Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

René Wagner vom 1. FC Köln
,
Startseite » Profis

Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

In drei Spielen unter René Wagner haben die Kölner nun gepunktet und mit dem Remis am Freitagabend den Abstand auf den Relegationsplatz gehalten. Eigentlich eine gute Nachricht mit Blick auf den Klassenerhalt, doch die Geißböcke spielten eher wie ein Absteiger: Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln bei St. Pauli.

Eigentlich wollte der FC am 30. Spieltag den Erhalt der Klasse schon nahezu besiegeln und sich einen soliden Acht-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Aber weit gefehlt. Am Ende der Partie gegen St. Pauli dürfen die Kölner sich sogar über einen eingefahrenen Punkt noch freuen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

„Europa wir kommen“, heißt die aktuelle Folge des Podcasts von Jonas Hector und Fabian Köster, in der sich die beiden FC-Verbundenen zu Beginn der vergangenen Woche über eine Rechnung amüsiert haben, nach der die Kölner nur drei Punkte vom internationalen Geschäft entfernt seien. Tatsächlich eine skurrile Vorstellung, nachdem sich der Club vor lauter Abstiegsangst vor gerade einmal vier Wochen vom Trainer trennte. Sollte es wirklich Optimisten geben, die diese Rechnung ernsthaft aufmachen wollten, so dürften diese spätestens am Freitagabend ihre Europa-Rechenschieber wieder in der Schublade verstaut haben. Und das nicht etwa, weil Mainz in der Conference League doch scheiterte und damit ein wichtiger Faktor dieser Rechnung wegfällt. Vielmehr, weil der FC im Duell beim FC St. Pauli eindrucksvoll bewiesen hat, dass er vielleicht doch noch nicht so weit ist, wie es die Euphorie rund ums Geißbockheim zuvor vermuten ließ.

Schwacher Auftritt

Die Bilanz des neuen Trainers ist zweifellos eine ordentliche. Immerhin haben die Kölner seit dem Ende von Lukas Kwasniok in Köln kein Spiel verloren. Doch auch die Stellschrauben von René Wagner haben ganz offensichtlich Grenzen. Wie schon unter Kwasniok des Öfteren tat sich Köln am Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten ungewohnt schwer. Einen Konkurrenten, der bislang nicht durch die ganz große Torgefahr aufgefallen ist und auch gegen Köln über weite Strecken harmlos war. Nur waren die Kölner am Ende noch harmloser und hätten sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Nicht umsonst sprach Kapitän Marvin Schwäbe von einer der schlechteren Spiele, die er beim FC erlebt habe. In den meisten relevanten Statistiken waren die Kiezkicker sogar besser. Nur hat Wagner offenbar das unter Kwasniok abhanden gekommene Spielglück wieder für die Kölner entdeckt. Eine einzige Aktion in den Schlussminuten veränderte das Spiel, vor allem das Ergebnis, so dass der Vorsprung vor den Relegationsplätzen einigermaßen komfortabel erscheint.

Einigermaßen, denn mit Leverkusen kommt am 31. Spieltag eine Mannschaft nach Köln, gegen die der FC seit 2019 vor eigenem Publikum nicht mehr gewonnen hat und die nach dem schwachen Auftritt gegen Augsburg um den sicher geglaubten Champions-League-Platz bangen muss und dementsprechend kämpfen dürfte. Sollte der FC verlieren und Pauli gegen das Tabellenschlusslicht aus Heidenheim gleichzeitig gewinnen, dann betrüge der Vorsprung der Kölner eben nur noch zwei Punkte. Auch das ist natürlich spekulativ. Nur ist ein Eintreten dieses Szenarios doch deutlich realistischer und die Folge kann am Ende dramatischer sein. Der Druck dürfte dann zumindest noch einmal steigen. Und die Leistung von Freitag dürfte die ein oder andere Alarmglocke schrillen lassen. Im Gegensatz zu „hat Europa verpasst“ ist „hat den Klassenerhalt verpasst“ jedenfalls das weitaus schlimmere Übel.

Fakt ist: Rein nach dem Papier haben Wolfsburg und St. Pauli am Ende des Tages das leichtere Restprogramm. Das Gute: Die Kölner haben mit einem guten Polster alles weiter in der eigenen Hand. Doch René Wagner tut gut daran, möglichst schnell die richtigen Stellschrauben für das Saisonfinale zu finden. Es wäre ziemlich katastrophal, wenn schon bald eine Podcast-Folge „2. Liga, wir kommen“ heißen würde.


Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Mets erzielt die Führung für den FC St. Pauli
,
Startseite » Profis

Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Haben die Geißböcke ihre alte Schwäche bei Standards überwunden, oder droht ihnen im Saisonfinale ein Déjà-vu? Das Spiel gegen St. Pauli hat gezeigt, wie anfällig die Defensive des 1. FC Köln bei ruhenden Bällen noch immer sein kann: Ist die Standard-Schwäche zurückgekehrt?

