Scharfe Töne, Entlastung und Wahlen: So verlief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

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Scharfe Töne, Entlastung und Wahlen: So verlief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

Rund 6000 stimmberechtigte Mitglieder kamen am Samstag zur 77. Vollversammlung des 1. FC Köln zusammen und befassten sich in einer turbulenten Veranstaltung mit zukunftsweisenden Themen des Vereins. Vorstands-Neuwahl, Entlastungen und scharfe Attacken: So lief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. 

Mehr als acht Stunden dauerte die Veranstaltung, doch wirklich langweilig wurde es nicht. Vorstands-Neuwahl, Entlastungen und scharfe Attacken: So lief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln.

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Kaum hatte man auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln das neue Präsidium aus Jörn Stobbe, Ulf Sobek und Jörg Alvermann verkündet, da stand auch schon Björn Häuser durch die RheinEnergie Arena: „So simmer all hierhin gekomme, spreche mer hück all die selbe Sproch“. Versöhnliche Stimmung kam auf, die nicht immer mit der Veranstaltung im Einklang stand, die sich am Samstag über bewegte acht Stunden hingezogen hat.

Scharfe Töne prägten die Mitgliederversammlung

Denn dort waren zwischenzeitlich alles andere als harmonische Klänge zu vernehmen. In einer Ansprache wurden die bestehenden Risse zwischen dem Mitgliederrat und dem abgelösten Vorstand noch einmal besonders deutlich. Fabian Schwab, der für das Kontrollgremium des Vereins sprach, teilte mit: „Der Vorstand hat uns den Jahresbericht nicht vorgelegt. Daher können wir keine Stellungnahme dazu abgeben.“ Der Vorsitzende des Mitgliederrates fügte hinzu: „Damit können wir nicht unserer satzungsgemäßen Aufgabe nachkommen. Ich muss sagen, dass es damit nur bedingt ein Jahres- und Rechenschaftsbericht war.“ Schwab fasste die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Gremium als „schwierig, schleppend und wenig konstruktiv“ zusammen.

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln geriet einmal mehr zum hitzig diskutierten Forum. Angriffe in Wortbeiträgen durch Mitglieder richteten sich gegen den scheidenden Vorstand und wiederholt auch gegen Carsten Wettich. Mehrere Redner rechneten mit der bisherigen Führung ab, andere schlugen sich offen auf die Seite einzelner Wahlkampfteams. So schallte es Während eines Beitrags in Richtung des Vorstands: „Sie können sich Ihre Internationalisierungsstrategie in den Hintern stecken.“ Auch an anderer Stelle fielen drastische Worte. Ein Redner erklärte: „Herr Ganaus hat mehr für den FC gemacht als Sie, Herr Vorstand”, und erinnerte damit an den Regensburger Torschützen, dessen entscheidendes Tor anschließend zur Trennung von Trainer Gerhard Struber und Geschäftsführer Sport Christian Keller führte. Die Reden spiegelten den Zwiespalt des Abends wider: Einerseits gab es emotionale Loyalitätsbekundungen für die Kandidaten, andererseits einen harten Abgesang auf die abtretende Vereinsführung.

Ende gut, alles gut: Erfolgreiche Entlastung des Scheidenden Vorstandes

Für den scheidenden Vorstand des 1. FC Köln hatte die diesjährige Mitgliederversammlung einen anderen Ausgang als noch im Vorjahr. Während die verweigerte Entlastung damals hohe Wellen schlug, stimmten die Mitglieder diesmal geschlossen für einen versöhnlichen Abschluss von Werner Wolf und Eckhard Sauren. Bei der Abstimmung wurde Präsident Wolf mit 77 Prozent entlastet, Vizepräsident Sauren erhielt sogar 79,4 Prozent. Anders stellte sich die Lage für Carsten Wettich dar. Er kam lediglich auf 60,86 Prozent Zustimmung. Dieses Ergebnis wirkte wie ein Fingerzeig. Denn gerade im Fall Wettich deutete die knappe Entlastung bereits auf das hin, was viele Mitglieder als Höhepunkt des Abends erwarteten. Die Abstimmung trug somit Züge einer Vorahnung, bevor über die zukünftige Ausrichtung des Vereins entschieden wurde.

