Krise beim 1. FC Köln: Die bittere Wahrheit der Formtabelle

Enttäuschte Spieler des 1. FC Köln
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Krise beim 1. FC Köln: Die bittere Wahrheit der Formtabelle

Die Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin war schmerzhaft und unnötig. Vor allem aber setzte sich ein bitterer Trend fort, der eine unangenehme Wahrheit widerspiegelt: Der 1. FC Köln ist das schlechteste Team der Formtabelle.

Zwei Punkte aus den vergangenen sechs Spielen, dazu zwölf Gegentore und „nur“ sechs erzielte, eins pro Spiel. Der 1. FC Köln ist pünktlich zur Winterpause das schlechteste Team der Formtabelle. Dabei ging es zuletzt eigentlich gegen Gegner auf Augenhöhe.

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Zu gerne hätten sich die Geißböcke mit einem Erfolg in die kurze Winterpause verabschiedet. „Wir sind enttäuscht, das ist keine Frage. Wir wollten kurz vor Weihnachten noch mal drei Punkte zu Hause lassen, um das Fest genießen zu können“, sagte Thomas Kessler nach dem 0:1 gegen die Eisernen. „Jetzt haben wir das Spiel verloren, das ist natürlich bitter.“ Man werde nun in eine Analyse gehen, erklärte der Sportdirektor weiter. „Wir werden ganz ganz nüchtern und rational bewerten, was wir gut gemacht haben in den Spielen jetzt und was wir nicht so gut gemacht haben“, sagte Kessler. Ganz rational betrachtet setzte sich bei den Geißböcken beim letzten Spiel des Jahres ein erstaunlich negativer Trend fort. Ein Trend, der dann unterm Strich schon ein wenig alarmierend sein sollte.

Kein Team holte weniger Punkte

Denn der FC ist in der Formtabelle am unteren Ende angekommen. Zwei Punkte holte der FC aus den vergangenen sechs Spielen – so wenig wie kein anderes Team. Und das, obwohl es eigentlich gegen Mannschaften auf Augenhöhe ging. Der 1. FSV Mainz kommt als zweitschlechtestes Team auf drei Zähler, dann folgen Bremen und St. Pauli mit fünf Punkten. Neben Mainz ist der FC auch die einzige Mannschaft, die in diesem Zeitraum kein Spiel gewinnen konnte und nur der 1. FC Heidenheim und der SC Freiburg kassierten mehr als die zwölf Gegentore, die der FC eingeschenkt bekam (17 FCH und 13 SCF). Nur Mainz und Heidenheim hätten nach dem xGoals-Wert mehr Gegentore kassieren müssen. Nach der Offensive hätte der FC dagegen durchaus besser abschneiden können, wenn nicht müssen.

Sechs Tore erzielten die Kölner, belegen damit Rang 13, nach den xGoals-Werten wäre sogar Rang zwölf drin gewesen. Denn die Chancen der Geißböcke hätten zwei weitere Treffer erwarten lassen. Tatsächlich lässt sich eine gewisse Formkrise bei einigen Kölnern aktuell nicht wegdiskutieren. Spieler wie Marius Bülter, Sebastian Sebulonsen, Isak Johannesson oder Kristoffer Lund konnten in den vergangenen Wochen gar nicht oder nur schwer an die Leistungen zu Saisonbeginn anknüpfen. Immerhin punktet die vermeintliche direkte Konkurrenz des Abstiegskampfs in den jüngsten sechs Begegnungen ebenfalls nicht übermäßig häufig. Gegen den 1. FC Heidenheim sollten die Kölner dann aber zu Beginn des neuen Jahres Zähler einfahren. Sonst könnte der Trend den Geißböcken ganz schnell gefährlich werden.



Routiniers in der Krise, Youngster ausrechenbar: Fehlt dem 1. FC Köln aktuell die Erfahrung in der Offensive?

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln
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Routiniers in der Krise, Youngster ausrechenbar: Fehlt dem 1. FC Köln aktuell die Erfahrung in der Offensive?