Der 1. FC Köln hat den Abstand in der Tabelle gewahrt, doch die Analyse des Spiels beim FC St. Pauli fällt nüchtern aus. Vor allem bei Standards offenbarten die Geißböcke erneut Probleme, die eigentlich schon überwunden schienen. Droht im Saisonendspurt die Rückkehr alter Schwächen, oder war der Auftritt gegen die Hamburger ein Sonderfall? Im Spiel selbst deutete sich die Gefahr bei ruhenden Bällen von Beginn an an.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Sportdirektor Thomas Kessler zeigte sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft gegen St. Pauli ehrlich: „Wir haben den Abstand gehalten. Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“. Auch Kessler ist nicht entgangen, dass die Domstädter vor allem nach ruhenden Bällen eklatante Probleme bekamen. Nach dem Gastspiel am Millerntor stellt sich die Frage, ob die Geißböcke unter der Regie von René Wagner im Saisonfinale wieder in alte Fehlermuster zurückfallen. Oder noch drastischer: Kehrt die Standardgegentor-Seuche beim 1. FC Köln zurück?

Gegentreffer mit Ankündigung

Die Hausherren strahlten während des gesamten Spiels insbesondere dann Gefahr vor dem Tor von Marvin Schwäbe aus, wenn es ihnen gelang, eine ihrer insgesamt acht Ecken zu erzwingen. Bereits nach 12 Minuten hätte es 1:0 stehen können, als Pauli-Stürmer Andreas Hountondji im Fünfmeterraum nach einer verlängerten Ecke völlig frei vor Schwäbe an den Ball kam. Houtondji bekam allerdings keinen Druck hinter die Kugel, seine Gelegenheit verpuffte. Der Franzose hatte im Vorfeld keine Probleme, sich von den Gegenspielern Jan Thielmann und Ragnar Ache, die durch die Verlängerung der Ecke über Pauli-Spieler Tomoya Ando aus dem Spiel genommen wurden, freizuspielen.

Bis zur 69. Minute dauerte es, bis die Kiezkicker die Zuordnungsfehler der Kölner Defensive bei Standards schließlich ausnutzten. Topscorer Daniel Sinanis Hereingabe erreichte Zielspieler Hauke Wahl am zweiten Pfosten. Eric Martels Ziehen und Zerren hinderte ihn nicht an der perfekten Vorlage für Karol Mets, der mit einem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern keine Blöße gab. Zuvor gelang es gleich drei St. Paulianern, sich in der Gefahrenzone direkt vor Schwäbes Tor zu lösen: Houtondji, Arkadiusz Pyrka und eben Mets erhielten lediglich Begleitschutz von Isak Johannesson, Jahmai Simpson-Pusey sowie Felipe Chavez, die allesamt durch den Kniff der verlängerten Ecke erneut die Bindung zum Gegner verloren.

Standard-Schwäche gegen St. Pauli? Nicht nur ein FC-Problem

Ist der Auftritt in Hamburg nun Grund zur Sorge hinsichtlich der eigentlich begrabenen Standardschwäche Kölns? Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund sinnvoll beantworten, dass die Geißböcke gegen die „Boys in Brown“ mit den Standard-Königen der Liga zu tun bekamen. Der FC St. Pauli erzielte zwölf von 26 Saisontoren nach ruhenden Bällen, mit einem Anteil von 46 Prozent die meisten in der Liga. Der FC war hingegen bislang erst siebenmal durch Standards erfolgreich; nur zwei Teams in der Liga trafen dadurch seltener.

Und so deutlich das Spiel von St. Pauli mögliche defensive Schwachpunkte aufgezeigt hat, so ungefährlich spielten sich die Versuche in der Offensive ab. Wagners Plan bestand augenscheinlich darin, Said El Mala auf dem zweiten Pfosten einzusetzen, der die Kugel wiederum ins Zentrum befördern sollte (so gesehen bei Mets Führungstreffer). Das aufgeräumte Defensivverhalten der Gastgeber machte es dem Teenager jedoch sehr schwer, diese Variante vom Taktikbrett auf den Rasen zu bringen.

Wie schwer fallen Ecken ins Gewicht?

Angesichts der Punkteteilung gegen die Standardspezialisten aus der Hansestadt wäre es vermessen zu urteilen, die Geißböcke seien beim Thema Standards wieder auf dem Stand von Januar. Zumal Ecken in der laufenden Bundesligasaison statistisch geringer ins Gewicht fallen, als man vielleicht annehmen würde. Im Schnitt landet nur jeder 33. Eckball im Tor. Und dennoch wird Wagner vor dem kommenden Duell gegen Bayer Leverkusen mit seinem Team sicherlich einen besonderen Fokus auf die Verteidigung von Eckbällen legen. Denn die Leverkusener haben sich in der bisherigen Saison bereits 164 Chancen durch Ecken erspielt. Nur Hoffenheim und die Bayern können mehr vorweisen. Es bleibt abzuwarten, ob Köln aus dem Aufeinandertreffen mit St. Pauli die richtigen Schlüsse gezogen hat oder ob im Nachbarschaftsduell erneut Panik nach ruhenden Bällen ausbricht.


Nach Ache-Schock: René Wagner steht beim 1. FC Köln vor einer besonders komplizierten Stürmer-Suche

Ragnar Ache wird dem FC fehlen
,
Startseite » Profis

Nach Ache-Schock: René Wagner steht beim 1. FC Köln vor einer besonders komplizierten Stürmer-Suche

Ausgerechnet zum Saisonfinale muss der FC auf seinen Mittelstürmer verzichten. Der Angreifer erzielte 2026 bereits sechs Tore. Und daraus ergibt sich eine Baustelle beim 1. FC Köln: René Wagner und die Suche nach dem Ache-Ersatz.

