Die Diskussionen um den Elfmeter beim 1. FC Köln zeigen die Schwierigkeiten des VAR

Matthias Jöllenbeck schaut sich das Foul von Marvin Schwäbe ab
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Die Diskussionen um den Elfmeter beim 1. FC Köln zeigen die Schwierigkeiten des VAR

Die sportlichen Geschehnisse bei der 1:2-Niederlage der Kölner gegen den VfB Stuttgart gerieten ein wenig in den Hintergrund, ein Elfmeter in den Vordergrund und der führte zu zahlreichen Diskussionen beim 1. FC Köln: Der Elfmeter zeigt die Schwierigkeiten des VAR.

Unterm Strich war die Niederlage wohl verdient, allerdings wäre das Spiel gegen den VfB Stuttgart bei einer anderen Entscheidung vielleicht anders verlaufen für den 1. FC Köln: Der Elfmeter zeigt die Schwierigkeiten des VAR.

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Thomas Kessler wurde ungewohnt deutlich. Der Sportdirektor blieb nach dem Spiel in der Mixed Zone äußerlich ruhig, doch innerlich schien der Sportdirektor heißer zu brodeln als die Kölner Gerüchteküche zu Beginn der Transferphase. Ungewohnt deutlich kritisierte der Sportdirektor die Situation auf dem Feld, nicht so sehr die Entscheidung von Matthias Jöllenbeck einen Elfmeter gegen Köln zu vergeben, vielmehr den Eingriff des Video-Assistenten. Die Elfmeter-Entscheidung im Spiel der Geißböcke gegen den VfB Stuttgart hatte nicht nur Kessler zum Kochen gebracht, das Stadion war aufgeladen, die Geräuschkulisse, als Ermedin Demirovic zum Elfmeter anlief, ohrenbetäubend. Auch am Tag nach der bitteren, wenn auch verdienten, 1:2-Niederlage kochten die Stimmen in den Sozialen Medien hoch.

„Dann ist das kein Foul“

Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Und das ist auch kein Wunder: die Situation ist schließlich sehr vielschichtig. Dabei ist wohl die unstrittigste Komponente der Tritt von Marvin Schwäbe an den gegnerischen Stürmer. Den gab der Torhüter schließlich auch selbst zu. „Ich treffe ihn und wenn man die Bilder sieht, glaube ich, muss man ihn dann auch einfach geben“, sagte der Kölner Kapitän. Doch genau da gehen die Meinungen auseinander. Hätte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck den Elfmeter wirklich geben müssen? Für diese Entscheidung ist es grundsätzlich unerheblich, ob Demirovic weiterläuft oder sich theatralisch fällen lässt. Wäre er gefallen, wäre der Pfiff wohl sofort gekommen und niemand hätte sich beschweren können. Dass der Stürmer nicht hingefallen ist, schließt den Strafstoß natürlich nicht kategorisch aus. „Wenn Ermedin fällt, gibt es die Diskussion nicht. Die Frage ist: Soll er dafür bestraft werden, dass er weiterläuft?“, wollte deswegen auch Sebastian Hoeneß wissen.

Das sicherlich nicht. Doch ist dann mindestens die Frage erlaubt, wie schlimm der Tritt des Kölner Keepers denn wirklich war. Immerhin nicht so schlimm, dass sich Demirovic über den ausbleibenden Pfiff des Schiedsrichters vehement aufregte – ähnlich wie die Mitspieler. „Wenn man ohne irgendwelche Einwirkungen weiterlaufen und weiterspielen kann, dann ist das kein Foul“, sagt der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe in seinem Video-Format „Gräfes Varheit“. Ähnliche Aktionen gibt es zahlreiche in jedem Spiel, die ebenfalls nicht abgepfiffen werden. „So ein Zweikampf wird im Mittelfeld nie im Leben abgepfiffen“, erklärte DAZN-Reporter Marco Hagemann. „Oder habe ich eine Regel nicht im Kopf, dir mir das schlüssig erklärt? Krasse Fehlentscheidung.“ 

Hätte der VAR eingreifen dürfen?

