Nach Transfersperre: FC will nicht gegen die FIFA vorgehen

Jaka Potocnik hat gegen Oberhausen getroffen
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Nach Transfersperre: FC will nicht gegen die FIFA vorgehen

Das Registrierungsverbot über zwei Transferphasen hat den FC hart getroffen, am Ende eine große Mitschuld am Abstieg. Nun haben die Vereinsbosse der Geißböcke eine Entscheidung getroffen. Der 1. FC Köln geht nicht in den Rechtsstreit mit der FIFA.

Eine ähnlich drastische Sanktion hat es in der Bundesliga so nie gegeben: das Registrierungsverbot gegen den FC über zwei Transferphasen. Und das, obwohl der Europäische Gerichtshof im vergangenen Oktober entschieden hat, dass die Transferregelungen des Weltverbandes gegen europäisches Recht verstoßen. Dennoch: Der 1. FC Köln geht nicht in den Rechtsstreit mit der FIFA. Das berichtet der „Express„.

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Wie berichtet hatte der damals minderjährige Jaka Potocnik 2022 mit Hilfe seiner Mutter den damaligen Vertrag bei Olimpija Ljubljana gekündigt und am folgenden Tag, dem Deadline Day, bei den Geißböcken unterschrieben. Dagegen war der slowenische Club vorgegangen. Die FIFA erkannte in der Kündigung von Seiten des Spielers keinen „triftigen Grund“ für eine Kündigung und belegte den FC mit einem Registrierungsverbot. Das Urteil wurde vom internationalen Sportgerichtshof bestätigt, die Strafe war nach den damaligen Regeln wirksam. Der FC konnte in der Abstiegssaison im Winter nicht mehr nachbessern. Die Folge war der Gang in Liga zwei, der sicher mit der Transfersperre zusammenhing. Die Strafe wurde im Dezember 24 aufgehoben.

Komplizierte Beweislage

Und das wohl wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs. Dieser urteilte in einem anderen Fall, dass die entsprechenden Paragraphen der Transferregeln der FIFA gegen europäisches Recht verstoßen, weil sie die „Freizügigkeit von Berufsfußballspielern behindern können“. Die FIFA kündigte daraufhin eine Überarbeitung des Reglements an. „Die Regeln zum Transfer vertragsbrüchiger Spieler verstoßen praktisch auf ganzer Linie gegen europäisches Recht“, hatte damals Jurist Prof. Dr. Alexander Scheuch, der einst selbst in der Rechtsabteilung des FC tätig war, zu come-on-fc.com gesagt. „Der Gerichtshof vergleicht die Situation damit, dass sich Konkurrenzunternehmen versprechen, sich nicht gegenseitig die Arbeitnehmer abzuwerben.“ Unterm Strich bedeutet das Urteil, dass für die gegen den FC ausgesprochene Strafe keine wirksame Grundlage im FIFA-Regelwerk bestanden hat.

Und somit stellt sich die Frage nach möglichem Schadensersatz. „Ich halte es für sehr gut denkbar, dass dem Grunde nach ein Schadensersatzanspruch des FC gegen die FIFA besteht. Denn den Opfern von Kartellrechtsverstößen steht Ersatz zu“, sagte Scheuch im Oktober. „Die größte Schwierigkeit wird aber darin liegen, genau zu beziffern, welche Schäden der FC infolge der Transfersperre erlitten hat. Wie will man zum Beispiel nachweisen, dass man nicht abgestiegen wäre, wenn man im Winter 2023/24 Spieler hätte verpflichten können?“ Und offenbar sehen die FC-Bosse ähnliche Schwierigkeiten. „Wir haben im Verein intensiv diskutiert und alle Vor- und Nachteile abgewogen“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff nun dem „Express“. „Dabei haben wir verschiedene Anwaltskanzleien mit spezieller Expertise in den betreffenden Rechtsbereichen zur Beratung hinzugezogen. Am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, keinen Rechtsstreit gegen die FIFA aufzunehmen.“

Somit dürfte das Thema nun für den FC beendet sein. Jaka Potocnik spielt aktuell bei Rot-Weiss Essen und dreht in der Vorbereitung bislang ordentlich auf.

Der 1. FC Köln und die bitteren Nachwehen der Transfersperre

Timo Hübers, Eric Martel und Damion Downs vom 1. FC Köln
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Der 1. FC Köln und die bitteren Nachwehen der Transfersperre

Der FC geht in seine zweite Transferphase seit dem Registrierungsverbot. Und das wirkt noch immer nach. Denn die Vertragssituation zahlreicher Leistungsträger ist nicht einfach. Deswegen leidet der 1. FC Köln noch immer unter der Transfersperre.

Im vergangenen Sommer ist der große Ausverkauf ausgeblieben. Nun stehen erneut Fragezeichen hinter der Zukunft zahlreicher Akteure. Je nach Ausgang der Verhandlungen muss der FC noch ordentlich nachrüsten auf dem Transfermarkt und befindet sich dabei in einer schwierigen Situation: Deswegen leidet der 1. FC Köln noch immer unter der Transfersperre.

