Punkteteilung im Aufsteiger Duell: Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

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Punkteteilung im Aufsteiger Duell: Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende musste der FC im Rennen gegen den Abstieg auswärts in Hamburg auf Punktejagd gehen. Am Ende steht die Punkteteilung zwischen den Rothosen und der Elf von Trainer Lukas Kwasniok. Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

Der FC hat den Topspiel-Fluch gebrochen, aber erneut einen so wichtigen Sieg verpasst. Der 1. FC Köln spielt gegen den Hamburger SV 1:1 und tritt damit weiter auf der Stelle. Die Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach könnte für Lukas Kwasniok richtungweisend werden. Zwei Siege in 17 Spielen sind im Kampf gegen den Abstieg zu wenig.

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Vor dem Samstagabendspiel gegen den Hamburger SV hielt FC-Coach Lukas Kwasniok eine flammende Rede: „Ich weiß, dass sich im Sport die Dinge wenden und der Wind sich dreht. Ich weiß nicht, wann. Aber die Ergebnisse werden zeitnah kommen, und daraus wird eine wunderbare Zukunft entstehen. Daran glaube ich unerschütterlich.“ Der Trainer der Geißböcke mahnte zu Ruhe und Gelassenheit und forderte, weiterhin die Leistung seiner Mannschaft und nicht allein die Punkte in den Fokus zu rücken. Vor diesem Hintergrund setzte Lukas Kwasniok im wesentlichen auf die gleiche Formation wie in der vergangenen Woche gegen Borussia Dortmund. Für das Duell mit den Rothosen musste der Trainer einzig auf Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey verzichten. Der Engländer hatte sich gegen Dortmund eine Rote Karte abgeholt. Cenk Özkacar rückte für Simpson-Pusey in die Anfangself. Bei den Rothosen vertraute Coach Merlin Polzin auf Damion Downs.

Zerfahrener Beginn im Aufsteiger-Duell

Wie erwartet starteten beide Mannschaften vorsichtig in die Partie. In der ersten Minute näherte sich der FC durch einen cleveren Steckpass von Jakub Kaminski auf den gestarteten Ragnar Ache dem Gästetor. Der Stürmer kam jedoch nicht vor dem hellwachen HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes an den Ball (1.). Die folgenden Minuten zeigten, warum die Gastgeber die zweitschwächste Offensive der Liga stellen. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis auch der HSV dem gegnerischen Tor näherkam. Eine misslungene Kopfballabwehr von Youssoupha Niang schnappte sich Königsdörffer, der das HSV-Juwel Luka Vuskovic mit einem Chipball über Eric Martel hinweg anspielte. Bevor der Kroate abschließen konnte, machte Özkacar der Chance den Garaus (13.). In der 26. Minute setzte Said El Mala dann über links zum Sturmlauf an. Der Flügelstürmer hängte den HSV-Verteidiger Warmed Omari im klassischen El-Mala-Stil ab. Sein anschließender Schuss landete jedoch nur auf dem Kopf von Innenverteidiger Jordan Torunarigha.

Viera trifft sehenswert zur HSV-Führung, El Mala gleicht aus

Die Geißböcke traten zwar insgesamt dominanter auf und näherten sich hin und wieder dem Tor der Rothosen an. Zudem taten sich die Gastgeber sichtlich schwer, ihrerseits in die Gefahrenzone vor dem Kasten von Marvin Schwäbe zu kommen. So kam die Polzin-Elf in der ersten Hälfte nur auf einen xGoals Wert von 0,1. Doch aus dem Nichts gingen die Hausherren in der 39. Minute in Führung. Aussenverteidiger William Mikelbrencis flankte aus dem rechten Halbfeld in die Spitze. Dort handelte Viera Gedankenschnell, und lupfte den Ball über Schwäbe hinweg ins Tor hinein. Köln drängte auf die unvermittelte Antwort. Kaminski legte nach einem Tiefenlauf über links auf Johannesson ab. Der feuerte ins linke obere Eck, Heuer Fernandes konnte den wuchtigen Schuss gerade so zur Ecke klären (44.).

Die herausgespielte Chance durch eine Ecke avancierte dann zum Ausgleich durch El Mala (45.). Kaminski schlug die Kugel an den Fünfer, Rav van den Berg verlängerte die Hereingabe auf besagten El Mala, der nur noch zum verdienten Ausgleich einköpfen musste. Downs in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die gelegenheit, Hamburg noch vor der Pause wieder in Führung zu bringen. Der Stürmer ließ den Ball aber zur Unmut der HSV-Fans im Stadion verspringen, wirkte überrascht, dass er überhaupt an den Ball gelangen konnte (45+1).

