In der vergangenen Saison retteten sich der FC und Werder im Gleichschritt über die Bundesliga-Ziellinie. Nun treffen die ‚32-Punkte-Partner‘ am Samstagabend im RheinEnergieStadion aufeinander. Auf den ersten Blick suggerieren die Zahlen ein Duell auf Augenhöhe. Beim genaueren Hinsehen offenbaren die jüngsten Auftritte aber einige Unterschiede zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln: Die Geißböcke schwanken vor dem Heimspiel zwischen Angriffs-Lust und Defensiv-Sorgen.
Trotz punktgleichem Saisonstart zeigen Köln und Bremen Gegensätze in der Spielanlage. Während der FC offensiv zwar zeitweise mutig nach vorne spielt, aber defensiv noch wackelt, setzt Werder auf neue Stabilität: ein Härtetest für die Kölner Chancenverwertung.

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In der vergangenen Saison waren sowohl der 1. FC Köln als auch Werder Bremen lange in Abstiegsgefahr. Dass es am Ende für beide Teams trotzdem zum Klassenverbleib reichte, lag auch an reichlich Schützenhilfe. Denn je 32 gesammelte Punkte waren nicht gerade ein souveränes Zeugnis eigener Stärke. Vielmehr profitierten beide Vereine ein stückweit davon, dass gleich drei andere Mannschaften diese eher dürftige Punktausbeute noch unterboten. Und so beendeten der Effzeh und Werder die Spielzeit 2025/26 punktgleich als Tabellennachbarn.
Köln und Bremen auf Augenhöhe?
Als solche gehen die beiden Clubs auch in das Duell am Samstagabend (18:30 Uhr im RheinEnergieStadion, im Liveticker bei come-on-fc.com), denn beide sind nahezu identisch in die neue Saison gestartet. Der FC und Werder haben nach zwei Spieltagen jeweils drei Punkte auf dem Konto und vier Tore geschossen. Bremen hat allerdings mit fünf Gegentoren einen Treffer weniger kassiert und liegt deshalb auf Platz zehn knapp vor den Geißböcken.
All das spricht auf dem Papier zunächst mal für eine Begegnung auf Augenhöhe. Und das eine Gegentor mehr beim FC dürfte ja zu vernachlässigen sein. Oder etwa nicht? Nun, zumindest gibt es ein wenig Aufschluss über aktuelle Unterschiede. Und in der Tat: Vor allem die Auftritte in der Defensive hätten bei Köln und Werder am vergangenen Wochenende unterschiedlicher kaum sein können.
Gegensätze bei der Abwehrleistung
Köln kassierte beim VfB Stuttgart vier Tore und war mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient. Egal ob Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey in der Innenverteidigung, Alessio Castro-Montes und Gideon Mensah (noch der beste Defensivspieler) auf den Außenpositionen oder die Mittelfeld-Dreierkette um Isak Jóhannesson, Tom Krauß und Paul Okon-Engstler: Bei der Abwehrarbeit stieß der FC bei Stuttgart über weite Strecken der Partie an seine Grenzen. Die Kölner Spieler strahlten weder Stabilität noch Ruhe aus.
Unterdessen überzeugte Bremen im Heimspiel gegen RB Leipzig mit einem 4-4-2-System und disziplinierter Defensive. Nach der frühen 1:0-Führung bot die Thioune-Truppe eine taktisch und kämpferisch reife Vorstellung. Man hatte eines der Top-Teams der Liga größtenteils im Griff. Und auch wenn die Leipziger deutlich mehr Ballbesitz hatten, konnten sie damit gegen tief stehende und kompakt verteidigende Werderaner kaum etwas ausrichten.
Kölner Angriffs-Optionen fordern Bremer Defensive
Fakt ist aber auch, dass RB an der Weser nicht gerade einen Sahnetag erwischte, während Stuttgart nach der deutlichen Niederlage bei den Bayern gegen den FC schweres Geschütz auffuhr. Hinzukommt: Alles schlecht war bei Köln auch im Schwabenland nicht. Nach den Umstellungen und Wechseln zur Halbzeit zeigte der FC in der Offensive ein Gesicht, das schon den 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim ermöglicht hatte. Köln erspielte sich nämlich auch gegen den VfB teils hochkarätige Torchancen und kam auf einen beachtlichen xGoals-Wert von 2,86 (Durchschnitt nach zwei Spielen: 2,40). Zum Vergleich: Bremen brachte es nach den ersten beiden Partien gerade mal auf einen durchschnittlichen Wert von 0,74.
Stellt man also Kölns Möglichkeiten im Angriff und Bremens Defensivleistung gegen Leipzig gegenüber, verspricht das tatsächlich eine Begegnung auf Augenhöhe. Und in der könnte die Offensive zum Trumpf der Domstädter werden. Vor allem, wenn die beim VfB krankheitsbedingt fehlenden Saïd El Mala und Thijs Dallinga sowie der in Stuttgart überzeugend debütierende Mikey Moore erstmals gemeinsam auf dem Platz stehen sollten.
Für einen kölschen Erfolg müssten dann allerdings noch zwei Voraussetzung erfüllt werden: erstens sollten die Geißböcke endlich nachweisen, dass sie auch gegen einen – eventuell erneut – tiefer stehenden Gegner wie Bremen in der Lage sind, ausreichend Tormöglichkeiten zu erspielen; und zweitens bräuchte der 1. FC Köln dann noch eine bessere Chancenverwertung als zuletzt in Stuttgart.
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