Kommentar: René Wagner und warum weniger jetzt mehr ist

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Kommentar: René Wagner und warum weniger jetzt mehr ist

René Wagner verzichtet auf große Worte und setzt auf Klarheit und Ruhe. Nach turbulenten Wochen wirkt sein Auftritt wie ein bewusster Gegenentwurf zur Ära Kwasniok. Diese neue Sachlichkeit zum entscheidenden Faktor werden für den 1. FC Köln: Klarheit, die guttut. Ein Kommentar zum neuen Trainer des 1. FC Köln.

Am Freitagnachmittag trat Interimscoach René Wagner vor die Medienvertreter, um Fragen für seine Chefcoach-Premiere am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt zu beantworten.

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Die Pressekonferenz von Interimscoach René Wagner vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt wurde mit Spannung erwartet. Am Sonntag steht der 37-Jährige erstmals als Cheftrainer in der Bundesliga an der Seitenlinie. Für den gebürtigen Dresdner ist das ein Meilenstein. Für den 1. FC Köln ist es vor allem eine Chance auf einen dringend benötigten Neuanfang. Und nach den 20 Minuten mit Wagner wird klar, worauf es ihm ankommt. Keine Selbstinszenierung, keine großen Versprechen, kein Blick auf die eigene Karriere. Wagner spricht über den Verein, über die Mannschaft, über das nächste Spiel. Das klingt banal, ist in Köln derzeit aber bemerkenswert. Es ist eine Haltung, die dem Club vielleicht zuletzt gefehlt hat. Mit Wagner ist Ruhe zurückgekehrt. Und diese Ruhe wirkt wie ein Gegenentwurf zu dem, was zuvor zu sehen war.

Neue Sachlichkeit am Geißbockheim

Denn mit Wagner ist eine angenehme Sachlichkeit ins Geißbockheim eingekehrt, die in den letzten Wochen unter Lukas Kwasniok verloren gegangen war. Der junge Trainer verzichtet auf endlose Monologe und eine übertrieben superlativische Sprache, wie sie sein Vorgänger auf den Pressekonferenzen zuweilen schon mal pflegte. Die PK-Auftritte unter Kwasniok waren zuweilen oft mehr Bühne für den 44-Jährigen selbst. Monologe, überladene Sprache, immer wieder der Versuch, Bedeutung zu erzeugen, wo Klarheit gefragt gewesen wäre. Es ging häufig um Wirkung, nicht immer um Inhalt.

Anstelle komplizierter Tennis-Metaphern oder ellenlanger Schachtelsätze präsentiert sich Wagner als Freund direkter und unmissverständliche Botschaften. Keine gedanklichen Umwege, keine rhetorischen Spielereien. Mit dem Ende der Ära Kwasniok hat sich der Ton in der Domstadt grundlegend verändert. Er ist leiser geworden, kontrollierter und damit vielleicht professioneller. Das mag weniger Schlagzeilen produzieren. Es ist aber möglicherweise genau das, was dieser Verein nach den vergangenen Wochen braucht. Wagner bietet bislang keinen Glanz durch langjährige Cheftrainer Erfahrung, aber er bietet etwas wertvolleres. Klarheit, Disziplin und die Konzentration auf das Wesentliche. Für den 1. FC Köln könnte genau das Zünglein an der Waage sein.

Die Wagner-Premiere steht kurz bevor

Das Auftreten Wagners lässt sich bereits als eine der Stellschrauben deuten, an denen in der Domstadt nachjustiert wird. Denn wie er selbst immer wieder betont, sind seinem Vorgänger sportlich kaum Vorwürfe zu machen, erst recht nicht in puncto Motivation oder Emotionalität. Umso spannender wird sein, wie die Mannschaft den neuen Ansatz gegen Frankfurt tatsächlich auf den Platz bringt.


