Erneut gut mitgehalten, aber auch wieder keine Punkte: Was fehlt dem 1. FC Köln noch gegen Top-Teams?

OF Said El Mala und Ragnar Ache im Spiel gegen den VfB Stuttgart (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
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Erneut gut mitgehalten, aber auch wieder keine Punkte: Was fehlt dem 1. FC Köln noch gegen Top-Teams?

Mit dem VfB Stuttgart verliert der FC erneut gegen ein Top-Team. Wie in der Woche zuvor gegen RB Leipzig hatten die Kölner aber eigentlich gut mitgehalten, sich aber am Ende nicht mit Punkten belohnen können: Was fehlt dem 1. FC Köln noch gegen Top-Teams?

Achtmal haben die Geißböcke diese Saison in der Liga gegen Mannschaften aus den aktuellen Top sechs gespielt, sieben der Begegnungen haben sie – wie am vergangenen Samstagabend gegen den VfB Stuttgart – verloren. Mehrere der Duelle waren sehr eng, sie gingen dennoch an den Gegner. Was fehlt dem 1. FC Köln noch gegen Top-Teams?

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Es hatte ein bisschen was von einem Déjà-vu: Wie in der Woche zuvor gegen RB Leipzig geriet der 1. FC Köln in Stuttgart in Rückstand. Erneut schafften es die Geißböcke dank einer Energieleistung, den Ausgleich zu erzielen. Aber wie im Duell mit Leipzig kassierten die Kölner nur ein paar Minuten später den nächsten Gegentreffer, von dem sie nicht mehr zurückkommen konnten. Aber nicht nur deshalb kam die Partie gegen den VfB den FC-Fans wahrscheinlich sehr bekannt vor. Denn in wettbewerbsübergreifend neun Duellen mit Mannschaften aus den aktuellen Top sechs war das 3:1 in Stuttgart bereits die achte Kölner Niederlage. „Täglich grüßt das Murmeltier. Es war eine mehr als ordentliche Leistung gegen einen Top-Gegner, aber am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da“, meinte daher auch Trainer Lukas Kwasniok nach dem Spiel.

Individuelle Klasse des Gegners ein Faktor

Dass der FC gegen den VfB erneut gegen ein Top-Team gut mitgehalten hat, sich am Ende aber nicht belohnen konnte, lag für den Coach auch an der Individuellen Klasse des Gegners. „Man hat die Qualität der Jungs vom VfB gesehen. Das hat uns am Ende gekillt und deshalb stehen wir jetzt zum wiederholten Mal da und müssen sagen: Hey, es fehlt nicht viel. Aber es fehlt leider aktuell ein bisschen was, um gegen die Besten nicht nur gut auszusehen und ein offenes Spiel abzuliefern, sondern um auch Punkte mitzunehmen“, so Kwasniok. Gerade das 2:1 der Gastgeber nötigte ihm Respekt ab: „Hendriks spielt einen überragenden Flankenball und Demirovic erkennt die Situation super. Dann muss man das auch akzeptieren und sagen: Glückwunsch an den VfB, dass sie diese Jungs verpflichtet haben.“

Mit seinen Aussagen hat der Trainer durchaus einen Punkt. In engen Duellen wie gegen Stuttgart und Leipzig kann die individuelle Klasse den Unterschied ausmachen. Und die spielte Stuttgart gerade beim erneuten Führungstreffer auch gnadenlos aus. Sogar bereits vor der Flanke von Ramon Hendriks. Dieser bekommt den Ball nämlich vorher stark von Bilal El Khannouss mit der Hacke weitergeleitet. Eine Szene, die nochmal den Unterschied zwischen den Top-Teams und dem 1. FC Köln, einem Aufsteiger deutlich macht.

Fehlende Konzentration nach eigenen Treffern

Trotzdem wollte zumindest Ragnar Ache die Qualität von Stuttgart nicht als alleinigen Grund gelten lassen. Der Angreifer sah eher ein anderes Problem: „Vielleicht fehlt uns das letzte bisschen Konzentration, wenn wir das 1:1 oder ein Tor machen, dann ist es wichtig, konzentriert zu bleiben. Und nicht nach drei, vier Minuten wieder ein Gegentor zu kriegen. Das müssen wir verbessern.“ Damit benennt der Stürmer einen weiteren Faktor, der speziell gegen die Spitzenmannschaften offenbar entscheidend sein kann. Denn der Treffer zum 2:1 durch Ermedin Demirovic ist schon der fünfte Gegentreffer für den FC innerhalb von zehn Minuten nach einem eigenen Erfolgserlebnis.