Sechs Tore erzielte Ragnar Ache im Jahr 2026. Der Ausfall schmerzt aber auch, weil aktuell das Spiel auf den Wandspieler zugeschnitten ist. Nun muss René Wagner eine Alternative finden.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Die Szene ließ schon nichts Gutes verheißen. Ragnar Ache griff sich zunächst an den Oberschenkel, spielte noch einen Ball und als die Aktion gerade weiterlief, signalisierte der Stürmer bereits, dass die Begegnung für ihn beendet sei. Und keine 24 Stunden später folgte die bittere Bestätigung. Ragnar Ache wird den Geißböcken mehrere Wochen, vermutlich bis zum Saisonende fehlen. Ein herber Verlust – und das aus mehreren Gründen. Der 27-Jährige spielt eine starke Rückrunde. Sechs seiner sieben Saisontore erzielte der Angreifer in diesem Jahr. Gemeinsam mit Jakub Kaminski und Said El Mala ist Ache eine Art Lebensversicherung der Kölner. Insgesamt waren die drei Offensivakteure an 39 FC-Toren beteiligt – Ache mit einem besonders schönen. Der gebürtige Frankfurter legte mit seinem sensationellen Fallrückzieher gegen die TSG Hoffenheim im Februar die Latte zur Wahl zum Tor des Jahres schon einmal extrem hoch.

Bülter die Alternative?

Vor allem aber war in den vergangenen Wochen das Spiel auf Ache zugeschnitten. Die Kölner Defensive suchte den Mittelstürmer immer wieder als Wandspieler, als erste Anspielstation. Gegen St. Pauli wollte das nicht so recht gelingen, aber in der Regel verlängerte Ache die Kugel, machte sie fest oder legte ab. Dann ging es meist schnell mit einem Ball in die Tiefe ins Schlussdrittel. René Wagner muss nun also eine Alternative finden. Die naheliegendste Variante heißt Marius Bülter. Allerdings sucht der 33-Jährige seit Wochen seine Form, hat seit November vergangenen Jahres nicht mehr getroffen. Tatsächlich gehört der Routinier mit 28 Einsätzen zu den Spielern mit den meisten Begegnungen in dieser Saison, allerdings stand Bülter nur 14 Mal in der Startelf und das gerade zu Saisonbeginn. Vor allem aber ist der Offensivspieler eigentlich auf den Außen zu Hause. Bülter kann auch Mittelstürmer spielen, tat das auch für den FC meist, verkörpert aber eine andere Art Stürmer als Ache. Als großer Wandspieler ist der Angreifer zuletzt jedenfalls nicht aufgefallen.

Das gilt natürlich auch für Luca Waldschmidt. Der gebürtige Siegener wurde zuletzt von René Wagner über den grünen Klee gelobt. Am Wochenende zahlte der ehemalige Nationalspieler das Vertrauen mit dem wichtigen Ausgleich gegen St. Pauli zurück. Allerdings per Elfmeter, ansonsten hatte der Joker wenige auffällige Aktionen, spielte aber auch nur gute zehn Minuten. Doch auch Waldschmidt ist schon lange kein Mittelstürmer mehr. Als dieser wurde der 29-Jährige zu Beginn seiner Karriere eingesetzt – und das mit Erfolg. Mittlerweile ist der Offensivspieler aber – auch aufgrund seiner Körperlichkeit – eher eine Kette hinter der vordersten Spitze zu Hause. Mal als Außenspieler, mal als Zehner, sogar als hängende Spitze. Dem Ex-Nationalspieler fehlt zudem seit Jahren die nötige Konstanz, über einen längeren Zeitraum zu performen.

Eine Chance für den Nachwuchs?

Ein Wandspieler ist Waldschmidt nicht. Den sucht man im Kader der Kölner eigentlich vergebens. Weitere Optionen wären sicherlich Fynn Schenten und vor allem Youssoupha Niang, der sich zuletzt mit einer starken Leistung bei der U21 für mehr empfahl. Beide Angreifer haben in dieser Saison bekanntlich schon bei den Profis debütiert. Beide haben sicherlich in Sachen Robustheit noch einen Weg vor sich, spielen aber im Kölner Nachwuchs auch in der Spitze. Die Youngster wären aber auch Spieler, die über die Außen für Tempo sorgen können. Zwangsläufig stellt sich die Frage, ob der FC kurz vor Saison-Ende noch in der Lage ist, das Spielsystem noch einmal anzupassen. Dass die Kölner gegen Leverkusen aber das Spiel machen und auf lange Bälle verzichten werden, scheint eher sehr unwahrscheinlich.


Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Jubel des 1. FC Köln nach dem Duell gegen St. Pauli
,
Startseite » Profis

Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Beim 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Pauli bot der FC eine durchwachsene Leistung an. Am Ende stand ein glücklicher Punkt und die Gewissheit, dass sich die Situation sogar minimal verbessert hat. Der 1. FC Köln tut sich gegen St. Pauli auch unter René Wagner schwer.

