Zuverlässiger Back-up des 1. FC Köln: Joel Schmied überzeugt gegen Heidenheim

Joel Schmied vom 1. FC Köln
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Zuverlässiger Back-up des 1. FC Köln: Joel Schmied überzeugt gegen Heidenheim

Einiges an Wirbel gab es am Sonntag beim FC, nachdem bekannt wurde, dass Jahmai Simpson-Pusey kurzfristig aus dem Kader gestrichen wurde. Einen ließ der kurzfristige Wechsel jedoch völlig unbeeindruckt beim 1. FC Köln: Joel Schmied zeigt seinen Wert als Back-up.

Weil Jahmai Simpson-Pusey zu spät zum Anschwitzen kam, gab es gegen den 1. FC Heidenheim eine völlig unerwartete Chance für Joel Schmied, sich mal wieder von Beginn an zu zeigen. Und diese Möglichkeit nutzte der Innenverteidiger. Trotz zuletzt wenig Spielpraxis empfahl er sich mit einer soliden Leistung.

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Es war der erste Moment, der die Stimmung bei den Geißböcken am Sonntagabend trübte. Gut eine Stunde vor Anpfiff gab der Verein bekannt, dass Jahmai Simpson-Pusey nicht im Kader für das Spiel gegen den 1. FC Heidenheim stehen würde. Der Innenverteidiger war zu spät zum Anschwitzen gekommen, worauf Trainer René Wagner hart durchgriff. „Wir haben die ganze Woche darüber gesprochen, dass das Spiel für uns wichtig ist. Dann müssen wir Haltung zeigen. Wenn ein Spieler zu spät ist, muss es Konsequenzen geben und die Mannschaft es zu spüren bekommen,“ erklärte der Trainer bei DAZN. Für den Leistungsträger Simpson-Pusey rückte Joel Schmied kurzfristig in die Startformation. Keine leichte Aufgabe für den Schweizer. Schließlich war es für den 27-Jährigen der erste Startelfeinsatz seit dem 23. Spieltag gegen Hoffenheim und das ohne große Vorbereitung.

Solider Auftritt ohne große Eingewöhnung

Aber davon ließ sich Schmied nicht beeindrucken. Während etwa sein Nebenmann Cenk Özkacar einen Tag zum Vergessen mit einigen Fehlern erlebte, war der Schweizer einer der wenigen Spieler in der Kölner Defensive, die zumindest eine gewisse Sicherheit ausstrahlten. So war der 27-Jährige gut in den Zweikämpfen, gewann 71 Prozent seiner Duelle am Boden und zeigte auch seine Kopfballstärke. Auch im Aufbauspiel war der im Winter 2025 vom FC Sion in die Domstadt gewechselte Profi stark eingebunden, brachte von seinen 56 Pässen gute 89 Prozent an den Mann und dribbelte immer mal wieder mutig gegen die tief stehenden Heihenheimer an. Zwar ließ Schmied, wie eigentlich die gesamte FC-Verteidigung, Eren Dinkçi vor dem 1:2 zu leicht gewähren, ansonsten war es aber eine sehr solide Vorstellung des Abwehrspielers bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute.

Damit bewies der Schweizer den Wert, den er für die Geißböcke haben kann. In den Wochen zuvor war er noch kaum zum Zug gekommen. Seinen Stammplatz, den er zu Saisonbeginn unter Lukas Kwasniok hatte, verlor der 27-Jährige zuletzt. Denn nach seinem vor Sonntag letzten Einsatz von Beginn an im Februar gegen Hoffenheim fiel der Defensivspezialist das zweite Mal in dieser Saison für einige Wochen mit einer Muskelverletzung aus. Erst Mitte April gegen St. Pauli gab er sein Comeback im Kader. In der Zwischenzeit hatte sich jedoch unter dem neuen Coach René Wagner das Duo aus Simpson-Pusey und Özkacar mit guten Leistungen festgespielt. So blieb Schmied zweimal ohne Einsatz im Kader, wurde dann gegen Union Berlin in der Schlussphase eingewechselt.

