Ex-FC-Talent Justin von der Hitz soll Nürnberg schon wieder verlassen
Simon Bartsch
Er galt auf der Außenbahn als eins der ganz großen Talente bei den Geißböcken. Doch im vergangenen Sommer trennten sich die Wege, der Bergisch Gladbacher verließ den 1. FC Köln: Nun steht Justin von der Hitz beim Club ebenfalls vor dem Aus.
Als der Abschied bekannt wurde, geisterte einmal mehr der Begriff „Talenteflucht“ rund ums Geißbockheim. Dabei entschied sich der Spieler gegen den FC und für den 1. FC Nürnberg. Doch die Situation beim Club ist keine einfache und so deutet sich ein Abschied an.
Justin von der Hitz holte zum Abschluss seiner Köln-Zeit den Titel für den 1. FC Köln (Foto: Fabio Deinert/Getty Images for DFB)
Die Bilder werden ihm wohl immer in Erinnerung bleiben, seine überragende Leistung den FC-Fans, die das Endspiel um die deutsche A-Junioren-Meisterschaft seinerzeit verfolgt haben. Marvin von der Hitz war im Mai 2025 der Motor beim verdienten 4:3-Erfolg über und bei Bayer Leverkusen. Nach dem 0:2-Rückstand legte der rechte Schienenspieler das 1:2 auf und drehte dann mit einem Doppelpack den Spielstand. Am Ende setzt sich die Geißböcke 5:4 gegen den Rivalen durch, eben auch aufgrund der drei Torbeteiligungen und der überragenden Leistung des Bergisch Gladbachers, der übrigens frühe Schritte beim kommenden Testspiel-Gegner der Geißböcke – eben den 09ern – gemacht hat. Schon vor dem Finale um die Meisterschaft war klar, dass es der letzte Auftritt des Youngsters mit Geißbock auf der Brust sein würde. Von der Hitz würde den Weg in die 2. Bundesliga gehen – der 1. FC Nürnberg nahm den Spieler unter Vertrag.
Keine Zukunft beim Club?
Während man sich beim Club „stolz und glücklich“ über die Verpflichtungen zeigte, herrschte in Köln ein wenig Tristesse. Denn auch die FC-Bosse hätten das Talent gerne behalten, hatte von der Hitz einen Weg aufgezeichnet, wie es weitergehen sollte. Doch der Youngster entschied sich gegen die Kölner. Dem Vernehmen nach auch, weil sich der Spieler doch weiter wähnte, als es die Karriereplaner beim FC wohl taten. Und so ein wenig könnte sich genau das jetzt rächen. Denn von der Hitz steht in Nürnberg vor dem Aus – möglicherweise nur temporär. „Wir haben alles klar mit Justin gesprochen. Er sieht sich selbst auch ein wenig weiter vorn. Nur da sind momentan zwei Spieler auf seiner Position gesetzt. Wir müssen jetzt mal die nächsten Spiele abwarten und dann eine Entscheidung treffen“, so Trainer Miro Klose, der wohl Rayan Ghrieb sowie Julian Justvan meinen dürfte. „Wichtig ist, dass die Jungs in dem Alter auf die Platte kommen.“
Der ehemalige Nationalspieler plant also nicht mit dem Ex-Kölner, legt ihm eine Leihe nahe. Auch ein Verkauf ist dem Vernehmen nach nicht ausgeschlossen. In der jüngeren Vergangenheit wurde der Rechtsaußen vermehrt auf den Außenverteidiger-Positionen eingesetzt.
Zweites Testspiel, zweiter Zweitligist, zweiter Sieg – FC-Frauen gewinnen auch gegen Andernach
Clara Ley
Die Fußballerinnen der Geißböcke haben auch ihr zweites Vorbereitungsspiel gewonnen. Die Frauen des 1. FC Köln bezwingen Andernach 5:1 und feiern damit den zweiten hohen Erfolg gegen einen Zweitligisten. Am Wochenende geht es dann ins Trainingslager.
Auch der zweite Härtetest dieses Sommers ist für und von den Fußballerinnen des FC bestanden. Mit einem 5:1-Erfolg setzte sich die Mannschaft von Trainerin Britta Carlson am Montagabend gegen den Zweitligisten SG 99 Andernach durch.
Laura Vogt beim Schuss (Archivbild: Christof Koepsel/GettyImages)
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Dabei schraubte vor allem Pauline Bremer ihr Testspieltor-Konto in die Höhe. Die Angreiferin hate bereits im ersten Test, beim 4:1-Erfolg über den VfL Bochum getroffen, nun war Bremer gleich doppelt erfolgreich. Dabei hätte die 30-Jährige schon früher treffen können, scheiterte aber vom Elfmeterpunkt. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Kölnerinnen schon führen müssen. Anna-Lena Stolze und Laura Donhauser vergaben erste Möglichkeiten. Die Führung erzielte schließlich Elise Stenevik, nachdem Bremer noch knapp an der gegnerischen Keeperin nach einer Ecke gescheitert war. Es folgte der erste Auftritt von Bremer. Die Stürmerin wurde mustergültig in die Tiefe geschickt. Bremer ging an der Torhüterin locker vorbei und traf zum 2:0.