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli hat sich die tabellarische Situation für die Geißböcke eher positiv verändert. Die Leistung war dagegen bedenklich.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Überschwänglich fiel der Jubel nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli bei den Spielern nicht aus, als sie sich nach der Begegnung vor den mitgereisten Kölner Fans aufbauten. Zumindest war nicht allen Gesichtern eine Erleichterung nach dem Punktgewinn anzusehen. Dabei hatte der FC durchaus Schlimmeres verhindert. Bis in die Schlussminuten führten die Kiezkicker das Kellerduell 1:0 an. Und tatsächlich erweckte nicht viel den Eindruck, als würde sich an dem Spielstand noch etwas ändern können. „Uns ist heute nicht alles gut gelungen, gerade mit Ball haben wir nicht immer gute Entscheidungen getroffen“, sagte Thomas Kessler. Und das konnte man getrost so unterschreiben. Viel zu oft versuchten es die Kölner mit langen Bällen auf Ragnar Ache oder Said El Mala, doch die Versuche fanden nur selten einen Abnehmer. In den ersten Minuten kam der FC noch zu einigen Abschlüssen, im Laufe des Spiels wurden die Kölner harmloser und harmloser.

„Dann sah es nicht mehr so gut aus“

Und das offenbar entgegen der Marschroute. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, mit Ball gefährlich zu werden. Wir haben zu viel die langen Bälle gespielt, das war eigentlich nicht der Plan“, sagte Kölns Coach René Wagner. Tatsächlich gewann der Gastgeber nach dem Wechsel zunehmend die Überhand, drückte den FC phasenweise tief in die eigene Hälfte. „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann nicht geschafft, hinten rauszukommen. Dann wurde es schwer. Es kommen immer mehr Ecken rein und wir bekommen nach einem Standard das Gegentor“, so der Coach weiter. Allerdings war der Eckball von Jahmai Simpson-Pusey und Eric Martel sehr schlecht verteidigt, der Treffer von Karol Mets eine folgerichtige Entwicklung. Und in diesem Moment schwand die Euphorie einer möglichen Vorentscheidung der vergangenen Tage. Im Gegenteil, der angestrebte Acht-Punkte-Vorsprung schrumpfte auf zwei Zähler zusammen. „Wenn man kurzfristig auf die Tabelle geschaut hat, sah es dann nicht mehr so gut aus“, stellte Kapitän Marvin Schwäbe fest, der gerade im ersten Abschnitt Schlimmeres gegen Andréas Hountondji verhindert hatte.

„Das war für uns sehr wichtig“

Auch nach der Führung blieb Pauli Spiel bestimmen, wenn auch nur selten richtig gefährlich. Den Kölnern fiel offensiv herzlich wenig ein. „Ich kann es mir zum Teil selbst nicht erklären. Wir haben im letzten Drittel nicht die Lösungen gefunden“, sagte Schwäbe. Doch, wenn die Kölner zwei Dinge können, dann Comeback und späte (Joker)-Tore. Wagner wechselte unter anderem Luca Waldschmidt ein. Nach einem Foul von Mets an Jakub Kaminski entschied Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter und eröffnete dem FC die Chance auf einen Punkt. Der Joker trat an und verwandelte sicher. „Ich habe gedacht, das ist meine Ecke, die nehme ich mir. Ich wollte keine großen Experimente bei der Wichtigkeit des Tores machen“, so Waldschmidt. So rettete der ehemalige Nationalspieler dem FC noch den Zähler. „Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“, sagte Thomas Kessler.

Tatsächlich erinnerte der Auftritt an einige trostlose Begegnungen der vergangenen Wochen. Wenn man so will hat sich trotz der schwachen Leistung die Situation sogar noch ein wenig verbessert. Der Abstand von fünf Zählern zum Relegationsplatz ist der gleiche geblieben, die Anzahl der Spiele hat abgenommen. Ein Hauch Zufriedenheit dürfte sich also zumindest aufgrund des Ergebnisses einstellen.


Thomas Kessler lässt Wagner-Zukunft offen: „Es liegt in meiner Verantwortung“

Thomas Kessler lässt die Zukunft des Trainers offen
,
Startseite » Profis

Thomas Kessler lässt Wagner-Zukunft offen: „Es liegt in meiner Verantwortung“

Mit fünf Punkten aus den vergangenen drei Spielen hat René Wagner die Geißböcke auf Kurs Klassenerhalt gebracht. Dennoch ist seine Position als Chefcoach für die kommende Spielzeit nicht gesichert beim 1. FC Köln: Thomas Kessler lässt Zukunft von René Wagner offen.

Trotz oder Dank des Remis gegen St. Pauli bleibt der Vorsprung auf den Relegationsplatz bei fünf Zählern. Und das bei nur noch vier ausstehenden Spielen. Doch die Frage nach dem künftigen Trainer ist noch offen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Die Bilanz ist insgesamt keine schlechte. Fünf Punkte holte René Wagner aus den drei Spielen, in denen der 37-Jährige mittlerweile als Cheftrainer der Geißböcke fungiert. Der FC hat vier Spieltage vor dem Saisonfinale fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wagner hält mit den Geißböcke ganz klar den Kurs Klassenerhalt. Es gibt jedenfalls gleich mehrere Teams, die sich deutlich mehr Gedanken angesichts der Tabellenkonstellation machen müssen – auch, wenn es unten wieder einmal eng zugeht. Wie groß die Veränderungen des Interimscoachs sind, ist auch nach einem knappen Monat Amtszeit noch schwer zu beantworten. Fakt ist: Sollte der FC den Klassenerhalt schaffen, hat Wagner das vorgegebene Ziel erreicht und damit rein statistisch die in ihn gesetzte Hoffnung gerechtfertigt. Allerdings wäre damit nicht automatisch gesagt, dass der gebürtige Dresdner auch in der kommenden Spielzeit weiter den Hut auf hat.

