Nur wenige Lichtblicke, mehr Enttäuschungen – So schlugen sich die Abgänge des 1. FC Köln über die Saison

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Nur wenige Lichtblicke, mehr Enttäuschungen – So schlugen sich die Abgänge des 1. FC Köln über die Saison

Die ehemaligen Spieler des 1. FC Köln haben eine Saison hinter sich, die unterschiedlicher kaum hätte verlaufen können. Während Steffen Tigges mit dem SC Paderborn den Sprung in die Bundesliga feierte und Tim Lemperle in Hoffenheim zur Bundesliga-Entdeckung avancierte, erlebten andere ein Jahr zum Vergessen nach dem Abgang vom 1. FC Köln: Was aus den Ex-Geißböcken geworden ist.

Sie haben den 1. FC Köln im Sommer oder Winter verlassen und sind seitdem sehr unterschiedliche Wege gegangen. Für manche war die Saison 2025/26 ein Neubeginn, für andere ein harter Rückschlag. Und bei mindestens einem lief es so unglücklich, dass es kaum vorstellbar ist.

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In seiner ersten Amtszeit als Geschäftsführer Sport hatte Thomas Kessler alle Hände voll zu tun. Neben zahlreichen Neuzugängen verabschiedete der 40-Jährige in den letzten beiden Transferperioden Spieler, die am Geißbockheim keine absehbare Zukunft mehr hatten. Nach dem Ende der Spielzeit lohnt sich ein Blick auf jene Spieler, die ihr Glück fernab der Domstadt gesucht haben.

Die wohl schönste Geschichte schrieb Steffen Tigges. Im Sommer hatte er den 1. FC Köln verlassen und war zum SC Paderborn in die 2. Bundesliga gewechselt. Was folgte, war ein Aufstiegsmärchen. Der SC Paderborn setzte sich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durch und spielt damit in der kommenden Saison in der Bundesliga. Tigges war dabei, wenn auch mit einer bemerkenswerten Eigenart: Immer wenn er für die Paderborner traf, dann im Doppelpack. Kurios, aber effektiv. Im Saisonverlauf zog Coach Ralf Kettemann den 22-jährigen Stefano Marino Tigges in der Startelf vor und verdrängte den erfahrenen Angreifer damit zeitweise auf die Reservebank. Dennoch muss sein Saisonfazit positiv ausfallen, denn Tigges kehrt nach nur einer Saison im Unterhaus zurück auf die Beletage. Und damit wird der FC noch eine sechsstellige Prämie einfahren. Ebenfalls nach oben ging es für Neo Telle, wenn auch auf einem anderen Niveau. Der Innenverteidiger gehörte in der Kölner Südstadt zu jener Elf, die den Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga schaffte. Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Im Finale des Mittelrheinpokals unterlag man dem Stadtrivalen Viktoria Köln im Elfmeterschießen und verpasste damit den Einzug in den DFB-Pokal.

Lemperle explodiert, Ljubicic zurück in der Spur

Kaum ein Spieler hat diese Saison so eindrucksvoll genutzt wie Tim Lemperle. Unter Trainer Christian Ilzer erlebte der in Frankfurt geborene Spieler in Sinsheim eine sensationelle Spielzeit – am Ende fehlte nur ein Wimpernschlag zur Champions League. Sein Marktwert hat sich laut dem Portal Transfermarkt.de nahezu verdreifacht. Zwischenzeitlich brachten Gerüchte ihn mit einem Wechsel zu Atlético Madrid in Verbindung, doch daraus wurde nichts. Stattdessen verlängerte Lemperle seinen Vertrag bei der TSG Hoffenheim bis 2031. Einen holprigeren Weg zurück in die Spur nahm Dejan Ljubicic. Das kurze Intermezzo bei Dynamo Zagreb verlief enttäuschend. Nach einem überzeugenden Start in der kroatischen Hauptstadt verlor der 28-Jährige die Gunst von Trainer Mario Kovacevic und tat sich insgesamt schwer, Fuß zu fassen. Im Winter folgte dann die vorzeitige Trennung und der Neustart beim Zweitligameister FC Schalke 04, wobei es dem Vernehmen nach Trainer Miron Muslic persönlich war, der Ljubicic von einem Engagement in Gelsenkirchen überzeugte.