FC bemüht, Hamburg weiter überwiegend harmlos

Kwasniok wollte das Momentum aus der ersten Halbzeit auch in die zweite Hälfte des Spiels mitnehmen und brachte dafür zur Pause Linton Maina für Niang ins Spiel. Die erste Szene der zweiten 45 Minuten gehörte den Gästen. Die Hamburger suchten Ansatzlos den Weg in den Sechzehner der Gäste. Keeper Marvin Schwäbe faustete die Hereingabe allerdings ohne größere Probleme aus dem Fünfmeterraum (46.). Anschließend zeigte sich ein ähnlicher Spielverlauf wie in der ersten Hälfte. Der HSV machte keine Anstalten, aus dem Spiel heraus Lösungen in der Offensive zu finden. Der FC wiederum biss sich an der HSV-Defensive die Zähne aus. So traf Kaminski in der 57. Minute aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Mit einem hohen Ball hinter die letzte Kette der Hamburger wollte Maina im Anschluss die Verteidigung der Rothosen aushebeln. Ache benötigte zu lang um das Spielgerät unter Kontrolle zu bringen, sodass der eingrätschende Torunarigha noch retten konnte (64.). In der 71. Minute versuchte es der aufgerückte Mikelbrencis nach Flanke von Miro Muheim per Kopf. Sein Kopfball bereitete Schwäbe erneut keinerlei Schwierigkeiten.

HSV taut in der Schlussphase auf

Für die Schlussphase brachte Kwasniok Marius Bülter und Sebastian Sebulonsen für Ragnar Ache und Said El Mala in die Partie. An der Spieldynamik, die zwischenzeitlich stark abflachte, änderte dies zunächst wenig. Dann und wann ließ sich beobachten, wie der Kölner Trainer seine Mannschaft wild gestikulierend anpeitschte. Bange Blicke richteten sich auf Tom Krauß. Der nominelle Mittelfeldmann musste verletzt ausgewechselt werden (84.). Bülter tankte sich in der 86. Minute rechts in den Hamburger Sechzehner. Mit etwas Verzögerung chippte er den Ball auf den mitgelaufenen Johannesson. Der Isländer konnte die Chance allerdings aus kurzer Distanz nur schwerlich verwerten, zu ungenau war Bülters Anspiel. Die Gastgeber drehten in den Schlussminuten nochmal auf. Über ein schönes Anspiel des quirligen Dompé stach Talent Otto Stange in den Kölner Strafraum, wurde aber in höchster Not gerade noch so aufgehalten (90+5).

Und so blieb es bei der Punkteteilung im Volksparkstadion. Für die Geißböcke geht es in einer Woche direkt mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach weiter. Um 15:30 Uhr (Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) empfängt die Elf von Trainer Kwasniok die Fohlen zum Krisengipfel im RheinEnergieStadion.


1.FC Köln: Schwäbe – Krauß (Chavez, 84.), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Niang (Maina, 46.), Kaminski (90. Kainz), S. El Mala (Sebulonsen, 74.) – Ache (Bülter, 74.) Gelbe Karten 1. FC Köln: El Mala (32.); Lund (36.), Kaminski (76.) Tore: Viera (39.); El Mala (45.)

Vergleich der Aufsteiger: Wieso der 1. FC Köln besser gestartet ist als der HSV

Lukas Kwasniok musste unliebsame Entscheidungen treffen
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Vergleich der Aufsteiger: Wieso der 1. FC Köln besser gestartet ist als der HSV

In der vergangenen Saison waren der FC und der HSV fast gleichauf und stiegen am Ende beide auf. Trotz einiger Parallelen läuft der Saisonstart aus mehreren Gründen beim FC bis jetzt aber deutlich besser: Das unterscheidet den 1. FC Köln von Mitaufsteiger Hamburg.

Auf der einen Seite Platz drei und sieben Punkte aus drei Spielen, auf der anderen Rang 17 und nur ein Zähler: Der FC ist deutlich besser gestartet als der andere Aufsteiger Hamburg. Im Vergleich der beiden zeigt sich, was die Kölner vor der Saison wirklich gut gemacht haben: Das unterscheidet den 1. FC Köln von Mitaufsteiger Hamburg.

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Es sind zwei komplett unterschiedliche Gefühlswelten bei den Aufsteigern in die Bundesliga nach den ersten Spieltagen. Auf der einen Seite herrscht beim 1. FC Köln eine große Freude und gewisse Euphorie über die bisherigen Leistungen und den guten Start mit sieben Punkten aus drei Partien. Auf der anderen Seite ist die Stimmung beim HSV eher ernüchtert. Nur ein Zähler aus den ersten Begegnungen – die Bundesligarückkehr haben sich die Fans bestimmt anders vorgestellt. Wenn man die beiden Vereine vergleicht, ergeben sich einige Gründe für die Unterschiede zwischen den Klubs. Daran lässt sich auch erkennen, was der FC in diesem Sommer besonders gut gemacht hat.

