Das sagt Baumgart zum BVB und seinem Personal

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Das sagt Baumgart zum BVB und seinem Personal

Nach dem Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück beginnt für den 1. FC Köln am kommenden Samstag die Bundesliga-Saison. Und das mit einer schweren Aufgabe. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Steffen Baumgart zum Gegner und seinem Personal.

Nach dem knappen Erfolg über Osnabrück in der ersten Runde des DFB-Pokals startet der 1. FC Köln am kommenden Samstag in die neue Bundesliga-Saison. Direkt zum Auftakt reist der FC nach Dortmund. Das sagt Steffen Baumgart zum BVB und dem Personal.

Wie von Steffen Baumgart unmittelbar nach dem Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück bereits prophezeit, kommt ein Einsatz von Mark Uth am Samstag zu früh. Der Kölner Stürmer hat muskuläre Probleme, musste gegen den VfL frühzeitig vom Platz und konnte bislang nur individuell trainieren. „Mark wird nicht im Kader stehen“, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Topspiel. Auch Davie Selke wird Stand jetzt gegen den BVB möglicherweise nicht beginnen können, wenn er denn überhaupt mit nach Dortmund reist. „Bei Davie haben wir noch Fragezeichen. Wenn er mitkommt, ist er für beides eine Option. Wir können uns da noch nicht klar zu äußern“, so der 51-Jährige. „Wir werden uns die Zeit nehmen, die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist auch ein Abwägen. Wir haben am Ende noch 34 Spiele, für die wir die Risiken minimieren wollen.“ Somit könnte Sargis Adamyam in die Startelf rotieren.

Dejan Ljubicic konnte unter der Woche wieder voll trainieren und ist somit ebenfalls eine Option gegen den BVB. „Bei Dejo sieht es so aus, dass er einsatzfähig ist“, sagte der Trainer. Der Österreicher wird voraussichtlich beginnen. Seine potenziellen Vertreter Denis Huseinbasic und Mathias Olesen konnten beide gegen Osnabrück nicht vollends überzeugen. Linton Maina trainierte zwar wieder mit der Mannschaft, ist aber ebenfalls noch keine Option für Dortmund, genauso wenig, wie der Ex-Dortmunder Steffen Tigges. „Sie werden nicht zum Einsatz kommen.“

Baumgart: „Anspruch und Realität liegen schon mal weit auseinander“

Trotz der Ausfälle ist die Vorfreude auf das Topspiel am Samstag groß. „Wir freuen uns auf das Spiel. Sechs Wochen Vorbereitung sind dann auch genug“, sagte der Coach. „Das mit so einem Spiel beginnen zu dürfen, unabhängig von der Schwere, darüber können wir uns freuen.“ Und dementsprechend will der Trainer auch in Dortmund agieren. „Wir werden da schon hinfahren, mit dem Anspruch, zu gewinnen. Das tun wir ja immer“, sagte der Trainer. „Damit sind wir letztes Jahr aber auch nach Dortmund gefahren und haben sechs Stück gekriegt. Anspruch und Wirklichkeit liegen halt manchmal weit auseinander.“ Dennoch will Baumgart „seinen Fußball“ spielen, der ein emotionales Spiel erwartete. „Wir werden versuchen, unsere Aktionen zu haben. Wir werden offensiv agieren“, so der Trainer. „Das wird Dortmund auch tun. Wir können mit unserem Fußball den ein oder anderen schon überraschen.“

Mit Blick auf die Begegnung gegen Osnabrück konnte der Trainer aber eine gewisse Skepsis nicht verbergen. „Es ist noch ein weiter Weg“, sagte der Coach. „Wir spielen gegen den Vizemeister, bei dem die Meisterschaft ein Thema ist. Ich würde in diesem Jahr keine wette eingehen, wer Meister wird.“ 8400 Kölner Fans werden den FC Richtung Dortmund begleiten.

Der Kölner Trainer äußerte sich auch zu den Gerüchten um einen neuen Innenverteidiger. „Der Kader braucht aus meiner Sicht keinen neuen Innenverteidiger“, sagte der Coach. „Es wird darum gehen, dass wie 14 Tage Zeit haben und uns auch mit der Situation beschäftigen.“ Baumgart betonte, dass der FC mit Elias Bakatukanda und Kristian Pedersen über zwei potenzielle Innenverteidiger verfüge und auch Eric Martel und Mathias Olesen mögliche Alternativen für die Position seien. „Das wir das nicht wollen, ist aber eine andere Geschichte. Wir schauen uns die Situation an. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen.“

 

Folgt uns auf:

Jeff Chabot erneut mit überragenden Werten

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Jeff Chabot erneut mit überragenden Werten

Im Pokal gegen den VfL Osnabrück tat sich der 1. FC Köln lange schwer. Osnabrück schnupperte sogar an der Sensation. Genug Chancen, sich in der Defensive in Szene zu setzen. Jeff Chabot gelang das einmal mehr sehr gut.

Schon in der vergangenen Saison erkämpfte sich der Innenverteidigung einen Stammplatz und avancierte zum Abwehrchef. An diese Leistung knüpft er nun an: Jeff Chabot überzeugt erneut mit überragenden Werten.

Jeff Chabot erneut mit überragenden Werten

Die Auszeichnung in der Hand wirkte neben dem 1.95-Meter-Hünen seltsam klein geraten. Jeff Chabot (Hier geht es zur Datenkarte) umklammerte sie förmlich und strahlte gleichzeitig in die Handykamera, die er mit der anderen Hand hielt. „Man of the Match“, stand auf dem Objekt und an einer anderen Stelle der Slogan „Wir machen Helden“. Tatsächlich ist Chabot auf einem guten Weg, sich schon bald selbst den Heldenstatus beim FC zu verdienen. Der 25-Jährige knüpfte im ersten Pflichtspiel der Spielzeit an die Leistungen der Vorsaison an. Gefühlt fischte der Innenverteidiger am Montagabend in der ersten Runde des DFB-Pokals jede Flanke der Niedersachsen aus dem Strafraum, blockte und grätsche alles weg, was auf ihn zu kam. Chabot ging in vier von insgesamt 28 Luftzweikämpfen, entschied jeden für sich. Der Kölner Abwehrchef kam auf eine Zweikampfquote von 73 Prozent. Nur Leart Paqarada war bei den Kölnern besser. In der vergangenen Spielzeit erreichte Chabot einen Durchschnittswert von 62 Prozent.