Drama um zahlreiche Wortmeldungen

Kurz vor der Abstimmung über das neue Präsidium stand die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln kurz vor der Entgleisung. Noch einmal meldeten sich rund 50 Mitglieder zu Wort. Es herrschte also ein großes Mitteilungsbedürfnis unter den Anwesenden. Entsprechend empört reagierten einige, als sie ihr Rederecht eingeschränkt sahen, die Redezeit kurzerhand verkürzt wurde. Ein Mitglied brachte seinen Protest deutlich zum Ausdruck: „Wir müssen berücksichtigen, dass Demokratie Zeit braucht. Ich möchte darum bitten, dass alle Rednerinnen und Redner die Chance bekommen, sich zu äußern.“

Die Unruhe im Stadion erreichte wohl ihren Höhepunkt, als der ehemalige FC-Trainer Roland Koch in einem Pladoyer für das Team Adenauer die Redezeit überzog und nur nach mehrfacher eindringlicher Aufforderungen die Bühne verließ. So machte Michael Vesper gegenüber Koch deutlich: “Also bitte Roland Koch! das geht nach hinten los wenn man sich so verhält” und Werner Wolf ergänzte: “Wir haben Angst, dass uns die Veranstaltung entgleitet. Wenn wir das Recht, sich zu äußern, entziehen, dann ist das Ergebnis anfechtbar. Deswegen bitte ich um Disziplin.”

Werner Wolf überreicht das Zepter an Jörn Stobbe

Bei den Vorstandswahlen des 1. FC Köln setzte sich das Team Stobbe am Ende klar durch. Der Vertrauensentzug der Mitglieder blieb aus und fügte sich dem emotionsgeladenen Abschied von Werner Wolf an. Zum Abschluss seiner Rede fand Wolf bewegende Worte: „Die vergangenen sechs Jahre waren die intensivsten und prägendsten Zeiten meines Lebens. Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben. Heute gebe ich mein Amt demütig und dankbar zurück.“ Unter lang anhaltendem Applaus verabschiedete er sich schließlich mit den Worten: „Ab jetzt bin ich einfach nur noch Fan. Vielen Dank für unvergessliche sechs Jahre.“

Seinen Platz an der Spitze des Vereins übernahm am gestrigen Abend das Team um Jörn Stobbe, das sich mit einem deutlichen Wahlergebnis durchsetzen konnte. Direkt nach dem Votum betonte das neue Präsidiumsmitglied: „Wir schauen morgen erst einmal auf die Mitglieder, auf die ganzen Unterstützer. Wir wollen auch die überzeugen, die uns nicht gewählt haben. Ich glaube schon, dass die Grenzen da ein bisschen vermischt sind. Wir haben eine riesige Chance, mit ihnen richtig etwas zu rocken“, sagte dieser im Anschluss.

Nach hitzigen Debatten, persönlichen Angriffen und zahlreichen emotionalen Wortmeldungen gelang es schließlich doch, den Vorstandswahlen ein versöhnliches Ende zu setzen. Die turbulente Versammlung mündete somit in einen Neuanfang, den viele Mitglieder als überfällige Chance begreifen.



Das sagen die Vorstands-Teams nach der Wahl beim 1. FC Köln

Die drei Teams um das Amt des Vorstands beim 1. FC Köln
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Das sagen die Vorstands-Teams nach der Wahl beim 1. FC Köln

Am Samstagabend gab es einen klaren Wahlsieg für das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Team um Jörn Stobbe beim 1. FC Köln: Nach der Wahl äußerten sich die Teams zum Ergebnis.

Knapp ist die Entscheidung der Mitglieder im RheinEnergieSTADION nicht ausgefallen. Mit einer deutlichen Mehrheit wurde das Team FC gewählt. Nun gibt es einen neuen Vorstand beim 1. FC Köln: Nach der Wahl äußerten sich die Teams zum Ergebnis

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Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln erreichte am Samstagabend nach etwa acht Stunden ihren Höhepunkt. Die anwesenden Mitglieder wählten nach einer langen Aussprache im Vorfeld ihr Team für das Präsidentschafts-Amt. Mit einer absoluten Mehrheit von 64,97 Prozent der gut 5700 Stimmen setzte sich das Team bestehend aus Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek gegen die Mitstreiter durch. Im Nachgang der Veranstaltung äußerten sich sowohl die Wahl-Verlierer, als auch das Siegerteam.