„Wir haben René die Verantwortung gegeben“

Vor dem Duell gegen St. Pauli zeigte sich Thomas Kessler mit der Arbeit des Trainers durchaus zufrieden. „Alles, was ich mir vorgestellt habe, setzt er um. Die Ergebnisse in den letzten beiden Spielen waren auch gut“, sagte der Geschäftsführer Sport. „Wir haben aber noch einige wichtige Spiele vor der Brust. Wir müssen uns extrem fokussieren und dann setzen wir uns zusammen und schauen, wie es weitergeht.“ Grundsätzlich kann man sich eine Zukunft mit dem aktuellen Interimscoach vorstellen. „Wir haben René die Verantwortung in dieser schwierigen und wichtigen Zeit gegeben, weil da eine Überzeugung hintersteckt. Ich war lange mit ihm im Austausch, seit seiner Zeit, als er den FC damals verlassen hatte.“ Wagner war bereits unter Steffen Baumgart Co-Trainer der Geißböcke. Kessler selbst soll sich im Sommer stark um die Rückkehr des Trainers bemüht haben, offenbar mit dem mittelfristigen Plan, Wagner irgendwann zum Verantwortlichen zu machen.

Gespräche mit anderen Trainern

Das ging dann vor vier Wochen schneller als geplant. Allerdings machte Kessler auch klar, dass er sich durchaus auch mit anderen Trainer beschäftige. Schon im vergangenen Jahr war beispielsweise Christian Eichner ein Thema. Der Ex-FC-Spieler und der Karlsruher SC werden im Sommer getrennte Wege gehen. Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok soll sich Kessler auch mit Dino Toppmöller beschäftigt haben. „Es liegt in meiner Verantwortung. Aber das weiß auch jeder Cheftrainer, der bei uns unter Vertrag steht, dass ich mich grundsätzlich immer auch mit anderen Cheftrainern auseinandersetze. Und wenn sich die Möglichkeit ergibt, auch mal das ein oder andere Gespräch führe“, so Kessler bei Sky. Man werde sich schon bald zusammensetzen. Bei den bevorstehenden Planungen gehe es aber nicht nur um den Trainer, sondern auch um den gesamten Kader für die kommende Spielzeit.

Zur Wahrheit gehört auch, dass der FC gegen St. Pauli eben nicht überzeugte, das Team den Matchplan nicht umsetzte. Kessler war mit der Leistung am Freitagabend nicht zufrieden. Das dürfte auch für die Einstellung des Teams und damit den Aufgabenbereich von Wagner gelten. In den kommenden vier Spielen hat also auch der 37-Jährige die Chance, Pluspunkte zu sammeln.


Konkurrenz gewinnt und erhöht den Druck auf den 1. FC Köln

Patrick Wimmer jubelt nach seinem Treffer gegen Union
,
Startseite » Profis

Konkurrenz gewinnt und erhöht den Druck auf den 1. FC Köln

Der FC wollte auch an diesem Spieltag wieder als der große Gewinner des Tabellenkellers einen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Doch die Konkurrenz spielt nicht mit: Der Druck auf den 1. FC Köln steigt wieder.

Mit einem Sieg über den FC St. Pauli wollten die Kölner eigentlich die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt feiern. Es kam aber anders. Auch, weil die Konkurrenz nicht mitspielt.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Die Euphorie war vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli rund ums Geißbockheim groß. Denn mit einem Sieg über die Kiezkicker hätte der FC bereits mit einem Bein die Tür zur Bundesliga-Saison 2026/27 überschritten. Immerhin verhinderte Köln mit dem späten Ausgleich durch Luca Waldschmidt Schlimmeres. „Der Punkt war unfassbar wichtig. Wenn wir das Spiel verlieren, dann sind wir zwei Punkte an St. Pauli ran, so sind wir fünf weg“, lautete die Reaktion von René Wagner nach der Begegnung. Doch auch mit den fünf Zählern ist Köln vier Spieltage vor Saisonende alles andere als durch. Denn das Restprogramm hat es mit den Spielen gegen Bayern und Bayer sowie die direkten Konkurrenten Union und Heidenheim durchaus in sich. Und die Konkurrenz spielte am 30. Spieltag ebenfalls nicht mit. Durch die Erfolge von Wolfsburg und Bremen schiebt sich die Tabelle im Keller wieder ein Stückchen weiter zusammen.

Bremen verbessert sich

Werder setzte sich nach der verdienten Niederlage gegen Köln in der vergangenen Woche im Nordderby 3:1 durch. Jen Stage brachte Bremen gleich zwei Mal in Führung. Zwischenzeitlich hatte der HSV durch Robert Glatzel ausgeglichen. In der Nachspielzeit erzielte Cameron Puertas das erlösende 3:1 – und das in Überzahl. Philip Otele war zuvor vom Platz geflogen. Bremen hat damit ebenfalls 31 Punkte auf dem Konto, liegt nur aufgrund der Tordifferenz hinter dem FC auf Rang 14. Auch der VfL Wolfsburg sendete wieder ein Lebenszeichen. Die Wölfe gewannen bei Union Berlin 2:1. Patrick Wimmer und Dženan Pejčinović brachten den VfL in Führung, Oliver Burke verkürzte in den Schlussminuten. Zwar drückten die Eisernen auf den Ausgleich, der fiel aber nicht mehr. Durch den Erfolg hat Wolfsburg den Rückstand zum Relegationsplatz auf zwei Zähler reduziert. Es könnte also durchaus am letzten Spieltag zum Finale zwischen den beiden Teams im direkten Duell kommen.