Transfer schlagen in Köln ein

Denn eigentlich gibt es einige Parallelen zwischen den Hamburgern und Kölnern. Bei beiden Teams gab es im Sommer einen Umbruch und stark veränderte Aufstellungen im Vergleich zur jeweils letzte Partie der abgelaufenen Saison. So sollen gerade zu Beginn der Transferperiode der FC und der HSV häufiger an den gleichen Spielern interessiert gewesen sein. Die Hamburger machten dann bei Rayan Philippe und Jordan Torunarigha das Rennen. An dieser Stelle zeigt sich aber bereits der erste Unterschied. Denn beide Profis sind bisher noch nicht eingeschlagen bei den Hanseaten. Während Philippe bisher nur als Joker kam und noch keine Torbeteiligung vorweisen kann, hatte Torunarigha schon einige Wackler in seinem Spiel und kann die Abwehr noch nicht wie erhofft stabilisieren. Der Innenverteidiger ist sogar eher ein Unsicherheitsfaktor.

Anders ist es bei den Kölnern. Dort haben viele der Neuzugänge direkt eingeschlagen. So ist zum Beispiel Isak Johannesson im Zentrum gesetzt, Marius Bülter hat schon zwei Tore und zwei Vorlagen erzielt und Jakub Kaminski belebt mit seinen Sprints, Dribblings und Ideen die Kölner Offensive. Außerdem standen beim FC viele Verpflichtungen bereits spätestens zur Mitte der Vorbereitung fest, sodass Lukas Kwasniok genug Zeit hatte, seine Mannschaft einzuspielen. Alessio Castro-Montes füllte am Deadline Day nur noch eine Position auf, die noch nicht doppelt besetzt war. Der HSV hat dagegen am letzten Tag des Sommer-Transferfensters mit Sambi Lokonga und Fabio Vieira gleich zwei potentiell wichtige Transfers getätigt. Und auch Luka Vuskovic, auf dem in der Defensive einige Hoffnungen ruhen, kam erst recht spät zu den Rothosen.

Kwasnioks Handschrift bereits erkennbar

Aus den unterschiedlichen Transferzeitpunkten resultiert – zumindest zum Teil – ein weiterer Faktor dafür, warum es bei den Geißböcken momentan deutlich besser läuft als bei den Hanseaten. Beide Mannschaften wählten in dieser Spielzeit einen neuen taktischen Ansatz – bei Köln aufgrund des Trainerwechsels, beim HSV aufgrund der veränderten Rolle als Aufsteiger. Die Hanseaten können nicht mehr so dominant wie in der zweiten Liga auftreten, weil sie nun öfter Außenseiter sind. Darum stellte Trainer Merlin Polzin auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette um. Es soll mehr Stabilität statt Spektakel geben. Das funktionierte bisher aber nicht, weil die Mannschaft noch nicht so gut mit dem System zurechtkommt. Die Defensive stand gegen St. Pauli und die Bayern nicht stabil genug. Gleichzeitig taten sich die Hanseaten in der Offensive schwer, hatten nicht wirklich Ideen, wie sie gefährlich nach vorne kommen sollen. So erzielten sie in den ersten Partien kein einziges Tor.

Beim FC greift die neue Taktik, die Kwasniok implementiert hat, bereits deutlich besser – eben auch zum Teil weil die Neuzugänge schon relativ früh da waren. So gab es in der Defensive gegen Wolfsburg zwar noch Verbesserungspotential, in Mainz und beim Heimspiel gegen Freiburg verteidigten die Geißböcke aber schon recht gut und vor allem leidenschaftlich. Gleichzeitig gibt es in der Offensive klare Ideen. Die Kölner möchten schnell über die Flügel umschalten und durch gezielte Hereingaben zum Abschluss kommen. Dabei ist der Angriff sehr variabel, es gibt viele Positionswechsel. So spielte sich der FC bereits 43 Torschüsse heraus, Platz 6 im Ligavergleich. Die Hamburger kommen auf weniger als die Hälfte, nämlich 21, und stehen damit auf Rang 17.

Unterschiedliche Kaderbreite

Festzuhalten ist bei dem Vergleich aber auch, dass die Kölner deutlich mehr Geld in die Hand nahmen – knapp 24,5 Millionen Euro im Vergleich zu fast neun. Dadurch schafften es die Geißböcke jedoch, den Kader in der Breite gut aufzustellen. So machten schon mehrmals die Joker den Unterschied und sicherten dem FC Punkte in Mainz und Wolfsburg sowie das Weiterkommen im Pokal gegen Regensburg. In dieser Hinsicht sind die Kölner deutlich besser aufgestellt als die Hamburger. Auch konnte der momentane Dritte der Bundesliga so den Verlust wichtiger Spieler wie den von Damion Downs oder Tim Lemperle auffangen. Die Hanseaten dagegen konnten Führungsspieler wie Davie Selke oder Ludovit Reis noch nicht adäquat ersetzen.

Im Vergleich der beiden Vereine wird daher deutlich, dass die Domstädter gerade im Bereich Transferpolitik und beim Umstellen auf eine neue Taktik bis jetzt einen guten Job gemacht haben und darum deutlich besser dastehen. Trotzdem sind natürlich erst drei Spieltage gespielt und es kann sich noch eine Menge ändern. Die Ausgangslage nach diesen ersten Partien ist für die Geißböcke aber durch die starke Arbeit schonmal deutlich besser als die der Rothosen.