Abgänge, Profi-Debüts und Enttäuschungen – Ein Jahr nach dem Titel: Was ist aus den U19-Meistern geworden?

Jubel bei den U19-Spielern des 1. FC Köln
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Abgänge, Profi-Debüts und Enttäuschungen – Ein Jahr nach dem Titel: Was ist aus den U19-Meistern geworden?

Ein Jahr nach dem deutschen Meistertitel der U19: Während Youssoupha Niang und Fynn Schenten den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, zieht es andere Talente in die dritte und vierte Liga. Der Vergleich mit Finalgegner Bayer Leverkusen zeigt deutliche Unterschiede in der Durchlässigkeit zum Profikader. Doch was ist aus den U19-Meistern des 1. FC Köln geworden?

Der 18. Mai 2025 wird den FC-Fans in bester Erinnerung bleiben. Mit einem furiosen 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern sicherten sich die Geißböcke den direkten Wiederaufstieg und das Stadion wurde noch während der Partie zur Partymeile. Mittendrin: die U19 des 1. FC Köln. Mit der Meisterschale im Gepäck tauchte die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck in der zweiten Halbzeit plötzlich in der Südkurve auf. Gemeinsam mit den Fans feierten sie ihren Sieg der deutschen Meisterschaft gegen Bayer Leverkusen. Doch was ist aus den U19-Meistern des 1. FC Köln geworden?

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Von Erik Stalleicken

Wer seinen Weg zum Finale in der BayArena gefunden hat, wurde nicht enttäuscht. In einem spektakulären Endspiel setzten sich die Jungböcke mit 5:4 durch. Etwas über ein Jahr nach der Meisterschaft zeigen sich bereits erste Tendenzen wie die Karrieren der Protagonisten verlaufen könnten.

Zwischenschritt U21?

Während die Talente Tyron Fernandes, Arian Römers und Alessandro Puzzo den Verein verlassen werden, bleibt Assad Kotya-Fofana der U19 erhalten. Auch für San-Luca Spitali endet nach acht Einsätzen in der Regionalliga West seine Zeit am Geißbockheim. Dafür rücken einige U19-Spieler in den Kader der zweiten Mannschaft auf. Dazu zählen Kristiyan Irmiev, Timo Schmitz, Siegtorschütze Luis Stapelmann und Kapitän Jonathan Friemel. Dort treffen sie mit Mikolaj Marutzki, Fayssal Harchaoui und Leih-Rückkehrer Kian Hekmat auf ehemalige Mitspieler.

Zwei Spieler der Siegermannschaft durften aber bereits ihr Bundesligadebüt feiern. Youssoupha Niang kam in dieser Saison insgesamt zehn mal zum Einsatz und konnte seinen Marktwert auf zwei Millionen Euro steigern. Sein Debüt gab der Doppelpacker des Finals am 16. Spieltag beim 1. FC Heidenheim. Genauso Fynn Schenten. Der 18-Jährige durfte beim FCH sogar von Beginn an ran und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag bis 2030. Zuletzt wurde bei dem Angreifer über eine geplante Leihe spekuliert.

Neuer Anlauf an anderer Stelle

Drei Talente entschieden sich für einen Wechsel weg vom FC. Chinedu Chukwukelu schloss sich der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern und konnte in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in 33 Spielen 20 Torbeteiligungen beisteuern. Der Wechsel von Justin von der Hitz zum 1. FC Nürnberg stand bereits vor dem Spiel gegen Bayer fest. Obwohl er gegen Leverkusen noch zwei schöne Tore von außerhalb des Strafraums erzielte, durfte der 19-Jährige zunächst nur in der Regionalliga Bayern ran. Dort kommt er auf sieben Tore und drei Assists in 20 Spielen. Sechs mal spielte er schließlich in der 2. Bundesliga. Dabei gelang ihm gegen Hertha BSC seine erste Torvorlage. Einen ähnlichen Weg möchte nun auch Jason Ponente-Ramirez gehen und wird sich im Sommer dem Karlsruher SC anschließen. In 35 Partien gelangen dem Youngster in Köln 26 Torbeteiligungen. Die Perspektive in Karlsruhe scheint demnach vielversprechender als die, die ihm der FC bieten konnte.

Höhere Durchlässigkeit beim Rivalen

In den vergangenen Jahren kritisierten viele Fans den Umgang mit den eigenen Talenten. Zu viele seien verschenkt worden und schafften woanders den Durchbruch. Und auch wenn jeder Spieler für seinen Abgang unterschiedliche Gründe hatte, zeigt ein Blick auf die beiden Finalaufstellungen, dass die Durchlässigkeit in den Profifußball beim Nachbarn erkennbar höher ist als beim FC. Mit Ken Izekor (Eintracht Braunschweig) und Francis Onyeka (VfL Bochum) durften sich Spieler leihweise in Liga zwei beweisen. Onyeka wird künftig in der Bundesliga für Elversberg auflaufen. Die Leihe von Artem Stepanov zum 1. FCN wurde vorzeitig abgebrochen und der Ukrainer überzeugte anschließend bei seiner Leihe nach Utrecht. Jeremiah Mensah soll in der kommenden Saison dem Profikader angehören und durfte bereits sein Debüt feiern. Montrell Cullbreath gelang diese Saison bereits der Sprung in die Bundesliga, sodass er gegen Ende der Saison zum Stammspieler auf Rechtsaußen avancierte.

Der wertvollste Leverkusener dieser Liste ist aber mal wieder ein Ex-Kölner. Kerim Alajbegovic wechselte zur Saison 2021/22 die Rheinseite und schloss sich der Werkself an. Letzten Sommer sicherte sich RB Salzburg für rund zwei Millionen Euro die Dienste des Bosniers. Bayer 04 wird die Rückkaufoption in Höhe von rund acht Millionen Euro ziehen. Alajbegovic wurde von Nationaltrainer Sergej Barbarez für die laufende Weltmeisterschaft nominiert. Sein Marktwert liegt bei 22 Millionen Euro. Während die damalige Startelf der Kölner auf einen Wert von circa vier Millionen Euro kommt, beträgt dieser bei Bayer über 50 Millionen Euro.

Endgültiges Fazit käme zu früh

Ein Blick auf die U17-Meister von 2019 zeigt aber, wie schnell sich Karrieren in diesem Alter verschieben können. Beim 3:2 Finalsieg gegen die U17 von Borussia Dortmund traf Jacob Jansen noch doppelt. Mittlerweile spielt der 23-Jährige in der Landesliga Mittelrhein Süd für GW Brauweiler. Jens Castrop, mittlerweile bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, saß damals nur auf der Bank. Insgesamt schafften es aus diesem Finalkader sieben Spieler in den Profibereich. Meiko Sponsel und Marvin Obuz durften in der Saison 24/25 ihr Debüt für den FC geben. Aktuell spielen beide in Liga drei. Maxi Schmid feierte sogar Debüt in der Conference League. Der Durchbruch blieb aber aus und er stieg diese Saison mit Aue in die Regionalliga ab. Lediglich drei Spielern gelang der Sprung in die Bundesliga. Neben dem bereits erwähnten Jens Castrop, schaffte Jan Thielmann als einziger der Finalmannschaft den Durchbruch beim FC und gehört auch heute noch dem Kader an. Florian Wirtz entwickelte sich am stärksten. Ein halbes Jahr nach der Meisterschaft folgte der Wechsel zu Bayer Leverkusen. Dort wurde er kurz nach dem Wechsel bereits hochgezogen und war mit 17 Jahren fester Bestandteil der ersten Mannschaft.

