Klassenerhalt und Saisonziel sind erreicht, doch im Sommer muss einiges passieren, sonst wir es schwer – Ein Kommentar

Die Spieler des 1. FC Köln
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Klassenerhalt und Saisonziel sind erreicht, doch im Sommer muss einiges passieren, sonst wir es schwer – Ein Kommentar

Das ausgelobte Ziel des Klassenerhalts haben die Geißböcke erreicht: Der FC spielt auch in der kommenden Saison in der Bundesliga. Dann wollen sich die Kölner dort wieder stabilisieren, ganz einfach wird dieses Unterfangen jedoch angesichts der Leistungen der vergangenen Spielzeit und der anstehenden Aufgaben nicht: Saisonfazit über den 1. FC Köln – ein Kommentar.

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ könnte die abschließende Beurteilung der Spielzeit 25/26 für die Geißböcke lauten. Denn trotz des erreichten Klassenerhalts zeigten sich bei den Kölnern zu häufig eklatante Schwächen, die in der anstehenden Saison kompensiert werden müssen.

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Thomas Kessler wirkte nach der 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München nicht dramatisch geknickt. Gegen den Rekordmeister darf man nun mal verlieren und wenn der Klassenerhalt schon sicher in trockenen Tüchern ist, vielleicht dann auch in der Deutlichkeit wie am 34. Spieltag. Der Geschäftsführer Sport erklärte, dass es für einen Verein wie den 1. FC Köln nicht selbstverständlich sei, bereits am 32. Spieltag die Klasse gehalten zu haben. Und damit hat der Ex-Keeper der Geißböcke durchaus recht. Nach einem Aufstieg, zudem noch in einer Spielzeit, in der eine Transfersperre aus der Vorsaison noch ein wenig nachwirkt, ist der direkte Wiederabstieg durchaus ein realistisches Szenario. Kessler hat im vergangenen Sommer einen gewaltigen Umbruch vollzogen, eine neue Mannschaft musste sich finden. Eine Mannschaft, in der Spieler einen Stammplatz bekamen, die bislang noch nicht so wirklich Bundesliga-Erfahrung gesammelt hatten.

Bloß kein Mund abputzen und weiter

Insofern war der Klassenerhalt für den FC sicher kein Selbstläufer. Geschäftsführer, die beiden Trainer, Teile der Mannschaft wurden nicht müde zu betonen, dass Auf und Abs zu einer Aufstiegs-Saison dazu gehören. Zudem gehört zur Wahrheit, dass Kesslers Transfer-Investitionen im Sommer gepaart mit dem fulminanten Saisonstart zum einen die Erwartungen massiv angehoben, zum anderen spielerische Probleme kaschiert haben, die bereits im Pokal gegen Regensburg, aber auch gegen Mainz deutlich sichtbar waren. Es entstand eine Euphorie, die mit der ersten kleinen ergebnistechnischen Delle wie ein Kartenhaus zusammenfiel und sich ins Gegenteil verkehrte. Und dann ist man schneller beim „Aber“ zu Kesslers Klassenerhalts-Erleichterung als Said El Mala der Bayern-Hintermannschaft die Hacken zeigen kann. Es wäre zu leicht, sich mit dem Erreichten Saisonziel zufrieden zu geben, es abzuhaken, Mund abputzen und weiter.

Die Zeiten, in denen man 40 Punkte brauchte, um die Klasse zu halten sind lange vorbei, hat es eigentlich so auch nie wirklich gegeben. Im Schnitt waren es 33 Zähler, die zum Verbleib ausreichten. In dieser Saison hätten dem FC 30, angesichts der für einen Abstiegskandidaten überragenden Tordifferenz sogar 29 Punkte gereicht – ein erstaunlich schwacher Wert. Und ein – tja vielleicht kurioser, wenn man bedenkt, dass Lukas Kwasniok 26 dieser 29 Zähler nach dem 27. Spieltag eingefahren hatte. Ein Sieg oder drei Unentschieden in den verbleibenden sieben Partien hätten dem Ex-Coach zum erklärten Saisonziel gereicht. Das war zum damaligen Zeitpunkt nicht abzusehen. Und demnach ist es falsch, aus dem reinen Punkteschnitt abzuleiten, dass die Trainer-Entlassung voreilig gewesen sei. Genauso falsch fühlt es sich jetzt aber an, René Wagner den Klassenerhalt als Beförderungs-Grundlage auszulegen. Zumindest bekommt die offensichtliche Schnell-Analyse, die Richtung Wagner läuft, ein Geschmäckle.

Schwächen in der Mannschaft

Rein ergebnistechnisch hat der 37-Jährige weniger Punkte eingefahren als Kwasniok, die Mannschaft in den Spielen nicht mehr überzeugt als unter dem Vorgänger und für eine erkennbare Entwicklung der Spieler fehlte die Zeit. Es wird noch andere Komponenten geben, die die Verantwortlichen in dem jungen Trainer sehen, eine Zukunft, großes Potenzial, eine Expertise. Doch zum Trainer gehört eben auch eine Mannschaft und deren Zusammenstellung. Und auch wenn zu Beginn viel als perfekt passend erschien, sieht die Realität an einigen Stellen anders aus. Im Spiel mit dem Ball fehlte dem FC zu oft das Kreative, die Idee, in der Defensive unterliefen zu viele Patzer, kleine Fehler, die eklatante Folgen hatten. So gut die Tordifferenz für den FC auch war, verdeutlicht sie auf der anderen Seite ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr. Mit 49 Toren gehörte Köln zur oberen Tabellenhälfte, nur drei Teams kassierten mehr Gegentreffer.