Erstes Tor im deutschen Profifußball

Wieder einmal war der 25-Jährige Garant dafür, dass hinten relativ wenig anbrannte. „Wir haben es letztlich auch hinten sehr gut verteidigt, in einer Schlussphase, in der wir wussten, dass auch nochmal einer durchrutschen kann“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart. Einzig vor dem Gegentreffer ließ sich Chabot tunneln, Kunze startete durch und wurde von Luca Waldschmidt unsanft von den Beinen geholt. Elfmeter, Ausgleich. Ansonsten ließ Chabot in der Defensive so gut wie nichts anbrennen. Im Gegenteil: Der Abwehrspieler hatte auch maßgeblichen Anteil am Spielaufbau. Mit weit mehr als 100 Ballkontakten, Denis Huseinbasic kam auf 25 und Florian Kainz auf 45, war Chabot in der Innenverteidigung Taktgeber. Dazu spielte er 86 Pässe, von denen erstaunliche 91 Prozent auch den Mitspieler fanden. Auch dieser Wert lag über seinem Durchschnitt der Vorsaison (87 Prozent).

Das eigentliche Highlight hielt sich der Innenverteidiger dann aber noch für die Verlängerung zurück. Der FC war gerade erst durch Sargis Adamyan in Führung gegangen, da nahm sich Chabot den Ball und zog aus der Drehung aus gut 18 Metern einfach mal ab. Und das mit Erfolg. „Meinem Tor ging ein Standard voraus. Da bin ich stehengeblieben, um zu schauen, wo der Ball hinfällt. Und dann stand ich richtig und versuche es einfach“, sagte der Man of the Match. Für den 25-Jährigen war es das erste Tor für den 1. FC Köln und das erste Tor im deutschen Profifußball. Für Spezia Calcio und Sampdoria Genua hatte Chabot in der italienischen Serie A jeweils einmal getroffen, für Groningen und Rotterdam in der niederländischen Eredivisie insgesamt drei Mal. Nun steht er auch in der Torschützenliste der Bundesliga. „Es ist schön, dass Jeff dann auch mal nicht jedes Ding in die dritte Etage haut“, sagte Baumgart mit einem Augenzwinkern.

Unnötiges Gerangel vor der Pause

Nicht ganz so glücklich wird der Kölner Trainer dagegen mit einer Aktion vor dem Seitenwechsel gewesen sein. In einem Zweikampf mit Kwasi Wriedt verlor der „Türsteher“ die Nerven und drückte sein Gegenüber unsanft zu Boden. Auch wenn es sicherlich übertrieben gewesen wäre, hat es schon Schiedsrichter gegeben, die für ein ähnliches Vergehen den Roten Karton gezückt haben. Schiedsrichter Florian Badstübner beließ es zu recht bei der Gelben Karte. Baumgart sah keine Notwendigkeit, den Innenverteidiger sicherheitshalber vom Platz zu nehmen. So spielte Chabot die 120 Minuten runter, überzeugte wieder einmal in sämtlichen Werten und erzielte ganz nebenbei die Entscheidung im Pokalspiel.

 

Folgt uns auf:

Keine strukturellen Verletzungen bei Uth und Selke

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Keine strukturellen Verletzungen bei Uth und Selke

Leichtes Aufatmen beim 1. FC Köln. Bei Davie Selke und Mark Uth liegen keine strukturellen Verletzungen vor. Das ergaben Untersuchungen am Dienstag.

Die Freude über das Comeback von Mark Uth währte nicht lange. Gut 15 Minuten nach seiner Einwechslung im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück war die Begegnung für den Kölner Stürmer schon wieder beendet. Der Angreifer griff sich an den Oberschenkel und verließ auch wieder den Platz. Nun gibt es eine vorsichtige Entwarnung: Es liegen immerhin keine strukturellen Verletzungen bei Mark Uth und Davie Selke vor.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte einen möglichen Ausfall von Uth am Montagabend prophezeit. „Das ist das, was wir befürchtet haben. Wenn man ein Jahr raus ist, dann muss man sich erstmal wieder dran gewöhnen und deswegen ist das mit der Muskulatur dann manchmal etwas zäher bis die wieder belastungsfähiger ist“, hatte der Kölner Coach nach dem Erfolg über den VfL Osnabrück gesagt. Ein wochenlanger Ausfall stand im Raum. Dieser scheint vorerst vom Tisch. Wie der Klub am Nachmittag bekannt gab, liegen keine strukturellen Verletzungen vor. Wie lange die Kölner Angreifer fehlen werden, ist indes unklar. Man werde in Absprache mit den Physiotherapeuten und dem Trainerteam von Tag zu Tag entscheiden. Am Dienstag hatten die Kölner Profis noch trainingsfrei, am Mittwoch beginnt erst die Vorbereitung auf das Spiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Ein Einsatz von Uth ist zumindest fraglich.

Hübers kehrt ins Training zurück

Bereits in der vergangenen Spielzeit musste Uth unmittelbar nach dem Pokalauftakt gegen Regensburg passen. Der Kölner Angreifer fiel zwei Monate aus, kehrte für fünf Kurzeinsätze zurück und spielte dann bis zum Ende der Saison nicht mehr. Drei Operationen später arbeitete der 31-Jährige hart an seinem Comeback, schob Extra-Einheiten und hinterließ in der Vorbereitung einen starken Eindruck. So stark, dass er nach seiner nahezu einjährigen Pause als gefühlter Neuzugang gehandelt wurde. In der Tat ist Köln mit Uth in der Offensive variabler. Timo Hübers wird nach seinem Zusammenstoß am Mittwoch wohl wieder ins Training einsteigen können. „Alle Tests, die nach einer Kopfverletzung routinemäßig durchgeführt werden, blieben unauffällig“, hieß es von Seiten des Vereins. 