Vom Drittligisten zum Bundesliga-Hoffnungsträger: Said El Mala vs. Ayoube Amaimouni-Echghouyab

Said El Mala und Ayoube Amaimouni-Echghouyab
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Vom Drittligisten zum Bundesliga-Hoffnungsträger: Said El Mala vs. Ayoube Amaimouni-Echghouyab

Zwei Dribbler, zwei außergewöhnliche Wege und ein Duell, das mehr verbindet, als es auf den ersten Blick scheint. Warum Eintracht Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab Erinnerungen an den Shootingstar des 1. FC Köln Said El Mala weckt: Kommt es zum Duell der Straßenfußballer?

Auf der einen Seite Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab auf der anderen Kölns Shootingstar Said El Mala. Es ist das Duell der Straßenfußballer. Zwei Fußballer, deren Weg doch ähnlich erscheint.

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Quizfrage: Gesucht ist ein Spieler, der in dieser Spielzeit den Sprung aus der 3. Liga in die Beletage gemeistert hat. Ein Straßenfußballer, der Gegenspieler umkurvt wie Pylonen, zeitweise schon zum Unterschiedsspieler avanciert und mit spektakulären Toren die Herzen der Anhänger erobert. Said El Mala kommt dem geneigten FC-Anhänger als Erstes in den Sinn. Doch die Rede ist von Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der seit Winter das Trikot der Eintracht trägt und aus mehreren Gründen verblüffend an den Kölner Shootingstar erinnert. Ein Vergleich.

Shootingstars über Umwege

Im Sommer 2023 wurde dem Marokkaner mitgeteilt, dass sein Arbeitspapier nicht verlängert würde. Es folgte eine kurze Phase der Vereinslosigkeit sowie erfolglose Probetrainings bei Regionalligisten. Dann kam es zum Wechsel in die Oberliga zur SpVgg Erkenschwick. Der Offensivspieler erzielte für den Aufsteiger aus der Westfalenliga, der am Saisonende überraschend den vierten Platz belegte, 18 Treffer und bereitete sechs weitere vor. Über die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim spielte er sich als überragender Spieler der Hinrunde der laufenden Spielzeit in der 3. Liga in den Fokus einiger Bundesligisten – unter anderem auch in den des FC. Für Hoffenheim II gelangen ihm in 18 Spielen neun Tore und vier Assists. Im Winter 2025 folgte der Wechsel zu Eintracht Frankfurt. Bei seinem Bundesliga-Debüt traf er zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Und bei seinem ersten SGE-Spiel von Anfang an legte er per Traumtor gleich den nächsten Premierentreffer nach.

Auch der Weg von El Mala auf die große Fußballbühne war steinig. 2021 wurde er in der U15 von Borussia Mönchengladbach aussortiert, wodurch sein Traum vom Profifußball geplatzt schien. Es folgte ein Wechsel zum TSV Meerbusch in die Niederrheinliga. Eine besondere Maßnahme entpuppte sich als genialer Kniff: El Mala bewarb sich auf mehrere Nachwuchsleistungszentren im Westen und fertigte für das Fußball-Start-up „Skillers Academy“ einen Film über sich an. Der einzige Club, der ihn zu einem Probetraining bat, war Viktoria Köln. Dort wurden die beiden Brüder von den Nachwuchs-Scouts des FC entdeckt und der Wechsel von der rechten auf die linke Rheinseite vorbereitet. Der Rest ist Geschichte.

Echte Straßenfußballer

Beide Spieler sorgen für Spektakel auf dem Platz. Was Amaimouni-Echghouyab und El Mala verbindet, ist, dass sie über Fertigkeiten verfügen, die in der Bundesliga rar sind. Dadurch können sie in brenzligen Situationen den Unterschied für ihre Mannschaften ausmachen. „Du kannst vieles im Training lernen. Ich lerne bei uns im Training mit unseren Trainern und meinen Mitspielern jeden Tag sehr viele Dinge dazu“, sagte Amaimouni-Echghouyab einmal gegenüber Vereinsmedien in Hoffenheim. Damals noch für die U23 der Kraichgauer im Einsatz, erläuterte auch, worin seine attraktive und unbekümmerte Art zu spielen wurzelt: „Aber das Kreative lernst du besonders in jungen Jahren, finde ich. Das kannst du dir, je älter du wirst, nur noch schwer aneignen.“

