Der Poker um Said El Mala beginnt: Ein Spagat zwischen Wettbieten und möglichst früher Entscheidung?

Thomas Kessler lässt die Zukunft des Trainers offen
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Der Poker um Said El Mala beginnt: Ein Spagat zwischen Wettbieten und möglichst früher Entscheidung?

Die Nachricht von der Nicht-Nominierung dürfte am Geißbockheim für Enttäuschung gesorgt haben. Interessenten gibt es für den Spieler dennoch einige, der FC ist bereit, den Spieler abzugeben. Nicht um jeden Preis. Doch ein Transfer hätte Auswirkungen auf den gesamten 1. FC Köln: Ein Wettbieten um Said El Mala birgt Risiken.

Für Said El Mala stellen sich gerade wichtige Zukunftsweichen. Zum einen wurde der Spieler dann doch nicht in den WM-Kader berufen und dann geht es auch um den künftigen Verein.

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Nun also doch nicht. Said El Mala wurde nicht für die WM 2026 nominiert. Am Dienstag hattes es mehrere Medienberichte gegeben, die von der Nominierung erfahren haben wollten. El Mala wäre der erste Kölner A-Nationalspieler seit Jonas Hector, der 2018 bei der WM in Russland mit von der Partie war. Für den FC eine Ehre. Viel wichtiger aber: Eine WM-Nominierung von Julian Nagelsmann wäre dem FC gerade recht kommen. Denn der Poker um den begehrten Spieler dürfte in den kommenden Wochen beginnen. Und eine Berufung hätte noch einmal Einfluss auf dessen Marktwert gehabt.

Rekordinvestition möglich

Dennoch wird über einen Abgang weiter spekuliert werden. El Mala kann den Kölner ordentlich Geld in die Kassen spülen. Da der FC das Heft des Handelns mit dem Vertrag (ohne Ausstiegsklausel) in der Hand hält, könnte sich Thomas Kessler eigentlich zurücklehnen, die WM genießen und schauen, welche Angebote auf seinen Schreibtisch flattern. Eigentlich. Denn da ist noch die andere Seite des Transfers. Auf einen möglichen Abgang muss der FC personell natürlich reagieren. Den Kölnern würde ein immens wichtiger Teil der Offensive, ein Teil der diesjährigen Lebensversicherung wegbrechen. Einen Eins-zu-Eins-Ersatz für El Mala wird es bei den Geißböcken in dieser Form nicht geben können.

Der Raketenstart des Newcomers, der in der vergangenen Saison noch 3. Liga spielte und nun offenbar hauchdünn an einer WM-Nominierung vorbeirauschte, ist beeindruckend und einzigartig. Die Entdeckung, Verpflichtung und vor allem die Vertragsverlängerung zu eben jenen Konditionen sind schon als Masterpiece zu betrachten, das seinesgleichen nicht so einfach finden wird. Und gerade deswegen wird sich Kessler schon lange seine Gedanken machen, wird genauso lange Spieler im Fokus haben. Zumal auch die Zukunft von Jakub Kaminski nicht vollends geklärt ist. Doch eine Richtung in der Kaderplanung steht und fällt mit einem möglichen El-Mala-Transfer. Zwar betont die FC-Geschäftsführung, dass der Verein auch ohne den zu erwartenden Verkauf handlungsfähig sei, doch alleine die Transfereinnahmen von den kolportierten 50 Millionen Euro würden eine ganz andere Basis schaffen. Der FC könnte im Sommer wie nie zuvor investieren.

