Fünf Clubs, ein Ziel – Wie gut passt Said El Mala zu den interessierten Teams der Premier League?

Said El Mala vom 1. FC Köln
,
Startseite » Said El Mala England

Fünf Clubs, ein Ziel – Wie gut passt Said El Mala zu den interessierten Teams der Premier League?


Vergangenen Sonntag gewann die deutsche Nationalmannschaft mit einem fulminanten 7:1 gegen Curaçao. Nicht mit dabei – Said El Mala. Aber auch trotz fehlender WM-Nominierung, dürften die kommenden Wochen für den 19-Jährigen ziemlich interessant werden. Wie gut passt Said El Mala in die Premier League?

Die Zukunftsplanung läuft bereits auf Hochtouren. Nach dem geplatzten Wechsel zum FC Brentford, bringen sich nun die nächsten englischen Teams in Stellung.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Eigentlich schien der Abschied des Youngsters schon perfekt zu sein. Brentford bot dem FC eine Ablöse in Höhe von 45 Millionen Euro plus realistisch erreichbaren Boni bis zu fünf Millionen Euro. Zusätzlich hätten die Kölner eine Weiterverkaufsbeteiligung erhalten. Thomas Kessler akzeptierte das Angebot und alles deutete auf einen Abgang hin. In den sozialen Medien verabschiedeten zahlreiche Fans bereits ihren Shootingstar, doch die El-Mala-Seite ließ den Deal platzen. Jetzt sollen sich einige weitere Premier League-Teams mit einer Verpflichtung des 19-Jährigen auseinandersetzen. Als Interessenten werden Newcastle United, der FC Chelsea, der FC Liverpool, Nottingham Forest und Tottenham Hotspur gehandelt.

Profil passt nach England

Dass so viele englische Vereine sich um den Youngster bemühen, ist kein Zufall. El Malas Profil scheint wie gemacht für die Premier League. Neben seiner immensen Geschwindigkeit, besonders mit dem Ball, verfügt der Krefelder über eine für einen Flügelspieler seltene Physis. Mit seiner Größe von 1,87 Meter, dürfte die härtere Gangart auf der Insel den 19-Jährigen nicht vor besondere Probleme stellen. In dieser Saison bewies er mehrfach seine Durchsetzungsfähigkeit im körperlichen Eins-gegen-Eins mit vielen Bundesligaverteidigern. Neben der sportlichen Komponente bleibt aber eben auch die finanzielle. Abgesehen vom FC Bayern, wird wohl kein deutscher Verein in der Lage sein, die geforderten 50 Millionen Euro für den Dribbler auf den Tisch zu legen. Somit rückt nach jetzigem Stand ein Wechsel zum BVB in weite Ferne. In England dürfte das finanzielle Paket für keinen Verein zum Problem werden. Besonders spannend ist hierbei, dass vier der fünf genannten Vereine dringenden Bedarf auf dem linken Flügel haben.

Flügelsuche in London

Die Spurs stehen nach einer desaströsen Saison vor einem großen Umbruch. Nach dem Fast-Abstieg möchte man den Klub kernsanieren und schaut sich bereits intensiv auf dem Transfermarkt um. Dabei ist den Nord-Londonern wohl Said El Mala ins Auge gestochen. Trainer Roberto De Zerbi soll ein großer Fan des 19-Jährigen sein. Tottenham spielte unter dem Italiener zum Saisonende in einem 4-2-3-1-System. Da Wilson Odobert mit einem Kreuzbandriss noch lange ausfällt, verbleibt den Spurs ein einziger nomineller linker Flügel, der 18-jährige Leihrückkehrer Mikey Moore. Daher wurden neben El Mala auch schon einige andere Namen mit den Londonern in Verbindung gebracht. Beispielsweise Savinho von Manchester City oder auch Cody Gakpo vom FC Liverpool, die preislich in eine ähnliche Kategorie wie der Deutsche fallen dürften. In England mehren sich Gerüchte, dass es schon die ersten Kontakte gegeben habe.

Mit dem FC Chelsea befindet sich ein weiterer Londoner Club auf Suche nach einer Verstärkung für Linksaußen. Alejandro Garnacho und Jamie Gittens stellten sich im Verlauf dieser Saison als Flops heraus, sodass man dringenden Bedarf auf dem linken Flügel sieht. Dabei gibt es aber einen Haken. Xabi Alonso wird zur neuen Saison der Cheftrainer der Blues. Das Problem: In seiner Zeit bei Bayer Leverkusen spielte der Spanier meist mit einem 3-4-2-1, ohne echten Flügel sondern mit Halbraumzehnern. Der FC spielte unter Lukas Kwasniok zwar recht häufig mit der selben Formation, die Flügel standen jedoch deutlich breiter als es bei den Leverkusener Offensivspielern üblich war. Da El Mala aber ohnehin den Weg nach innen sucht, könnte sich diese Umstellung aber auch als Vorteil entpuppen.