Downs und Pacarada: Eine Saison zum vergessen

Nicht alle ehemaligen Kölner konnten auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Damion Downs erlebte beispielsweise ein Jahr zum Vergessen. Southampton, sein erster Anlaufpunkt nach Köln, war kein Erfolg. Auch beim HSV lief es nicht besser. Downs blieb in zwölf Einsätzen ohne Torbeteiligung und fand sich in den letzten beiden Partien nicht einmal mehr im Spieltagskader wieder. Nun wartet die Rückkehr auf die Insel zu einem Arbeitgeber, bei dem es aufgrund eines Spionageskandals rund um Trainer Tonda Eckert gewaltig rumort. Aus dem Regen in die Traufe.

Auch der Start von Max Finkgräfe verlief ähnlich holprig. Verletzungen warfen ihn in seiner Anfangszeit zurück, ehe Coach Ole Werner sukzessive auf den Linksverteidiger setzte und ihm zumindest in der Rückrunde mehr Vertrauen schenkte. Das schwärzeste Los aber zog Leart Pacarada. Fünf Minuten dauerte sein Debüt für Heidenheim gegen Borussia Dortmund, dann war die Saison schon vorbei: Kreuzbandriss. Ein tragischerer Einstand ist kaum vorstellbar. Pacarada kehrt erst zur neuen Saison wieder zurück auf das Grün und wird, wenn er an der Brenz bleibt, in der nächsten Saison Zweitligafußball spielen.

Olesen mit Happy End

Mehr Spielzeit – das war Mathias Olesens Plan beim Wechsel zu Greuther Fürth. Doch der Plan ging nicht auf. Bei den Mittelfranken fand der Luxemburger nicht in die Spur und war gegen Ende der Hinrunde zum notorischen Bankdrücker geworden. Im Winter räumte er seinen Spind und heuerte beim Grazer AK an. Dort lief es von Beginn an besser: Olesen war von Anfang an in der Startformation gesetzt und half den abstiegsbedrohten Österreichern, den Klassenerhalt zu sichern.

Für Fürth selbst hingegen war es eine Katastrophensaison, die erst in der Relegation ihr Ende fand. Und ausgerechnet dort trafen die Mittelfranken auf Rot-Weiss Essen, bei dem mit Jaka Potocnik und Marvin Obuz zwei weitere ehemalige Kölner unter Vertrag standen. Obuz, der nach einer Leihe zunächst ans Geißbockheim zurückgekehrt war, hatte sich danach für einen festen Wechsel an die Hafenstraße entschieden. In seiner zweiten Spielzeit in Essen blieb er aber deutlich hinter den Erwartungen zurück: Statt der 21 Scorerpunkte aus der Saison 2023/24 sprangen diesmal nur sieben heraus. Justin von der Hitz verließ den FC, um im Profifußball Fuß zu fassen. Der aufgezeigte Weg in Köln reichte nicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhielt der Rechtsverteidiger zuletzt immer mehr Spielzeit.

Christensen: Mitten im norwegischen Ligabetrieb

Das Leben von Jacob Christensen wird von einem ganz anderen Rhythmus bestimmt. Mit Molde FK kämpft er in der norwegischen Eliteserien um die Teilnahme am europäischen Geschäft. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse im Norden startete die Spielzeit erst im März und läuft noch bis November. Für Christensen scheint der Wechsel an die Westküste Norwegens aufgegangen zu sein. Trainer Sindre Tjelmeland setzt regelmäßig auf den Dänen. Mit Christensen im Defensiven Mittelfeld ist der norwegische Traditionsklub derzeit auf Kurs Europa.

Auch in diesem Sommer werden einige Akteure die Domstadt verlassen. Geschäftsführer Thomas Kessler arbeitet mit Hochdruck an der Kaderzusammenstellung für die neue Saison. Insbesondere über die Zukunft von Said El Mala ist anhand des kolportierten Angebots aus Brentford herrscht reges Interesse.


