Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Mets erzielt die Führung für den FC St. Pauli
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Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Haben die Geißböcke ihre alte Schwäche bei Standards überwunden, oder droht ihnen im Saisonfinale ein Déjà-vu? Das Spiel gegen St. Pauli hat gezeigt, wie anfällig die Defensive des 1. FC Köln bei ruhenden Bällen noch immer sein kann: Ist die Standard-Schwäche zurückgekehrt?

Der 1. FC Köln hat den Abstand in der Tabelle gewahrt, doch die Analyse des Spiels beim FC St. Pauli fällt nüchtern aus. Vor allem bei Standards offenbarten die Geißböcke erneut Probleme, die eigentlich schon überwunden schienen. Droht im Saisonendspurt die Rückkehr alter Schwächen, oder war der Auftritt gegen die Hamburger ein Sonderfall? Im Spiel selbst deutete sich die Gefahr bei ruhenden Bällen von Beginn an an.

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Sportdirektor Thomas Kessler zeigte sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft gegen St. Pauli ehrlich: „Wir haben den Abstand gehalten. Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“. Auch Kessler ist nicht entgangen, dass die Domstädter vor allem nach ruhenden Bällen eklatante Probleme bekamen. Nach dem Gastspiel am Millerntor stellt sich die Frage, ob die Geißböcke unter der Regie von René Wagner im Saisonfinale wieder in alte Fehlermuster zurückfallen. Oder noch drastischer: Kehrt die Standardgegentor-Seuche beim 1. FC Köln zurück?

Gegentreffer mit Ankündigung

Die Hausherren strahlten während des gesamten Spiels insbesondere dann Gefahr vor dem Tor von Marvin Schwäbe aus, wenn es ihnen gelang, eine ihrer insgesamt acht Ecken zu erzwingen. Bereits nach 12 Minuten hätte es 1:0 stehen können, als Pauli-Stürmer Andreas Hountondji im Fünfmeterraum nach einer verlängerten Ecke völlig frei vor Schwäbe an den Ball kam. Houtondji bekam allerdings keinen Druck hinter die Kugel, seine Gelegenheit verpuffte. Der Franzose hatte im Vorfeld keine Probleme, sich von den Gegenspielern Jan Thielmann und Ragnar Ache, die durch die Verlängerung der Ecke über Pauli-Spieler Tomoya Ando aus dem Spiel genommen wurden, freizuspielen.

Bis zur 69. Minute dauerte es, bis die Kiezkicker die Zuordnungsfehler der Kölner Defensive bei Standards schließlich ausnutzten. Topscorer Daniel Sinanis Hereingabe erreichte Zielspieler Hauke Wahl am zweiten Pfosten. Eric Martels Ziehen und Zerren hinderte ihn nicht an der perfekten Vorlage für Karol Mets, der mit einem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern keine Blöße gab. Zuvor gelang es gleich drei St. Paulianern, sich in der Gefahrenzone direkt vor Schwäbes Tor zu lösen: Houtondji, Arkadiusz Pyrka und eben Mets erhielten lediglich Begleitschutz von Isak Johannesson, Jahmai Simpson-Pusey sowie Felipe Chavez, die allesamt durch den Kniff der verlängerten Ecke erneut die Bindung zum Gegner verloren.

Standard-Schwäche gegen St. Pauli? Nicht nur ein FC-Problem

Ist der Auftritt in Hamburg nun Grund zur Sorge hinsichtlich der eigentlich begrabenen Standardschwäche Kölns? Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund sinnvoll beantworten, dass die Geißböcke gegen die „Boys in Brown“ mit den Standard-Königen der Liga zu tun bekamen. Der FC St. Pauli erzielte zwölf von 26 Saisontoren nach ruhenden Bällen, mit einem Anteil von 46 Prozent die meisten in der Liga. Der FC war hingegen bislang erst siebenmal durch Standards erfolgreich; nur zwei Teams in der Liga trafen dadurch seltener.

Und so deutlich das Spiel von St. Pauli mögliche defensive Schwachpunkte aufgezeigt hat, so ungefährlich spielten sich die Versuche in der Offensive ab. Wagners Plan bestand augenscheinlich darin, Said El Mala auf dem zweiten Pfosten einzusetzen, der die Kugel wiederum ins Zentrum befördern sollte (so gesehen bei Mets Führungstreffer). Das aufgeräumte Defensivverhalten der Gastgeber machte es dem Teenager jedoch sehr schwer, diese Variante vom Taktikbrett auf den Rasen zu bringen.

Wie schwer fallen Ecken ins Gewicht?

Angesichts der Punkteteilung gegen die Standardspezialisten aus der Hansestadt wäre es vermessen zu urteilen, die Geißböcke seien beim Thema Standards wieder auf dem Stand von Januar. Zumal Ecken in der laufenden Bundesligasaison statistisch geringer ins Gewicht fallen, als man vielleicht annehmen würde. Im Schnitt landet nur jeder 33. Eckball im Tor. Und dennoch wird Wagner vor dem kommenden Duell gegen Bayer Leverkusen mit seinem Team sicherlich einen besonderen Fokus auf die Verteidigung von Eckbällen legen. Denn die Leverkusener haben sich in der bisherigen Saison bereits 164 Chancen durch Ecken erspielt. Nur Hoffenheim und die Bayern können mehr vorweisen. Es bleibt abzuwarten, ob Köln aus dem Aufeinandertreffen mit St. Pauli die richtigen Schlüsse gezogen hat oder ob im Nachbarschaftsduell erneut Panik nach ruhenden Bällen ausbricht.