Das sagt Sven-Georg Adenauer

“Ich nehme das sportlich auf. Ich hätte mir schon ein paar Prozente mehr gewünscht. Aber das hätte sich das Team Stroman wahrscheinlich auch gewünscht. Es war eine eindeutige Entscheidung und das muss man respektieren. Ich bin stolz darauf, dass wir so ein tolles Team hatten und überhaupt die Unterschriften bekommen haben und dass wir damit den Mitgliedern die Chance gegeben haben, auszuwählen. Ich bin mit mir im Reinen und gratuliere dem Gewinner und drücke ihm die Daumen, dass sie den FC so nach vorne bringen, wie es der FC verdient hat.“

„Ich habe auch mit einer Stichwahl gerechnet. Das muss ich schon ganz ehrlich sagen. Ob die Kurve, wie man so schön sagt, dann vielleicht doch mit so vielen Leuten da war und wie auch immer Druck ausgeübt hat, dass es dann so gekommen ist, wie es gekommen ist, das weiß ich aber nicht. Es waren sehr viele junge Leute da. Wenn jetzt mehr grauhaarige Menschen dagewesen wären, wären meine Chancen vielleicht ein bisschen größer gewesen. Es ist wie es ist.“ Auf die Nachfrage, ob das Druck ausüben, vielleicht ein wenig übertrieben sei: „Ja, das ist übertrieben“.

„Ich habe mich richtig reingehangen“

„Ich hatte schon den Eindruck, dass wir an der ein oder anderen Stelle schon viel Beifall bekommen haben. Es haben dann möglicherweise auch viele Leute das Stadion verlassen, weil es dann doch lange wurde. Ich fand es war eine super Sitzungsleitung von Michael Vesper. Dass das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Team den meisten Applaus bekommen hat und auch favorisiert war, das hat man schon gemerkt.“

„Der 1. FC Köln ist mein Verein und das wird immer so bleiben“

„Ich habe gelernt, dass die Welt in Ostwestfalen – ich hätte jetzt fast gesagt noch in Ordnung ist. Hier ist sie jedenfalls anders. Ich habe mich richtig reingehangen. Wir haben mit unserem Team den Mitgliedern ein Angebot gemacht und es ist abgelehnt worden. Wenn man mich fragt und meine Expertise einfordert, dann werde ich sicher nicht nein sagen. Der 1. FC Köln ist mein Verein und das wird immer so bleiben, egal was passiert.“

Das sagt Wilke Stroman

„Ich bin unendlich traurig. Das ging mir gerade und meinen beiden Kollegen auch sehr sehr nah. Wir haben alles gegeben. Wir haben jetzt sechs Monate unglaublich viel Arbeit investiert. Am Ende des Tages ist das Ergebnis relativ deutlich. Wir gratulieren dem Team Stobbe von Herzen zu diesem Sieg und wünschen ihm und seinem Team für die kommenden drei Jahre alles Gute und ein gutes Händchen für unseren Verein.“

Zur Frage nach den Gründen zum klaren Votum: „Die Frage stelle ich mir selbst. Ich hätte nicht gedacht, dass das hier ein lupenreiner Heimsieg wird, sondern, dass das eine knappe Kiste wird. Es wurde gut mobilisiert, es waren viele Leute im Stadion, was natürlich schön ist. Woran es gelegen hat, kann ich wirklich nicht sagen.“

Zu dem emotionalen Wahlkampf des Teams: „Wir haben das ganz bewusst gemacht, weil der Wahlkampf relativ lange war. Wir hatten sehr sehr viele Interviews. Unser Gefühl war, dass die Leute, die hier herkommen inhaltlich gut informiert sind. Man hat an den Wortbeiträgen auch gemerkt, dass der überwiegende Teil, der hier herkommt, sich eine Meinung gebildet hat. Wir haben deswegen bewusst, dass ein Statement von Herzen das ist, dass die Leute vielleicht dazu bringt, den Knopf drei zu drücken. Es hat nicht sollen sein. Ich bin mir aber sicher, dass es nichts geändert hätte, wenn wir 20 Minuten lang unser Programm dargestellt hätten.“

Eine weitere Kandidatur?

