Erstaunlich viel Insel-Flair beim 1. FC Köln – Die Transfer-Zukunft des FC entscheidet sich in England

Thomas Kessler und Tim Steidten vom 1. FC Köln
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Erstaunlich viel Insel-Flair beim 1. FC Köln – Die Transfer-Zukunft des FC entscheidet sich in England

Noch vier Wochen bleiben bis zum Auftakt im DFB-Pokal in Würzburg. Der 1. FC Köln wartet weiter auf Neuzugänge. Dazu rückt immer mehr ein Markt in den Fokus, der längst im Visier ist beim 1. FC Köln: Warum sich die Transferpläne von Thomas Kessler in England entscheiden.

Mit Tim und Moritz Steidten und den Personalien Said El Mala und Jakub Kaminski auf der einen aber Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey auf der anderen Seite rückt der englische Markt immer mehr in den Fokus beim 1. FC Köln.

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In vier Wochen beginnt für den 1. FC Köln die neue Saison. Bis dahin bleibt Sportchef Thomas Kessler zwar noch etwas Zeit, doch weitere Neuzugänge stehen noch aus. Luka Lochoshvili, Gideon Mensah und Reigan Heskey sowie Paul Okon-Engstler wurden bislang verpflichtet. In diesem Sommer gab es bislang vor allem auf der Abgangsseite Bewegung. Auf der Zugangsseite tat sich zwar etwas, allerdings bei elf Abgängen verhältnismäßig wenig.

Transfers in England

Das Transferfenster wird sich erst zum „Deadline Day” am 1. September schließen. Bis dahin haben Kessler und Co. also reichlich Zeit, um weiter nachzurüsten – und gerade der Markt in England dürfte ein Thema werden oder bleiben. Dass der FC den englischen Markt für sich entdeckt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Ebenso wenig, dass man am Geißbockheim bereit ist, für junge Spieler mit Entwicklungspotenzial aus England tiefer in die Tasche zu greifen. So streckten sich die Domstädter für die Verpflichtung Rav van den Bergs enorm und legten ganze (kolportierte) acht Millionen Euro auf den Verhandlungstisch, um den Niederländer vom englischen Zweitligisten Middlesbrough loszueisen. Es folgte im vergangenen Winter die Leihe von Jahmai Simpson-Pusey, der dann im Sommer Manchester City fest abgekauft wurde. Nun eben mit Reigan Heskey der nächste Spieler von den Skyblues. Auch Chido Obi von Manchester United und Mikey Moore von den Tottenham Hotspur gerieten in den Fokus der Kölner.

Bekräftigt wird dieser Kurs auch durch eine Personalentscheidung in der sportlichen Führung: Seit März dieses Jahres verstärkt mit Tim Steidten ein ausgewiesener England-Kenner das Team um Kessler. Vor seinem Engagement in Köln war Steidten zuletzt Technischer Direktor beim Premier-League-Klub West Ham United. Für den Club aus dem Londoner East End war er bis Anfang Februar 2025 tätig. Doch damit nicht genug. Anfang Juni wurde bekannt, dass der Verein auch dessen jüngeren Bruder Moritz Steidten an den Rhein holt. Dieser verdiente sein Geld zuletzt als Leiter der Scouting-Abteilung der Hammers unter der Regie seines älteren Bruders Tim. Die doppelte Steidten-Entscheidung ist als klares Bekenntnis zur Internationalisierung zu lesen – auch im Scouting. Mit den Steidten-Brüdern soll sich der Blick des FC nun spürbar über den deutschen Markt hinweg weiten, insbesondere in Richtung England.

Das Warten nimmt (k)ein Ende

Der Fokus auf England hat natürlich einen einfachen Grund. In keiner anderen Liga in Europa werden so viele Millionen bewegt, nirgends ist der Markt so lukrativ. In junge Spieler Millionen zu investieren, um sie dann für ein Vielfaches nach England zurückgehen zu lassen, klingt nach einem stemmbaren Risiko. Wobei die Wahrheit doch deutlich komplizierter sein dürfte. Wie lukrativ der Markt wiederum auf der Abgangsseite ist, zeigt sich an den kolportierten Wunschvorstellungen der Ablöse für Abschiedskandidaten. Said El Mala soll den Kölnern 50 Millionen aus England einspielen – wenn er denn noch verkauft wird, Jakub Kaminski hätte aus der Premier League 20 Millionen gebracht, es wurden 17 aus Portugal. Bis dahin wird sich zeigen, wie ernst es der FC mit dem englischen Markt tatsächlich meint.

Um zu verstehen, wann und in welchem Umfang der FC in diesem Sommer auf dem Transfermarkt aktiv werden kann und will, kommt man also kaum daran vorbei, den Blick über den Ärmelkanal zu richten und die Bewegungen in dieser Liga der Superlative zu verfolgen. Genau das hat man beim FC spätestens mit der Verpflichtung der beiden Steidtens verinnerlicht. Und lange dürfte es nicht mehr dauern, bis daraus noch weitere konkrete Ergebnisse folgen.


Von Álvarez über Heskey bis Rosengren – was die Transferverhandlungen über die Kaderplanung des 1. FC Köln aussagen

Thomas Kessler und Tim Steidten bei einem Spiel des 1. FC Köln
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Von Álvarez über Heskey bis Rosengren – was die Transferverhandlungen über die Kaderplanung des 1. FC Köln aussagen

Ellyes Skhiri, Otto Rosengren oder Reigan Heskey – die Liste möglicher Neuzugänge wird beim FC länger und länger. Natürlich wird Köln nicht alle der gehandelten Namen unter Vertrag nehmen, vielleicht noch nicht einmal das Gespräch suchen. Doch es zeigt sich eine Tendenz beim 1. FC Köln und den Transfers 2026: Routine, Talent und Weitblick.