Aber auch beim BVB ist die Ausbeute ähnlich gering. Nur Ansgar Knauff und Youssoupha Moukoko schafften den Sprung in die Bundesliga. Diese Bilanz zeigt, dass die Domstädter nicht allein mit dieser Problematik sind. Der Sprung in den Herrenfußball ist nun mal extrem schwer und die Plätze im deutschen Profifußball begrenzt. Viele Talente gehen perspektivisch ihren Weg in unterklassigen Ligen. Nur wenige schaffen den Durchbruch. Der Verlust von Florian Wirtz hat bei einigen Fans tiefe Narben hinterlassen, sodass verstärkt bei Abgängen von Talenten genau hingeschaut wird. Der FC selbst wird auch ein Interesse daran haben, einen solchen Fall zu vermeiden. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass man jeden Spieler unbedingt halten muss. Manchmal können Vereine aus der zweiten oder dritten Liga einem jungen Spieler eben deutlich realistischere Aussichten auf Spielzeit in der ersten Mannschaft geben. Welchen Weg die neuen U19-Vizemeister einschlagen, wird sich zeigen.


U23-Nationalspielerin nach Köln: Der 1. FC Köln verpflichtet Sophie Nachtigall

Sophie Nachtigall spielt künftig für den FC
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U23-Nationalspielerin nach Köln: Der 1. FC Köln verpflichtet Sophie Nachtigall

Weiterer Neuzugang bei den Fußballerinnen des FC. Die Frauen des 1. FC Köln verpflichten Sophie Nachtigall. Die U23-Nationalspielerin wechselt vom SC Freiburg an den Rhein.

Die FC-Frauen verzeichnen den nächsten Neuzugang. Die Geißböcke haben Sophie Nachtigall vom SC Freiburg unter Vertrag genommen. Die 22-Jährige hat einen Vertrag bis 2029 unterschrieben und wird die Kölnerinnen sofort verstärken.


Die Mittelfelfspielerin hat beim FC einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. „Wir freuen uns sehr, dass sich Sophie Nachtigall für uns entschieden hat. Sophie ist eine Spielerin mit großem Potenzial“, sagt Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball. „Sie überzeugt durch ihre technische Qualität, ihre hohe Spielintelligenz und ihre mannschaftsdienliche Spielweise.“ Somit könnte die Spielerin den Kölner Frauen umgehend helfen. „Der FC ist ein sehr bekannter und toller Club, das Frauen-Team hat gerade das historisch beste Jahr hingelegt und die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr gut. Deswegen wollte ich unbedingt nach Köln. Ich möchte mich hier durchsetzen, weiter dazulernen und meine Stärken einbringen“, sagt Nachtigall. „Ich freue mich sehr auf den intensiven Fußball, den der FC spielt. Beim Highlightspiel vor so vielen Fans und bei den Heimspielen im Franz-Kremer-Stadion aufzulaufen, wird etwas ganz Besonderes.

„Ich freue mich sehr auf den intensiven Fußball“

Geboren wurde Sophie Nachtigall am 12. Februar 2004 in Hamburg. Ihre Karriere begann sie beim TuS Germania Schnelsen, bevor sie 2018 zum Hamburger SV und 2022 weiter zu Eintracht Frankfurt wechselte. 2025 verpflichtete sie schließlich der SC Freiburg, wo sie sich zur Stammspielerin und Leistungsträgerin entwickelte. Bislang bestritt Nachtigall 27 Bundesligaspiele (ein Tor) und sechs DFB-Pokalpartien (drei Treffer). Die Juniorinnen-Nationalteams des DFB durchlief Nachtigall von der U16 bis zur aktuellen U23. Mit der U19 wurde sie 2023 in Belgien Vize-Europameisterin. Während es bei den Profis bislang noch nicht den großen Transfer-Wurf gab, sind die Frauen bereits gut aufgestellt. Zahlreiche Verträge wurden verlängert, viele Spielerinnen unter Vertrag genommen. Auch die Trainerinnen haben im Frühling ihre Arbeitspapiere ausgeweitet.

Der Fokus auf die Frauen-Abteilung zahlt sich zunehmend aus. Aktuell spielt die U21 der Frauen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Fynn Schenten arbeitet an seiner Zukunft – Leihe, U21 oder doch die Chance bei den Profis?

Fynn Schenten für die U19 des 1. FC Köln gegen Inter Mailand
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Fynn Schenten arbeitet an seiner Zukunft – Leihe, U21 oder doch die Chance bei den Profis?

Fynn Schenten möchte sich einen Kaderplatz für die Bundesliga erarbeiten und schiebt dafür während des Urlaubs in Spanien Extraschichten auf dem Trainingsplatz. Im Trainingslager in Spanien machte er vor einem halben Jahr seine ersten Erfahrungen mit dem Profikader. Nun stellt sich die Frage, wo sich der 18-Jährige in der kommenden Saison am besten entwickeln kann. Wie geht es weiter mit Fynn Schenten beim 1. FC Köln?

Unter René Wagner erhielt der Youngster keine Chance mehr, unter Lukas Kwasniok gab er sein Profidebüt. Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem Stürmer weitergeht.

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Auch Fynn Schenten kommt dieser Tage nicht umher, Bilder aus dem Süden Europas via Social-Media in die Welt zu schicken. Doch unter die Urlaubsbilder mischen sich auch Aufnahmen von hartem Training. Der Schweiß fließt jedenfalls nicht nur aufgrund der Sonne. Schenten will es offenbar noch einmal wissen, will sich eine weitere Chance bei den Profis erarbeiten. Die erste bekam er ebenfalls in Spanien. Wenn auch auf dem Festland, im Winter in La Nucia. Hat er diese genutzt? Seit seinem Bundesligadebüt im Januar in Heidenheim kam Fynn Schenten nur noch sechs weitere Male zu Kurzeinsätzen für die Profis. Die Konkurrenz auf der Stürmerposition war für mehr einfach zu groß, sodass nach seiner Vertragsverlängerung keine weitere Bundesligaminute folgte. Zuletzt wurde daher auch über eine angedachte Leihe des jungen Angreifers spekuliert. Ein Modell, das durchaus Sinn ergeben könnte.

Lemperle und Urbig als Vorbilder

Schon in der jüngeren Vergangenheit setzte der FC auf Leihgeschäfte mit den eigenen Toptalenten, um ihnen Spielpraxis auf dem höchsten Niveau zu bescheren. So wechselte Torwarttalent Jonas Urbig leihweise in die 2. Bundesliga und konnte bei seinen Stationen in Regensburg und Fürth überzeugen und seine ersten Schritte im Profifußball gehen. Der Keeper bekam schließlich die Chance als Nummer Eins und wechselte schließlich zum deutschen Rekordmeister und brachte dem Domstädtern eine Millionensumme. Ähnliches gilt für Tim Lemperle. Dessen Entwicklung schien zu stagnieren, sodass auch er leihweise nach Fürth wechselte. Dort ging er den nächsten Entwicklungsschritt und wirkte nach seiner Rückkehr wie ausgetauscht. In seiner letzten Saison in Köln trug er einen maßgeblichen Anteil zum direkten Wiederaufstieg bei.  