Die Geister scheiden sich auch darüber, ob die Fehlentscheidung wirklich so „krass“ war. Auch viele FC-Anhänger erklären in den Sozialen Medien, dass sie nach Ansicht der Bilder den Elfmeter eigentlich nachvollziehen könnten. Eigentlich, weil dann noch eine weitere Komponente dazukommt. Und die besagt, dass der Video-Assistent laut DFB nur eingreifen soll, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliegt. Und schon die unterschiedlichen Meinungen sprechen dafür, dass die Entscheidung alles andere als eindeutig, also klar ist. Das gilt nun mal auch für Matthias Jöllenbeck, der sich die Szene erstaunlich lange anschaute, sich offenbar also selbst nicht sicher war. Und spätestens dann sollte die Frage erlaubt sein, ob der Video-Assistent überhaupt hätte eingreifen dürfen.

Einmal mehr zeigt sich also, dass der Einsatz des VAR nach wie vor zu wilden Diskussionen führt. Der Grund ist recht simpel: So lange die Worte Ermessens- und Interpretationsspielraum eine so wichtige Rolle spielen, werden die Entscheidungen des Video-Assistenten Spielraum für Frust, Wut und Enttäuschung im Schlepptau haben. Die Fragen, ab wann ein Foul ein Foul oder ein Handspiel ein Handspiel sind, werden mit den Regeln nicht eindeutig beantwortet. Dementsprechend ist die Einordnung dann auch Auslegungssache des Schiedsrichters und anscheinend auch des Video-Assistenten. Eine eindeutige Linie wie die der Kalibrierung beim Abseits wird es nach den aktuellen Statuten bei Foul- und Handspiel einfach nicht geben.

Was sind also die Alternativen?

Der Blick in andere Sportarten bietet zwar Möglichkeiten. Aber ob die am Ende so gewollt werden, ist eine andere Frage. So wäre eine Handregel analog zur Hockey-Fußregel eine eindeutige. Dann würde jedes Handspiel strafbar sein – egal, ob angeschossen, Stützarm oder zum Schutz aus kurzer Distanz. Nur würde diese Regel die Spieldynamik erheblich stören. Eine Äquivalent bei Körperkontakt wäre zudem für eine Kontaktsportart undenkbar. Interessanter könnte der Einsatz einer Challenge der Teams sein. Jede Mannschaft hätte die Chance, den VAR zu Rate zu ziehen – so wie schon üblich beim Hockey oder beim Football. Für die Saison 23/24 hat der DFB angegeben, dass der VAR 126 Mal eingegriffen, es anschließend 123 korrekte Entscheidungen gegeben habe. Der Elfmeter von Köln ist noch nicht bewertet. Am Ende des Tages bleiben aber zu viele Fragen, für etwas, das eigentlich Klarheit bringen soll.

Deutliche Worte nach Elfmeter-Entscheidung: „Der Schiedsrichter ist glaube ich die ärmste Sau in dieser Situation“

Ermedin Demirovic trifft per Strastoß zum 1:1
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Deutliche Worte nach Elfmeter-Entscheidung: „Der Schiedsrichter ist glaube ich die ärmste Sau in dieser Situation“

Der FC hat sein zweites Saisonspiel verloren, gegen den VfB Stuttgart gab es eine 1:2-Pleite für den 1. FC Köln: Eine entscheidende VAR-Entscheidung sorgt in Köln für mächtig Ärger.


Die Niederlage war unglücklich, sicherlich aber nicht unverdient. Dementsprechend enttäuscht war man auch bei den Geißböcken. Doch eine andere Szene führte zu deutlichen Worten beim 1. FC Köln: VAR-Entscheidung sorgt für Ärger.

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Die Situation war alles andere als klar. Der Tritt von Marvin Schwäbe gegen Ermedin Demirovic war eindeutig, doch der Stürmer lief zunächst weiter, verlor dann den Ball im Zweikampf und dennoch gab es Elfmeter. „Ich sehe den Treffer ganz klar“, gab der Keeper zu. „Aber er läuft für mich erst weiter. Es ist eine schwierige Situation.“ Schwierig wurde die Situation, weil Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck sich die Szene nach einigen Minuten noch einmal anschaute, sehr lange anschaute und dann auf Elfmeter entschied. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:0 für den FC. Jakub Kaminski hatte die Geißböcke in Führung gebracht, Ragnar Ache hätte erhöhen können. Stuttgart fand anschließend besser ins Spiel. Nun aber fiel der Ausgleich eben durch Demirovic vom Punkt. Und das Spiel bekam sicherlich eine andere Wendung.