Schmied als zuverlässiger Back-up

Mit seinem überraschenden Startelf-Comeback gegen den FCH konnte der Innenverteidiger aber mal wieder zeigen, dass auf ihn Verlass ist. So kann der Abwehrspieler mindestens als zuverlässiger Back-up sehr wichtig sein. Denn wie am vergangenen Sonntag zu sehen war, braucht der Schweizer keine große Eingewöhnungszeit, wenn er gefordert ist. So gibt der Defensivspieler seinem Trainer die Sicherheit, immer eine Option in der Hinterhand zu haben, die er ohne große Sorgen bringen kann.

Ob Schmied in Zukunft vielleicht auch wieder mehr sein kann als nur der souveräne Ersatz, bleibt aber abzuwarten. So ist schließlich noch nicht klar, ob der FC bei Simpson-Pusey die Kaufoption von wohl ungefähr acht Millionen Euro ziehen wird. Und mit Özkacar, bei dem der Verein die Option zur festen Verpflichtung wohl ziehen möchte, Rav van den Berg und in der neuen Saison dem dann wieder genesenen Timo Hübers gibt es auch ohne weitere Neuzugänge schon einiges an Konkurrenz in der Kölner Innenverteidigung. Aber mit der soliden Leistung gegen Heidenheim hat Schmied zumindest mal wieder zeigen können, dass er auf jeden Fall bereit ist, wenn er gebraucht wird, und sich die Mannschaft auf ihn verlassen kann.

1. FC Köln unterliegt Heidenheim: Eine Niederlage, die Fragen und Ratlosigkeit hinterlässt

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1. FC Köln unterliegt Heidenheim: Eine Niederlage, die Fragen und Ratlosigkeit hinterlässt

Der 1. FC Köln stolpert durch den letzten Heimspieltag der Saison. Und mittendrin steht René Wagner, dessen Zukunft als Cheftrainer nach 96 enttäuschenden Minuten so ungewiss erscheint, wie selten zuvor erscheint. Der 1. FC Köln verliert gegen Heidenheim – eine Niederlage mit Folgen?

Der 1. FC Köln präsentiert sich beim 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim strukturschwach und zweikampfarm. Zu wenig für René Wagner, dessen Trainerbank am Geißbockheim wieder ins Wanken zu geraten scheint.

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Selbstbewusst hatte René Wagner vor dem letzten Heimspieltag drei Punkte gefordert. Selbst, wenn der Klassenerhalt zu diesem Zeitpunkt in trockenen Tüchern sein sollte, wolle er die Spannung bei seinem Team aufrecht halten. Der Cheftrainer des 1. FC Köln wollte auch nach dem gesicherten Klassenerhalt ein Zeichen setzen, wollte seinen Geißböcken gegen Frank Schmidts Heidenheimer, die noch vor dem vergangenen Spieltag längst als abgestiegen abgeschrieben worden waren, noch einmal Haltung und Siegermentalität abverlangen.

96 Minuten später stand Wagner am DAZN-Mikrophon und suchte nach Erklärungen für eine 1:3-Niederlage, die mehr Fragen aufwarf als sie beantwortete. „Das war mir einfach in vielen Situationen dann ein oder zwei Zweikämpfe zu viel“, räumte der Trainer ein. Ein Satz, der symptomatisch klang. Und der im Umfeld des FC längst auf eine andere, weitaus größere Frage abfärbt: Wer steht in der kommenden Saison an der Seitenlinie?

Fehlender Zugriff, mangelnde Stabilität

Noch in der vergangenen Woche wurde kolportiert, Wagner sei auch in der kommenden Saison Trainer der Geißböcke, der 37-Jährige würde zum Cheftrainer befördert werden. Nach Informationen von come-on-fc.com war die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt noch nicht gänzlich gefallen. Immerhin standen noch zwei Spiele aus, die Leistungen gegen Heidenheim und die Bayern sollten sehr wohl noch in die Bewertung fallen. Und die Leistung gegen den Abstiegskandidaten war sicherlich kein Bewerbungsschreiben. Nun deuteten Wagners Worte auf eines von zwei großen Problemfeldern hin, mit denen seine Mannschaft an diesem Nachmittag zu kämpfen hatte. Auffällig war zunächst, wie sehr der Ausfall des gelbgesperrten Martel im Zentrum ins Gewicht fiel. Allzu oft machten es die Geißböcke den Heidenheimern zu leicht, wenn diese den Ball durch die Mitte trugen.