Auch Fußballerinnen brechen ins Trainingslager auf
Köln blieb erwartungsgemäß das Spiel bestimmende Team – und belohnte sich weiter. Dieses Mal war Dóra Zeller durch, die ungarische Nationalspielerin legte zurück und Laura Vogt brachte die Kugel erneut zu Bremer, die auf 3:0 stellte. Zoe Hasenauer, die ebenfalls schon gegen Bochum getroffen hatte, schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Ina Keller verkürzte zwar für die Gastgeberinnen, doch Vanessa Leimenstoll stellte den alten Abstand wieder her. Die Kölnerinnen gaben sich auch in der Schlussphase keine Blöße mehr, es bleib beim hochverdienten 5:1-Erfolg. Ähnlich wie bei den Profis steht nun auch für die Frauen das Trainingslager an. Das Team von Britta Carlson reist am kommenden Samstag Richtung Lautenbach, in der Nähe von Offenbach, ab. Bis zum folgenden Freitag ist die Vorbereitungsphase anberaumt. Dann kommt es noch zu einem weiteren Testspiel. Der Gegner in Oberkirch ist das Schweizer Team GC Zürich.
Für den 8. und 15. August sind noch die Vorbereitungsspiele gegen Twente Enschede und OH Leuven geplant, bevor es dann eine Woche später in der Liga bei Eintracht Frankfurt mit den Pflichtspielen losgeht.
Fingerzeig fürs Trainingslager? Reduzierte Trainingsgruppe am Dienstag
Simon Bartsch
Der FC hat am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit die nächste Einheit absolviert. Dabei fehlten erneut einige Spieler. Der Kader des 1. FC Köln bleibt reduziert. Und ein Spieler wird nun wieder bei der U21 trainieren. Für den Nachmittag ist noch eine weitere Einheit anberaumt.
Auch in der zweiten Woche der Vorbereitung wartet der FC auf weitere Neuverpflichtungen. Zudem fehlen einige Spieler und andere wurden wieder zurück in die U21 geschickt.
So dürften mögliche Hoffnungen von Malek El Mala, in diesem Sommer am Trainingslager der Profis in Kitzbühel (24. Juli bis 31. Juli) teilzunehmen, geplatzt sein. Der 21-Jährige wurde wieder in die U21 geschickt und soll nach seiner langen Verletzung in der Vorsaison über den Kölner Nachwuchs an die Profis herangeführt werden. Dass der Offensivspieler für die Mannschaft von Manuel Hartmann vorgesehen ist, ist bekannt. Malek El Mala wird von den Kölner Verantwortlichen immer wieder gelobt, doch die Erwartungen wurden bislang nicht erfüllt – eben auch verletzungsbedingt. Aktuell ist der Stand möglicherweise „zu gut für die Regionalliga, aber noch nicht ausreichend für die Bundesliga“. Und so dürfte der ältere der El-Mala-Brüder das Trainingslager in Kitzbühel verpassen. Reigan Heskey wird sicher mitreisen. Doch der Youngster kann aktuell ebenfalls noch nicht am Training teilnehmen, es fehlen die entscheidenden Papiere.
Spielt Heskey gegen Bergisch Gladbach?
Auch die beiden weiteren Neuzugänge Luka Lochoshvili und Gideon Mensah trainieren nicht mit der Mannschaft. Während Mensah noch im WM-Urlaub weilt, laboriert „Locho“ immer noch an seinen muskulären Problemen. Alle drei Neuzugänge werden wohl in Österreich erstmals und im Falle des Georgiers wieder im Trainingslager voll angreifen. Möglicherweise kommt Heskey aber auch im Testspiel gegen Bergisch Gladbach am Donnerstag (18 Uhr, Liveticker come-on-fc.com) zum FC-Debüt. Wie es mit Rav van den Berg in den kommenden Tagen weitergeht, ist ebenfalls offen. Der Niederländer erholt sich ebenfalls von einer Verletzung – immerhin keiner strukturellen. Für Linton Maina kam die Einheit am Dienstag ebenfalls zu früh. Der Außenbahnspieler ist nach wie vor krank, kann nicht trainieren. Bei Julian Pauli wird aktuell ebenfalls kein Risiko eingegangen, auch der Youngster arbeitet an einer Rückkehr ins Mannschaftstraining.
1. FC Köln auf Suche nach Ache-Backup: Diese Kandidaten sollte Thomas Kessler auf dem Schirm haben
Luca Kaiser
Der 1. FC Köln ist vergangene Woche in die Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison gestartet. Während auf dem Trainingsplatz die ersten Einheiten absolviert werden, laufen im Hintergrund die Kaderplanungen auf Hochtouren. Diese Stürmer könnten für den 1. FC Köln interessant sein.
Mit Luka Lochoshvili und Gideon Mensah hat Sportdirektor Thomas Kessler die Defensive bereits verstärkt. Im Angriff besteht dagegen trotz der Verpflichtung von Reigan Heskey weiterhin Handlungsbedarf. Vor allem hinter Ragnar Ache fehlt den Kölnern noch eine echte Alternative. Bei den vorgestellten Spielern handelt es sich nicht um aktuelle Gerüchte.
Wie wichtig ein weiterer Mittelstürmer wäre, zeigte bereits die vergangene Saison. Nach einer schwierigen Hinrunde steigerte sich Ache deutlich und entwickelte sich in der Rückserie zu einem wichtigen Leistungsträger. Eine Verletzung im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli setzte den 27-Jährigen jedoch außer Gefecht, sodass er die letzten Saisonspiele verpasste. Spätestens in dieser Phase wurde deutlich, dass dem FC im Sturmzentrum die nötige Tiefe fehlt. Diese Baustelle dürfte Thomas Kessler bis zum Ende der Transferperiode noch schließen wollen.