Sechs Spiele in Folge ohne Sieg, nur eins der vergangenen zehn Pflichtspiele gewonnen. Die jüngste Bilanz der Geißböcke ist nicht sonderlich erfreulich. Dabei verlässt sich der FC in der vordersten Reihe gerade auf jüngere Spieler des Kaders. Fehlt dem 1. FC Köln in der Offensive die Erfahrung?

Zuletzt haperte es ein wenig in der Vorwärtsbewegung der Geißböcke. Vielleicht auch, weil der Weg zu oft über Said El Mala oder Jakub Kaminski geht und damit ein wenig ausrechenbar erscheint. Bei den Routiniers läuft es dagegen nicht rund. Fehlt dem 1. FC Köln in der Offensive die Erfahrung?

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Ganz routiniert und abgeklärt setzte Dominique Heintz im Duell gegen den 1. FC Union Berlin tief in der eigenen Hälfte zum Dribbling an. Bei dem ein oder anderen Akteur hätte die Situation vielleicht für Schnappatmung bei den Fans gesorgt. Bei „Heintzi“ werden wohl nur wenige Anhänger Schweißperlen auf der Stirn gehabt haben. Der 32-Jährige ist lange genug im Geschäft, um in aller Regel einschätzen zu können, welchen Weg oder welches Risiko der Innenverteidiger noch geht und die insgesamt doch soliden bis guten Leistungen geben dem Pfälzer recht. Dass der Abwehrspieler aber zum alten Eisen beim FC gehört, steht auch außer Frage. Denn das Durchschnittsalter der Startelf liegt bei den Geißböcken in der Regel deutlich niedriger.

Junge Lebensversicherung

Der Schnitt beträgt 25,3 Jahre. Der FC liegt damit im vorderen Drittel. Weit weg von beispielsweise Eintracht Frankfurt. Dino Toppmöller ließ in dieser Saison schon eine Mannschaft auflaufen, die auf 23,2 Jahre kam. Dennoch ist Köln weit weg von Mannschaften wie Mainz oder den Bayern, die regelmäßig an der 30-Jahre-Grenze schnuppern. Ein junges Durchschnittsalter wird meist mit einem positiven Aspekt assoziiert, dennoch wird die Frage erlaubt sein, ob den Geißböcken nicht gerade in der Offensive dann auch eine gewisse Erfahrung oder Routine fehlt. Marius Bülter ist weit entfernt von seiner Frühform, fand zuletzt so gut wie gar nicht statt, Ragnar Ache wurde viel zu selten gefunden, vielleicht auch zu selten gesucht. Linton Maina und Florian Kainz sind zurzeit nur zweite Wahl, kamen wenn als Joker und brachten sich dann aber auch nicht mehr wirklich ein.

Die Verantwortung ruht gefühlt auf anderen Schultern. So betonte Lukas Kwasniok vor wenigen Wochen, dass seine Spieler den Ball zu Said El Mala spielen und dann die „Daumen drücken“ würden. Der Shootingstar ist Hoffnungsträger und Lebensversicherung der Geißböcke. Und das eben mit 19 Jahren. Sicherlich nicht das beste Zeugnis für die restliche Offensive. Der zweite X-Faktor der Kölner Angriffsreihe ist 23 Jahre als, heißt Jakub Kaminski und war vor El Mala der Topscorer der Geißböcke. Auf der anderen Seite spielt Jan Thielmann mit ebenfalls 23 Jahren, allerdings mit der Erfahrung von mehr als 170 Pflichtspielen im Profibereich. Den Altersschnitt reißen die Einsätze aber auch nicht nach oben.

Überhaupt ist die vermeintliche Stammachse mit Rav van den Berg (21), Eric Martel (23) und Isak Johannesson (22) sowie der angesprochenen Offensivformation eine erstaunlich junge. Gerade in der Krise viel Last auf doch jungen Schultern. Dass erfahrenere Mannschaften nicht zwangsläufig erfolgreicher spielen, zeigt aber aktuell das Beispiel Mainz. Das zweiterfahrenste Team überwintert als Tabellenletzter mit sechs Zählern Rückstand zum sicheren Ufer.