Gehandelt werden viele Namen, am Ende wird es aber auch einige Neuzugänge geben. Dabei scheinen die Kölner sehr breitgefächert zu suchen.

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Auf der einen Seite der 31-jährige Routinier, der mehrere hundert Profi-Pflichtspiele auf dem Buckel hat, auf der anderen Seite das 18-jährige Talent, das noch immer auf den ersten Einsatz bei den Profis wartet. Natürlich sind nicht alle Transfergerüchte gleich heiß, bei manchen handelt es sich bekanntlich um Enten, bei anderen geht es wohl um ein generelles Abklopfen, was für den FC denn möglich ist und dann sind dann doch die, die ganz schnell heiß werden können. Eine Tendenz ist bei den Transfergerüchten dennoch abzusehen. Zumal es in diesem Sommer nicht die ganz großen Luftschlösser wie noch im Vorjahr gibt. Um die Neuverpflichtungen beim FC ranken sich natürlich auch zahlreiche Spekulationen. Das hängt auch mit der Bandbreite an Positionen zusammen, die die Kölner auf dem Weg zum kompletten Kader suchen. Die Geißböcke haben nach wie vor zahlreiche Lücken zu stopfen. Immerhin stehen auf der Zugangs-Seite mit Luka Lochoshvili und Gideon Mensah erst zwei Namen, nur die Planung der Innenverteidigung ist laut Thomas Kessler bei den Feldspielern abgeschlossen.

Routine für die Defensive

Dass also Namen in Bezug auf die Sechs, die Acht, die Außen und die Offensive gehandelt werden, ist folgerichtig. Der ein oder andere Kandidat überrascht dann aber doch. Denn die Bandbreite ist eine große – in mehrerlei Hinsicht. Der FC hat ganz offensichtlich seinen zu scoutenden Markt ausgeweitet. Während Köln in den vergangenen Jahren häufig auf die Bundesliga oder die unmittelbaren Nachbarländer fokussiert war, reicht das Suchfeld mittlerweile deutlich weiter. Edson Álvarez aus Mexiko befindet sich genauso auf dem Zettel wie der Australier Paul Okon-Engstler. Letzterer steht bekanntlich unmittelbar vor der Verpflichtung. Lochoshvili ist Georgier, Mensah Ghanaer, doch auf der Liste stehen auch Spieler aus Polen, England oder Schweden. Das ist kein Hexenwerk – immerhin ist das Scouten durch die Digitalisierung viel leichter geworden. Doch es ist durchaus eine Veränderung. Eine positive, wie René Wagner noch in der vergangenen Woche erklärte.

Vor allem aber fällt auf, dass der FC nicht nach dem einen Muster Spieler sucht – unabhängig der Position. Mit Mensah und Lochoshvili verpflichtete Kessler zwei Spieler, die eine gewisse Erfahrung mit in die Defensive bringen – offenbar die junge Zentrale der hintersten Kette um Jahmai Simpson-Pusey und Rav van den Berg mit ihrer Routine unterstützen sollen. Auch die gehandelten Ellyes Skhiri und Edson Álvarez würden im defensiven Mittelfeld reichlich Erfahrung mit einbringen, sollen als Leader vorangehen. Durch die positionsgenauen Abschiede von Eric Martel (24) und Kristoffer Lund (24) schrauben die Kölner das Alter und die Erfahrung an wichtigen Stellen nach oben. Es sind Akteure, die durchaus Verantwortung übernehmen sollen und auch können, wie sie schon bewiesen haben.

FC mit Weitblick

Dann gibt es aber auch das Interesse an Spielern wir Paul Okon-Engstler, Mikey Moore oder Otto Rosengren, die wiederum ihre ersten Schritte in ihren Teams gemacht, sich dort auch durchaus bewiesen haben. Alle drei sind in ihren Clubs unumstrittene Stammspieler, Leistungsträger, haben auch ihre Erfahrungen in der Nationalmannschaft oder der U-Auswahl gemacht. Okon-Engstler nahm sogar an der WM teil. Allerdings spielen sie in Schweden, Schottland und Australien in Ligen, die mit der Bundesliga wohl nicht vergleichbar sind. Das Leistungsniveau wäre noch einmal ein anderes. Dennoch handelt es sich durchaus um Spieler, die das Potenzial haben, in die erste Elf zu rutschen – wenn auch vielleicht nicht direkt als Stammkraft. Möglicherweise ähnlich wie Jahmai Simpson-Pusey. Der Engländer kam bekanntlich im vergangenen Winter nach einer komplizierten Halbserie bei Celtic Glasgow und spielte sich direkt fest.

Und dann scheint da ganz offensichtlich noch eine perspektivische Variante in die Kader-Mischung mit einzufließen. Der FC hat dem Vernehmen nach bereits Namen wie Jamal Iddrissou, Chido Obi und nun Reigan Heskey abgeklopft. Junge Talente, die die 20 Jahre noch nicht überschritten, bereits das Interesse anderer Clubs geweckt haben, aber die noch auf ihren Durchbruch warten. Nachwuchshoffnungen, denen man den Sprung in den Profifußball relativ schnell zutraut, von denen man sich mittelfristig einen sportlichen, vor allem aber einen wirtschaftlichen Erfolg erhofft. Der FC ist gerade dabei eine besondere Bandbreite an Spielern aufzustellen. Nicht jeder der gehandelten Namen wird am Ende auch seinen Weg nach Köln finden. Nicht jeder von denen, die am Geißbockheim auflaufen, wird ein Schnäppchen sein, ist ein Erfolgsgarant. Doch Thomas Kessler scheint mit seinem Team nötige akute Löcher zu stopfen und gleichzeitig perspektivisch in die Zukunft zu schauen.