC Köln, spielte zunächst in der U17 und ist seit 2024 Teil der U19 der Geißböcke. Im Oktober vergangenen Jahres stand Fürst im Hinspiel der Zeiten Runde der Youth League gegen Racing Union YL noch nicht auf dem Platz.
Zum Rückspiel konnte sich der Youngster allerdings wohl empfehlen und wurde von Ruthenbeck für knapp 30 Minuten eingewechselt. Seitdem absolvierte Fürst in den folgenden drei Youth League Spielen alle Duelle über die gesamte Spieldauer. Auch in der U19 DFB-Nachwuchsliga scheint es rund zu laufen. Nur vier Mal war der 18-Jährige nicht Teil des Kaders, die restlichen neun Begegnungen stand Fürst in der Startelf. Nun durfte das Talent sich auch bei den Profis zeigen. Sicherlich auch, ob der starken Leistungen am vergangenen Mittwoch. Denn auch Kwasniok beobachtete die Partei gegen Mailand nicht nur privat. „Zwei, drei Jungs haben es auf meinen Zettel geschafft“, sagte Kwasniok zu seinen Beobachtungen während des Abends. Offenbar stand Fürst mit auf dem Papier. „Wie lange sie draufbleiben, hängt jetzt von ihnen ab“, so Kwasniok.
Für Fürst heißt es nun also, diese Chance gut zu nutzen. Ob es bereits am Samstag für den Kader reicht, wird sich morgen bei der Abfahrt der Profis zeigen.
Nach Verletzungspech beim 1. FC Köln: Rücken jetzt die nächsten Youngster auf?
Simon Bartsch
Durch die aktuelle Verletzungsmisere bei den Geißböcken könnten sich nun neue Möglichkeiten eröffnen. So könnte es für Talente wie Cenny Neumann die Option geben, vielleicht schon gegen RB Leipzig einen Platz im Kader der Profis zu erlangen: Rücken die Talente nun auf beim 1. FC Köln?
Bereits ins Trainingslager nach La Nucia hatte FC-Trainer Lukas Kwasniok einige „Jungdachse“ zu Beginn des Jahres mitgenommen – und diese gelobt. Nun könnte es durch die verletzungsbedingten Ausfälle zu Nominierungen bei den Profis kommen.
Bernie Lennemann und Cenny Neumann in La Nucia (Foto: come-on-fc.com)
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Dass Lukas Kwasniok gerne bei seinen Aufstellungen rotiert, ist mittlerweile bekannt. Die Diskussionen um die Maßnahme reißen in den Sozialen Medien nicht ab. Zur Wahrheit gehört natürlich auch die Verletzungsmisere der Geißböcke. Die Ausfälle von Alessio Castro-Montes und Linton Maina treffen den FC in der Vorbereitung auf die kommenden Spiele auf dem komplett falschen Fuß. Beide befinden sich zurzeit in Topform und ausgerechnet jetzt stehen die ohnehin schweren Spiele gegen Mannschaften wie RB Leipzig, den VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim an. Und so wird Kwasniok auch für die kommenden Begegnungen wieder kräftig puzzeln müssen – wenn auch gar nicht so sehr in der Defensive – wie in den vergangenen Wochen.
Rücken andere Youngster in den Fokus
Möglicherweise bietet die Misere allerdings auch anderen Spielern eine Chance. Denn offensichtlich hat der Kölner Coach zuletzt seine Liebe für den eigenen Nachwuchs gefunden. Noch in der Hinrunde war der Tenor meist, dass die Eigengewächse eher 90 Minuten beim Nachwuchs spielen als 85 Minuten bei den Profis die Bank drücken sollen. Mit Fynn Schenten und Youssoupha Niang wurden zuletzt aber zwei Youngster hochgezogen, die ihre ersten Einsätze und Minuten im Profikader sammeln durften. Schon ins Trainingslager nach La Nucia im Januar hatte Kwasniok einige Talente mitgenommen und seinen „Jungdachsen“ zumindest die Option auf Spielzeit bei den Profis in Aussicht gestellt. Nun könnten die jüngsten Verletzungen durchaus auch weitere Youngster in den Fokus rücken.
Gut möglich zum Beispiel, dass Cenny Neumann gegen Leipzig erneut in den Kader rückt. Der Rechtsverteidiger schnupperte gegen Bayer Leverkusen Mitte Dezember erstmals Profi-Luft. Nun könnte die nächste Berufung anstehen und das ausgerechnet gegen Leipzig. Von den Sachsen war der Rechtsverteidiger im Sommer an den Rhein gewechselt, bei den Sachsen spielte der 19-Jährige seit seinem elften Lebensjahr. Es wäre sicher ein besonderes Spiel für den Youngster, der aktuell bei der U21 spielt und dem man beim FC durchaus auch viel zutraut. Auch andere Spieler trainierten unter der Woche bei den Profis mit und könnten nun ihre Kader-Chance erhalten – zumindest in der Theorie. Nilas Yacobi und Etienne Borie rückten auch aufgrund der jüngsten Verletzungen in den Kader auf.
Stürmer Yacobi dürfte es aber angesichts der Chancen von Schenten und Niang aktuell noch schwer haben, für Borie ist die Konkurrenz durch die Verpflichtung von Felipe Chávez nicht kleiner geworden. Der offensive Mittelfeldspieler hatte allerdings im Trainingslager in Bad Waltersdorf schon sehr überzeugt.