„Transfererlöse sind ganz wichtig“

Zum Vergleich: Die rund 25 Millionen im Vorjahr waren schon die zweithöchste Investition in einem Transfersommer der Vereinsgeschichte. „Es werden da Dimensionen spekuliert, die wir in der Vergangenheit nicht hatten. Wenn man die Jahre zurückschaut, dann war das Thema Transfererlöse beim 1. FC Köln verglichen mit anderen wirklich unterentwickelt. Wir haben verhältnismäßig wenig Transfererlöse erzielt“, sagte Geschäftsführer Philipp Türoff am Montag. „Jetzt bin ich als Finanzer erst einmal happy, dass es im Kader Spieler gibt, für die es einen Markt gibt.“ Der FC kann also Spieler verkaufen, Erlöse erzielen und die dann wieder in den Sport investieren. „Transfererlöse sind daher ganz wichtig, um handlungsfähig zu sein“, so der Geschäftsführer weiter. Diese Handlungsfähigkeit hat allerdings natürlich auch eine zeitliche Komponente. Gerade in England kommt der Transfermarkt gerne spät ins Rollen, die WM beschleunigt Prozesse sicher auch nicht.

Der Poker um El Mala könnte also erst im Spätsommer noch einmal so richtig Fahrt aufnehmen. Heißt, die potenziellen Transfererlöse eines El-Mala-Verkaufs stünden aber auch erst dann zur Verfügung. Bis dahin werden wohl schon einige Gespräche gelaufen, möglicherweise Transferziele an anderer Stelle untergekommen sein. Und es ist eben auch nicht fix, dass der 19-Jährige den Verein verlassen wird. Zwischen „handlungsfähig“ und einem Erlös von 50 Millionen Euro, der zum Großteil reinvestiert werden kann, liegt eine doch erhebliche Differenz. FC-Präsident Jörn Stobbe erklärte am Montag, dass es nun genau darum gehe, den Handlungsspielraum zu umreißen, was man sich mit und was man sich ohne Verkauf der Leistungsträger leisten könne. !Wir haben das Heft des Handelns in vielen Bereichen in der Hand. Und wir haben Alternativszenarien“, stimmte Vize-Präsident Ulf Sobek zu.

Wie diese angesichts der Spanne aussehen können, ist unklar. Am Ende gehe es nur darum, „eine tolle Truppe zusammenzustellen“, so Stobbe. „Da habe ich volles Vertrauen in Thomas.“ Ein Selbstläufer wird es nicht.


Der Text wurde nach der Nicht-Nominierung von Said El Mala noch einmal angepasst und verändert


Wie dringend braucht der 1. FC Köln die El-Mala-Millionen? Thomas Kessler: „Wir sind handlungsfähig“

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Wie dringend braucht der 1. FC Köln die El-Mala-Millionen? Thomas Kessler: „Wir sind handlungsfähig“

Nach dem Klassenerhalt laufen bereits die Vorbereitungen auf die kommende Saison. Und auch dort heißt das Saisonziel wieder Klassenerhalt. Dazu soll auch wieder in den Kader investiert werden. Die Personalie Said El Mala kann dabei eine Rolle spielen, muss sie aber nicht. Der 1. FC Köln ist auf dem Transfermarkt handlungsfähig.

Bereits zahlreiche Clubs wurden in den vergangenen Wochen und Monaten mit Said El Mala in Verbindung gebracht. Tatsächlich würde ein Verkauf dem FC Gelder in die Kassen spülen. Doch wie dringend ist ein Transfer. Dazu äußerte sich Thomas Kessler.

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Thomas Kessler wirkte durchaus entspannt, als der Geschäftsführer der Geißböcke am Donnerstagmittag vor die Kölner Pressevertreter trat. Kein Wunder, der 40-Jährige kann zwei Spieltage vor Saisonende beruhigt auf seine erste Spielzeit in neuer Funktion zurückblicken. Zwar ist der Klassenerhalt aus seiner Sicht erst zu „99 Prozent“ erreicht, aber so wirklich viel Zweifel gibt es bei dem einen Prozent Restrisiko offenbar nicht. Der ganz große Druck ist raus, erklärte Kessler. „Wir sind glücklich über die tabellarische Konstellation. Aber ich bin ein Freund von den hundert Prozent“, so der Geschäftsführer weiter, der sich sicher gab, dass „diese am Wochenende geknackt werden“. Und dann hat der 40-Jährige mit seinem Team das Saisonziel erreicht – mehr war vor der Saison von ihm nicht ausgegeben worden. Trotz dem entspannten Auftritt wird hinter den Kulissen fleißig an der Zukunft gearbeitet.