Teurer Abgang verursacht Vakanz

Für rund 80 Millionen Euro verlässt Anthony Gordon Newcastle United in Richtung Barcelona. Auch Newcastle hat durch diesen Verkauf mit Harvey Barnes nur noch einen nominellen Linksaußen im Kader. Coach Eddie Howe lässt seine Mannschaft meist in einem offensiven 4-3-3 spielen. Als inverser Flügel könnte El Mala seinen Zug zum Tor ideal ausspielen und Gordons Abgang auffangen. Die Magpies wurden aber auch mit weiteren Flügelspielern in Verbindung gebracht. Demnach sehen sie beispielsweise Bazoumana Touré und Cody Gakpo als Alternativen. Zuletzt scheiterte ein Transfer von Víctor Muñoz von Osasuna, da Liverpool den Deal kurz vor Schluss kaperte.

Somit könnte man meinen, dass der LFC die Baustelle auf dem linken Flügel geschlossen hat. Doch die Reds haben offenbar noch nicht genug. Ganz oben auf der Liste steht wohl Yan Diomande von RB Leipzig. Mit einer ersten Offerte von 90 Millionen Euro und zehn Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen, ist man bei den Leipzigern umgehend abgeblitzt. Ein nächstes Angebot von rund 120 Millionen Euro wird wohl vorbereitet. Sollte auch dieses abgelehnt werden, rückt eventuell Said El Mala in den Fokus des LFC. Aktuell scheint ein Transfer des 19-Jährigen aber keine Priorität zu haben.

Nottingham erscheint aktuell am unwahrscheinlichsten

Und dann ist da noch Nottingham Forest. Der Traditionsverein dürfte aber nicht gerade die besten Karten im Buhlen um den 19-Jährigen haben. Mit Callum Hudson-Odoi sind die Tricky Trees eigentlich auf der linken Seite gut aufgestellt. Der dreimalige Nationalspieler Englands ist zurzeit verletzt, wird aber noch in der Vorbereitung wieder zur Verfügung stehen. Hudson-Odoi hat noch zwei Jahre Vertrag und aktuell gibt es keine Anzeichen, dass es früher zu einem Abschied kommen würde. Zudem würde ein Wechsel in den Norden Englands nicht den ganz großen Sinn machen, wenn El Mala denn wirklich nach höherem als Brentford strebe. Der Club hat so gerade die Klasse gehalten. Finanziell dürfte der Transfer für Nottingham genauso wie für alle andere Teams stemmbar sein.

Bisher ist noch kein neues Angebot beim 1. FC Köln eingetroffen. Stand jetzt ist also ein Wechsel zu keinem dieser Teams konkret. Zusätzlich ist fraglich, ob alle genannten Vereine bereit wären, Saids älteren Bruder Malek El Mala, ebenfalls zu verpflichten. Dies könnte womöglich zu einem entscheidenden Faktor im Poker um das Talent werden. Am finanziellen Gesamtpaket dürfte ein Transfer nach England aber nicht scheitern.


Said El Mala gegen die Gesetzmäßigkeiten der Bundesliga: Warum am Ende doch nur England bleibt

Said El Mala jubelt nach der Führung
,
Startseite » Said El Mala England

Said El Mala gegen die Gesetzmäßigkeiten der Bundesliga: Warum am Ende doch nur England bleibt

Dortmund, Chelsea, PSG, Bayern, Manchester City und nun Liverpool — die Liste der Interessenten an Said El Mala war über das Jahr lang. Bei genauerem Hinsehen bleibt davon erstaunlich wenig übrig. Eine Einordnung, warum am Ende wohl nur ein Markt realistisch bleibt.