Ein Spiegel zum Hinspiel – Im Ergebnis gleich und doch das Gegenteil

Karol Mets trifft für St. Pauli gegen den 1. FC Köln
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Ein Spiegel zum Hinspiel – Im Ergebnis gleich und doch das Gegenteil

Am Freitagabend spielte der FC in Hamburg 1:1-unentschieden und sicherte sich einen Punkt. Auch das Hinspiel endete Remis zwischen den Hanseaten und dem 1. FC Köln: Deutliche Unterschiede trotz selbem Ergebnis gegen St. Pauli.

Das Rückspiel gegen die Hanseaten glich einem Spiegelbild des Duells aus der Hinrunde. Die Vorzeichen drehten sich komplett.

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Das Duell am Freitagabend gegen den FC St. Pauli kann man wohl getrost als einen Spiegel des Hinspiels ansehen. Beide Partien endeten 1:1, aber im Gegensatz zur Begegnung am Nikolaustag vergangenen Jahres gibt es dann doch einige verdrehte Parallelen. Im Dezember war es FC-Toptalent Said El Mala, der die Geißböcke nach einer torlosen ersten Halbzeit in der 51. Minute in Führung brachte. Lange hielt die Mannschaft vom damaligen Trainer Lukas Kwasniok die Null und steuerte bereits auf drei gewonnene Punkte gegen die Hanseaten zu. Doch kurz vor dem Abpfiff, machte Ricky-Jade Jones den Kölnern einen Strich durch die Rechnung. Der Engländer traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich und stahl den Domstädtern zwei Zähler.

Veränderte Vorzeichen

Besonders unglücklich war dabei FC-Keeper Marvin Schwäbe. Der Torhüter rutschte beim Versuch, den Schuss von Jones zu parieren weg und erreichte so die Kugel nicht mehr. „Ich habe eigentlich die längsten Stollen auf dem Schuh, die es nur gibt. Am Ende rutsche ich genau in dem Scheißmoment weg. Das tut extrem weh, ist extrem bitter. Es tut mir leid für die Mannschaft, am Ende kann ich leider Gottes nicht großartig was ändern“, so Schwäbe damals. Der 30-Jährige fügte noch hinzu, dass die Geißböcke die bessere Mannschaft gewesen seien, die besseren Chancen auf ihren Seiten hatten. Das 1:1-Unentschieden brachte dem FC einen Zähler ein, fühlte sich allerdings wie eine Niederlage an.

1:1 endete auch das Rückspiel in der Hansestadt. Doch diesmal änderten sich die Vorzeichen komplett. Das Duell war nahezu ein Abbild des Hinspiels, jedoch verloren die Kölner nicht zwei Punkte, sondern gewannen gefühlt einen. In der Partie am Freitagabend war es diesmal Schwäbe, der den Kölnern den Zähler festhielt. So parierte der Keeper der Geißböcke mehrfach die gefährlichen Torchancen der Mannschaft von Alexander Blessin. Vor allem gegen Andréas Hountondji hielt der 30-Jährige in der ersten Halbzeit überragend.

Der Punkt ist „unfassbar wichtig“

St. Pauli war die stärkere Mannschaft und kam auf einen xGoals-Wert von 2,26, der FC hingegen nur auf 1,51 erwartbare Tore. Mit sechs Schüssen auf den Kasten des FC-Torhüters kreierten die Hanseaten deutlich mehr Chancen, verwandelten jedoch – eben auch dank Schwäbe – lediglich einen Abschluss. So war es ebenfalls nach einer torlosen ersten Halbzeit diesmal Paulis Karol Mets, der in der 69. Minute auf 1:0 stellte. Im Gegensatz zum Hinspiel gelang es am 30. Spieltag jedoch den Kölnern, diesmal vier Minuten VOR Schluss (86.) durch den verwandelten Elfer von Luca , auf Remis zu stellten und den Hamburgern zwei Punkte zu stehlen.

Und im Gegensatz zum 1:1 der Hinrunde fielen dann auch die Stimmen nach dem Spiel deutlich anders aus. „Der Punkt ist sehr viel wert“, konstatierte Waldschmidt nach dem Duell. Und auch Schwäbes Bewertung fiel trotz des selben Ertrags in der Crunchtime der Saison anders aus. „Man hat gerade am Ende gemerkt, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Für uns war es enorm wichtig, dass wir die Distanz gewahrt haben, dass wir uns nicht aufgegeben haben und bis zum Ende daran geglaubt und nicht aufgegeben haben“, so der Keeper. Denn mit dem erkämpften Punkt ist es den Geißböcken zwar nicht wie erhofft gelungen, den Abstand auf den Relegationsplatz zu vergrößern, er wurde aber eben auch nicht verkleinert. Und so ist der eingefahrene Zähler auch für Schwäbe nicht wie im Hinspiel mit einem bitteren Beigeschmack versehen, sondern war das Mittel „um die fünf Punkte zu halten“ und auch für Trainer Wagner „unfassbar wichtig.“