Durch die Niederlage mischt auch Hamburg wieder im Abstiegskampf mit. Der Punktestand zwischen den Rängen zehn und 15 beträgt nun nur noch drei Punkte. Bei fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz – vier Spieltag vor Saisonende – hat der FC es natürlich weiterhin in der eigenen Hand. Am Sonntag greifen mit Heidenheim in Freiburg und Mönchengladbach gegen Mainz zwei weitere Abstiegskandidaten in den Spieltag ein.


Befürchtung bestätigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Köln fehlen

Ragnar Ache wird dem FC fehlen
,
Startseite » Profis

Befürchtung bestätigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Köln fehlen

Die Befürchtungen haben sich am Samstag bestätigt. Der 1. FC Köln muss im Saisonendspurt auf Ragnar Ache verzichten. Der Stürmer verletzte sich im Duell gegen den FC St. Pauli. Nun bestätigte der Verein die muskulären Probleme. Der Angreifer erzielte in diesem Jahr bereits sechs, in dieser Saison sieben Treffer.

Der FC wird voraussichtlich in den verbleibenden Spielen der aktuellen Saison ohne Ragnar Ache auskommen müssen. Wie der 1. FC Köln mitteilt, fällt der Stürmer mit einer muskulären Verletzung vorerst aus. Ache musste gegen St. Pauli aufgrund der Verletzung frühzeitig vom Platz.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Das ist bitter. Die Kölner müssen im Saisonfinale ohne ihren Mittelstürmer Ragnar Ache auskommen. Der 27-Jährige hatte sich bei einem Sprint im Duell gegen den FC St. Pauli nach einer knappen Stunde an den Oberschenkel gegriffen, musste nach kurzer Behandlung ausgewechselt werden. „Wir müssen es jetzt abwarten. Es sah auf jeden Fall nicht so gut aus“, hatte Thomas Kessler bereits geahnt. „Wir schicken ihn jetzt schnellstmöglich in die Diagnostik und dann müssen wir abwarten, was dabei rauskommt.“ Die Diagnostik ist abgeschlossen und sie ist für die Kölner keine erfreuliche. „Ragnar Ache hat sich am Freitagabend eine Muskelverletzung zugezogen und wird voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen. Das hat eine MRT-Untersuchung am Samstag ergeben“, heißt es in der kurzen Meldung vom FC. Die Muskelverletzungen ziehen sich bei den Kölnern wie ein roter Faden durch die Saison.

Sechs Tore seit Jahreswechsel

Der 27-Jährige erlebte gegen die Kiezkicker sicher nicht seinen besten Tag, im Jahr 2026 ist der Angreifer aber ein absoluter Leistungsträger. Sechs seiner sieben Tore erzielte Ache seit dem Jahreswechsel, bereitete ein weiteres Tor vor. Natürlich unvergessen das Tor des Monats Februar, bei dem Ache per Fallrückzieher gegen Hoffenheim traf. Der Stürmer ist neben Said El Mala und Kaminski Teil der starken Offensivreihe, die für einen Aufsteiger gute 44 Tore erzielte. Alle drei waren insgesamt an 39 Treffern beteiligt. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Luca Waldschmidt nach der Begegnung bei DAZN. Auch René Wagner konnte noch nichts genaues sagen: „Ich habe kurz mit ihm gesprochen. Ich glaube, da ist was, es ist aber zu früh, um zu sagen, was genau es ist. Wir müssen es morgen genauer checken.“ Nun haben die Kölner Gewissheit.


Ein Spiegel zum Hinspiel – Im Ergebnis gleich und doch das Gegenteil

Karol Mets trifft für St. Pauli gegen den 1. FC Köln
,
Startseite » Profis

Ein Spiegel zum Hinspiel – Im Ergebnis gleich und doch das Gegenteil

Am Freitagabend spielte der FC in Hamburg 1:1-unentschieden und sicherte sich einen Punkt. Auch das Hinspiel endete Remis zwischen den Hanseaten und dem 1. FC Köln: Deutliche Unterschiede trotz selbem Ergebnis gegen St. Pauli.

Das Rückspiel gegen die Hanseaten glich einem Spiegelbild des Duells aus der Hinrunde. Die Vorzeichen drehten sich komplett.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Das Duell am Freitagabend gegen den FC St. Pauli kann man wohl getrost als einen Spiegel des Hinspiels ansehen. Beide Partien endeten 1:1, aber im Gegensatz zur Begegnung am Nikolaustag vergangenen Jahres gibt es dann doch einige verdrehte Parallelen. Im Dezember war es FC-Toptalent Said El Mala, der die Geißböcke nach einer torlosen ersten Halbzeit in der 51. Minute in Führung brachte. Lange hielt die Mannschaft vom damaligen Trainer Lukas Kwasniok die Null und steuerte bereits auf drei gewonnene Punkte gegen die Hanseaten zu. Doch kurz vor dem Abpfiff, machte Ricky-Jade Jones den Kölnern einen Strich durch die Rechnung. Der Engländer traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich und stahl den Domstädtern zwei Zähler.