Der FC Barcelona, der FC Chelsea, Paris Saint-Germain, Bayern München oder Manchester City – die Liste der europäischen Spitzenclubs, die im Herbst vergangenen Jahres mit Said El Mala in Verbindung gebracht wurden, war lang – und gefühlt wurde sie von Woche zu Woche länger. Beeindruckend für einen Spieler, der in der Vorsaison noch in der 3. Liga kickte. Der Fokus hat sich geändert, El Mala ist einer der Shootingstars Europas – immerhin hat wohl nicht viel für die WM-Nominierung der Nationalmannschaft gefehlt. Doch bei genauerer Betrachtung bleiben möglicherweise gar nicht mehr so viele Vereine auf der Liste potenzieller Arbeitgeber.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Zuletzt wurden mit der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund zwei Bundesligisten in den Ring geworfen, die angeblich an einer Verpflichtung des Spielers interessiert seien, Vorstöße planen würden. So wirklich viel Substanz haben die Ideen hinter den Gerüchten nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass die TSG nach bisherigen Investitionen von 40 Millionen Euro bei El Mala noch einmal mit 50 Millionen nachlegt. Der BVB wiederum soll angeblich nur 30 Millionen plus Boni bezahlen wollen, dafür aber Leihspieler bei den Kölnern unterbringen wollen. Zwar sind die Kölner grundsätzlich an Leihkonstrukten interessiert, aber nicht um eine wirtschaftliche Lücke von 15 Millionen Euro zu schließen. Aktuell ist das am Geißbockheim kein Thema. Auch die Bayern galten mal als Interessent, doch der Fokus ist längst ein anderer. Tatsächlich hat noch nie ein Bundesligist für einen Spieler aus dem deutschen Oberhaus 50 Millionen auf den Tisch gelegt. Julian Draxler und Dayot Upamecano knackten gerade einmal die 40-Millionen-Euro-Marke. Der Rekordpreis für einen 19-Jährigen lag bisher bei Ozan Kabak, der für 15 Millionen Euro von Stuttgart zu S04 wechselte.

Verkauf auf Rekordkurs

Der Rekordtransfer von Hoffenheim liegt bis heute bei 18 Millionen für Adam Hlozek, der vom BVB bei Ousmane Dembélé für 38 Millionen Euro. Ein Transfer von Said El Mala für 50 Millionen Euro innerhalb der Liga ist sicher nicht ausgeschlossen, doch entspricht nicht den Gesetzmäßigkeiten der Bundesliga. Es bleibt eine sehr unwahrscheinliche Variante. Das gleiche gilt für einen möglichen italienischen Markt. Dort liegen die Ablöseerwartungen in der Regel sogar unter den deutschen. El Mala würde in einer Liga mit Min-Jae Kim und Mauro Icardi mitmischen. In der vergangenen Spielzeit war Christopher Nkunku der teuerste Spieler, der nach Italien wechselte. AC Milan zahlte 37 Millionen Euro für den Ex-Leipziger, der einst für 60 Millionen nach Chelsea ging. Die weiteren Großkaliber wie Barcelona oder Paris haben aktuell kein Interesse, um den Kölner Shootingstar mitzubieten, investieren an anderer Stelle und das einmal mehr sehr intensiv. Dagegen sind die englischen Clubs durchaus bereit, in einer anderen Größenordnung zu investieren.

Und das eben auch Clubs, die nicht zu den absoluten Topteams gehören. Genauso für Spieler, die noch ein enormes Entwicklungspotenzial haben. Und da auf der Insel nun mal viel Geld fließt, ist der Markt auch unter den Aspekten Gewinnbeteiligung und Weiterverkaufsgebühr kein uninteressanter. Sportlich scheint El Mala ebenfalls nach England zu passen. Direktes Spiel, Tempo, Zweikampfbereitschaft, der Wille, durch den Gegner statt um ihn herum zu gehen – Eigenschaften, die man auf der Insel gerne sieht, die El Mala wiederum mitbringt. Aspekte, die in technisch anspruchsvollen Ligen möglicherweise ein wenig kürzer kommen. Nicht umsonst ist das neueste Gerücht eins von der Anfield Raod.

Welche Rolle spielt Tim Steidten?

Möglicherweise spielt ein Faktor eine Rolle, der ein wenig unter dem Radar fliegt: Tim Steidten. Der Direktor für Kaderplanung und Recruiting kam im März zum FC und bringt persönliche Kontakte mit. Der ehemalige Kaderplaner von Bayer Leverkusen kennt als ehemaliger technischer Direktor von West Ham United die Premier League, die Spielerberater, die Vereinsvertreter. Steidten holte zudem seinen Bruder Moritz an den Rhein, der ihm bereits von Werder Bremen nach West Ham gefolgt war und dort die komplette Scouting-Abteilung leitete. Zwei Brüder, beide mit direkter England-Erfahrung, beide jetzt beim FC. Das ist sicher kein Zufall, sondern eine bewusste strukturelle Entscheidung von Thomas Kessler. Sollte El Mala tatsächlich nach England wechseln, könnte sich diese Personalentscheidung auszahlen.