Zu einer möglichen weiteren Kandidatur: „Ich weiß, dass es abgedroschen klingt, aber das ist mein Verein. Die Aufgabe wäre eine Herzensangelegenheit, die ich wirklich mit 1948 Prozent gemacht hätte. Deswegen war am Dienstag meine Überzeugung, dass man mit einer Niederlage hier rausgeht, nicht direkt aufgibt, sondern es nochmal probiert. Heute Abend würde ich das nicht direkt sagen. Lasst mir mal ein, zwei Wochen oder ein, zwei Jahre Zeit und dann schauen wir mal. Die Tür ist nicht zu. Jetzt gerade fühlt es sich nicht so gut an.“

Warum es nicht gelungen ist, mehr Befürworter ins Stadion zu holen: „Ich glaube, dass die Variante Unterschriften zu sammeln eine gute ist. Ich würde dafür werben, die Hürde etwas geringer zulegen. Zumindest technisch. Meines Erachtens geht es darum, Ernsthaftigkeit zu zeigen. Es sollen ja keine 12 Teams antreten.“

„In Summe ist es fair gelaufen“

Zum langen Wahlkampf: „Die Zeit danach war sehr sehr lang. Wir waren drei, vier Monate unterwegs. Es war unfassbar anstrengend mit Höhen und Tiefen. In Summe ist es fair gelaufen. Wir haben uns mit Respekt verhalten. Dass man von außen schon merkt, dass dieses Amt eins ist, dass ein hohes Ansehen hat und dass da Interessen mitschwingen, hat man gemerkt. Wir hätten uns von Außen den einen oder anderen Gegenwind gerne gespart.“

„Bei den Stimmen, die wir analog in den Kneipen, in den Parks, in den Cafés gesammelt haben, war das Hybrid-Thema das absolute Thema Nummer eins. Ich hätte das so nicht erwartet, das Team hat es nicht erwartet und das Team Adenauer haben das genauso empfunden. Ich glaube, die digitale Teilhabe würde dem Verein guttun. Das ist nicht der entscheidende Punkt, warum wir nicht gewonnen haben. Aber je mehr Leute teilgenommen hätten, wäre unsere Chance größer gewesen. Das war unsere Überzeugung.“

Das sagt Jörn Stobbe

„Es bedeutet mir unheimlich viel, dass als Team hinbekommen zu haben. Dankeschön an alle Mitglieder. Wir haben so viel vor. Wir dürften ja nicht sagen, was wir alle machen dürfen. Jetzt machen wir ein bisschen mehr.“

„Es war ein überraschendes Votum, weil wir ja auf Augenhöhe gekämpft haben. Die Gründe kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich freue mich erstmal.“

„Es war ein wunderschöner Tag, wunderbares Wetter. Die Sonne hat geschienen. Es war einfach nur phantastisch. Es war für die FC-Familie eine gute Sache, auf die man aufbauen kann. Es geht um den Zusammenhalt, für den wir von Tag eins stehen. Das ist das Wichtigste. Wir haben schon viele gute Ideen. Jetzt sollen sich die Kräfte bündeln.“

Als erstes gibt es Gespräche mit den drei Geschäftsführern des FC

„Da wir auf diesen Moment nicht vorbereitet sind, weil wir aus Karma-Gründen gesagt haben, dass wir erst einmal nur auf uns und auf heute schauen, werden wir uns dann erst einmal zusammensetzen. Wir machen ja keinen Aktionismus. Wir werden uns jetzt erstmal mit dem Team am Geißbockheim sehr schnell zusammensetzen. Das sind unsere ersten Ansprechpartner. Wir werden aber auch nicht lange warten. Ab morgen früh geben wir alle Kraft, die wir haben für den FC. Als erstes gibt es Gespräche mit den drei Geschäftsführern des FC.“

„Werner Wolf hat uns ein tolles Angebot gemacht“

„Werner Wolf hat uns ein tolles Angebot gemacht an uns mit der Übergabe. Und dann werden wir genau schauen, wie wir die Kräfte bündeln.“