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Die guten Nachrichten sprudelten vor ziemlich genau einem Jahr fast wöchentlich rein. Für Timo Hübers wurde sogar ein Video produziert, in dem er kolportierten Abschiedsgedanken auf humoristische Art und Weise entgegentrat. Nur wenige Wochen zuvor stand der FC als Absteiger in die 2. Bundesliga fest und Horrorszenarien waren nun mal nicht von der Hand zu weisen. Die Transfersperre auf der einen Seite, ein angeblich drohender Kader-Ausverkauf auf der anderen Seite. Der war angesichts zahlreicher Ausstiegsklauseln auch alles andere als Panikmache. Mit Marvin Schwäbe, Hübers, Jeff Chabot, Eric Martel, Linton Maina, Florian Kainz und Jan Thielmann wurden frühzeitig Spieler mit dieser Verankerung im Kontrakt ausgemacht. Zudem galten die Verträge von Davie Selke und Mark Uth nicht für Liga zwei. Dazu die auslaufenden Arbeitspapiere von Benno Schmitz und Justin Diehl und die Wechselabsichten von Dejan Ljubicic und Max Finkgräfe.

Der FC befindet sich in prekärer Situation

Auch Luca Waldschmidt liebäugelte mit einem Abgang. Bis auf Selke, Diehl, Chabot und Schmitz blieb der Kader bekanntlich zusammen. Der große Ausverkauf blieb aus, zahlreiche Spieler bekannten sich frühzeitig zum FC, betonten, den Karren wohl wieder aus dem Dreck ziehen zu wollen. Ein Jahr später steckt der FC bereits in den zweiten Kaderplanungen nach dem Registrierungsverbot. Und nachdem die Neuverpflichtungen des Winterfensters bislang nicht so richtig erfolgreich verliefen, ist der Sommer recht vielversprechend. Ragnar Ache und Isak Johannesson wurden für knapp zehn Millionen Euro unter Vertrag genommen. Spieler, die in der abgelaufenen Saison durchaus zum obersten Regalfach der 2. Bundesliga gehört haben.

Es sieht eigentlich ganz gut aus: Der FC nimmt wieder Geld in die Hand und bekommt auch Spieler, die auch von anderen Vereinen umworben werden – wenn ganz offensichtlich auch nicht immer. Eigentlich, weil die ganze Wahrheit dann doch eine andere ist. Tatsächlich hängt den Kölnern das Registrierungsverbot auch in dieser Spielzeit noch mächtig nach. Zwar ist der FC wieder handlungsfähig, es gibt aber noch einige Altlasten, die den Kölnern Probleme bereiten. Denn die Situation ist eine ähnliche. Zwar wurden sechs der Ausstiegsklauseln damals nicht aktiviert, aber drei der betroffenen Spieler haben nun nur noch ein Jahr Vertrag. Wollen Hübers, Martel und Thielmann den Kontrakt nicht verlängern, steht wohl die Trennung an, genau wie bei Damion Downs und Max Finkgräfe. Auch Luca Waldschmidt hat sich nicht gänzlich für den Verein ausgesprochen, Mark Uth ist genauso weg wie Spieler wie Dejan Ljubicic.

Wie bewertet ihr die FC-Profis in dieser Saison?

Ein spannender Balanceakt

Es bleibt ein spannender, aber riskanter Balanceakt. Der FC ist damals mit rund 20 Spielern, deren Kontrakt 2025 oder 2026 auslaufen sollten, in die Saison gestartet – vermutlich der Preis, den die Kölner in der prekären Situation damals zahlen mussten. Und wollen die Akteure nun die Verträge aus welchen Gründen auch immer nicht verlängern, dann sind den FC-Bossen nunmal die Hände gebunden. Und so muss der FC den Kader eben doch nicht nur punktuell verstärken, sondern auch auf mögliche Abgänge reagieren. Die Rechnung, der FC könne die punktuellen Baustellen aus den Erlösen von verkauften Akteuren möglichst hochklassig schließen, geht nicht auf. Denn diese Abgänge müssen ja eben auch ersetzt werden – und das im besten Fall adäquat. Wohin die Reise gehen kann, wenn Leistungträger nicht adäquat ersetzt werden, haben die vergangenen Jahre eindrucksvoll bewiesen.

Die Geißböcke sind also auf die Entscheidungen der Spieler angewiesen, egal wie die Tendenz ist. Aktuell lautet das Prinzip warten und hoffen. Und das, in einem Business, in dem es mitunter schon mal um die ganz schnellen Entscheidungen geht. So wie der plötzliche Kauf von Isak Johannesson, der sich kurzfristig aufgetan hat und den FC eine Stange Geld kostet. Der Deal überrascht in diesem Zusammenhang ein wenig. Dass der Isländer die Kölner weiterbingen wird, ist sehr wahrscheinlich. Dass die Kölner einen wirtschaftlichen Erfolg aus dem Transfer erzielen auch. Doch die Frage nach der jetzigen Wirtschaftlichkeit muss mindestens erlaubt sein. Der Traum vom komplett liquiden FC ist ein schöner, doch es ist nunmal unwahrscheinlich, dass die Kölner Verantwortlichen nun das Geld in beide Hände nehmen, um nachzurüsten. Das Risiko ist zu groß. Beim FC wartet man wohl auf weitere gute Nachrichten.