Leihen können eine Karriere also durchaus ankurbeln. Denn gerade im jungen, entwicklungsfähigen Alter ist Spielpraxis essenziell. Und ob Schenten diese beim FC bekommen würde, darf zumindest in Frage gestellt werden. Denn neben Ragnar Ache und Marius Bülter schauen sich die Geißböcke wohl nach einem weiteren Stürmer um. Das dürfte die Chance auf Einsatzzeiten für den 18-Jährigen definitiv verschlechtern. Schenten kam bis jetzt unter Wagner ohnehin auf keine einzige Kadernominierung. Daher liegt die Idee nahe, zumindest temporär das Weite zu suchen, um Spielpraxis auf dem höchstmöglichen Niveau zu sammeln. Bisher werden aber keine potenziellen Leihklubs gehandelt.

Umweg über die U21?

Sollte sich für den Spieler und den Verein keine interessante Option bieten, würde Schenten vermutlich in der U21 unterkommen, um sich in der Regionalliga West für höhere Aufgaben zu empfehlen. Dort kam er in der abgelaufenen Spielzeit bereits sechs Mal zum Einsatz wobei ihm ein Tor und eine Vorlage gelangen. In der Mannschaft von Evangelos Sbonias würde er auf einige Mitspieler aus der U19 treffen. In der wusste der Deutsch-Franzose besonders zu überzeugen. In 25 Spielen kam er auf 19 Tore und traf in fünf UEFA Youth League-Spielen gleich sechs mal. So auch beim Highlightspiel in Müngersdorf vor 50.000 Zuschauern gegen Inter Mailand.

Dass man Schenten perspektivisch zutraut häufiger in diesem Stadion aufzulaufen, haben die Verantwortlichen in der abgelaufenen Saison untermauert. Nicht umsonst wird man den 18-Jährigen mit ins Trainingslager nach La Nucía genommen haben. Dort hinterließ er einen guten Eindruck. Denn direkt im ersten Spiel nach der Winterpause stand Schenten in der Startelf gegen Heidenheim und durfte sein Bundesligadebüt feiern. Sein zu diesem Zeitpunkt auslaufender Vertrag wird dabei sicherlich auch eine Rolle gespielt haben. Mit Kurzeinsätzen in den Folgewochen gab man dem Talent die Chance sich zu beweisen, sodass sich Spieler und Verein auf einen Vertrag bis 2030 einigen konnten.

Wie es für den jungen Stürmer weitergeht, wird die Sommervorbereitung zeigen. Die Extraschichten im Urlaub werden in Köln aber sicherlich nicht schlecht ankommen und einen guten Eindruck beim neuen Cheftrainer René Wagner hinterlassen. Denkbar also auch, dass sich Wagner zu Beginn der Vorbereitung den Spieler genau anschaut und ihm die Chance gibt, sich zu beweisen ehe die Entscheidung über seine Rolle in der kommenden Saison getroffen wird.


Jahmai Simpson-Pusey zwar fest verpflichtet – dennoch besteht weiter Bedarf beim 1. FC Köln

Abwehrspieler des 1. FC Köln. Wer bleibt? Wer geht?
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Jahmai Simpson-Pusey zwar fest verpflichtet – dennoch besteht weiter Bedarf beim 1. FC Köln

Jahmai Simpson-Pusey bleibt beim 1. FC Köln, das für deutlich weniger Ablöse als angenommen und unter Marktwert. Ein starker Transfer. Allerdings wird es auch in der Innenverteidigung dabei nicht bleiben können für den 1. FC Köln: Trotz der festen Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey bleiben in der Abwehr Lücken.

Der FC hat Jahmai Simpson-Pusey fest unter Vertrag genommen. Ein sinnvoller Transfer. Allerdings keiner, der die Lücken im Defensivverbund komplett schließt. Die Kölner werden auch in der Abwehrreihe kräftig nachlegen müssen. Und das, obwohl die FC-Bosse bereits 14 Millionen Euro in drei Kaufoptionen investiert haben. Eine Verpflichtung von Abubacarr Sedi Kinteh ist mittlerweile geplatzt. Der Abwehrspieler wechselt nach Saudi Arabien.

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Beim Blick auf die Rückrunde schien es eigentlich kaum möglich. Jahmai Simpson-Pusey war einer der absoluten Gewinner unter Lukas Kwasniok und später unter René Wagner. Der Innenverteidiger empfahl sich durch eine beeindruckende Ruhe am Ball, vor allem unter Druck für mehr. Auch, wenn nicht immer alle Pässe ankamen, tat der Engländer zudem viel für den Spielaufbau. Simpson-Pusey empfahl sich beim FC für mehr, wird damit aber auch das Interesse des eigenen Arbeitgebers, möglicherweise anderer Clubs geweckt haben. Ziemlich schnell dürfte die Entscheidung bei Thomas Kessler gereift sein, den Spieler fest zu verpflichten.

Eigentlich sprach also viel für das Ziehen der Kaufoption, doch gleichzeitig auch wieder nicht. Denn die starken Leistungen hätten eigentlich dazu führen können, dass der eigentliche Arbeitgeber aus Manchester, seinen Leihspieler für Höheres als Abstiegskampf in der Bundesliga berufen sah. Bei Celtic kam der Akteur überhaupt nicht zum Zug, in Köln stand das „Sky Blue“-Talent seinen Mann in der höchsten deutschen Spielklasse.

Ungleichgewicht zwischen Ab- und Zugängen

Umso erstaunlicher, dass der FC nun tatsächlich Vollzug gemeldet und an Manchester nicht die eigentliche Ablöse von acht Millionen Euro, sondern nur fünf bezahlt hat – wenn auch weiterhin mit Rückkaufoption der Engländer. Es ist wieder einer dieser Transfers von Thomas Kessler, die sich im Nachhinein in das Regal Kaminski oder El Mala einsortieren lassen könnten. Wobei Kesslers Masterpiece bei zweiterem bekanntlich die Vertragsverlängerung ohne Ausstiegsklausel gewesen ist. Die Daten zeigen, dass Simpson-Pusey noch viele Entwicklungsfelder hat. Doch der Spieler hat jetzt schon enormes Potenzial und einen geschätzten Marktwert von neun Millionen Euro. Über eine mögliche Rückkaufoption von ManCIty gibt es unterschiedliche Erzählweisen. So oder so wird der FC bei einer positiven Entwicklung mit einem Gewinn aus dem Deal hervorgehen. Wie wichtig der Deal aber war, zeigt vor allem die aktuelle Situation in der Innenverteidigung.

Denn das Ungleichgewicht der bisherigen Transferliste zwischen Ab- und Zugängen macht sich besonders in der Abwehrzentrale bemerkbar. Mit Cenk Özkacar, Dominique Heintz und Luca Kilian haben drei Akteure den Verein bereits verlassen, Timo Hübers arbeitet derweil noch an seiner Rückkehr in den Spielbetrieb. Der Verein werde ihm die Zeit lassen, die er brauche, sagte Thomas Kessler vor einigen Wochen den Medien, fügte jedoch an, man rechne erst nach der Hinrunde mit einer Rückkehr. Heißt im Umkehrschluss von den sieben Innenverteidigern der vergangenen Spielzeit sind inklusive Simpson-Pusey drei (fitte) Spieler zum Saisonbeginn mit an Bord. Dabei war Özkacar in der vergangenen Saison nach den reinen Daten der konstanteste und vielseitigste Innenverteidiger im Kader.