 

Folgt uns auf:

Benno Schmitz punktet im Konkurrenzkampf

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Benno Schmitz punktet im Konkurrenzkampf

Nach der vergangenen durchwachsenen Spielzeit war der kölsche Cafu bei den Kölner Fans zuletzt nicht unumstritten. Mit seinem Treffer und einer ordentlichen Partie hat er vorerst die richtige Reaktion gezeigt.

Wenn Tor, dann Traumtor – mit seinem zweiten Pflichtspieltreffer hatte auch Benno Schmitz seinen Anteil am Pokalerfolg des 1. FC Köln über den VfL Osnabrück. Überhaupt zeigte der Rechtsverteidiger eine ordentliche Partie. Zum richtigen Zeitpunkt, denn mit Rasmus Carstensen haben die Kölner einen starken Außenverteidiger mit Offensivdrang verpflichtet. Für Montagabend galt aber: Benno Schmitz punktet im Konkurrenzkampf.

Steffen Baumgart streckte den Zeigefinger aus, deutete auf den Torschützen. Sein Blick fokussiert, gewohnt streng. Dennoch hatte die Geste viel von „Ich habe es immer gewusst“ oder „Hab ich es dir doch gesagt.“ Benno Schmitz setzte der derweil zum Höhenflug an. Die Faust geballt, sprang der Rechtsverteidiger in die Höhe und ließ sich anschließend von seinen Mannschaftskollegen feiern. Nur wenige Sekunden zuvor hatte sich der 28-Jährige zum zweiten Mal an diesem Abend ein Herz gefasst. Ging der erste Versuch noch deutlich über den Kasten, senkte sich der zweite Schlenzer unhaltbar in den Winkel. Benno Schmitz brachte den FC mit seinem zweiten Pflichtspieltreffer im Duell gegen den VfL Osnabrück in Führung.

Schmitz mit einer durchwachsenen Saison

Sein zweiter Pflichtspieltreffer, sein zweites Traumtor. Denn auch sein erster Treffer schaffte es in so manchen Saisonrückblick. Im November vergangenen Jahres hatte Schmitz gegen Leverkusen im Derby getroffen – ebenfalls sehenswert. Der Treffer wurde zum Tor des Monats nominiert, letztlich gewann Lukas Podolski die Wahl mit einem Distanzschuss. Auch dieses Mal spricht viel für eine Nominierung. Es war ein sehenswerter Treffer und die richtige Reaktion. In der Spielzeit 21/22 wurde der Bayer zu einer der positiven Entwicklungen unter Steffen Baumgart. Das Spielsystem lag dem Abwehrspieler, der so offensiv in Erscheinung treten konnte und mit Anthony Modeste einen dankbaren Abnehmer seiner Flanken fand. Fünf Treffer bereitete Schmitz damals vor, wurde zum kölschen Cafu geadelt.

In der vergangenen Spielzeit konnte er an diese Leistung nicht mehr anknüpfen. Schmitz fand in der Offensive nur selten statt. Zwar traf er sehenswert gegen Leverkusen, dem Rechtsverteidiger gelang nicht ein einziger Assist. „Wir haben die Spielweise teilweise etwas angepasst, kamen mehr über die linke Seite, manchmal habe ich im Dreier-Aufbau gespielt, dann bist du eben weiter hinten“, erklärte Schmitz im Interview dem „Kicker„. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass mit Modeste eben der Flankenpartner fehlte, Schmitz aber auch nicht zu einer konstanten Form fand. Zwar betonte FC-Trainer Steffen Baumgart in der heißen Transferphase, dass Schmitz gesetzt sei und man einen Rechtsverteidiger suche, der sich hinter dem 28-Jährigen entwickeln könne, mit der Verpflichtung von Rasmus Carstensen dürfte der Druck auf Schmitz jedoch gestiegen sein. Nicht wenige Fans ahnen bereits eine Wachablösung. „Wir wissen, was wir an Benno haben“, sagte Baumgart. „Wir wissen aber auch, was wir an Rasmus haben.“

Der Außenverteidiger gegen Dortmund wohl gesetzt

An Benno Schmitz hatten die Kölner am Montagabend auch einen zweikampfstarken Außenverteidiger. Der 28-Jährige gewann zwei Drittel seiner Zweikämpfe, über die gesamte vergangene Saison waren es nur 50 Prozent. Dazu schaltete sich der 28-Jährige viel in die Offensive ein, schlug vier Flanken und erzielte eben die Kölner Führung (Die Daten im Überblick). Carstensen kam nach einer guten Stunde. Allerdings nicht für Schmitz. Der etatmäßige Verteidiger sollte über die rechte Außenbahn für mehr Gefahr sorgen. Das gelang dem Dänen. Mit seiner guten Leistung ist Schmitz für die kommende Begegnung gegen Borussia Dortmund wohl gesetzt. Ob er dann auch gegen ein Spitzenteam an die Leistung anknüpft, wird sich zeigen. Ein weiteres Traumtor wird er laut Baumgart nicht erzielen. „Das Problem ist, dass er sein Tor für diese Saison damit weg hat, er schießt ja nur ein Tor pro Saison“, sagte der Coach augenzwinkernd, dann aber wieder ernst: „Wichtig war, dass er es überhaupt probiert hat.“

 

Folgt uns auf:

Sturm-Sorgen: Uth und Selke verletzt

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Sturm-Sorgen: Uth und Selke verletzt

Der 1. FC Köln hat den Erfolg über den VfL Osnabrück in der ersten Runde des DFB-Pokals womöglich teuer bezahlt. Davie Selke und Mark Uth mussten verletzt vom Platz. Ein Einsatz gegen Dortmund ist zumindest bei Uth sehr unwahrscheinlich.

