Auf Schmitz-Patzer folgt Zellers Joker-Tor: Frauen des 1. FC Köln jubeln zum Heim-Abschied spät gegen den HSV

Die Spielerinnen des 1. FC Köln vor dem Duell gegen Leipzig
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Auf Schmitz-Patzer folgt Zellers Joker-Tor: Frauen des 1. FC Köln jubeln zum Heim-Abschied spät gegen den HSV

Die Fußballerinnen des 1. FC Köln haben auch das zweite Heimspiel innerhalb von sieben Tagen gegen einen Gegner aus dem Norden gewonnen: Auf das 3:0 gegen Werder Bremen folgte ein 2:1 (1:0) gegen den HSV: Die Frauen des 1. FC Köln gewinnen gegen den Hamburger SV.

Dora Zeller erzielte spät in der Nachspielzeit den verdienten und umjubelten Siegtreffer für den FC. Zuvor hatte Lisa Schmitz mit einem Patzer den Ausgleich für den HSV ermöglicht.

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Kölns Trainerin Britta Carlson schickte dieselbe Startelf aufs Feld, die sieben Tage zuvor in Müngersdorf einen Gala-Auftritt gegen Bremen (3:0) hinlegte. Die Gäste aus dem Norden wurden bereits am Freitagabend auf dem Hotel-Sofa in Köln den größten Druck im Kampf um den Klassenerhalt los. Da die auf dem ersten Abstiegsplatz stehende SGS Essen beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 verlor, wäre der am rettenden Ufer stehende HSV mit mindestens drei Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis in den letzten Spieltag gegangen. Der Ligaverbleib war damit für den Aufsteiger schon vor dem Anpfiff nahezu greifbar.

Köln die spielbestimmende Mannschaft

Die Kölnerinnen versuchten dem Spiel von Anfang an den Stempel aufzudrücken, kamen dabei allerdings zunächst zu keinen gefährlichen Aktionen rund um den Hamburger Strafraum. Die Gäste wiederum spielten forsch mit, holten einer Vielzahl ruhender Bälle im Angriffsdrittel heraus, aus denen sie aber kein Kapital schlagen konnten. Ein flacher Distanzschuss von Anna-Lena Stolze vom Sechzehner genau in die Arme von Hamburgs Torfrau Lea Paulick war die beste Offensiv-Aktion der Anfangsphase (18.). Kurz danach hätte Lydia Andrade jedoch zwingend die Kölner Führung erzielen müssen. Eine Hamburgerin rutschte im Mittelkreis im Zweikampf mit Andrade aus und die Kölner Stürmerin konnte unbedrängt aufs HSV-Tor zulaufen. Der Schweizerin versagten aber offenbar die Nerven, sodass ihr Flach-Schuss genau in den Beinen von Paulick landete (23.).

Die Kölnerinnen waren mittlerweile die spielbestimmende Mannschaft – und Andrade machte ihren Aussetzer kurz danach wett. Laura Vogt köpfte in den Lauf von Stolze, die den Ball an Hamburgs Torfrau vorbeilegte, Andrade drückte ihn mühelos über die Linie zum 1:0 (30.). Die Kölner Überlegenheit war auch nach der Halbzeit sichtbar, allerdings entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen Unterbrechungen und gelben Karten auf beiden Seiten. Den 1895 Zuschauern im Franz-Kremer-Stadion boten sich derweil kaum gefährliche Aktionen in den beiden Strafräumen.

Spätes Tor verhilft zum Dreier

Pauline Bremer ließ das eigentlich sichere 2:0 liegen, als sie – analog zu Andrade in der ersten Hälfte – frei aufs Tor zulief, aber ebenfalls mit ihrem Schuss an Paulick scheiterte und auch bei den Nachsetzern an der Hamburger Keeperin hängenblieb (67.). Und das Pech blieb der Stürmerin treu: Nach Zuspiel von Laura Vogt flog Bremers Schuss knapp am Hamburger Tor vorbei (74.). Die Gäste wurden in der Schlussphase bissiger, was sich nicht nur in einem Platzverweis eines Hamburger Betreuers auf der Ersatzbank widerspiegelte (78.). Ein Patzer von Lisa Schmitz bescherte dem HSV schließlich den Ausgleich. Kölns Torfrau segelte unter einem Freistoß von Mia Büchele aus dem Mittelfeld durch und Annaleen Böhler köpfte mühelos zum 1:1 am langen Pfosten ein (83.).

Als alles nach einer Punkteteilung und dem damit verbundenen sicheren Klassenerhalt des HSV aussah, schlug der FC nochmals zu. Pauline Bremer setzte sich auf dem linken Flügel durch und legte die Kugel ins Zentrum. Die eingewechselte Dora Zeller traf aus der Drehung mit Wucht in den Winkel zum 2:1 (90.+7). Über die gesamte Spieldauer war der Heimsieg für die Gastgeberinnen komplett verdient. Nach dem Schlusspfiff wurde es besonders emotional, als mit Adriana Achcinska, Sara Agrez, Sylwia Matysik, Aurora Mikalsen und Martyna Wiankowska fünf Spielerinnen vom Vizepräsidenten Ulf Sobek und Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball, verabschiedet wurden.

Die Saison endet für die FC-Frauen nächste Woche Sonntag (14 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim als Absteiger feststehenden Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena.

