Was lange währt… Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler

Thomas Kessler soll Sportdirektor beim 1. FC Köln bleiben
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Was lange währt… Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler

Nun ist es amtlich: Thomas Kessler ist der neue Geschäftsführer Sport der Geißböcke. Und der 40-Jährige hat mit seinen bisherigen Entscheidungen einen guten Eindruck hinterlassen. Doch der Erfolg wird am Ende am Abschneiden der Mannschaft gemessen beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler.

Seit Mai letzten Jahres leitet der ehemalige Kölner Torhüter als Sportdirektor die Geschicke des Vereins. Seine Aufgabe hat der 40-Jährige bisher gut gemeistert. Die Beförderung scheint also folgerichtig, sie scheint logisch. Nun kann sich der Blick nach vorne richten – und schwere Aufgaben stehen bevor beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler.

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Was lange währt, soll ja bekanntlich gut werden. Auf die angekündigte Beförderung von Thomas Kessler mussten die FC-Fans einige Monate warten. Im September hatte der neue Vorstand um Präsident Jörn Stobbe erklärt, den Sportdirektor mit dem Posten des Geschäftsführers Sport ausstatten zu wollen. Knapp vier Monate später wurde die Ankündigung in die Tat umgesetzt. „Kess“ ist nun gesamtverantwortlich für die sportlichen Entscheidungen im Club. Dass sich das Prozedere so lange hingezogen hat, hatte Gründe – dem Vernehmen nach finanzielle, strategische, inhaltliche. Am Ende gab es die erwartbare Einigung. Erwartbar ja, aber eine, für die lange verhandelt wurde. Und dennoch scheint die Beförderung des bisherigen Sportdirektors eine folgerichtige, eine logische zu sein.

Starke Transfers im Sommer

Und das sicher nicht, weil Kessler wie kaum ein anderer die FC-DNA in sich trägt. Kessler hat durchaus einen beachtlichen Werdegang bei den Geißböcken hingelegt. Vom Nachwuchskicker, zum Profi, bis nun hin zum Geschäftsführer. Wenn der 40-Jährige im vereinseigenen Interview erklärt, wie er schon als Kind davon träumte, irgendwann mal am Geißbockheim die Schuhe zu schnüren, dann hat das viel Emotionales, aber eben auch viel Romantisches. Nur ist Romantik sicher kein Kriterium für eine Beförderung in einen Wirtschaftsunternehmen. Es ist sicherlich nicht schlecht, dass der gebürtige Kölner weiß, wie der Verein tickt. Denn der FC tickt anders und auch daran ist sein Vorgänger gescheitert. Auf der anderen Seite gibt es aber auch genug Namen mit ähnlichen Vereinsgeschichten, die sich im Nachhinein nicht als die besten in ihrem Amt erwiesen haben.

Kessler scheint die richtige Wahl zu sein, weil der 40-Jährige in den acht Monaten seiner Amtszeit zahlreiche wichtige und offenbar auch richtige Entscheidungen getroffen hat. Schon die Installation von Friedhelm Funkel brachte das erhoffte Ziel, den sicheren Aufstieg. Im Sommer verpflichtete Kessler Spieler wie Jakub Kaminski, Rav van den Berg oder Isak Johannesson, die das Potenzial und auch das Alter haben, dem FC sportlich, aber auch wirtschaftlich weiterzuhelfen. Er stattete interessante Spieler mit einer Kaufoption aus, ist aber nicht gezwungen, diese bei nicht funktionierenden Akteuren dann auch zu ziehen. Die Vertragsverlängerung von Said El Mala (ohne Ausstiegsklausel) – könnte sich zum absoluten Masterpiece entwickeln.

Eine starke Duftmarke

Zudem schreckt der 40-Jährige ganz offensichtlich nicht vor harten Entscheidungen zurück. Spieler wie Max Finkgräfe oder Damion Downs ließ der damalige Sportdirektor ziehen, um gleichzeitig wieder zu investieren, dem Kader, der in der Vorsaison ehrlich gesagt um den Aufstieg viel zu lange zitterte, ein neues Gesicht zu verleihen. Auch die Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey erweist sich bislang als genau die richtige. Eine solche Entwicklung war jedenfalls nicht abzusehen. Natürlich ist auch ein Kessler nicht fehlerfrei, natürlich funktionieren nicht alle Neuzugänge. Dennoch hat der neue Geschäftsführer Sport bislang sehr große Spuren hinterlassen.

Doch mit der Beförderung wird der Blick auch nach vorne gerichtet. Kessler steht vor wichtigen, vielleicht schwierigen Aufgaben. Zahlreiche Verträge laufen etwa im kommenden Sommer aus. Ein jeder bringt eine andere Hintergrundgeschichte mit. Bei dem Leistungsträger wird Verhandlungsgeschick gefordert sein, den Spieler an den Verein zu binden. Bei dem altgedienten Routinier die feinfühlige Tonlage, wenn die Zeichen auf Trennung stehen sollten und bei dem Youngster muss die richtige Perspektive für eine gemeinsame Zukunft aufgezeigt werden. Der Kaderumbruch ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen, wird weiter vorangetrieben werden müssen.

Ganz sicher wird Kessler den Verein auf seinem Weg auch durch unruhige Wasser führen müssen – es ist nun mal der 1. FC Köln. Nun hat er vom Vorstand das Vertrauen ausgesprochen bekommen, dass er genau das kann, dass er den FC stabil in der Bundesliga hält. Die Beförderung scheint also folgerichtig, sie scheint logisch. Bekanntlich wird aber auch der Erfolg des Geschäftsführers Sport am Abschneiden der Mannschaft gemessen. Erst dann wird sich zeigen, ob das, was lange währt, auch wirklich gut wird.