In einem Interview mit dfb.de aus dem vergangenen September gewährte El Mala Einblicke, was während des Spiels in seinem Kopf vorgeht: „Wenn ich den Ball bekomme, überlege ich nicht lange, sondern handle instinktiv. Ich liebe es, Eins-gegen-eins zu spielen. Aufgrund meiner Physis bin ich trotz meiner Größe ein recht schneller Spieler. Grundsätzlich können sich meine Mitspieler auf Spaß einstellen, wenn sie neben mir spielen. Ich suche viel Tiefe, will den Ball aber eher in den Fuß bekommen, dann kann ich einfach machen.“

Kreative Krisen-Kicker

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass beide Spieler derzeit in ihren Vereinen unter denkbar schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Kreativität von Amaimouni-Echghouyab kann der Mannschaft von Albert Riera derzeit nicht aus der Offensivflaute helfen. Die Adler müssen sich spätestens seit der jüngsten Niederlage gegen Mainz ernsthafte Sorgen um das europäische Geschäft machen. Said El Mala, der mit seinem Verein gegen den Abstieg kämpft, konnte trotz seines zehnten Saisontors im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach die Entlassung von Lukas Kwasniok nicht abwenden. Ob und in welcher Besetzung beide Dribbler am Sonntag in Frankfurt gegeneinander antreten werden (Anstoß 17:30 Uhr, abrufbar im Liveticker via come-on-fc.com), ist derzeit noch ungewiss.

Denn wie El Mala im Anschluss an das U21-Qualifikationsspiel gegen Griechenland ankündigte, gibt es Überlegungen, aufgrund des tragischen Verlusts seiner Großmutter am Sonntag eine Pause zu nehmen. „Ich reise nun erst einmal nach Hause zu meiner Familie und schaue dann, ob es sofort mit dem Fußball weitergeht oder ob ich eine Pause brauche“, sagte er am Dienstag gegenüber der „Bild“.


So will Timo Schultz mit dem FC gegen Frankfurt punkten

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So will Timo Schultz mit dem FC gegen Frankfurt punkten

Beim Blick auf die Tabelle spricht nicht sonderlich viel dafür, dass die Kölner am Samstag gegen Frankfurt den dritten Saisonsieg einfahren. Dennoch geht FC-Trainer Timo Schultz optimistisch in die Begegnung.

Zwar hat sich der FC am vergangenen Spieltag auf den Relegationsplatz verbessert, die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen die Eintracht ist aber alles andere als rosig beim 1. FC Köln: So will Timo Schultz gegen Frankfurt dennoch dreifach punkten.

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Den Begriff „Augenhöhe“ vermied Timo Schultz, als der Trainer am Donnerstag seine Ansichten über den kommenden Gegner aus Frankfurt kundtat. Für jene Wortwahl war der Coach vor dem Duell mit dem BVB kritisiert, vielleicht sogar ein wenig belächelt worden. Dabei spielten die Kölner gegen den Vizemeister lange ordentlich mit. Dieses Mal sprach der Trainer von einem schweren Brocken, der auf den FC zukommen würde. „Sie stehen auf dem sechsten Tabellenplatz, haben Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen, haben einen sehr breit besetzten Kader“, sagte Schultz. Und diesen Kader erweiterten die Hessen am Deadline-Day nochmal um einen weiteren Offensivspieler. Mit Hugo Ekitiké hat die Eintracht eins der größten französischen Talente verpflichtet und gleichzeitig untermauert, in welche Richtung es für Frankfurt weiterhin gehen soll.

Schultz: „Wir haben schon den Anspruch, das Spiel zu gewinnen“

Zwar vermied der Kölner Trainer den Begriff „Augenhöhe“, die Marschroute für das Kölner Spiel war trotz des offenkundigen Respekts für den kommenden Gegner eindeutig. „Wir gehen zuversichtlich in das Heimspiel. Wir haben schon den Anspruch, das Spiel zu gewinnen“, sagte Schultz. „Mir ist es egal, gegen wen wir drei Punkte holen.“ Nun sind die forschen Worte in Köln grundsätzlich nichts Neues – zumindest nicht seitdem Steffen Baumgart Woche für Woche predigte, in jedem Spiel auf Sieg zu gehen. Dennoch wirken sie bei dem im Vergleich zum Ex-Trainer eher zurückhaltenden Schultz anders. Die Überzeugung, dreifach zu punkten, ist aber aufrichtig. Ein Pfund könne gegen die starken Frankfurter das eigene Publikum sein. „Es ist gut zu wissen, dass wenn es nicht ganz läuft, dass dann eine Kurve oder ein Stadion hinter der Mannschaft steht“, sagte der 46-Jährige. Man müsse aber auch etwas zurückgeben.

Die Zuschauer alleine werden es aber am Samstagabend natürlich nicht richten. Denn Schultz sieht beim Gegner „einige Stärken“, die dem FC gefährlich werden können. Frankfurt hat von den vergangenen fünf Pflichtspielen nur eins verloren und aus den Topspielen gegen Bayern, Dortmund und Leipzig sieben Punkte geholt. Nicht umsonst schnuppern die spielstarken Hessen am Champions-League-Platz. „Wir haben aber auch ein paar Lücken gefunden, an denen wir angreifen können“, sagte der Trainer, vielleicht auch im Hinblick auf das 2:2 gegen Darmstadt, als die Eintracht eine 2:0-Führung noch hergab. „Für uns wird es darum gehen, in den Rhythmuswechseln hellwach zu sein.“ Denn der Trainer machte einmal mehr deutlich, dass trotz aller Offensiv-Ankündigungen die Null am Ende stehen soll. „Wir müssen weniger Bälle reinkriegen und noch häufiger zu Null spielen. Auch das schaffen wir zu wenig“, sagte Schultz. „Jedes Spiel, dass wir zu Null spielen können, erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Ende drei Punkte holen.“

 Schultz: „Ich traue uns alles zu“

Diese Wahrscheinlichkeit würden di Geißböcke allerdings ebenfalls signifikant erhöhen, wenn sie vorne auch mehr Tore schießen würden. Zwölf sind dann doch bei 19 Spielen eher eine beschauliche Anzahl. „Wir wissen, dass wir gegen eine Mannschaft wie Frankfurt nicht Chancen am Fließband erspielen wird. Sie haben eine starke Defensive“, sagte Schultz. „Wir wollen so viel Stress ausüben, dass sie schon den ein oder anderen Fehler machen. Wir werden schon unsere Situationen haben, diese müssen wir nur eiskalt ausnutzen.“ Da stellt sich allerdings schon die Frage nach dem „Wie?“. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass die Kölner gegen Wolfsburg in der vergangenen Woche überraschend gut mitspielten, am Ende des Tages abgesehen von dem Tor eigentlich nur zwei ordentliche Abschlüsse von Jan Thielmann zu verzeichnen hatten.

Für Schultz ist das wiederum aber kein Problem, das er einzig in der Offensive ansiedeln würde. „Es ist eine Gemengelage, die sich nicht darauf reduzieren lässt, ob man einen Stürmer im Kader hat, der 20 Tore schießt. Da sind wir als Mannschaft gefordert“, sagte der Trainer. „Wir haben genug Offensivspieler auf dem Platz. Wir haben auch Defensivspieler, die bei Standards Tore schießen können.“ Das zeigte Timo Hübers vor gut einem Jahr, als er gegen die Eintracht traf. Doch die Gefahr ist in dieser Saison bekanntlich überschaubar. Schon in der vergangenen Woche betonte Schultz, dass es auch darum gehe, möglichst viele Spieler in die „Box zu bekommen“, die dann wiederum die Abschlüsse suchen. Am liebsten schon gegen Frankfurt. Auch, wenn der Trainer dieses Mal den Begriff „Augenhöhe“ vermied, ist Schultz optimistisch. „Ich traue uns alles zu“, sagte der Coach. Jetzt muss nur noch die Mannschaft liefern.


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