Hoher Marktwert
Lucas Stassin
Lucas Stassin wäre ein absoluter Transferknaller für den 1. FC Köln. Der 21-Jährige zählt zu den spannendsten Sturmtalenten Belgiens. Für die AS Saint-Étienne kam er in der vergangenen Saison auf 35 Pflichtspiele, elf Tore und neun Vorlagen. Der Belgier überzeugt primär mit seiner hohen Intensität im Pressing, cleveren Tiefenläufen und einem ausgeprägten Torinstinkt. Dank seiner Beweglichkeit und seines Gespürs für freie Räume würde er gut zum Spielstil des 1. FC Köln passen. Entwicklungspotenzial besitzt Stassin hauptsächlich im körperlichen Bereich.
Gegen robuste Innenverteidiger und in Luftduellen hat der Rechtsfuß noch Verbesserungspotenzial. Ein Transfer dürfte allerdings teuer werden: Sein Vertrag in Saint-Étienne läuft noch bis 2028, sein Marktwert liegt bei rund 15 Millionen Euro. Für den FC wäre Stassin daher wohl nur bei entsprechenden Transfererlösen eine realistische Option – oder eben als Leihe.
Ablösefrei zu haben
Tobias Lauritsen
Tobias Lauritsen kann als echtes Sturmkante bezeichnet werden. Der 1,96-Meter große Norweger war bis zum Sommer für Sparta Rotterdam aktiv und kam in der vergangenen Saison auf 37 Pflichtspiele, 14 Tore und sechs Vorlagen. Der 28-Jährige besitzt seine Stärken insbesondere in der körperlichen Präsenz, der Kopfballstärke und der Fähigkeit, lange Bälle festzumachen. Zudem arbeitet Lauritsen intensiv gegen den Ball und stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft. Gerade gegen tief stehende Gegner kann der Norweger mit seiner Strafraumpräsenz und seinem guten Stellungsspiel für Gefahr sorgen. Seine größte Schwäche ist das Tempo.
Lauritsen lebt weniger von Tiefenläufen als von seiner Physis, cleveren Laufwegen und seiner Stärke in direkten Duellen. Genau dieses Profil könnte dem FC guttun. Mit dem Norweger würde Köln ablösefrei eine klassische Sturmkante hinzugewinnen, die als Wandspieler agieren, Flanken verwerten und dem Offensivspiel eine zusätzliche Komponente verleihen könnte.
Eine weitere Option
Frank Magri
Mit Frank Magri könnte der 1. FC Köln einen laufstarken und vielseitigen Mittelstürmer verpflichten. Der 26-jährige Kameruner kam in der vergangenen Saison auf 17 Pflichtspiele, erzielte fünf Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Dabei gehörte der Angreifer in Toulouse allerdings nicht zum Stammpersonal und musste sich häufig mit der Jokerrolle zufriedengeben. Magris Stärken liegen in seiner Dynamik, seiner hohen Einsatzbereitschaft und seinem intensiven Pressing. Er sucht konsequent die Tiefe, arbeitet viel gegen den Ball und stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft.
Zudem verfügt er über einen guten Torinstinkt und kann mit seiner Athletik sowohl im Umschaltspiel als auch im Strafraum Akzente setzen. Verbesserungspotenzial besitzt er hauptsächlich in der Chancenverwertung und im Kombinationsspiel. Zudem wäre Magri genau wie Lauritsen ablösefrei zu haben.
Erinnerungen an Ache-Transfer
Benjamin Källman
Benjamin Källman wäre ein Transfer, der an die Verpflichtung von Ragnar Ache im vergangenen Sommer erinnern würde. Der finnische Nationalspieler steht seit 2025 bei Hannover 96 unter Vertrag und erzielte in seiner ersten Saison für die Niedersachsen 14 Tore und zwei Vorlagen in 34 Pflichtspielen. Bereits zuvor hatte Källman bei Cracovia Krakau mit 18 Toren und neun Assists in 35 Partien seine Offensivqualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Källman zeichnet sich vorrangig durch seinen ausgeprägten Torinstinkt, clevere Laufwege und seine hohe Effizienz im Abschluss aus.
Er bewegt sich geschickt zwischen den gegnerischen Verteidigern, findet immer wieder freie Räume und arbeitet engagiert gegen den Ball. Zudem bindet er seine Mitspieler gut ins Offensivspiel ein und ist nicht nur als Vollstrecker wertvoll. Verbesserungspotenzial besitzt der Finne hauptsächlich in seiner Endgeschwindigkeit. Aufgrund seines bis 2028 laufenden Vertrags bei Hannover 96 dürfte ein Transfer allerdings mit einer entsprechenden Ablösesumme verbunden sein.
Zusätzliche Torgefahr
Koki Ogawa
Koki Ogawa gehört zu den treffsichersten Mittelstürmern der Eredivisie. Der japanische Nationalspieler steht noch bis 2027 bei NEC Nijmegen unter Vertrag und dürfte daher für eine überschaubare Ablösesumme zu haben sein. In den vergangenen drei Spielzeiten kam der 28-Jährige auf 92 Pflichtspiele, erzielte 33 Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Ogawa überzeugt mit seinem ausgeprägten Torinstinkt, intelligenten Laufwegen und seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Er bewegt sich geschickt zwischen den Innenverteidigern, erkennt freie Räume früh und ist sowohl mit dem Fuß als auch per Kopf gefährlich.
Zudem arbeitet der Japaner diszipliniert gegen den Ball und bringt eine hohe Laufbereitschaft mit. Seine größte Schwäche liegt im Eins-gegen-Eins und in der Explosivität auf den ersten Metern. Ogawa lebt weniger von spektakulären Dribblings als von seinem hervorragenden Stellungsspiel und seiner Effizienz im Strafraum. Genau dieses Profil könnte dem FC guttun. Mit dem Japaner würde Köln einen zuverlässigen Strafraumstürmer hinzugewinnen, der seine Chancen konsequent nutzt und dem Offensivspiel zusätzliche Torgefahr verleihen könnte.