So schaffen es die Geißböcke nicht, den Schwung nach einem eigenen Tor mitzunehmen und waren stattdessen eher – wie von Ache kritisiert – unkonzentriert. Dabei sind gerade gegen die Top-Teams kleine Ungenauigkeiten besonders schmerzhaft. So muss der FC sein Spiel über 90 Minuten plus Nachspielzeit durchziehen, will er sich gegen die Top-Teams behaupten. Das haben sie gegen Stuttgart, Leipzig und auch ein paar Wochen zuvor gegen Bayern München nach einem eigenen Treffer nicht ausreichend geschafft.

Zu viele FC-Profis nicht am Leistungsmaximum

Und dann passt es auch, dass gegen den VfB gleichzeitig mehrere Profis nicht ihre beste Leistung zeigten. Dazu gehörte Eric Martel, der seit ein paar Wochen seiner Form hinterherläuft. Der Defensivspezialist verlor etwa beim ersten Stuttgarter Treffer Demirovic aus den Augen. Bei diesem Tor sah Kristoffer Lund ebenfalls nicht gut aus. Der Linksverteidiger verlor das entscheidende Duell in der Luft gegen Jamie Leweling, weil er zu weit entfernt von seinem Gegenspieler stand. In der Offensive wiederum vergab zum Beispiel Marius Bülter nach einer Stunde eine große Chance auf den Ausgleich. Damit waren es am Ende zu viele Momente, in denen die Kölner nicht aufmerksam genug waren und zu viele Spieler, die nicht an ihr Leistungsmaximum herankamen. Um gegen die Top-Teams etwas zu holen, müssen die Geißböcke aber bei 100 Prozent sein. Sonst setzt sich am Ende wieder der Favorit durch.

Allerdings sprach Bülter nach dem Spiel noch einen weiteren Punkt an, der aus seiner Sicht dazu führte, dass die Kölner am Ende wieder mit leeren Händen dastanden. Der Angreifer sprach nach der Partie davon, dass den Domstädtern „ein bisschen Glück“ fehlen würde. Tatsächlich hatte der FC in den vergangenen beiden Partien kein Glück mit Schiedsrichterentscheidungen. So hätte ein anderer Unparteiischer beim leichten Schieben von Maximilian Mittelstädt gegen Ache in der Anfangsphase vielleicht auf den Punkt gezeigt. Mit etwas mehr Glück in solchen Momenten wäre eventuell mehr drin gewesen.

„Bonuspunkte“ gegen Hoffenheim oder Dortmund?

Mit der TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund warten in den nächsten drei Spielen noch zwei Top-Teams auf den FC. Damit gibt es gleich zwei Möglichkeiten für die Geißböcke, die Kleinigkeiten, die gegen Favoriten bisher so oft zu Ungunsten der Kölner ausgefallen sind, besser zu machen. Dabei wären Punkte in den Partien natürlich nur „Bonuspunkte“, wie es Kwasniok ausdrückt, und die wichtigeren Duelle, in denen die Domstädter punkten müssen, sind die gegen die direkte Konkurrenz. Aber gerade diese „Bonuspunkte“ können am Ende trotzdem den Unterschied im Abstiegskampf ausmachen. Dabei machte dem Trainer Mut, dass der FC jetzt erstmal mit Hoffenheim auf das eine Spitzenteam trifft, gegen das der 1. FC Köln schon gewonnen hat. „Vielleicht ist das ein gutes Omen für die kommende Woche“, hoffte der Coach.


Darum kann die Niederlage gegen Leipzig dem 1. FC Köln trotzdem Hoffnung machen

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Darum kann die Niederlage gegen Leipzig dem 1. FC Köln trotzdem Hoffnung machen

Gegen RB Leipzig unterlag der FC zum wiederholten Male in dieser Saison einem Top-Team. Allerdings konnten die Geißböcke am vergangenen Sonntag durchaus mithalten. Das macht Hoffnung für die nächsten Wochen: Der 1. FC Köln kann auch gegen Top-Teams bestehen.

Trotz der Niederlage zeigten die Kölner gegen Leipzig eine ordentliche Leistung. Die kann gerade für die kommenden Begegnungen mit mehreren Spitzenmannschaften Mut machen: Der 1. FC Köln kann auch gegen Top-Teams bestehen.

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Es war der nächste Eintrag in eine bisher schwache Bilanz: Gegen RB Leipzig verlor der 1. FC Köln erneut gegen ein Top-Team. Damit bleibt die Bilanz der Geißböcke gegen Spitzenmannschaften weiter sehr durchwachsen. In sieben Liga-Duellen mit den Mannschaften, die in der Liga aktuell in Top sechs stehen, hat der FC nur einen einzigen Sieg geholt. Der war in der Hinrunde gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Alle anderen Partien verloren die Kölner. Dazu kommt noch eine weitere Niederlage gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal. Auch wenn diese Spiele natürlich nicht die sind, die die Kölner für den Klassenerhalt gewinnen müssen, ist die Bilanz trotzdem ausbaufähig.