1. FC Köln: Schmitz – Imping (66. Wiankowska), Degen, Hegering, Agrez (90. Hasenauer), Jessen – Vogt, Bohnen – Bremer, Andrade (75. Zeller), Stolze (46. Achcinska). Tore: 1:0 Andrade (30.), 1:1 Böhler (83.), 2:1 Zeller (90.+7). Zuschauer: 1895.

„Werden mit dem bestmöglichen Team auflaufen“ – Die Frauen des 1. FC Köln möchten auch das letzte Heimspiel der Saison gewinnen

Frauen des 1. FC Köln
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„Werden mit dem bestmöglichen Team auflaufen“ – Die Frauen des 1. FC Köln möchten auch das letzte Heimspiel der Saison gewinnen

Nach dem Highlightspiel des vergangenen Wochenendes folgt nun direkt das nächste Heimspiel. Vor den Augen der über 30.000 Fans bezwangen die FC-Frauen den SV Werder Bremen mit 3:0. Damit stehen sie bei noch zwei verbleibenden Spielen auf Rang acht mit 16 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und 17 Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz. Am Samstag spielen die Frauen des 1. FC Köln gegen Hamburg.

Für Britta Carlson kein Grund, das Spiel gegen den HSV auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Frauen des 1. FC Köln möchten sich erfolgreich aus der Saison verabschieden.

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Während es für die Kölnerinnen tabellarisch um nicht wirklich viel geht, kämpfen die Damen des HSV um den Klassenerhalt. Mit drei Punkten Vorsprung auf die SGS Essen stehen die Hamburgerinnen knapp auf dem rettenden Ufer. „Gerade für den HSV geht es ja noch um ganz viel. Sie kämpfen um den Klassenerhalt und deswegen werden wir auch wieder mit allem was wir haben, auflaufen“, stellte Carlson klar. Man wolle sein Spiel durchziehen anstatt extra junge oder bisher weniger häufig zum Zug gekommene Spielerinnen einzusetzen. Die FC-Frauen haben vor, das Spiel so ernst anzugehen, wie jede andere Partie auch, um sich erfolgreich vom heimischen Publikum zu verabschieden.

Die gute Leistung bestätigen 

Der Heimsieg gegen Bremen am vorherigen Spieltag dürfte dafür sicherlich Motivation genug sein. „Das Highlightspiel gibt auch noch mal ein bisschen Auftrieb und man sieht einfach, was in der Mannschaft steckt. Die paar Prozente mehr, die vielleicht die Kulisse gebracht haben, werden auch wieder da sein.“, stellte Carlson in Aussicht. Das vergangene Wochenende scheint die Truppe zu beflügeln. „Es war einfach ein ganz schöner Rahmen. Man merkt die ganze Woche, wie die Freude auch im Training noch da ist. Wir sind ein gutes Team und eine gute Einheit und jetzt geht es darum, diese Freude auch auf den Platz zu bringen“, sagte die Cheftrainerin.

Das Hinspiel konnten die Domstädterinnen mit 4:1 für sich entscheiden. Laut Carlson spiegelt dieses Ergebnis aber nicht die Qualität des Gegners wider. „Das Hinspiel ist natürlich sehr gut für uns gelaufen und war ein deutlicher Sieg. So eindeutig war das Spiel aber nicht. Wir hatten sehr gute Umschaltmomente, die wir gut zu Ende gespielt haben und waren sehr effizient. Aber auch da hat man schon gesehen, dass der HSV uns zwischendurch echt gefordert hat. Ein 4:1 war das glaube ich nicht“, ordnete Carlson das Hinspiel ein. Und auch in den letzten Spielen erkennt die gebürtige Kielerin eine Steigerung bei den Hanseatinnen.

Denn Hamburg habe immer gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht belohnt. Auch gegen Union sei es so gewesen, dass sie sich viele Chancen erspielt hätten, aber dann die Effizienz vor dem Tor gefehlt habe. Somit erwarte Calson einen Gegner, welcher dem Team alles abverlangen werde, um nochmal zu punkten. Zumal die Hamburgerinnen am letzten Spieltag der Saison auf den FC Bayern München treffen.

Wiedersehen alter (Un)bekannter

Seit wenigen Wochen steht bei den HSV-Frauen Rodolfo Cardoso an der Seitenlinie. Der Argentinier hat genau wie Carlson eine Vergangenheit als Spieler des HSV und das sogar größtenteils zur selben Zeit. „Wir lagen öfter mal beide auf der Pritsche beim Physio Hermann Rieger, aber da wird er sich wahrscheinlich eher nicht dran erinnern, aber unbewusst oder bewusst kennen wir uns ein bisschen“, erinnert sich die 48-Jährige. 

Nahezu volle Kapelle 

Für das Spiel gegen ihren Ex-Verein muss die Kielerin weiterhin auf Laura Feiersinger verzichten. Die Österreicherin befindet sich zwar auf einem guten Weg, fällt jedoch weiterhin aus. Anna Gerhard hat nach wie vor mit muskulären Problemen zu kämpfen. Merle Hokamp macht währenddessen gute Fortschritte in der Reha. Zusätzlich konnte Sylwia Matysik erstmals seit ihrer Verletzung im Februar vollständig am Mannschaftstraining teilnehmen. Somit können die Kölnerinnen fast aus dem Vollen schöpfen. Ob das dann für die nächsten drei Punkte reicht, wird sich am Samstagmittag im Franz-Kremer-Stadion zeigen. Anstoß ist um 12 Uhr.