„Wir schauen morgen erst einmal auf die Mitglieder, auf die ganzen Unterstützer. Wir wollen auch die überzeugen, die uns nicht gewählt haben. Ich glaube schon, dass die Grenzen da ein bisschen vermischt sind. Wir haben eine riesen Chance, mit denen richtig etwas zu rocken.“

„Die Zuversicht ist im Laufe des Abends größer geworden, aber mit dem Ergebnis haben wir nicht gerechnet.“

Auch Alvermann und Sobek äußern sich

Jörg Alvermann: „Ein paar Tränchen habe ich schon verdrückt. Man hat es an den Reaktionen während der Veranstaltung gemerkt, es fühlte sich gut an. Deshalb sind wir optimistisch reingegangen. Als dann das positive Ergebnis mit dem recht deutlichen Votum kam, da kamen die Emotionen richtig raus.“

Ulf Sobek: „Ich liebe diesen Verein und ich fand es absolut großartig, das Vertrauen auch in dieser Höhe ausgesprochen zu bekommen. Das ist ein klarer Auftrag an uns.“



Neues Präsidium des 1. FC Köln gewählt: Team Stobbe setzt sich durch

Das neue Vorstandsteam des 1. FC Köln: Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek
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Neues Präsidium des 1. FC Köln gewählt: Team Stobbe setzt sich durch

Nach Wochen des Wahlkampfs, am Tag vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, gibt es ein neues Präsidium beim 1. FC Köln: Das Team Stobbe gewinnt die Vorstands-Wahl.

Die Entscheidung ist gefallen, es gibt einen neuen Präsidenten beim 1. FC Köln: Das Team Stobbe gewinnt die Vorstands-Wahl bei den Geißböcken.

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Noch nie zuvor in der langen Geschichte des Vereins traten drei Teams als Kandidaten für die Posten im Präsidium an. Dieser historische Anlass motivierte rund 6.000 Stimmberechtigte, sich heute in Köln-Müngersdorf zusammenzufinden – erwartet wurden 8.000. Vom Mitgliederrat wurden der Immobilienunternehmer Jörn Stobbe, der Rechtsanwalt Jörg Alvermann und der Sportwissenschaftler Ulf Sobek vorgeschlagen. Auch die Teams um den Unternehmer Wilke Stroman mit der ehemaligen FC-Spielerin Tugba Tekkal und den bis dato amtierenden Vizepräsidenten Carsten Wettich sowie um den Kommunalpolitiker Sven-Georg Adenauer mit Metzgermeister Martin Hollweck und Unternehmensberater Thorsten Kiesewetter hatten die notwendigen Unterschriften von Mitgliedern gesammelt, um zur Wahl zugelassen zu werden. Am Wahlabend dann fiel die Entscheidung schließlich zugunsten der Kandidaten Stobbe, Alvermann und Sobek aus.

Showdown im Wahlkampf um die Vorstandsposten

Alle Teams bekamen Vorab Gelegenheit, sich vor der Abstimmung final an die anwesenden Mitglieder zu wenden und mit einer letzten Präsentation auf Stimmenfang zu gehen. Sven-Georg Adenauer, gesäumt von Thorsten Kiesewetter und Martin Hollweck, machte den Anfang: “Diesem Verein gehört unser Herz und unser Gefühl”. Der 65-Jährige betonte dabei immer wieder auch seinen Großvater, Konrad Adenauer:„Ich heiße Adenauer. Dieser Name ist wie kein anderer mit der Geschichte unserer Stadt und unseres Landes verbunden. Ich trete aber nicht an, weil ich diesen Namen trage. Ich trete an, um Verantwortung zu übernehmen. Der FC braucht kein Weiter so, sondern Treue und Verlässlichkeit!“, und schloss mit einer Spitze gegen seine Kontrahenten: “Wir holen unser Mandat nicht aus Hinterzimmern, sondern von Euch!”.