Die Talente des 1. FC Köln: Ein Balanceakt zwischen Perspektive zeigen und Entwicklung lancieren
Simon Bartsch
Fynn Schenten feierte in diesem Winter sein Profi-Debüt bei den Geißböcken. Das hat sich der Youngster verdient. Doch es geht sicherlich auch darum, dem Talent einen Weg für die Zukunft aufzuzeigen beim 1. FC Köln: Wie ist der Plan mit Talent Fynn Schenten?
Drei Spiele in 2026, drei Einsätze bei den Profis – für Fynn Schenten läuft es dieser Tage. Der Youngster wird sicherlich auch wieder beim Nachwuchs zum Einsatz kommen. Denn der Fokus soll auch weiterhin auf der Entwicklung der Talente liegen beim 1. FC Köln: Wie ist der Plan mit Talent Fynn Schenten?
Erste Schritte im Profikader: Youssoupha Niang und Fynn Schenten
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Am Ende waren es drei Ballkontakte, die Fynn Schenten am Sonntagnachmittag vorzuweisen hatte, darunter aber auch ein Torabschluss. Der 18-Jährige war gegen Freiburg in der Schlussphase eingewechselt worden, hatte gegen die Mannschaft von Julian Schuster keinen großen Impact mehr und unterstrich dennoch einmal mehr den Eindruck, einer der Gewinner des Winters zu sein. Denn der Stürmer kam gegen Freiburg bereits zum dritten Mal bei den Profis zum Einsatz, hat sogar Spieler wie Florian Kainz aus dem Kader verdrängt. Das wird sicherlich nicht so bleiben. Lukas Kwasniok hatte unter der Woche erklärt, dass man bei den Youngstern schaue, welche Schritte die richtigen seien. Es geht um die richtige Belastungssteuerung, aber auch um Einsatzzeit, die für die Entwicklung wichtig sei.
Telle nicht mit Spielzeit und Perspektive zufrieden
Ganz sicher geht es bei Spielern wie Schenten aber auch darum, den „Jungdachsen“ eine Perspektive beim FC aufzuzeigen. Ein Kritikpunkt vergangener Talente, die mittlerweile das Weite gesucht haben. Justin Diehl, Marvin von der Hitz, Pierre Nadjombe, Meiko Wäschenbach – die Liste der jungen Spieler ist lang und mehrfach waberten mögliche Gründe wie eine mangelnde Perspektive oder eine fehlende Wertschätzung um den Weggang mit. Zuletzt verließ mit Neo Telle ein Innenverteidiger die Geißböcke, der in der vergangenen Spielzeit sein Profidebüt unter Gerhard Struber gegeben hatte. In dieser Saison noch nicht einmal in der U21 zum Stamm gehörte. „Im letzten halben Jahr kam ich kaum auf regelmäßige Spielzeiten. Gerade in der Schlussphase war ich damit nicht mehr zufrieden, ebenso wenig mit der Perspektive, die mir geboten wurde“, sagte Telle dieser Tage der „Kölnischen Rundschau.“
Die Kritik hielt sich in dem Fall in Grenzen, obwohl in der jüngeren Vergangenheit oft von einer Talenteflucht die Rede war. Sicherlich ein Begriff, der durch den schmerzhaften Abgang von Florian Wirtz noch einmal eine andere Fallhöhe erreicht. Dabei ist eine fehlende Perspektive eben die Perspektive der Abwandernden. Beim Club dürfte die Sprachweise eine andere sein. Die jungen Spieler sollen behutsam aufgebaut werden. Lieber 90 Minuten Spielpraxis beim Nachwuchs, als 85 Minuten Bank bei den Profis. Mitunter könnte die Erwartungshaltung der Shootingstars, vielleicht auch die der Berater eine andere sein. Dass der Sprung eben dann doch nicht so einfach ist, zeigen eben Beispiele wie das von von der Hitz, der auf sein Debüt beim Club noch wartet.
Verhandlungen offen
Fynn Schenten soll unbedingt gehalten werden. Der Vertrag des 18-Jährigen läuft im kommenden Sommer aus, dann könnte das Talent ablösefrei gehen. Doch die Verhandlungen sollen laufen und nach Informationen von come-on-fc.com stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Youngster in Köln bleibt – zumindest soll alles offen sein. Die drei Einsätze bei den Profis sind bereits ein deutliches Zeichen, dass es eine Perspektive gibt. Die wird auch Lukas Kwasniok nicht müde zu betonen. Doch der Kölner Coach mahnt auch, dass es eben nicht zu schnell gehen darf. Schenten wird seine Chancen bei den Profis bekommen, sich aber auch beim Nachwuchs weiter austoben sollen. Und das klappt offensichtlich ja auch gut: 15 Treffer in 18 Junioren-Spielen sind eine deutliche Sprache. Und offenbar ein deutliches Zeichen wert, welche Perspektive es für den Youngster gibt.
„Wir haben das alles auf dem Schirm. Es geht auch darum, wie die Jungs zu Einsatzzeiten kommen in den nächsten zwei, drei Wochen. Priorität eins ist dabei natürlich, wie sie uns helfen. Aber wenn sie dauerhaft bei den Profis nur vierminütige Einsätze haben, werden sie sich nicht entwickeln“, sagte Lukas Kwasniok vergangene Woche auf Nachfrage von come-on-fc.com. Unterm Strich bleibt es aber ein Balanceakt, den der FC bei der Entwicklung und der Perspektive der Youngster gehen muss.