Vollends konnte sich FC-Trainer Steffen Baumgart über den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals nicht freuen. Denn der Erfolg über Osnabrück war teuer bezahlt. Denn nach dem Pokalerfolg plagen den FC Sturm-Sorgen: Mark Uth und Davie Selke haben sich verletzt. Zumindest Uth scheint für die Dortmund-Begegnung keine Option zu sein. Auch hinter Selke steht ein Fragezeichen.

Mark Uth fällt erneut aus

Mark Uths Blick wirkte leer. Der Kölner Stürmer saß auf einem Stuhl neben der Kölner Reservebank und ließ sich teilnahmslos das Bein tapen. Den knappen Sieg über den VfL Osnabrück und damit den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals nahm der 31-Jährige zwar wahr, darüber freuen konnte er sich offensichtlich aber nicht. Und das, obwohl Uth mit seiner Vorarbeit zum 2:1 maßgeblichen Anteil am Kölner Erfolg hatte. Trotz des Erfolgs, trotz seiner Vorarbeit – das Pflichtspiel-Comeback nach seiner Seuchensaison in der vergangenen Spielzeit war kurz, es war bitter. Uth war erst in der 87. Spielminute eingewechselt worden und musste das Feld vor Ablauf der Verlängerung schon wieder verlassen. Der FC spielte einige Minuten in Unterzahl, Trainer Steffen Baumgart hatte sein Wechselkontingent schon erschöpft.

Auch Selke musste früher vom Platz

Der 31-jährige Uth war aufgrund seiner Schambein- und Leistenverletzung im Grunde die gesamte vergangene Saison ausgefallen. Drei Operationen hatte Uth sich unterziehen müssen, kam nur auf fünf Kurzeinsätze. Seit dem Frühsommer hatte Uth hart an seinem Comeback gearbeitet. So sehr, dass Steffen Baumgart auf die Euphoriebremse trat und betonte, dass man den Angreifer behutsam aufbauen müsse. In den Testspielen der Vorbereitung hatte der Porzer einen starken Eindruck hinterlassen. Nun folgt die nächste Verletzung. Die Diagnose steht noch aus. Aber: „Mark wird am kommenden Wochenende auf keinen Fall spielen“, prognostizierte FC-Trainer Steffen Baumgart wenige Minuten nach dem harten Pokalfight an der Bremer Brücke. „Bei Davie müssen wir erst einmal gucken.“

Denn auch Davie Selke hatte das Feld früher als geplant verlassen müssen. Der Stürmer wurde nach 52 Minuten ausgewechselt, hatte bis dahin eine ordentliche Leistung geboten. Nach seiner Auswechslung suchte er kurz das Gespräch mit seinem Coach, schlug anschließend gegen das Dach der Reservebank, konnte seinen Frust nicht verbergen. Schon unmittelbar nach seinem Wechsel nach Köln hatte der Stürmer gleich mehrfach Verletzungspech. Trainer Baumgart sagte bei der ARD, dass er hoffe, die Auswechslung seines Stürmers kam früh genug. Dennoch: Ein Einsatz gegen Borussia Dortmund zum Ligaauftakt am kommenden Samstag ist komplett offen. Und so drohen den Kölnern die Stürmer auszugehen. Steffen Tigges wird jedenfalls nicht gegen seinen Ex-Klub aus Dortmund spielen können. An Florian Dietz ist aktuell nicht zu denken. Das machte der Kölner Trainer in der vergangenen Woche klar.

Nur wenig Zeit zur Regeneration

Somit bleiben „nur“ Luca Waldschmidt, der eigentlich auf der Position hinter der Spitze geplant ist, und Sargis Adamyan. Der Armenier spielte sich durch eine starke Vorbereitung in den Fokus. Steffen Baumgart stellte dem Angreifer sogar einen Startelf-Einsatz in Aussicht, allerdings kam ein freudiges Ereignis dazwischen. Adamyan ist in der vergangenen Woche Vater geworden. Gegen Osnabrück konnte der Stürmer lange nicht an die Leistung der Vorbereitung anknüpfen. Der 31-Jährige erinnerte an den Stürmer der vergangenen Spielzeit: engagiert, aber ohne Zugriff zum Spiel. Bis er in der vierten Minute der Verlängerung richtig stand. Adamyan ist allerdings ein anderer Stürmertyp als Selke. Der FC müsste sich im Zweifel umstellen. Viel Zeit zur Regeneration bleibt dem Kölner Angreifer nicht. In fünf Tagen steht schon das Duell gegen Dortmund auf dem Programm. Und so zog Baumgart am Montagabend auch ein enttäuschtes Fazit: „Der Sieg heute hat viel gekostet.“

 

Folgt uns auf:

Einzelkritik der FC-Profis gegen Osnabrück

, , ,
Startseite » DFB-Pokal

Einzelkritik der FC-Profis gegen Osnabrück

Der 1. FC Köln hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Gegen den VfL Osnabrück überzeugten aber nicht alle Kölner. So bewerten wir die FC-Profis.

Bei der Auslosung der zweiten Runde im Oktober wird wohl niemand mehr fragen, wie der 1. FC Köln eben jene Runde erreicht hat. „Wir gehen nicht als bessere Mannschaft vom Platz“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Erfolg über Osnabrück. „Am Ende gehen wir als Sieger vom Platz.“ Bei dem knappen Erfolg konnten nicht alle Spieler überzeugen. Das ist unsere Einzelkritik der FC-Profis gegen Osnabrück.

Gegen Osnabrück geriet der FC vor allem im zweiten Durchgang massiv unter Druck. Jeff Chabot bekam somit viele Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Das tat der Innenverteidiger auf beeindruckende Art. Zudem krönte der Abwehrspieler mit dem Treffer zum 3:1 seine starke Leistung – es war gleichzeitig die Entscheidung. Auch Benno Schmitz trug sich mit einem beeindruckenden Treffer in die Torschützenliste ein. Denis Huseinbasic und Mathias Olesen bereiteten jeweils ein Tor vor, konnten aber nicht an die guten Leistungen der Vorbereitung anknüpfen.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Osnabrück

Starke Parade gegen Makridis beim Freistoß. Ähnlich stark beim Strafstoß. Chancenlos dagegen beim Nachschuss. Hielt Köln auch nach dem 1:1 bei gleich mehreren Aktionen im Spiel.