„Den Kader Schritt für Schritt weiterentwickeln“

Die Planungen für die kommende Bundesliga-Saison laufen auf Hochtouren. Wie berichtet gilt es, einige Baustellen zu schließen. Kessler bestätigte noch einmal die beiden schon feststehenden festen Verpflichtungen von Tom Krauß und Jakub Kaminski. Bei Krauß greift die Kaufpflicht, die der Mittelfeldspieler durch das Erreichen einer bestimmten Anzahl von Spielen erfüllt hat und die beim Klassenerhalt finalisiert wird. Für Kaminski hat der Geschäftsführer bei Wolfsburg eine „Tonspur“ hinterlassen, dass er Krauß fest verpflichte.

Zu den weiteren Leihen wollte sich Kessler nicht konkret äußern. Doch längst ist es kein Geheimnis mehr, dass gleich mehrere Kaufoptionen ebenfalls gezogen werden sollen. Jahmai Simpson-Pusey ist ein heißer Kandidat. Der Innenverteidiger hat komplett überzeugt. Auch Cenk Özkacar soll eigentlich gehalten werden. Sollten alle Wunschleihen fest verpflichtet werden, müssen die Geißböcke tief in die Tasche greifen.

Rund 20 Millionen Euro müsste der FC auf den Tisch legen. Und dann wären noch keine neuen Spieler verpflichtet. Dabei will Kessler den Kader durchaus wieder verbessern. „Es geht darum, dass wir den Kader Schritt für Schritt weiterentwickeln, dabei liegt es in der Natur der Sache, dass wir vor einem Jahr nicht alles so lag, wie es heute liegt“, sagte der 40-Jährige. „Es ist für den Club total wichtig, dass wir dieses Jahr in der Bundesliga bleiben. Das werden wir auch nächstes Jahr genauso wieder angehen, weil jedes Jahr Bundesliga mit dem 1. FC Köln bedeutet für uns, dass wir uns finanziell in die richtige Richtung bewegen. Und um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Mannschaft punktuell verstärken.“

Für diese Saison stellt sich der Ex-Keeper einen „ordentlichen Job“ als Zeugnis aus. Man wolle aber jetzt genau analysieren, „was möglich ist, um den Kader zu optimieren.“ Über Positionen wollte der Geschäftsführer noch nicht sprechen.

„Das mache ich nicht an der Personalie El Mala fest“

Dafür müssen die Kölner dann wohl wieder Geld in die Hand nehmen. Und bislang war kolportiert worden, dass die Geißböcke wohl deswegen auch auf einen Abgang von Said El Mala schielen, der dem FC eine doch hohe Ablöse in die Kasse spülen würde. Doch auch ohne Verkauf so erklärte Kessler am Donnerstag sei der FC „handlungsfähig“. Aktuell liege nichts auf dem Tisch, worüber man sich Gedanken machen müsse, doch in England gibt es gleich mehrere Clubs, die den Spieler weiterhin im Fokus haben.

Im Laufe des Sommers wird das Thema wohl immer wieder hochkochen. „Wenn ein Angebot kommt, das ein hohes Volumen hat, dann liegt es in der Natur der Sache, dass wir dann das Interesse haben, das Geld zu reinvestieren“, so Kessler weiter. „Dennoch ist es jetzt so, dass wir Kader-Entscheidungen auch kurzfristig treffen können, dass ich die große Überzeugung habe, dass wir wettbewerbsfähig sind. Daher mache ich das nicht an der Personalie Said El Mala fest.“ Und doch würde eine Ablöse für den Youngster dem FC guttun. Wie groß die Veränderung sein werden, hänge laut Kessler auch mit zwei, drei Spielern zusammen, die auf dem Markt interessant sein könnten. „Dann werden wir auch versuchen, das wieder zu investieren, um den Kader wieder ein Stück besser zu machen.“ Das höchste Ziel sei auch in der kommenden Saison die Klasse zu halten. Dann aber gerne ein wenig früher, damit alle entspannter sein können.