U19 des 1. FC Köln vor dem Finale in Hoffenheim: Mit historischem Triumph zurück nach Europa

David Fürst im Kreise der U19 des 1. FC Köln beim Spiel gegen Inter (2. v. r.)
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U19 des 1. FC Köln vor dem Finale in Hoffenheim: Mit historischem Triumph zurück nach Europa

Die U19 des 1. FC Köln kann am Sonntag (13 Uhr) Vereinsgeschichte schreiben: Noch nie wurde die A-Jugend der Geißböcke zweimal hintereinander Deutscher Meister. Das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck ist im Endspiel auswärts bei der TSG Hoffenheim zu Gast und will Historisches schaffen: Die U19 des 1. FC trifft im Finale auf Hoffenheim.

Um das große Ziel der Titelverteidigung zu erreichen, ruft Trainer Stefan Ruthenbeck die FC-Fans im Vorfeld zur Unterstützung auf.

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Das große Saison-Finale wirft seine Schatten voraus: „Die Stimmung ist schon ein bisschen angespannt“, verriet Stefan Ruthenbeck, Trainer der U19 des 1. FC Köln, am Mittwochmittag, „da merkt man schon, dass der Fokus jetzt entsprechend da ist und dass die Jungs unbedingt das Spiel spielen wollen.“ Am Sonntagmittag trifft der FC im Endspiel auf die TSG Hoffenheim, die Partie wird im Sinsheimer Bundesliga-Stadion ausgetragen. Vor einem Jahr holte sich der FC die nationale Krone durch den Endspiel-Sieg in Leverkusen, diesmal soll die Titelverteidigung im Kraichgau her.

Titelverteidigung gegen Hoffenheim

Einige Spieler können sich damit ebenfalls zum zweiten Mal zum Meister küren. Assad Kotya-Fofana, Jonathan Friemel, Arian Römers und Fynn Schenten waren beispielsweise bereits vor einem Jahr in der BayArena in der Meisterelf. Einen eindeutigen Favoriten gebe laut Ruthenbeck für das Endspiel nicht: „Es ist ein 50-50-Spiel.“ Einzig der Heimvorteil könnte das Spiel möglicherweise zugunsten der TSG kippen lassen. Deswegen appellierte der Coach auch an den reisefreudigen FC-Anhang, seine Mannschaft am Sonntag vor Ort zu unterstützen: „Jetzt brauchen wir noch mal ein paar Leute, weil ich glaube, dass mit Hoffenheim ein Top-Gegner kommt und ich glaube, dass wir eine einmalige Chance haben für die Titelverteidigung und wir brauchen da die Unterstützung. Desto mehr Leute kommen, desto besser wird das. Ich gehe davon aus, dass wir eine gute Unterstützung bekommen werden.“

Das Duell Hoffenheim gegen Köln sei auch das Aufeinanderprallen zweier unterschiedlicher Spielstile: „Hoffenheim definiert sich sehr viel über Ballbesitz. Wir sind da einen Tick variabler im Spielstil. Wir haben den Fokus auf Umschalt-Momente nach Balleroberungen, das ist bei Hoffenheim ein bisschen weniger. Hoffenheim ist bestückt mit deutschen Nationalspielern. Das ist eines der Top-3-NLZ in Deutschland, wir gehören aber auch dazu.“ Sollte dem 1. FC Köln die Titelverteidigung gelingen, würde dies gleichzeitig auch die erneute Qualifikation für die UEFA Youth League bedeuten, in der dem FC in dieser Saison ein Höhenflug gelang, der erst im Sechzehntelfinale im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion kurz vor Schluss bitter gegen Inter Mailand endete.

„Das ist schon stark“

„Der erste Gedanke, den ich nach dem Spiel hatte, war: Jetzt brauchen wir lange Zeit, um da wieder hinzukommen“, verriet Ruthenbeck, „und jetzt haben wir auf einmal im gleichen Jahr noch mal die Möglichkeit, Deutscher Meister zu werden und wieder Youth League zu spielen, das ist schon stark. Allein der Gedanke daran macht etwas mit einem. Aber ich versuche trotzdem das beiseite zu schieben, um mich wirklich komplett auf das Endspiel zu konzentrieren, das wird schon schwer genug.“

Doch sollte der FC am Sonntag die Meister-Trophäe in den Himmel recken dürfen, so wird der FC-Anhang auf den Tribünen sicherlich auch das Europapokal-Lied anstimmen. Aber davor stehen noch mindestens 90 intensive Minuten im Kraichgau.