Hatte zu Beginn seine Probleme mit der Geschwindigkeit von Conteh. Steigerte sich aber zunehmend und brachte sich vor allem in der Offensive ein. Hatte seinen Anteil am zweiten Treffer der Kölner.

Wirkte in einigen Situationen unsicher. Hatte im Zentrum Einiges auszubügeln.

Lufthoheit bei Flanken, konsequent in den Zweikämpfen. Unmittelbar vor dem Seitenwechsel ein wenig zu konsequent. Hätte sich für sein Eingreifen kurz vor der Halbzeit nicht über Rot beschweren dürfen. Gut, dass er im Spiel blieb. Gewann auch im zweiten Abschnitt so gut wie jeden Zweikampf und krönte seine starke Leistung mit der Entscheidung.

Seine Flanken kamen nur selten an, sein Distanzschuss aus 20 Metern umso besser. Wenn Schmitz Tore kann, dann offenbar nur Traumtor. Schaltete sich oft in die Offensive mit ein, war in der Defensive anfällig.

Spielte zunächst als alleiniger Sechser. Konnte nicht alle Löcher stopfen. Baumgart reagierte und zog Olesen zurück. Zeigte sich zweikampfstark und bei seinem Pfostenschuss auch torgefährlich, wenn auch ohne Glück. Dennoch ordentliche Leistung.

Fiel so gut wie gar nicht auf. Hatte wenig Zugriff auf das Spiel, legte dann aber Schmitz das 1:0 auf.

Tat sich auf der Seite lange überraschend schwer. Brachte sich kaum gewinnbringend in der Offensive ein. Sorgte bei Standards für den Hauch von Gefahr.

Sorgte in der regulären Spielzeit genau einmal für Gefahr. Das nach einer guten Stunde und vor allem vor dem eigenen Tor, als er einen Abpraller gefährlich nah an den eigenen Kasten brachte. Legte später Chabot das 3:1 auf. Dennoch eine schwache Leistung.

Aktivposten im Kölner Offensivspiel. Legte alleine in der ersten halben Stunde drei gute Chancen auf. Seine scharfe Hereingabe führte letztlich zur Kölner Führung. Sein überstürztes Eingreifen gegen Kunze wiederum zum Ausgleich.

Bis 52: Kam gleich zwei Mal aus kurzer Distanz zum Abschluss, fand beide Male in Kühn seinen Meister. Dennoch: Harmoniert sehr gut mit Waldschmidt und macht Lust auf mehr. Musste nach gut 50 Minuten angeschlagen vom Platz.

Ab der 52: Konnte den Eindruck aus der Vorbereitung nicht bestätigen. Wirkte oft wie in der Vorsaison. Engagiert, aber kein Faktor im Kölner Team. Das änderte er zu Beginn der Verlängerung, als er den FC auf die Erfolgsspur brachte – wenn auch vermutlich irregulär.

Ab der 65: Wirkte in vielen Situationen nervös, vielleicht auch übermotiviert. Kam in einigen Situationen zu spät.

Ab der 65: Spielte nach seiner Einwechslung überraschend im rechten Mittelfeld. Brachte einige Bälle scharf vors Tor, fand aber keine Abnehmer. Dennoch eine Option.

1. FC Köln zittert sich in die zweite Runde

, , ,
Startseite » DFB-Pokal

1. FC Köln zittert sich in die zweite Runde

Der 1. FC Köln steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Am Montagabend setzten sich die Geißböcke vor 16.000 Zuschauern an der Bremer Brücke gegen den VfL Osnabrück mit 3:1 nach Verlängerung durch.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte inständig vor der schweren Aufgabe an der Bremer Brücke gewarnt, der Kölner Coach sollte recht behalten. Der Traum vom Endspiel in Berlin lebt für den Coach und seine Mannschaft nach dem 3:1-Erfolg nach Verlängerung über den VfL Osnabrück aber weiter. „Es war das Spiel, was wir erwartet haben. Es war der schwerste Gegner in der Runde. Ich muss sagen, die Jungs haben es gut gemacht“, sagte Steffen Baumgart. Der 1. FC Köln zittert sich nach Toren von Benno Schmitz (43.), Sargis Adamyan (94.) und Jeff Chabot (97.) sowie dem Gegentreffer von Charalombos Makridis (73.) in die zweite Runde des DFB-Pokals.

Wir sind zufrieden. Am Ende war es nicht komplett unverdient.“

Steffen Baumgart

Wie angekündigt stellte Baumgart seine Mannschaft wie bei der Generalprobe gegen den FC Nantes auf. Einzig Mathias Olesen stand für den verletzten Dejan Ljubicic in der Startformation. Der FC übernahm umgehend die Initiative, erarbeitete sich von Beginn an viel Ballbesitz und die ersten Möglichkeiten. Luca Waldschmidt legte Leart Paqarada auf, doch der Linksverteidiger verfehlte das Tor knapp. Anschließend kam Davie Selke aus spitzem Winkel zum Abschluss, scheiterte aber an VfL-Keeper Philipp Kühn, der auch bei der 0:1-Niederlage der Niedersachsen beim letzten Duell der Teams 2020 auf dem Feld stand. Nach einer guten Viertelstunde fand der Zweitligist ein wenig besser ins Spiel, gerade in der Rückwärtsbewegung hatten die Kölner erhebliche Probleme. Wirklich gefährlich wurde der VfL aber nur selten.

Schmitz erneut mit Traumtor

Wie der Kölner Coach es schon erwartet hatte, entstand die größte Gefahr vor allem durch Standards. So sorgte Charalambos Makridis per direktem Freistoß für die größte Möglichkeit. Marvin Schwäbe musste sich bei dem Schlenzer aus 18 Metern strecken, hielt aber stark. Genauso wie auf der anderen Seite Kühn, der ein weiteres Duell gegen Selke für sich entschied. Nach einer halben Stunde wurden auch die Kölner bei einem Standard gefährlich. So kam Eric Martel nach einem Freistoß von Kainz zum Abschluss, traf aber aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten. Köln hatte zwar ein deutliches Chancenplus, doch Osnabrück verteidigte gut. Erst kurz vor dem Wechsel legte Denis Huseinbasic nach einer Hereingabe von Waldschmidt zurück, Schmitz zog aus gut 20 Metern ab und traf per Schlenzer sehenswert in den Winkel. Kurz zuvor hatte es der Rechtsverteidiger schon einmal versucht, aber deutlich vergeben.

