Rückt die WM für Said El Mala in weite Ferne? Bundestrainer Nagelsmann: „Das ist zu wenig“

Wie geht es weiter mit Said El Mala?
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Rückt die WM für Said El Mala in weite Ferne? Bundestrainer Nagelsmann: „Das ist zu wenig“

Am Freitagabend reichte es für Said El Mala wieder nur zum Kurzeinsatz. Allerdings aufgrund seiner muskulären Probleme unter der Woche. Einen Stammplatz hat der Shootingstar nicht sicher beim 1. FC Köln: Die WM rückt für Said El Mala wohl in weite Ferne.

Im November wurde Said El Mala erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Auf den ersten Einsatz muss der 19-Jährige allerdings noch warten und möglicherweise noch länger. Denn nach den Worten von Julian Nagelsmann könnte es noch ein wenig mit der nächsten Berufung dauern.

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Eine große Wahl hatte Lukas Kwasniok im Duell gegen den FC Augsburg am Freitagabend nicht. Zumindest fand der Kölner Coach eine eindeutige Erklärung in der fast schon obligatorischen Diskussion um die Einsatzzeit von Said El Mala. „Er hat keinen einzigen Sprint in dieser Trainingswoche ziehen können. 30 Minuten waren das Maximum, das ich vertreten konnte“, sagte Kwasniok nach dem Duell gegen die Fuggerstädter. „Wenn ich ihn heute von Beginn an hätte spielen lassen, wäre er uns weggebrochen. Dann wäre ich nicht mehr glücklich geworden und ihr auch nicht. Wenn ich einen Spieler, der letzte Woche ein Tor und einen Assist gemacht hat, in dieser Woche erst 30 Minuten vor Schluss einwechsele, dann nur, weil ich mich um den Jungen kümmere“, so der Kölner Trainer weiter.

„Es ging nicht um meine Wünsche, sondern um die Medizin“

Gerade nach den Ausfällen in den vergangenen Wochen und Monaten ist man beim FC vorsichtig geworden. Vor allem wenn es um das Supertalent geht. „Es wäre hirnrissig gewesen ihn von Beginn an laufen zu lassen. Wenn er jetzt langfristig ausfallen würde, könnte ich mich in Köln wirklich nicht mehr blicken lassen“, so der Coach. „Er hat im Training keinen Sprint angezogen. Diesen Wunsch konnte ich uns selbst nicht erfüllen. Es ging nicht um meine Wünsche, sondern um die Medizin.“ Wenn es nach den Wünschen des Spielers geht, dann würde El Mala wohl grundsätzlich mehr Einsatzzeit beim FC erhalten. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass der Youngster nicht glücklich mit seiner Einsatzzeit sei. Möglicherweise, weil es auch um den Traum von der WM-Teilnahme geht.

Im vergangenen November hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann den Offensivspieler etwas überraschend in den A-Kader berufen. El Mala reiste bereits nach einem Spiel unverrichteter Dinge ab. Nicht ohne von Nagelsmann eine Hausaufgabe mit auf den Weg zu bekommen: El Mala könne eine Chance erhalten, wenn er denn Stammspieler beim FC sei. Das ist bislang nicht der Fall. „Ich finde, dass er es bei uns im November ordentlich gemacht hat. Es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln“, sagte Nagelsmann im Interview mit dem „Kicker“. „Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig.“

„Es liegt an ihm selbst“

Worte, die Wasser auf den Mühlen der Trainer-Kritiker sein dürften. Die Fans fordern bekanntlich seit Monaten mehr Einsatzzeit für den Youngster, der mit acht Toren und vier Assists der Topscorer der Geißböcke ist. Nagelsmann sieht die Situation aber anders. „Das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet“, so der Bundestrainer. „Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht.“

Tatsächlich hieß es auch auf Kölner Seite in der Vergangenheit schon mal, dass es an der Defensiv-Arbeit hapere. Zuletzt fiel El Mala aber auch durch eine gewisse Eigensinnigkeit auf, die dem ein oder anderen Fan aufstießen. Nun könnte es für den 19-Jährigen mit der WM tatsächlich eng werden. Denn schon im März stehen die nächsten Länderspiele an. Und die Team-Zusammenstellung wird wohl schon viel von der für das Endturnier in den USA, Mexiko und Kanada haben. „Der Kader wird dem, mit dem wir zur WM reisen wollen, schon sehr ähneln. Natürlich kann sich auch danach noch etwas ändern, aber generell ist die Grundidee, dass der März-Kader und das WM-Aufgebot artverwandt sind“, sagt Nagelsmann. „Und dementsprechend werden im März auch schon Rollengespräche geführt, damit ein Spieler auch eine gewisse Zeit hat, sich mit seiner Rolle zu identifizieren.“

Die Rolle beim FC ist für Said El Mala noch nicht so richtig geklärt.


Zu früh? Noch nicht gut genug? Nein! Die DFB-Nominierung hat sich Said El Mala verdient

Said El Mala im DFB-Trikot
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Zu früh? Noch nicht gut genug? Nein! Die DFB-Nominierung hat sich Said El Mala verdient

Die Nominierung von Said El Mala für den A-Kader der deutschen Nationalmannschaft hat ein wenig überrascht. Die Frage, ob die Berufung für den Youngster der Geißböcke zu früh kommt, darf sicherlich gestellt werden. Doch der 19-Jährige hat bisher eben überzeugt beim 1. FC Köln: Said El Mala hat sich die DFB-Nominierung verdient. Ein Kommentar.