Veränderte Vorzeichen

Besonders unglücklich war dabei FC-Keeper Marvin Schwäbe. Der Torhüter rutschte beim Versuch, den Schuss von Jones zu parieren weg und erreichte so die Kugel nicht mehr. „Ich habe eigentlich die längsten Stollen auf dem Schuh, die es nur gibt. Am Ende rutsche ich genau in dem Scheißmoment weg. Das tut extrem weh, ist extrem bitter. Es tut mir leid für die Mannschaft, am Ende kann ich leider Gottes nicht großartig was ändern“, so Schwäbe damals. Der 30-Jährige fügte noch hinzu, dass die Geißböcke die bessere Mannschaft gewesen seien, die besseren Chancen auf ihren Seiten hatten. Das 1:1-Unentschieden brachte dem FC einen Zähler ein, fühlte sich allerdings wie eine Niederlage an.

1:1 endete auch das Rückspiel in der Hansestadt. Doch diesmal änderten sich die Vorzeichen komplett. Das Duell war nahezu ein Abbild des Hinspiels, jedoch verloren die Kölner nicht zwei Punkte, sondern gewannen gefühlt einen. In der Partie am Freitagabend war es diesmal Schwäbe, der den Kölnern den Zähler festhielt. So parierte der Keeper der Geißböcke mehrfach die gefährlichen Torchancen der Mannschaft von Alexander Blessin. Vor allem gegen Andréas Hountondji hielt der 30-Jährige in der ersten Halbzeit überragend.

Der Punkt ist „unfassbar wichtig“

St. Pauli war die stärkere Mannschaft und kam auf einen xGoals-Wert von 2,26, der FC hingegen nur auf 1,51 erwartbare Tore. Mit sechs Schüssen auf den Kasten des FC-Torhüters kreierten die Hanseaten deutlich mehr Chancen, verwandelten jedoch – eben auch dank Schwäbe – lediglich einen Abschluss. So war es ebenfalls nach einer torlosen ersten Halbzeit diesmal Paulis Karol Mets, der in der 69. Minute auf 1:0 stellte. Im Gegensatz zum Hinspiel gelang es am 30. Spieltag jedoch den Kölnern, diesmal vier Minuten VOR Schluss (86.) durch den verwandelten Elfer von Luca , auf Remis zu stellten und den Hamburgern zwei Punkte zu stehlen.

Und im Gegensatz zum 1:1 der Hinrunde fielen dann auch die Stimmen nach dem Spiel deutlich anders aus. „Der Punkt ist sehr viel wert“, konstatierte Waldschmidt nach dem Duell. Und auch Schwäbes Bewertung fiel trotz des selben Ertrags in der Crunchtime der Saison anders aus. „Man hat gerade am Ende gemerkt, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Für uns war es enorm wichtig, dass wir die Distanz gewahrt haben, dass wir uns nicht aufgegeben haben und bis zum Ende daran geglaubt und nicht aufgegeben haben“, so der Keeper. Denn mit dem erkämpften Punkt ist es den Geißböcken zwar nicht wie erhofft gelungen, den Abstand auf den Relegationsplatz zu vergrößern, er wurde aber eben auch nicht verkleinert. Und so ist der eingefahrene Zähler auch für Schwäbe nicht wie im Hinspiel mit einem bitteren Beigeschmack versehen, sondern war das Mittel „um die fünf Punkte zu halten“ und auch für Trainer Wagner „unfassbar wichtig.“


Darum übernahm Luca Waldschmidt den Elfmeter beim 1. FC Köln

Luca Waldschmidt jubelt nach dem Ausgleich
,
Startseite » Profis

Darum übernahm Luca Waldschmidt den Elfmeter beim 1. FC Köln

Mit seinem verwandelten Elfmeter rettete Luca Waldschmidt dem FC einen Punkt. Auch Said El Mala hätte wie gegen Bremen gerne geschossen. Doch große Diskussion gab es deswegen nicht beim 1. FC Köln: Darum übernahm Luca Waldschmidt den Elfmeter.

Mit seinem späten Treffer besorgte ausgerechnet Luca Waldschmidt per Elfmeter dem FC einen wichtigen Zähler. Ausgerechnet, weil Trainer René Wagner den Spieler unter der Woche besonders gelobt hatte. Auch Said El Mala stand für den Strafstoß bereit.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Es wirkte ein wenig wie ein Generationswechsel. Während Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck sich das eindeutige Foulspiel von Karol Mets an Jakub Kaminski noch auf dem Bildschirm anschaute, besprachen sich Said El Mala und Luca Waldschmidt, wer der Schütze des möglichen Elfmeters sein könnte. Viel deutete zunächst auf den Youngster, der schon gegen Werder Bremen am vergangenen Wochenende Verantwortung übernommen und getroffen hatte. „Said brennt für jedes Tor, für jedes Dribbling. Natürlich will er Tore schießen“, erklärte Thomas Kessler nach der Begegnung bei Sky. El Mala hat bekanntlich in dieser Spielzeit bereits elf Treffer erzielt und damit einen mehr als Lukas Podolski in seiner Premieren-Saison. Für den Youngster geht es natürlich auch darum, weiter Eigenwerbung zu betreiben. Zum einen für mögliche Sommer-Interessenten, aber auch für die Nationalmannschaft. Der 19-Jährige will noch mit zur WM.