Osnabrück gleicht per Strafstoß aus

Die ersten Minuten nach dem Wechsel gehörten den Lila-Weißen. Osnabrück trat nun deutlich entschlossener auf und versuchte, durch Ballbesitz die Spielkontrolle zu übernehmen. Die Kölner setzten dementsprechend auf Konter, vor allem immer wieder über Waldschmidt, allerdings nicht mehr mit Selke. Der Kölner Stürmer musste nach 52 Minuten angeschlagen vom Platz. Osnabrück war in dieser Phase das bessere Team, doch die Kölner standen eigentlich gut, wirklich gefährlich wurden die Niedersachsen weiterhin nur selten. Unter anderem aber nach 70 Minuten. Lukas Kunze stürmte nach einem Doppelpass in den Kölner Sechzehner, Waldschmidt kam deutlich zu spät in den Zweikampf und Schiedsrichter Florian Badstübner entschied zu recht auf Strafstoß. Diesen konnte Schwäbe gegen Makridis parieren, den Nachschuss verwandelte der Angreifer dann aber sicher.

Und der VfL wollte mehr, der Gastgeber witterte die Sensation und schnürte den FC im eigenen Sechzehner ein. Die Niedersachsen waren dem Siegtreffer deutlich näher als der Bundesligist. Unter anderem rettete Schwäbe gegen Routinier Maximilian Thalhammer, gegen Erik Engelhardt und gegen Noel Niemann. Der Kölner Keeper rettete den FC in die Verlängerung.

Adamyan bringt den FC auf Erfolgskurs

Und dort drehten die Kölner wie aus dem Nichts die Partie. Eine scharfe Hereingabe von Paqarada spitzelte der eingewechselte Mark Uth mit der Hacke durch die Beine von Kühn, am langen Pfosten wartete Adamyan und schob ungefährdet ein. Allerdings hatte sich Uth bei der Vorlage verdächtig nah am Abseits bewegt. Keine 180 Sekunden später legte Mathias Olesen auf Chabot ab und der Innenverteidiger erhöhte auf 3:1. Olesen hätte sogar noch das vierte Tor erzielen können, vergab aber. Nach dem Wechsel erhöhte Osnabrück noch einmal den Druck. Auch, weil Uth verletzt vom Platz musste, die Kölner aber das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft hatten. Und tatsächlich war der VfL nah am Anschlusstreffer. Florian Kleinhansel probierte es aus der Distanz, Engelhardt verpasste eine scharfe Hereingabe. Es blieb beim unterm Strich glücklichen 1:3. Der Traum vom Finale in Berlin lebt weiter. Allerdings wird die Leistung vom Montag dafür nicht reichen.

Die zweite Runde des DFB-Pokals wird erst im Oktober ausgelost.

1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers (101. Kilian), Paqarada – Martel, Huseinbasic (65. Carstensen), Olesen, Kainz (65. Christensen) – Waldschmidt (87. Uth) – Selke (52. Adamyan); Tore: 0:1 Schmitz (43.), 1:1 Makridis (73.), 1:2 Adamyan (94.), 1:3 Chabot (97.)

Einzelkritik

Ohne Ljubicic nach Osnabrück

, ,
Startseite » DFB-Pokal

Ohne Ljubicic nach Osnabrück

Der 1. FC Köln ist ohne Dejan Ljubicic zum Pokalspiel nach Osnabrück aufgebrochen. Der Mittelfeldspieler nahm auch nicht am Abschlusstraining teil.

Bereits am Sonntagnachmittag ist der 1. FC Köln zum Pokalspiel nach Osnabrück aufgebrochen. FC-Trainer Steffen Baumgart hielt nur eine Überraschung parat. Ohne Dejan Ljubicic reisen die Kölner nach Osnabrück.

Dass Dejan Ljubicic am Montag im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück (20.45 Uhr, ARD) nicht von Beginn an spielen würde, war nach der Pressekonferenz am Freitag eigentlich klar. Dass FC-Trainer Steffen Baumgart aber ganz auf den Mittelfeldspieler verzichten würde, kam dann doch ein wenig überraschend. In der vergangenen Woche hatten Wechsel-Gerüchte um den 25-Jährigen für viel Wirbel rund um das Geißbockheim gesorgt. Mittlerweile ist bekannt, dass es tatsächlich eine Anfrage für Ljubicic gegeben haben soll und der Mittelfeldspieler auch das Gespräch mit den Kölner Verantwortlichen suchte. Allerdings hatten diese einem möglichen Wechsel früh den Riegel vorgeschoben.

Adamyan mit von der Partie

Im Testspiel gegen den FC Nantes hatte sich der wertvollste Spieler des FC am Knöchel verletzt und einige Trainingseinheiten verpasst. Offenbar kommt ein Einsatz für den Österreicher doch zu früh. Sargis Adamyan reist derweil mit an die Bremer Brücke. Der Angreifer war am vergangenen Donnerstag Vater geworden, Baumgart hatte betont, dass es wichtigere Dinge als Fußball im Leben gebe. Allerdings sagte der Trainer auch, dass der Angreifer wohl einer der ersten Spieler sei, der in die Mannschaft rotieren könne. Ebenfalls nicht im Kader steht Nikola Soldo. Der Innenverteidiger konnte weder in der Vorbereitung noch in den Testspielen überzeugen. Ein Wechsel käme nicht mehr überraschend.