So lieferte der Abgang im FC-Vergleich die meisten defensiven Aktionen in 90 Minuten und gewann mit 74,4 Prozent die zweitmeisten Defensiv-Zweikämpfe hinter Timo Hübers (77,8 Prozent). Außer bei den Grätschen (0,08 pro 90 Minuten) lag der Leihspieler bei den für die Abwehr relevanten Werten über dem Durchschnitt. Der FC verliert einen Allrounder, der im Alter von 25 Jahren durchaus noch Entwicklungspotenzial, allerdings auch ein deutliches Tempodefizit hat.

Der FC hat in der Innenverteidigung weiter Bedarf

Heintz hingegen war eher der Typ „erfahrener Zweikämpfer“, gewann die Duelle wenn er sie suchte. Der 32-Jährige war aber eher ein Backup, kein Stammspieler. Das gilt aber eben auch für zwei der verbliebenen drei Akteure. Spieler, die in der vergangenen Saison weder unter Lukas Kwasniok noch unter René Wagner zum unumstrittenen Stammpersonal gehörten. So performte Schmied zu Beginn zwar ordentlich, kam nach seiner langen Verletzung über den Winter aber nicht mehr in den Tritt und erreichte in der vergangenen Spielzeit eher durchschnittliche Werte. Der Schweizer suchte zwar aktiv Zweikämpfe, gewann sie aber unterdurchschnittlich oft und kam mit 62,07 Prozent auf den schlechtesten Wert der Kölner Innenverteidigung. Bei den Grätschen liegt Schmied ebenfalls mit 0,06 pro Partie im unteren Leistungsbereich. Zudem fing der Schweizer nur 3,59 Bälle pro 90 Minuten ab. Mit 27 Jahren müsste Schmied eigentlich auf seinem Leistungshoch stehen, viel Platz für eine Entwicklung ist wohl nicht mehr.

Schafft es ein Rückkehrer in den Kader?

Rav van den Berg gilt als großes Talent, überzeugte durch gute Werte vor allem im Bereich der Passquote, dort kommt er ligaweit auf Top-Werte. Nur Jonathan Tah und Kim Min-Jae sind besser. Auch bei der Passquote von 92,75 Prozent, den Vorwärtspässen (79,9 Prozent) und den geblockten Schüssen (0,73 in 90 Minuten) erreicht der Niederländer gute Werte. Bei den Defensiv- (63,49 Prozent) und Luftduellen (49,12 Prozent) schneidet van den Berg allerdings klar unter Bundesliga-Durchschnitt ab. Mit 21 Jahren hat der Spieler allerdings auch noch ein sehr großes Entwicklungspotenzial. Immerhin darf der FC mit den beiden Leihrückkehrern Julian Pauli und Elias Bakatukanda planen. Beide haben die Chance, sich im Sommer zu zeigen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass es auch beide in der kommenden Spielzeit in den Kader schaffen.

Und so wird schnell deutlich, dass die Kölner trotz der Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey in der Defensive nicht nur noch weiteren Bedarf haben, Thomas Kessler muss nochmal aktiv werden.

Ein heißer Kandidat war bekanntlich Abubacarr Sedi Kinteh. Mit dem Spieler lag eine mündliche Einigung vor. Doch der Transfer ist wohl vorerst vom Tisch. Gut möglich, dass die Kölner nun lieber auf einen Routinier wie Sebastiaan Bornauw setzen wollen. Denn Kinteh wird nicht billig werden. So oder so muss sich Thomas Kessler wohl noch einiges einfallen lassen.


So verbringen einige der Profis des 1. FC Köln den Sommer

Tom Krauss, Luca Waldschmidt und Said El Mala posten Bilder des Sommers
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So verbringen einige der Profis des 1. FC Köln den Sommer

Auch in diesem Jahr verbringen die Profis des 1. FC Köln ihre Zeit während der Sommerpause im Urlaub und posten Bilder auf Social Media. So verbringen die Spieler des 1. FC Köln den Sommer.

Nach der anstrengenden Saison samt Klassenerhalt erholen sich die Spieler der Geißböcke im Sommerurlaub und lassen ihre Fans daran teilhaben.

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Nicht für alle Mitarbeiter des 1. FC Köln ist der Sommer bisher ein entspannter, für einige ist er sogar ein sehr arbeitsreicher. FC-Geschäftsführer Thomas Kessler und sein Team arbeiten mit Hochdruck an der Zusammensetzung eines Kaders, der den Geißböcken in der kommenden Saison den Klassenerhalt sichern soll – im besten Fall nicht erst am vorletzten Spieltag. Nahezu täglich ploppen neue Namen für mögliche Akteure in der Grüchteküche auf, Spieler werden fest verpflichtet oder verlassen das Geißbockheim. Von Entspannung kann in Köln keine Rede sein. Anders sieht es hingegen bei einigen FC-Profis aus. Die Spieler weilen im sonnigen Süden, verbringen Zeit mit der Familie oder schließen den Bund der Ehe.

Das Mittelmeer als beliebtes Reiseziel

Das Mittelmeer mit seinen angrenzenden Urlaubsregionen ist in diesem Sommer bei den Spielern des 1. FC Köln besonders beliebt. So weilt Said El Mala derweil in Griechenland auf Zakynthos. Auf seinem Instagram-Profil postet der Kölner Shootingstar Bilder einer Bootstour, kristallklarem Wasser, aber auch Einheiten auf dem Laufband. Der 19-Jährige ist unter anderem mit seinem Bruder Malek unterwegs.

Auch Joel Schmied hat sich für Griechenland entschieden. Zusammen mit seiner Freundin genießt der Schweizer die Sonne und entspannt sich am Pool. Der Kölner Verteidiger wird in der kommenden Saison wieder angreifen wollen. Nach seiner Verletzung im Winter kam der 27-Jährige nicht mehr so richtig in Tritt, könnte aber auch aufgrund aktuell noch fehlender Alternativen wieder zu einer Option für René Wagner werden.

Sebastian Sebulonsen hingegen genießt die Sonne auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen. Bei Trips durch die Gassen der mallorquinischen Orte, Essen mit Freunden und waghalsigen Sprüngen ins Mittelmeer tankt der Stammspieler der Geißböcke Kraft für die kommende Saison. Auch ein Abstecher ins Museum gehörte für den Norweger laut seines Instagram-Profils dazu.

FC-Talent Fynn Schenten nutzt seine Auszeit ebenfalls auf Mallorca und trainiert für die kommende Saison. Der Youngster kam in der vergangenen Spielzeit zu seinem Profi-Debüt bei den Geißböcken.

“Ja, ich will“

Gleich zwei der Kölner Profis haben sich im Sommer getraut. Timo Hübers postet zahlreiche Bilder seiner Hochzeit. Für den Kölner Abwehrchef lief die Saison alles andere als erfolgreich. Im Duell gegen den BVB erlitt der 29-Jährige bekanntlich eine schlimme Verletzung am Knie und fiel für den Rest der Saison aus. Noch vor einigen Wochen verlängerte „Hübi“ seinen Vertrag mit dem FC. Kessler erwartet den Verteidiger im Laufe der Spielzeit zurück.