Ja, der FC hat den Klassenerhalt und damit das Saisonziel erreicht. Das war wichtig. Aber Kessler hat sich zur Maxime gemacht, dass er eine Mannschaft inklusive Trainer zusammenstellen will, die ähnliches erreicht. Dabei werden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Punkte nötig sein als in dieser Spielzeit. Potenzielle Abgänge von Said El Mala, Jakub Kaminski oder Jahmai Simpson-Pusey würden nur schwer zu kompensieren sein. Schon jetzt scheint klar, damit das Saisonziel auch in der kommenden Saison erreicht wird, müssen nicht nur Mannschaft und Trainer noch eine Schippe drauflegen. Die angekündigte Analyse muss also eine besonders gründliche werden.


Kommentar: Sportlich gibt es nicht die von den FC-Bossen erhoffte Antwort – und nun?

Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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Kommentar: Sportlich gibt es nicht die von den FC-Bossen erhoffte Antwort – und nun?

Der Klassenerhalt ist geschafft, die Saison beendet, Fragen bleiben. Gerade in den vergangenen Spielen überzeugte der FC nicht. Und so scheint die kolportierte Beförderung von René Wagner fraglich. Oder vielleicht auch eben nicht? Ein Kommentar zur Trainerfrage beim 1. FC Köln.

Ein Treuebekenntnis sprach Thomas Kessler seinem Interimstrainer am Samstagabend nicht aus. Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass der FC in die kommende Spielzeit mit René Wagner startet. So oder so – eine Entscheidung sollte möglichst bald fallen.

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Auch nach der bitteren 1:5-Niederlage beim Rekordmeister präsentierte Thomas Kessler noch nicht die von vielen Fans erhoffte Antwort auf die Frage nach dem kommenden Trainer. Ehrlicherweise hätte es in München auch viel gebraucht, ein sportliches Resultat in dieser Angelegenheit zu finden. Man wolle sich jetzt zusammensetzen und analysieren, so der Tenor des Geschäftsführers. Bei vielen Fans reichte die Analyse als Zuschauer, um ein Urteil zu fällen. Das Spiel gegen die Bayern solle gar nicht so ins Gewicht fallen, Kessler will auf das Gesamte blicken. Es ist eine Analyse, die schnell zu Ergebnissen führen muss. Denn bei der Kaderplanung für die kommende Spielzeit ist die Position des Trainers wohl keine unwichtige. Das weiß man auch in den Gremien und da herrscht wohl nicht die absolute Klarheit. Das hat Gründe.

Uneinig in der Trainerfindung?

Nach dem 32. Spieltag wurde bereits die sichere Beförderung des aktuellen Interimstrainers kolportiert. Tatsächlich ist Kessler ein Befürworter des Coachs. Der Ex-Keeper hat den gebürtigen Dresdner zurück nach Köln geholt und ihn anschließend auch zum zwischenzeitlichen Cheftrainer befördert. Kessler ist von Wagner als Coach überzeugt, schätzt die Akribie, die Kommunikation, die Expertise. Und dennoch gab es auch zwei Spieltage vor dem Saisonende noch Vorbehalte in Köln. Am Geißbockheim malte man sich sicherlich aus, wie die Situation sein würde, wenn die beiden finalen Begegnungen nicht den Erwartungen entsprechen. Nach dem desolaten Auftritt gegen Heidenheim blieb zudem die Frage, welche Leistung der FC bei den Bayern auf die Platte hätte bringen können oder müssen, um die Entscheidung so oder so zu beeinflussen. Dass dem FC in der Anfangsphase der Mut gefehlt habe – wie es René Wagner erklärte -, war nicht von der Hand zu weisen, fällt aber auch in den Aufgabenbereich des Trainers.

Es wirkt ein wenig wie ein Eiertanz um die so wichtige Position der kommenden Mannschaft. Doch das ist dann auch irgendwie verständlich – zumindest aus Sicht des FC. Die Kölner Verantwortlichen befinden sich in einer schwierigen Situation. Eigentlich ist man von Wagner absolut überzeugt, glaubt an die Fähigkeiten des 37-Jährigen. Doch diesen Glaube gab es im vergangenen Sommer auch bei Lukas Kwasniok, der bekanntlich nicht mehr auf der Bank der Kölner sitzt. Auf der anderen Seite sprechen die Ergebnisse und die Leistungen nicht für den aktuellen Interimstrainer. Sechs Punkte aus sieben Spielen, nur ein Sieg in dieser Phase – und den in Überzahl – das klingt nicht nach einer hervorragenden Bewerbungsbilanz.

Kredit schon verspielt?

Es ist leicht zu sagen, Wagner habe mit dem FC die Klasse gehalten, das Saisonziel erreicht und daher die Beförderung verdient, wenn auf der anderen Seite sein Vorgänger Lukas Kwasniok im Schnitt mehr Punkte holte – wenn auch über einen längeren Zeitraum – und ebenfalls nie unter dem Strich gestanden hat. Bei vielen Fans hat der aktuelle Coach seinen Kredit schon verspielt, obwohl der Dresdener eine Mannschaft übernahm, die er nicht mit geformt hat und wenig Zeit zum Drehen an den richtigen Stellschrauben hatte. Unbelastet würde Wagner nicht in die neue Saison gehen. Es ist also auch ein Abwägen der FC-Bosse zwischen der Gefahr, „Siehste“ gesagt zu bekommen, wenn der Start in die Hose geht, eine Reaktion nötig sein wird und dem „Siehste“ zu sagen, wenn Wagner genauso früh beweist, welche Trainer-Qualität in ihm steckt.

So oder so ist davon auszugehen, dass die Entscheidung bald fällt. Und das ist gut so – ein unnötig langer Eiertanz bringt keinem was. Am wenigsten sicherlich René Wagner, dessen Position mit jedem Tag Ungewissheit geschwächt wird.