Max Finkgräfe befindet sich ebenfalls im Aufgebot. Der Youngster wurde von Steffen Baumgart noch einmal explizit gelobt. Der Coach stellt dem Abwehrspieler sogar Einsätze bei den Profis in Aussicht. Steffen Tigges, Florian Dietz, Linton Maina, Jan Thielmann und Noah Katterbach fehlen aktuell verletzt.

Der Kader des 1. FC Köln im Überblick

Tor: Marvin Schwäbe, Philipp Pentke

Abwehr: Benno Schmitz, Rasmus Carstensen, Timo Hübers, Luca Kilian, Jeff Chabot, Leart Pacarada, Kristian Pedersen

Mittelfeld: Eric Martel, Mathias Olesen, Jacob Christensen, Florian Kainz, Max Finkgräfe, Denis Huseinbasic, Dimitris Limnios, Mark Uth

Angriff: Davie Selke, Luca Waldschmidt, Sargis Adamyan

So könnte der FC gegen Stuttgart spielen

 

Aktuelle Marktwerte

Folgt uns auf:

Der FC und seine Pokalgeschichte

Startseite » DFB-Pokal

Der FC und seine Pokalgeschichte

Am Montag tritt der FC in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Osnabrück an. Das Spiel an der Bremer Brücke soll nur eine Zwischenstation sein. Steffen Baumgart will mit seinem Team das Endspiel erreichen. Das letzte Finale liegt lange zurück. Das zeigt der Blick auf die Kölner Pokal-Geschichte.

Der verschossene Elfmeter von Florian Kainz, die Einwechslung von Günter Netzer, das Pokalfinale vor heimischer Kulisse – die Kölner blicken auf zahlreiche Facetten des Pokals zurück. Der FC und seine Pokalgeschichte.

Der Tag verspricht nur wenig Gutes. Regen. Für einen Morgen im April ist es viel zu kalt, die Temperatur einstellig, weit von der zehn entfernt. Doch das Wetter kann die Laune nicht trüben. Hochstimmung – und das nicht ohne Grund. An diesem Abend soll der 1. FC Köln die Zwischenstation nach Berlin passieren. Die Hotels in der Hauptstadt sind gebucht. Es sollen einige Tausend Anfragen in Berlin aus Kölner Richtung eingegangen sein. Der FC hat Losglück gehabt. In der Vorschlussrunde wartet ein Zweitligist, der VfL Wolfsburg. Eine lösbare Aufgabe. Nein, eine Pflichtaufgabe. Das Sturmduo Bruno Labbadia und Toni „Doppelpack“ Polster wird es schon richten. Und als wären die Aussichten noch nicht schön genug, ist ein Endspiel in Berlin gegen Borussia Mönchengladbach sehr realistisch. Die Fohlen spielen gegen Kaiserslautern. An diesem düsteren Tag träumt Köln bereits von dem strahlenden Pott.

Historische Pleite gegen die Bayern

Doch aus Berlin wird nichts. Der Pokal und seine Gesetze. Diese fliegen dem FC um die Ohren – und Siggi Reich in eine scharfe Hereingabe. 0:1. Der Traum wie eine Seifenblase zerplatzt. Während die Kölner Fans dicht gedrängt, frustriert in den Straßenbahnen den Heimweg antreten, tanzen die VfL-Anhänger mit selbst gebastelten Papp-Pokalen davor. Ein bitterer Moment der geschundenen Kölner Seele. Erst sieben Jahre später hat der FC erneut die Chance auf das Finale, doch so nahe, wie an diesem Apriltag 1995 kommt der FC dem Traum von Berlin nie wieder – zumindest gefühlt. Denn sieben Jahre später ist das Kaliber ein anderes. Bayer Leverkusen bittet zum Duell. Die Geißböcke schlagen sich gut, geraten zwar durch ein Eigentor von Marc Zellweger in Rückstand, doch mit dem Schlusspfiff gleicht Rigobert Song aus. In der Verlängerung sind es dann Boris Zivkovic und Bernd Schneider, die den Kölner Traum von Berlin beenden.

Ein Jahr später erlebt der FC eine historische Pleite. Immerhin im Viertelfinale. 0:8 demütigt der FC Bayern die Domstädter. Gerade einmal 13 000 Zuschauer kommen ins Münchner Olympiastadion und sehen eine Bayern-Gala oder den Kölner Offenbarungseid. Das gelingt den Geißböcken bis heute noch ein letztes Mal. 2010 – ein historisches, ein spektakuläres Spiel. Noch nie hat der FC ein Pflichtspiel gegen Augsburg verloren, gefühlt stehen die Kölner schon in der Vorschlussrunde. Doch wieder kommt es anders. Michael Thurk trifft früh für die Fuggerstädter. Nach einer halben Stunde muss Adil Chihi mit Rot vom Platz. Nach einer Stunde kommt Lukas Podolski. Er bleibt acht Minuten. Dann sieht er Gelb-Rot. 16 Minuten später ist es Petit, der ebenfalls frühzeitig vom Platz muss. Nando Rafael besiegelt schließlich das Kölner Aus. „Ich bin sauer auf erfahrene Spieler wie Petit und Poldi. So können wir uns nicht präsentieren“, sagt der damalige Geschäftsführer Michael Meier.

Strahlende Momente

Dabei gibt es strahlende Momente im Pokal – und davon viele. Sie liegen nur lange zurück. Zehn Mal hat der FC das Endspiel erreicht, vier Mal holen die Kölner den Pott. Erst zur Saisoneröffnung vergangene Woche wurden die Spieler des Pokalfights gegen die Fortuna von 1983 geehrt. Das Endspiel wird passenderweise im Müngersdorfer Stadion ausgetragen. Ein Heimspiel ist die Begegnung vor 61.000 Zuschauern für den FC aber nicht. „Wir sind 90 Minuten lang ausgepfiffen worden“, erinnert sich der damalige FC-Profi Klaus Allofs später. Von einem Klassenunterschied fehlt jede Spur. Pierre Littbarski erzielt den einzigen Treffer. Der Pokalsieg ist bis heute der letzte große Erfolg des FC. Dabei haben die Kölner nur acht Jahre später wieder die Chance. Die Geißböcke treffen auf Werder Bremen. Es geht ins Elfmeterschießen. Ausgerechnet Littbarski versagen die nerven. Der FC verliert. So wie 1973 bei der legendären Einwechslung von Günter Netzer und dem Duell gegen den Erzrivalen.