„Luca ist enorm sicher“

Doch kurz vor dem Elfmeter übergab der Youngster die Kugel an Waldschmidt. Und der ehemalige Nationalspieler verwandelte sicher zum so wichtigen Ausgleich. „Ich bin ganz klar ran. Da habe ich gedacht, das ist meine Ecke, die nehme ich mir“, sagte der Torschütze. „Ich wollte keine großen Experimente bei der Wichtigkeit des Tores machen.“ Die Bedeutung war tatsächlich eine hohe. Hätten die Kölner verloren, betrüge der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei Zähler, das vor dem Spiel gegen Leverkusen. Die Geißböcke hätten sich wieder mitten in der Verlosung befunden. „Vielleicht kommt es dann auch auf das bisschen Erfahrung an“, erklärte Marvin Schwäbe, der aber auch verriet, dass es keine große Absprache bei den Elfmetern gäbe. „Es kommt immer darauf an, wer sich gerade gut fühlt. Luca hat es in der Vergangenheit gut gemacht. Von daher ist es absolut in Ordnung. So lange derjenige trifft, der antritt, ist es mir scheißegal. Die Jungs legen sich im Training die Bälle für die Elfmeter hin und probieren es. Luca ist enorm sicher.“

Eine große Diskussion gab es zwischen den beiden Spielern ohnehin nicht. „Said hatte direkt im Mittelkreis gefragt, ob ich ihn nehmen will. Ich habe „Ja“ gesagt“, so Waldschmidt. „Er hat gesagt: ,Ist gut, mach ihn`. Im Sechzehner wollte er aber glaube ich nochmal ein bisschen Verwirrung stiften, so dass der Torwart denkt, er schießt. Smarter Move. Mich hatte er schon gefragt, als der Schiri noch draußen war.“ René Wagner bestätigte später, dass es bei den Spielern von ihm aus keine genaue Absprache gäbe, wer schießt. Die Jungs müssten sich auch danach fühlen. Dieses Mal fühlte sich Waldschmidt danach. „Großen Respekt an Said, in der Situation den Ball abzugeben. Ich freue mich für Luca, dass er ihn dann auch reingehauen hat“, sagte Wagner.


Der 1. FC Köln zieht die Kaufoption für Jakub Kaminski

Jakub Kaminski vom 1. FC Köln beim Torjubel.
,
Startseite » Profis

Der 1. FC Köln zieht die Kaufoption für Jakub Kaminski

Zwar hat der FC am Freitag nicht die erhofften drei Punkte aus Hamburg mitgebracht, eine gute Nachricht gab es am Rande des Spiels bei St. Pauli aber doch: Der 1. FC Köln zieht erwartungsgemäß die Kaufoption bei Jakub Kaminski.

Jakub Kaminski wird auch in der kommenden Spielzeit wohl beim FC spielen. Die Kölner werden die Kaufoption für den Polen ziehen. Das erklärte Thomas Kessler bei Sky und bestätigte das später auch gegenüber den Kölner Medien in Hamburg.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Gemessen an der Euphorie vor dem Spiel der Geißböcke gegen den FC St. Pauli gab es am Freitagabend relativ wenig Grund zur Freude. Gefühlt hatte der FC den Acht-Punkte-Vorsprung schon erspielt bevor er der Anstoß ertönte. Am Ende wurde es ein knappes 1:1-Unentschieden, bei dem der FC Schlimmeres verhindert. Ein teuer erkauftes Unentschieden. Denn Ragnar Ache verletzte sich zu allem Überfluss, fällt möglicherweise bis zum Saisonende aus. Und doch hatte der FC am Freitagabend dann doch noch eine besonders positive Nachricht im Gepäck: Die Kölner werden auf jeden Fall die Kaufoption bei Jakub Kaminski ziehen. Das erklärte Thomas Kessler bei „Sky“. Der Geschäftsführer war eigentlich nach einer möglichen Ablöse im Falle eines Abstiegs des VfL Wolfsburg gefragt worden. Der Spieler sei nicht ablösefrei, egal in welcher Liga Wolfsburg spiele, erklärte Kessler. „Dann habe ich gesagt, dass wir die Kaufoption von Kuba ziehen werden, weil er mich auch heute wieder gezeigt hat, warum er so wichtig für uns ist“, so der Geschäftsführer weiter. „Deswegen bin ich da auch relativ klar.“

Erneut starke Werte

Eine große Überraschung ist die feste Verpflichtung des Polens nicht. Kaminski ist in dieser Spielzeit ein absoluter Leistungsträger. Der Pole kommt bislang auf sieben Tore. Dazu bereitete der 23-Jährige fünf Tore vor (inklusive dem herausgeholten Elfmeter gegen Pauli). Zwölf Scorerpunkte sammelte der Offensivspieler noch in keiner Saison seitdem er in Deutschland spielt, der Bestwert lag bislang bei sieben. Auch am Freitagabend war Kaminski wieder einer der besseren Kölner, wohl der beste Feldspieler. Der Pole kam auf drei Torschussbeteiligungen, spulte fast elf Kilometer ab, brachte 90 Prozent seiner Pässe zu den Mitspielern und gewann im Schnitt drei von vier Zweikämpfen. Vor allem aber holte er den Elfmeter zum Ausgleich heraus – und das alles in seinem 100. Bundesligaspiel.

Da Kaminski die gesamte Saison über auf einem konstant hohen Niveau spielt, ist die feste Verpflichtung nur folgerichtig. Und der FC wird voraussichtlich ein ordentliches Plus machen. Die Ablöse soll dem Vernehmen nach bei etwas mehr als fünf Millionen Euro liegen. Laut dem Online-Portal transfermarkt.de liegt der Marktwert des Polen bei zwölf Millionen Euro. Nun scheint eine zentrale Rolle für die kommende Spielzeit frühzeitig geklärt.