Neben Hübers hat auch Luca Waldschmidt geheiratet. Schon im vergangenen Jahr gab es die standesamtliche Trauung, nun folgten Feierlichkeiten und die Eheschließung auf Mallorca.

Neben Waldschmidt und Hübers will auch Isak Johannesson einen festen Bund eingehen. Bevor der isländische Nationalspieler ein Testspiel in den USA gegen Argentinien absolvierte, blieb genug Zeit, um seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen.

Ebenfalls in den USA genießt Tom Krauß seine Auszeit. Der Kölner hielt sich zunächst in Los Angeles im Bundesstaat Kalifornien auf. Später postet der 24-Jährige Bilder aus Miami.


U21-Coach Sbonias im Interview: „Puzzle hat sich sehr gut zusammengefügt“

Evangelos Sbonias von der U21 des 1. FC Köln
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U21-Coach Sbonias im Interview: „Puzzle hat sich sehr gut zusammengefügt“

Hinter der U21 des 1. FC Köln liegt eine Saison ohne sportliche Sorgen in der Regionalliga West. Die FC-Reserve landete am Ende mit 45 Punkten auf dem zehnten Platz. Der Trainer der Nachwuchstalente blickte im Gespräch mit come-on-fc.com auf die Spielzeit zurück und warf auch einen Blick nach vorne. Evangelos Sbonias von der U21 des 1. FC Köln im Interview.

Am 22. Juni ist es soweit. Die jungen Talente des 1. FC Köln starten mit dem Training nach der Sommerpause. Evangelos Sbonias sprach mit come-on-fc.com über die Kaderpläne der kommenden Saison und persönliche Ziele.

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Evangelos Sbonias sprach mit come-on-fc.com über…

…das Erfolgsrezept nach dem holprigen Saisonstart mit dem Sturz ans Tabellen-Ende: „Klar bleiben, ruhig weiterarbeiten, weiterhin an die Dinge glauben, die uns stark machen, weil wir diese über drei Jahre nachgewiesen haben. Und natürlich galt es, den Jungs weiter Mut zuzusprechen. Auch in der Phase waren keine schlechten Leistungen dabei, die alarmierend waren.“

…seine positiven Eindrücke der vergangenen Spielzeit: „Wir hatten einen großen Umbruch im Sommer, was im Laufe der Saison schnell mal in Vergessenheit gerät. Wir haben viele neue, talentierte Jungs zusammengebracht und eine komplett neue Mannschaft geformt. Diese war noch mal deutlich jünger als in den beiden Jahren davor. Am Ende hat sich das Puzzle sehr gut zusammengefügt. Die Wellenbewegungen, die dann im Laufe der Saison auftreten, sind völlig normal. Insgesamt haben wir seine sehr stabile Saison gespielt.“

„Wirklich etwas zu bemängeln, gibt es nicht“

…Verbesserungsmöglichkeiten bei seiner Mannschaft: „Es gab Phasen, in denen wir vermeintlich stabil waren, aber die Punkte dann nicht geholt haben. Das hätte besser laufen können. Und natürlich hätte der Saisonbeginn deutlich besser laufen können. Aber wirklich etwas zu bemängeln, gibt es nicht.“

…die Negativphase in der Rückrunde mit fünf Niederlagen am Stück: „Das hat die Jungs beschäftigt, das hat man klar gemerkt. Wenn man dann aus dieser Phase herauskommt, trägt so etwas zur Entwicklung bei. Das ist ein wertvoller Erfahrungsschatz, den man daraus ziehen kann. Die Jungs hatten in der Phase aber definitiv daran zu knabbern.“

…die Kaderpläne für die kommende Saison: „Da gibt es keine feste Größe. Das hängt an vielen Faktoren, die wir noch gar nicht beeinflussen können. Das hängt beispielsweise mit der Kadergröße der U19 und Kaderentscheidungen bei unserer Lizenz-Mannschaft zusammen. Wir sind da die Scharnierstelle, deshalb gibt es bei uns keine festgeschriebene Kadergröße. Es wird einen mittelgroßen Umbruch geben, der bei einer U21 völlig normal ist. Es wird schon Bewegung in beide Richtungen reinkommen.“

„Wenn beides zusammenkommt, bin ich happy“

…Spieler, die aus der U19 aufrücken könnten: „Wir müssen die Dinge noch final festzurren. Das werde ich den Spielern zu gegebenem Zeitpunkt aber selbst mitteilen, wie die Planung zum Trainingsstart am 22. Juni aussieht.“

…seine persönlichen Ziele im Vertragszeitraum bis 2028: „Das oberste Ziel ist es, weiterhin so stabil, fokussiert und detailliert die Spieler weiterzuentwickeln wie in den vergangenen drei Jahren. Das persönliche Ziel ist der nächste Anlauf für die UEFA-Pro-Lizenz. Das wird im Herbst wieder anstehen für den Lehrgang 2027. Wenn beides zusammenkommt, bin ich happy.“

Das Interview führte Daniel Mertens

Neuer Kader-Weg beim 1. FC Köln? Eine Tendenz, aber kein Dogma

Thomas Kessler und Tim Steidten bei einem Spiel des 1. FC Köln
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Neuer Kader-Weg beim 1. FC Köln? Eine Tendenz, aber kein Dogma

Jakub Kaminski, Tom Krauß und Jahmai Simpson-Pusey wurden fest verpflichtet und könnten den Kölnern kurz- bis mittelfristig wichtiges Geld in die Kassen spülen. Man scheint nun einen anderen Weg bei der Kader-Zusammenstellung zu verfolgen. Es gibt zumindest eine Tendenz beim 1. FC Köln: Geht Thomas Kessler beim Kader einen anderen Weg?

Schon im vergangenen Sommer hat der FC einen Kader-Umbruch angetrieben. Der soll jetzt fortgesetzt werden. Dabei scheint Thomas Kessler tendenziell einen anderen Fokus zu setzen.

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Wie es konkret weitergeht, ist nicht geklärt. Dass es nicht beim FC weitergeht, steht wohl außer Frage. Sargis Adamyan wurde bereits verabschiedet. Der Stürmer hatte sein letztes Jahr in der U21 bei den Geißböcken verbracht, nachdem ein möglicher Wechsel zum VfL Osnabrück noch auf der Zielgerade platzte. Adamyan avancierte zu einem der gefährlichsten Offensivspieler der Regionalliga West, aber ganz sicher auch zum teuersten, denn das ursprünglich vereinbarte Gehalt soll eins der besseren gewesen sein. Und das hatte Gründe. Christian Keller sah in dem Angreifer den absoluten Transfercoup, als er Adamyan 2022 ans Geißbockheim lotste. Den Spieler ließ sich der FC rund zwei Millionen Euro kosten. Und Keller war so überzeugt von den Qualitäten, dass er den damals 29-Jährigen mit einem Vierjahresvertrag ausstattete. Der Rest der Adamyan-Geschichte ist bekannt und falls nicht: Die Bilanz des Armeniers war ganz sicher keine beeindruckende.