„Ich glaube, keiner im Stadion hat irgendwie eine Berührung gesehen“

„Am Ende trifft er ihn, ja. Am Ende läuft er aber auch weiter. Wenn er ihn trifft und er dann liegen bleibt, ist es für mich ein klarer Elfmeter“, sagte Tom Krauß. „So ist es für mich aber schwierig, weil er läuft halt einfach weiter und die Situation geht ebenfalls weiter.“ Ein paar Augenblicke. Dann griff der Video-Assistent Günter Perl ein und Jöllenbeck entschied doch auf Strafstoß. Und die beiden Unparteiischen regten Thomas Kessler zu ganz klaren Worten an. „Ich habe es mir jetzt ein paar Mal angeschaut, weil es in meinen Augen eine Spiel entscheidende Szene ist. Der Schiedsrichter ist glaube ich die ärmste Sau in dieser Situation. Ich glaube, keiner im Stadion hat irgendwie eine Berührung oder ein Foulspiel gesehen. Das Spiel lief dann auch noch weiter, der Spieler hat glaube ich die Berührung nicht einmal gemerkt“, sagte der Kölner Sportdirektor.

Tatsächlich beschwerte sich der gegnerische Stürmer noch nicht einmal nach dem Foulspiel. „Irgendwann wurde dann das Spiel unterbrochen und dann war auch noch keine Diskussion. Dann wurde heute der Kölner Keller von Deutz auf die Ersatzbank vom VfB Stuttgart gelegt. Ich hatte den Eindruck, in dem Moment, als der VfB dann die Zeit hatte, mal kurz aufs IPad zu gucken, hat irgendeiner in der Zeitlupe gesehen: ,Oh, da war doch was'“, sagte Kessler weiter. „Dann gab es einen riesen Tumult und in dem Moment war es in meinem Erachten so, dass dann nachgefragt wurde, ob da irgendwas war.“ Schiedsrichter Jöllenbeck schaute sich die Situation lange an, immer wieder. „Dass der Schiedsrichter, der – wie wir ja alle wissen – dann auch Herr des Hauses sein soll – für die Szene rausgeschickt wird, ist total unglücklich. Der muss auf Elfmeter entscheiden, wenn du dir das Standbild anschaust.“

„Das ist ein absolutes Rätsel“

„Aber ich glaube jeder, der diese Situation gesehen hat und der schonmal Fußball gespielt hat – und Günter Perl hat über 500 Mal auf hohem Niveau als Schiedsrichter auf dem Platz agiert – wie der sich auf diese Szene stürzen kann und den Schiedsrichter rausschicken kann, ist mir ein absolutes Rätsel“, so Kessler weiter. Kein Rätsel war allerdings der Kontakt von Schwäbe. Der war eindeutig. Schwäbe erklärte nach dem Spiel, er hätte den Ball früher wegschlagen müssen. „Natürlich nimmt Marvin den Ball nicht gut mit und es gibt auch eine Berührung. Wenn ich Schiedsrichter bin und das Standbild sehe, dann muss ich auch Elfmeter geben“, sagte Kessler. „Aber die Frage, die hier gestellt werden muss ist, warum wird auf dem Rücken des 1. FC Köln so eine Situation dann so bewertet und der Schiedsrichter wird dann rausgeschickt. Mich würde das sehr interessieren, ob so eine Situation auch so bewertet wird, wenn Bayern München gegen Borussia Dortmund spielt und es geht um die Deutsche Meisterschaft.“ 

Lukas Kwasniok wollte sich eigentlich nicht großartig äußern, gab dann doch noch ein Statement ab: „Den VAR gibt es seit sechs Jahren. Ich war nie ein Freund, ich bin kein Freund und werde es auch nie werden.“