Trotz überzeugendem Auftritt im Testspiel: Warum es Luca Waldschmidt trotzdem weiter schwer haben wird
Elias Schnaubelt
Das erste Testspiel der noch jungen Saison gegen den FC Rheinsüd konnte mit dem Endstand von 5:0 erfolgreich bestritten werden. Dabei stach in der ersten Halbzeit vor allem Luca Waldschmidt heraus. Der 30-jährige erzielte ein Tor selbst und bereitete ein weiteres vor. Ein vielversprechender Start: Doch Luca Waldschmidt wird es beim 1. FC Köln wohl weiterhin schwer haben.
Im Testspiel gegen Rheinsüd Köln wurde am vergangenen Wochenende erneut die Qualität von Luca Waldschmidt sichtbar – wenn auch zugegebenermaßen nur gegen einen Bezirksligisten. Doch die Kontinuität der Leistungen schwankte in der Vergangenheit zu häufig. Kann Waldschmidt in der kommenden Saison zur stetigen Komponente werden? Die Konkurrenz ist jedenfalls groß.
Es ist kein Geheimnis, dass Luca Waldschmidt mit dem Ball am Fuß umgehen kann. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd hob er sich als einer der wenigen klar vom Rest ab. Dabei tauchte der ehemalige Nationalspieler flexibel im letzten Drittel auf, suchte seine Mitspieler und wurde gefunden. Eine Leistung, die Hoffnung macht, auch wenn der Gegner lediglich in der Bezirksliga spielt. Doch Hoffnung ist eine bekannte Empfindung bei der Personalie Luca Waldschmidt. Das Talent ist offensichtlich und auch der Scoring-Output stimmt meistens. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison konnte der 30-Jährige fünf Tore sowie vier Vorlagen verbuchen. Setzt man das in Relation zu seinen 666 Einsatzminuten, erhält man im Schnitt alle 74 Spielminuten eine Torbeteiligung – Ein überragender Wert. Was wirklich fehlt, ist die Konstanz. Der Entwicklungsschritt vom ewigen Joker zum verlässlichen Stammspieler.
Der ewige Joker
Als solcher konnte er sich in seiner bisherigen Karriere nie so richtig etablieren. Selbst in seiner persönlich erfolgreichsten Zeit beim SC Freiburg stand er in zwei Spielzeiten nur 14 beziehungsweise 16 Mal in der Startelf. Dennoch gelangen Waldschmidt bei den Breisgauern in der ersten Saison zwölf Scorer. In seiner zweiten Spielzeit folgten sieben Treffer und drei Vorlagen. Genug für den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon, denen die Dienste des Offensiv-Allrounders im Sommer 20/21 fünfzehn Millionen Euro wert waren. Der Linksfuß erwischte einen guten Start im neuen Land. In den ersten 13 Ligaspielen überzeugte er mit sechs Toren und zwei Vorlagen. Es sollte das letzte Mal sein, dass er sich in einer Startelf festspielen konnte.
Eine Corona-Erkrankung beendete diese Phase dann auch schneller als sie gekommen war. Der Rest der Saison verlief schwierig. Nach nur einem Jahr trat er den Wechsel zurück nach Deutschland an, zum VFL Wolfsburg. Zusammengefasst: Ein einziges Desaster. In zwei Spielzeiten stand Waldschmidt nur 13 Mal in der Startelf. Schlussendlich folgte der Transfer in seine Heimat Nordrhein-Westfalen. Der gebührtige Siegener geht nun in die vierte Saison beim 1. FC Köln. Auch hier blickt er bisher auf ein Dasein als Edeljoker zurück, obwohl die Scorer-Ausbeute erneut ansehnlich ist. Bei so viel Talent und dieser Torausbeute stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum klappt es nicht als Stammspieler?
Die Flexibilität als Stolperstein
Ob aus dem Zentrum oder über Außen, als alleiniger Stürmer oder als hängende Spitze in einem Doppelsturm – Luca Waldschmidt kann in der Offensive jede Position bekleiden. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd wurde diese Flexibilität erneut sichtbar. Und genau da liegt auch das Problem: In seiner gesamten Karriere ist es Waldschmidt nicht gelungen, sich langfristig auf einer Position festzuspielen. Das Selbstverständnis, das man über das konstante Bekleiden einer Position erlangt, fehlt komplett. Zu viel wurde der Linksfuß in seiner Laufbahn rumgeschoben.
Es ist ein Paradoxon: Die Stärke der Flexibilität ist seine größte Schwäche. Um Waldschmidt nachhaltig zu etablieren, müsste man ihm die größtmöglichen Freiheiten im Angriff gewähren. Man müsste die Offensive um ihn herum aufbauen. In einem enger geschnürten taktischen Korsett scheint wenig Platz für einen Spieler dieses Schlags. Das kann nur funktionieren, wenn dieser Spieler der größte Unterschiedsspieler im Team ist. Und da muss sich Waldschmidt wohl oder übel hinter anderen Akteuren bei den Geißböcken einsortieren.