Lange Verträge, wenige Erträge

Der Stürmer wird oft als Beispiel für schwache Transfers unter Keller genannt. Es gab durchaus auch weitere Spieler, die im fortgeschrittenen Alter zum FC kamen und noch einmal einen langen Vertrag erhielten. Nicht erst unter Keller. Sebastian Andersson wurde von Horst Heldt verpflichtet, war beispielsweise ebenfalls 29 Jahre alt, erhielt immerhin einen Dreijahreskontrakt. Der letzte der Reihe war Imad Rondic. Der Stürmer hatte in der polnischen Ekstraklasa einige Treffer erzielt. Genug, um den Angreifer ebenfalls mit einem langen Kontrakt bis 2029 an den Rhein zu locken. So richtig eingeschlagen hat Rondic nicht und Köln könnte einmal mehr auf einem Spieler sitzen bleiben.

Natürlich holten die Geißböcke in jenen Jahren nicht nur Routiniers. Im Gegenteil, auch Kessler setzte auf junge Akteure wie Eric Martel, Denis Huseinbasic, Rasmus Carstensen oder Jakub Christensen. Nur schlugen diese selten ein und bei vielen Neuverpflichtungen war durchaus das Muster „Erfahrene Spieler, lange Verträge, hohe Fixkosten“. Und eben das Problem, am Ende vielleicht auf Akteuren sitzen zu bleiben, die die Erwartungen dann nicht erfüllten.

Nicht jeder Schuss sitzt

Das Muster scheint sich jetzt verschoben zu haben. Zwar holte Thomas Kessler in der Vorsaison mit Marius Bülter (33) und Ron-Robert Zieler (37) ebenfalls zwei Routiniers, doch beide Spieler wurden mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Auch Alessio Castro-Montes (29) gehört zu den erfahrenen Spielern und der Belgier verfügt tatsächlich über einen Kontrakt bis 2028. Doch ansonsten wurden durch die Bank Spieler verpflichtet, die zumindest aufgrund ihres Alters durchaus Entwicklungspotenzial besitzen könnten. Und das ging bei einigen Akteuren auch auf. Jakub Kaminski kam nach der Leihe nun für 5,5 Millionen Euro — sein aktueller Marktwert liegt bei 17 Millionen. Jahmai Simpson-Pusey wurde nun für rund fünf Millionen fest verpflichtet, sein Marktwert beträgt neun Millionen Euro. Dass nicht jeder Schuss sofort sitzt, zeigt das Beispiel Rav van den Berg. Für den Innenverteidiger bezahlten die Kölner inklusive Boni mehr als acht Millionen Euro, der Durchbruch ist dem Niederländer noch nicht gelungen. Die Veranlagung gibt aber Hoffnung, dass genau das noch passieren wird.

Leihkonstrukte als Masterplan?

Allerdings müssen Sportchefs wohl ein gewisses Risiko bei ihren Neuverpflichtungen eingehen, wohlwissend, dass nicht jede Wette aufgeht. Und genau da kommen die Leihkonstrukte ins Spiel. Auch Christian Keller war ein Freund von Leihen, doch dabei ging es oft darum, eigenen Spielern, Spielpraxis zu verschaffen. Von extern wurden „nur“ in dieser Zeit drei Akteure unter einen Leih-Vertrag genommen (auch aufgrund der Transfersperre). Bei Kessler waren es in der Vorsaison gleich sechs – drei gingen auf, drei nicht. Für den FC die Chance, die Spieler erst einmal günstig an den Rhein zu holen, ihre Entwicklung zu beobachten. Durch die vereinbarten Kaufoptionen, also ein geringes Risiko, aber eine echte Möglichkeit.

Die ganze Wahrheit ist natürlich, die richtige Mischung im Kader zu finden. Das galt für die Ex-Geschäftsführer, das gilt für Kessler. Der aktuelle Weg ist sicher kein Dogma, es ist vielleicht eine Tendenz. Vielleicht, weil natürlich auch äußere Umstände Einfluss hatten. Zum Beispiel die Transfersperre, ein nötiger Sparkurs, das Interesse von Spielern und Beratern. Dennoch scheint Thomas Kessler keinen Kader für die nächsten Spieltage zu bauen, vielmehr geht es um einen Kader, der die Qualität für die Bundesliga hat, aber gleichzeitig auch das Potenzial, den Club wirtschaftlich voranzutreiben. Wer einen Spieler für fünf Millionen kauft und ihn für 20 Millionen nach einer Spielzeit wieder gehen lassen muss, scheint jedenfalls einiges richtig gemacht zu haben. Die kommenden Transfers werden das Bild vielleicht deutlicher zeichnen – sie müssten nur langsam kommen.


Said El Mala, der 1. FC Köln und der Domino-Effekt: Das Warten auf den ersten Stein

Said El Mala vom 1. FC Köln im Duell gegen Bayer Leverkusen
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Said El Mala, der 1. FC Köln und der Domino-Effekt: Das Warten auf den ersten Stein

Nach der Brentford-Absage ist nicht gesagt, dass Said El Mala beim FC bleibt. Sollte das passende Angebot reinflattern, wird man in Köln erneut „gesprächsbereit“ sein. Konkrete Interessenten gibt es nicht. Doch fällt der erste Domino-Stein könnte es schnell gehen. Bei Chelsea könnte ein solcher Stein schon bald kippen.

Zum FC Brentford wollte der Kölner Offensivspieler nicht. Der Wunsch nach England zu wechseln, soll aber schon noch vorhanden sein. Wie geht es weiter mit Said El Mala?

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Er galt schon ziemlich früh als beeindruckendes Talent. Experten lobten seine Schnelligkeit, seine Dynamik, seine unvorhersehbaren Dribblings, den direkten Weg zum Tor, doch bei der WM in den USA, in Mexiko und Kanada schaut der Linksaußen nur zu. Alejandro Garnacho konnte in der vergangenen Spielzeit eher selten überzeugen. Der Argentinier wurde nicht berücksichtigt – keine WM, kein großes Schaufenster, stattdessen Urlaub, während andere die WM spielen. Davon kann Said El Mala auch ein Lied singen. Allerdings wird sich der Kölner vielleicht noch ein wenig mehr ärgern, denn dessen Leistungen hätten ihm durchaus das Endturnier ermöglichen können. Garnacho erlebte dagegen eine Saison zum Vergessen. In 24 Spielen erzielte der Linksaußen für den FC Chelsea gerade einmal einen Treffer, bereitete vier vor. Der 21-Jährige war vor einem Jahr für 46 Millionen Euro von Manchester United nach Chelsea gewechselt. Damals wurde der Marktwert des Spielers wie jetzt bei El Mala auf 45 Millionen Euro geschätzt.