Stehende Ovationen nach Auftritt von Stobbe, Alvermann und Sobek

Dann betraten Jörn Stobbe, Ulf Sobek und Jörg Alvermann die Bühne: „Mit eurer Stimme stellt ihr die Weichen für unsere Zukunft. Für uns gibt es ein klares Ja zu einem Mitglieder-geführten Verein und ein klares Nein zu Investoren”, eröffnete Spitzenkandidat Stobbe. Das ehemalige FC-Aufsichtsratsmitglied fügte hinzu: “Ich will mit meinem Wissen und Netzwerk Immobilienprojekte anpacken. Das Geißbockheim und das Stadion sind harte Nüsse, die sind nicht leicht zu knacken. Und ich mache seit 30 Jahren nichts anderes. Der FC braucht mein Wissen!”. Im Anschluss feuerte Jörg Alvermann gegen die in den vergangenen Wochen geäußerten Vorwürfe: Auf die Stimmen, das Team Stobbe sei investoren- bzw. kurvennah, antwortete er etwa: „Wer aus einer bloßen Wahlempfehlung ableitet, wir seien kurvennah, der hat gar nichts, aber auch wirklich rein gar nichts von der aktiven Fanszene verstanden.“

Tekkal: “Ich kandidiere, weil ich eine Frau bin, die für diesen Job qualifiziert ist”

Zuletzt traten Wilke Stroman, Tugba Tekkal und Carsten Wettich vor die Tribüne und sagten: „Nach 77 Jahren gehört endlich eine Frau in den Vorstand des FC. Wir sind ein Team von Mitgliedern für Mitglieder. Wir haben bereits 6.000 neue Mitglieder gewinnen können und möchten nun auch euer Vertrauen gewinnen.“ Tugba Tekkal ergänzte: „Ich kandidiere nicht, weil ich eine Frau bin. Ich kandidiere, weil ich eine Frau bin, die für diesen Job qualifiziert ist. Ich wäre stolz, wenn auch auf Vorstandsebene sichtbar wäre, was auf Vereinsebene bereits Realität ist.“ Stroman schloss den Beitrag des letzten Teams mit den Worten ab: „Wir stehen hier oben, weil ich weiß: Wir sind das richtige Vorstandsteam für den 1. FC Köln.“

Werner Wolf: “Haben Angst, dass uns die Veranstaltung entgleist”

50 Wortmeldungen der anwesenden Mitglieder sorgten unmittelbar vor der Wahl zum Teil für Unruhen unter den Anwesenden. Auf den Vorschlag der Sitzungsleitung hin, die Liste der Wortmeldungen beziehungsweise die Redezeit der Redenden zu kürzen, entgegnete eine Rednerin: “Ich möchte darum bitten, dass alle Rednerinnen und Redner die Chance bekommen, sich zu äußern. Demokratie ist nicht immer bequem, eine Mitgliederversammlung ist nicht immer bequem”, äußerte sie. Ein überlanger Beitrag von Roland Koch, Berater des Team Adenauer, veranlasste schließlich das Eingreifen von Werner Wolf: “Wir haben Angst, dass uns die Veranstaltung entgleitet. Wenn wir das Recht, sich zu äußern, entziehen, dann ist das Ergebnis anfechtbar. Deswegen bitte ich um Disziplin.” Der Vorsitzende des Mitgliedsrates, Fabian Schwab, ergänzte: “Ich möchte auch darum bitten, auf eine angemessene Wortwahl zu achten”. Nach den zum Teil scharfen Beiträgen hatten die Teams noch einmal die Chance, sich zu äußern.

So haben die FC-Mitglieder gewählt

Am Ende der Mitgliederversammlung stellten sich die Ergebnisse folgendermaßen dar: Gut 5700 Mitglieder haben ihre Stimme abgegeben Team Adenauer holte 9,86 Prozent der Stimmen, das Team um Wilke Stroman kam auf 25,18 Prozent und das neue Präsidentschafts-Team um Stobbe holte 64,97 Prozent und damit die benötigte absolute Mehrheit. „Ich danke euch für das Vertrauen für das Team FC“, sagte Stobbe im Anschluss.

So geht ein beispielslose Vorstandswahl zu Ende. Der neue Präsident der Geißböcke hört auf den Namen Jörn Stobbe und bildet zusammen mit Jörg Alvermann und Ulf Sobek für die kommenden drei Jahre das Präsidium.