Die Konkurrenzsituation beim FC
Beim Wort Unterschiedsspieler denkt man beim FC unweigerlich an einen Namen: Said El Mala. Sollte der 19-jährige den Kölnern tatsächlich für eine weitere Saison erhalten bleiben, so beansprucht er zwangsläufig sämtliche der limitierten taktischen Freiheiten für sich. Dieselben Freiheiten, die Waldschmidt guttun würden. Zudem ist El Mala nicht der einzige mit Anspruch auf Spielzeit in der Offensive. Ragnar Ache ist, wenn fit, gesetzt im Sturmzentrum. Des Weiteren konnte Marius Bülter in der vergangenen Saison für wichtige Momente sorgen. Auch er erwischte mit einem Doppelpack einen guten Einstieg gegen Rheinsüd. Reigan Heskey wird ebenfalls mit Ansprüchen in die Domstadt gereist sein, ebenso wie der erwartete Neuzugang Okon-Engstler. Nicht zu vergessen sind natürlich die Routiniers Jan Thielmann und Linton Maina sowie die ambitionierten Young Goats Fynn Schenten und Youssoupha Niang.
Bei diesem Konkurrenzkampf wird es für Waldschmidt äußerst schwer werden, auf seine Spielzeit zu kommen. Erst recht mit dem Anspruch auf die Startelf. Wobei, eine Chance gibt es: Wenn Waldschmidt endlich der Unterschiedsspieler wird, den er immer mal wieder aufblitzen lässt.
Schon vor einer Woche ploppte das erste Mal der Name Marcel Regula im Zusammenhang mit den Geißböcke auf. Das Interesse scheint groß zu sein. Und dich Chancen auf eine Verpflichtung nicht schlecht für den 1. FC Köln: Wird Marcel Regula der nächste Transfer?
Er ist technisch versiert, kann auf zahlreichen Positionen spielen, ist ein torgefährlicher Offensivspieler und kommt aus Polen. Die Beschreibung passt sicherlich zu Jakub Kaminski, meint in diesem Fall aber Marcel Regula. Und an diesem sollen die Kölner als Nachfolger für eben „Kuba“ interessiert sein. Doch einfach gestaltet sich ein möglicher Deal nicht.
Marcel Regula steht angeblich auf dem Zettel der Geißböcke
Und das liegt vor allem an der horrenden Ablöse-Vorstellung des aktuellen Clubs Zaglebie Lubin. Das Team aus der Ekstraklasa verlangt für den offensiven Mittelfeldspieler rund acht Millionen Euro. Ziemlich viel Geld für einen 19-Jährigen, der bislang eben „nur“ in der polnischen ersten Liga überzeugt hat, Doch Regula ist eben mehr als nur ein Youngster. Der 19-Jährige gilt als eins der größten Talente Polens. Und dass die Geißböcke gerade junge Spieler verpflichten, um diese weiterzuentwickeln, ist mittlerweile bekannt. Zuletzt hat der das 18-jährige Talent Reigan Heskey an den Rhein gelotst. Nun könnte eben aus Polen der nächste Spieler folgen. Das Prinzip sieht dabei aber nicht nur eine sportliche Entwicklung vor, auch wirtschaftlich wollen die Kölner von genau dieser Art von Deal profitieren. So wie bei Jakub Kaminski, der zwar schon deutlich älter ist, dennoch dem FC durch seine sportliche Entwicklung ein Vielfaches seiner Ablöse wieder eingebracht hat.
Vertrag bis 2028, Marktwert von sieben Millionen
Dabei scheinen die acht Millionen für den 19-Jährigen dennoch sehr hoch gegriffen. Wie die „Bild“ am Montag berichtet, braucht Zaglebie Lubin dringend Geld, stehe angeblich unter Druck. Und genau deswegen soll Regula unter allen Umständen zu Geld gemacht werden. Heißt: Die Polen sollen bereit sein, von der ursprünglichen Forderung runter zu gehen. Die „Bild“ spricht von sechs bis sieben Millionen Euro. Beim FC setze man nun auf das Prinzip Abwarten – zumal schon einige Interessenten abgesprungen sein. Das zeigt dann aber auf der anderen Seite auch die Gefahr. Denn dem Vernehmen nach sind noch zahlreiche Interessenten vorhanden. Vor allem englische Clubs dürften vor der hohen Ablöse nicht ganz so schnell zurückschrecken.
Schafft es Malek El Mala ins Trainingslager nach Kitzbühel?
Clara Ley
Am Samstag gab er sein Comeback bei den Profis im Testspiel gegen Rheinsüd. Ob er sich aber auch in den kommenden Wochen beweisen darf, wird sich noch zeigen beim 1. FC Köln: Schafft es Malek El Mala in dieser Spielzeit bei den Profis?
Auch aufgrund seiner Verletzungen hatte Malek El Mala im Gegensatz zu seinem Bruder einige Anlaufschwierigkeiten. Das könnte sich in dieser Saison ändern. Der 21-Jährige ist eigentlich für den Kader der U21 vorgesehen. Doch der Angreifer will sich für mehr beweisen.
FC-Trainer René Wagner hatte es bereits vor dem Duell gegen Rheinsüd angekündigt. In der Partie gegen den Bezirksligisten würde es nicht um Qualität gehen, sondern um Haltung, so der Tenor des Coachs. Dementsprechend war auch bereits vor dem Spiel klar, dass die sportlichen Erkenntnisse überschaubare sein würden. Zumal die Vorbereitung zu diesem Zeitpunkt noch keine Woche alt war. Und dennoch hat Wagner natürlich auch einen Blick auf seine Schützlinge gerichtet, wie denn eine zukünftige Mannschaft funktionieren könne. Inwiefern der Nachwuchs dabei in den Fokus der Verantwortlichen gerät, ist offen. Einerseits bekommen einige Spieler der U21 gerade die Chance, erste Duftmarkten zu setzen. Auf der anderen Seite macht Wagner aber auch kein Hehl daraus, dass es aktuell durchaus darum geht, den Kader aufzufüllen. Immerhin gibt es einige Lücken, die noch geschlossen werden sollen.