Es werden sicher noch Angebote folgen

Sollte der FC Chelsea bei dem Kölner Youngster Ernst machen, wären die Werte und Kosten wohl verdammt ähnlich. Tatsächlich denkt man bei den Blues über einen Verkauf des Argentiniers nach. Und nicht nur das, Manchester wiederum hofft auf ein baldiges Zeichen aus London, zum einen, weil man sich bei den Red Devils dann über eine Weiterverkaufsgebühr freut, vielleicht aber auch, weil man sich eine Rückkehr des Spielers durchaus vorstellen kann. Bei allen Parallelen könnte die Story von El Mala und die von Garnacho genau hier die nächste Verknüpfung bekommen. Denn Chelsea soll dem Vernehmen nach nach einem Linksaußen suchen. Schon vor Wochen hatte die Bild berichtet, dass die Blues ein Auge auf den Kölner Spieler geworfen haben. Es gab sogar das Gerücht, dass die beratende Mutter Sabrina El Mala nun auf ein konkretes Angebot der Londoner warte, darauf „zockt“. Ob tatsächlich ein Interesse besteht, ist unklar. Denn beispielsweise „Sky“ hatte berichtet, dass Chelsea nicht an dem Offensivspieler interessiert sei.

FC hält an 50 Millionen Euro fest

In englischen Medien wird die Verbindung auch genannt, allerdings ohne konkrete Quellen. Dass es weiterhin Interesse aus England gibt, ist aber sehr wahrscheinlich. „Es hat jetzt einen ersten Vorstoß im Juni gegeben. Der Markt für Said ist aber sehr viel größer, als dieser eine Vorstoß“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff unlängst. Man geht also durchaus davon aus, dass weitere Angebote auf den Tisch flattern. Auch aus England. Aber auch von Chelsea? Zumindest ist das Beispiel Garnacho ein gutes für Domino-Effekte, die es im Laufe des Sommers noch geben wird. Grundsätzlich ist der englische Transfermarkt strukturell ein anderer. Große Deals in der Premier League passieren selten im Juni. Die meisten Klubs denken, planen, sondieren — aber konkrete Angebote und Vollzugsmeldungen häufen sich traditionell erst im Juli und August, nicht selten sogar kurz vor dem Deadline Day. Es kann also noch viel passieren. Sollte Chelsea Garnacho erwartungsgemäß wieder verkaufen, wird das Thema El Mala möglicherweise ein großes. Mitunter erst spät im Transfersommer.

Will Chelsea El Mala?

Für den 1. FC Köln heißt das: Warten. Es ist kein passives Warten, aber ein Warten ohne schnelle Handhabe. Denn anders als bei Jakub Kaminski, wo eine Ausstiegsklausel den Prozess klar definiert, liegt bei El Mala die Macht beim FC. Thomas Kessler hat mehrfach signalisiert, dass man unter 50 Millionen Euro nicht verkauft — und daran hält der FC fest. Dass ein Bundesligist so viel Geld auf den Tisch legt, ist nahezu ausgeschlossen. Die Kölner befinden sich in einer starken Position. Aber eine starke Position nützt wenig, solange niemand auf der anderen Seite des Tisches sitzt. Immerhin kann man sich beim FC auch vorstellen, dass der Spieler bleibt.

Ob Chelsea wirklich ein Angebot vorlegt, ist offen. Allerdings soll Kenan Yildiz bei den Londonern hoch im Kurs stehen. Tatsächlich sucht der Club angeblich einen variablen Spieler, der auch hinter den Spitzen und auf Rechtsaußen für Gefahr sorgt. In dieser Hinsicht würde Yildiz besser passen als El Mala. Doch der Türke steht auch bei anderen englischen Clubs wie Arsenal auf dem Zettel. Auch dort könnte ein einzelner Dominostein eine Kette auslösen und El Mala zum Thema bei den Blues werden. Garnacho ist es wohl nicht mehr.


Der 1. FC Köln und sein Stadion: Pläne, viel Arbeit und eine Mahnung aus der Vergangenheit

Das Stadion des 1. FC Köln
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Der 1. FC Köln und sein Stadion: Pläne, viel Arbeit und eine Mahnung aus der Vergangenheit

75.000 Plätze, ein verschließbares Dach, ein Stadion in Vereinshand — Präsident Jörn Stobbe hat die Vision, eine interne Kommission soll sie prüfen. Doch wer den Weg des FC in den letzten zwölf Jahren am Geißbockheim verfolgt hat, weiß: Zwischen einer schönen Idee und dem ersten Spatenstich liegt schon mal eine Ewigkeit. Das gilt auch beim 1. FC Köln für ein Stadion: 75.000 Plätze sind geplant — Vision oder Wirklichkeit?

FC-Präsident Jörn Stobbe gab einen Einblick, wie er den Ausbau des Stadions sieht, welche Schritte schon gemacht wurden und welche gemacht werden sollen.

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Es ist etwa zwei Wochen her da wurde das Thema „Einlass ins Stadion“ zu einem, obwohl der letzte Ball der Saison schon längst gerollt war. Der FC bindet den Besitz einer Dauerkarte an die Mitgliedschaft und sorgte mindestens mit der Art und Weise der Kommunikation bei dem ein oder anderen Fan für Unverständnis. Das Thema „Dauerkarte“ ist ähnlich wie das Thema „Ticketing“ ein problematisches im Kölner Umfeld. Runter gebrochen ist die Gleichung ganz einfach: Es wollen mehr Menschen ins Stadion, als dieses Kapazitäten hat. Und so geistern die Begriffe Stadion-Ausbau und Stadion-Neubau schon seit Jahren rund ums Geißbockheim. Die Frage nach einer Lösung in der Platzbeschaffung ist also eigentlich keine nach dem „ob“, sondern eher nach dem „wie“ und nach dem „wann“. Schon im Wahlkampf im Sommer vergangenen Jahres hatte sich der neue Präsident Jörn Stobbe dem Thema angenommen. Und nun gab der 60-Jährige auch Einblicke in die ersten Überlegungen.

„Wir haben vereinsintern eine Kommission eingerichtet“

„Wir haben vereinsintern eine Kommission eingerichtet, die die verschiedenen Themen – und das sind die 10 drängendsten Themen, um einen Ausbau an dem Stadion zu erwirken – diskutiert und prüft“, so Stobbe. Darunter fallen Punkte wie Statik, Kosten, Lärmschutz, Naturschutz, Anwohnerkonzepte, Verkehr, Infrastruktur, Digitalisierung und Bedachung. „Es ist eines unserer dringendsten Themen. Wir machen unsere Hausaufgaben und gehen das jetzt richtig an. Wir wollen im kommenden Jahr eine abschließende Empfehlung aussprechen, für welchen Weg wir nach der Prüfung sind und was konkret dafür erforderlich ist“, sagte Stobbe. Erst danach sollen Gespräche mit der Stadt, der Politik und möglichen Investoren beginnen. Denn und das machte der Präsident ebenfalls klar, könne der Verein ein Projekt in dieser Größenordnung sicher nicht alleine stemmen. In Stobbes Vision sollen in einem neuen Stadion rund 75.000 Fans ihren Platz finden. Eine neue Kölner Arena wäre prompt die drittgrößte des Landes.

