Bei der Niederlage gegen den VfB Stuttgart hatte der 1. FC Köln kurz nach der Pause seine stärkste Phase. Gegen die TSG Hoffenheim erzielten die Geißböcke alle drei Tore im zweiten Durchgang und gegen die Würzburger Kickers folgte die Wende ebenfalls erst spät. Der FC kam jedes Mal gestärkt aus der Halbzeit zurück. Auf der einen Seite ist das eine Waffe der Domstädter, auf der anderen stellt sich die Frage, warum nicht gleich so.
Der 1. FC Köln hat in den bisherigen drei Pflichtspielen sechs Tore erzielt. Jedes einzelne davon fiel im zweiten Durchgang. Gegen Würzburg und Hoffenheim drehte der FC die Partien noch, gegen Stuttgart lag der Ausgleich in der Luft. In der ersten Halbzeit sieht die Bilanz wesentlich schlechter aus. In allen drei Begegnungen lagen die Geißböcke zur Pause zurück. Warum braucht die Kölner Mannschaft so lange, um ihre Leistung abzurufen?

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Viele Spiele werden spät entschieden. Die Fähigkeit, sich in einer Partie spät noch zu steigern, kann zum entscheidenden Faktor werden. Außerdem zeigen die bisherigen Spiele, dass René Wagner in der Lage ist, sein Team in der Halbzeit neu zu motivieren. Dennoch muss sich der FC noch steigern. Die Leistungssteigerung in Hälfte zwei wäre noch effektiver, wenn man zu diesem Zeitpunkt nicht schon in Rückstand liegen würde.
Die Macht der Halbzeitansprache
Wagner scheint ein Talent dafür zu haben, die richtigen Worte zu finden – allerdings nur in der Halbzeit. Zu Spielbeginn tut sich der FC hingegen oft schwer. Die Aktionen wirken häufig unsauber und ohne die letzte Präzision. Gerade zu Beginn ist die Kölner Defensive zudem oft noch nicht auf der Höhe. Sowohl gegen Stuttgart als auch gegen Hoffenheim ließ die Hintermannschaft der Geißböcke in der Anfangsphase einiges zu, auch wenn beide Gegner diese Lücken nicht konsequent ausnutzen konnten. Nach dem Seitenwechsel war das Spiel jeweils ein anderes. Der FC wirkte wie ausgetauscht und zeigte deutlich bessere Auftritte. Was genau Wagner seinen Schützlingen in der Halbzeit mitgegeben hat, ist nicht bekannt, in den nächsten Spielen sollte er damit aber nicht so lange warten.
Einwechslungen als Trendwende
In beiden Bundesligapartien trugen außerdem Einwechslungen entscheidend zum Umschwung bei. Gegen die TSG wurden Ellyes Skhiri, Linton Maina und Thijs Dallinga in der 65. Minute eingewechselt. Alle drei hatten großen Einfluss auf das Comeback. Skhiri brachte Struktur in das zentrale Mittelfeld, Maina lieferte die Vorlage zum 2:2 und Dallinga avancierte mit seinem Doppelpack zum Matchwinner bei seinem Debüt. In Stuttgart folgte der erste Doppelwechsel schon unmittelbar nach der Pause. Skhiri und Mikey Moore betraten den Rasen und läuteten damit die stärkste Kölner Phase der Partie ein. Gerade Moore war einer der wenigen Lichtblicke aus FC-Sicht am Freitagabend. Der spätere Torschütze Marius Bülter kam ebenfalls von der Bank.
Welchen Anteil die Wechsel daran hatten und ob es gegen Werder Bremen in der kommenden Woche Veränderungen in der Startelf geben wird, ist spekulativ. Bislang geht die Kölner Kaderplanung aus dem Sommer aber insofern auf, dass jede Position mit einem guten Ersatzspieler besetzt ist, der jederzeit einspringen kann. Die genaue Rollenverteilung im Kader muss sich in den nächsten Wochen noch herausbilden. Starke Einwechselspieler können eine Partie dabei genauso entscheiden wie ein Startelfkandidat. Und so darf durchaus die Frage erlaubt sein, warum ein Mikey Moore oder ein Ellyes Skhiri bei der kommunizierten Qualität noch nicht beginnen durften. Unabhängig von der Personalsituation auf dem Platz sollte der FC früher ins Spiel finden.
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