Mit seinen 19 Jahren ist der Kölner Shootingstar seit Wochen in aller Munde, sorgt für Diskussionen, bringt aber eben auch Leistung beim 1. FC Köln: Said El Mala hat sich die DFB-Nominierung verdient.

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Die Frage nach Willy Baumgärtner wäre in einer Quizshow vermutlich eine für die höheren Beträge. Die Antwort: Bis heute ist der 1953 verstorbene Berliner der jüngste Nationalspieler, den es für die deutsche Nationalmannschaft je gegeben hat. 17 Jahre war Baumgärtner bei seinem Debüt – übrigens auch Premier der DFB-Auswahl – damals alt. Sein letztes Spiel für Deutschland bestritt der Stürmer ein Jahr später, im Alter von 18 Jahren. Dem Vernehmen nach soll er seine gesamte Fußballer-Karriere vergeblich auf eine weitere Nominierung gewartet haben. Sollte Said El Mala in der kommenden Woche tatsächlich für die A-Nationalmannschaft gegen Luxemburg oder dann die Slowakei zum Einsatz kommen, wäre El Mala der 25-jüngste Nationalspieler Deutschlands. Der erste beim FC seit nahezu sechs Jahren.


Die richtige Entscheidung?

Die Freude ist unter den Kölner Fans natürlich ungeteilt groß. Ob die Nominierung durch Julian Nagelsmann aber zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung ist, wird heftig diskutiert. Da sind die Fans und Experten, die monieren, die Nominierung komme zu früh, El Mala habe noch keine Konstanz im Verein bewiesen, müsse erst einmal seine Leistung bestätigen und befürchten, dass der Youngster verheizt werde. Ein durchaus verständlicher Gedanke. Wie Lukas Kwasniok zu recht anmerkte, gibt es genügend Beispiele von diesen jungen, früh empor gestiegenen Hoffnungsträgern, die besonders hart auf den Boden der Tatsachen geknallt sind. Doch es gibt auch die anderen Beispiele. Jamal Musiala, Florian Wirtz und Lukas Podolski waren bei ihrer ersten Nominierung für den A-Kader jünger als es El Mala jetzt ist.

Auch Mario Götze war gerade einmal 18, als er das erste Mal für die DFB-Elf auflief, bei seinem weltmeisterlichen Final-Treffer 22 Jahre. Die Gegenfrage wird also erlaubt sein: Wären die Spieler erfolgreicher geworden, wenn man sie länger vor der DFB-Auswahl geschützt hätte? Und überhaupt: Wie wird ein junger Spieler überhaupt verheizt? Indem er das gleiche Trainingspensum, die gleichen Einsatzminuten eben nur in einem anderen Trikot absolviert, sicher nicht. Zumal der 19-Jährige wohl bei der U21 ebenfalls Training und Spielzeit bekommen hätte. Die Frage, ob es ein zu jung für die A-Nationalmannschaft gibt, ist in diesem Alter nur schwer zu beantworten. Es gibt Argumente in beide Richtungen.

Anerkennung der bisherigen Leistungen

Vielmehr könnte die Frage also lauten, ob El Mala schon gut genug für die A-Nationalmannschaft ist. Und auch darin scheiden sich die Geister. Immerhin hat der Youngster im vergangenen Jahr noch 3. Liga gespielt, ist beim FC kein Stammspieler und blickt gerade einmal auf neun Bundesliga-Spiele zurück. Doch man kann diese Bedenken auch anders lesen. El Mala hat in neun Bundesliga-Spielen bereits vier Tore geschossen. Ist mit drei Toren und zwei Vorlagen nach Einwechslungen der gefährlichste Joker der Liga. Der Offensivspieler gehört zu den Dribbelkönigen der Liga, ist der beste deutsche Dribbler. Kein anderer Spieler erzeugt im Eins-gegen-Eins so viel Torgefahr. Alle 16 Minuten sucht der Kölner im Schnitt den Abschluss. Warum sollte man dem 19-Jährigen bei so beeindruckenden Zahlen also nicht die Chance geben?

Die Nominierung für die Nationalmannschaft bedeutet nicht, dass der Youngster in seiner Entwicklung schon fertig ist. Sie bedeutet auch nicht, dass der 19-Jährige im kommenden Sommer der große WM-Held für Deutschland werden wird. Genauso wenig, dass El Mala nun der Alleinunterhalten beim FC sein muss. Die Berufung ist vielmehr eine Anerkennung des bisher geleisteten. El Mala hat sich diese verdient. Und ganz nebenbei ist es für den 19-Jährigen die Chance, einen weiteren Schritt seiner Karriere zu gehen. Nageslmann ist bekannt dafür, dass er Dinge ausprobiert, Spieler ein-, Spieler aber auch wieder auslädt. Dass der Bundestrainer nun „immer wieder mal“ U21-Nationalspieler in den Profikader holt, ist für El Mala alles andere als ein Freifahrtschein für weitere Nominierungen. Die wird es geben, wenn er weiter Leistung bringt. Dann wird er auch die Chance auf die WM bekommen. Und auf ein paar Spiele mehr als Willy Baumgärtner.