Leistung gegen Leipzig macht Mut

Und gerade in den kommenden Wochen stehen einige Begegnungen mit Spitzenmannschaften an. In den nächsten vier Spielen treffen die Kölner auf drei Mannschaften aus den Top sechs: den VfB Stuttgart, 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund. Wenn sich die Bilanz der Kölner gegen Top-Teams nicht verbessert und sie gegen den FC Augsburg, der zwischen Hoffenheim und Dortmund auf sie wartet, keine Punkte holen sollten, droht dem FC damit die nächste Negativspirale. Umso ärgerlicher ist es für die Geißböcke, dass sie gegen Leipzig nicht zumindest einen Punkt holen konnten. Denn der wäre durchaus drin gewesen.

Gleichzeitig macht aber gerade die Partie gegen RB auch Hoffnung für die nächsten Wochen. Denn die Domstädter haben gegen die Roten Bullen gezeigt, dass sie mit den Top-Teams mithalten können. So ließen die Kölner zwar einige Leipziger Chancen zu, hatten aber gleichzeitig selber genug Möglichkeiten, um einen Punkt aus der Begegnungen mitzunehmen. Dass sie das nicht geschafft haben, lag am Ende auch an der umstrittenen VAR-Entscheidung, durch die der FC in der 76. trotz Christoph Baumgartners Handspiel wegen Abseits keinen Strafstoß bekam. Zuvor hatten die Geißböcke bereits beim Stand von 0:0 in der Anfangsphase zwei gute Möglichkeiten durch Said El Mala, selber in Führung zu gehen.

Ache als wichtiger Faktor gegen Top-Teams

An den beiden Chancen des Youngsters lässt sich auch gut erkennen, wie die Kölner gegen Spitzenmannschaften erfolgreich sein können. Ein wichtiger Faktor ist dafür Ragnar Ache. Der machte das gesamte Spiel über viele Bälle als Zielspieler fest und gab seiner Mannschaft damit mehr Präsenz in der gegnerischen Hälfte und gute Kontermöglichkeiten. Etwa beim ersten Abschluss von El Mala. Nach einem weiten Kölner Befreiungsschlag behauptete Ache den Ball in der gegnerischen Hälfte und steckte auf den durchstartenden Linksaußen durch. Dessen Abschluss geriet jedoch zu harmlos. Über solche Umschaltmöglichkeiten kann der FC aber auch gegen die Top-Teams Gefahr ausstrahlen.

Ein weiteres Mittel gegen diese Mannschaft ist außerdem, dass sich die Domstädter nicht nur hinten reinstellen, sondern den Gegner immer wieder hoch anlaufen. Das birgt zwar ein gewisses Risiko, kann aber genauso zu Chancen wie der zweiten El-Mala-Möglichkeit führen. Bei dieser provozierten die Geißböcke durch frühes Stören einen schwachen Pass von Nicolas Seiwald, den Jakub Kaminski abfangen konnte. Darauf schalteten die Kölner erneut über Ache und Tom Krauß schnell um, sodass El Mala zum Abschluss kam. Neben der Möglichkeit für hohe Ballgewinne hatte das frühe Anlaufen gleichzeitig den Vorteil, dass die Geißböcke nicht zu sehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurden. Auch wenn es dadurch natürlich die Gefahr gab, überspielt zu werden.

Auch gegen Bayern schon gute Ansätze

Gute Ansätze zeigten die Kölner auch im Liga-Duell mit den Bayern Mitte Januar. Dort waren die Domstädter ebenfalls vor allem über Konter gefährlich. So fiel zum Beispiel die FC-Führung in der Partie durch einen starken Umschaltmoment von Linton Maina. Auf diese Spiele gegen Bayern und Leipzig kann Trainer Lukas Kwasniok gemeinsam mit seiner Mannschaft aufbauen. Zusätzlich müssen sie es aber noch schaffen, dass die Defensive – gerade bei Standardsituationen – noch sicherer steht. Speziell die Leipziger Führung nach einem Freistoß war nämlich ein vermeidbares Gegentor, das in Partien gegen Spitzenmannschaften weh tut.

Trotzdem können die FC-Fans nach dem vergangenen Wochenende mit zumindest etwas mehr Zuversicht in die kommenden Begegnungen gehen. Denn mit Leistungen wie gegen Bayern und Leipzig kann für die Geißböcke durchaus etwas drin sein gegen Stuttgart, Hoffenheim und Dortmund. Und vielleicht sieht die Kölner Bilanz gegen Top-Teams nach den kommenden Begegnungen ja zumindest etwas besser aus.