Bittere Pleiten

Verloren haben die Kölner auch erschreckend viele Spiele gegen Underdogs. 95/96 ist der Pokal für Köln nach einem Elfmeter-Drama gegen die SpVgg Beckum (Westfalenliga) bereits in der 1. Runde beendet. Zwei Jahre später folgt in der gleichen Runde das Aus gegen den Regionalligisten SSV Ulm und 2000/2001 ebenfalls zum Auftakt die 2:5-Pleite gegen den 1. FC Magdeburg, damals Oberliga, aber immerhin späterer Bayern-Bezwinger. Auch im vergangenen Jahr bekleckert sich der FC im Pokal nicht gerade mit Ruhm. Das Aus kommt gegen Jahn Regensburg – einem Zweitligisten. Ein Jahr zuvor verlieren die Kölner im Elfmeterschießen gegen den Hamburger SV, ebenfalls Zweitligist. Nun geht es gegen Osnabrück – ein schlechtes Omen? Kann, muss aber nicht. Im Dezember 2020 trafen die beiden Teams in der 2. Runde des Pokals aufeinander. Das Spiel endete 1:0 für den FC. Torschütze? Anthony Modeste.

 

Rekord-Transfers

Max Finkgräfe: Profidebüt schon im Pokal?

,
Startseite » DFB-Pokal

Max Finkgräfe: Profidebüt schon im Pokal?

Vor gut dreieinhalb Monaten feierte Max Finkgräfe mit den A-Junioren des 1. FC Köln den Pokalsieg. Nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Linksverteidiger erneut im Pokal ran darf, allerdings bei den Profis.

Am Montagabend trifft der 1. FC Köln in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den VfL Osnabrück. Im Vorfeld überraschte Steffen Baumgart mit einer Personalie. Max Finkgräfe: Gibt es das Profidebüt schon im Pokal?

Am Ende waren es 60 Minuten, die Max Finkgräfe auf dem Platz stand. Nach einer dreimonatigen Verletzungspause war sein Startelf-Einsatz schon eine Überraschung, aber auch Beleg für das Vertrauen, das man beim 1. FC Köln in den Youngster steckt. Finkgräfe kehrte ausgerechnet zum Pokalfinale in die Startelf der U19 des FC zurück. Es war ein denkbar erfolgreiches Comeback. Die Kölner Jungs setzten sich in der Verlängerung gegen den FC Schalke durch. Pokal kann Finkgräfe also und es besteht die realistische Chance, dass der Kölner Nachwuchsspieler eben im Pokal am kommenden Montag auch sein Profidebüt für den FC gibt. „Max wird mit nach Osnabrück fahren. Max hat eine sehr sehr gute und für mich auch in der Schnelligkeit überraschende Entwicklung gemacht“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Osnabrück.

Baumgart lobt die enorme Entwicklung

Dass Finkgräfe ein Kandidat für den Profikader ist, hatte unter der Woche schon Christian Keller angedeutet, der beim „Rheinischen Bundesliga-Gipfel“ der „Rheinischen Post“ betonte, dass er einen Dreikampf auf der Position des Linksverteidigers sehe. „Wir haben mit Max Finkgräfe einen sehr interessanten Spieler, der noch unter dem Radar schwirrt. Der aber das Zeug hat, über das Radar zu kommen“, sagte der Sportdirektor. Neben Finkgräfe zeigte sich auch Meiko Wäschenbach in der Vorbereitung. Beide überzeugte in den Testspielen genauso wie im Training, spielten selbstbewusst auf und bewarben sich damit für höhere Aufgaben. „Ich muss sagen, gerade die beiden machen es aus meiner Sicht sehr, sehr gut im Moment. Ich glaube, wir können sehr zufrieden sein mit dem Stand der Jungen“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Trainingslager gesagt. Allerdings betonte der Coach auch, dass die Heimat für beide auch weiterhin die U21 sei. So spielt Wäschenbach am Samstag mit der Zweitvertretung gegen den FC Bocholt (17.30 Uhr), Finkgräfe reist mit den Profis an die Bremer Brücke.

Profidebüt in Osnabrück?

Dabei verlief der Einstieg in den leistungsorientierten Fußball für Finkgräfe alles andere als optimal. In den Juniorenteams von Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach tat sich der Defensivspieler schwer, wechselte 2020 in die U17 des heutigen Landesligisten SG Unterrath, ein Jahr später folgte die Unterschrift beim FC. Zunächst hatte es Finkgräfe auch in Köln schwer, zudem warfen den Linksverteidiger immer wieder kleinere Verletzungen zurück. Im April dieses Jahres folgte dennoch die Vertragsverlängerung bei den Geißböcken. „Bei der USA-Reise im November bekam Max kurzfristig die Chance, sich bei den Profis zu präsentieren, und hat diese genutzt. Er ist ein dynamischer und robuster Außenverteidiger, dem wir alle den Sprung in den Profibereich zutrauen“, sagte Lukas Berg, Leiter des Kölner NLZ.

Und dieser Sprung könnte schon bald erfolgen. Im Dreikampf mit Leart Paqarada und Kristian Pedersen dürfte er zurzeit zumindest vor dem Dänen stehen. Vielleicht sogar noch mehr: „Er ist durchaus ein Kandidat für uns. Und nicht nur zum Reinkommen“, sagte Steffen Baumgart bei der PK. „Wir würden uns auch zutrauen, ihn in gewissen Situationen von Anfang an zu bringen. „50.000 Zuschauer hier im Stadion oder 80.000 in Dortmund oder 15.000 an der Bremer Brücke, das hat er noch nicht erlebt. Wir hätten aber keine Sorge, ihn zu bringen.“ Nach den Leistungen in der Vorbereitung gibt es da auch keinen Grund zu.

 

Folgt uns auf: