In der vergangenen Saison waren der FC und der HSV fast gleichauf und stiegen am Ende beide auf. Trotz einiger Parallelen läuft der Saisonstart aus mehreren Gründen beim FC bis jetzt aber deutlich besser: Das unterscheidet den 1. FC Köln von Mitaufsteiger Hamburg.
Auf der einen Seite Platz drei und sieben Punkte aus drei Spielen, auf der anderen Rang 17 und nur ein Zähler: Der FC ist deutlich besser gestartet als der andere Aufsteiger Hamburg. Im Vergleich der beiden zeigt sich, was die Kölner vor der Saison wirklich gut gemacht haben: Das unterscheidet den 1. FC Köln von Mitaufsteiger Hamburg.

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Es sind zwei komplett unterschiedliche Gefühlswelten bei den Aufsteigern in die Bundesliga nach den ersten Spieltagen. Auf der einen Seite herrscht beim 1. FC Köln eine große Freude und gewisse Euphorie über die bisherigen Leistungen und den guten Start mit sieben Punkten aus drei Partien. Auf der anderen Seite ist die Stimmung beim HSV eher ernüchtert. Nur ein Zähler aus den ersten Begegnungen – die Bundesligarückkehr haben sich die Fans bestimmt anders vorgestellt. Wenn man die beiden Vereine vergleicht, ergeben sich einige Gründe für die Unterschiede zwischen den Klubs. Daran lässt sich auch erkennen, was der FC in diesem Sommer besonders gut gemacht hat.
Transfer schlagen in Köln ein
Denn eigentlich gibt es einige Parallelen zwischen den Hamburgern und Kölnern. Bei beiden Teams gab es im Sommer einen Umbruch und stark veränderte Aufstellungen im Vergleich zur jeweils letzte Partie der abgelaufenen Saison. So sollen gerade zu Beginn der Transferperiode der FC und der HSV häufiger an den gleichen Spielern interessiert gewesen sein. Die Hamburger machten dann bei Rayan Philippe und Jordan Torunarigha das Rennen. An dieser Stelle zeigt sich aber bereits der erste Unterschied. Denn beide Profis sind bisher noch nicht eingeschlagen bei den Hanseaten. Während Philippe bisher nur als Joker kam und noch keine Torbeteiligung vorweisen kann, hatte Torunarigha schon einige Wackler in seinem Spiel und kann die Abwehr noch nicht wie erhofft stabilisieren. Der Innenverteidiger ist sogar eher ein Unsicherheitsfaktor.
Anders ist es bei den Kölnern. Dort haben viele der Neuzugänge direkt eingeschlagen. So ist zum Beispiel Isak Johannesson im Zentrum gesetzt, Marius Bülter hat schon zwei Tore und zwei Vorlagen erzielt und Jakub Kaminski belebt mit seinen Sprints, Dribblings und Ideen die Kölner Offensive. Außerdem standen beim FC viele Verpflichtungen bereits spätestens zur Mitte der Vorbereitung fest, sodass Lukas Kwasniok genug Zeit hatte, seine Mannschaft einzuspielen. Alessio Castro-Montes füllte am Deadline Day nur noch eine Position auf, die noch nicht doppelt besetzt war. Der HSV hat dagegen am letzten Tag des Sommer-Transferfensters mit Sambi Lokonga und Fabio Vieira gleich zwei potentiell wichtige Transfers getätigt. Und auch Luka Vuskovic, auf dem in der Defensive einige Hoffnungen ruhen, kam erst recht spät zu den Rothosen.
Kwasnioks Handschrift bereits erkennbar
Aus den unterschiedlichen Transferzeitpunkten resultiert – zumindest zum Teil – ein weiterer Faktor dafür, warum es bei den Geißböcken momentan deutlich besser läuft als bei den Hanseaten. Beide Mannschaften wählten in dieser Spielzeit einen neuen taktischen Ansatz – bei Köln aufgrund des Trainerwechsels, beim HSV aufgrund der veränderten Rolle als Aufsteiger. Die Hanseaten können nicht mehr so dominant wie in der zweiten Liga auftreten, weil sie nun öfter Außenseiter sind. Darum stellte Trainer Merlin Polzin auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette um. Es soll mehr Stabilität statt Spektakel geben. Das funktionierte bisher aber nicht, weil die Mannschaft noch nicht so gut mit dem System zurechtkommt. Die Defensive stand gegen St. Pauli und die Bayern nicht stabil genug. Gleichzeitig taten sich die Hanseaten in der Offensive schwer, hatten nicht wirklich Ideen, wie sie gefährlich nach vorne kommen sollen. So erzielten sie in den ersten Partien kein einziges Tor.
Beim FC greift die neue Taktik, die Kwasniok implementiert hat, bereits deutlich besser – eben auch zum Teil weil die Neuzugänge schon relativ früh da waren. So gab es in der Defensive gegen Wolfsburg zwar noch Verbesserungspotential, in Mainz und beim Heimspiel gegen Freiburg verteidigten die Geißböcke aber schon recht gut und vor allem leidenschaftlich. Gleichzeitig gibt es in der Offensive klare Ideen. Die Kölner möchten schnell über die Flügel umschalten und durch gezielte Hereingaben zum Abschluss kommen. Dabei ist der Angriff sehr variabel, es gibt viele Positionswechsel. So spielte sich der FC bereits 43 Torschüsse heraus, Platz 6 im Ligavergleich. Die Hamburger kommen auf weniger als die Hälfte, nämlich 21, und stehen damit auf Rang 17.
Unterschiedliche Kaderbreite
Festzuhalten ist bei dem Vergleich aber auch, dass die Kölner deutlich mehr Geld in die Hand nahmen – knapp 24,5 Millionen Euro im Vergleich zu fast neun. Dadurch schafften es die Geißböcke jedoch, den Kader in der Breite gut aufzustellen. So machten schon mehrmals die Joker den Unterschied und sicherten dem FC Punkte in Mainz und Wolfsburg sowie das Weiterkommen im Pokal gegen Regensburg. In dieser Hinsicht sind die Kölner deutlich besser aufgestellt als die Hamburger. Auch konnte der momentane Dritte der Bundesliga so den Verlust wichtiger Spieler wie den von Damion Downs oder Tim Lemperle auffangen. Die Hanseaten dagegen konnten Führungsspieler wie Davie Selke oder Ludovit Reis noch nicht adäquat ersetzen.
Im Vergleich der beiden Vereine wird daher deutlich, dass die Domstädter gerade im Bereich Transferpolitik und beim Umstellen auf eine neue Taktik bis jetzt einen guten Job gemacht haben und darum deutlich besser dastehen. Trotzdem sind natürlich erst drei Spieltage gespielt und es kann sich noch eine Menge ändern. Die Ausgangslage nach diesen ersten Partien ist für die Geißböcke aber durch die starke Arbeit schonmal deutlich besser als die der Rothosen.