Der Vorstand benennt den Beirat des 1. FC Köln – Noch keine Beförderung für Thomas Kessler

Das Präsidium des 1. FC Köln auf der Pressekonferenz am 1. Dezember
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Der Vorstand benennt den Beirat des 1. FC Köln – Noch keine Beförderung für Thomas Kessler

Auf einer Pressekonferenz hat das Präsidium am Montagnachmittag die ersten Schritte ihrer Arbeit erklärt. Der Vorstand des 1. FC Köln informiert dabei über den neuen Beirat und Thomas Kessler. Der Sportdirektor muss auf eine Beförderung noch warten.

Seit zwei Monaten ist das neue Präsidium nun im Amt. Und am Montag hat es über die ersten Wochen berichtet. Der Vorstand des 1. FC Köln informiert über Beirat und Sportdirektor Thomas Kessler.

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Nach gut zwei Monaten hat sich am Montagmittag das neue Präsidium des 1. FC Köln erstmals offiziell Fragen der anwesenden Journalisten gestellt und gleichzeitig über die ersten Arbeitsschritte seit Amtsantritt informiert. Darunter fiel auch die Bestimmung des neuen Beirats. Als Vorsitzender schlug Präsident Jörn Stobbe Dr. Klaus Behrenbeck vor. Dieser muss allerdings per Wahl noch bestätigt werden. Dann würde Behrenbeck als siebtes Mitglieder Teil des Geimsamen Ausschusses werden. „Ich bedanke mich bei allen Beiratsmitglieder für die Vergangenheit und die geleistete Arbeit. Das war sehr wertvoll. Wir haben uns dann aber ein paar Kriterien überlegt“, sagt Stobbe. „Dazu gehört nicht eine gewisse Fußball- oder FC-Affinität. Dazu gehören die Themen Wirtschaft, Sport, soziales und politisches Engagement und Wissenschaft. Anhand der Kriterien haben wir mit vielen Kandidaten gesprochen.“

Die 15 Mitglieder des Beirats

Nach den Gesprächen wurde der Beirat bestimmt. Neben Behrenbeck sind auch Torsten Burmester (Oberbürgermeister Köln), Klaus Dohle (Geschäftsführer Dohle Handelsgruppe), Stephan Engels (Vertreter Club der Legenden), Andreas Feicht (Vorstandsvorsitzender RheinEnergieAG), Maike Klon (Teammanagerin DFB), Christina Marx (Geschäftsleitung Aktion Mensch), Miriam Mertens (CEO Deep Skills), Michael Mronz (IOC-Mitglied), Lionel Souque (Vorstandsvorsitzender REWE), Dr. Martina Rudy (Managementberaterin), Ulrich Voigt (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Köln/Bonn), Klaus Werner (Geschäftsführer Telekom Deutschland), Prof. Dr. Jürgen Weigand (WHU) und Helga Wolf (Engagiertes Mitglied mit Fokus auf Mitglieder- und Fanthemen) benannt.

Zudem hat der Vorstand auch den Stiftungsvorstand neu besetzt. Dieses Amt übernimmt nun Vize-Präsident Jörg Alvermann. Auch Ex-Präsident Werner Wolf bleibt dem Stiftungsvorstand erhalten. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Werner Wolf und dem großartigen Stiftungsteam das gemeinnützige Engagement unseres FC noch weiter auszubauen. Zu diesem Zweck möchten wir in Kürze die Stiftungsgremien auch noch weiter verstärken“, sagte Alvermann.

Noch keine Beförderung für Thomas Kessler

Keine Neuigkeiten gab es dagegen in Bezug auf Thomas Kessler. Im Wahlkampf im Vorfeld der Präsidiumswahl war immer wieder über eine Beförderung gesprochen worden. Kessler solle demnach als Geschäftsführer Sport fungieren. „Direkt nach Amtsübergabe haben wir uns intensiv mit dem Geschäftsführer ausgetauscht und haben für uns erst einmal festgelegt, dass die dringlichen strukturellen Themen erst einmal im Vordergrund stehen“, sagte Sobek. In den „sehr guten, wertschätzenden“ Gesprächen sei es um die künftige sportliche Ausrichtung, die Scoutingabteilung gegangen. „Thomas steht wie kein anderer hier beim FC mit seiner Leidenschaft und seiner Fachkompetenz und seinem Fachwissen für den FC. Wir sind da in sehr sehr guten Gesprächen. Wir haben mit Thomas und Lukas Berg Personen, die gute Ideen in den Verein einbringen.“

Stobbe ergänzte, dass man „genau die richtigen Leute am richtigen Platz, zur richtigen Zeit“ habe. Zu den Verträgen wollte der Vorstand noch nicht genauer eingehen. „Wir haben für die aktuelle Zeit einen sehr guten Austausch. Wir sind da auf einem sehr guten Weg. Aber nicht so, dass wir irgendetwas verkünden können“, sagte Sobek und erklärte zudem, dass eine Beförderung nicht an einen sportlichen Erfolg wie etwa den Klassenerhalt geknüpft ist. „Wir werden da schon sehr zeitnah weitere Gespräche führen und wir hoffen da nicht, dass es von einer sportlichen Situation abhängig wird, dass man eine strategische Entscheidung trifft“, so Sobek weiter. „Wir wollen da auch nicht getrieben werden.“