Das Geißbockheim des 1. FC Köln mit Trainingsplatz
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Satellitenplätze statt Gleueler Wiese: Stadtrat ebnet dem 1. FC Köln den Weg

Es war eine der meistdiskutierten Fragen der vergangenen Monate in Köln — jetzt hat der Stadtrat eine Antwort geliefert. Mit einer Mehrheit hat das Gremium am Donnerstag beschlossen, dem Effzeh den Bau von drei neuen Trainingsplätzen in der Nachbarschaft des Geißbockheims zu ermöglichen. Voraussetzung ist eine positive Prüfung durch die Stadtverwaltung für den 1. FC Köln: Stadtrat stimmt für drei Satellitenplätze.

„Heute beschließen wir etwas, das mehr als überfällig ist“, hatte SPD-Sportpolitiker Oliver Seeck vor der Abstimmung gesagt. Er sollte recht behalten. Nun sollen drei bestehende Flächen zu vollwertigen Trainingsplätzen umgebaut werden: der Ascheplatz „Eichenkreuzanlage“, der FC-Platz zwei auf dem Vereinsgelände sowie die sogenannte Kampfbahn am Fort Deckstein. Geplant sind Kunst- oder Hybridrasen, Drainagen, Flutlichtanlagen und Kabinen. Die Kosten trägt vollständig der 1. FC Köln.

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Mit dem Beschluss ist der 1. FC Köln nicht länger auf seinen ursprünglichen Plan angewiesen, der drei neue Trainingsplätze auf der Gleueler Wiese vorsah. Dieser Plan ist seit 2020 Teil eines laufenden Gerichtsverfahrens — das Oberverwaltungsgericht Münster will am 14. August über die Gültigkeit des damaligen Bebauungsplans entscheiden. Eine politische Mehrheit für den dazu notwendigen Pachtvertrag gibt es im Stadtrat ohnehin nicht. „Wir begrüßen den heutigen Beschluss des Kölner Stadtrats. Nach jahrelanger Blockade hat der Rat heute ein starkes Signal gesendet und ganz klar für den Sport in Köln gestimmt – und zwar ausdrücklich für den Spitzen- wie für den Breitensport gleichermaßen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die diesem lösungsorientierten Weg zugestimmt haben. Es zeichnet einen guten demokratischen Prozess aus, dass hier im Sinne der Sache auch mit wechselnden Mehrheiten hart, aber konstruktiv um die beste Perspektive gerungen wurde“, so FC-Präsident Jörn Stobbe. „Nach diesem eindeutigen politischen Auftrag ist nun die Stadtverwaltung gefordert. Sobald die Genehmigungen vorliegen, starten wir umgehend mit der Umsetzung. Das war heute ein guter Tag, aber wirklich etwas zu feiern gibt es erst, wenn wir zur Tat schreiten können.“

Allerdings gibt es beim FC-Platz zwei einen juristischen Fallstrick: Die Fläche ist im Bebauungsplan von 2020 als Ausgleichsfläche für die ursprünglich geplanten Trainingsplätze auf der Gleueler Wiese ausgewiesen. Sollte das OVG am 14. August entscheiden, dass dieser Plan wirksam wird, müsste die Verwaltung prüfen, ob dort überhaupt ein Fußballplatz entstehen darf.

Breitensport bleibt berücksichtigt

Ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen war die Frage, wie der Breitensport künftig auf den Flächen spielen kann. Der ursprüngliche SPD-Antrag sah feste Nutzungszeiten vor — wochentags ab 19.30 Uhr, am Wochenende nach Verfügbarkeit. Das sorgte bei der DJK Südwest und Ballfieber Colonia für Unmut. Im finalen Beschluss wurden die konkreten Uhrzeiten gestrichen. Stattdessen sollen die Nutzungszeiten in späteren Vereinbarungen geregelt werden. CDU-Politiker Eric Haeming betonte, die Lösung berücksichtige ausdrücklich die Bedürfnisse des Breitensports.

Für die DJK Südwest ist außerdem eine Modernisierung der Sportanlage Weiden für sieben Millionen Euro vorgesehen. Ballfieber Colonia soll auf der Kampfbahn eine eigene Naturrasen-Teilfläche für den Kinder- und Jugendfußball erhalten.

Grüne und Volt bleiben außen vor

Die Mehrheit stand, doch zwei Fraktionen verweigerten ihre Zustimmung. Die Grünen hätten den Umbau des Ascheplatzes und des FC-Platzes zwei mitgetragen — bei der Kampfbahn zogen sie eine klare Linie. Aus Klimaschutzgründen sei die Fläche tabu, so Fraktionschefin Christiane Martin, die zudem an eine frühere Abmachung erinnerte: Das damalige Ratsbündnis hatte den Weg für das neue Leistungszentrum nur freigegeben, weil Gleueler Wiese und Kampfbahn unangetastet bleiben sollten. Daran wollen die Grünen festhalten. Volt sah das ähnlich — allerdings aus einem anderen Grund. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sergen Belen gab zu bedenken, der 1. FC Köln könnte die Satellitenplatzlösung akzeptieren und dennoch weiter auf die Gleueler Wiese drängen.

Leistungszentrum kommt 2027

Parallel läuft der zweite große Baustein der FC-Pläne. Der Verein hatte Anfang Juni angekündigt, im kommenden Jahr mit dem Bau des neuen Leistungszentrums für 50 bis 60 Millionen Euro zu beginnen. Es entsteht auf einem Fußballplatz neben dem Franz-Kremer-Stadion. Die Satellitenplätze wären der zweite Schritt — und der ist nun politisch auf den Weg gebracht.


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