Zudem hätte der Präsident gerne ein verschließbares Dach und im absoluten Idealfall wäre es ein Stadion in der Hand des Vereins. „Als Pächter ist es ja auch manchmal ganz schön, dann muss der Verpächter was machen“, so Stobbe. Immerhin ist ein Vermieter für Renovierungen oder ähnliches verantwortlich. „Neben dem Olympia-Thema wurde auch das Thema Weltmeisterschaft genannt. Deutschland macht sich offenbar dahingehend Gedanken. Wenn ich mir jetzt was wünschen dürfte, dann wäre es natürlich so, dass wir im Rahmen dieser Gesamtprüfung irgendwann mal ein eigenes Stadion mit 75.000 Plätzen hätten, und wir nicht als 1. FC Köln alleine die ganze Renovierung bezahlen müssen“, so der Präsident weiter. „Der Zustand des Stadions ist tatsächlich was in die Jahre gekommen, das ist einfach so. Man kann da überall optimieren. Und das gehen wir an, aber mit sehr viel Verantwortung und Demut.“

Ein langer Weg

Die Vision ist eine schöne, allerdings ist der Weg ein weiter. Als mahnendes Beispiel könnte alleine der aktuell wieder thematisierte Ausbau des Geißbockheims dienen. Zwölf Jahre ist es ein ständiges Hin und Her, einen wirklichen Fortschritt gibt es eigentlich nicht. Immerhin soll Anfang nächsten Jahres das Leistungszentrum gebaut werden. Gutachten folgten auf Gutachten, Gerichtsurteile auf Vertagungen. Zuletzt sagte das Oberverwaltungsgericht Münster die für den 11. Juni angesetzte Verhandlung kurzfristig ab — weil Ausbaugegner ein neues Artenschutzgutachten zu Tagfaltern, Grashüpfern und Libellen eingereicht hatten. Ein Ende des Verfahrens ist nicht in Sicht. Den Stadionausbau werden andere Sichtweisen umgeben. Aber es ist lange nicht gesagt, dass es weniger umstrittene sind. Es könnte um Dinge wie Lärm, Verkehrsbelästigung, Flutlicht, Natur gehen. Es könnte Gutachten, Gerichtsstreite und Revisionen geben. Reibungslos wird ein Ausbau des Stadions sicher auch nicht verlaufen. Es wird erneut um politische Mehrheiten gehen.

Zwischen Kommission und Spatenstich liegen nicht nur beim FC keine Monate, sondern Jahre. Und manchmal auch Jahrzehnte.


U21-Frauen mit einem Bein in der zweiten Liga: FC-Talente überrollen Holstein Kiel mit 4:0

Die U21-Frauen des 1. FC Köln beim Duell gegen Holstein Kiel
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U21-Frauen mit einem Bein in der zweiten Liga: FC-Talente überrollen Holstein Kiel mit 4:0

Die U21-Fußballerinnen des FC haben im Hinspiel der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Das Team von Trainerin Verena Hagedorn überzeugte zu Hause. Die U21-Frauen des 1. FC Köln gewinnen 4:0 gegen Holstein Kiel.

Die Frauen-U21 verschaffte sich mit dem Sieg eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Samstag. Die überragende Spielerin war die Dreifachtorschützin Emily Tichelkamp.

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Ein Schritt fehlt noch, doch der Weg scheint geebnet: Die U21-Frauen des 1. FC Köln stehen nach einem überzeugenden 4:0-Erfolg gegen Holstein Kiel dicht vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vor 650 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz am Geißbockheim zeigte der Meister der Regionalliga West eine dominante Vorstellung und ließ den Gästen aus Schleswig-Holstein kaum eine Chance. Besonders Emily Tichelkamp drückte der Partie ihren Stempel auf und erzielte gleich drei Treffer. Entsprechend groß war die Freude nach dem Schlusspfiff.

„Das ist einfach irre“

Schon kurz nach dem Ende der Begegnung war Verena Hagedorn die Begeisterung deutlich anzumerken. „Das ist einfach irre, was die Mädels abrufen, und Wahnsinn“, sagte die Kölner Trainerin im Gespräch mit unserer Redaktion mit strahlendem Gesicht: „Die Mädels sind super fokussiert auf der Zielgeraden und machen einfach ihre Aufgabe.“ Tatsächlich präsentierte sich die Kölner Nachwuchsmannschaft über weite Strecken hochkonzentriert und entschlossen. Die Kulisse rund um den Platz sorgte für eine besondere Atmosphäre. Die Zuschauer standen dicht am Spielfeldrand und unterstützten ihre Teams lautstark. Auch die rund 50 mitgereisten Anhänger aus Kiel machten auf sich aufmerksam. Zum Anpfiff präsentierten sie eine kleine Choreografie mit roten, weißen und blauen Luftballons, den Kieler Vereinsfarben. Für einen kuriosen Moment sorgte anschließend der Wind, der die Ballons auf das Spielfeld trieb und eine kurze Unterbrechung verursachte.

Sportlich übernahmen die Gastgeberinnen jedoch schnell das Kommando. Zwar hatte Holstein in der Anfangsphase die Chance zur Führung, als Kapitänin Sarah Begunk einen Kopfball nach einer Flanke über das Tor setzte (11.). Danach entwickelte sich die Partie jedoch zunehmend in eine Richtung. Köln erhöhte den Druck und wurde dafür belohnt. Die Kapitänin Antonia Langshausen legte im Strafraum geschickt für Emily Tichelkamp ab. Die Angreiferin schlenzte den Ball gefühlvoll zur Führung ins Netz (21.). Nur fünf Minuten später schlug Köln erneut zu. Nach einer starken Einzelaktion von Julia Schiffarth auf dem rechten Flügel landete deren Hereingabe bei Tichelkamp, die den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie drückte (26.).

Die Tür zur zweiten Bundesliga bereits weit aufgestoßen

Mit der Führung im Rücken kontrollierte der FC die Begegnung. Kiel fand kaum Wege, um die kompakte Kölner Defensive ernsthaft zu gefährden. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert. Die Gastgeberinnen bestimmten das Geschehen und ließen Ball und Gegner laufen. Die endgültige Entscheidung fiel in der Schlussphase. Nach einer Ecke von Jil Schäfer stieg Leni Palm am ersten Pfosten am höchsten und köpfte zum 3:0 ein (72.). Spätestens jetzt schien nicht nur das Hinspiel entschieden, sondern auch das gesamte Aufstiegsduell. Von den Gästen kam offensiv zu wenig, um Hoffnung auf eine Wende aufkommen zu lassen.

Den Schlusspunkt setzte erneut Emily Tichelkamp. Vier Minuten vor dem Ende traf sie mit einem platzierten Schuss ins lange Eck und machte ihren Dreierpack perfekt (86.). Das 4:0 war zugleich der verdiente Abschluss einer einseitigen Begegnung, in der Köln kaum Schwächen zeigte. Bezeichnend für die Kräfteverhältnisse war auch, dass die FC-Torhüterin Anika Dübel erst in der Nachspielzeit überhaupt ernsthaft eingreifen musste. Selbst diese Aktion hätte vermutlich keine Gefahr gebracht. So feierten die Kölnerinnen nach dem Abpfiff mit ihren Fans und dürfen nun vom Aufstieg träumen. Mit dem klaren Vorsprung im Rücken reist die Mannschaft selbstbewusst zum Rückspiel nach Kiel – und hat die Tür zur zweiten Bundesliga bereits weit aufgestoßen.

1. FC Köln U21: Dübel – Barilov (58. Doherty), Palm (84. Pelzer), Weber, Hofmann – Schiffarth, Bähr (66. Meißner), Schäfer, Tichelkamp – Langshausen (84. Paci), Elsen. Tore: 1:0/2:0/4:0 Tichelkamp (21./26./86.), 3:0 Palm (72.). Zuschauer: 650.