Besonders anschaulich wurde das beim zweiten Treffer der Heidenheimer. Erin Dinkçi tankte sich zentral bis in den Strafraum durch, wurde kurz vor dem Abschluss zwar vom Ball getrennt, doch das Spielgerät prallte nach links zu Arijon Ibrahimović, der aus 13 Metern die rechte untere Ecke anvisierte. Lund wollte vor der Linie klären und fälschte den Ball dabei unglücklich ins eigene Netz ab. Ein weiteres Problemfeld war taktischer Natur. Wagner verlangte seinen Außenverteidigern Kristoffer Lund und Sebastian Sebulonsen enorm viel ab: Beide bewegten sich im Angriffsspiel auffällig hoch und weit ins gegnerische Drittel vor.

Das Risiko, das mit dieser Rolleninterpretation einhergeht, offenbarte sich in einer Szene, die glimpflich ausging. Heidenheim schaltete über Pieringer auf Konter um; der Stürmer wollte links den mitgelaufenen Dinkçi bedienen. Doch Maina startete einen Sprint und unterband das Zuspiel noch am Sechzehner. Einmal mehr war es kein strukturelles Kölner Mittel, das die Gefahr bannte, sondern individuelles Engagement im letzten Moment.

Wagners Grande Finale steigt in München

Die Kölner wirkten in der Offensive nicht zielstrebig, in der Defensive unterliefen dem FC erstaunlich viele Fehler, die Zuordnung stimmte nicht, Heidenheim hatte mitunter leichtes Spiel. Von der erhofften Spannung fehlte so ziemlich jede Spur. Unterm Strich eine Leistung, die zum ausgerufenen Spieltagsziel in keinem Verhältnis stand. Und das stimmte auch FC-Keeper Marvin Schwäbe ärgerlich, der seinem Unmut Luft machte: „Wir haben uns eigentlich viel vorgenommen, gerade für die Abschiede, für uns selbst, nochmal für die Fans im Stadion, nochmal einen draufzulegen.“ Dementsprechend blieb der Torwart mit dem Ergebnis und der Vorstellung seiner Mannschaft nicht einverstanden und wurde sogar sehr deutlich: „Das reicht nicht, eine Bundesliga zu bestehen.“

So verwunderte es auch nicht, dass die Fans die Spieler mit einem gellenden Pfeifkonzert zur Verabschiedung von Luca Kilian, Dominique Heintz und Florian Kainz schickten. Ganz offensichtlich ist die Frage nach dem Trainer bei den Fans offener oder kritischer als zuvor. Geschäftsführer Thomas Kessler ließ sich vom schwachen Auftritt seiner Mannschaft nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten. „Ich glaube, wir haben viele Dinge gesehen in dieser Saison, die haben mir gut gefallen. Es haben mir aber auch viele Dinge gezeigt, dass wir an Themen arbeiten müssen“, so der 40-Jährige. „Und dass wir unsere Stellschrauben auch noch weiter drehen müssen, um es einfach zu verbessern. Als Aufsteiger 1. FC Köln jetzt zwei Spieltage vor Schluss die Klasse gehalten zu haben, war für uns sehr positiv. Aber das werden wir in Ruhe analysieren. Und dann kommt logischerweise ja die Trainerthematik auf den Tisch.“

Zum Spiel beim Rekordmeister erklärte der Geschäftsführer, dass man auch dort drei Punkte holen könne. Eine Aussage, die mehr nach Pflichtoptimismus klang als nach echter Überzeugung. Für René Wagner aber ist sie die entscheidende: In der Allianz Arena bekommt der Cheftrainer des 1. FC Köln seine letzte Möglichkeit, Argumente für den eigenen Verbleib auf dem Trainerstuhl am Geißbockheim zu liefern.