Zwischenzeitlicher Treffer zum 4:0
Und das möglicherweise noch vor dem Trainingslager. So stellt sich durchaus die Frage, wer es denn noch nach Kitzbühel schaffen wird. Malek El Mala lief am Samstag bei den Profis auf. Der ältere der El-Mala-Brüder hatte ein kompliziertes Jahr in der Regionalliga – geprägt von Verletzungen. Die Situation scheint komplex. Zwar betonen die Verantwortlichen immer wieder, welches Talent und welche Qualität in dem Spieler stecken, so wirklich beweisen konnte oder durfte es der Offensivspieler aber noch nicht. Für einige internationale Clubs scheint die Qualität jedenfalls noch nicht groß genug, dass sie das Brüderpaar gemeinsam verpflichten würden. Durch die Verletzung von Julian Pauli schaffte es der 21-Jährige nun aber ins Training der Profis und eben zum Testspiel gegen Rheinsüd. Dort traf der gebürtige Krefelder nach einem feinen Doppelpass und dann mit einer schicken Einzelleistung zum zwischenzeitlichen 4:0. Malek El Mala setzte damit eine Duftmarke, war auch sonst in der zweiten Halbzeit einer der auffälligen Spieler.
René Wagner wollte nach dem Spiel keine Prognose abgeben, ob es El Mala somit auch mit ins Trainingslager schafft. Das wird wohl sehr stark damit zusammenhängen, ob und wenn ja wie oft die Kölner auf dem Transfermarkt bis zur Abreise nach Kitzbühel am Freitag noch zuschlagen werden. Denn mit jedem verpflichteten Spieler wird ein weiterer Kaderplatz besetzt sein. Zum gemeinsamen Auftritt der El Malas kam es indes nicht. Said spielte die erste Halbzeit, Malek die zweite. Am Montag war auch nur der jüngere der beiden Brüder auf dem Trainingsplatz. Die Spieler der U21 erhielten aufgrund der Trainingssteuerung einen weiteren freien Tag. Malek El Mala hatte zumindest am Montag also keine Chance, einen weiteren guten Eindruck zu hinterlassen – das könnte sich aber bereits am Dienstag wieder ändern. Und die Saison hat gerade erst begonnen…
Erste Woche absolviert: Diese Aufgaben muss der 1. FC Köln noch angehen
Luca Kaiser
Der 1. FC Köln befindet sich seit rund einer Woche in der Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison. Bis zum Ligastart bleiben allerdings noch einige Baustellen, die sowohl das Trainerteam als auch die sportliche Führung um Geschäftsführer Thomas Kessler angehen müssen. Diese Baustellen gilt es noch zu schließen beim 1. FC Köln.
Trotz des Klassenerhalts hat die vergangene Spielzeit einige Schwächen offenbart. Damit der FC seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg deutlich ruhiger gestalten und den Klassenerhalt frühzeitig sichern kann, gilt es, in den kommenden Wochen an mehreren Stellschrauben zu drehen.
Mit den Verpflichtungen von Luka Lochoshvili, Gideon Mensah und Reigan Heskey hat der FC bereits auf mehreren Positionen nachgebessert. Dennoch ist die Kaderplanung noch nicht abgeschlossen. Nach den Abgängen von Florian Kainz, Felipe Chavez und Eric Martel benötigen die Kölner vor allem im zentralen Mittelfeld weitere Qualität. Dort fehlt aktuell nicht nur die nötige Breite, sondern auch ein Spieler, der Verantwortung übernimmt, das Spiel lenkt und als Taktgeber fungiert. Auch auf den Außenverteidigerpositionen besteht weiterhin Handlungsbedarf. Hinter Gideon Mensah fehlt noch eine Alternative. Darüber hinaus braucht der FC einen weiteren Mittelstürmer. Die Verletzung von Ragnar Ache zum Ende der vergangenen Saison hat deutlich gezeigt, wie abhängig die Kölner von ihrem Torjäger waren und dass im Sturmzentrum eine echte Alternative fehlt.
Mehr Härte ins Spiel bringen
Der FC gehörte in der vergangenen Saison zu den fairsten Mannschaften der Bundesliga. In 34 Ligaspielen begingen die Kölner lediglich 271 Fouls – so wenige wie kein anderes Team im deutschen Oberhaus. Diese Statistik spricht zwar für eine faire Spielweise, zeigt aber auch, dass der Mannschaft in einigen Situationen die notwendige Konsequenz fehlte. Gerade taktische Fouls können gefährliche Umschaltmomente des Gegners frühzeitig unterbinden und dem eigenen Team Zeit verschaffen, sich wieder zu ordnen. Hier sollte der FC künftig kompromissloser agieren und gegnerische Angriffe bereits im Ansatz unterbinden.
Endlich Kontinuität schaffen
Ein großes Problem der vergangenen Saison war die fehlende personelle Konstanz. Nur selten begann der FC mit derselben Startelf wie am vorherigen Spieltag. Verletzungen und Sperren zwangen vor allem Ex-Trainer Lukas Kwasniok zwar immer wieder zu Veränderungen, dennoch verhinderten die ständigen Wechsel, dass sich Automatismen entwickeln konnten. Auch René Wagner setzte diesen Trend fort. In seinen bisherigen Pflichtspielen stellte der neue Cheftrainer nie dieselbe Startelf auf wie im Duell zuvor. Zwar spielten auch hier Verletzungen, Sperren und die personelle Situation eine Rolle, dennoch zeigt sich, wie schwierig es zuletzt war, eine feste Achse zu etablieren.
