Jahmai Simpson-Pusey bei Celtic Glasgow
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Erster Winter-Neuzugang: Ist Jahmai Simpson-Pusey die benötigte Verstärkung beim 1. FC Köln?

Mit Jahmai Simpson-Pusey hat der FC offenbar die erste Neuverpflichtung des Winters eingetütet. Der junge Engländer gilt als großes Talent, kam zuletzt aber nicht wirklich zum Einsatz. Doch die Leihe ist eine vielversprechende für den 1. FC Köln: Das bringt Jahmai Simpson-Pusey mit.

Er wird wohl der erste Neuzugang, wirft aber die Frage nach einer Soforthilfe auf beim 1. FC Köln: Das bringt Jahmai Simpson-Pusey mit.

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Nach den schweren Verletzungen von Luca Kilian und Timo Hübers sowie den anhaltenden Engpässen in der Innenverteidigung, ist der FC auf der Suche nach einer Defensivverstärkung fündig geworden. Der FC steht wie berichtet kurz vor der Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey, der zuletzt an den schottischen Erstligisten Celtic Glasgow verliehen war. Der 20-Jährige wird am Sonntag seinen Medizincheck in Köln absolvieren und im besten Fall am Montag ins Trainingslager nach Spanien nachreisen. Der Engländer wird ausgeliehen, die Kölner haben eine Kaufoption im Vertrag verankert. Doch mit dem Transfer sind auch Fragen verbunden. Denn auf den ersten Blick ist der junge Engländer nicht die erhoffte Soforthilfe, eher ein Spieler mit Entwicklungspotenzial.

Großes Talent, wenig Einsatzzeit

Bei Celtic kam der Abwehrspieler im vergangenen halben Jahr lediglich zu einem Spiel für die Profis. Und das, obwohl auch der schottische Club in dieser Zeit mit erheblichen Verletzungssorgen in der Defensive zu kämpfen hatte. Doch der damalige Trainer Brendan Rodgers schien kein großer Fan des englischen Talents zu sein, obwohl er ihn bei der Vorstellung in höchsten Tönen lobte. Simpson-Pusey wurde nicht für die Europa League nominiert, saß nahezu ausschließlich auf der Bank. Eine seltsame Entwicklung, denn der Innenverteidiger wurde unter der Bedingung an Celtic verliehen, möglichst viel Spielpraxis zu erhalten. Und das nicht ohne Grund. Bei den Sky Blues hatte man mittelfristig viel vor mit dem Talent.

Vor seiner Leihe nach Schottland durchlief Simpson-Pusey so ziemlich alle Jugendteams von Manchester City. Der in Manchester geborene Abwehrspieler wurde auf der Insel bereits als der kommende Virgil van Dijk bezeichnet. In den vergangenen beiden Spielzeiten sammelte der U20-Nationalspieler vorwiegend in der U21 wichtige Spielpraxis. Und auch das erfolgreich. Der 20-Jährige fühte das Team zum Youth Cup und wurde als erster Abwehrspieler zum Spieler des Jahres in der Premier League 2 ausgezeichnet. In der Saison 2024/2025 kam der Rechtsfuß auch sechs Mal für das Team von Pep Guardiola zum Einsatz und sammelte dabei sowohl zwei Einsätze in der Premier League als auch zwei in der Champions League. Gerade sein ruhiges Auftreten im aufgeheizten Duell gegen Sporting Lissabon beeindruckte.

Schnell, dominant, kopfballstark

So wirklich passen die Entwicklung in Manchester und die Zeit bei Celtic nicht zusammen. Das Pflaster in Glasgow ist dieser Tage ein unruhiges. Nach der Entlassung von Brendan Rodgers im Oktober feierte Celtic unter Interimstrainer Martin O’Neill fünf Siege in Folge. Dennoch wurde mit Wilfried Nancy ein neuer Coach verpflichtet, unter dem es dann aber wieder so gar nicht laufen wollte. Unter keinem der Trainer bekam Simpson-Pusey wirklich die Chance, sich zu zeigen. Und das, obwohl gleich mehrere Abwehrspieler ausfielen. Dabei klingt das Anforderungsprofil durchaus vielversprechend.

Simpson-Pusey besticht durch seine Athletik und Physis. Mit seiner Größe, Robustheit und guten Grundschnelligkeit bringt der 20-Jährige ideale Voraussetzungen für das Spiel in der Bundesliga mit. Er ist zweikampfstark, agiert kompromisslos im direkten Duell und zeigt ein gutes Timing im Tackling. „Wenn man in einem entscheidenden Eins-gegen-Eins den Ball als letzter Mann zurückerobert, ist das ein unglaubliches Gefühl. Es ist, als würde man ein Tor schießen, aber eben doch keins“, sagte der Abwehrspieler einst, betonte aber gleichzeitig seine Stärken in der Luftverteidigung und beim Kopfballspiel – eine mögliche Verstärkung bei der Verteidigung von Standards. Der Rechtsfuß gilt als passsicher und spielstark im Spielaufbau.

Geprägt durch die City-Schule fühlt er sich mit dem Ball am Fuß wohl, kann das Spiel aus der letzten Linie eröffnen und spielt auch die vertikalen Pässe zwischen die Linien. Diese Fähigkeiten passen gut zu einem spielorientierten Ansatz, wie ihn der FC unter Lukas Kwasniok anstrebt. „Jahmai ist ein schneller, dominanter Innenverteidiger. Er ist ein starker Verteidiger, kann aber auch den Ball sehr gut nach vorne treiben, wenn wir das Spielfeld beackern“, sagte Rodgers nach der Verpflichtung. Vor seiner Zeit zu Celtic hat sich der Abwehrspieler zu einem modernen Defensivspieler weiterentwickelt, der auch auf der Sechs und auf der rechten Verteidigerposition spielen kann.

Soforthilfe oder Entwicklungsspieler?

Allerdings bringt der Engländer für sein noch junges Alter naturgemäß auch Schwächen mit. Neben der Entscheidungsfindung unter hohem Druck und dem Stellungsspiel gegen routinierte Stürmer wurden immer mal wieder seine Konstanz und die Konzentrationsfähigkeit bemängelt. Der größte Unsicherheitsfaktor dürfte aber die fehlende Erfahrung im Profifußball sein. In seiner bisherigen Laufbahn konnte Simpson-Pusey seine Qualität noch nicht auf dem höchsten Niveau konstant beweisen. Insofern darf die Frage durchaus erlaubt sein, ob der 20-Jährige dem FC sofort weiterhelfen wird. Eine Verstärkung in die Breite ist der Abwehrspieler allemal und eine spannende Option für die Zukunft. Denn in der Defensive kann der englische Youngster zahlreiche Rollen übernehmen – unabhängig der Dreier- oder Viererkette.

Obwohl Simpson-Pusey durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Kilian, Hübers und Joel Schmied sowie der Rotsperre von Rav van den Berg womöglich schon in den ersten beiden Partien gegen Heidenheim und Bayern ein ernsthafter Kandidat für einen Platz in der Startelf sein könnte, liegt der Mehrwert seines Transfers jedoch klar im Entwicklungspotenzial. Der FC könnte dem jungen Engländer regelmäßige Einsatzzeiten auf hohem Niveau bieten und gleichzeitig von einem Spieler profitieren, der mittelfristig den nächsten Schritt gehen und sportlich wie wirtschaftlich an Wert gewinnen kann. Der Marktwert des Spielers liegt bei rund vier Millionen Euro, die Ablöse der Kaufoption wird bei dem Potenzial nicht niedrig sein.

Luca Kaiser und Simon Bartsch

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