Vorstand des 1. FC Köln zum Abschied entlastet

Dr. Werner Wolf vom 1. FC Köln.
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Vorstand des 1. FC Köln zum Abschied entlastet

Nach dem Denkzettel für den Vereinsvorstand um FC-Präsident Werner Wolf im vorangegangenen Jahr wurde die Entlastung bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des 1. FC Köln mit großer Spannung erwartet beim 1. FC Köln: Der Vorstand um Werner Wolf entlastet.

Vor Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung beim 1. FC Köln: Vorstand um Werner Wolf entlastet.

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Auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr sorgte die Nicht-Entlastung des Vorstands um Präsident Werner Wolf für Aufsehen. In seiner Funktion als Vize des abtretenden Vorstands äußerte sich Carsten Wettich offen über das Misstrauensvotum aus dem Vorjahr: „Das hat mich und uns sehr getroffen. Wir haben entschieden, dass wir es besser machen und euer Vertrauen zurückerarbeiten wollen”. Nach der Nicht-Entlastung des Vorstands auf der Mitgliederversammlung 2024 herrschte dann heute Nachmittag Gewissheit: Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung entlasteten die anwesenden Mitglieder dem Vorstandsteam um Werner Wolf, Eckard Sauren und Carsten Wettich. Knapp 6.000 Anwesende griffen dazu zu den elektronischen Stimmgeräten und ermöglichten dem Vorstand einen versöhnlichen Abschied mitsamt dem ausgesprochenen Vertrauen der anwesenden Mitglieder. Dabei erzielten Wolf und Sauren mehr als 77 beziehungsweise 79 Prozent der Stimmen, Wettich kam auf knapp 61 Prozent.

Mitgliederrat-Vorsitzender Schwab: Zusammenarbeit  lief „schwierig, schleppend und wenig konstruktiv“

Die Risse zwischen dem Mitgliederrat und dem Vorstand wurden im Vorfeld der Abstimmung dennoch noch einmal besonders deutlich: Fabian Schwab, der stellvertretend für das Kontrollgremium des Vereins sprach, teilte mit: „Der Vorstand hat uns den Jahresbericht nicht vorgelegt. Daher können wir keine Stellungnahme dazu abgeben.“ Der Vorsitzende des Mitgliederrates fügte hinzu: „Damit können wir unserer satzungsgemäßen Aufgabe nicht nachkommen. Ich muss aber sagen, dass es damit nur bedingt ein Jahres- und Rechenschaftsbericht war.“ Schwab fasste die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Gremium als „schwierig, schleppend und wenig konstruktiv“ zusammen und rügte den Vorstand für dessen vorangegangene Stellungnahmen.

Konsequenzen für die Vorstandswahlen: Nachteil für Stroman, Tekkal und Wettich

Die ausbleibende Entlastung hätte als extremes Misstrauensvotum auch die Wahlen des neuen Vorstandes beeinflusst. Denn durch die besondere Konstellation, dass der in diesem Jahr erneut angetretene Kandidat Carsten Wettich gleichzeitig auch Teil des scheidenden Vorstandstrios ist, hätte das Team um Unternehmer Wilke Stroman einen eindeutigen Nachteil. Das Votum im Zusammenhang mit der doppelten Verstrickung der Personalie Wettich hätte demnach eine enorme Signalwirkung verursacht mit empfindlicher Signalwirkung für die wegweisende Wahl. Auch der Mitgliederrat wurde mit 69 Prozent entlastet.

Werner Wolf verabschiedet sich unter Standing Ovations

Der ausgebliebene Vertrauensentzug der Mitglieder fügte sich dem emotionsgeladenen Abschied des Präsidenten a.D. Dr. Werner Wolf an. So fand Wolf zum Ende seines Redebeitrags bewegende Worte: „Die vergangenen sechs Jahre waren die intensivsten und prägendsten Zeiten meines Lebens. Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben. Heute gebe ich mein Amt demütig und dankbar zurück.“ Abschließend verabschiedete sich Wolf unter Applaus mit den Worten: „Ab jetzt bin ich einfach nur noch Fan. Vielen Dank für unvergessliche sechs Jahre“.