Nach seiner Leihe nach Linz in der Vorsaison wird Elias Bakatukanda auch die Saison 2026/27 nicht beim 1. FC Köln verbringen. Der Innenverteidiger wechselt leihweise zum VfL Osnabrück und trifft dort auf den ehemaligen FC-Trainer Timo Schultz. Für die ersten Begegnungen stand der 22-Jährige noch nicht im Kader. Gegen die Bayern traf er dennoch auf einen alten Bekannten, der einen ähnlichen Weg in Köln gegangen ist.
Für alle FC-Fans waren es wohl die Bilder des Abends. Nach dem Pokalspiel zwischen Osnabrück und dem FC Bayern trafen Elias Bakatukanda und Jonas Urbig aufeinander und begrüßten sich per Handschlag, vor allem aber mit einem breiten Lächeln. Die beiden FC-Eigengewächse kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Kölner Jugend und standen auch schon bei den Profis gemeinsam auf dem Rasen. Genauso wie Bakatukanda musste auch Urbig damals zunächst den Weg über zwei Leihstationen gehen, bevor er seine Chance bei den Profis bekam.

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Leihen sind beim FC in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Anstatt die eigenen Talente sofort abzugeben, sollen sie woanders Spielpraxis sammeln und anschließend gestärkt zurückkommen. Erfolgreiche Beispiele dafür sind Jonas Urbig, Tim Lemperle oder Salih Özcan. Alle drei haben zunächst in der zweiten Liga Erfahrung gesammelt, bevor sie den Sprung in die Bundesliga geschafft haben. In diesem Sommer wurden mit Julian Pauli, Patrik Kristal und Elias Bakatukanda erneut drei junge Spieler kurz vor Ende der Transferphase noch einmal verliehen. Insbesondere bei Bakatukanda stellt sich jedoch die Frage, ob er überhaupt noch eine Perspektive beim FC hat. Ein vergleichbares Schicksal hat ein anderer Innenverteidiger in Köln bereits erlebt, der heute zu den besten Deutschlands gehört.
Wird Bakatukanda zum zweiten Bisseck?
In einer ähnlichen Position wie Bakatukanda heute befand sich vor einigen Jahren Yann Aurel Bisseck. Der Innenverteidiger galt während seiner Zeit in den Jugendmannschaften des FC als das große Talent in der Defensive. Im Alter von 16 Jahren debütierte Bisseck für den FC in der Bundesliga. Zu diesem Zeitpunkt der zweitjüngste Debütant jemals in der Geschichte der Liga.
Der Durchbruch gelang dem Eigengewächs aber nie und so brachte es der Deutsch-Kameruner nur auf drei Pflichtspieleinsätze für die Geißböcke. Stattdessen wurde er immer wieder verliehen, um sich woanders zu empfehlen. Zunächst ging es in die zweite Liga zu Holstein Kiel, anschließend in die Niederlande zu Roda Kerkrade und zuletzt zum portugiesischen Club Vitoria Guimaraes. Überzeugen konnte er nirgendwo und der Entwicklungsschub setzte erst nach seinem Transfer nach Dänemark zu Aarhus GF ein. Von dort qualifizierte er sich für einen Wechsel zu Inter Mailand und später auch für eine Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft, wo er 2025 gegen Italien debütierte.
Auch Bakatukanda galt in der Jugend stets als großes Talent und zukünftiger Profi. Den Leistungsnachweis ist er bis heute jedoch schuldig. Beide Spieler waren zudem in der Jugend ihren Gegenspielern stets körperlich deutlich überlegen. Im Profifußball fiel dieser Vorteil zunächst einmal weg. Dadurch mussten beide ihr Spiel anpassen und sich an die wesentlich physischeren Gegner gewöhnen, was das Ankommen auf dem Herren-Level zusätzlich erschwerte. Erst auf dem Mitglieder-Stammtisch Ende August hatte Thomas Kessler noch einmal betont, dass gerade der Sprung zum Herren-Fußball ein großer und nicht für jedes Talent zu schaffen sei.
Wie ist die Perspektive von Elias Bakatukanda?
In Osnabrück hat der 1,93 Meter große Verteidiger nun erneut die Chance sich zu zeigen. Mit Timo Schultz trifft er zudem auf einen Trainer, den er bereits kennt. Das Talent von Bakatukanda ist nach wie vor unbestritten. Auch beim FC ist er noch nicht abgeschrieben. Die Verantwortlichen glauben weiterhin an das Eigengewächs. Dafür muss er jetzt seine Chance aber auch mal nutzen und zeigen, was in ihm steckt. Wenn ihm das gelingt, ist eine vergleichbare Entwicklung wie bei Bisseck weiterhin möglich. Die Leihe nach Osnabrück kann also für die weitere Karriere von Bakatukanda wegweisend sein.
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