Genau hier ist Wagner in der Vorbereitung gefordert. Gelingt es ihm, frühzeitig eine Stammformation zu finden, können sich Laufwege, Abstimmungen und das Zusammenspiel deutlich schneller entwickeln. Eine eingespielte Mannschaft dürfte dem FC auch zu mehr Stabilität in den entscheidenden Phasen der Saison verhelfen.
Variabler im Offensivspiel werden
Offensiv war der FC in der vergangenen Saison häufig zu leicht ausrechenbar. Viele Angriffe lebten von den individuellen Qualitäten von Said El Mala, Jakub Kaminski und Ragnar Ache. Wurden die drei Offensivspieler konsequent aus dem Spiel genommen, fehlten den Kölnern oft kreative Lösungen. Das Angriffsspiel wirkte ideenlos, statisch und bot dem Gegner nur selten neue Herausforderungen. Wagner wird deshalb gefordert sein, zusätzliche offensive Muster zu entwickeln und seine Mannschaft flexibler aufzustellen, um auch gegen tief stehende Gegner Lösungen zu finden.
Standards deutlich verbessern
Ein weiterer Schwachpunkt waren Standardsituationen. Sowohl offensiv als auch defensiv gehörte der FC in diesem Bereich zu den schwächsten Mannschaften der Bundesliga. Lediglich fünf Tore erzielten die Kölner nach ruhenden Bällen, gleichzeitig kassierten sie 20 Gegentreffer nach Standards – jeweils der schlechteste Wert der Liga. Gerade in engen Bundesliga-Partien entscheiden Ecken und Freistöße häufig über Sieg oder Niederlage. Umso wichtiger wird es sein, in der Vorbereitung sowohl die Abläufe im eigenen als auch im gegnerischen Strafraum intensiv zu trainieren und in diesem Bereich deutlich effizienter zu werden. Auch personell arbeitet der FC der Schwäche entgegen. Luka Lochoshvili wurde verpflichtet. Der Innenverteidiger überzeugte bei Nürnberg sowohl defensiv als auch offensiv nach dem ruhenden Ball.
Die Vorbereitung als Schlüssel
Geschäftsführer Thomas Kessler ist weiterhin gefordert, die offenen Baustellen im Kader zu schließen. Gelingt es den Verantwortlichen, die personellen Lücken zu schließen, eine feste Achse zu etablieren und die Schwächen aus der vergangenen Saison gezielt abzustellen, hat der 1. FC Köln gute Chancen, sich in seiner zweiten Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg deutlich früher aus dem Tabellenkeller herauszuhalten und eine wesentlich ruhigere Spielzeit zu erleben.
Hohe Aufmerksamkeit bei Reigan Heskey: Spagat zwischen Vorfreude und Erwartungshaltung
Simon Bartsch
Mit Reigan Heskey haben die Kölner ihren dritten Neuzugang perfekt gemacht. Mit dem Engländer werden schon jetzt große Hoffnungen wach beim 1. FC Köln: Reigan Heskey zwischen Vorfreude und Erwartung.
Sportlich erinnert der Youngster schon sehr an Said El Mala, doch er hat das Potenzial, dass es auch einen ähnlichen Hype geben könnte. Zumindest ist die Erwartungshaltung eine große.
Reigan Heskey spielt jetzt für den 1. FC Köln (Foto: Kate McShane/Getty Images)
Einen ersten Vorgeschmack auf seine kommenden Jahre in Köln sammelte Reigan Heskey bereits an seinem ersten offiziellen Arbeitstag. Der 18-Jährige saß am Samstag auf der Tribüne des Südstadions und schrieb zahlreiche Autogramme, während der FC das Testspiel gegen Rheinsüd Köln erwartungsgemäß gewann. Nun wird der Offensivspieler schon aufgrund der Prominenz seines Vaters Trubel und hohes Fan-Aufkommen kennen. Um seine Person wird sich der Hype bislang aber in Grenzen gehalten haben – und wohl auch weiterhin sollen. Die sportlichen Parallelen zu Said El Mala sind nicht von der Hand zu weisen. Und gerade bei dem Kölner Shootingstar war der FC bekanntlich bemüht, den Hype möglichst klein zu halten. Aufgrund der Leistungsexplosion und den namhaften Interessenten war das aber wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Es wäre zu früh, Heskey eine ähnliche Entwicklung, eine ähnliche Premieren-Saison in Köln zu prophezeien und doch ist schon eine gewisse Erwartungshaltung zu spüren.
Die wird bei den Kölner Verantwortlichen natürlich gebremst. „Jetzt geht es darum, ihn langsam an den Seniorenfußball zu gewöhnen“, sagte René Wagner am Samstag nach dem Testspiel gegen Rheinsüd. Und seine Worte klangen dann doch ähnlich wie die von Thomas Kessler bei der Vorstellung des Spielers. „Jetzt geht es darum, seine außergewöhnlichen Qualitäten erfolgreich in den Profifußball zu übertragen.“ Die Vorsicht ist kein Wunder, Heskey ist 18 Jahre alt, der Youngster hat bei den Junioren von Manchester City eine gute Ausbildung genossen und schon einige Duftmarken gesetzt, bei den Profis sind die Fußabdrücke aber noch nicht sonderlich tief. Sieben Minuten spielte der Offensivspieler im EFL-Cup gegen Huddersfield, ansonsten gab es zwar Kader-Nominierungen unter Pep Guardiola, aber keine weiteren Einsätze. Nun folgt der Sprung in die Bundesliga – eine Einschätzung, wie Heskey in der neuen Umgebung performen wird, ist schwierig.
Die Vorfreude auf den Spieler können die FC-Bosse dann aber doch nicht verbergen. „Er hat ein brutales Tempo, ist brutal im Eins-gegen-Eins, hat einen super Abschluss. Er ist ein Spieler, der im letzten Drittel den Unterschied machen kann“, sagt Wagner. „Wir sind brutal froh, dass sich Reigan für uns entschieden hat. Wir waren nicht die einzigen, die ihn gerne da gehabt hätten. Jetzt haben wir ihn. Ich glaube, er ist auf seiner Position europaweit eins der größten Talente.“ Auch Kessler betont, dass der Engländer „international zu den besten Offensivspielern seines Jahrgangs“ zähle. „Reigan bringt mit seiner körperlichen Präsenz, seinem hohen Tempo, seiner Flexibilität in der Offensive und seinem ausgeprägten Torriecher hervorragende Voraussetzungen mit“, so der Geschäftsführer weiter. Die Worte der Kölner Verantwortlichen sorgen also für eine gewisse Vorfreude, wecken aber auch eine gewisse Erwartungshaltung.
Ob sich die Zuschauer am Montag beim ersten Training der zweiten Vorbereitungswoche schon einen Eindruck von dem Youngster machen können, ist offen. Es müssen noch die letzten Dokumente unterschrieben werden, bis der Spieler „trainingsberechtigt“ ist.
Kurz vor Trainingslager: Kommt nun die Transfer-Woche der Wahrheit beim 1. FC Köln?
Simon Bartsch
Drei Verpflichtungen hat der FC bereits bekannt gegeben. Die vierte soll mit Paul Okon-Engstler kurz bevor stehen. Doch in der Woche vor dem Trainingslager kann und soll noch einiges passieren. Der 1. FC Köln steht vor der Transfer-Woche.
Gideon Mensah, Luka Lochoshvili und Reigan Heskey: Drei Spieler hat der FC bereits neu verpflichtet. Drei Spieler, die man so nicht unbedingt auf der Rechnung hatte. In den kommenden Tagen dürfte Thomas Kessler noch einmal nachlegen. Denn ins Trainingslager nach Kitzbühel würde FC-Trainer René Wagner am liebsten möglichst viele Spieler mitnehmen.
Thomas Kessler vom 1. FC Köln (Foto: Alex Grimm / Getty Images)
Eigentlich hätte zumindest eine Neuverpflichtung am Samstag zum Einsatz kommen sollen. Doch Luka Lochoshvili spürte beim Aufwärmen vor dem Duell mit Rheinsüd etwas im Muskel. Um kein Risiko einzugehen, wurde der Georgier aus dem Spiel genommen, Nachwuchsspieler Yannick Mausehund war der einzige Feldspieler, der so in den Genuss von mehr als 45 Minuten Einsatzzeit kam. Somit gab es für die FC-Fans noch keine Eindrücke der neuen Spieler zu gewinnen. Ob sich das im Test gegen Bergisch Gladbach ändert, ist offen, aber wahrscheinlich. Denn schon am Samstag sprach René Wagner davon, dass sowohl bei Gideon Mensah als auch bei Reigan Heskey nur noch wenige Dokumente fehlen, um am Training (also auch am Testspiel) teilnehmen zu dürfen. Ins Trainingslager werden die beiden Neuverpflichtungen allemal mitfahren und dort dann auch in dem anberaumten Testspiel (Gegner und Spielzeit noch offen) zum Einsatz kommen.
Weitere Transfers stehen an
Kölns Trainer Wagner würde am liebsten natürlich den kompletten Kader mit nach Kitzbühel nehmen. Schließlich feilt der FC auch an der passenden Formation für die kommende Spielzeit. Und auch in der vermeintlichen Startelf gibt es aktuell noch Lücken. Somit dürften bei Thomas Kessler in den kommenden Tagen die Drähte heiß glühen. Der Geschäftsführer Sport wird sicherlich nicht sämtliche Baustellen stopfen können, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass es noch einige weitere Transfers bis zur Abfahrt nach Kitzbühel (Freitag) geben wird. Paul Okon-Engstler gilt bereits als sichere Neuverpflichtung. Aufgrund einer Erkältung fielen Medizincheck und finale Unterschriften in der Vorwoche flach. Dazu wird es mit großer Wahrscheinlichkeit schon zu Wochenbeginn kommen. Der Australier wechselt für eine gute Million Euro aus Sydney an den Rhein und soll das Mittelfeld verstärken.
Wenn es nach den Plänen von Kessler und Tim Steidten geht, soll aber auch die größte Lücke des Kaders noch bis Freitag gestopft werden. Die Sechser-Position muss nach dem Abgang von Eric Martel adäquat nachbesetzt werden. Edson Alvarez gilt dabei mittlerweile als unwahrscheinliches Szenario im Gegensatz zu einer möglichen Rückkehr des Tunesiers Ellyes Skhiri. Auch dort müssen dem Vernehmen nach die letzten finanziellen Hürden genommen werden, allerdings gestaltet sich eine Lösungsfindung hier sicherlich einfacher. Doch bei den beiden Mittelfeldspielern soll es nicht bleiben. Die Kölner wollen nach wie vor einen Backup für Gideon Mensah auf der linken Verteidiger-Position verpflichten. Dringender erscheint aber eine Alternative für Ragnar Ache als Zielstürmer. Die Kölner befinden sich hier in Gesprächen. Ob es aber bis Freitag einen „Done Deal “ gibt, ist offen. Dem Vernehmen nach könnten Gespräche mit einem offensiven Mittelfeldspieler deutlich weiter sein. Gut möglich also, dass es noch vor Kitzbühel weitere Transfers geben wird.